Löwenzahn (lat. Taraxacum officinale)

Im Frühling blüht die im Volksmund genannte „Chrottepösche“ mit ihren gelben Blüten auf fast jeder Wiese. Jedes Kind kennt die Pusteblume, denn mit nur einem Atemstoss wirbeln die fallschirmähnlichen Blüten durch die Luft. Die Kinder wissen auch bereits, dass sie eine reife Löwenzahnblume in der Hand halten und sie durch das Pusten dem Löwenzahn helfen, sich zu verbreiten. Beim Verblühen schliesst der Löwenzahn seine Blüte. Einige Tage später erfolgt die Fruchtreife, die Blüte öffnet sich dann wieder und die Früchte kommen zum Vorschein. Sie enthalten weisse haarige Flugschirme, welche durch den Wind weggetragen werden. Daher auch der Name Pusteblume. Dank seinen Bitterstoffen wird der Löwenzahn auch in der Medizin bei verschiedenstem Themen rund um den Magen-Darm Trakt verwendet.

Verwendeter Pflanzenteil

Die Pflanze wächst 5-30 cm hoch und wird durch die gelbe Blüte, sowie den markanten, zackigen Blättern erkannt. Unter der Erde befindet sich eine tiefe, kräftige Pfahlwurzel, welche schwer loszuwerden ist und dem Löwenzahn seinen Ruf als Unkraut beschert. Die Blätter bilden am Boden eine Rosette aus welcher der Stängel mit der Blüte hervorkommt. In allen Teilen der Pflanze ist Milchsaft enthalten. In der Medizin werden vom Löwenzahn das Kraut und die Wurzel verwendet, im Fachjargon Taraxaci radix cum herba genannt.

Vorkommen

Der Löwenzahn ist inzwischen auf allen Kontinenten heimisch und erscheint in vielen Unterarten und Varianten. Seine gelb leuchtenden Blüten zieren im Frühling unsere Wiesen und sind Nahrung für die Wildbienen. Durch menschliches Zutun wurde die Pflanze bis nach Südamerika eingeschleppt. Die verarbeiteten Pflanzen in Arzneimittel stammen aus Wildvorkommen und aus Zuchten. Hauptlieferanten des Krauts sind osteuropäische Länder.

Verwendung

Wussten Sie, dass der Löwenzahn den französischen Übername „pissenlit“ hat? Daraus ist schnell ersichtlich, dass der Löwenzahn für seine harntreibende Wirkung bekannt ist. Das Löwenzahnkraut mit Wurzeln kann als Tee, Pulver, Presssaft, Tinkturen oder Extrakt verwendet werden. Mit seiner gallenanregenden Eigenschaft unterstützt der Löwenzahn die Verdauung beispielsweise nach üppigen Mahlzeiten und wirkt aufgrund seiner Bitterstoffe appetitanregend. Daher ist der Löwenzahn oft in Kombipräparaten wie Leber-Gallen- oder Magentees vertreten. Dazu verhilft der Löwenzahn zu einem besseren Harnfluss und ist daher in Nieren-Blasen Präparaten zu finden. Dank diesen Eigenschaften wird Löwenzahn gerne unterstützend in den so genannten Frühjahrs-Kuren angewendet um Schlackenstoffe und Abbauprodukte aus dem Körper zu spülen.

Zubereitungen

Der Löwenzahn wird in flüssigen oder festen Darreichungsformen zur innerlichen Anwendung angeboten. Als Offentee sollte 1-3g der geschnitten Droge mit kaltem Wasser aufgekocht werden, 10 Minuten ziehen lassen und danach durch ein Teesieb geben. (1 Teelöffel entspricht zirka 1,2g). Tinkturen des Löwenzahns werden soweit nicht anders verordnet dreimal täglich 10-15 Tropfen eingenommen. Der Geschmack des Löwenzahns ist leicht bitter. Für eine Kur sollten Zubereitungen aus Löwenzahn 4-6 Wochen lang eingenommen werden.

Zu beachten

Präparate mit Löwenzahn sollten bei Entzündung oder Verschluss der Gallenwege, Ileus oder Gallensteinleien nur mit Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden.

Löwenzahn in der Küche

Die im Frühling frisch gepflückten Blätter eignen sich perfekt für einen frischen Frühlingssalat. Wem die Löwenzahnblätter zu bitter im Geschmack sind, kann sie vorgängig im Wasser einlegen. Allerdings gehen so auch wertvolle Inhaltsstoffe verloren.