Haarausfall: Gründe und Behandlungsmöglichkeiten

Der Anblick einer Bürste voller Haare kann Unsicherheit auslösen. Oder den Männern fällt vielleicht auf, dass die sogenannten "Geheimratsecken" sichtbar werden. Doch ab wann spricht man von Haarausfall? Welches sind die Gründe von Haarausfall und wie lässt sich Haarausfall behandeln? Erfahren Sie, welches die Gründe von Haarausfall sein können, welche Arten von Haarausfall es gibt und was dagegen getan werden kann.
Haarausfall: Gründe und Behandlungsmöglichkeiten

Der Haarzyklus und seine Phasen

Das Haar hat einen natürlichen Zyklus, es wächst und fällt irgendwann aus und wächst anschliessend wieder nach. Der Zyklus unserer Haare gliedert sich in drei Stadien.
1. Wachstumsphase (Anagenphase)
Hier bildet sich im Haarfollikel eine Haarwurzel und das Haar beginnt zu wachsen. Die meisten Kopfhaare sind in dieser Phase und wachsen je nach Alter und Geschlecht zwischen zwei bis sechs Jahren, bevor sie anschliessend in die Übergangsphase (Katagenphase) wechseln.
2. Übergangsphase (Katagenphase)
In dieser kurzen Phase löst sich das Haar vom Follikel und stirbt ab.
3. Endphase (Telogenphase)
Diese Phase dauert wenige Monate und dient zur Regeneration des Haarfollikels bis wieder ein neues Haar gebildet wird. Rund ein Fünftel aller Follikel befinden sich in dieser letzten Phase.
Der Haarzyklus und seine Phasen

Weshalb gerät der Haarzyklus ausser Balance?

Der Haarzyklus kann durch externe Ursachen beeinflusst werden. Beispielsweise neigen hormonelle Wirkstoffe dazu, den Zyklus zu stören. Aber auch natürliche hormonelle Umstellungen können dazu führen, dass der Haarzyklus ausser Balance gerät. Es ist beispielsweise bekannt, dass Frauen nach ihrer Schwangerschaft während einigen Monaten zu Haarausfall neigen. Trifft ein Haarausfall nach einer Schwangerschaft ein, so hört dieser einige Monate später wieder von selbst auf. Ebenfalls kann eine Krebstherapie mit chemischen Mitteln (Chemotherapie) einen ähnlichen Effekt haben, der die Haare ausfallen lässt. Nach beendeter Chemotherapie wachsen die Haare aber wieder nach. Dauerhafter Haarverlust trifft aufgrund hormoneller Umstellungen vor Allem ältere Frauen und Männern.

Wann spricht man von Haarausfall?

Aufgrund dem natürlichen Haarzyklus verlieren wir tagtäglich Haare - das ist normal. Auch lichtere Stellen, welche mit dem fortschreitenden Alter auftreten, gehören zu einer normalen Entwicklung und deuten nicht zwingend auf einen Haarausfall hin. Wann spricht man nun von Haaraufall?
Wann spricht man von Haarausfall?
Grundsätzlich muss der Haarverlust über mehrere Wochen andauern, dass von Haarausfall gesprochen werden kann. Es hilft auch, gerade bei Frauen mit langen Haaren, die ausgefallenen Haare zu zählen. Denn ein Haarverlust bis zu 100 Haaren pro tag kann vorkommen. Hält der Haarverlust jedoch über mehrere Wochen an und sind es mehr als 100 Haare pro Tag, so kann es sich um einen Haarausfall handeln, welcher genauer abgeklärt werden sollte.

Unser Tipp bei Verdacht auf Haarausfall: Haarausfallprotokoll

Wer keine bestimmten Stellen am Kopf feststellt, an welchen die Haare lichten, sollte bei Verdacht auf Haarausfall die Haare zählen. Wir empfehlen, während einigen Tagen die Anzahl verlorener Haare mit dem Datum aufzuschreiben. Nach 1-2 Wochen kann überprüft werden, ob regelmässig mehr als 100 Haare pro Tag verloren gehen.

Arten von Haarausfall

Erblich bedingter Haarverlust (Androgenetische Alopezie)

Bei dem erblich bedingten Haarausfall handelt es sich um eine der häufigsten Ursachen für Haarausfall. Diese Art von Haarausfall kann Männer wie Frauen betreffen, wobei Männer häufiger davon betroffen sind als Frauen.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Wie es der Name bereits verrät, handelt es sich hier um eine Art Haarausfall, welche sich genau lokalisieren lässt und die Haare kreisartig ausfallen. Es handelt sich um eine Autoimmunkrankheit, das heisst, das Immunsystem richtet sich gegen die eigenen Zellen der Haare. Die genauen Ursachen für diese Form von Haarausfall sind nochnicht bekannt.

Diffuser Haarausfall (Diffuse Alopezie)

Diese Art von Haarausfall lässt sich nicht auf eine bestimmte Region eingrenzen, sondern betrifft meistens den ganzen Kopf, sodass die Kopfhaut durchschimmert.
Die Gründe für diffusen Haarausfall sind sehr unterschiedlich und es können beispielsweise folgende Ursachen verantwortlich sein:
  • Infektionen
  • Erkrankungen wie z.B. Diabetes
  • Fehl- oder Mangelernährung
  • Hormonelle Veränderungen z. B. nach einer Entbindung
  • Stresssituationen
  • Arzneimittel
  • Erkrankungen der Kopfhaut
Diffuser Haarausfall (Diffuse Alopezie)

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Fun Facts: Wussten Sie bereits?

Fördert Rasur das Nachwachsen der Haare?

Haben sie schon gehört, dass rasieren zu schnellerem und stärkerem Haarwachstum führt? Das ist ein Mythos. Das Haar wächst weder schneller, noch dichter nach. Dass sich rasierte Haare dicker anfühlen, hat lediglich damit zu tun, dass sie abgeschnitten wurden und deswegen stumpf, statt spitz sind.

Weshalb entsteht Hühnerhaut?

Wenn der Körper kalt hat, stellt er die Haare auf, um die Wärme zwischen der Haut und den Haaren zu behalten und nicht zu verlieren. Dieser natürliche Mechanismus des Körpers nennt man auch Hühnerhaut und ist altbekannt, wussten sie aber auch, dass der Körper bei Hitze das Gegenteil macht? Die Körperhaare werden abgelegt, damit keine Hitze gestaut wird.

Haare bei Katze, Igel und Co.

Haare dienen verschiedenen Zwecken. Schnurrhaare helfen Katzen ihre Umgebung zu fühlen. Der warme Pelz eines Bären hält ihn warm. Und selbst Igel haben Haare. Ihre Stacheln sind verhärtete Haare. Damit schützen sie sich vor Fressfeinden.

Augenbrauen und Wimpern

Insbesondere die Augenbrauen und Wimpern haben ihre Funktionen beibehalten. So schützen die Augenbrauen die Augen unter anderem vor Schweiss, welcher die Stirn hinunterrinnt. Die Wimpern sind besonders empfindlich und schliessen die Augen bei Berührung meist schneller, als wir die Gefahr sehen.

Quellen

  • Hair Structure and Hair Life Cycle. follicle.com
  • G. Sobottka, A. Weber: Geometrische und Physikalische Eigenschaften von Human-Haar. (PDF) Universität Bonn, Januar 2003, abgerufen am 12. Februar 2019.
  • Yelva L. Lynfield, Peter Macwilliams: Shaving and Hair Growth. In: Journal of Investigative Dermatology. Band 55, Nr. 3, 1970, S. 170–172, doi:10.1111/1523-1747.ep12280667.
  • R. M. Trüeb: Effect of ultraviolet radiation, smoking and nutrition on hair. In: Current problems in dermatology. Band 47, 2015, S. 107–120, doi:10.1159/000369411, PMID 26370649 (Review).
  • P. Gentile u. a.: The Effect of Platelet-Rich Plasma in Hair Regrowth: A Randomized Placebo-Controlled Trial. In: STEM CELLS Translational Medicine. Vol. 4, Issue 11, November 2015, S. 1317–1323, doi:10.5966/sctm.2015-0107
  • de.wikipedia.org/wiki/Haar