Xanax 2mg 20 Tabletten

Xanax 2mg 20 Tabletten

Fachinformationen

Zusammensetzung

Xanax:

Wirkstoff: Alprazolamum.

Hilfsstoffe: Lactosum monohydricum, Cellulosum microcristallinum, Natrii docusas, Silica colloidalis anhydrica, Myadis amylum, Magnesii stearas, Conserv.: Natrii benzoas (E211); Color.: Erythrosin (E127; 0.5 mg, 1.0 mg), Indigotin (E132; 1.0 mg).

Xanax retard:

Wirkstoff: Alprazolamum.

Hilfsstoffe: Lactosum monohydricum, Methylhydroxypropylcellulosum, Silica colloidalis anhydrica, Magnesii stearas, Color.: Indigotin (E132; 0.5 mg, 2 mg).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Xanax:

Tabletten zu 0.25 mg, 0.5 mg, 1 mg und 2 mg Alprazolam.

0.25 mg Tablette: weiss, oval, mit Prägung «Upjohn 29» auf der einen Seite und einer Rille auf der anderen Seite.

0.5 mg Tablette: rosa, oval, mit Prägung «Upjohn 55» auf der einen Seite und einer Rille auf der anderen Seite.

1 mg Tablette: lila, oval, mit Prägung «Upjohn 90» auf der einen Seite und einer Rille auf der anderen Seite.

2 mg Tablette: weiss, kapselförmig, mit Prägung «U94» und drei Bruchrillen auf beiden Seiten.

Xanax retard:

Retard-Tabletten zu 0.5 mg, 1 mg, 2 mg und 3 mg Alprazolam.

0.5 mg Retard-Tablette: blau, rund, konvex, mit Prägung «P&U 57» auf einer Seite.

1 mg Retard-Tablette: weiss, rund, konvex, mit Prägung «P&U 59» auf einer Seite.

2 mg Retard-Tablette: blau, fünfeckig, mit Prägung «P&U 66» auf einer Seite.

3 mg Retard-Tablette: weiss, dreieckig, mit Prägung «P&U 68» auf einer Seite.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Xanax:

Angstneurosen, einschliesslich psychosomatischer Störungen.

Angstzustände mit Depressionen, aber nicht als Behandlung erster Wahl.

Angstsymptome im Zusammenhang mit funktionellen oder organischen Erkrankungen.

Schwere, chronische Panikstörungen mit oder ohne phobischem Vermeidungsverhalten, Blockierung oder Verminderung von Panikattacken bei Patienten mit Agoraphobie in Verbindung mit Panikattacken (nach DSM-III-R, American Psychiatric Association).

Xanax retard:

Angstneurosen, einschliesslich psychosomatischer Störungen.

Schwere, chronische Panikstörungen mit oder ohne phobischem Vermeidungsverhalten, Blockierung oder Verminderung von Panikattacken bei Patienten mit Agoraphobie in Verbindung mit Panikattacken (nach DSM-III-R, American Psychiatric Association).

Dosierung/Anwendung

Allgemeine Dosierungsempfehlungen

Die optimale Dosis von Xanax/- retard sollte der Schwere der Symptome und dem individuellen Ansprechen des Patienten angepasst sein. Die Dosis sollte so gering und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich gehalten werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Die üblichen Dosierungen (siehe unten) sind für die meisten Patienten ausreichend. Ausgehend von der Initialdosis wird die Dosis langsam erhöht, um exzessive Sedation zu verhindern. Bei den wenigen Patienten, bei denen eine höhere Dosierung erforderlich ist, soll die Dosis besonders vorsichtig gesteigert werden, um unerwünschte Wirkungen zu vermeiden. Bei einer Dosiserhöhung soll zuerst die abendliche Dosis und erst später die Dosis tagsüber erhöht werden. Im Allgemeinen ist für Patienten, die vorher keine psychotropen Medikationen erhalten haben, eine etwas niedrigere Dosierung angezeigt als bei Patienten, die vorher mit Tranquilizern, Antidepressiva oder Hypnotika behandelt worden sind oder eine Vorgeschichte mit chronischem Alkoholismus haben. Bei älteren Patienten oder Patienten mit geschwächtem Allgemeinzustand empfiehlt sich prinzipiell die Anwendung der niedrigst wirksamen Dosis, um eine Ataxie oder Übersedierung zu vermeiden. Die Patienten sollten periodisch erneut beurteilt werden, damit allfällige Dosisanpassungen vorgenommen werden können.

Falls Xanax retard einmal täglich verabreicht wird, ist die Einnahme morgens vorzuziehen. Die Retardtabletten sollen ganz eingenommen und nicht gekaut, zerbrochen oder geteilt werden.

Übliche Dosierungen

Xanax:

Angstzustände

Initialdosis: 0.75-1.5 mg täglich; üblicher Dosisbereich 0.5-4.0 mg täglich, in mehreren Gaben.

Geriatrische Patienten oder Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand: Initialdosis: 0.5-0.75 mg täglich, in mehreren Gaben; bei Bedarf und guter Verträglichkeit schrittweise Dosiserhöhung.

Panikstörungen

Initialdosis: 0.5-1.5 mg täglich in mehreren Gaben; die Dosis soll dem Ansprechen des Patienten angepasst werden. Eine Erhöhung ist nur bei schweren, invalidisierenden Panikstörungen, die das Vollbild der Diagnose erfüllen, und bei guter Verträglichkeit angezeigt. Die Dosiserhöhungen dürfen 1 mg alle 3 bis 4 Tage nicht überschreiten. Zusätzliche Dosen können verabreicht werden, bis ein Dosierungsschema von drei bis vier Teilgaben erreicht ist. Die wirksame Dosis liegt bei den meisten Patienten zwischen 4 und 6 mg/Tag. 6 mg/Tag sollten nicht überschritten werden. Falls Nebenwirkungen auftreten, sollte die Dosis reduziert werden.

Xanax retard:

Angstzustände

Initialdosis: 1 mg täglich; üblicher Dosisbereich: 0.5-4.0 mg täglich, verteilt auf eine oder zwei Gaben.

Geriatrische Patienten oder Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand: Initialdosis: 0.5-1 mg täglich in einer oder zwei Gaben, bei Bedarf und guter Verträglichkeit schrittweise Dosiserhöhung.

Panikstörungen

Initialdosis: 0.5-1 mg täglich in einer oder zwei Gaben. Eine Erhöhung ist nur bei schweren, invalidisierenden Panikstörungen, die das Vollbild der Diagnose erfüllen, und bei guter Verträglichkeit angezeigt. Die wirksame Dosis liegt bei den meisten Patienten zwischen 4 und 6 mg/Tag; 6 mg/Tag sollten nicht überschritten werden. Falls Nebenwirkungen auftreten, sollte die Dosis reduziert werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen für alle Tablettenformulierungen

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Alprazolam bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wurden nicht untersucht. Deshalb wird die Anwendung von Xanax/- retard in diesen Altersgruppen nicht empfohlen.

Therapiedauer

Die Dosierung und die Dauer der Anwendung müssen an die individuelle Reaktionslage, das Indikationsgebiet und die Schwere der Erkrankung angepasst werden. Hierbei gilt der Grundsatz, die Dosis so gering und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich zu halten. Der Patient sollte in regelmässigen Abständen untersucht werden und die Notwendigkeit einer fortgesetzten Behandlung überprüft werden.

Die Wirksamkeit von Alprazolam zur Behandlung von Angstneurosen sowie von Angstzuständen mit Depressionen wurde in klinischen Langzeitstudien mit einer maximalen Dauer von sechs Monaten untersucht. Patienten mit Panikstörungen wurden mit gutem Erfolg während 6 bis 8 Wochen behandelt (kontrollierte Studien). Klinische Erfahrungen haben gezeigt, dass bei Patienten, die gut auf die Behandlung ansprachen, auch nach 6 Monaten bis zu einem Jahr eine Erhöhung der Dosierung nicht nötig war.

Absetzen der Therapie

Nach längerer Anwendungsdauer (länger als 1 Woche) sollte zur Vermeidung von Entzugssymptomen das Absetzen schrittweise erfolgen und nicht mehr als 0,5 mg alle 3 Tage betragen. Bei manchen Patienten kann eine noch langsamere Dosisreduktion erforderlich sein. Treten signifikante Entzugssymptome auf, wird die vorhergehende Dosis wieder aufgenommen und anschliessend noch langsamer reduziert. Das Risiko einer Abhängigkeit ist wahrscheinlich bei höheren Dosierungen verstärkt. Bei Behandlung von Panikstörungen mit hohen Dosen sind Rebound- und Entzugssymptome häufiger.

Anleitung zur Verwendung der 2 mg-Tablette von Xanax

Xanax 2 mg ist oblong und hat drei Bruchrillen. Damit kann sie in bis zu vier gleiche Stücke geteilt werden. Die Tablette wird mit der Prägung nach oben auf eine harte Unterlage gelegt und mit dem Daumen auf die Mitte der Tablette gedrückt. Die so erhaltenen zwei 1-mg-Stücke können in der gleichen Weise weiter zu vier 0.5 mg Stücken geteilt werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit/Hypersensitivität gegenüber dem Wirkstoff, anderen Benzodiazepinen oder einem der Hilfsstoffe (siehe «Zusammensetzung»).

Myasthenia gravis, schwere respiratorische Insuffizienz, Schlafapnoe-Syndrom, schwere Leberinsuffizienz, gleichzeitige Verabreichung von Protease-Inhibitoren, Ketoconazol, Itraconazol oder anderen Antimykotika des Azol-Typs (siehe «Interaktionen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Toleranzentwicklung

Nach Einnahme von Benzodiazepinen über einige Wochen kann es zu einem Verlust der Wirksamkeit (Toleranz) kommen.

Abhängigkeit/Entzugserscheinungen

Die Einnahme von Benzodiazepinen kann zu einer Abhängigkeit führen. Dieses Risiko ist erhöht bei längerer Einnahme, hoher Dosierung und bei prädisponierten Patienten (wie v.a. Patienten mit bekanntem Alkohol-, Drogen- oder Arzneimittelmissbrauch). Die Entzugssymptomatik tritt vor allem nach abruptem Absetzen auf und beschränkt sich in leichteren Fällen auf Tremor, Ruhelosigkeit, Schlafstörungen, Angst, Dysphorie, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche. Es können aber auch Symptome wie Schwitzen, Muskel- und Bauchkrämpfe, Wahrnehmungsstörungen sowie in seltenen Fällen bedrohliche körperliche und psychische Reaktionen wie symptomatische Psychosen (z.B. Entzugsdelir) und zerebrale Krampfanfälle auftreten.

Während des Absetzens der Therapie mit Alprazolam traten bei Patienten mit posttraumatischen Stresserkrankungen Reizbarkeit, Feindseligkeit und Zwangsgedanken auf.

Das Einsetzen von Entzugserscheinungen schwankt je nach Wirkungsdauer der Substanz zwischen ein paar Stunden und einer Woche oder mehr nach Absetzen der Therapie.

Um das Risiko einer Abhängigkeit auf ein Minimum zu reduzieren, sollten Benzodiazepine nur nach sorgfältiger Prüfung der Indikation verschrieben und über möglichst kurze Dauer (als Hypnotikum zum Beispiel in der Regel nicht länger als vier Wochen) eingenommen werden. Ob eine Weiterführung der Behandlung notwendig ist, muss periodisch überprüft werden. Eine längere Behandlung ist nur bei bestimmten Patienten (zum Beispiel Panikzustände) indiziert und der Nutzen im Vergleich zu Risiken weniger klar.

Zur Vermeidung von Entzugserscheinungen empfiehlt sich in jedem Fall ein ausschleichendes Absetzen, indem die Dosis stufenweise reduziert wird. Bei Auftreten von Entzugserscheinungen ist eine engmaschige ärztliche Überwachung und Unterstützung des Patienten erforderlich.

Beim Absetzen der Therapie bei Patienten mit Panikstörungen können Symptome, welche mit dem Wiederauftreten der Panikattacken gekoppelt sind, Entzugssymptome vortäuschen.

Amnesie

Benzodiazepine können anterograde Amnesien verursachen. Das bedeutet, dass nach erfolgter Medikamenteneinnahme unter Umständen Handlungen ausgeführt werden, an die sich der Patient später nicht mehr erinnern kann.

Dieses Risiko steigt mit der Höhe der Dosierung und kann durch eine ausreichend lange, ununterbrochene Schlafdauer (7 bis 8 Stunden) verringert werden.

Psychiatrische und paradoxe Reaktionen

Wie mit anderen Benzodiazepinen können in seltenen Fällen und insbesondere bei älteren Patienten paradoxe Reaktionen wie Konzentrationsschwierigkeiten, Verwirrtheit, Halluzinationen, Stimulation oder andere unerwünschte Verhaltensreaktionen, wie Reizbarkeit, Agitation, Wutausbrüche, aggressives und feindseliges Verhalten auftreten. Bei vielen Berichten über solche Verhaltensstörungen erhielten die Patienten gleichzeitig andere ZNS-wirksame Substanzen und/oder hatten zugrundeliegende psychiatrische Erkrankungen. In einzelnen Berichten mit kleinen Patientenzahlen wird vermutet, dass ein gewisses Risiko für solche Nebenwirkungen bei Patienten mit Borderline Persönlichkeitsstörungen, einer Vorgeschichte von gewalttätigem oder aggressivem Verhalten, oder Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch besteht.

Depression

Eine Verabreichung an Patienten mit schwerer Depression oder suizidalen Absichten sollte unter Anwendung der geeigneten Kautelen und in einer angemessenen Dosierung erfolgen.

Panikstörungen treten zuweilen im Zusammenhang mit primärer und sekundärer schwerer Depression auf, weshalb bei unbehandelten Patienten die Suizidrate erhöht sein kann. Benzodiazepine wurden in Verbindung mit einer Verschlechterung depressiver Symptome gebracht. Bei depressiven Patienten muss der Behandlung der Grundkrankheit Depression primär Beachtung geschenkt werden. Aus diesen Gründen sollen bei Verabreichung hoher Dosen von Alprazolam an Patienten mit Panikstörungen dieselben Vorsichtsmassnahmen zur Anwendung gelangen wie bei Gebrauch sämtlicher Psychopharmaka bei depressiven Patienten oder bei Patienten, bei denen ein Verdacht auf Suizid-Absichten besteht.

Die Anwendung von Xanax/- retard bei schweren Depressionen, bei bipolaren Störungen oder endogener Depression wurde nicht untersucht.

Im Zusammenhang mit der Einnahme von Alprazolam wurden bei Patienten mit Depressionen Fälle von Hypomanie oder Manie berichtet.

Spezifische Patientengruppen

In sehr seltenen Fällen sind unter Xanax/- retard schwere allergische Reaktionen berichtet worden.

Bei der Behandlung von Patienten mit eingeschränkter Nieren- und Leberfunktion sind die üblichen Vorsichtsmassnahmen zu beachten und gegebenenfalls die Dosierung zu verringern. Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen sollten nicht mit Benzodiazepinen behandelt werden, da hierdurch das Risiko einer Enzephalopathie erhöht wird.

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wurde nicht untersucht.

Xanax/- retard Tabletten enthalten Lactose und sollten daher Patienten mit dem seltenen hereditären Krankheitsbild der Galaktose-Intoleranz, einem Laktase-Mangel oder einer Glukose-/Galaktose-Malabsorption nicht verabreicht werden.

Interaktionen

Benzodiazepine bewirken, bei gleichzeitiger Gabe mit psychotropen Pharmaka, Antikonvulsiva, Antihistaminika, Alkohol oder anderen, das ZNS dämpfende Substanzen, eine Verstärkung des dämpfenden Effekts.

Die gleichzeitige Gabe von Benzodiazepinen kann die Wirkung von Muskelrelaxantien verstärken.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Alprazolam mit Verbindungen, die dessen Metabolismus beeinflussen, können pharmakokinetische Interaktionen auftreten. Substanzen, die bestimmte hepatische Enzyme (im speziellen Cytochrom P4503A4) hemmen, können die Plasmakonzentration von Alprazolam erhöhen und damit seine Wirkung verstärken. Daten aus klinischen und in vitro-Studien mit Alprazolam sowie klinischen Studien mit Substanzen, die ähnlich metabolisiert werden, zeigen, dass verschiedene Interaktionen für eine Reihe von Substanzen möglich sind.

Alprazolam soll nicht gleichzeitig mit Ketoconazol, Itraconazol oder anderen Antimykotika des Azol-Typs verabreicht werden.

Patienten, die Alprazolam zusammen mit Nefazodon, Fluvoxamin oder Cimetidin erhalten, sollen überwacht werden um eine allfällige Dosisreduktion von Xanax/- retard vorzunehmen.

Alprazolam soll zusammen mit Fluoxetin, Dextropropoxyphen, oralen Kontrazeptiva, Diltiazem oder Makrolid-Antibiotika wie Erythromycin, Clarithromycin oder Troleandomycin mit Vorsicht angewendet werden.

Ritonavir und andere Protease-Inhibitoren: Interaktionen zwischen HIV-Protease-Inhibitoren und Alprazolam sind komplex und abhängig von der Therapiedauer. Niedrige Ritonavirdosen hatten eine ausgeprägte Reduktion der Alprazolam-Clearance zur Folge, verzögerten die Eliminationshalbwertszeit und verstärkten die klinischen Wirkungen. Deshalb ist die gleichzeitige Verabreichung von Alprazolam und Protease-Inhibitoren kontraindiziert.

Imipramin/Desipramin: Die Plasmaspiegel steigen bei Gabe von Alprazolam um ca. 30%, und die Imipramin-Clearance wird um 20% erniedrigt. Die Ausscheidung von Alprazolam wird nicht beeinflusst. Die klinische Bedeutung ist noch ungeklärt.

Lithium: Die Plasmaspiegel von Lithium können durch Alprazolam leicht, aber signifikant erhöht werden.

Dextropropoxyphen: Die Halbwertszeit von Alprazolam ist erhöht und die totale Clearance reduziert.

Propranolol: Die Clearance von Alprazolam wird nicht beeinflusst. Die maximalen Serumkonzentrationen von Alprazolam sind jedoch niedriger und treten verzögert auf.

Cimetidin: Die Halbwertszeit von Alprazolam wird erhöht und die Clearance vermindert. Bei mehrfacher Einnahme ist die steady-state-Konzentration erhöht.

Digoxin: Bei gleichzeitiger Verabreichung von Alprazolam und Digoxin wurden besonders bei älteren (>65 Jahre) Patienten erhöhte Digoxin-Plasmaspiegel festgestellt. Patienten, welche Digoxin zusammen mit Alprazolam erhalten, sollten daher hinsichtlich einer möglichen Digoxin Toxizität sorgfältig überwacht werden.

Orale Kontrazeptiva: Bei gleichzeitiger Verabreichung mit tief dosiertem oralen Ethinylestradiol wird die Halbwertszeit von Alprazolam erhöht.

Tabakrauchen: Die Halbwertszeit von Alprazolam wird verkürzt und die Clearance erhöht. Bei Rauchern kann eine etwas höhere Dosis notwendig sein.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Aus einigen früheren Studien mit anderen Benzodiazepinen gibt es klare Hinweise für ein erhöhtes Risiko für kongenitale Missbildungen des menschlichen Foetus nach Verabreichung von Benzodiazepinen im ersten Trimester. Xanax/- retard Tabletten sollen daher im ersten Trimenon der Schwangerschaft nicht und im zweiten und dritten Trimenon nur bei zwingender Indikation verabreicht werden. Frauen im gebärfähigen Alter sollten aufgefordert werden, bei gewünschter oder vermuteter Schwangerschaft Ihren Arzt/Ärztin zu benachrichtigen, um mit ihm/ihr einen Abbruch der Therapie zu erwägen.

Alprazolam passiert die Plazenta. Daten zur Konzentration des Arzneimittels im Feten liegen nicht vor.

Werden Benzodiazepine in der späten Phase der Schwangerschaft oder während des Geburtvorgangs verabreicht, sind beim Neugeborenen pharmakologische Wirkungen wie Hypothermie, niedriger Blutdruck, niedriger Muskeltonus, Trinkschwäche, Atemdepression (sog. «floppy infant syndrome») und neonatale Entzugssymptome zu erwarten. Kinder von Müttern, die während der Spätschwangerschaft chronisch Benzodiazepine einnahmen, können eine physische Abhängigkeit entwickeln und deshalb nach der Geburt Entzugssymptome zeigen. Wenn Xanax/- retard während der Schwangerschaft eingenommen wird, oder die Patientin unter der Behandlung mit Xanax/- retard schwanger wird, sollte sie über das potentielle Risiko für den Foetus informiert werden.

Stillzeit

Da Benzodiazepine in die Muttermilch übertreten, soll Xanax/- retard während der Stillperiode nicht angewendet werden, oder es muss abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Xanax/- retard kann Schwindel und Schläfrigkeit hervorrufen. Deshalb wird Patienten nicht empfohlen, Auto zu fahren, komplexe Maschinen zu bedienen oder andere potenziell gefährliche Tätigkeiten auszuführen, solange nicht bekannt ist, ob die Fähigkeit zur Ausübung solcher Tätigkeiten beeinträchtigt wird.

Unerwünschte Wirkungen

Falls Nebenwirkungen auftreten, werden diese überwiegend zu Beginn der Therapie beobachtet. Sie klingen jedoch meist im Verlauf der Therapie oder bei Verringerung der Dosis ab.

Die am häufigsten unter Alprazolam bei Patienten mit Angstneurosen oder Angstzuständen mit Depressionen beobachteten unerwünschten Wirkungen waren Schläfrigkeit, Schwindel/Benommenheit.

Bei Patienten mit Panikstörungen und entsprechend hoher Dosierung (über 4 mg/d) wurden häufig Sedierung/Schläfrigkeit, Müdigkeit, Ataxie/Koordinationsstörungen und Artikulationsschwierigkeiten zu Beginn der Therapie beobachtet. Die Sedierung verringert sich im Allgemeinen nach wenigen Behandlungswochen.

Bei der Anwendung von Benzodiazepinen kann es in seltenen Fällen und insbesondere bei älteren Patienten zu paradoxen Reaktionen, wie Konzentrationsschwierigkeiten, Verwirrtheit, Halluzinationen, Stimulation oder andere unerwünschte Verhaltensreaktionen wie Reizbarkeit, Agitation, Wutausbrüche, aggressives und feindseliges Verhalten kommen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Untenstehende unerwünschte Wirkungen wurden in kontrollierten klinischen Studien bei mit Alprazolam behandelten Personen beobachtet. Sie sind nach Organklasse aufgeführt und nach Häufigkeitsgrad gewichtet, unter Berücksichtigung folgender Definitionen: sehr häufig (≥10%), häufig (≥1%-<10%), gelegentlich (≥0.1%-<1%), selten (≥0.01%-<0.1%).

Unter «Post-Marketing» sind zudem Nebenwirkungen aufgeführt, welche zusätzlich nach der Markteinführung berichtet wurden.

Störungen des Immunsystems

Post-Marketing: Überempfindlichkeitsreaktionen wie Urticaria, Larynxödem, Pharynxödem.

Endokrine Störungen

Post-Marketing: Häufigkeit unbekannt: Hyperprolaktinämie.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Verminderter Appetit.

Psychiatrische Störungen

Sehr häufig: Depression (11.7%).

Häufig: Verwirrtheit, Desorientiertheit, herabgesetzte Libido, Angstgefühl, Schlaflosigkeit, Nervosität.

Post-Marketing: Häufig: erhöhte Libido. Gelegentlich: Manie, Halluzination, Zorn, Agitation. Häufigkeit unbekannt: Hypomanie, Aggression, Feindseligkeit, abwegiges Denken, psychomotorische Hyperaktivität.

Nervensystem

Sehr häufig: Sedierung (49.9%), Kopfschmerz (22.3%), Schläfrigkeit (20.3%), Gedächtnisschwäche (17%), Schwindel (16%), Dysarthrie (12.3%), Ataxie (10.8%).

Häufig: Gleichgewichtsstörungen, beeinträchtigte Koordination, Aufmerksamkeitsstörung, Hypersomnie, Lethargie, Tremor.

Gelegentlich: Amnesie.

Post-Marketing: Häufigkeit unbekannt: Dystonie, Störungen des vegetativen Nervensystems.

Augen

Häufig: Verschwommenes Sehen.

Post-Marketing: Häufigkeit unbekannt: erhöhter intraokulärer Druck.

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Mundtrockenheit (12.7%), Obstipation (10.3%).

Häufig: Nausea.

Post-Marketing: Häufigkeit unbekannt: Gastrointestinale Störungen.

Leber und Galle

Post-Marketing: Häufigkeit unbekannt: Hepatitis, Störungen der Leberfunktion, Ikterus.

Haut

Post-Marketing: Häufig: Dermatitis. Häufigkeit unbekannt: Angioödem, Photosensitivitätsreaktionen.

Muskelskelettsystem

Gelegentlich: Muskelschwäche.

Nieren und Harnwege

Post-Marketing: Gelegentlich: Harninkontinenz. Häufigkeit unbekannt: Harnverhalt.

Reproduktionssystem und Brust

Post-Marketing: Häufig: sexuelle Dysfunktion. Gelegentlich: unregelmässige Menstruation.

Allgemeine Störungen

Sehr häufig: Erschöpfung (17.3%), Reizbarkeit (14%).

Post-Marketing: Häufigkeit unbekannt: periphere Ödeme.

Untersuchungen

Häufig: Gewichtsveränderungen.

Überdosierung

Zeichen von Überdosierung mit Xanax/- retard (Alprazolam) entsprechen einer Ausweitung der pharmakologischen Aktivität und beinhalten hauptsächlich Ataxie und Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Koordinationsstörungen, verminderte Reflexe, Atemdepression und Koma. Schwerwiegende Folgeschäden sind selten ausser im Falle gleichzeitiger Einnahme von anderen Pharmaka und/oder Alkohol. Wie in allen Fällen von Arzneimittelüberdosierung ist die Überwachung von Atmung, Puls und Blutdruck angezeigt. Neben der sofortigen Magenspülung sind allgemein unterstützende Massnahmen anzuwenden. Erforderlich sind eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr und die Freihaltung der Atemwege. Der Nutzen einer Dialyse wurde nicht bestimmt.

Zur spezifischen Therapie kann der Benzodiazepin-Antagonist Flumazenil verabreicht werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05BA12

Der Wirkstoff von Xanax/- retard ist Alprazolam, ein 1,4-Benzodiazepin mit anxiolytischen Eigenschaften.

Benzodiazepine binden sich an verschiedenen Stellen im Zentralnervensystem an stereospezifische Rezeptoren. Es wird angenommen, dass Benzodiazepine die Wirkung des inhibitorischen Neurotransmitters GABA (gamma-Aminobuttersäure) im Zentralnervensystem verstärken. Der genaue Wirkungsmechanismus ist unbekannt.

Klinisch haben alle Benzodiazepine eine dosisabhängige, das Zentralnervensystem dämpfende Wirkung.

Alprazolam wirkt hauptsächlich anxiolytisch und ist daher zur Behandlung von Angsterkrankungen sowie auch von Panikattacken und -störungen geeignet.

Pharmakokinetik

Absorption

Xanax:

Alprazolam wird nach oraler Applikation rasch resorbiert. Maximale Plasmakonzentrationen werden ein bis zwei Stunden nach der Applikation erreicht. Nach Verabreichung einer einzelnen Dosis Alprazolam sind die Plasmaspiegel der verabreichten Dosis proportional; im Dosisbereich 0.5 bis 3.0 mg wurden Spitzenkonzentrationen von 8.0 bis 37 ng/ml beobachtet.

Xanax retard:

Die Serumspitzenkonzentrationen werden 5 bis 11 Stunden nach der Gabe einer Retard-Tablette erreicht. Die ein- bis zweimal tägliche Gabe der Tablette mit verzögerter Wirkstofffreigabe ergibt äquivalente AUC-Werte wie die auf vier Gaben verteilte Dosis der normalen Tablette. Die Steady-state-Plasmaspiegel werden nach etwa 4 Tagen erreicht. Nach Verabreichung einer einzelnen Dosis Alprazolam sind die Plasmaspiegel der verabreichten Dosis proportional; im Dosisbereich von 0.5 mg bis 3.0 mg wurden Spitzenkonzentrationen von 8 bis 37 ng/ml beobachtet.

Bei der Einnahme einer Einzeldosis von Xanax retard 3 mg mit fettreicher Nahrung stiegen die maximalen Plasmakonzentrationen bis zu 26% an.

Die verzögerte Wirkstofffreisetzung der Retard-Tablette beeinflusst die Distribution, den Metabolismus und die Elimination von Alprazolam nicht. Über einen Dosisbereich von bis zu 10 mg verläuft die Pharmakokinetik von Alprazolam linear mit Plasmakonzentrationen die proportional zur Dosis sind.

Distribution

In vitro wird Alprazolam zu 80% an menschliches Serumeiweiss gebunden. Das Verteilungsvolumen beträgt für alle Tablettenformulierungen 1.1 l/kg. Wegen seiner Ähnlichkeit mit anderen Benzodiazepinen wird angenommen, dass Alprazolam die Plazenta passiert und mit der Muttermilch ausgeschieden wird.

Metabolismus

Die Hauptmetaboliten sind α-Hydroxyalprazolam und ein Benzophenonderivat von Alprazolam. Die biologische Aktivität von α-Hydroxyalprazolam beträgt 50% verglichen mit Alprazolam. Der Benzonphenon-Metabolit ist so gut wie inaktiv. Der Anteil der Metaboliten beträgt weniger als 10% 4-Hydroxyalprazolam und weniger als 4% α-Hydroxyalprazolam. Die Metabolisierung erfolgt durch Cytochrom P450-abhängige Enzyme (vgl. «Interaktionen»).

Elimination

Die mittlere Eliminationshalbwertszeit von Alprazolam beträgt 12-15 Stunden bei einer Plasmaclearance von 1.1 ml/min/kg. Die Halbwertszeiten der Metaboliten liegen in der gleichen Grössenordnung wie für Alprazolam. Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich im Urin. Es findet keine Kumulation von Alprazolam oder seinen Metaboliten statt.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Veränderungen der Resorption, Verteilung des Metabolismus und der Ausscheidung von Benzodiazepinen wurden bei einer Vielzahl von Erkrankungen beobachtet, so z.B. bei durch Alkoholismus bedingter Lebererkrankung und eingeschränkter Leberfunktion. Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Anpassung der Dosierung nötig. Veränderungen wurden bei geriatrischen Patienten nachgewiesen. Über die Fähigkeit von Alprazolam, beim Menschen Leberenzymsysteme zu induzieren, liegen bislang keine Erkenntnisse vor, allerdings handelt es sich dabei nicht um eine generelle Eigenschaft der Benzodiazepine.

Präklinische Daten

Studien mit wiederholter Verabreichung hoher oraler Dosen zeigten bei allen untersuchten Spezies mit Ausnahme des Kaninchens zusätzlich zu den zu erwartenden Zeichen einer zentralnervösen Dämpfung eine gesteigerte Erregbarkeit bis hin zu Krampfanfällen, die bei einigen Tieren letal endete. Die niedrigste Dosis, bei der Zeichen einer Übererregbarkeit auftrat, war 3 mg/kg/Tag beim Hund (15-faches der maximal empfohlenen Dosis beim Menschen [MRHD] von 10 mg/Tag), einer Dosis, bei der es ebenfalls zur Erhöhung der Körpertemperatur kam.

Mutagenität/Kanzerogenität

Alprazolam erwies sich in vitro im Ames Test als nicht mutagen. Im in vivo Mikronukleus Test in Ratten hat Alprazolam bis hin zu der höchsten getesteten Dosis von 100 mg/kg (500-fache MRHD) zu keinen chromosomalen Aberrationen geführt.

Zweijährige Studien ergaben bei oralen Dosen von bis zu 30 mg/kg/Tag (150-fache MRHD) bei der Ratte und bei Dosen von bis zu 10 mg/kg/Tag (50-fache MRHD) bei der Maus keine Hinweise auf ein kanzerogenes Potential von Alprazolam. Die zweijährige Studie an Ratten wurde an Muttertieren und deren Nachwuchs durchgeführt, und umfasste sowohl Trag- als auch Säugezeit.

Reproduktionstoxizität

In Untersuchungen an Ratten ist nach getesteten Dosen von maximal 5 mg/kg/Tag (25-fache MRHD) keine Beeinträchtigung der Fertilität festgestellt worden.

Bei Ratten und Kaninchen war Alprazolam bei Dosen von ≤10 mg/kg/Tag (50-fache MRHD) nicht teratogen oder embryozid. Erste Zeichen von Embryotoxizität zeigten sich bei wiederholter oraler Gabe von Dosen ≥2 mg/kg/Tag bei der Ratte und beim Kaninchen (10-fache MRHD). Bei Dosen von 30 mg/kg/Tag (150-fache MRHD) wurden sowohl bei Ratten als auch bei Kaninchen skeletale Missbildungen festgestellt. Eine Dosis von 100 mg/kg/Tag (500-fache MRHD) bei Ratten und 30 mg/kg/Tag bei Kaninchen war embryozid.

Alprazolam-Exposition von Nagern während der Trächtigkeit zeigte Veränderungen in Sozialverhalten und Stressbewältigungsvermögen beim Nachwuchs.

Okularer Effekt

Bei Ratten, die im Rahmen der Karzinogenitätsstudie 2 Jahre (Lebenszeit) lang orale Dosen von 3, 10 und 30 mg/kg/Tag erhielten (15-150-fache MRHD), konnte eine Tendenz für ein dosisabhängig erhöhtes Auftreten von Katarakten (weibliche Tiere) und Hornhautvaskularisierungen (männliche Tiere) beobachtet werden. Diese Läsionen traten nur bei Ratten unter Behandlung mit Alprazolam auf, und erschienen nicht früher als 11 Monate nach Behandlungsbeginn.

Juvenile Toxizität

Präklinische Studien zu juveniler Toxizität liegen nicht vor.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Vor Licht geschützt und trocken bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

Xanax: 43216 (Swissmedic).

Xanax retard: 52866 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Pfizer AG, Zürich.

Stand der Information

September 2014.

LLD V005

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