Sonnenbrand: Was tun?

Nun ist es doch passiert: Die Haut ist rot und schmerzt. Der Sonnenbrand macht sich bemerkbar. Wie wird man den lästigen Sonnenbrand wieder los? Was passiert bei einem Sonnenbrand mit der Haut und was hat es mit dem Thema Hautkrebs auf sich?

Was ist Sonnenbrand?

Sonnenbrand ist eine entzündliche Verbrennungsreaktion der Haut. Die Verbrennung wird durch UV-Einstrahlung verursacht, worauf die haut mit einer Rötung und Schmerzen reagiert. Die Rötung der Haut erfolgt zum Teil bereits nach einer halben Stunde, meist aber erst innerhalb von 2 bis 6 Stunden. Je nachdem wie lange und wie stark man den Strahlen ausgesetzt war, kann es zu Verbrennungen ersten Grades (Rötung der Haut) oder sogar zweiten Grades (Blasenbildung) führen. Bei grossen Sonnenbränden können auch Symptome wie Fieber und Kopfschmerzen auftreten. Die Wunden heilen in der Regel spontan innerhalb von zwei Wochen ab. Die Heilung kann mit Abschuppung der Haut verbunden sein, was keine Narben hinterlässt, denn in den meisten Fällen wurde die unterste Schicht der Haut nicht verbrannt.

Warum ist ein Sonnenbrand gefährlich?

Die Energie der UV-Strahlen liegt in dem Bereich, wo Mutationen im genetischen Erbgut, der sog. DNS, verursacht werden können. Dies macht die UV-Strahlen so gefährlich für den Menschen.

UVA-Strahlen

Die UVA-Strahlen sind am energieärmsten. Sie bewirken einerseits eine kurzeitige Bräunung, die aber schnell wieder vergeht und wirken andererseits auch alternd auf die Haut. Eine gute Eselsbrücke ist das "A" für "alternd". Diese Strahlen können in grossem Übermass auch einen Sonnenbrand auslösen und krebserregend sein, meist sind dafür aber die UVB-Strahlen verantwortlich.

UVB-Strahlen

Die UVB-Strahlen sind einerseits wichtig für die Vitamin-D Produktion aber andererseits sind sie auch die Strahlen, die uns am meisten Probleme bereiten. Sie bewirken Mutationen in unserer DNS und können somit Hautkrebs verursachen. Diese Strahlen führen auch zum Sonnenbrand und die Haut reagiert darauf mit einer langanhaltenden Bräune.

UVC-Strahlen

Die UVC-Strahlen sind die energiereichsten und deshalb auch gefährlichsten Strahlen. Sie sind sogar so gefährlich, dass sie in der Forschung zum endgültigen Entkeimen benutzt werden. Da sie jedoch von der Atmosphäre absorbiert werden, sind wir auf der Erde sicher vor ihnen.

Wie behandelt man Sonnenbrand?

Ab in den Schatten

Weitere Sonneneinstrahlung sollte unbedingt vermieden werden. Wie oben bereits erwähnt heilt der Sonnenbrand meist von selbst ab, dies bedingt jedoch, dass keine weiteren Sonnenstrahlen auf die Haut auftreffen.

Viel trinken

Wichtig ist, dass man besonders auf die Flüssigkeitszufuhr achtet, da die Haut eine Barriere des Körpers ist, welche unter anderem die Aufgabe hat, Flüssigkeit drinnen zu behalten. Durch die verbrannte Haut hat das System im Prinzip ein Leck. Besonders Wasser und Tees sind empfehlenswert, Alkohol hingegen ist nicht zu empfehlen, da es auf den Körper wasserentziehend wirkt.

Kühlung

Die Schmerzrezeptoren in der Region sind durch die Entzündung empfindlicher und reagieren deshalb stärker. Sind die Schmerzen jedoch zu stark gibt es diverse Möglichkeiten um Linderung zu verschaffen: Kalt duschen, kühle Umschläge, feuchtigkeitsspendende Lotionen (insbesondere mit Aloe-Vera) oder schmerzstillende Cremes.

Richtige Kleidung

Man kann sich das Leben während des Heilungsprozesses etwas leichter machen, indem man lockere Kleidung trägt und keinen starken körperlichen Aktivitäten nachgeht. Am besten wird die verbrannte Körperstelle, sofern möglich, mit einem Kleidungsstück bedeckt.

Sonnenbrand bei Kindern

Kinder haben durch ihre Haut noch keinen besonders guten Schutz vor den UV-Strahlen, deshalb bekommen sie sehr schnell einen Sonnenbrand. Hat man als Kind bereits viele Sonnenbrände gehabt, ist das Risiko für ein Melanom stark erhöht. Beachten Sie, dass es wichtig ist bei Kindern mit grossflächigen Sonnenbränden den Arzt aufzusuchen, vor allem bei Kleinkindern, denn deren Haut bietet noch nicht den gleichen Schutz wie bei Erwachsenen, deshalb können auch tiefere Schichten der Haut durch den Sonnenbrand betroffen sein und Komplikationen im Heilungsprozess bereiten.

Hätten Sie es gewusst?

Sonneneinstrahlung durch das Fenster

Die Fensterscheibe schützt fast komplett vor UVB- aber nur zu ca. 60% vor UVA-Strahlen, deshalb sollte man sich zum Beispiel bei langen Autofahrten auch vor Sonnenbrand schützen.

Sonne und Schnee

Schnee absorbiert die UV-Strahlen nicht, sondern reflektiert die Strahlen fast komplett. Im Schnee haben wir also eine Art "Spiegel-Effekt" der Sonne.

Sonne und Strand

Hier verhält es sich ähnlich wie beim Schnee: Zwar reflektiert der Sand die Sonnenstrahlen nicht so stark wie Schnee, aber dennoch genug um unter dem Sonnenschirm für einen Sonnenbrand zu sorgen.

Sonne und Bewölkung

Leichte Bewölkung oder auch kühler Wind schützen nicht vor Sonnenbrand. Nicht jede Hautstelle wird gleich schnell verbrannt, vor allem Nase, Ohren, Kopfhaut, Nacken und Schultern sind natürliche Gefahrenzonen im Alltag.

Sonne und Selbstbräuner

Wenn die Haut durch Selbstbräuner leicht vorgebräunt ist, so schützt dies leider ebenfalls nicht vor einem Sonnenbrand. Die Bräune der Haut wurde künstlich herbeigeführt und nicht etwa als Reaktion auf die Sonneneinstrahlung um den Hautschutz aufzubauen.

Sonnenschutz mit hohem UVA und UVB Schutz

Hautkrebs

Die häufigste Art von Hautkrebs ist das Melanom. Das Risiko für ein Melanom nimmt kumulativ mit jedem Sonnenbrand zu. Diese Zunahme mit jedem Sonnenbrand hat damit zu tun, dass die unterste Schicht der Haut bei Sonnenbränden zwar nicht verbrannt, jedoch trotzdem beschädigt wird. Sie heilt zwar wieder, alles kann jedoch nicht wett gemacht werden und zum Teil bleiben dann Schäden bestehen. In einer Studie wurde eingeschätzt, dass in den USA und Australien circa ein Drittel aller Melanome verhindert worden wären, wäre Sonnencreme regelmässig aufgetragen worden.

Hoher Sonnenschutz bei Hautkrebs

Warum man trotzdem die Sonne geniessen sollte

Die UV-Strahlen ermöglichen dem Körper Vitamin D zu synthetisieren. Diese wird zwar auch natürlich über die Nahrung aufgenommen, jedoch ist das nur circa zehn Prozent der benötigten Menge. Zwar kann Vitamin D supplementär eingenommen werden, die Sonneneinstrahlung jedoch nicht. Es gibt viele Studien, die zeigen, dass die Sonne wichtig ist für die Psyche. Unter anderem auch weil es den Körper zum Ausschütten von entspannenden und Euphorie-auslösenden Hormonen anregt. Zudem ist man immer mehr der Überzeugung, dass Vitamin D eine wichtigere Rolle im Körper hat, als man bisher angenommen hat. Diese Rolle versteht man jedoch noch kaum, man sieht aber bereits Zusammenhänge zu den Krankheitsentwicklungen von Multiple-Sklerose, Darmkrebs und nicht zuletzt Demenz.
Bezüglich Vitamin D ist es genug im Sommer zehn Minuten Mittagssonne zu geniessen. Dies wird von den meisten Menschen aber bereits irgendwann am Tag aufgenommen. Die Sonnencreme schirmt bei angemessenen Auftragen den Körper nicht genug stark ab, dass gar keine UVB-Strahlen mehr durchkommen würden, deshalb kann man der Körper auch mit aufgetragener Sonnencreme Vitamin D produzieren.

Vitamine im Zusammenhang mit der Sonnenvorbereitung

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Quellen

  • Olsen CM, Wilson LF, Green AC, Biswas N, Loyalka J, Whiteman DC (January 2018). "How many melanomas might be prevented if more people applied sunscreen regularly?". The British Journal of Dermatology. 178 (1): 140–147. doi:10.1111/bjd.16079. PMID 29239489
  • www.srf.ch/kultur/wissen/unsere-haut-die-sonne-macht-uns-krank-aber-auch-gesund
  • en.wikipedia.org/wiki/Sunburn
  • newsroom.clevelandclinic.org/2018/03/14/new-research-sun-dangers-known-but-sunburn-still-common/
  • www.my-uv.de/biologische-wirksamkeit-was-bedeutent-uva-uvb-und-uvc