Dorzolamid Plus Spirig Hc Gtt Opht 3 X 5 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Dorzolamid Hydrochlorid und Timolol Maleat.

Hilfsstoffe: Cons.: Benzalkonii chloridum; Excipiens pro ml guttae opht.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Dorzolamid plus Spirig HC sterile Augentropfen stehen als sterile, isotonische, gepufferte, leicht visköse, wässrige Lösung zur Verfügung. 1 ml Dorzolamid plus Spirig HC enthält 20,00 mg Dorzolamid (22,26 mg Dorzolamid Hydrochlorid) und 5,00 mg Timolol (6,83 mg Timolol Maleat) als aktive Inhaltsstoffe.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Dorzolamid plus Spirig HC Augentropfen sind indiziert für die Behandlung des erhöhten Augeninnendruckes (IOD) bei Patienten mit okulärer Hypertension, Offenwinkelglaukom, pseudoexfoliativem Glaukom oder sekundärem Offenwinkelglaukom, wenn eine Kombinationsbehandlung notwendig ist.

Dosierung/Anwendung

Die Dosis beträgt zweimal täglich einen Tropfen Dorzolamid plus Spirig HC in das (die) betroffene(n) Auge(n).

Wenn Dorzolamid plus Spirig HC ein anderes Glaukom-Präparat ersetzen soll, ist (sind) die andere(n) Substanz(en) am Tag nach der üblichen Dosierung abzusetzen und mit Dorzolamid plus Spirig HC am nächsten Tag zu beginnen.

Falls ein weiteres topisches Augenpräparat verwendet wird, so sollten Dorzolamid plus Spirig HC und das andere Arzneimittel in einem Abstand von mindestens 10 Minuten angewendet werden.

Anwendung bei Kindern

Die Sicherheit und Wirksamkeit einer ophthalmischen Lösung mit 2% Dorzolamid/0,5% Timolol wurde in einer klinischen Studie bei Kindern unter 6 Jahren untersucht. In dieser Studie erhielten n= 30 Kinder (über 2 Jahre bzw. unter 6 Jahre), deren Augeninnendruck unter einer Monotherapie mit Dorzolamid oder Timolol ungenügend gesenkt werden konnte, die Kombination Dorzolamid/Timolol. Die Kombination Dorzolamid/Timolol wurde bei diesen Patienten im Allgemeinen gut vertragen.

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern unter 2 Jahren wurde nicht untersucht.

Anwendung bei älteren Patienten

In den klinischen Studien mit der Kombination Dorzolamid/Timolol waren von der Gesamtanzahl der Patienten 49% im Alter von 65 Jahren und älter und 13% im Alter von 75 Jahren und älter. Insgesamt wurden keine Unterschiede in der Wirksamkeit oder Sicherheit zwischen diesen Patienten und jüngeren Patienten beobachtet, aber eine grössere Empfindlichkeit kann bei einzelnen älteren Patienten nicht ausgeschlossen werden.

Anwendungshinweise

Die Patienten sollten darauf hingewiesen werden zu vermeiden, dass die Spitze der Tropfflasche mit dem Auge oder mit umgebenden Strukturen in Berührung kommt.

Die Patienten sollten zudem darauf hingewiesen werden, dass Augentropfen bei unkorrekter Handhabung durch Bakterien kontaminiert werden können, was zu Augeninfektionen führen kann. Die Verwendung von kontaminierten Lösungen kann zu einer schweren Augenschädigung und nachfolgendem Verlust der Sehkraft führen.

Kontraindikationen

Dorzolamid plus Spirig HC ist kontraindiziert bei Patienten mit:

Bronchialasthma oder Status nach Bronchialasthma oder einer schweren chronischen obstruktiven Lungenkrankheit;

Sinusbradykardie, atrioventrikulärem Block zweiten oder dritten Grades, bekannter Herzinsuffizienz, kardiogenem Schock;

Überempfindlichkeit gegenüber einem der Inhaltsstoffe dieses Präparates oder gegenüber Sulfonamide allgemein.

Die obigen Angaben basieren auf den einzelnen Komponenten und beziehen sich nicht alleinig auf die Kombination.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Kardiorespiratorische Wirkungen

Wie bei anderen topisch applizierten Augenpräparaten kann dieses Arzneimittel systemisch absorbiert werden. Der Timololanteil ist ein Beta-Blocker. Deshalb können bei topischer Anwendung die gleichen Arten von unerwünschten Wirkungen beobachtet werden wie bei der systemischen Anwendung von Beta-Blockern.

Wegen der Timolol-Komponente sollte eine Herzinsuffizienz vor Beginn einer Therapie mit Dorzolamid plus Spirig HC entsprechend behandelt werden. Bei Patienten mit schwerer Herzkrankheit in der Vorgeschichte sollte deshalb auf Zeichen der Herzinsuffizienz geachtet und die Herzfrequenz überprüft werden.

Respiratorische und kardiologische Zwischenfälle, einschliesslich Tod durch einen Bronchospasmus bei Patienten mit Asthma und selten Todesfälle in Zusammenhang mit vorbestehender Herzinsuffizienz nach Gabe von Timolol sind berichtet worden.

Nieren- und Leberinsuffizienz

Die Kombination Dorzolamid/Timolol wurde bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (CrCl <30 ml/min) nicht untersucht. Da Dorzolamid und sein Metabolit vorwiegend über die Niere ausgeschieden werden, wird Dorzolamid plus Spirig HC bei solchen Patienten nicht empfohlen.

Die Kombination Dorzolamid/Timolol wurde bei Patienten mit Leberinsuffizienz nicht untersucht und sollte deshalb bei solchen Patienten mit Vorsicht angewendet werden.

Immunologie und Überempfindlichkeit

Wie bei anderen topisch applizierten Augenpräparaten kann dieses Arzneimittel systemisch absorbiert werden. Der Dorzolamidanteil ist ein Sulfonamid. Deshalb können bei topischer Anwendung die gleichen Arten von unerwünschten Wirkungen, einschliesslich schwerwiegende Reaktionen wie Stevens-Johnson Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse, beobachtet werden wie bei der systemischen Anwendung von Sulfonamiden. Falls solche Zeichen oder Überempfindlichkeit auftreten, sollte die Behandlung mit diesem Präparat abgebrochen werden.

In klinischen Studien wurde bei chronischer Anwendung von Dorzolamid Augentropfen über lokale unerwünschte Wirkungen am Auge, hauptsächlich Konjunktivitis und Augenlidreaktionen, berichtet. Einige dieser Reaktionen hatten das klinische Erscheinungsbild und den Verlauf einer allergischen Reaktion, welche nach Unterbrechung der medikamentösen Therapie rückgängig war. Über ähnliche Reaktionen wurde unter der Kombination Dorzolamid/Timolol berichtet. Falls solche Reaktionen beobachtet werden, so muss ein Abbruch der Behandlung mit Dorzolamid plus Spirig HC in Erwägung gezogen werden.

Während der Einnahme von Beta-Blockern können Patienten mit einer Vorgeschichte einer Atopie oder einer schweren anaphylaktischen Reaktion auf eine Vielzahl von Allergenen stärker auf eine akzidentielle, diagnostische oder therapeutisch wiederholte Exposition mit solchen Allergenen reagieren. Solche Patienten können auf die üblichen Dosierungen von Adrenalin zur Behandlung anaphylaktischer Reaktionen ungenügend ansprechen.

Gleichzeitige Behandlungen

Es besteht die Möglichkeit für eine additive Wirkung auf die bekannten systemischen Wirkungen der Carboanhydrase-Hemmung bei Patienten, welche einen oralen und einen topischen Carboanhydrasehemmer gleichzeitig erhalten. Die kombinierte Anwendung von Dorzolamid plus Spirig HC und einem oralen Carboanhydrasehemmer wurde bisher nicht untersucht und wird nicht empfohlen.

Patienten, welche bereits eine beta-adrenerg blockierende Substanz systemisch erhalten und welche Dorzolamid plus Spirig HC anwenden, sollten auf die mögliche additive Wirkung entweder auf den Augeninnendruck oder auf die bekannten systemischen Wirkungen der Beta-Blockade kontrolliert werden. Die Anwendung von zwei topischen beta-adrenerg blo­ckierenden Substanzen wird nicht empfohlen.

Andere

Die Behandlung von Patienten mit akutem Engwinkelglaukom verlangt zusätzlich zu den hypotensiven Wirkstoffen am Auge weitere therapeutische Massnahmen. Die Kombination Dorzolamid/Timolol wurde bisher bei Patienten mit akutem Engwinkelglaukom nicht untersucht.

Es wurde über Netzhautablösungen bei der therapeutischen Verabreichung von Hemmern der Kammerwasserproduktion (z.B. Timolol, Acetazolamid) nach Filtrationseingriffen berichtet.

Patienten mit erniedrigter Endothelzellzahl haben ein grösseres Potential für die Entwicklung eines Korneaödems. Bei der Verschreibung von Dorzolamid plus Spirig HC ist bei diesen Patienten entsprechende Vorsicht geboten.

Kontaktlinsenträger

Dorzolamid plus Spirig HC enthält das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid, welches von weichen Kontaktlinsen absorbiert werden kann. Deshalb sollte Dorzolamid plus Spirig HC während des Tragens von weichen Kontaktlinsen nicht angewendet werden. Die Kontaktlinsen sollten vor der Anwendung der Dorzolamid plus Spirig HC Augentropfen herausgenommen werden und dürfen frühestens 15 Minuten nach der Anwendung wieder eingesetzt werden.

Interaktionen

Es wurden keine spezifischen Interaktionsstudien mit der Kombination Dorzolamid/Timolol durchgeführt.

In klinischen Studien wurde die Kombination Dorzolamid/Timolol gleichzeitig mit den folgenden systemisch wirkenden Arzneimitteln angewendet, ohne dass unerwünschte Wirkungen nachgewiesen werden konnten: ACE-Hemmer, Kalziumantagonisten, Diuretika, nicht-steroidale Entzündungshemmer einschliesslich Aspirin, und Hormone (z.B. Östrogen, Insulin, Thyroxin).

Dennoch besteht die Möglichkeit von additiven Wirkungen und der Entstehung einer Hypotension und/oder einer deutlichen Bradykardie, wenn Timolol Augentropfen zusammen mit einem oralen Kalziumantagonisten, einem Katecholaminspeicher entleerenden Arzneimittel oder mit beta-adrenergen Blockern eingesetzt werden.

Über eine mögliche systemische Beta-Blockade (z.B. verminderte Herzfrequenz, Depression) wurde während einer kombinierten Therapie mit CYP2D6 Hemmern (z.B. Chinidin, SSRIs) und Timolol berichtet.

Obwohl Timolol eine geringe oder gar keine Wirkung auf die Pupillenweite hat, ist bei gleichzeitiger Therapie von Timolol und Adrenalin gelegentlich eine Mydriasis beobachtet worden.

Der Dorzolamidanteil von Dorzolamid plus Spirig HC ist ein Carboanhydrasehemmer, welcher – obwohl topisch angewendet – systemisch resorbiert wird. In klinischen Studien waren Dorzolamid Augentropfen nicht in Verbindung mit Störungen des Säuren-Basen-Haushaltes gebracht worden. Bei der Anwendung von oralen Carbo-anhydrasehemmern wurde aber von solchen Störungen berichtet, und in einigen Fällen führte dies auch zu Arzneimittel-Interaktionen (z.B. Toxizität in Verbindung mit einer hochdosierten Salicylat-Therapie). Deshalb sollte die Möglichkeit einer solchen Arzneimittel-Interaktion bei Patienten, welche Dorzolamid plus Spirig HC erhalten, in Betracht gezogen werden.

Orale Betablocker können die nach Absetzen von Clonidin wiederauftretende Hypertonie verschlimmern.

Schwangerschaft/Stillzeit

Tierstudien mit Dorzolamid haben unerwünschte Effekte auf den Föten gezeigt und es gibt keine geeigneten und gut kontrollierten Studien über die Anwendung bei schwangeren Frauen. Dorzolamid plus Spirig HC sollte bei Frauen während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies sei eindeutig erforderlich.

Anwendung während der Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Dorzolamid in der Muttermilch ausgeschieden wird. Timolol erscheint in der Muttermilch. Wegen der Möglichkeit für schwerwiegende unerwünschte Wirkungen beim Säugling soll während der Behandlung mit dem Arzneimittel nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es sind unerwünschte Wirkungen in Verbindung mit der Kombination Dorzolamid/Timolol bekannt, welche bei einigen Patienten die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu lenken und/oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen können (vgl. «Unerwünschte Wirkungen»).

Unerwünschte Wirkungen

Wie andere lokal verabreichte Augenpräparate kann dieses Arzneimittel systemisch resorbiert werden. Bei lokaler Verabreichung können die gleichen unerwünschten Wirkungen auftreten wie bei systemischer Gabe.

Die in klinischen Studien beobachteten unerwünschten Wirkungen beschränkten sich auf die bereits früher mit Dorzolamid und/oder Timolol festgestellten Wirkungen.

In den klinischen Studien wurden 1’035 Patienten mit der Kombination Dorzolamid/Timolol behandelt. Ungefähr 2,4% aller Patienten unterbrachen die Behandlung mit der Kombination Dorzolamid/Timolol infolge lokaler unerwünschter Wirkungen am Auge. Ungefähr 1,2% aller Patienten unterbrachen die Behandlung infolge lokaler unerwünschter Wirkungen, welche eine Allergie oder Überempfindlichkeit vermuten liessen (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen – Immunologie und Überempfindlichkeit»).

Die am häufigsten beschriebenen unerwünschten Wirkungen, welche in Zusammenhang mit dem Arzneimittel standen, waren: häufig: Brennen und Stechen im Auge (10,7%), Geschmacksveränderungen (5,8%); gelegentlich: Hornhauterosionen (2,0%), Bindehautrötungen (1,8%), verschwommenes Sehen (1,4%), Tränen (1,4%) und Jucken im Auge (1,0%), Fremdkörpergefühl, Gesichtsfelddefekte, Augenabsonderung und Hornhautverfärbung. Über Urolithiasis wurde selten berichtet.

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden nach Markteinführung gemeldet:

Dyspnoe, Ateminsuffizienz, Kontaktdermatitis, Stevens-Johnson Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, Bradykardie, Herzblock, Netzhautablösung nach Filtrationseingriffen und Übelkeit.

Laborbefunde

Die Kombination Dorzolamid/Timolol stand mit keinen Elektrolytverschiebungen von klinischer Bedeutung in Zusammenhang.

Dorzolamid

In klinischen Langzeitstudien bei Patienten mit Dorzolamid allein oder in Kombination mit topischen Betablockern waren die am häufigsten beobachteten unerwünschten Wirkungen und lokalen Symptome, die dem Arzneimittel zugeordnet wurden: bitterer Geschmack, Brennen oder Stechen, verschwommenes Sehen, Juckreiz am Auge, Tränenfluss, Kopfschmerzen, Konjunktivitis, Entzündung des Augenlids, Irritation des Augenlids und Asthenie/Müdigkeit. Der häufigste Grund zum Abbruch der Behandlung mit Dorzolamid Augentropfen (ungefähr 3%) waren durch das Arzneimittel bedingte unerwünschte Wirkungen am Auge, vor allem Konjunktivitis und Lidreaktionen. Iridozyklitis und Hautausschlag wurden nur selten beobachtet. Ein Fall mit Urolithiasis wurde bekannt.

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden nach Markteinführung gemeldet:

Störungen des Nervensystems, Psychische Störungen

Schwindel, Parästhesie.

Augenleiden

Rötung, Schmerzen, Augenlidschorf, vorübergehende Myopie (welche nach Abbruch der Behandlung verschwindet), Netzhautablösung nach Filtrationseingriffen, Keratitis superficialis punctata.

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen

Epistaxis, Bronchospasmus.

Gastrointestinale Störungen

Rachenreizung, Mundtrockenheit.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Urtikaria, Pruritus, Zeichen und Symptome von lokalen Reaktionen einschliesslich Augenlidreaktionen und systemischen allergischen Reaktionen, einschliesslich Angioödem, Kontaktdermatitis.

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Urolithiasis.

Timolol

Nach Verabreichung von Timolol wurden respiratorische und kardiale Reaktionen, darunter Todesfälle infolge Bronchospasmus bei Asthmatikern und selten Tod in Zusammenhang mit einer Herzinsuffizienz, beobachtet (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen – Kardiorespiratorische Wirkungen»).

Nach Verabreichung von Timolol wurden die folgenden unerwünschten Wirkungen entweder in klinischen Studien oder nach Markteinführung gemeldet:

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Systemischer Lupus erythematodes.

Störungen des Immunsystems

Zeichen und Symptome von allergischen Reaktionen einschliesslich Anaphylaxie.

Störungen des Nervensystems, psychische Störungen

Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Depression, Schlaflosigkeit, Albträume, Gedächtnisverlust, Parästhesie, Zunahme der Zeichen und Symptome von Myasthenia gravis, verminderte Libido, zerebrovaskulärer Insult.

Augenleiden

Augenreizungen, einschliesslich Blepharitis, Keratitis, verminderte Hornhautempfindlichkeit, trockene Augen, Sehstörungen einschliesslich Refraktionsveränderungen (in manchen Fällen infolge des Absetzens der miotischen Therapie), Ptosis, Diplopie, Netzhautablösung nach Filtrationseingriffen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), Brennen und Stechen, Konjunktivitis.

Störungen des Ohrs und des Innenohrs

Tinnitus.

Funktionsstörungen des Herzens und der Gefässe

Bradykardie, Synkope, Hypotonie, Brustschmerzen, Palpitation, Ödem, Arrhythmie, Stauungsherzinsuffizienz, Herzblock, Herzstillstand, zerebrale Ischämie, Claudicatio, Raynaud-Phänomen, kalte Hände und Füsse.

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen

Dyspnoe, Bronchospasmus (vor allem bei Patienten mit vorbestehendem bronchospastischen Leiden), Husten, Ateminsuffizienz.

Gastrointestinale Störungen

Dyspepsie, Diarrhö, Mundtrockenheit.

Störungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Alopezie, psoriasiforme Hautausschläge oder Exazerbation von Psoriasis, Urtikaria, lokalisierte und generalisierte Hautausschläge, Angioödem.

Störungen der Fortpflanzungsorgane und der Brust

Peyronie-Krankheit.

Allgemeine Störungen

Asthenie, Müdigkeit.

Potentielle unerwünschte Wirkungen

Die in der klinischen Praxis mit oralem Timolol Maleat beobachteten unerwünschten Wirkungen dürfen als potentielle unerwünschte Wirkungen des ophthalmologisch verwendeten Timolol Maleats betrachtet werden.

Überdosierung

Es existieren keine Angaben in bezug auf eine unbeabsichtigte Überdosierung oder über unbeabsichtigte Einnahme von der Kombination Dorzolamid/Timolol beim Menschen.

Es gibt Berichte über eine unbeabsichtigte Überdosierung mit Timolol Augentropfen, welche zu systemischen Wirkungen führten, die ähnlich waren wie diejenigen, die bei einer systemischen Anwendung von beta-adrenerg blo­ckierenden Substanzen gesehen werden, wie zum Beispiel Schwindel, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Bradykardie, Bronchospasmus und Herzstillstand. Die häufigsten Zeichen und Symptome, welche bei einer Überdosierung von Dorzolamid erwartet werden könnten, sind Elektrolytverschiebungen, Entwicklung eines Azidosezustandes und mögliche Auswirkungen auf das Zentrale Nervensystem.

Die Behandlung sollte symptomatisch und unterstützend erfolgen. Die Serumelektrolytwerte (vor allem Kalium) und die Werte des Blut-pH sollten kontrolliert werden.

Die folgenden therapeutischen Massnahmen sollten in Betracht gezogen werden:

1. Magenspülung

Studien haben gezeigt, dass Timolol nicht leicht dialysierbar ist.

2. Symptomatische Bradykardie

Um eine Vagus-Blockade einzuleiten, ist Atropin Sulfat in einer Dosis von 0,25 bis 2 mg intravenös zu verabreichen. Hält die Bradykardie an, sollte vorsichtig intravenös Isoprenalinhydrochlorid gegeben werden. In refraktären Fällen kann der Einsatz eines Schrittmachers erforderlich werden.

3. Hypotonie

Eine Therapie mit sympathikomimetischen, blutdrucksteigernden Arzneimitteln anwenden, z.B. Dopamin, Dobutamin oder Levarterenol. Bei refraktären Fällen erwies sich Glucagonhydrochlorid als nützlich.

4. Bronchospasmus

Es ist Isoprenalinhydrochlorid zu geben, zusätzlich eventuell Aminophyllin.

5. Akutes Herzversagen

Die übliche Therapie mit Digitalis, Diuretika und Sauerstoff ist unverzüglich einzuleiten. In refraktären Fällen wird die intravenöse Verabreichung von Aminophyllin empfohlen, falls nötig gefolgt von Glucagonhydrochlorid, welches sich als nützlich erwiesen hat.

6. Herzblock (2. oder 3. Grades)

Isoprenalinhydrochlorid oder einen transvenösen Herzschrittmacher verwenden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: S01ED51

Wirkungsmechanismus

Dorzolamid plus Spirig HC setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Dorzolamid und Timolol. Jede dieser beiden Komponenten senkt den erhöhten Augeninnendruck durch Verminderung der Kammerwassersekretion, wobei dies durch verschiedene Wirkungsmechanismen erreicht wird.

Dorzolamid ist ein Hemmer der menschlichen Carboanhydrase II (CA-II). Die Hemmung der Carboanhydrase im Ziliarkörper des Auges vermindert die Kammerwassersekretion, vermutlich durch eine verlangsamte Bildung von Bicarbonat-Ionen mit nachfolgender Reduktion des Natrium- und Flüssigkeitstransports. Timolol ist eine nicht-selektive, beta-adrenerge rezeptorblockierende Substanz, welche keine signifikante intrinsische sympathomimetische, direkt das Myokard dämpfende oder lokalanästhetische (membranstabilisierende) Wirkung besitzt. Die kombinierte Wirkung dieser beiden Substanzen resultiert in einer zusätzlichen Senkung des Augeninnendruckes verglichen mit der Anwendung je einer einzelnen Komponente allein.

Im Anschluss an die topische Anwendung, vermindert die Kombination Dorzolamid/Timolol den erhöhten Augeninnendruck, ungeachtet ob dieser mit einem Glaukom in Verbindung steht. Ein erhöhter Augeninnendruck stellt einen Hauptrisikofaktor in der Pathogenese der Schädigung des Nervus opticus und den durch Glaukom bedingten Verlust des Gesichtsfeldes dar. Je höher der Wert des Augeninnendruckes, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit eines durch Glaukom bedingten Verlusts des Gesichtsfeldes und einer Schädigung des Sehnervs. Im Gegensatz zu den Miotika senkt Dorzolamid plus Spirig HC den Augeninnendruck mit geringfügigem oder ohne Einfluss auf die Akkommodation oder die Pupillengrösse.

Pharmakodynamik

Klinische Wirksamkeit

Es wurden klinische Studien von bis zu 15 Monaten Dauer bei Patienten mit Glaukom oder okulärer Hypertension durchgeführt. Diese umfassten sowohl unbehandelte Patienten, als auch Patienten mit ungenügender Kontrolle unter Timolol-Monotherapie. Die den intraokulären Druck (IOD)-senkende Wirkung von der Kombination Dorzolamid/Timolol zweimal täglich war grösser, als diejenige einer Monotherapie mit entweder Dorzolamid 2% dreimal täglich oder Timolol 0,5% zweimal täglich. Die IOD-senkende Wirkung der Kombination Dorzolamid/Timolol zweimal täglich war gleich wie diejenige der Kombinationstherapie von Timolol zweimal täglich und Dorzolamid zweimal täglich. Die IOD-senkende Wirkung der Kombination Dorzolamid/Timolol zweimal täglich wurde über den ganzen Tag hindurch nachgewiesen, und diese Wirkung hielt auch während der Langzeitanwendung an.

In klinischen Versuchen konnte eine Verminderung des IOD ohne Störungen im Säuren-Basen-Gleichgewicht oder Elektrolytveränderungen, wie dies für die oralen Carboanhydrasehemmer charakteristisch ist, erreicht werden.

Pharmakokinetik

Dorzolamid

Im Gegensatz zu den oralen Carboanhydrasehemmern erlaubt die topische Anwendung von Dorzolamid, dass das Arzneimittel seine Wirkung am Auge bei wesentlich tie­ferer Dosierung und deshalb mit geringerer systemischer Belastung ausübt.

Dorzolamid erreicht nach topischer Anwendung den systemischen Kreislauf. Um das Ausmass einer systemischen Carboanhydrase-Hemmung nach topischer Applikation abzuschätzen, wurden die Konzentrationen des Arzneimittels und seines Metaboliten in den Erythrozyten und im Plasma, sowie die Carboanhydrase-Hemmung in den Erythrozyten gemessen. Dorzolamid akkumuliert in den Erythrozyten während der chronischen Anwendung als Resultat der selektiven Bindung an die CA-II, währenddem extrem tiefe Konzentrationen des freien Arzneimittels im Plasma beibehalten werden. Die Stammsubstanz bildet einen einzigen N-desethyl-Metaboliten, welcher die CA-II weniger stark hemmt, als die Stammsubstanz selbst. Er hemmt aber ebenfalls ein weniger aktives Isoenzym (CA-I) und kumuliert auch in den Erythrozyten, wo er vor allem an CA-I bindet.

Dorzolamid bindet zu ungefähr 33% an Plasmaproteine. Dorzolamid wird primär unverändert im Urin ausgeschieden; der Metabolit wird ebenfalls im Urin ausgeschieden. Nach Dosierungsende wird Dorzolamid nicht linear aus den Erythrozyten ausgewaschen. Dies führt initial zu einer raschen Abnahme der Arzneimittelkonzentration, gefolgt von einer langsameren Eliminationsphase mit einer Halbwertszeit von ungefähr vier Monaten.

Wenn Dorzolamid oral verabreicht wurde, um die maximale systemische Belastung nach topischer Langzeitanwendung am Auge zu simulieren, wurde der Gleichgewichtszustand innerhalb von 13 Wochen erreicht. Im Steady-state war praktisch kein freies Arzneimittel oder Metabolit mehr im Plasma vorhanden. Die Hemmung der CA in den Erythrozyten war geringer als erwartet, um eine pharmakologische Wirkung auf die Nierenfunktion oder die Atmung auszuüben. Nach chronischer topischer Anwendung von Dorzolamid wurden ähnliche pharmakologische Resultate beobachtet. Dennoch zeigten einige ältere Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (geschätzte Kreatininclearance 30–60 ml/min) höhere Metabolitenkonzentrationen in den Erythrozyten, aber keine bedeutenden Unterschiede in der Hemmung der Carboanhydrase. Keine klinisch signifikanten systemischen unerwünschten Wirkungen konnten direkt auf diesen Befund zurückgeführt werden.

Timolol

In einer Studie über die Arzneimittelkonzentration im Plasma bei sechs Probanden wurde die systemische Exposition gegenüber Timolol nach zweimal täglicher topischer Anwendung von Timolol 0,5% Augentropfen bestimmt. Die mittlere maximale Plasmakonzentration nach der Morgendosis betrug 0,46 ng/ml und nach der Nachmittagsdosis 0,35 ng/ml.

Präklinische Daten

Dorzolamid und Timolol zeigten im Tierversuch zur Reproduktion, Entwicklung und Karzinogenität Effekte, die Spezies-spezifisch oder als Folge von Extremdosen angesehen wurden. Mutagenität wurde bei beiden Substanzen nicht beobachtet.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Nach dem ersten Öffnen des Behälters sollte Dorzolamid plus Spirig HC nicht länger als 4 Wochen angewendet werden. Das Arzneimittel sollte nach Ablauf des auf der Verpackung mit «EXP» bezeichneten Datums nicht mehr verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Dorzolamid plus Spirig HC nicht über 30 °C lagern und lichtgeschützt aufbewahren. Den Behälter dicht verschlossen halten.

Hinweise für die Handhabung

Die Augentropfenflasche besteht aus einem weissen opaken Behälter mit versiegelter Tropfspitze und Schraubdeckel mit Sicherheitsstreifen.

Vor der ersten Anwendung des Arzneimittels, sollte sich der Patient vergewissern, dass der Sicherheitsstreifen am Flaschenhals unversehrt ist. Ein Spalt zwischen Flasche und Schraubdeckel ist bei ungeöffneter Flasche normal. Den Schraubdeckel von der Flasche abnehmen. Den Kopf nach hinten beugen und das Unterlid leicht herab ziehen, damit sich zwischen dem Augenlid und dem Auge eine Tasche bildet. Die Flasche kippen und leicht zusammen drücken bis ein einzelner Tropfen in das Auge gelangt. Mit der Tropfspitze nicht das Auge oder Augenlid berühren. Nach der Anwendung sollte die Flasche direkt wieder mit dem Schraubdeckel verschlossen werden.

Zulassungsnummer

62979 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Spirig HealthCare AG, 4622 Egerkingen.

Stand der Information

Februar 2010.

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