Luivac Tabletten 56 Stück

Luivac Tabletten 56 Stück

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Staphylococcus aureus, Streptococcus mitis, Streptococcus pyogenes, Streptococcus pneumoniae, Klebsiella pneumoniae, Branhamella catarrhalis und Haemophilus influenzae.

Hilfsstoffe: Mikrokristalline Cellulose, Mannitol, Natriumcarboxymethylstärke, Magnesiumstearat, Hochdisperses Siliciumdioxid.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 3 mg Lysat aus mind. je 1× 109 Bakterien der oben beschriebenen Stämme.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur Reduktion der Häufigkeit, der Dauer und des Schweregrades rezidivierender Infektionen der Atemwege.

Aufgrund der klinischen Studien kann Luivac Kindern ab dem vollendeten 3. Lebensjahr verabreicht werden.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene und Kinder

Täglich morgens 1 Tablette auf nüchternen Magen mit etwas Wasser einnehmen.

Die Therapie soll vorzugsweise begonnen werden, wenn keine Infektion besteht, kann aber auch im Infekt angefangen werden.

Im Falle einer akuten Infektion kann Luivac eine notwendige Behandlung mit Antibiotika nicht ersetzen. Luivac kann jedoch gleichzeitig mit Antibiotika verabreicht werden.

Dauer der Anwendung

Die Behandlung erfolgt in der Regel über 2 Perioden von jeweils 28 Tagen, wobei eine Einnahmepause von 28 Tagen dazwischen liegt. Zusätzliche Behandlungszyklen können nach einer 28-tägigen Pause erfolgen.

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber einen der Bestandteile von Luivac,
  • Akute Gastroenteritis, da die Wirksamkeit von Luivac bei einer beschleunigten Darmpassage nicht gesichert ist,
  • Patienten mit Autoimmunkrankheiten, da die Erfahrungen nicht ausreichend sind und mögliche komplexe Interaktionen auftreten können,
  • Schwangerschaft.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Luivac kann eine im Falle akuter Infektionen notwendige Antibiotikatherapie nicht ersetzen, kann aber gleichzeitig mit Antibiotika eingenommen werden.

Interaktionen

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind bisher nicht beobachtet worden.

Bei gleichzeitiger Verabreichung mit Immunsuppressiva kann jedoch die Wirkung von Luivac theoretisch vermindert werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten zur Anwendung von Luivac bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien zeigten kein Risiko für den Fötus, jedoch einen Effekt auf die postnatale Entwicklung (siehe «Präklinische Daten»).

Luivac sollte während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Luivac in der menschlichen Muttermilch ausgeschieden wird. Patientinnen, die Luivac erhalten, sollten nicht stillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Luivac hat keinen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Häufigkeitsangaben: «Sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (<1/10, ≥1/100), «gelegentlich» (<1/100, ≥1/1000), «selten» (<1/1000, ≥1/10'000), «sehr selten» (<1/10'000).

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Gelegentlich: Leichte Störungen im Magen-Darm-Trakt, inklusive Diarrhoen, und Bauchschmerzen, Übelkeit und Flatulenz.

Erkrankungen der Haut- und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Hautreaktionen, inkl. Ausschlag, Urtikaria, Juckreiz.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr selten: Arthralgien.

Erkrankungen des Blutes und Lymphsystems

Sehr selten: Thrombozytopenie.

Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet.

Umfangreiche toxikologische Untersuchungen am Tier haben keinen Hinweis auf toxische Wirkungen ergeben. Eine Überdosierung erscheint daher unwahrscheinlich.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J07AX

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Die Wirkung von Luivac beruht auf der Stimulation des gemeinsamen schleimhaut-assoziierten Immunsystems. Nach Einnahme der Tabletten kommt es über das antigene «priming» des darmassoziierten Lymphgewebes zu einer Erhöhung der spezifischen Immunität in allen Schleimhautgeweben. Daneben regt Luivac auch verschiedene unspezifische Abwehrmechanismen an.

Pharmakokinetik

Absorption

Die Antigenstrukturen, die in Luivac enthalten sind, werden durch das Darmepithel absorbiert und den Zellen des darmassoziierten Immunsystems zugängig gemacht. Nach der Verarbeitung der Antigene werden Abwehrmechanismen im gemeinsamen Immunsystem der Mucosa einschliesslich Respirationstrakt induziert.

Präklinische Daten

Basierend auf konventionellen Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe, Genotoxizität, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität lassen präklinischen Daten keine speziellen Gefahren für den Menschen erkennen.

Akute Toxizität

Die orale Verabreichung von bis zu 1500 mg Bakterienlysat/kg KG an Mäusen und Ratten erbrachte keinerlei Hinweise auf toxische Eigenschaften des Wirkstoffes.

Subakute Toxizität

Die orale Gabe des Bakterienlysates über einen Zeitraum von 28 Tagen an Ratten und Affen in Dosierungen bis zu 972-fachen der therapeutischen Dosis blieb ohne Auswirkungen auf klinische, klinisch-chemische, hämatologische, morphologische und histopathologische Parameter.

Chronische Toxizität

In Langzeitstudien über 6 Monate an Ratten und Affen (Dosierungen bis zum 900-fachen der therapeutischen Dosis) ergaben sich ebenfalls keine Anhaltspunkte für toxische Wirkungen.

Mutagenität

In fünf in-vitro und einer in-vivo-Studie konnten keine mutagenen Eigenschaften des Bakterienlysates nachgewiesen werden.

Karzinogenität

Es wurden keine Studien zur Karzinogenität des Bakterienlysates durchgeführt.

Reproduktionstoxizität

Aus den Untersuchungen an Ratten und Kaninchen zur Embryotoxizität, Teratogenität und Fertilität ergaben sich keine Auffälligkeiten. In der Untersuchung der perinatalen und postnatalen Toxizität wurde bei hoher Dosierung (600-fache therapeutische Dosis) eine leichte Abnahme der Wurfgrösse beobachtet.

Folgende Wirkungen auf das spezifische und unspezifische Immunsystem wurden experimentell am Tier belegt:

  • Erhöhung der Zahl an lgA produzierenden Zellen in den Peyer'schen Plaques,
  • Zunahme von sekretorischem lgA im Bereich der Schleimhäute,
  • Zunahme von spezifischem IgA in der Lunge und im Serum,
  • Steigerung der Phagozytoseaktivität,
  • Stimulation der Aktivierung und Proliferation von T-Lymphozyten (speziell T-Helfer-zellen),
  • Stimulation der Bildung von Zytokinen, wie Gamma-Interferon (im bronchus-assoziierten lymphatischen Gewebe und in mesenterialen Lymphozyten), Interleukin-2 (in mesenterialen Lymphknoten), Interleukin-5 und lnterleukin-6 (im bronchus-assoziierten lymphatischen Gewebe),
  • Minderung der pulmonalen Entzündungsreaktion über eine Reduktion der PMN-Elastase-Konzentration.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «Verwendbar bis» bezeichneten Datum verwendet werden.

Lagerungshinweise

Für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Nicht über 30 °C und vor Licht geschützt aufbewahren.

Zulassungsnummer

Luivac: 00635 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Daiichi Sankyo (Schweiz) AG, 8800 Thalwil.

Stand der Information

Juli 2017.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten und lesen Sie die Packungsbeilage auf unserer Produktseite.