Zink Verla Filmtabl 20 Mg 50 Stk

Zink Verla Filmtabl 20 Mg 50 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Zink-D-gluconat.

Hilfsstoffe: excipiens pro compresso obducto.

Zink Verla 20 enthält keine verwertbaren Kohlenhydrate.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Filmtablette Zink Verla 20 enthält 140 mg Zink-D-gluconat, entsprechend 20 mg Zink.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zinkmangelzustände.

  • Alimentärer Zinkmangel (ungenügende oder einseitige Ernährung).
  • Erhöhte Zink-Verluste oder/und schlechte Resorption: Therapie mit Penicillamin und anderen Chelatbildnern, Malabsorption und exsudative Enteropathie (Sprue, M. Crohn), Leberzirrhose.

Deckung eines erhöhten Zinkbedarfes, z.B. nach Operationen, Traumen, Verbrennungen und während Schwangerschaft und Stillzeit.

Therapie des Morbus Wilson.

Acrodermatitis enteropathica.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene

Bei Zinkmangelzuständen/bei erhöhtem Bedarf: 1–2 Filmtabletten täglich.

Therapie mit Penicillamin und anderen Chelatbildnern: 1 Filmtablette täglich.

Acrodermatitis enteropathica: bis zu 5 Filmtabletten täglich.

Therapie des Morbus Wilson: 2 bis 3 mal täglich je 2 bis 3 Filmtabletten (Tagesdosis 80 bis 180 mg); die Minimaldosis von 80 mg täglich sollte nicht unterschritten werden. Die Erfahrungen mit dieser Dosierungsempfehlung bei Morbus Wilson sind limitiert.

Kinder und Jugendliche

Die Anwendung und Sicherheit von Zink Verla 20 bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht geprüft worden.

Da die Resorption durch Nahrungsmittel gestört werden kann, sollen die Filmtabletten mit ausreichend Flüssigkeit in deutlichem zeitlichen Abstand von den Mahlzeiten eingenommen werden (mindestens 1 h).

Die Filmtabletten sind nicht teilbar.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit auf einen der Inhaltsstoffe, schwere Niereninsuffizienz, akutes Nierenversagen. Bei Morbus Wilson zusätzlich: Kombination mit Chelatbildnern Penicillamin, EDTA oder Trientin.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei längerfristiger Anwendung von Zink sollte neben Zink auch Kupfer labordiagnostisch überwacht werden, da es zu einem Kupfermangel und einer Anämie kommen kann.

Bei der Therapie des Morbus Wilson sind folgende zusätzlichen Vorsichtsmassnahmen zu beachten:

Die Therapie darf erst nach erfolgter Depletion mit Chelatbildnern begonnen werden. Die Therapie darf nur unter ständiger Überwachung von Cupriurie, Leberwerten, Klinik und Kayser-Fleischer-Ringen erfolgen. Bei Verschlechterung ist die Behandlung zugunsten von Chelatbildnern zu stoppen.

Interaktionen

Bei gleichzeitiger Gabe von Zink und Eisensalzen bzw. Kupfersalzen kann die Resorption von Zink vermindert werden. Zink kann die Verfügbarkeit von Kupfer beeinträchtigen. Die Gabe von Chelatbildnern wie D-Penicillamin, Dimercaptopropansulfonsäure (DMPS) oder Edetinsäure (EDTA) kann die Resorption von Zink vermindern bzw. die Ausscheidung erhöhen. Zink reduziert die Resorption von Chinolonen (z.B. Ciprofloxacin) und Tetrazyklinen. Zwischen der Einnahme von Zink Verla und der Einnahme dieser Präparate sollte deshalb ein Abstand von mindestens 2 Stunden eingehalten werden.

Inhaltsstoffe von pflanzlichen Nahrungsmitteln (Getreideprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse) beeinträchtigen die Resorption von Zink.

Schwangerschaft/Stillzeit

Kontrollierte Studien bei Frauen haben keine fötalen Risiken aufgezeigt. Die Möglichkeit einer Schädigung des Fötus erscheint als wenig wahrscheinlich.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Gastrointestinale Störungen:

In seltenen Fällen (<1/1000, ≥1/10'000) treten leichte Übelkeit oder Erbrechen auf. Bei hohen Dosierungen (>50 mg Zink pro Tag) ist das Auftreten von Durchfall möglich. Durch die Einnahme zu den Mahlzeiten können diese Nebenwirkungen zwar reduziert werden, gleichzeitig wird jedoch auch die Resorption von Zink vermindert.

Überdosierung

Erst bei oralen Dosierungen, die um ein Vielfaches über den therapeutischen Dosierungen liegen, können Überdosierungserscheinungen wie z.B. Metallgeschmack auf der Zunge, Fieber, Übelkeit, abdominale Beschwerden, Schwindel, Elektrolytstörungen, Lethargie, Ataxie, Kopfschmerzen, Diarrhö, Erbrechen und Erhöhung der Amylase, Lipase und der alkalischen Phosphatase auftreten. Bei Überdosierung ist das Präparat sofort abzusetzen, gegebenenfalls ist die Gabe von D-Penicillamin indiziert.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A12CB02

Zink ist für den Menschen ein essentielles Spurenelement. Insgesamt enthält der Körper des Erwachsenen etwa 2–3 g Zink. Der tägliche Bedarf beträgt ca. 15 mg und wird normalerweise durch die Nahrung gedeckt. Eine wesentliche Rolle spielt Zink als strukturelle, katalytische oder regulatorische Komponente von Enzymen, z.B. der alkalischen Phosphatase, verschiedenen Dehydrogenasen, Thymidinkinasen, Carboxypeptidasen, DNA- und RNA-Polymerasen sowie gemeinsam mit Kupfer in der Superoxiddismutase. Im Pankreas wird Zink als Komplexbildner für Insulin und Glukagon benötigt. Zink ist erforderlich für die Reifung der Gonaden, die testikuläre Steroidgenese und die Fertilität. Bei der zellulären und humoralen Immunantwort ist z.B. die Anwesenheit von Zink Voraussetzung für die mitogene Stimulation der Abwehrzellen. Die Funktion von T-Lymphozyten, Makrophagen und Granulozyten ist ebenfalls abhängig von Zink.

Bei einem Zinkmangel sind die schnell wachsenden Gewebe am stärksten betroffen (z.B. Spermien, Embryonen, fetale Zellen, immunkompetente Zellen, Bindegewebe bei der Wundgranulation). Zink dient vor allem der DNA-, RNA- und Proteinstabilisierung.

Pharmakokinetik

Aus dem Darm werden etwa 10–40% des in der Nahrung enthaltenen Zinks resorbiert. Die Resorption erfolgt vorwiegend im Duodenum und im oberen Dünndarm. Die Aufnahme ist jedoch sehr variabel und von vielen Faktoren abhängig. So erhöht eine proteinreiche Kost die Resorption, während die vor allem in Hülsenfrüchten und Getreide vorkommende Phytinsäure die Zinkaufnahme durch Bildung schwer löslicher und schlecht resorbierbarer Komplexe in einem nicht genau quantifizierbaren Ausmass hemmt. Die Zink-Aufnahme kann ebenfalls durch Cadmium, Kupfer, Calcium oder Eisen gehemmt werden. Zink wird hauptsächlich mit dem Stuhl ausgeschieden, die renale Elimination ist gering (0,3–0,6 mg täglich).

Präklinische Daten

Es sind keine Daten vorhanden.

Sonstige Hinweise

Bei 15–30 °C lagern. Nur bis zum auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwenden.

Zulassungsnummer

55476 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Biomed AG, CH-8600 Dübendorf.

Herstellerin

Verla-Pharm Arzneimittel, D-82327 Tutzing.

Stand der Information

November 2008.

Verwendung dieser Informationen

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