Aldara Creme 5% Beutel 12 Stück

Aldara Creme 5% Beutel 12 Stück

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Imiquimod.

Hilfsstoffe: Alcohol cetylicus, Alcohol stearylicus, Conserv.: Alcohol benzylicus, Methylis parahydroxybenzoas (E218) und Propylis parahydroxybenzoas (E216); Excip. ad ungt.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Creme in Sachet: 12,5 mg Imiquimod in 250 mg Salbengrundlage (5%).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Aldara Creme ist bei Erwachsenen für die topische Behandlung von äusserlichen spitzen Kondylomen im Genital- und Perianalbereich (Condylomata acuminata) indiziert.

Aldara Creme ist bei Erwachsenen indiziert für die topische Behandlung von multiplen oberflächlichen Basalzellkarzinomen (sBBC) mit einem maximalen Tumordurchmesser von 2 cm am Rumpf (mit Ausschluss der Anal- und Genitalregion), an der Halsregion oder an den Extremitäten (ohne Hand und Fuss), wenn eine chirurgische Entfernung nicht angezeigt und die Nachkontrolle des Patienten gewährleistet ist. Die Diagnose des sBBC muss durch Biopsie bestätigt sein.

Aldara Creme ist bei Erwachsenen für die topische Behandlung von klinisch typischen, nicht-hyperkeratotischen, nicht-hypertrophischen aktinischen Keratosen im Gesicht und auf dem Kopf indiziert.

Dosierung/Anwendung

Zur Art der Anwendung siehe «Sonstige Hinweise», Abschnitt «Hinweise für die Handhabung»

Äusserliche spitze Kondylome im Genital- und Perianalbereich

Aldara Creme ist dreimal wöchentlich (z.B. Montag, Mittwoch und Freitag) vor dem Zubettgehen auf den infizierten Hautbereich aufzutragen und 6-10 Stunden lang auf der Haut zu belassen. Die Behandlung mit Aldara Creme ist so lange fortzusetzen, bis alle sichtbaren spitzen Kondylome verschwunden sind oder bis maximal 16 Wochen pro Behandlungszyklus.

Aktinische Keratosen

Aldara Creme ist dreimal wöchentlich (z.B. Montag, Mittwoch und Freitag) vor dem Zubettgehen auf die betroffene Haut (einzelne Läsionen oder Bezirke mit mehreren Läsionen) aufzutragen und für ca. 8 Stunden auf der Haut zu belassen.

Die Behandlungsdauer sollte 16 Wochen betragen.

Oberflächliches Basalzellkarzinom

Aldara Creme ist fünfmal wöchentlich (z.B. Montag bis Freitag) vor dem Zubettgehen auf die zu behandelnde Hautstelle sowie im Umkreis von 1 cm um die Hautstelle aufzutragen und für ca. 8 Stunden auf der Haut zu belassen.

Die Behandlungsdauer sollte 6 Wochen betragen.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Kinder und Jugendliche: Aldara Creme wurde bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht und soll daher in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.

Ältere Patienten: Zur Sicherheit und Wirksamkeit von Aldara Creme bei Patienten ≥65 Jahre liegen nur limitierte Daten vor. Eine Dosisanpassung in Abhängigkeit vom Alter ist jedoch vermutlich nicht erforderlich.

Leber- und Niereninsuffizienz: Die Pharmakokinetik von Imiquimod wurde bei Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz nicht untersucht. Aufgrund der geringen systemischen Absorption ist bei diesen Patienten jedoch keine Dosisanpassung erforderlich.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei offenen Geschwüren oder Wunden darf die Behandlung mit Aldara Creme nicht durchgeführt werden. Sie darf erst begonnen werden, wenn diese vollkommen abgeheilt sind.

Nach vorheriger chirurgischer Behandlung darf Aldara Creme erst eingesetzt werden, wenn die Haut vollständig abgeheilt ist.

Das Auftragen auf verletzte Hautstellen kann zu einer erhöhten systemischen Absorption von Imiquimod und somit zu einem höheren Risiko für unerwünschte Wirkungen führen (siehe «Unerwünschte Wirkungen» und «Überdosierung»).

Während der Behandlung mit Aldara Creme darf kein Okklusivverband angelegt werden.

Jeglicher Kontakt von Aldara Creme mit Augen, Lippen und Nasenschleimhaut ist zu vermeiden.

Unter der Behandlung mit Aldara Creme kann es zu einer Verschlechterung entzündlicher Hauterscheinungen kommen.

Die behandelte Hautoberfläche soll vor Sonneneinwirkung geschützt werden (siehe «Präklinische Daten»).

Aldara Creme sollte bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen mit Vorsicht angewendet werden. Es sollte bei diesen Patienten eine Abwägung erfolgen zwischen dem Nutzen einer Behandlung mit Aldara Creme und dem mit einer möglichen Verschlechterung ihrer Autoimmunerkrankung verbundenen Risiko.

Aufgrund der immunstimulierenden Eigenschaften sollte Aldara Creme bei Patienten, die eine immunsuppressive Behandlung erhalten, mit Vorsicht angewendet werden.

Bei organtransplantierten Patienten sollte Aldara Creme mit Vorsicht angewendet werden. Es sollte bei diesen Patienten eine Abwägung erfolgen zwischen dem Nutzen einer Behandlung mit Aldara Creme und dem mit einer möglichen Organabstossung oder Graft-versus-host-Reaktion verbundenen Risiko.

In seltenen Fällen kann nach nur wenigen Anwendungen von Aldara Creme eine heftige, nässende oder erosive lokale Entzündungsreaktion der Haut auftreten.

Diese lokalen Entzündungsreaktionen können begleitet oder auch eingeleitet werden durch grippeähnliche Symptome wie Unwohlsein, Fieber, Übelkeit, Muskelschmerzen und Schüttelfrost. Eine Unterbrechung der Therapie sollte erwogen werden.

Äusserliche Condylomata acuminata im Genital- und Perianalbereich

Es ist sinnvoll, die Sexualpartner ebenfalls einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen und gegebenenfalls zu behandeln.

Über die Behandlung von Condylomata acuminata im Bereich der Vorhaut mit Aldara Creme bei unbeschnittenen Männern liegen bisher nur in begrenztem Umfang Erfahrungen vor. Sicherheitsdaten für diese Patientenpopulation bei dreimal wöchentlicher Behandlung mit Aldara Creme und täglicher Vorhauthygiene umfassen weniger als 100 Patienten. In anderen Studien, in denen keine tägliche Vorhauthygiene durchgeführt wurde, wurden zwei Fälle einer schweren Phimose beobachtet sowie ein Fall einer Striktur, welche eine Zirkumzision erforderlich machte. Die Behandlung dieser Patientengruppe wird deshalb nicht empfohlen und sollte nur dann erfolgen, wenn der zu erwartende Nutzen das Risiko übersteigt. Frühzeichen für eine Striktur sind lokale Hautreaktionen (z.B. Erosion, Ulzeration, Ödem, Verhärtung) oder zunehmende Schwierigkeiten beim Zurückziehen der Vorhaut. Wenn diese Symptome auftreten, soll die Behandlung sofort abgebrochen werden.

Aldara Creme wurde nicht für die Behandlung innerer Condylomata acuminata im Genitalbereich untersucht und wird daher nicht zur Behandlung von Condylomata acuminata von Urethra, Vagina, Zervix, Rektum oder Analkanal empfohlen.

Örtliche Hautreizungen, wie z.B. Erythem, Erosion, Exkoriation/Schuppenbildung und Ödem treten häufig auf. Andere lokale Reaktionen, wie z.B. Induration, Ulzeration, Verschorfung und Bläschenbildung, wurden ebenfalls berichtet. Sollte sich eine nicht tolerierbare Hautreaktion einstellen, ist die Creme durch Waschen des behandelten Bereichs mit Wasser und einer milden Seife zu entfernen. Die Behandlung mit Aldara Creme kann fortgesetzt werden, sobald die Hautreaktion abgeklungen ist.

In sehr seltenen Fällen traten schwere lokale Hautreizungen am Ausgang der Harnröhre auf. Einige Frauen hatten dadurch Schwierigkeiten beim Wasserlösen, so dass eine notfallmässige Katheterisierung und eine entsprechende Behandlung des betroffenen Bereichs erforderlich waren.

Bei Überschreiten der empfohlenen Dosis kann es verstärkt zu Hautreaktionen kommen.

Vor dem Geschlechtsverkehr muss Aldara Creme von der Haut abgewaschen werden.

Die Reissfestigkeit von Kondomen und Scheidenpessaren könnte durch Aldara Creme beeinträchtigt werden. Es sollten daher andere Kontrazeptions-Methoden erwogen werden.

Patienten, die mit Aldara Creme behandelt werden, sollten die folgenden Informationen und Anweisungen erhalten:

Die Auswirkung von Aldara Creme auf die Übertragung von genitalen/perianalen Kondylomen ist nicht bekannt. Den Patienten sollte bewusst sein, dass sich neue Kondylome während der Behandlung bilden können, da Imiquimod keine direkte Wirkung auf das HPV-Virus hat.

Die wiederholte Behandlung mit Imiquimod nach einem Rezidiv der Condylomata acumimata wurde bisher nicht untersucht, und eine wiederholte Behandlung mit Aldara Creme wird deshalb nicht empfohlen.

Auch bei HIV-Patienten deuten die begrenzten vorliegenden Daten auf eine stärkere Reduktion von Condylomata acuminata unter Anwendung von Imiquimod gegenüber Placebo hin. Im Vergleich zu HIV-negativen Patienten scheint Aldara Creme in dieser Patientengruppe in Bezug auf die Beseitigung der Condylomata acuminata jedoch eine geringere Wirksamkeit zu besitzen. Die Wirksamkeit bei anderweitig immunsupprimierten Patienten wurde nicht untersucht.

Zur Anwendung von Aldara Creme unmittelbar im Anschluss an eine Behandlung mit anderen kutan applizierten Mitteln zur Behandlung von Condylomata acuminata liegen bisher keine klinischen Erfahrungen vor.

Aldara Creme sollte nach vorheriger medikamentöser oder chirurgischer Behandlung erst eingesetzt werden, nachdem die Haut im Genital- oder Perianalbereich abgeheilt ist.

Aktinische Keratosen

Die Sicherheit von Aldara Creme ist nicht erwiesen, wenn die Creme zur Behandlung aktinischen Keratosen auf Hautflächen grösser als 25 cm2 angewendet wird.

Sollten die Beschwerden der Patienten oder der Schweregrad der lokalen Hautreaktion dies notwendig machen, kann eine mehrtägige Therapiepause eingelegt werden. Die Behandlung mit Aldara Creme kann wieder aufgenommen werden, wenn die Hautreaktion zurückgegangen ist.

Das klinische Resultat der Behandlung kann ca. 8 Wochen nach Therapieende bestimmt werden.

Oberflächliches Basalzellkarzinom

Zur Behandlung eines Basalzellkarzinoms mit Aldara Creme im Gesicht oder auf der Kopfhaut gibt es keine Untersuchungen.

Sollten die Beschwerden des Patienten oder der Schweregrad der lokalen Hautreaktion dies notwendig machen, kann eine mehrtägige Therapiepause eingelegt werden. Die Behandlung mit Aldara Creme kann wieder aufgenommen werden, wenn die Hautreaktion zurückgegangen ist.

Das klinische Resultat der Behandlung kann ca. 6–12 Wochen nach Therapieende bestimmt werden.

Hilfsstoffe

Aldara enthält als Hilfsstoffe Cetylalkohol und Stearylalkohol. Diese können lokale Hautreaktionen (wie z.B. eine Kontaktdermatitis) hervorrufen.

Aldara enthält ausserdem Methylparahydroxybenzoat (E218) und Propylparahydroxybenzoat (E216), welche (unter Umständen verzögert) allergische Reaktionen hervorrufen können.

Interaktionen

Es wurden keine Interaktionsstudien mit anderen Arzneimitteln, einschliesslich Immunsuppressiva, durchgeführt. Interaktionen mit systemisch applizierten Wirkstoffen sind nur in sehr geringem Masse zu erwarten.

Schwangerschaft/Stillzeit

Reproduktionsstudien bei Tieren haben keine Risiken für die Foeten gezeigt, es liegen jedoch keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen vor. Aldara Creme soll in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist absolut notwendig.

Es ist nicht bekannt, ob Imiquimod in die Muttermilch übertritt. Aldara Creme soll deshalb von stillenden Müttern nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Es ist unwahrscheinlich, dass die Behandlung mit Aldara Creme eine Auswirkung auf diese Tätigkeiten hat.

Unerwünschte Wirkungen

Die am häufigsten als möglicherweise oder wahrscheinlich mit der Behandlung mit Aldara Creme in Zusammenhang stehend berichteten unerwünschten Wirkungen waren in den pivotalen Studien Reaktionen an der Applikationsstelle (33,7% der Patienten, die wegen Condylomata acuminata behandelt wurden, 40,6% der Patienten, die wegen aktinischer Keratosen behandelt wurden und 40,6% der Patienten, die wegen eines Basalzellkarzinoms behandelt wurden; insbesondere Juckreiz, Brennen und Schmerzen). Einige systemische unerwünschte Wirkungen wurden ebenfalls berichtet.

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach Organsystem und Häufigkeit aufgelistet, welche — unabhängig von der Indikation — bei mit Aldara Creme behandelten Patienten berichtet wurden.

Die Häufigkeiten sind dabei definiert als: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100), selten (≥1/10'000 bis <1/1'000), sehr selten (<1/10'000), nicht bekannt (basierend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung oder auf Literaturberichten, genaue Häufigkeit kann nicht abgeschätzt werden).

Es sollte beachtet werden, dass nicht alle unerwünschten Ereignisse in allen Indikationen beobachtet wurden.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: Infektionen.

Gelegentlich: Herpes simplex, Infektion am Applikationsort, Candidiasis im Genitalbereich, Vaginitis, bakterielle Infektion, Pilzinfektion, Infektion des oberen Respirationstraktes, Pharyngitis, Rhinitis, Vulvitis, Pusteln am Applikationsort.

Selten: Chlamydieninfektion, Ohrinfektion, Furunkel, Gonorrhoe, Herpes zoster, Molluscum contagiosum, Otitis media.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich: Lymphadenitis, Lymphadenopathie.

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Schwellung des Gesichtes).

Es gab vereinzelt Berichte über eine Verschlechterung von Autoimmunerkrankungen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: Anorexie.

Selten: vermindertes Gewicht.

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Depression, Schlaflosigkeit.

Selten: Ängstlichkeit, euphorische Stimmung, Reizbarkeit.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Parästhesien, Benommenheit, Migräne, Schläfrigkeit.

Selten: Hypästhesien, Hypokinese, Parosmie.

Augenerkrankungen

Selten: Konjunktivitis, verminderte Sehschärfe, Sehstörung.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Gelegentlich: Tinnitus.

Selten: Ohrenschmerzen, Vertigo.

Herzerkrankungen

Selten: Angina pectoris.

Gefässerkrankungen

Gelegentlich: Flush, Hypertonie.

Selten: Blutung, erniedrigter Blutdruck.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Selten: Bronchospasmus, Dyspnoe.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Gelegentlich: Bauchschmerzen, Diarrhoe, Übelkeit, Rektalbeschwerden, Stuhldrang, Erbrechen.

Selten: Mundtrockenheit, epigastrische Beschwerden, Flatulenz, Gastritis, Hämorrhoiden, Rektalblutung, Stomatitis.

Affektionen der Leber und Gallenblase

Selten: Hepatitis.

Sehr selten: erhöhte Leberenzymwerte.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Dermatitis, Ekzem, Follikulitis, Pruritus, Hautauschlag, erythematöser Ausschlag, Hyperhidrose, Urtikaria.

Selten: Alopezie, Kontaktdermatitis, Erythem, Haarverfärbungen, Hypotrichose, Photosensitivitätsreaktionen, Psoriasis, Purpura, Seborrhoe, Hautverfärbung.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Myalgien.

Gelegentlich: Arthralgien, Rückenschmerzen.

Selten: Gliederschmerzen.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich: Dysurie.

Selten: Beschwerden an der Harnröhre, Änderung der Miktionsfrequenz.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich: Schmerzhafter Koitus, Erektionsstörung, Schmerzen im Genitalbereich beim Mann, Beschwerden im Penisbereich, Vaginalschmerzen, atrophische Vaginitis, Vulvabeschwerden, vulväre intraepitheliale Neoplasie.

Selten: Pruritus im Genitalbereich.

Nicht bekannt: Phimose oder Striktur (bei unbeschnittenen Patienten mit unzureichender Vorhauthygiene).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: Reaktionen am Applikationsort (je nach Indikation 34% [bei Behandlung von Condylomata acuminata] bis 41% [bei aktinischen Keratosen und Basalzellkarzinom]).

Häufig: Juckreiz am Applikationsort, Schmerzen am Applikationsort, Brennen am Applikationsort, Müdigkeit.

Gelegentlich: Wärme am Applikationsort, Abschuppung am Applikationsort, Irritation am Applikationsort, Fieber, Grippe-ähnliche Erkrankung, Schmerzen, Asthenie, Unbehagen, Schüttelfrost, Bluten am Applikationsort, Exsudat am Applikationsort, Erythem am Applikationsort, Entzündung am Applikationsort, Ödem am Applikationsort, Papeln am Applikationsort, Parästhesien am Applikationsort, Exanthem am Applikationsort, Schorfbildung am Applikationsort, Erosion an der Applikationsstelle, Schwellung am Applikationsort, Lethargie.

Selten: Ulkus am Applikationsort, Bläschen am Applikationsort, Schwäche, Ödem.

In sehr seltenen Fällen führten bei der Behandlung von Condylomata acuminata bei Frauen stärkere lokale Hautreaktionen Harnröhrenausgang zu schmerzhafter Blasenentleerung.

Es wurde auch über lokalisierte Hypo- und Hyperpigmentation nach Anwendung von Aldara Creme berichtet. Diese Farbveränderungen der Haut können bei einigen Patienten persistieren. In einer Folgeuntersuchung mit 162 Patienten fünf Jahre nach Behandlung eines oberflächlichen Basalzellkarzinoms wurde bei 37% der Patienten eine schwache und bei 6% eine mittelgradige Hypopigmentierung festgestellt. Bei 56% der Patienten wurde keine Hypopigmentierung festgestellt; eine Hyperpigmentierung wurde nie berichtet.

Unter täglicher Anwendung einer Creme mit einer Imiquimod-Konzentration von 3.75% wurde über Einzelfälle von Erythema multiforme und Stevens-Johnson-Syndrom berichtet.

Überdosierung

Bei topischer Applikation ist eine systemische Überdosierung von Imiquimod aufgrund der minimalen perkutanen Resorption unwahrscheinlich. In Studien an Kaninchen lag die letale dermale Dosis bei über 5 g/kg KG. Eine kontinuierliche dermale Überdosierung mit Aldara Creme könnte zu schweren lokalen Hautreaktionen führen.

Die versehentliche einmalige orale Aufnahme von 200 mg Imiquimod, was dem Inhalt von ungefähr 16 Sachets entspricht, könnte zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Myalgien und Fieber führen. Die klinisch schwerwiegendste Nebenwirkung, die nach mehreren oralen Dosen von >200 mg auftrat, bestand in Hypotonie, die sich nach Flüssigkeitszufuhr normalisierte.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: D06BB10

Wirkungsmechanismus

Imiquimod ist ein Immunmodulator. Es besitzt keine direkte antivirale Aktivität. Im Tiermodell erwies sich Imiquimod gegen Virusinfektionen als wirksam. Es gibt Hinweise, dass seine antiviralen Eigenschaften auf der Induktion von Interferon-alpha und anderen Zytokinen beruhen könnten.

Bei aktinischen Keratosen und oberflächlichem Basalzellkarzinom wird die Wirkung über die Stimulation einer lokalen zellvermittelten Immunantwort angenommen.

Klinische Wirksamkeit

Äusserliche Condylomata acuminata im Genital- und Perianalbereich

Bei 119 über 16 Wochen mit Aldara Creme behandelten weiblichen Patienten betrug die vollständige Abheilungsrate 60% verglichen mit 20% bei 105 mit Vehikel behandelten Patientinnen (Therapiedifferenz 41%, 95% CI 20–61%, p<0,001). Bei den Patientinnen, bei denen die Kondylome vollständig abheilten, betrug die mediane Dauer bis zur Heilung 8 Wochen.

Bei 157 mit Aldara Creme über 16 Wochen behandelten männlichen Patienten lag die vollständige Abheilungsrate bei 23% im Vergleich zu 5% bei 161 mit Vehikel behandelten Patienten (Therapiedifferenz 19%, 95% Cl 3–36%, p<0,001). Bei den Patienten, bei denen die Kondylome vollständig abheilten, betrug die mediane Dauer bis zur Heilung 12 Wochen.

Aktinische Keratosen

Drei doppelblinde, Vehikel-kontrollierte Phase-III-Studien wurden an n=286 Patienten mit aktinischen Keratosen im Gesicht durchgeführt, die dreimal wöchentlich über 16 Wochen behandelt wurden (davon 147 mit Aldara Creme und 139 mit Vehikel). In der ersten Studie wurde die klinische Bewertung mittels histologischer Beurteilung bestätigt. Eine vollständige Abheilung der aktinischen Keratosen wurde unter Imiquimod bei 57,1% der Patienten beobachtet gegenüber 2,2% unter Vehikel (p<0,0001). Bei 72,1% der Patienten unter Imiquimod wurde eine Heilungsrate von mindestens 75% berichtet gegenüber 4,3% unter Vehikel (p<0,0001).

In zwei weiteren Studien an insgesamt n=492 Patienten mit aktinischen Keratosen fand sich eine vollständige Abheilung unter Imiquimod bei 48,3% der Patienten gegenüber 7,2% unter Vehikel (p<0,0001). Bei 64,0% der Patienten unter Imiquimod wurde über eine mindestens 75%ige Abheilung berichtet gegenüber 13,6% unter Vehikel behandelten Patienten (p<0,0001).

In einer Metaanalyse der Daten zweier Phase IV-Studien wurde die Rezidivrate aktinischer Keratosen nach Behandlung mit Aldara Creme untersucht. Bis Monat 36 lag sie bei 82.6%.

Zwei Phase IV-Studien mit dreijährigem Follow-up lieferten keinen Anhalt, dass eine Behandlung mit Imiquimod das Risiko für eine Progression der aktinischen Keratosen zu einem invasiven Plattenepithelkarzinom begünstigen könnte.

Oberflächliches Basalzellkarzinom

In zwei doppelblinden Vehikel-kontrollierten Studien an insgesamt n=364 Patienten mit bioptisch diagnostiziertem Basalzellkarzinom am Rumpf mit einem durchschnittlichen Durchmesser von 1 cm zeigte sich nach Behandlung mit Aldara Creme (n=185) fünfmal wöchentlich eine Abheilungsrate von 75%, unter Vehikel (n=179) von 2%.

In einer offenen, unkontrollierten Langzeit-Studie waren von jenen Patienten, die am Therapieende klinisch frei von oberflächlichen Basalzellkarzinomen waren, nach 60 Monaten geschätzte 77,9% [95% CI 71,9%, 83,8%] rezidivfrei.

Pharmakokinetik

Absorption

0,6 bis 0,9% einer topisch applizierten Einzeldosis von Imiquimod wurde über die Haut von Probanden/Patienten mit aktinischer Keratose resorbiert und im Urin ausgeschieden.

Im Serum waren nach topisch applizierten Einzel- oder Mehrfachdosen von 12,5 mg quantifizierbare Konzentrationen von 0,1 ng/ml des Wirkstoffs nachweisbar.

Elimination

Die geringe Wirkstoffmenge, die in den systemischen Kreislauf gelangte, wurde rasch über Urin und Faezes in einem durchschnittlichen Verhältnis von 3:1 ausgeschieden.

Kinetik in besonderen klinischen Situationen

Bei pädiatrischen/geriatrischen Patienten oder bei Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz liegen keine pharmakokinetischen Untersuchungen vor.

Präklinische Daten

Präklinische Daten, die auf Studien zur Sicherheitspharmakologie, Mutagenität und Teratogenität beruhen, liessen keine spezielle Gefahr für den Menschen erkennen.

In einer 4-monatigen dermalen Toxizitätsstudie an Ratten führten Dosen von 0,5 und 2,5 mg/kg KG zu signifikant herabgesetztem Körpergewicht und erhöhtem Milzgewicht. Keine ähnlichen Effekte wurden in einer 4-monatigen dermalen Studie an Mäusen beobachtet. Lokale Hautirritation zeigte sich insbesondere bei höheren Dosierungen bei beiden Spezies.

In einer 2-jährigen Studie zur Kanzerogenität bei Mäusen induzierte eine dermale Applikation an 3 Tagen in der Woche keine Tumoren an der Applikationsstelle. Die Inzidenz hepatozellulärer Tumoren lag jedoch bei den behandelten Tieren höher als bei den Vergleichstieren. Der zugrunde liegende Mechanismus ist nicht bekannt, aber da Imiquimod eine geringe Resorption über die menschliche Haut aufweist und nicht mutagen ist, ist ein Risiko für den Menschen aufgrund systemischer Exposition als sehr gering anzusehen.

Darüber hinaus zeigten sich in einer 2-jährigen oralen Kanzerogenitätsstudie an Ratten keine Tumoren.

Aldara Creme wurde in einem Photokanzerogenitätsbioassay bei haarlosen Albinomäusen, die simulierter Sonnenultraviolettstrahlung (UVR) ausgesetzt wurden, evaluiert. Die dreimal wöchentlich mit Aldara Creme behandelten Tiere wurden 5 Tage in der Woche über 40 Wochen bestrahlt. Diese Mäuse wurden dann weitere 12 Wochen, also für insgesamt 52 Wochen, gehalten. Im Vergleich mit der Kontrollgruppe, die niedriger UV-Strahlung ausgesetzt wurde, traten in der Gruppe der Mäuse, die Vehikelcreme erhalten hatten, Tumoren früher und häufiger auf. Die topische Applikation von Aldara Creme führte nicht zu einer Tumorbegünstigung in niedrigen Dosen und hatte in mittleren und hohen Dosen eine dosisabhängige Reduzierung der Tumorbildung im Vergleich zur Vehikelcremegruppe zur Folge.

Sonstige Hinweise

Hinweise für die Handhabung

  • Vor und nach dem Auftragen der Creme sind die Hände gründlich zu waschen.
  • Die Sachets sind zum Einmalgebrauch bestimmt und sollen nach dem Öffnen nicht wieder verwendet werden.

Äusserliche spitze Kondylome im Genital- und Perianalbereich

Aldara Creme ist in einer dünnen Schicht aufzutragen und in den gereinigten mit spitzen Kondylomen infizierten Hautbereich einzureiben, bis die Creme vollständig eingezogen ist. Aldara Creme wird vor dem Zubettgehen aufgetragen. Während der 6- bis 10-stündigen Einwirkzeit soll auf Duschen oder Baden verzichtet werden. Nach der Einwirkzeit wird die Creme mit Wasser und einer milden Seife abgewaschen. Die in einem Sachet enthaltene Crememenge reicht aus, um einen mit spitzen Kondylomen infizierten Bereich von 20 cm2 zu behandeln.

Unbeschnittene Männer, die spitze Kondylome unter der Vorhaut behandeln, sollen die Vorhaut zurückziehen und den mit spitzen Kondylomen infizierten Bereich täglich waschen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Aktinische Keratosen

Vor der Applikation von Aldara Creme soll das zu behandelnde Gebiet mit milder Seife und Wasser gewaschen und dann gründlich abgetrocknet werden. Aldara Creme kann auf eine einzelne Läsion und/oder auf Bezirke mit mehreren Läsionen aufgetragen werden. Aldara Creme soll so lange in den zu behandelnden Hautbezirk eingerieben werden, bis die Creme eingezogen ist. Die Creme soll vor dem Zubettgehen aufgetragen und während ca. 8 Stunden auf der Haut belassen werden. Während dieser Zeit soll auf Duschen und Baden verzichtet werden. Nach der Einwirkzeit wird die Creme mit milder Seife und Wasser abgewaschen.

Oberflächliches Basalzellkarzinom

Vor der Applikation von Aldara Creme soll das zu behandelnde Gebiet mit milder Seife und Wasser gewaschen und dann gründlich abgetrocknet werden. Aldara Creme soll auf die zu behandelnde Hautstelle und im Umkreis von 1 cm um die Hautstelle aufgetragen werden. Aldara Creme soll so lange in den zu behandelnden Hautbezirk eingerieben werden, bis die Creme eingezogen ist. Die Creme soll vor dem Zubettgehen aufgetragen werden und während ca. 8 Stunden auf der Haut belassen werden. Während dieser Zeit soll auf Duschen und Baden verzichtet werden. Nach der Einwirkzeit wird die Creme mit milder Seife und Wasser abgewaschen.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Zulassungsnummer

55070 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

MEDA Pharma GmbH, 8602 Wangen-Brüttisellen.

Stand der Information

März 2018.

Verwendung dieser Informationen

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