HIV Selbsttest für zu Hause

In der Schweiz kommt es jährlich zu 500 Neuansteckungen mit HIV (Humaner Immundefizienz-Virus). Es kursieren viele Halbwahrheiten über die Ansteckung mit dem HIV Virus oder auch die Krankheit selbst. Wir erklären, wie das HIV Virus übertragen werden kann und wie ein Selbsttest zu Hause funktioniert.

Übertragungswege des HIV Virus

Die Infektion findet ausschliesslich durch Austausch von Körperflüssigkeiten, wie Blut oder Sperma, statt. Die grösste Infektionsgefahr stellt somit ungeschützter Sex dar. Dabei hat ungeschützter Analverkehr eine deutlich höhere Übertragungsrate als ungeschützter Vaginalverkehr. Oralverkehr hat nur eine verschwindend kleine Ansteckungsgefahr. Daneben kann das Wiederverwenden von fremden oder das Teilen von Injektionsnadeln eine Infizierung mit sich tragen.
Früher bestand ebenfalls die Gefahr bei Bluttransfusionen, dass man Blut mit HIV bekommt. Dieser Übertragungsweg ist heutzutage in der Schweiz, dank starker Kontrolle, aber nur noch Schnee von gestern. International ist das aber leider noch nicht der Fall. Wird die Ansteckung nicht bemerkt, kann die Krankheit AIDS (Akquiriertes Immun-Defizienz-Syndrom) ausbrechen. Durch die frühzeitige Erkennung der Übertragung kann dies verhindert werden.

Auf was wird getestet?

Der Test erkennt nicht die HIV-Viren selbst, sondern die körpereigene Immunantwort auf die Viren. Andere sexuell übertragbare Krankheiten werden dadurch nicht erkannt. Lediglich einige Tropfen Blut sind für den Selbsttest nötig. Dank der einfachen Testdurchführung und den klaren Anweisungen benötigt man keine ärztliche Betreuung. Der Test ist nur für eine einzelne Person und zum einmaligen Gebrauch gedacht.

Für wen ist der Test geeignet?

Der Test ist für Personen, welche ihren HIV-Status wissen möchten. Der Risikokontakt muss mindestens drei Monate zurückliegen, um ein zuverlässiges Resultat zu erhalten. Mit einem sog. Risikokontakt ist der konkrete Vorfall gemeint, bei dem man nicht sicher ist, ob man sich möglicherweise angesteckt hat.
Liegt der Risikokontakt weniger als 48 Stunden zurück, sollte man unbedingt die Notaufnahme eines Spitals aufsuchen. Dort kann man eine Post-Expositions-Prophylaxe (PEP) einnehmen, um eine Infektion womöglich komplett abzuwenden.
Ist der Risikokontakt bereits mehr als zwei Tage aber noch keine drei Monate her, muss man den Arzt für einen Labortest aufsuchen. Erst nach drei Monaten kann der Autotest HIV von Mepha angewendet werden.

Zuverlässigkeit des Tests

Ähnlich den Schwangerschaftstests gibt es auch bei diesem Selbsttest eine Kontrollbande. Dieser Kontrollstrich auf der Anzeige zeigt, ob alles richtig gelaufen ist und schliesst so die meisten Fehler, welche bei der Durchführung auftreten könnten, aus. In den Kontrollstudien wurde jede Person, welche HIV infiziert ist, als solche erkannt. Lediglich zwei von tausend Personen wurden fälschlicherweise als HIV-positiv eingestuft. Der Test ist nicht für Personen anwendbar, die bereits gegen HIV behandelt werden.

Was wenn der Test positiv ist?

Wenn der Test positiv ist, sollte man umgehend den Arzt aufsuchen. Dieser wird einen zweiten Kontrolltest anordnen und nebst der medizinischen Betreuung beratend zur Seite stehen.

Anlaufstellen

Zu den wichtigsten Anlaufstellen gehört der persönliche Hausarzt und die Aids-Hilfe Schweiz. Ausserdem gibt es auch regionale Aids-Hilfen. Die dargebotene Hand bietet auch rund um die Uhr Unterstützung in schwierigen Situationen, telefonisch wie auch schriftlich via Chat oder E-Mail.

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Quellen

  • https://www.swissmedic.ch/swissmedic/de/home/news/mitteilungen/hiv-selbsttest.html
  • https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/zahlen-und-statistiken/zahlen-zu-infektionskrankheiten.exturl.html
  • https://www.cdc.gov/hiv/risk/estimates/riskbehaviors.html
  • https://www.mepha.ch/de/autotest-vih
  • https://www.aids.ch/de/haeufigste-fragen/hiv-aids/hiv-test/
  • E. S. Rosenberg, M. Altfeld u. a.: Immune control of HIV-1 after early treatment of acute infection. In: Nature. Band 407, Nummer 6803, September 2000, S. 523–526.