Eisenmangel

Viele Menschen leiden unter Eisenmangel. Eisenmangel wird im Fachjargon als Eisenmangelanämie bezeichnet und gehört zu den häufigsten Mangelerkrankungen weltweit. Es wird geschätzt, dass auf der ganzen Welt circa 600 Millionen Menschen davon betroffen sind. Frauen im gebärfähigen Alter sowie Jugendliche und Kinder sind besonders oft davon betroffen. Die Folgen eines Eisenmangel sind Müdigkeit und Erschöpfung, oft verbunden mit einer blassen Gesichtsfarbe.

Was sind die Ursachen?

Die häufigsten Ursachen für die Eisenmangelanämie sind Mangelernährungen und Blutungen

Mangelernährung

Im fünften schweizerischen Ernährungsbericht (2005) ist zu lesen, dass der mittlere Verbrauch und angenäherte Verzehr von Eisen verglichen mit den Jahren 1995 und 1980 deutlich abgenommen hat. Der Durchschnitt liegt auf der Höhe der empfohlenen Tagesdosis. Getreide, Gemüse und Fleisch sind die wichtigsten Eisenquellen. Das Eisen im Fleisch wird vom Körper jedoch besser aufgenommen werden als das Eisen aus Getreide und Gemüse.

Vegetarismus versus Allesesser

Bei einer von Fleisch gestützten Ernährung wird ein Teil des Eisens aus Häm-Eisen aufgenommen und ein Teil aus dem Rest der Nahrung. Häm-Eisen aus Fleisch ist besser resorbierbar als die pflanzliche Form des Eisens. Laut neusten Empfehlungen der USA sollten Vegetarier deshalb eine 1.8 mal höhere Eisenzufuhr über die Nahrung haben als bei einer Ernährung mit Fleisch. Gleichzeitig gilt es zu sagen, dass sich der Eisenspiegel zwischen Vegetarier und Omnivoren kaum unterscheidet. Die Gründe dafür sind unklar, kann aber vielleicht damit zusammenhängen, dass Vegetarier oft mehr Vollkornprodukte, Samen und eisenreiche Gemüse zu sich nehmen.

Blutungen als Grund für Eisenmangel

Blutungen bei Männern und Frauen häufig im Magen-Darm-Trakt, sowie als Folge von Tumoren vor. Bei jungen Frauen kann auch eine zu starke Menstruation Ursache einer Eisenmangelanämie sein.

Schwangerschaft

In der Schwangerschaft ist der Eisenbedarf sogar um fast 100 % erhöht.

Blutspender

Auch regelmässige Blutspender haben einen erhöhten Bedarf, da durch die Entnahme von etwa einem halben Liter Blut auch ca 250 mg Eisen verloren gehen.

Wieviel Milligramm Eisen enthalten unsere Lebensmittel?

Lebensmittel Eisen (mg/100g)
Schweineleber 22,1
Kakaopulver 12
Schweineniere 10,0
Hirse 9,0
Sojabohnen 8,6
Kalbsleber 7,9
Pfifferlinge 6,5
Blutwurst 6,4
Sonnenblumenkerne 6,3
Weisse Bohnen 6,1
Austern 5,8
Leberwurst 5,3
Erbsen 5,0
Knäckebrot 4,7
Haferflocken 4,6
Spinat 4,1
Brennnessel 4,1
Corned Beef 4,1
Haselnuss 3,8
Vollkornbrot 3,3
Rindfleisch 3,2
Schweinefleisch 3,0
Geflügel 2,6

gemäss Schweizer Nährwerttabelle 2004, GU- Nährwert-Tabelle 2002/2003

Was sind die Folgen einer Eisenanämie?

Eisen sitzt im Zentrum der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Die roten Blutkörperchen sind verantwortlich für den Transport von Sauerstoff von den Lungen in die Organe und dem Gewebe. Ein Mangel an roten Blutkörperchen führt zu einer mangelhaften Sauserstoffversorgung des Körpers.

Die Folgen einer Anämie sind oft Blässe, Müdigkeit bis zu Atemnot. Manche Personen fühlen sich schwindlig.

Da eine bestehende Anämie schwerwiegende Erkrankungen zur Ursache haben kann, ist das Gespräch mit Ihrem Apotheker oder Arzt empfehlenswert. Durch eine eisenreiche Ernährung kann aber einer Unterversorgung vorgebeugt werden. Sofern eine ausreichende Versorgung allein aus der Nahrung sichergestellt werden kann, ist eine Einnahme von Eisenpräparaten nicht notwendig. Sollte es über die Nahrung nicht möglich sein kann Eisen in Form von Tabletten eingenommen werden. Es gibt verschiedene Präparate im Handel, ihre Apotheke kann Sie zu den verschiedenen Präparaten optimal beraten nachdem Ihr Arzt den Eisenspiegel im Blut bestimmt hat.

Mögliche Produkte zur Unterstützung bei Eisenmangel:

Was ist der Tagesbedarf an Eisen?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt den Eisenbedarf für Männer mit 10 mg/Tag und für Frauen mit 15 mg/Tag an. Das Verdauungsystem kann im Normalfall aber nur 10% davon und 5mg maximal, aufnehmen. Während der Schwangerschaft oder bei einem bestehenden Eisenmangel erhöht sich die Resorptionsrate auf bis zu 40 %. Bei einem Überangebot sinkt sie auf 5 %.

Die Wirkung von Vitamin C aus einer indischen Studie

Eine indische Studie an unter Eisenmangel leidenden vegetarischen Kindern zeigte, dass Eisenmangel durch verbesserte Vitamin C-Zufuhr behandelt werden kann. Nachdem – ohne sonstige Änderung der Ernährungsgewohnheiten – für 60 Tage zu Mittagessen und Abendessen 100 mg Vitamin C (Ascorbinsäure) zugegeben wurden, trat bei allen Probanden der mit Vitamin C versorgten Gruppe eine deutliche Besserung des Hämoglobinstatus ein. Die Mehrzahl dieser Kinder genas sogar vollständig.

Tipp des Apothekers:

Was fördert die Aufnahme von Eisen im Körper?

Vitamin C hilft, dass das Eisen im Körper besser aufgenommen wird. Ebenfalls sind weitere organische Säuren wie Äpfelsäure, Weinsäure und Zitronensäure dafür bekannt.
Allgemein also vor allem die Inhaltsstoffe von Früchten und Fruchtgemüsen sowie Kohlgemüse.

Was hemmt die Aufnahme von Eisen im Körper?

Gerbstoffe welche sowohl im Kaffee und im schwarzen Tee vorhanden sind hemmen die Aufnahme von Eisen im Körper. Ebenfalls hemmend wird die Phytinsäure in umfermentiertem Vollkorngetreide. Ebenfalls weiss man das unbekannte Substanzen in Eiern wie auch Magensäure reduzierende Medikamente (Antazida) die Aufnahme reduzieren.

Durch mikrobielle Fermentation wird der Phytinsäuregehalt von Lebensmitteln reduziert, wodurch die Resorptionsrate von Eisen und Zink steigt. Deswegen sind unter Hefeteigführung und speziell Sauerteigführung gebackene Vollkornbrote eine bessere Eisenquelle als mit mineralischen Backtriebmitteln hergestellte Brote.

Warum ist Kalbfleisch oft hell?

Milch hemmt die Aufnahme von Eisen im Körper, aus demselben Grund ist Kalbfleisch so hell: Die Tiere werden in einem Alter, in dem sie in der Natur längst angefangen hätten zu äsen, fast ausschliesslich mit Milch gefüttert. So bleibt ihnen der Eisengehalt des Grases und anderen Blattmaterials unzugänglich, und sie werden anämisch. Dies ist der Grund dafür, dass unsere Bauern in Zukunft wieder Gras verfüttern, die Tiere gesund sind und wir rosa Kalbfleisch in den Läden haben.

Laborwerte

Typisch für die Eisenmangelanämie ist ein erniedrigter Hämoglobinwert (Hb < 13,5 g/dl beim Mann und < 12,0 g/dl bei der Frau), dabei ist auch der Hämoglobinwert im einzelnen Erythrozyten niedriger als normal (hypochrome Anämie). Beweisend für den Eisenmangel ist ein zusätzlich zum Hämoglobinmangel erniedrigter Ferritinwert. Eine Anämie bei normalem Ferritinwert deutet auf andere Ursachen hin, wie beispielsweise einen Mangel an Vitamin B6 oder der Vitamine B12 und Folsäure, die für die Blutbildung notwendig sind.

Quelle: Wikipedia/schweizerischer Ernährungsbericht (2005)/ Doktor.ch/Burgerstein Handbuch/schweizerische Nährwerttabelle