Vaginalinfektionen

Niemand spricht gerne über Probleme im Intimbereich. Dies ist der Angelegenheit jedoch kaum dienlich, denn wenn man schnell und fachgerecht reagiert, kann man sich viel Mühe ersparen. Warten oder alte Hausmittel wie ein „Joghurt-Tampon“ verschlimmern das Problem meist nur unnötig.

Vaginalinfektion ist ein Sammelbegriff für verschiedenste Krankheiten, welche in der Vagina zu Entzündungen führen. Diese Infektionen können verschiedenste Ursachen haben und dementsprechend können die Krankheitsverläufe ebenso unterschiedlich sein. Bei Beschwerden ist es deshalb empfehlenswert medizinisches Fachpersonal aufzusuchen, um die Krankheit korrekt zu diagnostizieren und zu behandeln.

Überblick über einige Erkrankungen der Vagina

Die weiblichen Geschlechtsorgane bieten eine grosse Angriffsfläche für verschiedenste krankheitserregende Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten. Jedoch leben auch natürlicherweise Bakterien in der Vagina, welche sie gesund halten und gegen Krankheiten schützen. Je nachdem wo die Krankheitserreger angreifen, wird die Krankheit anders genannt. Eine Entzündung der äusseren Scheide, meist durch übermässiges Waschen und einem krankhaften Bakterien-, Virus-, Pilz- oder Parasitenbefall der Scheide, nennt man eine Vulvitis.
Der Juckreiz, welcher dadurch resultiert nennt man Pruritus vulvae. Dieser kann jedoch auch von verschiedensten anderen Ursachen herführen, zum Beispiel von enger Unterwäsche, mangelnder Hygiene, Schweiss und vielem mehr. Eine der schlimmeren Ursachen für Juckreiz kann auch die Hautkrankheit Lichen sclerosus genitalis sein. Diese Krankheit führt zum Schrumpfen, Verhornen und Vernarben der Haut im Genitalbereich. Es wird angenommen, dass die Krankheit eine Autoimmunerkrankung ist, also durch das eigene Immunsystem hervorgerufen wird. Heilung dafür gibt es keine, darum wird mit der Therapie versucht lediglich die Beschwerden zu lindern.
Die Entzündungen der Drüsen am Scheideneingang nennt man Bartholinitis. Diese wird meist durch Bakterien hervorgerufen, welche sich in den Drüsen niederlassen. Werden die Bakterien nicht von selbst herausgespült, entsteht ein Stau der Drüsenflüssigkeit und die Drüsen schwellen an. Behandelt wird mit Antibiotika oder in schwierigeren Fällen mit einem kleinen operativen Eingriff. Schlimmer sind Entzündungen der Eileiter, welche auch auf die Eierstöcke übergreifen und so zu Unfruchtbarkeit führen können. Man nennt sie Adnexitis.

Neben diesen entzündlichen Krankheiten und vielen anderen, zum Beispiel sexuell übertragbaren Krankheiten, gibt es unter anderem auch noch das äusserst seltene toxische Schocksyndrom, welches durch bakteriell besiedelte Tampons hervorgerufen werden kann. Dabei handelt es sich um eine Schockreaktion des Körpers auf toxische Abfallprodukte der Bakterien. Besonders an diesem Schockzustand ist, dass die Toxine das gesamte Immunsystem aktivieren und dadurch im ganzen Körper Entzündungen entstehen. Dies kann lebensbedrohlich sein, bei Verdacht sollte sofort der Arzt aufgesucht werden.

Die gesunde Scheidenflora

Wie bereits erwähnt, leben in der Scheide natürlicherweise Bakterien, welche sie vor Parasitenbefall beschützen. Der Schutz besteht aus mehreren Komponenten. Der grösste Schutz bietet das saure Milieu (pH-Werte von 3,8 bis 4,4), welches die Bakterien in der Scheide durch ihre Abfallprodukte aufrechterhalten. Dadurch behindern sie viele Bakterien in der Besiedelung und Vermehrung in der Scheide. Ein weiterer Schutz, welcher nur einige Bakterien bieten, ist das Produzieren von Stoffen, welche für fremde Keime giftig sind. Ein Beispiel dafür ist Wasserstoffperoxid. Wasserstoffperoxid beinhaltet Sauerstoff, welcher für strickt anaerobe Bakterien (Bakterien, die nicht Sauerstoff „atmen“), giftig wirkt. Dadurch töten sie die unerwünschten Keime. Wieder andere Bakterien verhindern das Anheften der krankheitserregenden Bakterien an den Vaginalschleimhäuten.
Für den sicheren Schutz kommt es besonders drauf an, dass sich die richtige Art Bakterien in der richtigen Menge in der Scheide befinden. Ist das nicht gewährleistet, können die Bakterien ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen und es kann zum Kippen des Gleichgewichtes der Scheidenflora kommen. Mit dem Kippen ist gemeint, dass die Anzahl schädlicher Bakterien wächst und so das Milieu der Scheide verändern kann. Die grösste Veränderung ist meist eine Anhebung des sauren zu einem neutralen Milieu (um den pH-Wert sechs). Dadurch wird es weiteren schädlichen Parasiten möglich die Vagina zu befallen und die Zahl der schützenden Bakterien schrumpft. Bei dieser Scheidenflora spricht der Fachmann von einer Dysbiose. Das Gegenteil davon wäre die gesunde Flora, welche man als Eubiose bezeichnet.

Von einem Gleichgewicht der Scheidenflora wird gesprochen, denn selbst in der gesunden Scheidenflora gibt es krankheitserregende Bakterien, Pilze und Viren. Treten aber keine Krankheitssymptome, sollte man diese Parasiten nicht bekämpfen. Denn bekämpft man sie mit Antibiotikum, tötet man auch die eigenen Bakterien ab, verliert dadurch den Schutz und geht das Risiko ein, das Gleichgewicht zu stören. Deshalb sollte man beim Schlucken von Antibiotika zum Teil auch ein Mittel zur Förderung der Scheidenflora einnehmen. Das können zum Beispiel Vaginalzäpfchen oder die Vaginaltabletten mit dem Cranberry-Active Wirkstoff von i say: sein. Auch in Phasen eines geschwächten Immunsystems oder bei Stress können die Vaginaltabletten vorbeugend angewendet werden. .

Was die schützenden Bakterien genau sind, ist seit kurzem Umstritten. Lange vermutete man es seien nur einige wenige Arten der Laktobazillen für den Schutz verantwortlich. Neueren Studien zufolge besitzen einige Frauen diese Bakterien jedoch gar nicht und haben auch einen erhöhten pH-Wert in ihrer Scheide, gesund sind sie jedoch trotzdem. Ebenso wurde entdeckt, dass je nach Herkunft der Frauen die Bakterienarten in der Scheide sehr stark variieren. Diese Tatsache zwingt die Forscher das ganze Thema nochmals neu aufzurollen.

Vaginalinfektionen erkennen

Der i say: Self-Test Vaginal-Infektionen ist ein medizinischer Test zur Selbstanwendung. Der Test ermittelt ob eine Vaginalinfektion vorliegt und gibt gleichzeitig Auskunft darüber, ob es sich um einen Scheidenpilz und/oder eine bakterielle Vaginose handelt.

Dysbiose (erkrankte Scheidenflora)

Grob kann zwischen drei häufigen Erkrankungen, welche die Scheidenflora stark verändern, unterschieden werden. Die bakterielle Vaginose ist der Standardfall. Die schützenden Bakterien nehmen ab und der pH-Wert in der Vagina steigt. Der Ausfluss ist homogen, grau und wässrig. Besonderes Kennzeichen ist der fischige Geruch des Ausfluss. Die Krankheit ist kaum schmerzhaft oder störend und wird meist durch den Körper, selbst geheilt. Besonders bei Rückfällen ist aber Medikation empfohlen, da das Risiko für eine Entzündung der Eileiter oder Gebärmutterhalsschleimhaut besteht. Behandelt wird meist mit Metronidazol.

Die aerobe Vaginose ist erst vor wenigen Jahren entdeckt worden und ist um einiges schmerzhafter als die bakterielle Vaginose. Ebenfalls ist sie um einiges häufiger und wird gerne mit der bakteriellen Vaginose verwechselt. Denn der pH-Wert ist ebenfalls erhöht, jedoch gibt es keinen besonderen Geruch. Die Behandlung ist um einiges schwieriger. Eine Therapie mit einer Vaginalen Clindamycin-Creme und zusätzlich einer Hydrocortisonecreme scheinen die beste Hoffnung der Betroffenen zu sein.

Die dritte typische Art der Dysbiose verursachenden Erreger sind Pilze, am häufigsten der Hefepilz Candida albicans. Wie bereits erwähnt, ist der bei vielen Frauen bereits heimisch in der Scheide und löst keine Beschwerden aus. Verschiedenste Dinge wie zum Beispiel zu intensive Intimhygiene mit Seife, das Einnehmen von Antibiotika oder stressbedingter Immunsuppression erhöhen das Risiko für den Ausbruch der Krankheit. Mindestens die Hälfte der Frauen erkrankt vor der Menopause an einer Vulvovaginalkandidose. Sie zeichnet sich aus durch heftigen Juckreiz, Brennen und verstärktem Ausfluss. Meist verläuft die Krankheit jedoch harmlos und muss nicht behandelt werden. Bei wiederkehrenden Symptomen kann jedoch eine chronische Erkrankung vorliegen. Die Betroffenen müssen dann leider dauerhaft Medikamente einnehmen. Es gibt aber Hoffnung: Die Forschung arbeitet im Moment an einem Impfstoff. Auch wenn sie nicht häufig ist, so wird hier trotzdem noch zusätzlich die besonders einschränkende Vestibulodynie beschreiben. Betroffene Frauen können wegen den Schmerzen keinen Geschlechtsverkehr mehr ausüben. Berührungen, die zuvor als zärtlich wahrgenommen wurden, werden nun als Schmerz wahrgenommen. Man vermutet, dass es mit einer veränderten Nervenübertragung im Intimbereich und im Gehirn zu tun hat. Dieser Erkrankung vorausgegangen ist meist eine Vulvovaginalkandidose oder Zystitis (Blasenentzündung). Die Therapie ist äusserst komplex und belastend für Betroffene. Während der Therapie kommen meist zusätzlich Antidepressiva zum Einsatz.

Schwangere

Während der Schwangerschaft und der Geburt ist besondere Vorsicht geboten für Frauen mit Vaginalinfektionen. Zum Beispiel führen bakterielle und aerobe Vaginose mit einer fünfzig-Prozentigen Wahrscheinlichkeit zu einer Frühgeburt. Jedoch kann ein Reizen im Intimbereich auch ein Fehlalarm sein, gerade Schwangere klagen oft über Juckreiz, ohne dass eine Vulvovaginalkandidose vorliegt. Deshalb sollte immer wieder der pH-Wert der Scheide gemessen werden. Hat die schwangere Frau noch keine Herpes-simplex-Virus-Infektion („Fieberbläterli“) erlitten, sollten die letzten vier Wochen der Schwangerschaft drei mal am Tag 400mg Aciclovir genommen werden. Dies dient dem prophylaktischem Schutz des Kindes. Da die Mutter sonst das Kind während der Schwangerschaft bei einer Infektion gefährden könnte.

Vaginalinfektionen können teilweise auch mit natürlichen Wirkstoffen behandelt werden. Zum Beispiel mit den i say: Vaginal-Infektionen Vaginaltabletten mit dem natürlichen Wirkstoff Cranberry-Active. Sie sind doppelt wirksam und behandeln sowohl Scheidenpilz (Mykosen) als auch bakterielle Vaginose.

Vorbeugen!

Vielen oben aufgezählten Krankheiten kann mit einfachen Grundsätzen und Mitteln vorgebeugt werden.

Irritationen im Intimbereich vermeiden

Im Intimbereich sollte ein feuchtwarmes Klima, wo sich Bakterien gerne vermehren, vermieden werden. Am einfachsten geht das, in dem auf einengende oder Luft stauende Kleidung verzichtet wird. Ebenfalls sollten nasse Kleidung, Slipeinlagen, Binden und Tampons möglichst schnell und oft gewechselt werden. Unterwäsche sowie Handtücher und Unterlagen sollten einmal täglich gewechselt und bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Generell tabu sind Hausmittel wie „Joghurt-Tampon“ oder Knoblauchzehen. Besser sollte zur Linderung von Juckreiz und Trockengefühl eine dafür bestimmte Creme oder ein Gel verwendet werden

Korrekte Intimhygiene

Eine korrekte Intimhygiene ist das A und O bei der Vorbeugung gegen Vaginalinfektionen. Als erste wichtige Grundregel gilt, nach dem Stuhlgang immer von vorne nach hinten abzuwischen, da es sonst Verschleppungen von Enddarmbakterien in die Scheide geben kann. Diese Bakterien können dann zu einer bakteriellen oder aeroben Infektion führen. Ebenfalls sollte die Reizung der Schleimhaut in der Scheide vermieden werden. Zu häufiges Waschen schadet dem natürlichen Scheidenmilieu. Am besten nur einmal täglich, unbedingt aber nach dem Geschlechtsverkehr, mit lauwarmem Wasser oder bestimmten pH-angepassten Lotionen waschen und sanft trockenreiben. Von Intimdeos und Scheidenspülungen ist ohne medizinische Indikation abzuraten.

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Viel Trinken

Ausreichendes Trinken wirkt sich positiv auf den Scheidenausfluss aus und die Vagina wird zudem besser gespült, was vorbeugend gegen eine Harnröhreninfektion wirkt.

Rasieren im Intimbereich

Der Intimbereich sollte nass und am besten mit einem sanften Rasierschaum rasiert werden, um unangenehmen Hautrötungen und somit einer vergrösserten Infektionsgefahr vorzubeugen. Nach der Rasur kann eine hautberuhigende Lotion oder ein After Shave aufgetragen werden.

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Dies noch zum Schluss…

Bei sexuell übertragbaren Krankheiten sollte stets der Partner informiert und allenfalls auch therapiert werden. Dies ist individuell mit dem Arzt abzuklären.
Zudem sollte beachtet werden, dass Verhütungsmittel auf Latexbasis wie Kondome oder Diaphragmen durch viele Mittel zur Behandlung von vaginalen Erkrankungen in ihrer Reissfestigkeit und damit ihrer Sicherheit beeinträchtigt werden.

Quellen

ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=3850
www.merz.ch/anwendungsgebiete/frauenleiden-und-ueberaktive-blase/vaginalinfektionen/
www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2013/daz-46-2013/vaginalinfektionen
symptomat.de/Scheideninfektionen_(Vaginalinfektionen)
www.merckmanuals.com/home/women-s-health-issues/vaginal-infections-and-pelvic-inflammatory-disease/overview-of-vaginal-infections
www.schweizer-gesundheit.ch/praevention/vaginalinfektionen-verhindern
www.eesom.com/frauenheilkunde/geschlechtsorgane/entzuendliche-krankheiten/.