Lindenblüte (lat. Tiliae flos)

Ein bekanntes aber oftmals unterschätztes Hausmittel: die Lindenblüte. Sie blüht an der Linde, einem Baum der bei den Germanen und Slawen als heilig galt. Die Linde, auch bekannt als „Baum der Liebe“ aufgrund ihrer herzförmigen Blätter und Wurzel, galt früher im Dorf als Zentrum und Treffpunkt für den Nachrichtenaustausch. Unter der Linde wurden Feste gefeiert, die Brautschau oder das Dorfgericht gehalten. Noch heute gilt die Linde als Kraftort, Liebesbaum, Gerichtsbaum, Tanzbaum oder Schutzbaum. Bereits im Mittelalter wurde die heilende Wirkung der Lindenblüten entdeckt, seitdem ist sie eine bewährte Arzneipflanze. Die Blüten, welche zwischen Juni und August blühen sind dünnhäutig und von grünlich-gelber Farbe.

Verwendeter Pflanzenteil

Die Linden gehören zu den Lindengewächsen, einer Unterfamilie der Malvengewächse. In Europa sind von dieser Pflanzengattung besonders die Winter- und Sommerlinden vertreten. Die Blüten der Sommerlinde (Tilia platyphyllos) werden seit Jahrhunderten als Heilmittel eingesetzt. Die Winterlinde (Tilia cordata) hat kleinere Blätter, weist aber ähnliche Eigenschaften auf und blüht nur wenige Wochen später.

Vorkommen

Linden sind in ganz Europa verbreitet. Sie haben keinen grossen Standortanspruch, sind schnellwüchsig und langlebig. Aus diesem Grund werden Linden gerne als Park- und Alleebäume angepflanzt, denn in der freien Natur kommen sie selten vor. Freistehende Linden haben eine flache, dichte Krone. Eine Linde kann bis zu 40 Meter hoch und mehrere hundert Jahre alt werden. Mit dem Blühen der Lindenblüten beginnt der eigentliche Hochsommer. Der süssliche Duft betört nicht nur die Menschen, die Bienen nutzen die Lindenblüte gerne als Nektarquelle.

Anwendungsgebiet

Die Lindenblüte hat verschiedene Wirkungen und kann deswegen breit eingesetzt werden. Bekannt ist sie vor allem für ihre schweisstreibende Wirkung und wird deshalb im Volksmund auch das „pflanzliche Grippemittel“ genannt. Die Lindenblüte hilft auch bei Erkältungsbeschwerden, denn dank der enthaltenen Schleimstoffe wirkt sie reizlindernd bei Husten und beruhigend bei Halsschmerzen. Aufgrund dieser Eigenschaften ist die Lindenblüte oft in Teemischungen gegen Erkältungskrankheiten vertreten. Lindenblüten haben aber auch krampflösende Eigenschaften, weshalb sie zusätzlich bei Magen- und Darmbeschwerden eingesetzt werden können. Eine entspannende Wirkung haben sie ausserdem als Beigabe in Badezusätzen.

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