Valium Tabl 5 Mg 25 Stk

Valium Tabl 5 Mg 25 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Diazepamum.

Hilfsstoffe

Valium Tabletten zu 5 mg: Excip. pro compresso cum lactoso.

Valium Tabletten zu 10 mg: Color. (E132), Excip. pro compresso cum lactoso.

Valium Ampullen zu 10 mg pro 2 ml: Conserv.: 95 mg Natrii benzoas (E211), 5 mg Acidum benzoicum (E210), Alcohol benzylicus; Propylenglycolum; Ethanolum; Aqua ad iniect. 2 ml.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Valium Tabletten zu 5 mg: Gelbe Tabletten mit Bruchrille zu 5 mg Diazepam.

Valium Tabletten zu 10 mg: Hellblaue Tabletten mit Bruchrille zu 10 mg Diazepam.

Valium Ampullen (2 ml) zu 10 mg: Klare Injektionslösung zu 10 mg Diazepam pro 2 ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Orale Formen

Symptomatische Behandlung von Angst, Erregtheit und Spannung im Gefolge psychoneurotischer Zustände und vorübergehender situationsbedingter Störungen. Als Adjuvans zur Behandlung angstbetonter psychischer und organischer Störungen. Angst kann sich in Form einer offensichtlichen ängstlichen Verstimmung oder eines besorgten Verhaltens äussern und/oder durch funktionelle vegetative oder motorische Symptome (Herzklopfen, Schwitzen, Schlafstörungen, Tremor, nervöse Unruhe usw.) zum Ausdruck kommen.

Parenterale Form

Basissedation vor psychisch belastenden therapeutischen Massnahmen oder Eingriffen, wie Endoskopien, Kardioversion, Herzkatheterismus, radiologischen Untersuchungen, kleineren chirurgischen Eingriffen, Reposition von Luxationen und Frakturen, Biopsien, Verbandwechsel bei Brandwunden usw., um Beunruhigung, Angst oder akute Stressreaktionen zu lindern und die Erinnerung an die Behandlung abzuschwächen.

Präoperative Medikation bei ängstlichen und angespannten Patienten.

Indikationen der Psychiatrie

Behandlung von Erregung im Zusammenhang mit akuten Angstzuständen und Panikanfällen, bei motorischer Unruhe und Delirium tremens.

Antikonvulsive Wirkung

Behandlung des Status epilepticus und anderer Krampfzustände (einschliesslich Tetanus).

Gynäkologie und Geburtshilfe

Behandlung der Eklampsie, wenn Magnesiumsulfat kontraindiziert oder unwirksam ist oder nicht zur Verfügung steht.

Alle Darreichungsformen

Als Adjuvans zur Linderung reflektorischer Muskelkrämpfe bei lokalen Traumen (Verletzungen, Entzündungen), Bekämpfung spastischer Zustände bei einer Schädigung spinaler und supraspinaler lnterneuronen; solche Veränderungen können sich zum Beispiel bei Spasmen zerebraler Genese und Paraplegie sowie bei Athetose und dem Stiff-man-Syndrom einstellen.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Um den grösstmöglichen Nutzen zu erzielen, sollte man die Dosis individuell sorgfältig anpassen. Die unten angegebenen üblichen Tagesdosen werden den Bedürfnissen der meisten Patienten gerecht, obschon in einzelnen Fällen eine höhere Dosierung erforderlich sein wird.

Oral

Übliche Dosierung für Erwachsene bei oraler Verabreichung: Initialdosis: 5-10 mg. Je nach Schweregrad der Symptome beträgt die übliche Tagesdosis 5-20 mg. Orale Einzeldosen sollten in der Regel nicht über 10 mg liegen. Die Tageszeit der Einnahme richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen des Patienten, meistens ist die abendliche Einnahme am zweckmässigsten.

Parenteral

In akuten oder bedrohlichen Situationen oder bei ungenügendem Ansprechen auf die orale Verabreichung sind gegebenenfalls höhere Dosen parenteral zu verabreichen.

Für Erwachsene und Jugendliche werden gewöhnlich parenterale Dosen im Bereich von 2 bis 20 mg i.m. oder i.v. empfohlen, je nach Körpergewicht, Indikation und Schweregrad der zu behandelnden Symptome. Bei gewissen Indikationen (zum Beispiel Tetanus) sind unter Umständen höhere Dosen erforderlich.

Die intravenöse Injektion von Valium sollte langsam erfolgen (etwa 0,5-1 ml pro Minute), da es bei zu rascher Verabreichung zu Apnoe kommen kann; Geräte zur Reanimation sollten stets einsatzbereit gehalten werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Orale Formen:

Dosierung bei Kindern

0,1-0,3 mg pro kg Körpergewicht und Tag.

Die Tabletten können in gleiche Hälften geteilt werden, um die Dosierung zu erleichtern.

Bei Leberfunktionsstörungen ist der individuellen Dosierung besondere Beachtung zu schenken.

Ampullen:

Es liegen Hinweise darauf vor, dass Diazepam an PVC-haltige Kunststoff-Infusionsbeutel und Infusionssets adsorbiert werden kann und dadurch die Diazepam-Konzentration um 50% oder mehr verringert wird, insbesondere wenn die vorbereiteten Beutel 24 Stunden oder länger gelagert werden, unter warmen Umgebungsbedingungen, bei Verwendung langer Schlauchsets oder bei langsamen Infusionsgeschwindigkeiten. PVC-haltige Beutel und Infusionssets sollten bei der Infusion von Diazepam vermieden werden. Beim Wechsel zwischen PVC-haltigen und PVC-freien Beuteln und Infusionssets im Rahmen der Infusion von Diazepam ist Vorsicht geboten.

Neugeborene

Verwendung der Ampullen bei diesen Patienten nur dann, wenn keine therapeutische Alternative verfügbar ist (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Anästhesiologie

Prämedikation

10-20 mg (Kinder 0,1-0,2 mg pro kg Körpergewicht) i.m., eine Stunde vor Narkoseeinleitung.

Narkoseeinleitung: 0,2-0,5 mg pro kg Körpergewicht i.v.

Basissedation vor psychisch belastenden therapeutischen Massnahmen, Untersuchungen und Eingriffen

10-30 mg (Kinder 0,1-0,2 mg pro kg Körpergewicht) i.v.

Die beste Methode, die Dosierung jedem Patienten individuell anzupassen, besteht in einer initialen Injektion von 5 mg = 1 ml (oder 0,1 mg pro kg Körpergewicht) und anschliessend in Abständen von 30 Sekunden wiederholten Dosen von 2,5 mg (oder 0,05 mg pro kg Körpergewicht), bis man ein Schliessen der Augenlider feststellt.

Gynäkologie und Geburtshilfe

Eklampsie: Bei bestehenden oder drohenden Anfällen, wenn Magnesiumsulfat kontraindiziert ist oder nicht zur Verfügung steht: 10-20 mg i.v., weitere Gaben nach Bedarf i.v. oder mit Dauertropfinfusion (bis zu 100 mg in 24 Stunden). Bei Anfällen, die trotz Gabe von Magnesiumsulfat fortbestehen, kann Valium in einer Dosierung von 5-10 mg i.v. verabreicht werden.

Tetanus

In ein- bis vierstündigen lntervallen 0,1-0,3 mg pro kg Körpergewicht i.v. oder Dauertropfinfusion (3-4 mg pro kg Körpergewicht innerhalb 24 Stunden), gleiche Dosis eventuell gleichzeitig auch oral per Sonde.

Status epilepticus

0,15-0,25 mg pro kg Körpergewicht i.v., Wiederholung bei Bedarf nach 10-15 Minuten, eventuell mittels Dauertropfinfusion (Maximaldosis: 3 mg pro kg Körpergewicht in 24 Stunden).

Erregungszustände

Akute Angstzustände, motorische Unruhe, Delirium tremens: initial 0,1-0,2 mg pro kg Körpergewicht i.v., Wiederholung in achtstündigen Intervallen bis zum Abklingen der akuten Symptome, anschliessend Weiterbehandlung per os.

Alle Darreichungsformen:

Ältere Patienten und Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sollten eine niedrigere Dosis erhalten. Diese Patienten sollten zu Beginn der Behandlung regelmässig überwacht werden, damit die Dosierung nötigenfalls verringert und/oder das Dosisintervall verlängert werden kann, um zu verhindern, dass es durch Kumulation zu einer Überdosierung kommt.

Es ist ratsam nach etwa einer Woche Behandlung zu überprüfen, ob die Dosis reduziert werden kann.

Behandlungsdauer:

Die Behandlung sollte so kurz wie möglich sein. Der Patient sollte regelmässig kontrolliert und die Notwendigkeit einer weiteren Behandlung abgeklärt werden, insbesondere wenn der Patient symptomfrei ist. Die Behandlungsdauer sollte – einschliesslich der Ausschleichphase – nicht länger als 2-3 Monate betragen. Eine längere Behandlung sollte nur nach erneuter Beurteilung der Situation ins Auge gefasst werden. Es kann sich als sinnvoll erweisen, den Patienten zu Beginn der Behandlung darüber zu informieren, dass diese von begrenzter Dauer sein wird, und genau zu erklären, wie die Dosierung stufenweise reduziert wird.

Ausserdem ist es wichtig, den Patienten über eventuelle Reboundphänomene zu informieren, damit dieser nicht zu beunruhigt ist, falls solche auftreten sollten. Es gibt Hinweise darauf, dass bei kurzwirksamen Benzodiazepinen auch innerhalb des Dosisintervalls Entzugserscheinungen auftreten können, insbesondere bei hoher Dosierung. Bei Verwendung langwirksamer Benzodiazepine wie Diazepam sollte unbedingt davor gewarnt werden, die Behandlung auf ein kurzwirksames Benzodiazepin umzustellen, da sonst Entzugserscheinungen auftreten können.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Benzodiazepinen oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Schwere respiratorischer Insuffizienz, schwere Leberinsuffizienz, Schlaf-Apnoe-Syndrom, sowie Myasthenia gravis. Benzodiazepine werden nicht zur primären Behandlung psychotischer Störungen empfohlen. Zur Behandlung einer Depression oder von Angstzuständen bei Depression sollten Benzodiazepine nicht angewendet werden, da solche Patienten suizidgefährdet sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Gleichzeitige Einnahme von Alkohol/zentral dämpfenden Substanzen

Die gleichzeitige Anwendung von Valium und Alkohol oder anderen zentral dämpfenden Substanzen soll vermieden werden. Eine solche gleichzeitige Anwendung kann die klinische Wirkung von Valium verstärken, mit möglichen Folgen wie schwere Sedation, klinisch relevanter Atem- und/oder Herz-Kreislauf-Depression (siehe Rubrik «Interaktionen»).

Anamnestischer Alkohol- oder Arzneimittelmissbrauch

Valium darf nur mit grösster Vorsicht bei Patienten mit vorangegangener Diagnose eines Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenmissbrauches angewandt werden. Valium soll bei Patienten mit einer Abhängigkeit von zentral dämpfenden Substanzen, einschliesslich Alkohol, vermieden werden.

Als Ausnahme zum Letztgenannten gilt das Management akuter Entzugssymptome. Der Patient ist vor gleichzeitigem Alkoholgenuss zu warnen, da eine solche Kombination die unerwünschten Wirkungen beider Substanzen potenzieren kann.

Bei älteren und geschwächten Patienten sollten niedrigere Dosen verwendet werden. Besondere Vorsicht ist bei der intravenösen Injektion von Valium geboten. Vor allem bei älteren und bei schwerkranken Patienten, sowie bei solchen mit Herz- oder Ateminsuffizienz ist über Apnoe oder Herzstillstand berichtet worden.

Der in Valium Ampullen enthaltene Benzylalkohol kann bei Neugeborenen und insbesondere bei Frühgeborenen zu irreversiblen Schäden führen. Daher sollten die Ampullen bei diesen Patienten nur verwendet werden, wenn keine therapeutische Alternative verfügbar ist.

Vorsicht ist bei bekannter kardiorespiratorischer Insuffizienz geboten, da Sedativa, wie Valium, eine bestehende Atemdepression verstärken können. Umgekehrt kann sich der beruhigende Effekt bei gewissen Patienten günstig auswirken, indem er die zum Atmen erforderliche Anstrengung einschränkt.

Sehr kleine Venen sollten nicht zur Injektion verwendet werden. Insbesondere sind intraarterielle Injektionen oder Extravasate tunlichst zu vermeiden, da es besonders nach rascher intravenöser Injektion zu Venenthrombosen, Phlebitis, lokalen Reizungen, Schwellungen oder – seltener – zu Gefässveränderungen kommen kann.

Bei der Behandlung von Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion sind die üblichen Vorsichtsmassnahmen zu beachten.

Valium Tabletten enthalten Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Valium Tabletten nicht einnehmen.

Rebound-Angst

Darunter wird ein Durchgangssyndrom verstanden, bei dem die Symptome, die zur Behandlung mit Valium führten, verstärkt auftreten. Dies kann bei Absetzen der Behandlung auftreten. Es kann auch von anderen Reaktionen wie Stimmungsänderungen, Angst und Ruhelosigkeit begleitet sein.

Da das Risiko von Entzugserscheinungen und Reboundphänomenen nach abruptem Absetzen der Behandlung grösser ist, wird empfohlen, die Dosierung allmählich zu reduzieren.

Amnesie

Es sollte beachtet werden, dass Benzodiazepine zu einer anterograden Amnesie führen können. Eine anterograde Amnesie kann auch bei therapeutischen Dosierungen auftreten, wobei das Risiko bei höheren Dosierungen zunimmt. Die amnestischen Wirkungen können mit auffälligem Verhalten einhergehen.

Psychiatrische und «paradoxe» Reaktionen

Es ist bekannt, dass es bei Verwendung von Benzodiazepinen zu paradoxen Reaktionen wie Ruhelosigkeit, Agitation, Reizbarkeit, Aggressivität, Wahnvorstellungen, Wutausbrüchen, Albträumen, Halluzinationen, Psychosen, auffälligem Verhalten und anderen Verhaltensstörungen kommen kann. In solchen Fällen sollte das Arzneimittel abgesetzt werden. Solche Reaktionen treten häufiger bei Kindern und älteren Patienten auf.

Toleranz

Nach wiederholter Anwendung von Valium über längere Zeit kann es zu einem gewissen Verlust des Ansprechens auf die Wirkung von Benzodiazepinen kommen.

Kinder und Neugeborene

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Valium bei Kindern unter 6 Monaten wurde nicht untersucht. Valium sollte in dieser Altersklasse nur mit grosser Vorsicht und nur wenn keine anderen therapeutischen Alternativen zur Verfügung stehen, angewendet werden.

Abhängigkeit

Die Einnahme von Benzodiazepinen kann zu einer physischen und psychischen Abhängigkeit führen. Dieses Risiko ist erhöht bei längerer Einnahme, hoher Dosierung und bei Patienten mit bekanntem Alkohol- und/oder Arzneimittel-/Drogenabusus. Die Entzugssymptomatik tritt vor allem nach abruptem Absetzen auf und beschränkt sich in leichteren Fällen auf Tremor, Ruhelosigkeit, Schlafstörungen, Angst, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche. Es können aber auch Symptome wie Schwitzen, Muskel- und Bauchkrämpfe, Wahrnehmungsstörungen sowie in seltenen Fällen Delirien und zerebrale Krampfanfälle auftreten.

Das Einsetzen von Entzugserscheinungen schwankt je nach Wirkungsdauer der Substanz zwischen ein paar Stunden und einer Woche oder mehr nach Absetzen der Therapie.

Um das Risiko einer Abhängigkeit auf ein Minimum zu reduzieren, sollten Benzodiazepine nur nach sorgfältiger Prüfung der Indikation verschrieben und über möglichst kurze Dauer (als Hypnotikum zum Beispiel in der Regel nicht länger als vier Wochen) eingenommen werden. Ob eine Weiterführung der Behandlung notwendig ist, muss periodisch überprüft werden. Eine längere Behandlung ist nur bei bestimmten Patienten (zum Beispiel bei Panikzuständen) indiziert und der Nutzen ist im Vergleich zu den Risiken weniger klar.

Zur Vermeidung von Entzugserscheinungen empfiehlt sich in jedem Falle ein ausschleichendes Absetzen, indem die Dosis stufenweise reduziert wird. Bei Auftreten von Entzugserscheinungen ist eine engmaschige ärztliche Überwachung und Unterstützung des Patienten erforderlich.

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen (DDI)

Der oxidative Metabolismus von Diazepam, welcher zur Bildung von N-Desmethyldiazepam, 3-Hydroxydiazepam (Tenazepam) und zu Oxazepam führt, ist von den Cytochrom P450 Isoenzymen CYP2C19 und CYP3A abhängig. In vitro-Studien zeigten, dass die Hydroxylierung hauptsächlich über das CYP3A Isoform stattfindet, die N-Desmethylierung jedoch sowohl über CYP3A wie auch über CYP2C19. Resultate aus in vivo-Studien bei Freiwilligen bestätigten die in vitro-Ergebnisse.

Substrate, welche CYP3A und/oder CYP2C19 modulieren, können möglicherweise die Pharmakokinetik von Diazepam beeinflussen. CYP3A oder CYP2C19 Inhibitoren wie Cimetidin, Ketoconazol, Fluvoxamin, Topiramat, Fluoxetin und Omeprazol können zu einer verstärkten und verlängerten Sedierung führen. Ferner liegen Berichte vor, nach denen Diazepam die metabolische Elimination von Phenytoin verändert.

Tabletten

Cisaprid kann zu einer zeitweiligen Erhöhung der sedierenden Wirkungen von oral verabreichten Benzodiazepinen führen, da es deren Resorption beschleunigt.

Pharmakodynamische Interaktionen (DDI)

Gesteigerte Wirkungen auf die Sedierung, Atmung und Hämodynamik sind möglich, wenn Valium zusammen mit zentral dämpfenden Substanzen wie Neuroleptika, Anxiolytika/Sedativa, Antidepressiva, Hypnotika, Antikonvulsiva, Narkoanalgetika, Anästhetika und sedierenden Antihistaminika oder mit Alkohol angewendet wird.

Alkohol soll bei Patienten, welche Valium erhalten, vermieden werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Hinweise zu weiteren zentral dämpfenden Substanzen einschliesslich Alkohol finden sich auch im Abschnitt «Überdosierung».

Theophyllin kann die Wirkung von Diazepam hemmen.

Dagegen sind keine Wechselwirkungen mit gängigen Antidiabetika, Antikoagulantien und Diuretika bekannt.

Rifampicin besitzt eine starke enzyminduzierende Wirkung in der Leber, wodurch der Stoffwechsel von Diazepam in der Leber verstärkt wird.

Bei Kombination von Valium mit atemdepressiv wirkenden Opiaten ist auf eine mögliche Verstärkung der atemdepressiven Wirkung zu achten.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Valium sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn es ist klar notwendig.

Diazepam und seine Metaboliten passieren die Plazentaschranke.

Eine längere Verabreichung von Benzodiazepinen während der Schwangerschaft kann bei Neugeborenen zu Hypotonie, Ateminsuffizienz und Hypothermie führen. Bei dieser Arzneimittelklasse wurden auch gelegentlich Entzugssymptome bei Neugeborenen angegeben. Wenn Valium während der Wehen und Entbindung verwendet wird, ist besondere Vorsicht geboten, da hohe Einzeldosen zu Unregelmässigkeiten der Herzfrequenz des ungeborenen Kindes führen können, sowie bei Neugeborenen Hypotonie, Trinkschwäche, Hypothermie und eine Atemdepression mittleren Grades verursachen können («floppy infant»-Syndrom). Es ist zu berücksichtigen, dass das am Abbau von Diazepam beteiligte Enzymsystem bei Neugeborenen noch nicht voll entwickelt ist (insbesondere bei Frühgeburten).

Stillzeit

Diazepam und seine Metaboliten gelangen in die Muttermilch. Ist die Anwendung von Valium in der Stillzeit eindeutig notwendig, soll abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Valium hat einen ausgeprägten Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen. Patienten, die Valium einnehmen, sollten vor dem Verrichten von Tätigkeiten, welche die volle geistige Aufmerksamkeit erfordern, gewarnt werden; dazu gehört zum Beispiel das Bedienen gefährlicher Maschinen oder das Lenken von Motorfahrzeugen. Ferner ist der Patient vor gleichzeitigem Alkoholgenuss zu warnen, da eine solche Kombination die unerwünschten Wirkungen beider Substanzen potenzieren kann.

Unerwünschte Wirkungen

Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Benommenheit und Muskelschwäche; sie sind normalerweise dosisabhängig. Diese Erscheinungen treten vorwiegend zu Beginn der Therapie auf und verschwinden üblicherweise bei länger dauernder Anwendung.

Tabletten und Ampullen

Blut- und Lymphsystem

Erhöhte Werte der alkalischen Phosphatase im Blut bei der i.v.-Verabreichung.

Nervensystem

Ataxie, Dysarthrie, verwaschene Sprache, Kopfschmerzen, Tremor, Schwindel. Anterograde Amnesie kann bei therapeutischen Dosen vorkommen, wobei das Risiko bei zunehmender Dosierung steigt. Amnesien können von inadäquatem Verhalten begleitet sein.

Psychiatrische Störungen

Paradoxe Reaktionen wie Ruhelosigkeit, Agitation, Reizbarkeit, Aggressivität, Wahnvorstellungen, Wut, Albträume, Halluzinationen, Psychosen, auffälliges Verhalten und andere unerwünschte Wirkungen auf das Verhalten können erfahrungsgemäss beim Gebrauch von Benzodiazepinen auftreten. In solchen Fällen soll das Arzneimittel abgesetzt werden. Die Wahrscheinlichkeit eines Auftretens ist bei Kindern und bei älteren Patienten grösser.

Verwirrtheit, emotionale Verarmung, reduzierte Aufmerksamkeit, Depression, gesteigerte oder verminderte Libido.

Eine chronische Einnahme (selbst bei therapeutischen Dosen) kann zur Entwicklung einer physischen Abhängigkeit führen: Ein Therapieabbruch kann zu Entzugssymptomen oder zum Rebound-Phänomen führen (siehe «Arzneimittelmissbrauch» und «Abhängigkeit»).

Über den Missbrauch von Benzodiazepinen wurde berichtet (siehe «Warn­hin­weise und Vorsichts­mass­nahmen»/«Abhängigkeit»).

Muskelskelettsystem

Muskelschwäche. Bei Patienten, die Benzodiazepine einnehmen, wurden vermehrt Stürze und Frakturen berichtet. Das Risiko ist bei gleichzeitiger Einnahme von Sedativa (einschliesslich alkoholischer Getränke) sowie bei älteren Patienten erhöht.

Gastrointestinale Störungen

Übelkeit, Unterleibsschmerzen, Mundtrockenheit oder vermehrter Speichelfluss (Hypersalivation), Diarrhoe, Verstopfung und andere Magen-Darm-Störungen.

Augen

Doppelbilder, verschwommenes Sehen.

Gefässe

Hypotension, Kreislaufdepression.

Untersuchungen

Unregelmässiger Puls, sehr selten erhöhte Transaminasen, erhöhte alkalische Phosphatase.

Nieren und Harnwege

Inkontinenz, Harnverhalt.

Haut

Hautausschläge.

Ohr

Schwindel.

Herz

Herzversagen einschliesslich Herzstillstand.

Atmungsorgane

Atemdepression einschliesslich Atemstillstand.

Leber und Gallenwege

Sehr selten Gelbsucht.

Nur Ampullen

Allgemeine Beschwerden und Reaktionen an der Injektionsstelle

Venenthrombose, Phlebitis, Reizungen am Injektionsort, lokale Schwellung, oder – weniger häufig – Gefässveränderungen sind möglich, besonders nach rascher i.v.-Injektion.

Sehr kleine Venen sollten nicht zur Injektion verwendet werden; insbesondere sollten intra-arterielle Injektionen oder Extravasate strikte vermieden werden.

Eine i.m.-Injektion kann zu lokalen Reizungen führen, in einigen Fällen kann ein Erythem an der Injektionsstelle dazukommen. Druckempfindlichkeit ist relativ häufig zu beobachten.

Herz-Kreislauf/Atmung

Eine kardio-respiratorische Depression kann bei rektaler Applikation von Diazepam auftreten.

Überdosierung

Symptome

Benzodiazepine führen im Falle einer Überdosis häufig zu Benommenheit, Ataxie, Dysarthrie und Nystagmus. Eine Überdosierung mit Valium ist selten lebensgefährlich, wenn das Arzneimittel alleine eingenommen wurde, kann aber zu Areflexie, Apnoe, Hypotension, cardio-respiratorischer Depression und zum Koma führen. Tritt ein Koma ein, dauert dieses im Allgemeinen wenige Stunden, es kann aber auch langwieriger und zyklisch sein, insbesondere bei älteren Patienten. Die atemdepressiven Wirkungen von Benzodiazepinen sind bei Patienten mit Atemwegserkrankungen schwerwiegender.

Benzodiazepine erhöhen die Wirkungen anderer zentral dämpfender Substanzen, einschliesslich Alkohol.

Behandlung

Die Vitalfunktionen des Patienten überwachen und die je nach klinischem Zustand des Patienten angezeigten unterstützenden Massnahmen einleiten. Bei den Patienten kann insbesondere eine symptomatische Behandlung von kardiorespiratorischen oder zentralnervösen Wirkungen erforderlich sein.

Eine weitere Resorption sollte mit geeigneten Methoden verhindert werden, z.B. durch Behandlung mit Aktivkohle innerhalb von 1-2 Stunden. Bei benommenen Patienten ist unbedingt ein Atemwegsschutz erforderlich, falls Aktivkohle verwendet wird. Im Falle einer gemischten Einnahme kann eine Magenspülung in Betracht gezogen werden, allerdings nicht als Routinemassnahme.

Falls die ZNS-Dämpfung schwerwiegend ist, sollte die Verabreichung von Flumazenil (Anexate®), einem Benzodiazepinantagonisten, erwogen werden. Die Verabreichung sollte jedoch unter engmaschiger Überwachung erfolgen. Das Präparat besitzt eine kurze Halbwertzeit (rund eine Stunde), deshalb müssen Patienten, denen Flumazenil verabreicht worden ist, nach Ausklingen der Wirkungen überwacht werden. Bei der Verwendung von Flumzenil bei mit Benzodiazepinen behandelten Epileptikern ist Vorsicht geboten. Flumazenil ist nach der Einnahme von Arzneimitteln, welche die Schwelle für Krampfanfälle senken (z.B. trizyklische Antidepressiva), mit grösster Vorsicht anzuwenden. Für weitere Informationen über die korrekte Anwendung von Flumazenil (Anexate®) soll die Fachinformation des Präparats konsultiert werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05BA01

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Der Wirkstoff von Valium gehört zur Präparategruppe der Benzodiazepintranquilizer, welche angstlösende, beruhigende, muskelrelaxierende und antikonvulsive Eigenschaften besitzen. Man weiss heute, dass diese Wirkungen auf einer Verstärkung des Effekts der γ-Aminobuttersäure (GABA), des wichtigsten inhibitorischen Neurotransmitters im Gehirn, beruhen.

Pharmakokinetik

Absorption

Der Wirkstoff von Valium wird rasch und vollständig aus dem Verdauungstrakt absorbiert, wobei sich Spitzenkonzentrationen im Plasma 30-90 Minuten nach oraler Gabe einstellen. Bei intramuskulärer lnjektion findet ebenfalls eine vollständige Absorption statt, die jedoch nicht immer schneller als bei oraler Verabreichung erfolgt.

Distribution

Diazepam und seine Metaboliten sind zu einem hohen Grad an Plasmaproteine gebunden (Diazepam: 98%).

Diazepam und seine Metaboliten passieren die Blut-Hirn-Schranke und die Plazentarschranke. Sie sind auch in der Muttermilch in Konzentrationen nachweisbar, die ungefähr 10-20% (Diazepam) bzw. 10-30% (Nordiazepam) der Konzentrationen im mütterlichen Plasma ausmachen. Das Verteilungsvolumen im Steady-state beträgt 0,8-1,0 l/kg. Die Halbwertzeit der Verteilung beträgt bis zu 3 Stunden.

Metabolismus

Diazepam wird zu dem pharmakologisch wirksamen Nordiazepam (t½β = 96 Stunden), Hydroxydiazepam und Oxazepam metabolisiert.

Der oxidative Metabolismus von Diazepam ist von den Isoenzymen CYP3A und CYP2C19 abhängig. Oxazepam und Temazepam werden weiter zu Glucuronsäure konjugiert.

Elimination

Die Eliminationskurve von Diazepam ist biphasisch und setzt sich aus einer initialen Verteilungsphase mit einer Halbwertzeit von bis zu 3 Stunden und einer terminalen Eliminationsphase (Halbwertszeit bis zu 48 Stunden) zusammen.

Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich (zu rund 70%) mit dem Urin, und zwar in Form freier oder (vorwiegend) konjugierter Metaboliten. Die Clearance von Diazepam ist 20-30 ml/Min.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Die Eliminationshalbwertzeit kann bei Neugeborenen, älteren Leuten sowie Patienten mit Lebererkrankungen verlängert sein; man sollte daher berücksichtigen, dass es unter Umständen entsprechend länger dauert, bis das Fliessgleichgewicht der Plasmakonzentrationen erreicht ist.

Bei Niereninsuffizienz ist die Halbwertzeit von Diazepam unverändert.

Nach Mehrfachdosierung kumulieren Diazepam und der aktive Metabolit Nordiazepam.

Es ist ratsam nach etwa einer Woche Behandlung zu überprüfen, ob die Dosis reduziert werden kann.

Präklinische Daten

Karzinogenität

Das karzinogene Potenzial von oral verabreichtem Diazepam wurde an verschiedenen Nagern untersucht. Eine Zunahme der Häufigkeit von Leberzellkarzinomen trat bei männlichen Mäusen auf. Bei weiblichen Mäusen, Ratten, Hamstern oder Wüstenrennmäusen wurde keine signifikante Erhöhung in Bezug auf die Häufigkeit von Tumoren beobachtet.

Mutagenität

Mehrere Untersuchungen lieferten schwache Hinweise auf ein mutagenes Potential in hohen Konzentrationen, die jedoch weit oberhalb der therapeutischen Dosierung beim Menschen liegen.

Fertilitätsstörungen

Reproduktionsstudien bei Ratten, denen vor und während der Paarung sowie während der gesamten Trächtigkeit und Säugezeit orale Dosen von 100 mg/kg/Tag verabreicht worden waren, ergaben eine Abnahme der Zahl der Trächtigkeiten und eine geringere Zahl überlebender Jungtiere.

Teratogenität

Diazepam erwies sich als teratogen, wenn es Mäusen in Dosierungen von 45-50 mg/kg/Tag, 100 mg/kg/Tag und 140 mg/kg/Tag und Hamstern in einer Dosierung von 280 mg/kg verabreicht wurde. Im Gegensatz dazu wurde keine Teratogenität beobachtet, wenn Diazepam Ratten in Dosierungen von 80 und 300 mg/kg/Tag sowie Kaninchen in Dosierungen von 20 und 50 mg/kg/Tag verabreicht wurde.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Valium Ampullen können mit folgenden Infusionslösungen verdünnt werden: Natriumchlorid 0,9%, Glucose 5% oder Glucose 10%.

Die chemische und physikalische Haltbarkeit nach Anbruch wurde für 24 Stunden bei Raumtemperatur nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Produkt sofort verwendet werden es sei denn, die Herstellung der Verdünnung hat unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen stattgefunden.

Die Verwendung von PVC-haltigen Behältern und Infusionssets kann zu verminderten Diazepam-Konzentrationen führen (siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen, Ampullen»).

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden. Bei einer Trübung darf der Inhalt nicht mehr verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Valium Tabletten zu 5 mg und 10 mg: Nicht über 30 °C lagern.

Valium Ampullen (2 ml) zu 10 mg: Nicht über 30 °C und vor Licht geschützt lagern.

Hinweise zur Entsorgung

Nach Therapieabschluss oder Verfall sind nicht verwendete Arzneimittel in der Originalpackung der Abgabestelle (Arzt oder Apotheker) zur fachgerechten Entsorgung zu retournieren.

Zulassungsnummer

28840 (Tabletten), 30433 (Injektionslösungen); (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Roche Pharma (Schweiz) AG, 4153 Reinach.

Stand der Information

August 2015.

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