Comilorid Mepha Tabl 5/50 20 Stk

Comilorid Mepha Tabl 5/50 20 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Amiloridi hydrochloridum anhydricum; Hydrochlorothiazidum.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Tablette Comilorid-Mepha (mit Bruchrille) enthält: 5 mg Amiloridi hydrochloridum anhydricum; 50 mg Hydrochlorothiazidum.

1 Tablette Comilorid-Mepha (mit Bruchrille) mite enthält: 2,5 mg Amiloridi hydrochloridum anhydricum; 25 mg Hydrochlorothiazidum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Comilorid-Mepha eignet sich für Patienten, bei denen ein Kaliumverlust vermutet und erwartet wird. Comilorid-Mepha, die Kombination von Amilorid HCI und Hydrochlorothiazid, reduziert die Wahrscheinlichkeit exzessiver Kaliumverluste bei Patienten, die während längerer Zeit unter intensiver Diurese stehen. Comilorid-Mepha mit dem kaliumsparenden Amilorid HCI ist dann besonders geeignet, wenn der positive Effekt eines ausgeglichenen Kalium-Haushaltes von massgeblicher Bedeutung ist.

Comilorid-Mepha kann allein oder zusammen mit anderen Antihypertensiva verabreicht werden bei

Hypertonie;

Ödemen kardialen Ursprungs;

Leberzirrhose mit Aszites und Ödem.

Dosierung/Anwendung

Die Dosierung bezieht sich auf Comilorid-Mepha und Comilorid-Mepha mite, die als Tabletten zur oralen Anwendung im Handel sind. Zwei Tabletten Comilorid-Mepha mite enthalten die gleiche Wirkstoffmenge wie eine Tablette Comilorid.

Hypertonie

Die übliche Dosierung beträgt 1 oder 2 Tabletten Comilorid-Mepha (dies entspricht 2 oder 4 Tabletten Comilorid-Mepha mite) in einmal täglicher Verabreichung oder in Einzeldosen aufgeteilt. Gewisse Patienten benötigen nur 1 Tablette Comilorid-Mepha mite einmal täglich (dies entspricht ½ Tablette Comilorid-Mepha). Die Dosierung kann bei Bedarf erhöht werden, doch dürfen 4 Tabletten Comilorid-Mepha pro Tag nicht überschritten werden.

Kardiale Ödeme

Die Behandlung mit Comilorid-Mepha kann mit 1–2 Tabletten pro Tag begonnen werden. Die Dosierung kann bei Bedarf erhöht werden, aber soll 4 Tabletten pro Tag nicht überschreiten. Die optimale Dosierung wird durch die Diurese und die Serumkaliumspiegel bestimmt. Nach Erreichen einer initialen Diurese soll für die Erhaltungstherapie eine Dosisreduktion angestrebt werden. Die Erhaltungstherapie kann intermittierend erfolgen.

Leberzirrhose mit Aszites (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»)

Die Behandlung sollte mit einer Tablette Comilorid-Mepha pro Tag eingeleitet und die Tagesdosis falls nötig bis zur Erzielung einer wirksamen Diurese stufenweise erhöht werden. Die Dosierung sollte 4 Tabletten pro Tag nicht überschreiten.

Die Erhaltungsdosis kann tiefer liegen als die zur Erzielung einer initialen Diurese benötigte Dosis. Wenn unter wirksamer Diurese das allmählich verminderte Körpergewicht des Patienten sich stabilisiert hat, sollte versucht werden, die Tagesdosis zu reduzieren. Eine stufenweise Gewichtsabnahme ist insbesondere bei zirrhotischen Patienten erwünscht, um ungünstige Reaktionen auf die Diuretika-Therapie zu vermeiden.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Die Verabreichung von Amilorid HCI ist bei Kindern und Jugendlichen nicht erwiesen.

Comilorid-Mepha wird deshalb bei Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen.

Kontraindikationen

Hyperkaliämie (Serumkaliumwerte über 5,5 mmol/l).

Eine andere gleichzeitige antikaliuretische Therapie oder Verabreichung von Kaliumsalzen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Eingeschränkte Nierenfunktion (Anurie, akutes Nierenversagen, schwere progressive Nierenerkrankung und diabetische Nephropathie, (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Überempfindlichkeit gegenüber einzelnen Bestandteilen dieses Medikamentes oder anderen Sulfonamiden.

Siehe auch «Schwangerschaft/Stillzeit» und «Anwendung bei Kindern und Jugendlichen».

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Hyperkaliämie

Hyperkaliämie (Serum-Kalium mehr als 5,5 mmol/l) wurde bei Patienten beobachtet, die Amilorid HCI allein oder in Kombination mit anderen diuretischen Medikamenten erhielten. Dies gilt besonders für ältere Patienten, für hospitalisierte Patienten mit Leberzirrhose oder kardialen Ödemen mit renaler Implikation, für Schwerkranke oder solche, die diuretisch besonders intensiv behandelt werden. Diese Patienten sollten im Hinblick auf klinische, labor­analytische und elektrokardiographische Anzeichen von Hyperkaliämie überwacht werden. Bei dieser Patientengruppe wurde auch über einige Todesfälle berichtet.

Kaliumhaltige Medikamente oder kaliumreiche Diät sollen ausser bei schwerer und/oder therapieresistenter Hypokaliämie nicht verwendet werden. Muss Kalium zugeführt werden, so ist eine sorgfältige Kontrolle der Kaliumwerte im Serum erforderlich.

Behandlung der Hyperkaliämie

Wird bei Patienten unter Comilorid-Mepha Hyperkaliämie festgestellt, so muss das Arzneimittel sofort abgesetzt werden und wenn nötig aktive Massnahmen zur Senkung des Serum-Kalium-Spiegels eingeleitet werden.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei einer Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min sind Thiazid-Diuretika unwirksam.

Sorgfältige engmaschige Überwachung der Serumelektrolyte und der Harnstoffwerte sind bei folgenden Patienten erforderlich: erhöhter Harnstoff-Stickstoff (BUN) über 30 mg/100 ml, Serumkreatinin über 1,5 mg/100 ml (135 µmol/l), Blutharnstoff über 60 mg/100 ml und Diabetes mellitus. Kaliumretention bei eingeschränkter Nierenfunktion kann unter Behandlung mit antikaliuretischen Wirkstoffen zur beschleunigten Entwicklung einer Hyperkaliämie führen.

Störung des Elektrolytgleichgewichtes

Obwohl unter Comilorid-Mepha die Tendenz zum Elektrolyt-Ungleichgewicht gering ist, soll den Symptomen von Flüssigkeits- und Elektrolytstörungen Aufmerksamkeit geschenkt werden, besonders Hyponatriämie, hypochlorämische Alkalose, Hypokaliämie und Hypomagnesiämie. Besonders wichtig ist die Bestimmung der Serum- und Urin-Elektrolyte bei Patienten, die ausgiebig erbrechen oder parenteral ernährt werden. Zu den Warnzeichen von Flüssigkeits- und Elektrolytstörungen zählen Mundtrockenheit, Durst, Schwäche, Lethargie, Schwindel, Unruhe, Anfälle, Muskelschmerzen oder -krämpfe, Muskelermüdung, Hypotonie, Oligurie, Tachykardie, gastrointestinale Symptome, wie Nausea und Erbrechen.

Wie mit jedem anderen wirksamen Diuretikum kann es auch unter Hydrochlorothiazid zu Hypokaliämie kommen, besonders bei heftiger Diurese, langdauernder Behandlung oder schwerer Zirrhose. Hypokaliämie kann das Herz gegen toxische Digitaliseffekte sensibilisieren oder zu kardialer Überreaktion führen (zum Beispiel zu erhöhter ventrikulärer Erregbarkeit).

Diuretisch induzierte Hyponatriämie ist in der Regel mild und asymptomatisch. Nur bei wenigen Patienten ist sie schwerwiegend und symptomatisch. Diese bedürfen unverzüglicher Beachtung und adäquater Behandlung.

Thiazide können die urinäre Kalziumausscheidung vermindern und gelegentlich auch ohne bekannte Störungen des Kalziumstoffwechsels vorübergehende und mässige Erhöhungen der Serum-Kalziumwerte hervorrufen. Thiazide sollen vor Ausführung eines Nebenschilddrüsenfunktionstestes abgesetzt werden.

Azotämie

Hydrochlorothiazid kann das Auftreten einer Azotämie beschleunigen und sie verstärken. Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann dieser Effekt kumulativ sein. Treten während der Behandlung von Nierenerkrankungen zunehmende Azotämie und Oligurie auf, so ist das Diuretikum abzusetzen.

Lebererkrankungen

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion oder progredienter Leberkrankheit sollten Thiazide mit Vorsicht eingesetzt werden. Schon geringe Flüssigkeits- und Elektrolytstörungen können hier ein Leberkoma provozieren.

Stoffwechsel

Hyperurikämie oder Gicht können bei gewissen Patienten durch Thiazide ausgelöst werden.

Thiazide können die Glukosetoleranz einschränken. Die Dosierung antidiabetischer Medikamente, einschliesslich Insulin, ist entsprechend anzupassen.

Erhöhungen der Cholesterin- und Triglyzerid-Werte können mit der Thiazid-Diuretika-Therapie verbunden sein.

Um das Risiko einer Hyperkaliämie bei Diabetikern oder bei Verdacht auf Diabetes gering zu halten, soll vor der Anwendung von Comilorid-Mepha die Nierenfunktion bestimmt werden. Comilorid-Mepha soll mindestens drei Tage vor einem Glukose-Toleranztest abgesetzt werden.

Droht bei ernsthaft erkrankten Patienten respiratorische oder metabolische Azidose, so erfordert antikaliuretische Therapie besondere Sorgfalt. Dies gilt für kardiopulmonale Erkrankungen und schlecht eingestellte Diabetiker. Störungen des Säure-Basen-Gleichgewichts verändern auch das Gleichgewicht zwischen extrazellulärem und intrazellulärem Kalium; ein rascher Anstieg des Serumkaliums führt dann zur Azidose.

Überempfindlichkeit

Die Möglichkeit einer Exazerbation oder Aktivierung eines systemischen Lupus erythematodes durch Thiazide ist beschrieben worden.

Weitere

Bei chronischen Diuretika-Abusus kann ein Pseudo-Bartter-Syndrom auftreten.

Interaktionen

Lithium sollte generell nicht zusammen mit Diuretika angewendet werden. Diese reduzieren die Nierenclearance von Lithium und bringen dadurch ein hohes Risiko von Lithiumvergiftung. Der Packungsprospekt von lithiumhaltigen Präparaten ist vor deren Anwendung zu beachten.

Nicht-steroidale entzündungshemmende Arzneimittel inklusive selektive Cyclooxygenase-2 Hemmer

Nicht-steroidale entzündungshemmende Arzneimittel (NSAIDs) inklusive selektive Cyclooxygenase-2 Hemmer (COX-2 Hemmer) können die Wirkung von antihypertensiven Arzneimitteln inkl. den diuretischen, natriuretischen und antihypertensiven Effekt von Diuretika vermindern.

Bei einigen Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion (z.B. ältere Patienten oder Patienten mit Volumenmangel, inkl. Patienten unter Diuretikatherapie), die mit nicht-steroidalen Entzündungshemmern inklusive Cyclooxygenase-2 Hemmern behandelt werden, kann die gleichzeitige Verabreichung von Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder ACE-Hemmern zu einer weiteren Verschlechterung der Nierenfunktion führen, inklusive möglichem akutem Nierenversagen. Diese Effekte sind gewöhnlich reversibel. Deshalb sollte die Kombination bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion mit Vorsicht angewendet werden.

Die gleichzeitige Verwendung NSAIDs und kaliumsparenden Substanzen, inklusive Amilorid Hydrochlorid, kann eine Hyperkaliämie bewirken, insbesondere bei älteren Patienten. Aus diesem Grund sollte das Serumkalium bei gleichzeitiger Verwendung von Amilorid Hydrochlorid und NSAIDs sorgfältig überprüft werden.

Unter Behandlung mit Comilorid-Mepha besteht bei zusätzlicher Einnahme von ACE-Hemmern (z.B. Captopril, Enalapril) zu Behandlungsbeginn das Risiko eines mas­siven Blutdruckabfalls sowie einer Verschlechterung der Nierenfunktion. Eine Diuretikabehandlung sollte daher 2–3 Tage vor Beginn einer Therapie mit einem ACE-Hemmer abgesetzt werden, um die Möglichkeit einer Hypotonie zu Therapiebeginn zu vermindern.

Wenn Amilorid HCI mit nicht-steroidalen entzündungshemmenden Substanzen, einem ACE-Hemmer, einem Angiotensin-II Rezeptorantagonist, Cyclosporin oder Tacrolimus, anderen kaliumsparenden Arzneimitteln (z.B. Triamteren, Spironolacton) verabreicht wird, ist das Risiko einer Hyperkaliämie erhöht. Falls trotzdem eine gleichzeitige Verabreichung dieser Wirkstoffe wegen diagnostizierter Hypokaliämie indiziert ist, sollten diese mit Vorsicht und unter häufiger Kontrolle des Serumkaliums erfolgen.

Die Wirkung von Insulin oder oralen Antidiabetika, harnsäuresenkenden Arzneimitteln sowie Noradrenalin und Adrenalin kann bei gleichzeitiger Anwendung von Comilorid-Mepha abgeschwächt werden.

Es besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Hyperglykämie bei gleichzeitiger Gabe von Comilorid-Mepha und Beta-Rezeptorenblockern.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit herzwirksamen Glykosiden ist zu beachten, dass bei einer sich unter Therapie mit Comilorid-Mepha entwickelten Hypokaliämie und/oder Hypomagnesiämie die Empfindlichkeit des Herzmuskels gegenüber herzwirksamen Glykosiden erhöht ist und die Wirkungen und Nebenwirkungen der herzwirksamen Glykoside entsprechend verstärkt werden. Durch den Wirkstoff Amiloridhydrochlorid kann die Wirkung von herzwirksamen Glykosiden jedoch auch herabgesetzt werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Comilorid-Mepha und kaliuretischen Diuretika (z.B. Furosemid), Glukokortikoiden, ACTH, Carbenoxolon, Amphotericin B, Penicillin G, Salicylaten oder Laxantien kann zu verstärkten Kalium- oder Elektrolytverlusten führen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Zytostatika (z.B. Cyclophosphamid, Fluorouracil, Methotrexat) ist mit verstärkter Knochenmarkstoxizität (insbesondere Granulozytopenie) zu rechnen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Methyldopa sind in Einzelfällen Hämolysen durch Bildung von Antikörpern gegen den Hydrochlorothiazid-Anteil von Comilorid-Mepha beschrieben worden.

Die gleichzeitige Gabe von Comilorid-Mepha und Chinidin kann zu einer Verminderung der Chinidin-Ausscheidung führen.

Die blutdrucksenkende Wirkung von Comilorid-Mepha kann durch andere Diuretika, blutdrucksenkende Arzneimittel, Beta-Rezeptorenblocker, Nitrate, Barbiturate, Phenothiazine, trizyklische Antidepressiva, Vasodilatatoren oder durch Alkoholgenuss verstärkt werden.

Colestyramin und Colestipol: Die Absorption von Hydrochlorothiazid ist beeinträchtigt in Gegenwart von Anionentauscher-Harzen. Einzelne Dosen von Colestyramin oder Colestipol binden Hydrochlorothiazid und reduzieren die Absorption aus dem Magen-Darm-Trakt um bis zu 85 bzw. 43%.

Eine eventuell verminderte Reaktion auf pressorische Amine ist möglich bei gleichzeitiger Anwendung mit Thiazid-Diuretika. Ihre Anwendung ist aber trotzdem möglich.

Die Wirkung von curareartigen Muskelrelaxantien kann durch Comilorid-Mepha verstärkt oder verlängert werden. Für den Fall, dass Comilorid-Mepha vor der Anwendung peripherer Muskelrelaxantien nicht abgesetzt werden kann, muss der Narkosearzt über die Behandlung mit Comilorid-Mepha informiert werden.

Interaktionen mit Laboruntersuchungen: Aufgrund der Wirkung auf den Kalziumstoffwechsel können Thiazide den Nebenschilddrüsenfunktionstest verfälschen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Die Anwendung von Comilorid-Mepha ist während der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert.

Die routinemässige Anwendung von Diuretika bei sonst gesunden schwangeren Frauen mit oder ohne mässigen Ödemen ist nicht indiziert und setzt Mutter und das ungeborene Kind unnötigen Risiken aus. Diuretika können Schwangerschaftstoxikosen nicht verhüten, ausserdem bestehen keine befriedigenden Hinweise für ihren Nutzen bei der Behandlung solcher Toxikosen.

Thiazide durchdringen die Plazentaschranke und können im Nabelschnurblut nachgewiesen werden. Mögliche Nebenwirkungen ihrer Anwendung umfassen fötalen oder neonatalen Ikterus, Thrombozytopenie sowie möglicherweise andere unerwünschte Wirkungen, die bei Erwachsenen auftreten.

Thiazide finden sich in der Muttermilch wieder. Ist die Behandlung mit Thiaziden unentbehrlich, so muss abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemässem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Strassenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird.

Dies gilt in verstärktem Masse bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatwechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

Unerwünschte Wirkungen

Die beschriebenen Nebenwirkungen unter Comilorid-Mepha sind auf die diuretische Behandlung als solche, auf die Thiazide oder auf das Grundleiden zurückzuführen. Klinische Versuche haben gegenüber der Anwendung einzelner Komponenten kein erhöhtes Risiko der verabreichten Kombination Amilorid HCl und Hydrochlorothiazid erkennen lassen.

Über die folgenden Nebenwirkungen wurde entweder mit der Kombination Amilorid und Hydrochlorothiazid oder mit einem der individuellen Wirkstoffe (Amilorid oder Hydrochlorothiazid) berichtet. Diese können deshalb potentielle Nebenwirkungen von Comilorid-Mepha sein.

Infektionen und Infestationen

Hydrochlorothiazid: Sialadenitis.

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Amilorid: Aplastische Anämie, Neutropenie.

Hydrochlorothiazid: Agranulozytosis, aplastische Anämie, hämolytische Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Purpura.

Störungen des Immunsystems

Kombination: Anaphylaktische Reaktion und Schock.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Kombination: Anorexie*, Appetitveränderungen, Elektrolyt­ungleichgewicht, Hyponatriämie (symptomatische Hyponatriämie), Gicht, Dehydratation.

Hydrochlorothiazid: Hyperglykämie, Hyperurikämie, Hypokaliämie.

Psychische Störungen

Kombination: Schlaflosigkeit, Nervosität, Verwirrtheit, Depression, Schläfrigkeit.

Amilorid: Verminderte Libido.

Hydrochlorothiazid: Unruhe.

Störungen des Nervensystems

Kombination: Kopfschmerzen*, Synkope, Schwindel*, Par­ästhesien, Stupor, Geschmacksbeeinträchtigungen.

Amilorid: Tremor, Enzephalopathie, Schläfrigkeit.

Augenleiden

Kombination: Sehstörungen.

Hydrochlorothiazid: Vorübergehendes verschwommenes Sehen, Xanthopsie.

Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs

Kombination: Vertigo.

Amilorid: Tinnitus.

Funktionsstörungen des Herzens

Kombination: Arrhythmie, Tachykardie, Angina pectoris.

Amilorid: Bei einem Patienten mit partiellem Herzblock entwickelte sich ein totaler Herzblock, Palpitationen.

Funktionsstörungen der Gefässe

Kombination: Flush, orthostatische Hypotonie.

Hydrochlorothiazid: Nekrotisierende Angiitis (Vaskulitis, kutane Vaskulitis).

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen

Kombination: Dyspnoe, verstopfte Nase.

Amilorid: Husten.

Hydrochlorothiazid: Atemnot, Pneumonitis, akutes Lungenödem mit Schock.

Gastrointestinale Beschwerden

Kombination: Nausea*, Erbrechen, Diarrhö, Verstopfung, Bauchschmerzen, gastrointestinale Blutungen, Völlegefühl, Flatulenz, Schluckauf.

Amilorid: Dyspepsie, Aktivierung möglicher vorbestehender peptischer Ulcera, trockener Mund.

Hydrochlorothiazid: Pankreatitis, Krämpfe, Magenstörungen.

Funktionsstörungen der Leber und der Galle

Amilorid: Ikterus.

Hydrochlorothiazid: Gelbsucht (intrahepatischer cholestatischer Ikterus).

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Kombination: Hautausschlag*, Pruritus, Diaphorese.

Amilorid: Alopezia.

Hydrochlorothiazid: Photosensivität, Urtikaria, toxische epidermale Nekrolyse.

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen

Kombination: Beinschmerzen, Muskelkrämpfe, Gelenk­schmerzen, Rückenschmerzen.

Amilorid: Nacken-/Schulterschmerzen, Schmerzen in den Extremitäten.

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Kombination: Dysurie, Nykturie, Inkontinenz, Nierenstörungen inklusive Nierenversagen.

Amilorid: Polyurie, Pollakisurie, Blasenspasmus.

Hydrochlorothiazid: Glykosurie, interstitielle Nephritis.

Funktionsstörungen der Fortpflanzungsorgane und der Brust

Kombination: Impotenz.

Allgemeine Störungen

Kombination: Schwäche*, Müdigkeit, Übelkeit, Brustschmerz, Durst.

Hydrochlorothiazid: Fieber.

Untersuchungen

Kombination: Erhöhte Serumkaliumwerte (über 5,5 mmol/Liter).

Amilorid: Leberfunktionsstörungen (z.B. erhöhte ALT, AST), erhöhter intraokulärer Druck.

Sonstiges

Kombination: Veränderte Digitalistoxizität.

* Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen während kontrollierten klinischen Studien mit der Kombination Amilorid und Hydrochlorothiazid.

Überdosierung

Es liegen keine Daten vor bezüglich Überdosierung beim Menschen.

Es liegt keine Information vor, wie Überdosierungen von Comilorid-Mepha behandelt werden sollen und es gibt auch kein spezifisches Antidot. Die Behandlung ist symptomatisch und unterstützend. Die Behandlung mit Comilorid-Mepha sollte abgesetzt werden und der Patient sollte genau beobachtet werden. Empfohlene Massnahmen beinhalten das Herbeiführen von Erbrechen und/oder Magenspülung.

Es ist nicht bekannt, ob das Arzneimittel dialysierbar ist.

Amiloride HCI

Die häufigsten Zeichen und Symptome einer Überdosierung sind Dehydratation und eine Störung des Elektro­lytengleichgewichts. Falls eine Hyperkaliämie auftritt, sollten aktive Massnahmen ergriffen werden, um das Serumkalium zu reduzieren.

Hydrochlorothiazide

Die häufigsten Zeichen und Symptome einer Überdosierung sind durch eine Erniedrigung der Elektrolyten (Hypokaliämie, Hypochlorämie, Hyponatriämie) und durch Dehydratation aufgrund exzessiver Diurese bedingt. Falls Digitalis verabreicht wurde, kann die Hypokaliämie Herzrhythmusstörungen verstärken.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C03EA01

Wirkmechanismus

Comilorid-Mepha (Hydrochlorothiazid und Amilorid HCl, MSD) ist ein Diuretikum und Antihypertensivum, das die starke natriuretische Wirkung von Hydrochlorothiazid mit der kaliumsparenden Eigenschaft von Amilorid HCl kombiniert.

Comilorid-Mepha übt eine diuretische und antihypertensive Wirkung aus, die hauptsächlich dem Hydrochlorothiazid zuzuschreiben ist, während die Amiloridkomponente den übermässigen Kaliumverlust verhindert, der unter Thiazid-Diuretika auftreten kann. Dank der Amiloridkomponente ist auch die Magnesiumausscheidung im Urin geringer als bei der ausschliesslichen Anwendung von Thiazid- oder Schleifendiuretika.

Die milde diuretische und antihypertensive Wirkung von Amilorid HCl erfolgt zusätzlich zur natriuretischen, diuretischen und antihypertensiven Aktivität des Thiazides, vermindert aber zugleich den Verlust an Kalium und Bikarbonat und macht auch ein Säure-Basen-Ungleichgewicht unwahrscheinlicher.

Pharmakodynamische Effekte

Die diuretische Wirkung von Comilorid-Mepha setzt innerhalb von zwei Stunden ein und hält während ungefähr 24 Stunden an.

Hydrochlorothiazid ist ein oral wirksames Diuretikum und Antihypertensivum.

Pharmakokinetik

Hydrochlorothiazid

Hydrochlorothiazid wird nach oraler Gabe rasch zu etwa 70% resorbiert. Die diuretische Wirkung setzt innerhalb von zwei Stunden ein, erreicht nach etwa 4 Stunden ein Maximum und hält insgesamt etwa 6 bis 12 Stunden an. 60 bis 70% der verabreichten Dosis werden in unveränderter Form im Urin ausgeschieden.

Amilorid HCI

Die kaliumretinierende Wirkung von Amilorid HCI, oral verabreicht, tritt innerhalb der ersten zwei Stunden ein und erreicht ihre höchste Aktivität in der 6. bis 10. Stunde; eine antikaliuretische Aktivität ist 24 Stunden lang nachweisbar.

Maximale Plasma-Spiegel treten nach 3–4 Stunden auf. Die Plasma-Halbwertszeit schwankt zwischen 6 und 9 Stunden. Die Wirkung auf die Elektrolyten erhöht sich mit der Dosis von Einzelgaben, bis zu einer Verabreichung von ca. 15 mg.

Amilorid HCI wird in der Leber nicht metabolisiert. Etwa 50% einer 20 mg-Dosis Amilorid HCI wird unverändert im Urin ausgeschieden und 40% im Stuhl in 72 Stunden.

Präklinische Daten

Mutagenität

Amilorid zeigte im Ames-Test keine mutagenen Effekte. Hydrochlorothiazid war in Mutagenitätsstudien sowohl in vitro wie in vivo negativ.

Kanzerogenität

Amilorid sowie Hydrochlorothiazid wurden in überhöhten Dosierungen während 2 Jahren an Mäusen und Ratten verabreicht. Es traten keine Hinweise auf eine gesteigerte Karzinogenität auf.

Reproduktionstoxizität

In Reproduktions-Studien bei trächtigen Ratten, die gegen Ende der Trächtigkeit, während der Niederkunft und bis zum Entwöhnen der Jungtiere Amilorid HCI erhielten wurde bei den höchsten untersuchten Dosierungen eine Wachstumsverzögerung und erhöhte Mortalität der Jungtiere beobachtet. Studien bei Ratten haben gezeigt, dass Amilorid in der Muttermilch in höheren Konzentrationen ausgeschieden wird als die Plasmakonzentration.

Hydrochlorothiazid passiert die Plazenta, verursacht aber in der Maus, Ratte und Kaninchen keine nachweisbare Teratogenität. Im Menschen kann eine Exposition mit Hydrochlorothiazid während der zweiten Schwangerschaftshälfte zu einer Thrombozytopenie bei Neugeborenen führen. Störungen des mütterlichen Elektrolythaushaltes können Auswirkungen auf den Föten und eine verminderte Plazentadurchblutung zur Folge haben. Hydrochlorothiazid geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Es kann die Laktation hemmen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Comilorid-Mepha Tabletten und Comilorid-Mepha mite Tabletten dürfen nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Die Arzneimittel sollten in der Originalpackung vor Feuchtigkeit geschützt bei Raumtemperatur (15–25 °C) gelagert werden.

Arzneimittel sollten für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden.

Zulassungsnummer

50477 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, 4147 Aesch/BL.

Stand der Information

März 2010.

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