Deprivita Filmtabl 30 Stk

Deprivita Filmtabl 30 Stk

Fachinformationen

Pflanzliches Antidepressivum

Zusammensetzung

Wirkstoff: Johanniskrauttrockenextrakt (Hyperici herbae extractum).

Hilfsstoffe: Excip. pro compr. obduct.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Filmtablette Deprivita enthält: Hyperici herbae extractum ethanolicum siccum 900 mg (3–6:1), corresp. 0,9–2,7 mg Gesamthypericin (berechnet als Hypericin).

Auszugsmittel: Ethanol 80 Vol.-%.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Leichte und mittelgradige depressive Episoden (F32.0 und F32.1 gemäss ICD-10).

Dosierung/Anwendung

Erwachsene/Jugendliche (ab 18 Jahren) nehmen 1 Filmtablette pro Tag unzerkaut mit etwas Flüssigkeit nach dem Frühstück ein.

Dauer der Anwendung

Die antidepressive Wirkung von Deprivita setzt im Allgemeinen nach ca. 2 Wochen ein, der Aufbau der vollen therapeutischen Wirkung kann jedoch 3–4 Wochen erfordern. Die Behandlung mit Deprivita ist symptomatisch und muss deshalb während einer angemessenen Zeitdauer weitergeführt werden. Die Dauer der Anwendung ist grundsätzlich nicht begrenzt.

Kontraindikationen

Deprivita darf nicht angewendet werden bei:

– bekannter Überempfindlichkeit gegen Hypericum-Ex­trakte oder einen der verwendeten Inhaltsstoffe (Hilfsstoffe) des Arzneimittels;

– bekannter Lichtüberempfindlichkeit;

– Kindern unter 18 Jahren, da für diese Patientengruppe keine Daten vorliegen;

– schwerer Depression.

Deprivita darf nicht gleichzeitig eingenommen werden mit folgenden Arzneimitteln:

– gewisse Immunsuppressiva (z.B. Ciclosporin, Tacrolimus oder Sirolimus);

– Anti-HIV-Arzneimittel aus der Gruppe der Non-Nucleosid-Reverse-Transcriptase-Inhibitoren (z.B. Nevirapin) und Proteinase-Inhibitoren (z.B. Indinavir);

– gewisse Zytostatika (z.B. Imatinib, Irinotecan);

– orale Antikoagulanzien von Cumarintyp.

Zu Einzelheiten siehe unter «Interaktionen».

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Relative Kontraindikationen

Neben den oben beschriebenen absolut kontraindizierten Arzneimitteln sollten Johanniskraut-Extrakte auf Grund der bekannten Interaktionen mit mehreren Substanzgruppen nur nach kritischer Evaluation zusammen mit gewissen anderen (namentlich rezeptpflichtigen) Arzneimitteln eingesetzt werden. Wenn gleichzeitig andere Arzneimittel eingenommen werden müssen, ist zu Beginn und am Ende der Therapie sowie bei einer Dosisänderung von Johanniskraut-Präparaten Vorsicht geboten.

Wegen des Risikos schwerer Interaktionen mit Arzneimitteln, die vor oder während einer Operation eingesetzt werden, sollte Deprivita mindestens 5 Tage vor einer Operation abgesetzt werden und auch nach einer Operation erst nach Rücksprache mit einem Arzt bzw. einer Ärztin eingenommen werden.

Näheres zu den relativ kontraindizierten Arzneimitteln wie z.B. Digoxin, Methadon und hormonale Kontrazeptiva siehe unter «Interaktionen»!

Vorsichtsmassnahmen

Sehr selten und v.a. bei hellhäutigen Personen kann es nach Einnahme von Johanniskraut-Präparaten und nachfolgender Sonnenlichtbestrahlung zu Hautreaktionen, wie sonnenbrandähnlichen Rötungen, kommen. Bei Auftreten solcher Symptome ist die Behandlung abzubrechen.

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen

Interaktions-Daten weisen einerseits auf eine Induktion des Cytochrom P450-Systems durch Johanniskraut-Ex­trakte (besonders CYP3A4), andererseits auf eine Induktion von Transportproteinen (P-Glycoprotein z.B. bei Digoxin) hin. Dies kann zu einer Abnahme der Plasmakonzentration und zu einer Abschwächung der therapeutischen Wirkung einer Reihe von komedizierten Arzneimitteln sowie – vor allem bei Substanzen mit einer geringen therapeutischen Breite – zu potenziell schwerwiegenden Konsequenzen führen.

Plasmaspiegel und/oder Wirkung interagierender Arzneimittel – insbesondere solcher mit geringer therapeutischer Breite – sollten deshalb zu Beginn und am Ende einer Therapie sowie bei einer Dosisänderung des Johanniskraut-Präparates engmaschig kontrolliert und deren Dosierung entsprechend angepasst werden.

Umgekehrt kann es beim plötzlichen Absetzen von Johanniskraut-Präparaten zu einem Anstieg der Plasmakonzentration komedizierter Arzneimittel mit evtl. toxischen Wirkungen kommen.

Im Falle einer akzidentellen Einnahme von Johanniskraut-Präparaten mit interagierenden Substanzen sollte das Johanniskraut-Präparat in der Regel schrittweise abgesetzt werden.

Solche Wechselwirkungen betreffen insbesondere folgende Arzneimittel bzw. Arzneimittelgruppen:

Absolute Kontraindikationen

Immunsuppressiva (Ciclosporin, Tacrolimus, Sirolimus)

Patienten unter Immunsuppression mit Ciclosporin, Tacrolimus oder Sirolimus dürfen nicht gleichzeitig mit Hyperi­cum behandelt werden. Hypericum führt zu einem raschen und ausgeprägten Abfall der Plasmaspiegel und Verlust der immunsuppressiven Wirkung mit potentiell schwerwiegenden Konsequenzen (Transplantatabstossung).

Antiretrovirale Substanzen aus der Gruppe der Non-Nucleosid-Reverse Transcriptase-Inhibitoren und Proteinase-Inhibitoren

Bei der Behandlung mit Non-Nucleosid-Reverse-Tran­scriptase-Inhibitoren (z.B. Nevirapin) und Proteinase-Inhibitoren (z.B. Indinavir) ist die Einnahme von Johanniskraut-Präparaten kontraindiziert. Eine Untersuchung bei Probanden ergab, dass eine 2-wöchige Einnahme eines standardisierten Johanniskraut-Präparates die Indinavir-Konzentration signifikant senkte. Es ist möglich dass Johanniskraut-Extrakte auch zur Senkung des Plasmaspiegels und zur Wirkungshemmung anderer Proteasehemmer (deren Metabolismus überwiegend von CYP3A4 abhängt) führen.

Zytostatika (Imatinib, Irinotecan)

Imatinib: Während einer Behandlung mit Imatinib ist die Einnahme von Johanniskraut-Präparaten kontraindiziert. In einer Interaktionsstudie bei Probanden führte die gleichzeitige Gabe von Hypericum während 2 Wochen zu einer Abnahme der AUC von Imatinib um 32%, der Halbwertszeit von 12,8 auf 9,0 Stunden, einer Senkung von Cmax um 18% und einer Erhöhung der Clearance von Imatinib um 43%. Diese Veränderungen waren statistisch signifikant und wurden in einer anderen Studie bestätigt.

Irinotecan: Während einer Behandlung mit Irinotecan ist die Einnahme von Johanniskraut-Präparaten kontraindiziert. In einer offenen, randomisierten crossover-Studie wurden fünf Krebspatienten mit Irinotecan alleine oder mit Irinotecan und Hypericum über 18 Tage behandelt. Unter der Behandlung mit Irinotecan und Hypericum sank die AUC des aktiven Irinotecan-Metaboliten SN-38 signifikant um 42% verglichen mit der Gruppe, welche nur Irinotecan erhielt.

Wechselwirkungen mit anderen Zytostatika, bei deren Metabolismus CYP-Enzyme und P-Glykoprotein eine Rolle spielen, sind möglich.

Antikoagulanzien vom Cumarintyp (z.B. Acenocoumarol, Phenprocoumon, Warfarin)

Bei gleichzeitiger Einnahme mit Antikoagulanzien vom Cumarintyp sollte die Serumkonzentration dieser Substanzen regelmässig kontrolliert werden.

Relative Kontraindikationen

Digoxin

Bei gleichzeitiger Gabe von Digoxin wurde ein signifikantes Absinken des Digoxinspiegels um ca. 20–25% beobachtet. Deshalb wird eine gleichzeitige Gabe von Johanniskraut-Präparaten mit Digoxin nicht empfohlen.

Hormonale Kontrazeptiva

Hypericum kann zu einer Wirkungsverminderung hormo­naler Kontrazeptiva führen (z.B. orale Produkte, injizierte Depot-Präparate, s.c. Implantate, transdermale, intrauterine und vaginal angewendete Produkte mit Hormonfreisetzung). So wurden international mehrere Fälle von Zwischenblutungen unter niedrigdosierten sogenannten Mikropillen (Gehalt an Ethinylestradiol 30 µg oder weniger) gemeldet. Auch über Einzelfälle unerwünschter Schwangerschaften bei Anwendung hormonaler Kontrazeptiva und gleichzeitiger Einnahme von Hypericum wurde berichtet.

Methadon

Johanniskraut-Präparate können zu einer deutlichen Wirkungsverminderung und einem Abfall der Methadon-Konzentration führen. Bei 4 Probanden unter Methadon-Erhaltungstherapie sank der mittlere Quotient Dosis/Plasmakonzentration um durchschnittlich 47%.

Andere

Es ist nicht auszuschliessen, dass Johanniskraut-Präparate auch den Metabolismus weiterer Stoffe, wie z.B. gewisse Lipidsenker (HMG-CoA-Reduktase-Hemmer wie Simvastatin, nicht jedoch Pravastatin), Midazolam und oral oder intravenös applizierte Steroidhormone beeinflusst. Hypericum sollte deshalb nur mit Vorsicht zusammen mit diesen Arzneimitteln gegeben werden.

Pharmakodynamische Interaktionen (relative Kontraindikation)

Antidepressiva und andere serotoninerge Substanzen (wie Buspiron, Amitriptylin, Nortriptylin, Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin, Triptane u.a.)

Johanniskraut-Präparate sollten nur mit Vorsicht und unter regelmässiger Überwachung zusammen mit Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern oder anderen serotoninergen Arzneimitteln eingenommen werden. Sehr selten können – in Kombination mit Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern und anderen serotoninergen Wirkstoffen – unerwünschte Wirkungen (Serotoninsyndrom) mit autonomen Dysfunktionen (wie Schwitzen, Tachykardie, Diarrhö, Fieber), psychischen (wie Agitiertheit, Verwirrtheit) und motori­schen Alterationen (wie Tremor, Myoklonien) auftreten.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen keine klinischen Daten mit Anwendung bei Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien zeigten keine direkte oder indirekte Toxizität mit Auswirkung auf Schwangerschaft, Embryonalentwicklung, Entwicklung des Föten und/oder die postnatale Entwicklung. Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Bei Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit ist deshalb Vorsicht geboten.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Literaturstudien mit ähnlich zusammengesetzten Johanniskraut-Präparaten zeigten keinen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit Maschinen zu bedienen.

Das Reaktionsvermögen, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, kann aufgrund der vorliegenden Grunderkrankung und im Zusammenhang mit den beschriebenen Nebenwirkungen generell beeinträchtigt sein. Die Entscheidung trifft im Einzelfall der behandelnde Arzt resp. die behandelnde Ärztin.

Unerwünschte Wirkungen

Magen-Darm Beschwerden

Gelegentlich: gastrointestinale Beschwerden.

Nervensystem

Gelegentlich: Müdigkeit, Unruhe.

Haut

Gelegentlich: allergische Reaktionen der Haut.

Selten: phototoxische Reaktionen.

Überdosierung

Bisher ist kein Fall einer toxischen Überdosierung bekannt. Es ist anzunehmen, dass sich bei einer erheblichen Überdosierung die oben beschriebenen unerwünschten Wirkungen verstärken. Zudem muss mit einer erhöhten Lichtempfindlichkeit gerechnet werden. In diesem Fall sollte eine Sonneneinstrahlung auf die Haut oder sonstige UV-Bestrahlung (Solarien) für ca. 1–2 Wochen gemieden werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N06AX99

Pflanzliches Antidepressivum

Wirkungsmechanismus

Der Wirkungsmechanismus ist noch unklar. Es wurde eine Hemmung der Enzyme MAO (bevorzugt MAO-A) und COMT diskutiert, ebenso eine Vermehrung der Neutrotransmittermenge. In Rezeptor- bzw. Transmittermodellen hemmte Hypericum-Extrakt in vitro die Wiederaufnahme der monoaminergen Neurotransmitter Noradrenalin, Dopamin und Serotonin in präsynaptische Neurone. Dazu wurde eine Down-Regulation von zentralen serotonergen und noradrenergen β-Rezeptoren gezeigt. Der antidepressive Effekt beruht hierbei auf einer Erhöhung der Transmitterkonzentration im synaptischen Spalt und an der postsynaptischen Membran aufgrund der verlängerten Verweildauer der Transmitter im synaptischen Spalt. Der Unterschied zu trizyklischen Antidepressiva liegt darin, dass diese jeweils nur zwei, die serotoninerge und noradrenerge Wiederaufnahme, der pflanzliche Extrakt dagegen alle drei Systeme hemmt.

Klinische Wirksamkeit

In einer dreiarmigen, doppelblinden, randomisierten und plazebokontrollierten Multizenterstudie bei 388 Patienten wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Deprivita in der Behandlung mittelschwerer Depressionen (ICD-10 F32.1, F33.1) im Vergleich zu dem SSRI Citalopram (20 mg/Tag) untersucht. Ausgehend von nahezu identischen Ausgangswerten von 21,9 ± 1,2 Punkten (Deprivita), 21,8 ± 1,2 Punkten (Citalopram) und 22,0 ± 1,2 Punkten (Plazebo), reduzierte sich der HAMD-17-Score (Hamilton Score of Depression) auf 10,3 ± 6,4 (Deprivita), 10,3 ± 6,4 (Citalopram) bzw. 13,0 ± 6,9 (Plazebo). Die Medianwerte fielen von 22 auf 9 unter der Behandlung mit dem Hypericum-Extrakt ab, unter der Behandlung mit Citralo­pram auf 10 und unter Plazebo auf 14 ab. Diese Ergebnisse zeigen eine statistisch gesicherte Überlegenheit von Deprivita gegenüber Plazebo (p <0,0001) sowie eine nicht unterlegene Wirksamkeit von Deprivita gegenüber Citalo­pram (p <0,0001). Die Responderaten (HAMD-Score bei Studienende <10 bzw. eine Abnahme des Ausgangsscores ≥50%) betrugen 54,2% (Hypericum-Extrakt), 55,9% (Citaprolam) und 39,2% (Plazebo).

Bezüglich der Verträglichkeitsparameter wurden in der Citalopram-Gruppe mehr relevante Nebenwirkungen gefunden, bei denen ein möglicher Zusammenhang mit der Studienmedikation bestand (Hypericum: 7,6%, Citalopram: 39,4%, Plazebo 16,2%; prozentualer Anteil der jeweiligen ITT-Population). Das Verträglichkeitsprofil des Hypericum-Extraktes erwies sich dementsprechend als relevant günstiger als dasjenige von Citalopram.

In einer weiteren randomisierten, doppelblinden Studie wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Deprivita bei 140 Patienten mit mittelschweren Depressionen (ICD-10 F32.1, F33.1) mit Plazebo verglichen. Der HAMD-17-Score verringerte sich von fast identischen Ausgangswerten (22,8 ± 1,1, resp. 22,6 ± 1,2) auf 11,8 ± 4,4 Punkte in der Deprivita-Gruppe und auf 19,2 ± 3,8 Punkte in der Plazebo-Gruppe. Die Responderrate (HAMD-Score bei Studienende <10 bzw. eine Abnahme des Ausgangsscores ≥50%) war in der Verum-Gruppe 58,6% in der Plazebo-Gruppe 5,7% (ITT-Analyse). Somit war Deprivita sowohl bezüglich der Abnahme des HAMD-Scores als auch bezüglich der Responderrate statistisch signifikant überlegen.

In einer Anwendungsbeobachtung wurden 4188 Patienten mit leichten und mittelgradigen Depressionen sowie weiteren Diagnosen wie z.B. Dysthymia mit Deprivita über 12 Wochen behandelt. Der HAMD-17-Score der Patienten sank innerhalb von 12 Wochen von durchschnittlich 15,8 zu Therapiebeginn über 9,5 nach ca. vier Wochen auf 4,6 Punkte am Ende der Studie, also um insgesamt 11,2 Punkte. Der Anteil der Responder (HAMD-Score bei Studienende <10 bzw. eine Abnahme des Ausgangsscores ≥50%) lag insgesamt bei ca. 78%.

Auch bei den Patienten mit einem HAMD-17-Ausgangsscore von mindestens 17 (als akzeptierte Untergrenze für eine mittelschwere depressive Episode) lag der Anteil der Responder bei ca. 77%.

Bei 0,6% der Patienten traten unerwünschte Ereignisse auf, schwer wiegende Ereignisse wurden nicht auf Deprivita bezogen. Es zeigten sich keine Interaktionen mit anderen Arzneimitteln.

Pharmakokinetik

Die wirksamkeitsbestimmenden und wirksamkeitsmitbe­stimmenden Inhaltsstoffe von Deprivita sind bezüglich depressiver Episoden nicht eindeutig identifiziert und ihr Grad des Impacts für eine antidepressive Wirkung nicht belegt. Dem derzeitigen Wissensstand entsprechend wird der Gesamtextrakt, ein in seiner Zusammensetzung komplexes System, als Wirkstoff angesehen. Johanniskraut­extrakte besitzen eine Vielzahl von phytochemischen Inhaltsstoffen. Pharmakokinetische Untersuchungen sind bisher nur mit den Leitsubstanzen des Extraktes durchgeführt worden. Als solche gelten zur Zeit die Hypericine aus der Stoffgruppe der Dianthrone, v.a Hypericin und Pseudohypericin.

Hypericin und Pseudohypericin

Nach oraler Verabreichung von Deprivita (1× 1 Tablette) wurde nach 7,9 ± 1,3 Stunden der maximale Plasmaspiegel (3,8 ± 1,4 ng/ml) an Hypericin gemessen. Nach 2,7 ± 0,7 Stunden wurde eine maximale Konzentration (10,2 ± 3,9 ng/ml) an Pseudohypericin erreicht. Die Halbwertszeit beträgt bei Hypericin 18,7 ± 4,8 Stunden und bei Pseudohypericin 17,2 ± 8,4 Stunden.

Die Hypericine überwinden aufgrund ihrer lipophilen Eigenschaften die Blut-Hirn-Schranke und gelangen so an ihre Wirkorte im ZNS.

Hyperforin

Nach oraler Verabreichung von Deprivita (1× 1 Tablette) wurde nach 4,5 ± 1,2 Stunden ein maximaler Plasmaspiegel (122 ± 45,5 ng/ml) erreicht. Die gemessene Halbwertszeit betrug 17,5 ± 4,5 Stunden.

Bei täglicher Gabe von Deprivita (1 Tablette pro Tag) über 14 Tage wurde ein konstanter Plasmaspiegel (steady state) erreicht.

Wie diese Untersuchung und andere einschlägige Langzeituntersuchungen zeigen, kumulieren diese Inhaltsstoffe im Organismus nicht.

Präklinische Daten

Ethanolische Johanniskraut-Extrakte erwiesen sich in Untersuchungen zur akuten Toxizität mit Dosen bis zu 2 g/kg KG als praktisch untoxisch. Auch die bis zu einjährigen Studien zur chronischen Toxizität sowie sicherheitspharmakologische Untersuchungen erbrachten keine Hinweise auf ein toxisches oder in subakuten Dosen spezifische Organfunktionen beeinträchtigendes Potential des Extraktes. Schädigende Einflüsse des Extraktes auf Fertilität und Reproduktion, Gravidität, Föten und Nachkommenschaft traten tierexperimentell nicht auf und sind auch aus der Literatur nicht bekannt. Hinweise auf ein mutagenes oder genotoxisches Potential ergaben sich nicht.

Johanniskraut hat, wenn es von Weidetieren in grösseren Mengen verzehrt wird, phototoxische Eigenschaften.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

Beeinflussung diagnostischer Massnahmen

Nicht bekannt.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» angegebenen Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungsbedingungen

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausser Reichweite von Kindern lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren und vor Feuchtigkeit schützen.

Hinweis für Diabetiker

1 Filmtablette Deprivita enthält weniger als 0,01 BE.

Zulassungsnummer

58102 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Permamed AG, 4143 Dornach.

Stand der Information

Juni 2009.

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