Xamiol Gel 30 G

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Calcipotriol-Hydrat und Betamethasondipropionat.

Hilfsstoffe: Dickflüssiges Paraffin, Polyoxypropylen-stearyl-ether, hydriertes Rizinusöl, Butylhydroxytoluol (E321), α-Tocopherol (E307).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Beinahe transparentes, farbloses bis leicht cremefarbenes lipophiles Gel.

1 g Xamiol Gel enthält 0,05 mg Calcipotriol (als Calcipotriol-Hydrat) und 0,5 mg Betamethason (als Betamethasondipropionat).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Topische Behandlung der Psoriasis der Kopfhaut. Xamiol Gel sollte nicht im Gesicht angewendet werden.

Dosierung/Anwendung

Xamiol Gel sollte 1-mal täglich über einen Zeitraum von bis zu 8 Wochen auf die betroffenen Areale der Kopfhaut aufgetragen werden. Anschliessend kann Xamiol Gel bei Bedarf unter ärztlicher Kontrolle angewendet werden.

Die maximale Dosis sollte 15 g/Tag und 100 g/Woche nicht überschreiten. Bei der gleichzeitigen Anwendung von anderen Calcipotriol-haltigen Präparaten zur Behandlung des restlichen Körpers, sollte die Gesamtmenge von 15 g/Tag bzw. 100 g/Woche nicht überschreiten.

Es können alle betroffenen Areale der Kopfhaut ausser dem Gesicht mit Xamiol Gel behandelt werden. Die insgesamt mit Calcipotriol behandelte Hautfläche kann bis zu 30% der Körperoberfläche betragen.

Die Anwendung von Xamiol Gel bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird nicht empfohlen.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber einem der Wirkstoffe oder einem oder mehreren Hilfsstoffen.

Xamiol Gel ist infolge des Gehaltes an Calcipotriol kontraindiziert bei Patienten mit bekannten Störungen des Calciumstoffwechsels.

Ausserdem ist Xamiol Gel wegen des Kortikosteroids kontraindiziert bei viralen Erkrankungen der Haut (z.B. Herpes, Varizellen) und bei Infektionen, die durch Pilze, Bakterien und Parasiten verursacht werden, bei Hautmanifestationen von Tuberkulose oder Syphilis, bei perioraler Dermatitis, Hautatrophien, Striae distensae, bei erhöhter Fragilität der Hautgefässe, Ichthyose, Akne vulgaris, Akne rosacea, Rosacea, Ulzera und Wunden.

Xamiol Gel ist kontraindiziert bei Psoriasis guttata sowie bei erythrodermischer, exfoliativer und pustulöser Psoriasis.

Xamiol Gel ist kontraindiziert bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz oder schwerer Leberfunktionsstörung.

Da bisher keine Erfahrungen mit der Anwendung des Präparates bei Kindern vorliegen, darf Xamiol Gel bei Kindern nicht angewendet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Xamiol Gel enthält ein Steroid der Stärkeklasse 3 (stark wirksam) und eine gleichzeitige Behandlung mit anderen Kortikosteroiden auf der Kopfhaut muss vermieden werden. Unerwünschte Wirkungen wie adrenokortikale Suppression oder eine Störung der metabolischen Kontrolle eines Diabetes mellitus, die im Zusammenhang mit der systemischen Applikation von Kortikosteroiden beobachtet werden, können wegen der möglichen systemischen Absorption auch bei topischer Applikation von Kortikosteroiden auftreten.

Die Anwendung unter Okklusivverbänden sollte vermieden werden, da dies zu einer verstärkten systemischen Resorption von Kortikosteroiden führt.

In einer Studie mit Patienten mit ausgedehnter Psoriasis auf Kopfhaut und Körper wurden diese mit einer Kombination aus hoch dosiertem Xamiol Gel (Anwendung auf der Kopfhaut) und einem entsprechenden anderen hoch dosierten Kombinationspräparat (Anwendung auf dem Körper) behandelt. Hierbei kam es bei 5 von 32 Patienten nach 4-wöchiger Behandlung zu einer grenzwertigen Abnahme der Kortisolreaktion nach ACTH (adrenokortikotropes Hormon)-Belastung (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).

Aufgrund des Calcipotriolgehaltes können bei Überschreiten der maximalen wöchentlichen Dosis (100 g) Hypercalcämien auftreten. Die Calciumkonzentration im Serum fällt allerdings schnell wieder auf normale Werte zurück, wenn die Behandlung unterbrochen wird. Das Risiko einer Hypercalcämie ist minimal, wenn die Empfehlungen bezüglich Calcipotriol eingehalten werden.

Die Haut im Gesicht reagiert sehr empfindlich auf Kortikosteroide. Diese Stellen sollten nur mit schwächer wirksamen Kortikosteroiden behandelt werden. Beim versehentlichen Auftragen von Xamiol Gel auf das Gesicht oder auf die Augen bzw. auf die Bindehaut des Auges wurden gelegentlich lokale unerwünschte Reaktionen (wie Augenreizung oder Hautirritation im Gesicht) beobachtet (siehe «Unerwünschte Wirkungen» und «Eigenschaften/Wirkungen»); bei längeren, wiederholten Kontakten besteht Kataraktgefahr. Der Patient muss über die korrekte Anwendung des Arzneimittels unterrichtet werden, um das Auftragen oder ein versehentliches Übertragen auf Gesicht, Mund oder Augen zu vermeiden. Die Hände müssen nach jeder Anwendung gewaschen werden, um eine versehentliche Übertragung auf diese Stellen zu vermeiden.

Wenn eine sekundäre Infektion der Psoriasis-Läsionen auftritt, sollte diese antimikrobiell behandelt werden. Falls sich die Infektion jedoch verschlimmert, sollte die Behandlung mit Kortikosteroiden gestoppt werden.

Bei der Psoriasis-Behandlung kann die Anwendung von Kortikosteroiden mit einem gewissen Risiko verbunden sein, da es zu Rückfällen (Rebound-Effekt), Toleranzentwicklung, Auslösung einer generalisierten Psoriasis pustulosa und Entwicklung von lokaler oder systemischer Toxizität infolge der herabgesetzten Barrierefunktion der Haut kommen kann. Ein Rebound-Effekt wurde allerdings in den vorliegenden Studien nicht beobachtet. Eine sorgfältige Überwachung des Patienten ist deshalb wichtig.

Kortikoide können Symptome einer allergischen Hautreaktion auf einen der Bestandteile des Präparates maskieren. Der Patient ist anzuweisen, das Präparat nur für sein aktuelles Hautleiden während der angegebenen Therapiedauer zu gebrauchen und es nicht an andere Personen weiterzugeben.

Bei längerfristiger Anwendung erhöht sich das Risiko lokaler und systemischer Kortikosteroid-Nebenwirkungen. Bei Nebenwirkungen, die in Verbindung mit der längerfristigen Anwendung von Kortikosteroiden auftreten, sollte die Behandlung beendet werden (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Es liegen keine Erfahrungen mit der gleichzeitigen Anwendung anderer systemischer Antipsoriatika sowie Phototherapie vor.

Während der Behandlung mit Xamiol Gel sollte der Arzt den Patienten darauf hinweisen, übermässige natürliche oder künstliche Sonnenbestrahlung zu beschränken bzw. zu vermeiden. Topisches Calcipotriol sollte nur dann zusammen mit UV-Bestrahlung angewendet werden, wenn nach sorgfältiger Abwägung durch Arzt und Patient der potentielle Nutzen das potentielle Risiko übersteigt (siehe «Präklinische Daten»).

Xamiol Gel enthält Butylhydroxytoluol (E321), welches lokale Hautreaktionen (z.B. Kontaktdermatitis) oder Irritationen der Augen und Schleimhäute auslösen kann.

Interaktionen

Es wurden keine Wechselwirkungsstudien durchgeführt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Die Sicherheit der Anwendung von Xamiol Gel während Schwangerschaft und Stillzeit wurde nicht untersucht. Tierstudien haben keine teratogenen Effekte von Calcipotriol gezeigt. Dagegen wurden in Tierstudien mit Kortikosteroiden teratogene Effekte gefunden.

Es ist nicht bekannt, ob Calcipotriol oder topisch applizierte Kortikosteroide in die Muttermilch übergehen. Allerdings gelangen systemisch verabreichte Kortikosteroide in die Milch.

Xamiol Gel sollte während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden, es sei denn dies ist eindeutig erforderlich.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Der Einfluss von Xamiol Gel auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, wurde nicht untersucht.

Unerwünschte Wirkungen

Sehr häufig

≥1/10

Häufig

≥1/100 und <1/10

Gelegentlich

≥1/1'000 und <1/100

Selten

≥1/10'000 und <1/1'000

Sehr selten

<1/10'000

An dem klinischen Studienprogramm für Xamiol Gel haben bisher mehr als 4'400 Patienten teilgenommen, von denen über 1'900 mit Xamiol Gel behandelt wurden. Bei ca. 8% der mit Xamiol Gel behandelten Patienten kam es zu einer Nebenwirkung.

Die unerwünschten Wirkungen sind nachfolgend gemäss MedDRA SOC eingeteilt und die individuellen Wirkungen sind nach Häufigkeit geordnet aufgeführt (die Häufigsten zuerst):

Augen

Gelegentlich: Augenreizungen.

Haut

Häufig: Pruritus.

Gelegentlich: Gefühl von Brennen auf der Haut, Hautschmerzen oder -irritation, Follikulitis, Dermatitis, Erythem, Akne, trockene Haut, Verschlechterung einer Psoriasis, Hautausschlag, pustulöser Hautausschlag.

Unerwünschte Wirkungen, die bei Calcipotriol bzw. Betamethason beobachtet wurden:

Calcipotriol

Die unerwünschten Wirkungen beinhalten Reaktionen an der Applikationsstelle, Pruritus, Hautirritationen, Brennen und Stechen, trockene Haut, Eryhtem, Hautausschlag, Dermatitis, Ekzem, Verschlimmerung der Psoriasis, Photosensibilität und Überempfindlichkeitsreaktionen inklusive in sehr seltenen Fällen Angio- und Gesichtsödem. Systemische Effekte nach topischer Anwendung treten sehr selten auf und bestehen in Hypercalcämie oder Hypercalcurie (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Betamethason (als Betamethasondipropionat)

Dieses Präparat enthält ein stark wirksames Kortikosteroid.

Lokale Reaktionen, die nach topischer Anwendung, vor allem nach verlängerter Therapiedauer, auftreten können, beinhalten Hautatrophie, Teleangiektasien, Striae, Follikulitis, Hypertrichose, periorale Dermatitis, allergische Kontaktdermatitis, Depigmentierungen und Kolloidmilien. Bei der Psoriasis-Therapie besteht das Risiko einer generalisierten pustulösen Psoriasis. Systemische unerwünschte Wirkungen durch die topische Anwendung von Kortikosteroiden sind bei Erwachsenen zwar selten, können jedoch schwerwiegend sein. Adrenocorticale Suppression, Katarakt, Infektionen und erhöhter intraokularer Druck können auftreten, vor allem nach Langzeit-Behandlung. Systemische Effekte treten häufiger bei der Anwendung unter Okklusion (Plastikfolie, Hautfalten), bei grossflächiger Anwendung und während Langzeit-Behandlung auf (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Überdosierung

Das Überschreiten der empfohlenen Dosierung kann zu einem erhöhten Calciumspiegel im Serum führen, der sich aber nach Abbruch der Behandlung rasch wieder normalisieren sollte.

Die übermässige Langzeitanwendung von Kortikosteroiden kann die hypophysär-adrenale Funktion unterdrücken, was zu einer normalerweise reversiblen sekundären adrenalen Insuffizienz führen kann. In diesen Fällen ist eine symptomatische Therapie indiziert.

Bei chronischer Toxizität muss die Kortikosteroid-Behandlung schrittweise abgesetzt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: D05AX52

Wirkungsmechanismus und Pharmakodynamik

Calcipotriol ist ein Vitamin-D3-Derivat. In-vitro-Daten zeigen, dass Calcipotriol die Differenzierung von Keratinozyten induziert und deren Proliferation hemmt. Diese beiden Wirkungen werden als Grundlage des therapeutischen Effektes bei Psoriasis angenommen.

Wie andere Kortikosteroide besitzt Betamethasondipropionat entzündungshemmende, juckreizstillende, vasokonstriktorische und immunsuppressive Eigenschaften ohne jedoch die zugrunde liegende Erkrankung zu heilen. Durch Okklusion kann die Wirkung aufgrund einer erhöhten Penetration durch das Stratum corneum verstärkt werden. Die Häufigkeit von unerwünschten Wirkungen wird dadurch erhöht. Generell ist der Mechanismus der entzündungshemmenden Wirkung von topischen Kortikosteroiden unklar.

Die Reaktion der Nebenniere auf ACTH wurde bei Patienten mit ausgedehnter Psoriasis auf Kopfhaut und Körper unter Behandlung mit einer Wochendosis von bis zu 106 g als Kombination aus Xamiol Gel und einem entsprechenden Kombinationspräparat in Salbenform anhand der Messung des Serumkortisols bestimmt. Eine grenzwertige Abnahme der Kortisolreaktion 30 Minuten nach ACTH-Belastung wurde bei 5 von 32 Patienten (15,6%) nach 4-wöchiger Behandlung beobachtet und bei 2 von 11 Patienten (18,2%), welche die Behandlung bis auf insgesamt 8 Wochen fortsetzten. In allen Fällen waren die Serumkortisolspiegel 60 Minuten nach ACTH-Belastung normal. Es gab bei diesen Patienten keinen Hinweis auf eine Beeinträchtigung des Kalziumstoffwechsels.

Die Wirksamkeit von Xamiol Gel bei einmal täglicher Anwendung wurde in zwei randomisierten, doppelblinden, 8-wöchigen klinischen Studien mit insgesamt mehr als 2'900 Patienten untersucht, die gemäss der globalen Beurteilung der Schwere der Erkrankung durch den Prüfarzt (Investigator's Global Assessment, IGA) eine mindestens leicht ausgeprägte Kopfhautpsoriasis aufwiesen. Die Vergleichsmedikationen waren Betamethasondipropionat in der Gelgrundlage, Calcipotriol in der Gelgrundlage und (in einer der Studien) die wirkstofffreie Gelgrundlage. Alle Medikationen wurden einmal täglich angewendet. Die Ergebnisse für das primäre Wirksamkeitskriterium (fehlende oder sehr leicht ausgeprägte Erkrankung gemäss IGA nach 8 Wochen) zeigten, dass Xamiol Gel statistisch signifikant wirksamer war als die Vergleichsmedikationen. Auch die Ergebnisse hinsichtlich des Wirkeintritts, die sich auf ähnliche Daten nach 2 Wochen stützen, zeigten, dass Xamiol Gel statistisch signifikant wirksamer war als die Vergleichsmedikationen.

% der Patienten mit fehlender oder sehr leicht ausgeprägter Erkrankung

Xamiol Gel(n= 1'108)

Betamethason- dipropionat(n= 1'118)

Calcipotriol(n= 558)

Gelgrundlage(n= 136)

Woche 2

53,2%

42,8%1

17,2%1

11,8%1

Woche 8

69,8%

62,5%1

40,1%1

22,8%1

1 Statistisch signifikant geringere Wirkung als Xamiol Kopfhaut-Gel (p<0,001)

In einer weiteren randomisierten klinischen und für den Prüfarzt verblindeten Studie, an der 312 Patienten mit gemäss IGA zumindest mässig ausgeprägter Kopfhautpsoriasis teilnahmen, wurde die bis zu 8-wöchige einmal tägliche Anwendung von Xamiol Gel mit der zweimal täglichen Anwendung eines Calcipotriol-Monopräparates verglichen. Die Ergebnisse für das primäre Wirksamkeitskriterium (fehlende oder sehr leicht ausgeprägte Erkrankung gemäss IGA nach 8 Wochen) zeigten, dass Xamiol Gel statistisch signifikant wirksamer war als das Calcipotriol-Monopräparat.

% der Patienten mit fehlender oder sehr leicht ausgeprägter Erkrankung

Xamiol Gel(n= 207)

CalcipotriolMonopräparat(n= 105)

Woche 8

68,6%

31,4%1

1 Statistisch signifikant geringere Wirkung als Xamiol Kopfhaut-Gel (p<0,001)

In einer randomisierten, doppelblinden klinischen Langzeitstudie mit 873 Patienten, die an Kopfhautpsoriasis von zumindest mässiger (gemäss IGA) Ausprägung litten, wurde die Anwendung von Xamiol Gel im Vergleich zu Calcipotriol in der Gelgrundlage untersucht. Beide Behandlungen wurden einmal täglich, bei Bedarf intermittierend, über bis zu 52 Wochen angewendet. Unerwünschte Ereignisse, die möglicherweise mit der Langzeitanwendung von Kortikosteroiden auf der Kopfhaut verbunden waren, wurden von einem unabhängigen, verblindeten Stab von Dermatologen dokumentiert. Die Behandlungsgruppen unterschieden sich nicht hinsichtlich des Anteils der Patienten, bei denen solche unerwünschten Ereignisse auftraten (2,6% in der mit Xamiol Gel behandelten Gruppe und 3% in der mit Calcipotriol behandelten Gruppe; p= 0,73). Es wurden keine Fälle von Hautatrophie beobachtet.

Pharmakokinetik

Absorption

Versuche mit Ratte und Minischwein haben ergeben, dass die systemische Resorption von topisch angewendetem Xamiol Gel mit der des entsprechenden Kombinationspräparates in Salbenform vergleichbar ist. Die transdermale Absorption von Calcipotriol und Betamethason beim Menschen liegt für beide Substanzen unter 1% der verabreichten Dosis. Der Penetrations- und Permeationsanteil ist abhängig von der Körperregion, dem Zustand der Haut, der galenischen Formulierung, dem Alter und dem Applikationsmodus.

Die Konzentrationen von Calcipotriol und Betamethasondipropionat waren in allen Blutproben von 34 Patienten mit ausgedehnter Psoriasis der Kopfhaut oder am Körper, die über 4 bzw. 8 Wochen mit Xamiol Gel und dem entsprechenden Kombinationspräparat in Salbenform behandelt worden waren, unter der Nachweisgrenze. Bei einigen Patienten war jeweils ein Metabolit von Calcipotriol und Betamethasondipropionat quantifizierbar.

Fluorierte Kortikosteroide durchdringen die Haut nicht stärker als Hydrokortison. Es wird angenommen, dass der Calciummetabolismus und die Funktion der Nebennierenrinde unter normalen Bedingungen durch die systemische Absorption nicht beeinflusst werden.

Metabolismus/Elimination

Systemisches Calcipotriol wird schnell metabolisiert: Aus Tierversuchen ist bekannt, dass die Halbwertszeit von oral verabreichtem Calcipotriol im Serum <2 h beträgt. Es wird deshalb angenommen, dass die beim Menschen einige Stunden nach Applikation gefundenen zirkulierenden Restmengen mehrheitlich inaktive Metaboliten darstellen. Calcipotriol und seine Metaboliten werden - wie Untersuchungen an Tieren zeigten - vorwiegend von Leber und Niere und in geringerem Umfang vom Fett- und Muskelgewebe sowie der Milz aufgenommen. Die Elimination erfolgt auf renalem und hepatischem Wege. Es ist nicht bekannt, ob Calcipotriol nach systemischer Aufnahme in die Muttermilch gelangen kann.

Kortikosteroide werden im Kreislauf sehr stark an Proteine gebunden. Sie werden vornehmlich in der Leber, aber auch in den Nieren metabolisiert und über die Nieren ausgeschieden.

Die Pharmakokinetik der beiden Wirkstoffe wird durch ihre gleichzeitige Anwesenheit nicht beeinflusst.

Präklinische Daten

Calcipotriol

Die Wirkung von Calcipotriol auf den Calcium-Metabolismus ist etwa 100mal geringer als diejenige der hormonell aktiven Form des Vitamins D3.

Die meisten Toxizitätsstudien wurden mit oral verabreichtem Calcipotriol durchgeführt. In diesen Studien zeigte sich, dass die Toxizität von Calcipotriol bei Verabreichung hoher systemischer Dosen auf seine Vitamin-D-Aktivität zurückgeführt werden kann. Bei Ratten wurde in akuten, subakuten und chronischen Toxizitätsstudien Gewichtsabnahme, Erhöhung des Calciums, Kreatitins und Harnstoffs im Plasma resp. Serum, renale Toxizität und Weichteilkalzifikation beobachtet. In Genotoxizitätsstudien konnte kein mutagenes oder klastogenes Potential nachgewiesen werden. Reproduktionsstudien bei Ratten und Kaninchen zeigten keine teratogenen Schäden beim Fetus und keine embryotoxische Wirkung auf.

Eine dermale Karzinogenitätsstudie an Mäusen zeigte keine Anzeichen eines erhöhten Karzinogenitätsrisikos. Calcipotriol Lösung wurde während bis zu 24 Monaten in Dosen von 3, 10 und 30 mcg/kg/Tag (entspricht 9, 30 und 90 mcg/m2/Tag) topisch aufgetragen. Die höchste Dosierung wurde dabei als maximal tolerierte Dosis für die Haut-Behandlung von Mäusen mit Calcipotriol erachtet. Das Überleben war bei 10 und 30 mcg/kg/Tag vermindert, besonders bei den männlichen Mäusen. Das reduzierte Überleben ging mit einer erhöhten Inzidenz von obstruktiver Uropathie einher, die am wahrscheinlichsten durch eine mit der Behandlung zusammenhängende Veränderung der Urin-Zusammensetzung verursacht wurde. Dies ist ein erwarteter Effekt der Behandlung mit hohen Dosen von Calcipotriol oder anderen Vitamin D Analoga. Es gab keine dermalen Auswirkungen und keine dermale oder systemische Karzinogenität.

In einer anderen Studie wurden haarlose Albino-Mäuse wiederholt sowohl UV-Bestrahlung als auch topisch appliziertem Calcipotriol in den gleichen Dosis-Stufen wie bei der Karzinogenitätsstudie ausgesetzt. Dabei stellte man eine Reduktion der Zeit fest, die erforderlich war, um die Bildung von Hauttumoren durch die UV-Bestrahlung auszulösen (nur bei den männlichen Mäusen statistisch signifikant). Dies weist darauf hin, dass die Hauttumor-indizierende Wirkung von UV-Bestrahlung durch Calcipotriol verstärkt werden könnte. Die klinische Relevanz dieser Beobachtung ist nicht bekannt.

Betamethasondipropionat

Tierstudien mit Kortikosteroiden zeigten Reproduktionstoxizität (Gaumenspalten, Skelettmissbildungen). In Reproduktionsstudien mit oraler Langzeitverabreichung von Kortikosteroiden an Ratten wurden eine verlängerte Gestation und verlängerte und schwierige Geburten beobachtet. Zusätzlich waren das Überleben der Nachkommen sowie deren Körpergewicht und Gewichtszunahme reduziert. Die Fertilität war nicht beeinträchtigt.

Es wurden keine Karzinogenitätsstudien oder Photokarzinogenitätsstudien mit Betamethasondipropionat durchgeführt.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Haltbarkeit

Xamiol Gel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» angegebenen Verfalldatum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Für Kinder unerreichbar aufbewahren. Gut verschlossen und bei Raumtemperatur (15-25 °C) vor Licht geschützt lagern.

Angebrochene Packungen sind während 3 Monaten haltbar.

Hinweise für die Handhabung

Vor Gebrauch schütteln.

Zulassungsnummer

58786 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

LEO Pharmaceutical Products Sarath Ltd., Regensdorf ZH.

Stand der Information

Mai 2015.

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