Kopfläuse: So wird man sie los

Läuse und Flöhe sind mühsame Parasiten. Hat man ihre Stiche einmal entdeckt, ist es meist schon zu spät, um dem Problem vorzubeugen. Man wird sie erst mit viel Arbeit wieder los. Doch um sie zu bekämpfen ist es erst wichtig zu wissen, mit welchem Ungeziefer man zu kämpfen hat. In diesem Artikel geht es um Kopfläuse: Wie entdeckt man sie, identifiziert sie und wie wird man sie wieder los?

Läuse - Nichts wofür man sich schämen müsste.

Über Lausbefall redet man nicht gerne. Es geniesst ein gewisses Stigma in unserer Kultur. Man verbindet es mit schlechter Hygiene und Armut. Das ist historisch bedingt. Früher war Hygiene tatsächlich ein Mitgrund, warum unter ärmeren Bevölkerungsgruppen der Kopflausbefall so gross war. Heute hat das Auftreten des Problems jedoch viel mehr damit zu tun, wie eng der Kontakt zu anderen Menschen ist: Sei es durch die Nähe zu anderen am Arbeitsplatz, oder durch die Nähe, welche man z.B. beim Kuscheln mit seinen Liebsten geniesst. Eines ist klar, wenn man das Problem entdeckt, bringt es den Betroffenen, sowie den Mitmenschen nichts, es zu verschweigen. Man sollte es immer direkt ansprechen und am besten auch dem Umfeld mitteilen, um weiteren Befall zu verhindern.

Wo juckt’s?

Je nach Anordnung der Stiche, kann man die Insekten unterscheiden.
Flohstiche sind am einfachsten zu identifizieren, denn sie stechen meist in einer Reihe und bilden sogenannte «Flohstichketten».
Läuse haben kein spezifisches Stichmuster. Sie sind jedoch leicht durch ihre bevorzugte Stich-Region erkennbar. Auf dem Kopf stechen hauptsächlich Kopfläuse. Filzläuse lieben die leicht behaarten Körperstellen, wie die Leistengegend. Die übelsten Vertreter, die Kleiderläuse, stechen allerdings am ganzen Körper zu.

Die Kopflaus

Die Kopflaus ist wohl die bekannteste Lausart in unseren Breitengraden. Sie wird bis zu 3 Millimeter gross. Sie sticht nur Menschen und diese ausschliesslich auf dem Kopf. Dies tut sie alle zwei bis vier Stunden. Ihre Eier befestigt sie wasserfest an dichtbehaarten Stellen direkt über der Kopfhaut: hinter den Ohren, im Nacken oder an den Schläfen.

Wie schnell wandern Kopfläuse von einem Kopf zum anderen?

Läuse wechseln im Gegensatz zu Flöhen langsam den Wirt. Sie besitzen sechs Beine und angeln sich mit diesen gerne von Haar zu Haar. Mit ihren Krallen können sie sich optimal in den Haaren festklammern, sind aber auf glatten Oberflächen unbeholfen. Ganz im Gegensatz zu den Flöhen springen sie also nicht von Wirt zu Wirt, sondern brauchen ein wenig Zeit und körperliche Nähe, um den Wirt zu wechseln. Anstecken tut man sich mit der Kopflaus deshalb nur, wenn man die Köpfe zusammensteckt. Theoretisch ist es zwar möglich, dass durch Benutzen des gleichen Kissens, oder ähnlichem, eine Kopflaus den Wirt wechselt. Durch Studien wurde aber gezeigt, dass das nahezu nie geschieht.
Anfälliger für das Anstecken sind Kinder, welche in Kindertagesstätten oder die Schule gehen und auch Jugendliche, die bei «Selfies», ihre Köpfe zusammenstecken.

So wird ein Kopflausbefall identifiziert

Auf einen Kopfläusebefall wird man meist erst aufmerksam, wenn es juckt oder beim Kämmen eine Laus herausfällt. Anstelle auf Laus-Jagd zu gehen, empfiehlt es sich für den Nachweis des Befalls eher den Kopf mit einer Lupe nach Eiern abzusuchen, da diese nicht davonlaufen können. Wird man fündig, gibt es eine einfache Unterscheidung der Eier: Die weisslichen sind jünger und noch unproblematisch, die graubraunen sind bereits reif. Erkennt man reife Eier ist eine vollumfängliche Behandlung unbedingt nötig. Bei den jüngeren sollte man nach Läusen suchen. Findet man keine Laus, reicht es, die Situation zu beobachten und mit Prophylaxe zu behandeln.

Erste Behandlung

Im ersten Schritt solten die Haare mit einer speziellen Haarspülung oder einem Lausshampoo gewaschen werden. Anschliessend kämmt man sie strähnenweise durch mit einem Lauskamm. Dadurch entdeckt man alle Läuse und kann sie entfernen. Eier wird man aber erst los, wenn man die Haare vor dem Auskämmen mit Essig oder besser, einem entsprechenden Mittel, anfeuchtet.

Nachbehandlung

Die Haare sollte man anschliessend weiterhin konsequent zweimal pro Woche feucht auskämmen, bis keine Läuse und Eier mehr vorhanden sind.
Um das Problem komplett zu lösen, sollte man eine lokale Anwendung eines Kopflausmittels oder die Einnahme von Medikamenten in Erwägung ziehen. Lokale Lausmittel sind meist Spülungen, welche Läuse gezielt bekämpfen. Medikamente werden dagegen oral eingenommen und sind eher in stärkeren Fällen zu empfehlen. Die Medikamente enthalten Chemikalien, welche ins Blut gehen und als Gift wirken. Für den Menschen sind sie zwar ungiftig, für Läuse aber tödlich. Die Läuse nehmen sie durch das Saugen des menschlichen Blutes auf und sterben daran.
Kopfkissen, Kappen, Haarspangen, Bürsten, Kämme und andere Gegenstände, die mit dem Kopf in Berührung kommen, sollte man bei 60°Celsius für mindestens zehn Minuten in Seifenwasser kochen oder zumindest gut absaugen.
Es empfiehlt sich zudem für Personen, welche mit Befallenen in engem Kontakt waren, vorbeugend schützende Shampoo oder Spray zu benützen.

Interessantes

Ganz im Gegensatz zur Scham wegen Läusebefall, gab es Gesellschaften, die stolz darauf waren. Dies gründete auf dem Irrglauben, dass Kopfläuse dem Mensch Schadstoffe absaugen und deshalb gesundheitsfördernd sind. Diese Idee ist ähnlich dem mittelalterlichen Phänomen des Aderlasses, welcher regulär durchgeführt wurde, um schlechte Säfte los zu werden.

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Quellen

www.ratgeber-hautgesundheit.de/laeuse/laeusearten/
www.lausinfo.ch/index.php/de/
de.wikipedia.org/wiki/Kopflaus
R. Chunge, F. Scott, J. Underwood, K. Zavarella: A pilot study to investigate transmission of head lice. In: Can. J. Public Health. 1991, Nr. 82, S. 207–208.
Heinz Mehlhorn, Werner Peters: Diagnose der Parasiten des Menschen. Urban & Fischer, München 1983, ISBN 3-437-10849-2.