Die korrekte Wundversorung

Keine Wunde gleicht der anderen, doch jede Wunde - sei sie noch so klein - muss als infiziert (mit krankmachenden Keimen verunreinigt) angesehen werden. Das Ziel einer korrekten Wundversorgung ist, Infektionen zu vermeiden und weitere schädigende Einflüsse von der Wunde fernzuhalten.

Die Grundregeln der Wundbehandlung:

1. Wundreinigung: Kleine Wunden etwas bluten lassen, Verschmutzung und Keime werden dadurch ausgeschwemmt. Verschmutzte Wunden mit Trinkwasser waschen.

2. Desinfektion: Flüssige Desinfektionsmittel auf wässeriger (brennen nicht) oder alkoholischer (brennen, sind aber wirksamer) Basis verwenden.

3. Wundbehandlung: Bei starker Blutung Druckverband anlegen. Verletzten Körperteil hochhalten. Wundsalben nur bei älteren, schlecht heilenden Wunden. Feuchte Wundheilung ist besser als an der "Luft" trocknen lassen, hier kann zum Beispiel anstelle von einer Salbe ein Wundheilgel verwendet werden. Eine Wunde sollte - wenn nötig - innert 6 Stunden genäht werden.

4. Wundabdeckung: Schutz der Wunde mit steriler Kompresse. Befestigung der Kompresse mit Verband oder Heftpflaster. Bei kleineren Wunden genügt ein "Pflästerli". Nie Watte direkt auf die Wunde legen. Verband oder Pflaster täglich wechseln.

5. Imfschutz überprüfen. Tetanusimpfung alle 5-10 Jahre erneuern. Bringen Sie Ihren Impfausweis zum Apotheker und lassen Sie sich beraten.

Hausapotheke:

Im Bereich der Wundbehandlung gibt es heute moderne Produkte für besseren Schutz und schnellere Heilung. In Ihrer Hausapotheke sollten Sie das Wichtigste für eine korrekte Wundversorgung vorrätig halten:

- Desinfektionsmittel
- Schnellverband
- Kompressen
- Verbände
- Steristrip
- Salbe zur Behandlung von Wunden
- Pinzette und Verbandschere

Ideen für Ihre Hausapotheke:

Zeichen einer Blutvergiftung:

- Gerötete, erwärmte Wundumgebung
- Rote, entzündete Lymphgefässe (rote Streifen) von den Extremitäten köperwärts oder körperabwärts
- Schmerzende oder geschwollene Lymphknoten in der Achselhöhle oder in der Leiste

Beim Auftreten dieser Zeichen den Apotheker um Rat fragen und den Arzt oder die Notfallstation aufsuchen.

Welche Wunden gibt es?

Schnittwunden

Glatte Wundränder, Blutung. Bei grossem Blutverlust, tiefer Verletzung und bei Wunden im Gesicht oder über Gelenken Arzt aufsuchen.

Stichwunden

Die Eindringtiefe ist schwer feststellbar. Organverletzungen (Nerven, Blutgefässe, Sehnen, innere Organe) sind nie auszuschliessen. Grosse Infektionsgefahr. Sorfort zum Arzt oder ins Spital.

Bisswunden

Meist keine glatten Wundränder. Grosse Infektionsgefahr. Immer zum Arzt (auch bei menschlichen Bissen)

Brandwunden

Der Schweregrad ergibt sich aus der Lokalisation, der Ausdehnung und der Tiefe der Verbrennung:

1. Grad: stark gerötete Haut (Sonnenbrand)
2. Grad: Blasenbildung
3. Grad: Verkohlung, Gewebszerstörung

Kühlen mit kaltem Wasser während mindestens 20 Minuten! Mit sterilem Deckverband. Bei Verbrennungen 2. und 3. Grades sowie Verbrennugen im Gesicht, an den Händen oder im Berich der Geschlechtsorgane den Arzt aufsuchen.

Schürf und Risswunden

Keine glatten Wundränder, schwach blutend. Grössere Risswunden müssen genäht werden. Vorsicht Diabetiker: Auch bei kleinsten Wunden an den Füssen sofort zum Arzt!

Quetschwunden

Schmerzhaft, Schwellung und Bluterguss, geringe Blutung. Können meist mit Salben von Ihrem lokalen Apotheker behandelt werden. Bei grossen Quetschwunden Arzt aufsuchen.