Rückenschmerzen



Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Übel, wobei so manch einer sogar für ein paar Tage ausser Gefecht gesetzt werden kann. Oft verschwinden diese bald wieder, doch was tun, wenn sie nicht so schnell abklingen? Wie gefährlich können Rückenschmerzen wirklich sein und wie können diesen vorbeugen?

Anatomie des Rückens

Ein wichtiger und unentbehrlicher Bestandteil des Rückens ist die stabile, aber trotzdem sehr bewegliche Wirbelsäule. Sie besteht aus 24 Wirbelkörpern, zwischen denen die Bandscheiben liegen, welche Erschütterungen abdämpfen. Im Wirbelkanal befindet sich das Rückenmark, aus dem entlang der ganzen Wirbelsäule viele Nervenbündel austreten. Für die Stütze der Wirbelsäule sorgen kräftige Bänder, wodurch für ausreichend Stabilität gesorgt wird. Die kräftige Rückenmuskulatur ermöglicht schlussendlich die Bewegungen sowie eine aufrechte Haltung, während die Stabilität unterstützt wird.

Ursachen von Rückenschmerzen

Kaum ein Mensch bleibt von Rückenschmerzen verschont. Bei der Mehrheit der Patienten sind diese zwar lästig, jedoch ungefährlich und bereits nach ein paar Tagen wieder verschwunden, wodurch sie keinen Grund zur Beunruhigung darstellen. Der häufigste Grund dafür ist eine Fehlbelastung von Bandscheiben, Wirbelgelenken und Bändern sowie eine Überbelastung oder Verspannung der Rückenmuskulatur. Diese kann dadurch sehr stark verhärten und Schmerzen auslösen, welche bis in die Beine oder Schultern ausstrahlen können. Dabei gibt es unterschiedliche Faktoren, welche zu einer solchen Fehl- bzw. Überbelastung führen können:
• Untrainierte Rückenmuskulatur sowie zu wenig Bewegung
• Falsche Haltung beim Stehen, Sitzen und während der Arbeit
• Zu schweres Heben und Tragen von Lasten sowie die falsche Haltung dabei
• Einklemmen eines Nervs durch eine falsche Bewegung
• Übergewicht
• Stress, Anspannung, starke seelische Belastung oder Angst



Ausserdem haben die meisten Menschen ab dem 35. Lebensjahr bereits Abnützungen an Wirbelsäule und Bandscheiben. Dadurch müssen die Rückenmuskeln mehr arbeiten, um dieselbe Stabilität zu garantieren. Auch dies kann zu einer Überbelastung oder Verspannung der Muskulatur führen.

Selten können die Schmerzen jedoch auch durch andere Faktoren verursacht werden, wie etwa einen Bandscheibenvorfall, auch Diskushernie genannt. Die Bandscheiben bestehen aus einem stabilen äusseren Ring aus Bindegewebe und einem weichen, gallertartigen Kern. In diesem Fall tritt ein Teil des Kerns durch den stabilen Aussenring, wodurch dieser gegen das Rückenmark oder gegen einen Nerv drücken kann. Der dadurch hervorgerufene Schmerz strahlt dann bis in die Füsse aus und verschwindet nicht einfach so, da der Nerv stetig gereizt wird.
Auch bekannt ist der sogenannte Hexenschuss, welcher auch als Lumbago bezeichnet wird, wobei sich dieser durch starke akute Rückenschmerzen im Lendenbereich auszeichnen. Die Ursache dafür sind meist Muskelzerrungen oder eine Wirbelblockade, welche einen Teufelskreis auslösen: Der dadurch ausgelöste Schmerz führt zu einer Verspannung, welche wiederum noch mehr Schmerzen bewirkt. Dabei ist der Hexenschuss nicht zu verwechseln mit dem Ischiassyndrom, welches durch eine Kompression des Nervus ischiadicus, auch als Ischiasnerv bezeichnet, hervorgerufen wird. Diese Schmerzen strahlen im Gegensatz zum Lumbago-Schmerz bis hinunter in die Zehen aus.

Wann ist ein Arztbesuch nötig?

Wie bereits erwähnt sind Rückenschmerzen belastend, jedoch meist harmlos, wodurch ein Arztbesuch in den meisten Fällen nicht nötig ist. Unter bestimmten Umständen ist es jedoch ratsam, dennoch einen Arzt aufzusuchen:
• Bei starken anhaltenden Schmerzen in der Nacht
• Wenn die Schmerzen nach einem Unfall auftreten
• Wenn nach einer Woche trotz aller Massnahmen keine Verbesserung auftritt
• Wenn die Schmerzen trotz allen Massnahmen kaum auszuhalten sind
• Wenn dazu Fieber oder Schüttelfrost auftreten
• Bei einem zusätzlichen Taubheitsgefühl oder einem schmerzhaften Kribbeln in den Beinen
• Bei einer Gefühllosigkeit im Intimbereich und am Gesäss
• Bei einer gestörter Blasen- oder Darmentleerung, wobei dies als Notfall gilt, wobei ein Arzt so schnell wie möglich aufgesucht werden sollte

Was tun gegen akute Rückenschmerzen?

Es gibt relativ viele Möglichkeiten, bereits bestehende akute Rückenschmerzen zu behandeln.
Schmerzmittel wirken symptomatisch gegen den Schmerz und helfen dabei, den Alltag bewältigen zu können, damit man nicht ausser Gefecht gesetzt wird. Dabei werden Medikamente wie Paracetamol oder das entzündungshemmende Ibuprofen als Mittel erster Wahl eingesetzt. Muskelentspannende Medikamente helfen zwar bei Muskelverspannungen, jedoch besitzen sie Müdigkeit und Übelkeit als häufig auftretende Nebenwirkungen.
Rückenschmerzen sind jedoch auch ohne Medikamente behandelbar. Warme oder kalte Packungen werden oftmals als wohltuend und schmerzlindernd empfunden. Auch ein warmes Bad kann schmerzlindernd sein, da die Muskeln dadurch entspannt werden. Leichte Massage an schmerzenden Stellen kann auch nicht selten eine Abhilfe verschaffen, und auch ein Besuch beim Chiropraktiker kann die Schmerzen lindern.
Wichtig ist es dabei jedoch, dass man sich im Alltag weiterhin so einfach wie möglich bewegt, auch wenn die Bewegungen dadurch eher schmerzhaft sind. Einerseits wird dadurch die Rückenmuskulatur immer wieder entspannt, andererseits wird so vermieden, dass weitere Fehlhaltungen entstehen welche wiederum zu anderen Schmerzen führen könnten.

Vorbeugende Massnahmen

Akute Rückenschmerzen können jedoch meist gut vorgebeugt werden. Dazu einige Tipps, was Sie selber dagegen machen können:
• Achten Sie auf eine gesunde Haltung. Versuchen Sie dabei, beim Sitzen den Rücken gerade zu halten, während die Sitzposition möglichst immer wieder gewechselt werden sollte. Beim Heben sollten Sie in die Knie gehen und sich nicht mit gestreckten Beinen herunterbeugen.
• Lernen Sie, sich zu entspannen. Stress, Angst, Sorgen und Anspannung können Rückenschmerzen auslösen. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie man lernen kann, mit solchen Situationen umzugehen, z.B. autogenes Training, progressive Muskelrelaxation oder ein Gespräch mit einer Fachperson.
• Reduzieren Sie allfälliges Übergewicht. Durch die grössere Masse wird die Wirbelsäule zusätzlich belastet.
• Stärken Sie Ihre Rückenmuskulatur durch regelmässiges Training und ausreichend Bewegung. Unterschiedliche Sportarten wie Schwimmen, Fahrradfahren, Joggen oder Gymnastik stärken die Muskulatur, wodurch die Stabilität der Wirbelsäule erhöht wird.

Meine Empfehlung gegen Rückenschmerzen



Persönlich habe ich öfters unter Rückenschmerzen gelitten, mag aber nicht regelmässig ins Fitness gehen. Vor circa 3 Monaten hat mir die Firma Hocoma ein neues Gerät namens Valedo vorgestellt. Spannend dachte ich mir und habe die Sensoren ausprobiert. Einen Sensor klebt man auf den Rücken und einen aufs Brustbein. Mit dem Ipad in der Hand und den Sensoren am Körper begibt man sich in eine spielerische Welt. Die Sensoren nehmen jede Bewegung des Körpers auf und führen einem durch verschiedenste Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur.

Florian Meier; Apotheker ETH / FPH