Doloran Tabletten 500mg 16 Stück

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Paracetamolum.

Hilfsstoffe: Tabletten zu 500 mg Paracetamol: Vollständig und teilweise vorgelatinierter Stärke, Povidon, Croscarmellose-Natrium, Stearinsäure, kolloidales Siliciumdioxid, mikrokristalline Cellulose, Magnesiumstearat und Natriumstärkeglycolat.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 500 mg Paracetamolum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung von leichten bis mittelstarken Schmerzen (Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Schmerzen im Bereich von Gelenken und Bändern, Rückenschmerzen, Schmerzen während der Menstruation, Schmerzen nach Verletzungen, Schmerzen bei Erkältungskrankheiten).

Symptomatische Behandlung von Fieber.

Dosierung/Anwendung

Die maximale Tagesdosis von 4000 mg Paracetamol sollte nicht überschritten werden. Die maximale Tagesdosis für Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren beträgt 2000 mg.

Um jedes Risiko einer Überdosierung zu vermeiden, muss sichergestellt werden, dass zur gleichen Zeit eingenommene Arzneimittel kein Paracetamol enthalten. Die maximale Behandlungsdauer für Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren ohne ärztliche Beratung beträgt 3 Tage.

Bei Kindern (<12 Jahre) muss die Dosis entsprechend dem Körpergewicht bestimmt werden. Das minimale Gewicht von Patienten >12 Jahren muss beachtet werden.

Alter

Gewicht

Empfohlene Einzeldosis

Maximale Tagesdosis

9-12 Jahre

30-40 kg

400-600 mg = 1 Tabl. pro Gabe

2 g = 4 Tabletten

>12 Jahre und Erwachsene

>40 kg

500-1000 mg = 1-2 Tabl. pro Gabe

4 g = 8 Tabletten

Zwischen den Einzeldosen ist ein Zeitabstand von 4-8 h einzuhalten.

Die ganzen Tabletten sollen zusammen mit etwas Flüssigkeit (z.B. Wasser, Milch, Fruchtsaft) geschluckt werden. Falls nötig kann die Tablette in zwei Teile gebrochen werden (Bruchrille), um diese nacheinander zu schlucken.

Spezielle Patientengruppen:

Pädiatrische Patienten (<9 Jahre): Doloran 500 mg Tabletten bei Kindern unter 9 Jahren nicht anwenden. Für diese Altersgruppe gibt es Präparaten, die eine niedrigere Dosis des Wirkstoffs enthalten.

Ältere Patienten: Es ist normalerweise keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Pharmakokinetik spezieller Patientengruppen).

Leberfunktionsstörungen: Bei Patienten mit einer chronischen oder kompensierten aktiven Lebererkrankung, insbesondere bei einer hepatocellulären Insuffizienz, chronischem Alkoholismus, chronischer Mangelernährung (niedrige Reserven an hepatischem Glutathion) oder Dehydratation darf die tägliche Dosis für Erwachsene 3 g nicht übersteigen (siehe auch «Kontraindikationen» bzw. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Störungen der Nierenfunktion: Bei Patienten mit schweren Störungen der Nierenfunktion, muss der minimale Abstand zwischen den Einnahmen gemäss der nachfolgenden Tabelle angepasst werden.

Kreatinin-Clearance

Dosierungsintervall

cl ≥50 ml/min

4 Stunden

cl 10-50 ml/min

6 Stunden

cl <10 ml/min

8 Stunden

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff und verwandten Substanzen (z.B. Propacetamol) oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung (siehe «Zusammensetzung»).
  • Schwere Erkrankungen der Leberfunktion (Leberzirrhose und Aszites)/akute Hepatitis oder aktiv dekompensierte Lebererkrankung.
  • Hereditäre konstitutionelle Hyperbilirubinämie (Morbus Meulengracht).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Eine ärztliche Untersuchung vor Beginn der Behandlung ist in den folgenden Fällen notwendig:

  • Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <50 ml/min);
  • Leberinsuffizienz;
  • Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (kann zu hämolytischer Anämie führen);
  • gleichzeitigem Gebrauch von potentiell lebertoxischen oder leberenzyminduzierenden Arzneimitteln;
  • Anorexie, Bulimie, Kachexie, chronische Mangelernährung, Nahrungskarenz (niedrige Reserven an hepatischem Glutathion);
  • Dehydration, Hypovolämie.

Einnahmen, die die empfohlene Dosierung überschreiten, können zu einer schweren Schädigung der Leber führen. Die klinischen Symptome einer Leberschädigung treten im Allgemeinen 1 bis 2 Tage nach der Überdosierung von Paracetamol auf. Eine maximale Leberschädigung wird in der Regel nach 3 bis 4 Tagen beobachtet. Die Behandlung mit einem Gegenmittel muss so bald wie möglich eingeleitet werden (siehe «Überdosierung»).

Die Einnahme von Paracetamol kann zu schwerwiegenden Hautreaktionen führen, wie einer akuten generalisierten exanthematischen Pustulose (AGEP), dem Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und einer toxischen epidermalen Nekrolyse (TEN), die zum Tode führen kann. Die Patienten sollten über die Symptome von schweren Hautreaktionen informiert und das Arzneimittel sollte ab dem ersten Auftreten von Hautreaktionen oder anderen Anzeichen von Überempfindlichkeit abgesetzt werden.

Vorsicht ist geboten im Fall von Alkoholüberkonsum (akut und chronisch). Alkohol kann die Hepatotoxizität von Paracetamol steigern, dies insbesondere bei gleichzeitiger Nahrungskarenz oder Mangelernährung. In solchen Fällen kann bereits eine therapeutische Paracetamoldosis zu Leberschädigung führen.

Die Patienten oder Eltern von Kindern müssen darauf hingewiesen werden, dass Schmerzmittel nicht regelmässig über einen längeren Zeitraum ohne ärztliche Verschreibung angewendet werden sollten. Hat das Kind hohes Fieber oder tritt eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ein, muss schnellstens der behandelnde Arzt konsultiert werden. Längerdauernde Schmerzen bedürfen einer ärztlichen Abklärung.

Die dauerhafte Einnahme von Schmerzmitteln, insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme von mehreren schmerzlindernden Wirkstoffen, kann zu bleibenden Nierenschäden führen, einschliesslich des Risikos eines Nierenversagens (Analgetika-Nephropathie).

Der Patient ist ausserdem darauf hinzuweisen, dass bei dauerhafter Einnahme von Analgetika Kopfschmerzenauftreten können, die zu erneuter Einnahme und damit wiederum zum Unterhalt der Kopfschmerzen führen können (Analgetika-Kopfweh).

Bei Patienten mit einem Mangel an Glutathion, z.B. bei einer Sepsis, kann die Gabe von Paracetamol das Risiko für eine Stoffwechselazidose erhöhen.

Interaktionen

Enzyminduktoren wie Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin, Isonicotinsäurehydrazid (Isoniazid,INH) und Rifampicin steigern die Hepatotoxizität von Paracetamol.

Alkohol: siehe unter «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Präparate, welche die Magenentleerung verlangsamen (z.B. Propanthelin) senken die Absorbtionsgeschwindigkeit.

Präparate, welche die Magenentleerung beschleunigen (z.B. Metoclopramid) steigern die Absorbtionsgeschwindigkeit.

Chloramphenicol: Die Eliminationshalbwertszeit von Chloramphenicol wird durch Paracetamol um das 5-fache verlängert.

Salicylamid: Salicylamid verlängert die Eliminationshalbwertszeit von Paracetamol und steigert die Bildung von lebertoxischen Metaboliten.

Chlorzoxazon: Bei gleichzeitiger Gabe von Paracetamol und Chlorzoxazon steigt die Hepatotoxizität beider Substanzen.

Zidovudin: Durch die gleichzeitige Anwendung von Zidovudin und Paracetamol wird die Neigung zu einer Neutropenie verstärkt.

Probenecid: Probenecid hemmt die Verbindung von Paracetamol mit der Glucuronsäure, das führt zu einer verringerten Elimination von Paracetamol. Bei gleichzeitiger Verabreichung dieser beiden Produkte, muss die Paracetamoldosis gesenkt werden.

Cholestyramin: Cholestyramin verringert die Aufnahme von Paracetamol.

Die gerinnungshemmende Wirkung von Warfarin und anderen Cumarinen kann bei längerem regelmässigen Gebrauch verstärkt werden, somit erhöht sich das Risiko einer Blutung. Gelegentliche Einnahmen haben keinen signifikanten Einfluss. Es gibt keine Angaben über Wechselwirkungen zwischen Paracetamol und den neuen oralen Antikoagulanzien (Dabigatran, Rivaroxaban, Apixaban).

Schwangerschaft/Stillzeit

Bei der Anwendung von Doloran in Schwangerschaft und Stillzeit ist Vorsicht geboten.

Schwangerschaft: Aufgrund bisheriger Erfahrungen gilt eine Paracetamol-Einnahme in korrekter Dosierung während der Schwangerschaft bezüglich des Risikos von Funktions- und Organschäden, Missbildungen und Adaptationsstörungen z.Zt. als wenig bedenklich.

Stillzeit: Paracetamol tritt in die Muttermilch über. Die Konzentration in der Muttermilch ist ähnlich wie die momentane Konzentration im Plasma der Mutter. Es wurde über Hautausschlag bei den gestillten Säuglingen berichtet. Daher gibt es keine Anhaltspunkte eines Risikos für den Säugling.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Seit vielen Jahren im Einsatz, hat die Wirkungsweise bei einer Einnahme in der empfohlenen Dosierung bisher nie zu negativen Auswirkungen auf die Reaktionsfähigkeit geführt.

Unerwünschte Wirkungen

Die Häufigkeit ist wie folgt anzugeben: Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1'000, <1/100), selten (≥1/10'000, <1/1000), sehr selten (<1/10'000), unbekannt (Die Häufigkeit kann aus den vorhandenen Daten nicht abgeschätzt werden).

Hämatologische Erkrankungen und Erkrankungen des Lymphsystems:

Selten: Allergisch bedingte Thrombozytopenie (manchmal mit Bildung von Blutergüssen und Blutungen), Leukopenie, Agranulocytosis, Panzytopenie, Neutropenie, hämolytische Anämie.

Erkrankungen des Immunsystems:

Selten: Anaphylaxie, allergische Reaktionen wie Quincke-Ödem, Atemnot, Bronchospasmus, Schweissausbrüche, Übelkeit, Blutdruckabfall bis hin zum Schock.

Selten: Ein kleiner Teil (5-10%) von Patienten, die an durch Aspirin ausgelöstem Asthma oder anderen Äusserungen einer Intoleranz gegenüber Acetylsalicylsäure leiden, kann auf Paracetamol ähnlich reagieren (Analgetika-Asthma).

Erkrankungen der Leber und Gallenblase:

Siehe unter «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Überdosierung».

Selten: Erhöhung der Lebertransaminasen.

Erkrankungen der Haut und des subkutanen Gewebes:

Gelegentlich: Erythematöse undurtikarielle Hautreaktionen und Hautrötungen.

Sehr selten: akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), toxische epidermale Nekrolyse (TEN, Lyell-Syndrom), Stevens-Johnson-Syndrom (SJS).

Überdosierung

Bei einer Überdosierung ist eine sofortige ärztliche Betreuung erforderlich, auch ohne Anzeichen von Symptomen.

Nach oraler Einnahme von 7,5-10 g Paracetamol bei Erwachsenen und von 140-200 mg/kg beim Kind (schon in geringeren Dosen bei prädisponierten Patienten wie z.B. solchen mit erhöhtem Alkoholkonsum oder verminderter Glutathionreserveaufgrund von Nahrungskarenz) kommt es zu akuten Vergiftungserscheinungen an Zellen der Leber und des Nierentubulus in Form von Zellnekrosen mit lebensbedrohlicher Entwicklung.

Plasmakonzentrationen von >200 µg/ml nach 4 h, von >100 µg/ml nach 8 h, von >50 µg/ml nach 12 h und von >30 µg/ml nach 15 h führen zu Leberschäden mit tödlichem Verlauf im Comahepaticum. Die Hepatotoxizität steht in direkter Abhängigkeit zur Plasmakonzentration.

Die ersten klinischen Symptome einer Leberschädigung treten nach 1 bis 2 Tagen auf und erreichen ihr Maximum in 3 bis 4 Tagen.

Symptome

  • 1. Phase (= 1. Tag): Übelkeit, Erbrechen, abdominelle Schmerzen, Appetitlosigkeit, allgemeines Krankheitsgefühl, Blässe, Schwitzen
  • 2. Phase (= 2. Tag): subjektive Besserung, Lebervergrösserung, erhöhte Transaminasenwerte (AST, ALT), erhöhte Bilirubinwerte, Thromboplastinzeit verlängert, Erhöhung der Lactatdehydrogenase
  • 3. Phase (= 3. Tag): Transaminasenwerte (AST, ALT) stark erhöht, Ikterus, Hypoglykämie, Leberkoma.

Therapie

Sobald der Verdacht auf eine Vergiftung besteht, sollte unverzüglich eine wirksame Behandlung erfolgen. Dies umfasst folgende Massnahmen:

Magenspülung (sinnvoll nur innerhalb der 1 bis 2 ersten Stunden nach der Vergiftung, dann Verabreichung von Aktivkohle.

Orale Gabe von N-Acetylcystein oder Methionin. In Situationen, wo die orale Applikation des Antidots nicht oder nicht gut möglich ist (z.B. durch heftiges Erbrechen, Bewusstseinstrübung), kann dieses auch intravenös verabreicht werden, wenn möglich innerhalb von 8 Stunden. N-Acetylcystein kann nach 16 Stunden noch einen gewissen Schutz bieten.

Paracetamol-Konzentration im Plasma messen (frühestens 4 h nach der Verabreichnung).

Eine Kontrolle der Leberwerte muss zu Beginn der Behandlung erfolgen und alle 24 Stunden wiederholt werden. In den meisten Fällen normalisieren sich die Lebertransaminasen in 1 bis 2 Wochen, die Leberfunktion wird vollständig restauriert. In sehr schweren Fällen kann jedoch eine Lebertransplantation erforderlich sein.

Die Hämodialyse oder Peritonealdialyse sind bei der Eliminierung von Paracetamol jedoch nicht von erheblichem Nutzen.

Für weitere Informationen zur Behandlung wenden Sie sich bitte an Toxlnfo Suisse.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N02BE01

Wirkungsmechanismus

Paracetamol ist ein Analgetikum und Antipyretikum mit zentraler und peripherer Wirkung.

Der Wirkungsmechanismus ist nicht eindeutig geklärt.

Für die analgetische Wirkung ist nachgewiesen, dass die Hemmung der Prostaglandin-Synthese zentral stärker ist als peripher.

Die antipyretische Wirkung beruht auf einer Hemmung des Effektes endogener Pyrogene auf das hypothalamische Temperaturregulationszentrum.

Paracetamol verfügt über keine ausgeprägte antiphlogistische Wirkung und hat keinen Einfluss auf die Hämostase oder die Magenschleimhaut.

Pharmakokinetik

Absorption

Sie erfolgt nach oraler Gabe rasch und fast vollständig und ist dosisabhängig.

Die Absorptionsrate korreliert direkt mit der Geschwindigkeit der Magenentleerung. Gleichzeitige Nahrungsaufnahme verzögert die Absorption.

Distribution

Paracetamol wird nahezu gleichmässig in die meisten Körperflüssigkeiten verteilt. Bei therapeutischer Dosierung ist die Plasmaproteinbindung gering (5-13%), bei Überdosierung bis 50%. Das Verteilungsvolumen liegt bei 1,3 l/kg Körpergewicht.

Metabolismus

Paracetamol wird in der Leber metabolisiert und unterliegt hauptsächlich zwei Biotransformationswegen. Es wird in glukuronidierter (60-80%) oder sulfatierter (20-40%) Form mit dem Urin ausgeschieden. Eine kleine Menge (<4%) wird durch Cytochrom P 450 oxidiert und in einen vermutlich hepatotoxischen Metaboliten umgewandelt. Er wird normalerweise durch Konjugation mit Glutathion entgiftet. Die Fähigkeit für diese Konjugation ist bei älteren Patienten nicht beeinträchtigt.

Elimination

Paracetamol wird renal ausgeschieden (2-5% unverändert). Die Metaboliten werden ebenfalls renal ausgeschieden. Paracetamol geht nicht in die Galle und nur in geringem Ausmass in die Muttermilch über.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Leberinsuffizienz:

Die Plasmahalbwertszeit ist bei Patienten mit leichter Leberinsuffizienz weitgehend unverändert. Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz ist sie jedoch erheblich verlängert.

Klinische Studien mit oral verabreichtem Paracetamol, mit dem Argument der erhöhten Plasmakonzentrationen von Paracetamol und einer verlängerten Eliminationshalbwertszeit bei Patienten mit chronischen Lebererkrankungen, insbesondere mit Leberzirrhose alkoholischen Ursprungs, haben deutlich gemacht, dass der Metabolismus von Paracetamol mässig verändert wird. Es wurde jedoch keine signifikante Ablagerung von Paracetamol beobachtet. Die erhöhte Plasma-Halbwertszeit von Paracetamol ist mit einer Verringerung der metabolischen Kapazität der Leber verknüpft. Aus diesem Grund sollte Paracetamol mit Vorsicht bei Patienten mit Lebererkrankungen verwendet werden, die maximale Tagesdosis ist begrenzt auf 3 g. Paracetamol ist kontraindiziert im Fall einer aktiven dekompensierten Lebererkrankung, insbesondere der Hepatitis durch Alkoholmissbrauch (aufgrund der Induktion von CYP2E1, welche die Bildung der hepatotoxischen Metaboliten von Paracetamol erhöht).

Niereninsuffizienz:

Bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance von 10 bis 30 ml/min) ist die Eliminierung von Paracetamol verlangsamt, zwischen 2 und 5,3 Stunden Eliminationshalbwertszeit. Die Eliminierungsgeschwindigkeit der Glucuronide und der verbundenen Sulfate ist bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz 3 mal geringer als bei gesunden Personen. Allerdings ist es nicht notwendig, die Dosierung in dieser Population anzupassen, da Glucuronide und Sulfate nicht toxisch sind. Es wird jedoch empfohlen, den Mindestabstand zwischen den Verabreichungen im Einklang mit den Dosierungsempfehlungen zu verlängern, wenn Paracetamol bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Niereninsuffizienz angewendet wird (Kreatinin-Clearance ≤50 ml/min) (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Bei Hämodialyse-Patienten kann die Halbwertszeit nach Gabe therapeutischer Paracetamol-Dosen um 40-50% vermindert sein.

Ältere Personen:

Die Halbwertszeit kann verlängert sein und mit einer Verminderung der Medikamenten-Clearance einhergehen. Normalerweise ist für diese Gruppe keine Dosisanpassung erforderlich.

Neugeborene, Säuglinge und Kinder:

Die pharmakokinetischen Parameter von Paracetamol welche bei Säuglingen und Kindern beobachtet wurden, sind ähnlich denen von Erwachsenen, mit Ausnahme der Plasma-Halbwertszeit, welche wenig kürzer (ca. 2 Stunden) ist als bei Erwachsenen. Die Plasma-Halbwertszeit bei Neugeborenen ist länger als bei Säuglingen (ca. 3,5 Stunden). Neugeborene, Säuglinge und Kinder bis zu 10 Jahren scheiden signifikant weniger Glucuronide und mehr Sulfat-Konjugate aus als Erwachsene. Die totale Exkretion von Paracetamol und seiner Metaboliten ist in jedem Alter gleich.

Präklinische Daten

Sehr hohe akute Dosen von Paracetamol sind hepatotoxisch. In verschiedenen Studien zur Genotoxizität wurde mutagenes Potenzial festgestellt. Dieses Potential muss jedoch relativiert werden, da es dosisabhängig ist. Da diese Wirkungen durch Mechanismen ausgelöst werden, können wir davon ausgehen, dass keine genotoxischen Effekte auftreten, wenn die Dosis unter bestimmten Grenzwerten liegt. Wenn jedoch die Glutathion-Reserven reduziert werden, können die Schwellenwerte niedriger sein.

Die Schwellenwerte, ab denen im Tierversuch eine genotoxische Wirkung gezeigt werden konnte, liegen jedoch klar im toxischen Dosisbereich, welcher Leber- und Rückenmarkschädigungen verursacht. Zudem sind nicht-hepatotoxische Dosen (bis zu 300 mg/kg bei der Ratte und 1000 mg/kg bei der Maus) nicht karzinogen. So können wir eine genotoxische oder krebserregende Wirkung praktisch ausschliessen, wenn therapeutische Dosen eingehalten werden.

Die toxikologischen Studien zeigten keine Auswirkungen auf die Fortpflanzung und keine teratogenen Wirkungen bei mit Paracetamol behandelten Tieren.

Die Verabreichung von mehreren erhöhten Dosen (hepatotoxisch) Paracetamol führte bei Mäusen sowie Ratten zu einer testikulärer Atrophie. Die wiederholte Verabreichung von sehr hohen Dosen Paracetamol (≥500 mg/kg) an Rattenmännchen führte zu einer verminderten Fruchtbarkeit (Verlust der Libido und der sexuellen Leistungsfähigkeit sowie Verringerung der Beweglichkeit der Spermien).

Sonstige Hinweise

Informationen

Arzneimittel die Paracetamol enthalten, sollten nicht an Kinder verabreicht werden, die versehentlich Alkohol zu sich genommen haben.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Paracetamol kann Störungen der Blutzuckermessungen verursachen, wenn die Glukoseoxidase-Methode verwendet wird. Es kann auch für die scheinbare Erhöhung der Urikämie verantwortlich sein, wenn sie mittels der Phosphowolframat-Reduktionsmethode bestimmt wird.

Haltbarkeit

Dieses Arzneimittel sollte nach dem auf der Packung aufgedruckten Datum mit dem Vermerk «EXP» nicht mehr verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) in der Verpackung und ausser Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Zulassungsnummer

63085 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Labatec-Pharma S.A, 1217 Meyrin (Genf).

Stand der Information

August 2016.

Verwendung dieser Informationen

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