Zecken und die Krankheiten

Die bekannteste, hierzulande vorkommende Zecke, ist die Ixodes ricinus oder auch "Holzbock" genannt. Diese Zecke ist bekannt für die Übertragung der Zeckenborreliose und der Zeckenenzephalitis (Frühsommer-Menigoenzephalitis, FSME). Bei einer bakteriellen Infektion kommt ein Antibiotikum bei der Behandlung zum Einsatz. Bei den viralen Infekten gibt es nur eingeschränkte Therapiemöglichkeiten. Aus diesem Grund ist eine Impfung wichtig.

Zecken beissen nicht, sie stechen

Die Zecken besitzen stechende Mundwerkzeuge, den sog. Stechrüssel und verfügen zusätzlich über ein scherenartiges Mundwerkzeug. Hat eine Zecke ihren bevorzugten Einstichort gefunden, so schneidet sie die Haut auf und sticht dabei mit dem Stechrüssel in das Gewebe. Anschliessend beginnt die Zecke Blut zu saugen. Aus diesem Grund spricht man korrekterweise von einem Zeckenstich.

Warum brauchen Zecken Blut?

Während ihrer Entwicklung sind die Zecken auf Blutmahlzeiten angewiesen. Für jeden Entwicklungsschritt wird eine Blutmahlzeit benötigt. Die weiblichen Zecken benötigen ausserdem nach der Paarung eine zusätzliche Blutmahlzeit um die Eier ablegen zu können. Nach Auswahl einer geeigneten Ansitzstelle auf einem Wirt stechen sie ihre Mundwerkzeuge in die Haut. Damit sich die Zecke gut festhalten kann, schiebt sie ein tannenzapfenähnliches Organ mit Widerhaken in die Haut.

Krankheitserreger werden übertragen

Der Blutverlust durch eine Zecke ist nicht das Problem. Aber gleich wie Mücken, können Zecken Krankheiten übertragen. Gegen das Frühsommer­Meningoenzephalitis (FSME) – Virus gibt es eine Impfung. Allerdings kann man sich gegen die Borreliose, da diese durch Bakterien ausgelöst wird, nicht impfen lassen.

Wo kommen Zecken vor?

Der "Holzbock" ist in Europa weit verbreitet sowohl im Flachland als auch in bergigem Gebiet bis 2000 Meter über Meer. Zecken mögen es grün. Sie sind daher im Stadtgarten genauso anzutreffen wie auf der Wiese oder im Wald. Die Zecken befinden sich meist dicht über dem Boden auf Gräsern, Farnen oder Zweigen. Beim Vorbeiziehen von Mensch und Tier lassen sich auf dessen Haut abstreifen.

Vorsichtsmassnahmen gegen Zecken

Grundsätzlich ist das Tragen von langen Hosen und langen Socken sowie dicht abschliessende Ärmeln empfohlen. Gerade bei wärmeren Temperaturen kann dies aber nicht immer eingehalten werden. In diesem Fall wird empfohlen, die Haut und Kleidung mit speziellen gegen Zecken entwickelten Repellentien zu besprühen.
Extra-Tipp
Auf heller Kleidung können Zecken schneller entdeckt werden.

Was tun, wenn eine Zecke zusticht?

Bei Feststellung von Zecken am Körper, sollten diese möglichst rasch mechanisch entfernt werden. Am besten kann die Zecke mittels einer Pinzette oder speziellen Zeckenkarte entfernt werden. Die Zecke möglichst nahe an der Haut greifen und langsam, aber kontinuierlich aus der Haut ziehen. Anschliessend sollte die Stichstelle während den nächsten 4 Wochen auf Zeichen von Rötung, Schwellung und Entzündung beobachtet werden. Das Auftreten einer "wandernden" sich vergrösserden Rötung ist ein sicheres Zeichen für eine Borelliose.

Bitte keine Hausmittel

Zecken sollten NICHT mit Öl oder anderen Stoffen betupft und entfernt werden. Die Zecke kann während diesem Prozess Krankheitserreger in den menschlichen Körper übertragen. Aus diesem Grund sollte die Zecke zügig, aber nicht ruckartig, entfernt werden.

Was ist eine Lymeborreliose?

Die Lymeborreliose ist eine bakterielle Erkrankung, welche nach einer Inkubationszeit von 3 bis 30 Tagen über 3 Stadien entwickelt.
  1. Stadium: "Wandernde" Rötung an der Einstichstelle
  2. Stadium: Angriff auf das Nervensystem, die Gelenke und das Herz. Meist kommt es zu einer Hirnhautentzündung.
  3. Stadium: Meist Entstehung einer Arthritis. Die Therapie erfolgt unter ärztlicher Aufsicht mit Antibiotika.

Was ist FSME?

FSME, auch „Frühsommer-Meningozephalitis“ genannt, ist eine virale Infektion, welche durch Zecken übertragen werden kann. Bei der Mehrheit der infizierten Personen verläuft die Infektion ohne Beschwerden. Das Immunsystem bekämpft die Infektion erfolgreich und unbemerkt. Dennoch gibt es eine Minderheit, welche am Virus erkrankt. Fieber und Kopfschmerzen sind die ersten Symptome, der Körper bekämpft das Virus jedoch noch immer selbst. In einigen wenigen Fällen kann der Körper jedoch das Virus nicht erfolgreich bekämpfen. Die Folge davon kann eine Hirnhautentzündung sein, welche auf das Gehirn übergreifen und lebenslange Schäden verursachen kann. Suchen Sie in jedem Fall bei Symptomen nach einem Zeckenbiss den Arzt auf.

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