Fieberbläschen / Herpes

Der goldene Herbst ist bei uns voll im Gange und die Temperaturen werden langsam lauer. Da kommt neben rotem und gelbem Laub bei den meisten noch etwas anderes zum Vorschein: Fieberbläschen. Doch was ist das genau und ist es wirklich ungefährlich?

Was ist Herpes?

Fieberbläschen oder Herpes sind umgangssprachliche Formen von Herpes simplex, welches eine auf der Welt weit verbreitete Virusinfektion bezeichnet. Dabei können zwei verschiedene Spezies dieser Viren unterschieden werden:
- Herpes-simplex-Virus 1 HSV-1, welcher meist Lippenherpes (Herpes simplex labialis) hervorruft
- Herpes-simplex-Virus 2 HSV-2, welches in der Regel Genitalherpes (Herpes simplex genitalis) auslöst
Ist man einmal mit einem dieser Viren infiziert, bleibt dieser ein Leben lang im Körper und kann immer wieder zu Rückfällen führen. Ein solcher Ausbruch äussert sich oft als schmerzhafte Bläschen, welche aufplatzen und eine Kruste bilden. Eine Erstinfektion kann sich vor allem bei Genitalherpes sehr heftig äussern, wobei neben der Bläschenbildung weitere Symptome wie starke Schmerzen, Fieber oder Harnverhalten hinzukommen können. Jedoch kann eine Infektion auch völlig symptomfrei verlaufen – oft weiss der Betroffene gar nichts von seiner Erkrankung.
Es ist bisher nicht wirklich bekannt, was einen solchen Rückfall auslösen kann. Jedoch scheinen unterschiedliche Faktoren wie z.B. psychische Belastungen oder vermehrter Stresst vermehrt Ausbrüche auszulösen.

Übertragung und Verbreitung

Herpes-simplex-Viren sind weltweit verbreitet, man schätzt, dass etwa bis zu 80% der Weltbevölkerung seropositiv ist, also den Virus in sich trägt.
Das HSV-1 wird bereits durch Speichelkontakt und Schmierinfektion, also durch Berührungen, übertragen und kann schon ab dem Säuglingsalter erworben werden. Das Virus zeigt dabei eine altersabhängige Häufigkeit der Ausbrüche, welche am Ende der Pubertät hohe Prozentzahlen erreicht und dann nur noch gering weiter ansteigt. Bei einer Erstinfektion kommt es zu einer Ausbreitung des Virus über die Nervenbahnen unseres Körpers, wobei die Viren sich dann lebenslang in den Nervenzellen eines bestimmten Hirnneves, dem Nervus trigeminus, einnisten. Sie verursachen eine sogenannte latente Infektion – die meiste Zeit über ruhen sie im Körper, während sie zwischendurch immer wieder akute Ausbrüche verursachen.
Das HSV-2 wird dagegen nur durch engen Schleimhautkontakt übertragen, wodurch dies in aller Regel über Sexualkontakte geschieht. Auch dieser Virus verbleibt nach einer Erstinfektion in gewissen Nervenzellen der Lumbosakralregion, also im unteren Bereich des Rückens.

Wo entsteht Herpes?

Am häufigsten sind die Lippen und die Genitalregion von solchen Ausbrüchen betroffen, jedoch kann durch eine Verschleppung der Viren das Auftreten von Bläschen auch an Hautarealen auftreten, in denen eine Erstinfektion nicht zu erwarten ist. Bei Kontakt der Hände mit den offenen Bläschen kann durch Einreiben der Erreger in verletze oder empfängliche Hautpartien eine Bläschenbildung an der Nase, der Wange, dem Augenlid oder weiteren Körperstellen erfolgen.

Ist Herpes Gefährlich?

Für Erwachsene ist die Infektion mit dem Herpes-Virus in der Regel nicht gefährlich, sondern lediglich unangenehm. Bei schwangeren Frauen ist das Immunsystem jedoch meist etwas geschwächt, wodurch das Risiko einer Erstinfektion sowie dies eines Rückfalls steigen. Dabei ist besonders der Herpes genitalis in der Schwangerschaft und während der Geburt gefürchtet, da eine Übertragung auf das Kind möglich ist. Dies führt zu einer schweren Herpesinfektion nach der Geburt. Auch Neugeborene dürfen auf keinen Fall mit den Herpes-Viren in Kontakt kommen, da dies eine Gehirn- oder Hirnhautentzündung auslösen kann

Behandlung

Es gibt viele unterschiedliche Hausmittel, die zur Behandlung von Fieberbläschen eingesetzt werden – die Wirksamkeit konnte jedoch bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Dazu gehört beispielsweise das Betupfen mit einer frisch aufgeschnittenen Knoblachzehe, Zahnpasta, Honig oder Melissengeist.
Meist wird Herpes jedoch medikamentös behandelt. Da keine Impfung gegen die HSV-Viren existiert, werden vor allem sogenannte Virostatika (z.B. Aciclovir) eingesetzt. Virostatika bezeichnet eine Gruppe von Medikamenten, welche die Vermehrung sowie die Freisetzung von Viren in den Zellen hemmt. Bei einer schwachen Ausprägung werden die Symptome lokal behandelt, z.B. durch eine Salbe, während bei einem schweren Befall diese meist systematisch, z.B. durch eine Infusion, bekämpft werden.

Pflaster / Patches

frei erhältliche Salben

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