Was ist ADHS ?

ADHS ist die Abkürzung für AufmerksamkeitsDefizitHyperaktivitätsStörung. Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zählt zu den häufigsten neuropsychiatrischen Störungen des Kindes- und Judendalters. Die Diagnose einer ADHS wir bei Jungen zwei- bis viermal häufiger gestellt als bei Mädchen. Es wird davon ausgegangen, dass im Kindes- und Jugendalter vorhandene ADHS-Symptome in bis zu 60% der Fälle auch im Erwachsenenalter bleiben.

Was ist typisch für ADHS bei Kindern?

Beschwerden sind andauernd, deutlich störend im Alltag, entsprechen nicht dem Alter des Kindes. Beschwerden treten bereits im Vorschulalter und in verschiedenen Lebensbereichen auf (z.B. zu Hause und in der Schule. Typisch für Probleme mit der Aufmerksamkeit sind zum Beispiel, Flüchtigkeitsfehler, Nicht zuhören, Abbrechen von Arbeiten und Vergesslichkeit. Beim unkontrollierten Verhalten sind es häufiges Dreinreden, Stören und Unterbrechen anderer sowie Ungeduld. Ebenfalls wird ein gesteigerter Bewegungsdrang festgestellt wie zappeln, herumlaufen und nicht ruhig sitzen können. Wichtig bei all diesen Symptomen ist es, dass sie durchaus normal sind für ein heranwachsendes Kind und erst in der Summe und in Ihrer Ausgeprägtheit durch einen Arzt als ADHS diagnostiziert werden kann.

Wie stellt der Arzt ADHS fest?

Der Arzt beginnt mit einem ausführlichem Gespräch, der Erhebung der Krankengeschichte, sowie einem Gespräch mit Eltern, Erziehern und Lehrern. Es folgt eine ärztliche Untersuchung gefolgt von Fragebögen, Test und Verhaltensbeobachtungen. Meist werden ergänzende Untersuchungen wie zum Beispiel Bluttests, Bild vom Kopf, Messungen der Hirnströme sowie Hörtests durchgeführt.

Welche Möglichkeiten gibt es zur Unterstützung bei ADHS Kindern?Die Beratung und Erkennen der Situation ist der wichtigste Schritt sowohl für die Betroffenen wie auch für die jeweiligen Bezugspersonen. Kann ADHS als eine Krankheit wahrgenommen werden können Verhaltensstörungen besser akzeptiert werden. Es gibt die Möglichkeit von Verhaltens- und Phsychotherapie, sowie Unterstützung im Schulunterricht. Nicht zuletzt die medikamentöse Therapie welche jedoch einer sorfältigen Prüfung durch den verschreibenden Arzt voraussetzt. Die Arzneimittel sind alle verschreibungspflichtig oder unterstehen gar dem Betäubungsmittelgesetz, welches nur mit einem Spezialrezept in Ihrer Apotheke bezogen werden kann.

Medikamente wirken bei ADHS

Neben Psychotherapie und pädagogischen Maßnahmen ist die Behandlung mit Medikamenten wichtiger Bestandteil einer multimodalen Therapie der ADHS. Seit den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts werden so genannte Stimulanzien zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit ADHS eingesetzt. In 70 - 90 % der ADHS-Fälle wird für die Dauer der Einnahme eine Verringerung der hyperaktiven, impulsiven und unaufmerksamen Verhaltensauffälligkeiten beobachtet.

Stimulanzien gehören heute zu den am besten erforschten Substanzen bei Kindern überhaupt und werden als Mittel der ersten Wahl zur medikamentöse ADHS-Behandlung eingesetzt. Die Sicherheit und Wirksamkeit dieser Medikamente wurde in Hunderten von Studien über die letzten Jahrzehnte untersucht.

Als weitere Behandlungsmöglichkeit für Kinder und Jugendliche, stehen Amphetamine und Atomoxetin zur Verfügung. In seltenen Fällen kommen Anitdepressiva und Neuroleptika als medikamentöse Therapie bei ADHS zum Einsatz.

Grundprinzipien für den Umgang der Eltern mit ihrem
Kind mit ADHS

– Stellen Sie klare Regeln auf, und bleiben Sie konsequent!
– Versuchen Sie, Probleme vorherzusehen und die Übersicht
zu behalten!
– Behalten Sie eine positive Beziehung zu Ihrem Kind, und
loben Sie es!
– Versuchen Sie nicht, immer perfekt zu sein!
– Tun Sie auch etwas für sich selbst!