Frühlingserwachen - Die Zeit vom Heuschnupfen

Es ist soweit – das Frühlingserwachen hat uns erreicht. Nun wird es bereits früher hell, die Sonne scheint den ganzen Tag und das Quecksilber des Thermometers schiesst in die Höhe, während die Vögel zwitschern und die Blumen spriessen. So manch einem geht dabei das Herz auf. Doch für einige unter uns bringt diese Jahreszeit nicht nur Frühlingsgefühle mit sich, sondern auch eine unerwünschte und lästige Nebenwirkung: Heuschnupfen. Schauen wir uns an, wie eine Allergie entsteht und welche Massnahmen den Betroffenen eine Erleichterung bringen.

Pollenflug und Heuschnupfen

Ursache und Symptome von Heuschnupfen

Bei Heuschnupfen, in medizinischen Fachkreisen als "allergische Rhinitis" bezeichnet, handelt es sich um eine weit verbreitete allergische Erkrankung, die sich unter Anderem in Niesen und einer verstopften Nase äussert und somit gewisse Ähnlichkeiten mit einer Erkältung besitzt.

Während bei einer Erkältung jedoch meist eine virale oder bakterielle Infektion zugrunde liegt, ist die Ursache von Heuschnupfen eine Überempfindlichkeit gegenüber Pollen. Aus diesem Grund wird von einer Pollenallergie gesprochen. Bei einer Pollenallergie werden meist drei Gruppen unterschieden, die normalerweise als Hauptauslöser des Heuschnupfens verantwortlich sind:

- Pollen frischblühender Bäume zwischen Februar und Mai
- Pollen von Gräser und Getreide zwischen Mai und September
- Pollen bestimmter Kräuter im Frühherbst

Ausserdem können auch Hausstaubmilben oder die Sporen von Schimmelpilzen zu einer solchen allergischen Reaktion führen.

Die Pollen wirken bei Heuschnupfen als Allergene, das heisst, sie werden als Fremdkörper betrachtet und lösen dadurch eine Allergie aus. Kommt der Körper zum zweiten Mal im Leben mit diesen Allergenen in Kontakt so wird eine allergische Reaktion ausgelöst. Bei diesem Zweitkontakt mit den Allergenen werde sogenannte Mastzellen, welche sich an verschiedensten Stellen im Körper befinden zum "platzen" gebracht und setzen Histamin frei. Histamin ist ein körpereigenes Hormon, welches die uns bekannten unerwünschten Wirkungen des Heuschnupfens bringen.

Typische Symptome bei Heuschnupfen:
- Schnupfen mit wässriger Flüssigkeitsbildung
- Verstopfte Nase durch die geschwollene Schleimhaut
- Niesattacken
- Juckreiz

Zusätzlich können auch die Augen von Rötungen, Juckreiz, Brennen und Tränenfluss mitbetroffen sein. Neben diesen lokalen Beschwerden kann die allergische Reaktion auch weitere Auswirkungen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Reizbarkeit haben.

Kreuzallergien

Viele Leute, die an Heuschnupfen leiden, stellen ausserdem fest, dass sie zunehmend auch auf bestimmte Nahrungsmittel empfindlich reagieren. Bei dieser plötzlichen Unverträglichkeit handelt es sich meist nicht um eine eigenständige Allergie. Im Zusammenhang mit Pollenallergien können weitere Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Man spricht dabei von einer Kreuzallergie, in diesem Fall von einer sogenannten pollenassoziierten Nahrungsmittel-Allergie. Die Ursache dafür ist eine immunologische Kreuzreaktion: Die Pollen-Allergene gleichen in ihrer Struktur gewissen Eiweissstoffen aus Früchten oder Gemüsesorten. Die Antikörper, welche die Pollen bekämpfen, erkennen irrtümlicherweise diese ähnlichen Strukturen als Fremdkörper und bekämpfen sie ebenfalls. Dadurch lösen nun nebst den Pollen auch Lebensmittel mit den ähnlichen Proteinstrukturen gleiche allergische Reaktionen aus.

Baumpollen-Allergiker vertragen daher oft keine Äpfel, Kirschen, Nüsse, Erdbeeren oder Pflaumen, während Personen mit einer Allergie auf Gräser und Getreide oft Probleme mit dem Verzehr von Getreideprodukten, Hülsenfrüchten, Erdnüsse oder Soja haben. Bei Kräuterpollen-Allergiker können Sellerie, Karotten oder auch manche Gewürze allergische Reaktionen auslösen.

Tipps gegen Pollenallergie und Heuschnupfen

1. Besser Abends raus gehen

Der Pollenflug ist morgens besonders stark. Aus diesem Grund sollten Outdoor-Aktivitäten auf den Abend oder auf regnerische Tage verschoben werden.

2. Richtig lüften

Türen und Fenster sollten in dieser Zeit möglichst geschlossen bleiben, wobei vorzugsweise abends gelüftet werden sollte. Auch ein Pollengitter an den Fenstern schafft Abhilfe. Im Auto die Lüftung während der Pollenflugzeit ausgeschaltet lassen.

3. Auge und Nase schützen

Zum Schutz der Augen vor den fliegenden Pollen kann eine Sonnenbrille getragen werden. Die Nasenschleimhaut kann mit einer Nasenspülung gestärkt und gereinigt werden.

4. Abends duschen

Auch für diejenigen, die gerne am morgen duschen lohnt es sich, dies auf den Abend zu verschieben. So können Körper und Haare von den Pollen gereinigt werden.

5. Kleider wechseln

Die Kleider sollten regelmässig, wenn möglich täglich, gewechselt werden. Vorzugsweise nicht im Schlafzimmer die Kleidung ausziehen und diese auch nicht im Schlafzimmer liegen lassen. Dies verhindert neue herumfliegende Pollen.

6. Wäsche nicht draussen trocknen

Besonders im Frühling ist es verlockend, die Wäsche wieder draussen trocknen zu lassen. Aufgrund der Pollen, welche sich darin verfangen können sollte davon abgesehen werden.

7. Pollenflugkalender

Durch die Beachtung der Pollenvorhersage oder der Besorgung eines Pollenflugkalenders kann ungefähr eingeschätzt werden, wann die Beschwerden auftreten. Dies kann auch bei der Urlaubsplanung sehr sinnvoll sein. Meer wie auch Hochgebirge sind übrigens nahezu pollenfreie Zonen.

Behandlungsmethoden bei Heuschnupfen

Sich voll und ganz vor den Pollen zu schützen funktioniert selbst bei den besten Vorkehrungen meistens nicht. Heuschnupfen kann dann auf verschiedene Arten behandelt werden.

Desensibilisierung

Mit einer spezifischen Immuntherapie oder Desensibilisierung kann die Ursache der Allergie bekämpft werden. Das Ziel dieser Therapie ist, den Körper an das vermeintliche Allergen zu gewöhnen und somit allergische Reaktionen zu vermindern. Dafür wird das Allergen in kleinen Mengen immer wieder verabreicht, wobei die Therapie sich über eine relativ lange Zeit ausdehnen kann.

Antihistaminika

Diese Präparate enthalten spezielle Substanzen, welche die Histaminrezeptoren blockieren. Wir kein Histamin mehr im Körper ausgeschüttet, so können die allergischen Reaktionen verhindert werden. Antihistaminika wirken gegen Allergiesymptome wie Niesen, gereizte, tränende oder rote Augen, juckende Nase oder Hals oder verstopfte Nase.

Behandlung akuter Symptome

Wenn die Nase läuft und juckt ist es besonders wichtig, die Schleimhaut gut zu pflegen. Die Nasenhärchen wirken wie ein Filter gegen die Pollen. Umso wichtiger ist es, dass die Nasenschleimhaut gestärkt und täglich von den Pollen befreit wird.

Auch bei tränenden Augen ist es wichtig, den Tränenfilm intakt zu halten und die Augen z.B. mit befeuchtenden Augentropfen zu pflegen.

Diese Produkte helfen, die Symptome von Heuschnupfen zu lindern