Sportverletzungen und ihre Behandlungsmöglichkeiten

Sport macht Spass und fördert die Gesundheit: Das sind die positiven Aspekte, an die jeder Sportbegeisterte denkt. Dennoch bergen sportliche Aktivitäten auch ein gesundheitliches Risiko. Jedes Jahr verunfallen in der Schweiz viele Personen beim Sport und dies oftmals wegen Wissenslücken. Erhalten Sie einen kurzen Einblick in vier häufige Sportverletzungen. Ausserdem verraten wir vier wertvolle Tipps, um Sportverletzungen möglichst zu vermeiden. Haben Sie schon einmal von der PECH-Regel gehört? Und soll eine verletzte Körperstelle besser gekühlt oder gewärmt werden?
Sportverletzungen

4 häufige Sportverletzungen

Stumpfes Trauma

Die Ursachen eines stumpfen Traumas sind oftmals Zusammenstösse, Schläge, Tritte oder Stürze. Es kann je nach betroffener Körperstelle zu Prellungen, Blutergüssen oder sogar zu einer Gehirnerschütterung kommen. Die Muskulatur wird gequetscht, dabei reissen kleine Blutgefässe ein. Es bildet sich ein Bluterguss und die Stelle schwillt an. Stürze, die ein stumpfes Trauma verursachen, sollten in den ersten Tagen weder massiert noch mit Wärme behandelt, sondern einfach ruhig gestellt werden.

Verstauchungen

Verstauchungen entstehen meist durch Umknicken eines Gelenkes. Dabei werden die Bänder über das normale Bewegungsausmass hinaus belastet, sie werden überdehnt oder reissen sogar. Bänderrisse am Sprunggelenk sind die häufigsten Sportverletzungen unter den Ballsportarten. Je schneller die Verletzung behandelt wird, umso erfolgreicher verläuft der Heilungsprozess. Eine korrekte Behandlung ist besonders wichtig, denn falsch behandelte Verstauchungen oder Zerrungen können zu chronischen Gelenkinstabilitäten führen.

Überbeanspruchung

Eine Überbeanspruchung entsteht in der Regel durch eine zu schnelle Steigerung im Training bei einer fehlerhaften Technik oder einer zu starken Belastung eines bestimmten Muskels. Deshalb passt das Sprichwort „Weniger ist mehr“ auch beim Sport. Es ist wichtig, nach dem Training eine Erholungsphase einzubauen, um der Muskulatur und den Gelenken genügend Zeit für die Regeneration zu geben. Eine Überbeanspruchung macht sich meist durch langanhaltenden Muskelkater, häufige Müdigkeit oder einem Muskelabbau trotz ständigem Training bemerkbar. Es ist wichtig, stets auf seinen Körper zu achten und die Signale wahrzunehmen.

Kreuz- und Rückenschmerzen

Rückenschmerzen treten meist durch Überbelastungen auf, hervorgerufen durch lang andauernde falsche Positionen oder durch (kurze) zu intensive Belastungen. Dabei reagiert die Muskulatur mit Verhärtungen, die zu Schmerzen führen. In speziellen Fällen können Ausstrahlungen in die Beine die Folge sein. Auch Durchzug, Kälte oder länger andauernde Stresssituationen können Rückenschmerzen auslösen.

Kühlen oder Wärmen? Was ist besser?

In den meisten Fällen signalisiert uns der Körper, was für ihn am besten ist. Als Faustregel gilt jedoch, dass akute Verletzungen wie Verstauchungen, Prellungen oder Zerrungen in der ersten Phase gekühlt werden sollten. Durch Kühlen ziehen sich die Gefässe zusammen, dies führt zu weniger Blutergüssen (Flecken), reduziert Schwellungen und lindert zugleich etwas die Schmerzen. Wärme hilft besonders, wenn es sich um eine chronische Verletzung handelt. Das bedeutet beispielsweise, wenn eine Verletzung nicht vollkommen verheilt ist, die Schmerzen über Monate andauern oder immer wieder auftreten. Wärme erweitert die Gefässe und regt die Durchblutung an. Das kann Sehnen und Muskel lockern und ist daher auch bei Muskelkater eine optimale Behandlungsmethode.

Was kann sonst noch gegen Sportverletzungen unternommen werden?

Sobald diese erste Phase mit dem Kühlen oder Wärmen abgeschlossen ist, kommen Cremes, Gels oder Salben zum Zug, welche lokal auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Unter den Heilpflanzen eignen sich Arnika oder Wallwurz am besten bei Sportverletzungen. Diese beiden Pflanzen werden klassisch bei stumpfen Verletzungen, Prellungen oder Verstauchungen verwendet. Die schmerzstillenden und entzündungshemmenden Eigenschaften unterstützen den Heilungsprozess. Eine weitere Möglichkeit sind die Wirkstoffe Diclofenac oder Ibuprofen, die beide ebenfalls schmerzstillend und entzündungshemmend wirken. Bei starken Schmerzen können diese beiden Wirkstoffe auch in Form von Tabletten innerlich verabreicht werden.

Die PECH-Regel

Wer Pech im Sport hat wendet am besten die Pechregel an.
P wie Pause
E wie Eis
C wie Compression
H wie Hochlagern
P wie Pause bedeutet, dass das betroffene Körperteil sofort ruhig gestellt werden sollte. Es sollte auf keinen Fall weiter trainiert werden. Erst bei absoluter Schmerzfreiheit kann das Training fortgesetzt werden.
E wie Eis steht für eine möglichst rasche Kühlung. Durch die Kälte werden Blutgefässe verengt und dadurch Blutungen und Schwellungen gemindert. Die verletzte Stelle sollte mind. ca. 20 Minuten gekühlt werden. Nach einer kurzen Pause von ca. 20 Minuten sollte erneut gekühlt werden. Besonders wichtig: Die Eisbeutel und Kältepackungen sollten nie direkt auf die Haut gelegt werden, um Frostbeulen zu vermeiden.
C wie Compression. Um Schwellungen zu reduzieren, sollte ein Kompressionsverband angelegt werden. Achten Sie beim Anlegen darauf dass die Durchblutung regelmässig überprüft wird.
H wie Hochlagern. Die betroffene Körperregion sollte wenn möglich über Herzhöhe hochgelagert werden. Schwellungen und Schmerzen können durch die Förderung des venösen Rückflusses gelindert werden.

4 Tipps um Sportverletzungen vorzubeugen

  • Vor dem Sport immer mit Aufwärmübungen die Gelenke aufwärmen
  • Schutzkleidung tragen: Z.B. beim Inline-Skaten Schoner an den Gelenken tragen oder beim Velofahren Helm aufgesetzt haben.
  • Das richtige Schuhwerk: Die Füsse tragen unser ganzes Gewicht und können auch schnell mal ermüden, wenn man die falschen Schuhe trägt.
  • Sport sollte langsam angegangen werden, nicht gleich von 0 auf 100

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Sobald sich ein Taubheitsgefühl, Kraftlosigkeit, Beinlähmung oder Blasenschwäche bemerkbar machen, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Sind die Beschwerden anhaltend, werden sie stärker oder strahlen die Schmerzen in eine andere Region aus, wird ebenfalls empfohlen, sich beim Arzt gründlich abchecken zu lassen.

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