Truxal Filmtabl 15 Mg 50 Stk

Truxal Filmtabl 15 Mg 50 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Chlorprothixenhydrochlorid.

Hilfsstoffe: Maisstärke, Laktosemonohydrat, Copovidon, Glycerin, mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Talk, Magnesiumstearat, Hypromellose, Macrogol 400, Color: Titandioxid (E171), rotes und schwarzes Eisenoxid (E172).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 15 mg bzw. 50 mg Chlorprothixenhydrochlorid. 

Aussehen der Filmtabletten

15 mg: rund, bikonvex und dunkelbraun.

50 mg: oval, bikonvex und dunkelbraun.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Schizophrenie und andere Psychosen mit psychomotorischer Unruhe, Angst und Agitation. Manie. 

Angst, Unruhe und Aggressivität bei Alkoholikern oder Toxikomanen (Entziehungskur).

Als unterstützende Massnahme bei Erregungs-, Unruhe- und Angstzuständen im Zusammenhang mit depressiven Syndromen, Neurosen.

Schwere Verhaltensstörungen bei Oligophrenie, wie Erethismus, Unruhe.

Als Zusatz zu Analgetika bei schweren chronischen Schmerzzuständen.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Im Allgemeinen sollte die Dosierung individuell angepasst werden. Die Initialdosis sollte tief sein, anschliessend ist die Dosis relativ rasch zu steigern, bis eine optimale therapeutische Wirkung erreicht wird. 

Schizophrenie und andere Psychosen, Manie

Tagesdosen von initial 50-100 mg. Stufenweise Erhöhung bis die optimale Wirkung erreicht ist. Die optimale Tagesdosis beträgt meist 300 mg, kann in einzelnen Fällen jedoch bis auf 1'200 mg gesteigert werden. Als Erhaltungsdosis genügen im Allgemeinen 100-200 mg täglich.

Aufgrund des stark sedativen Effektes sollten geringere Dosen tagsüber, höhere Dosen zur Nacht verabreicht werden. 

Angst, Unruhe und Aggressivität bei Alkoholikern und Toxikomanen

Tagesdosen von 500 mg in verteilten Gaben während bis zu 7 Tagen. Nach Abklingen der Entzugssymptomatik kann die Dosis systematisch reduziert werden. Eine Erhaltungsdosis von 15 + 30 + 45 mg (1 + 2 + 3 Filmtabletten zu 15 mg) führt zu einer Stabilisierung des Patienten und reduziert das Rückfallrisiko. Weitere Dosisreduktion nach Bedarf. 

Verhaltensstörungen bei Oligophrenie

Tagesdosen von initial 45 mg, verteilt auf 3 Gaben, ansteigend auf 90-120 mg täglich. Bei Epileptikern sollte eine adäquate Antikonvulsivatherapie beibehalten werden. 

Unterstützende Behandlung bei depressiven «Syndromen», Neurosen mit Angst, Erregungs- und Unruhezuständen

Tagesdosen von initial 30 mg, verteilt auf 2 Gaben, ansteigend auf 90 mg täglich, verteilt auf 3 Gaben, bei schweren Zuständen auf 150 mg täglich. 

Adjuvans bei chronischen Schmerzzuständen

Tagesdosen von initial 90 mg, verteilt auf 3 Gaben, bis 200-300 mg täglich ansteigend. 

Spezielle Dosierungsanweisungen

Ältere Patienten

Tagesdosen von 15-90 mg individuell dosiert (ab 30 mg soll die Tagesdosis auf 2 bis 3 Gaben verteilt werden). 

Kinder und Jugendliche

Die Behandlung mit Truxal bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird nicht empfohlen. 

Eingeschränkte Leber- und Nierenfunktion

Mit Vorsicht dosieren, wenn möglich Bestimmung der Plasmaspiegel.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Chlorprothixen, anderen Thioxanthenen oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Kreislaufkollaps, komatöse Zustandsbilder, Bewusstseinstrübung verschiedener Ursachen (wie akute Intoxikation mit Alkohol, zentraldämpfende Mittel oder Psychopharmaka).

Wie bei anderen Arzneimitteln der therapeutischen Klasse der Neuroleptika, könnte auch Chlorprothixen zu einer QT-Intervall Verlängerung führen. Persistierende QT-Intervall Verlängerungen könnten zu einem erhöhten Risiko an Arrhythmien führen. Deshalb ist Truxal kontraindiziert bei Patienten mit klinisch signifikanten Herz-Kreislauf-Erkrankungen z.B. signifikanter Bradykardie (<50 Schläge pro Minute) in der Vorgeschichte, unmittelbar zurückliegendem akutem Herzinfarkt, dekompensierter Herzinsuffizienz, Herzhypertrophie oder bei Herzrhythmusstörungen, die mit Antiarrhythmika der Klasse Ia und III behandelt werden und bei Patienten mit ventrikulären Arrhythmien oder Torsade de Pointes in der Vorgeschichte.

Chlorprothixen ist kontraindiziert bei Patienten mit unkorrigierter Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie. Zudem ist Truxal kontraindiziert bei Patienten mit angeborenem Long-QT-Syndrom oder mit bekannter erworbener QT-Intervall Verlängerung (QTc-Intervall >450 msec bei Männern, bzw. >470 msec bei Frauen).

Begleitmedikationen, die bekanntermassen eine QT-Intervall Verlängerung hervorrufen, stellen eine Kontraindikation für eine Truxal-Behandlung dar (siehe «Interaktionen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Truxal sollte vorsichtig verabreicht werden bei Patienten mit Parkinsonsyndrom oder psychoorganischem Syndrom, epileptischen Störungen, fortgeschrittenem Leber-, Nieren- und kardiovaskulären Leiden, bei Patienten mit Myasthenia gravis, Prostatahypertrophie oder Engwinkelglaukom (siehe auch Abschnitt weiter unten zu akutem Glaukom). Vor allem bei älteren Patienten, die anfällig für orthostatische Dysregulationen sind, sollte Truxal vorsichtig angewendet werden.

Vorsicht ist auch geboten bei:

  • Phäochromozytom
  • Prolaktinabhängiger Neoplasie
  • schwerer Hypotension
  • Erkrankungen des hämopoetischen Systems
  • Hyperthyreose
  • Mikturitionsstörungen, Harnretention, Pylorusstenose, Ileus. 

Die Möglichkeit der Entstehung eines malignen neuroleptischen Syndroms (Hyperthermie, Muskelsteifheit, Bewusstseinsstörungen, Instabilität des vegetativen Nervensystems) besteht bei allen Neuroleptika. Fälle mit tödlichem Ausgang sind bei Patienten mit bereits bestehendem hirnorganischen Psychosyndrom, mentaler Retardierung, Opiat- und Alkoholabhängigkeit besonders stark vertreten.

Behandlung: Absetzen des Neuroleptikums. Symptomatische Behandlung und Anwendung allgemeiner unterstützender Massnahmen. Gabe von Dantrolen und Bromocriptin kann hilfreich sein.

Die Symptome können bis zu einer Woche nach der oralen Neuroleptika-Einnahme anhalten. 

Anfälle von akutem Glaukom aufgrund einer Pupillenerweiterung können auftreten bei Patienten mit der seltenen Disposition einer flachen Vorderkammer und einem engen Kammerwinkel. 

Wie mit anderen Psychopharmaka beschrieben, kann Chlorprothixen die Glukose- und Insulintoleranz von Diabetes-Patienten verändern und eine Anpassung der antidiabetischen Behandlung kann notwendig sein. 

Wegen eines erhöhten Risikos an malignen Arrhythmien, sollte Chlorprothixen bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Vorgeschichte oder QT-Intervall Verlängerungen in der Familienanamnese mit besonderer Vorsicht angewendet werden.

Eine EKG Überwachung ist vor der Behandlung erforderlich. Chlorprothixen ist bei einem QT-Intervall Ausgangswert von >450 msec bei Männern und >470 msec bei Frauen kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»). Während der Behandlung sollte die EKG Überwachung individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Bei verlängertem QT-Intervall sollte die Dosis reduziert und bei einem QT-Intervall >500 msec die Therapie abgebrochen werden.

Es wird empfohlen, den Elektrolyt-Haushalt periodisch zu überprüfen.

Gleichzeitige Behandlung mit anderen Neuroleptika sollte vermieden werden (siehe «Interaktionen»). 

Unter Behandlung mit Neuroleptika sind Fälle von venösen Thromboembolien (VTE) berichtet worden. Patienten, die mit Neuroleptika behandelt werden, zeigen oftmals erworbene Risikofaktoren für VTE. Deshalb sollten alle möglichen Risikofaktoren für VTE vor und während der Behandlung mit Chlorprothixen identifiziert und präventive Massnahmen ergriffen werden.

Es wurde berichtet, dass Antipsychotika mit α–adrenerg blockierenden Wirkungen Priapismus hervorrufen können, und es ist möglich, dass Chlorprothixen dies ebenfalls verursachen kann. Schwerer Priapismus kann medizinische Intervention erfordern. Patienten sollten darüber informiert werden, sich dringend in medizinische Versorgung zu begeben, falls Zeichen und Symptome von Priapismus auftreten sollten.

Ältere Patienten

Erhöhtes Risiko für cerebrovaskuläre Ereignisse

In randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studien mit an Demenz erkrankten Patienten, die mit einigen atypischen Antipsychotika behandelt wurden, wurde ein etwa dreifach erhöhtes Risiko für unerwünschte cerebrovaskuläre Ereignisse beobachtet. Der Mechanismus dieses erhöhten Risikos ist unbekannt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Wirkung auch bei der Anwendung anderer Antipsychotika oder bei anderen Patientengruppen auftritt. Chlorprothixen sollte daher bei Patienten, die ein erhöhtes Schlaganfallrisiko haben, mit Vorsicht angewendet werden. 

Erhöhtes Todesfallrisiko bei älteren Patienten mit Demenz

Die Daten von zwei grossen Anwendungsbeobachtungsstudien zeigten, dass ältere Menschen mit Demenz, welche mit Neuroleptika behandelt werden, ein leicht erhöhtes Todesfallrisiko haben im Vergleich zu Nicht-Behandelten. Es existieren nicht genügend Daten, um eine abschliessende Beurteilung des genauen Ausmasses des Risikos zu geben. Die Ursache des erhöhten Risikos ist nicht bekannt.

Chlorprothixen ist nicht zugelassen zur Behandlung von demenz-bezogenen Verhaltensstörungen. 

In Anbetracht des Risikos unerwünschter Wirkungen, v.a. der seltenen (potentiell irreversiblen) Spätdyskinesien, ist die Indikation sorgfältig zu stellen und die Dosis sowie das Fortsetzen der Therapie sind regelmässig zu überprüfen.

Patienten in Langzeitbehandlung, besonders bei hohen Dosierungen, sollten sorgfältig überwacht werden und es sollte regelmässig beurteilt werden, ob die Erhaltungsdosis gesenkt werden kann. 

Truxal kann die Krampfschwelle herabsetzen; bei Epileptikern soll die antiepileptische Behandlung angepasst werden.

Truxal kann die Thermoregulation beeinträchtigen. Vorsicht ist bei extremen Temperaturen angebracht. 

Die Wirkungen von Truxal auf das ZNS sowie seine antiemetischen Eigenschaften können die Symptomatik gewisser Krankheiten maskieren.

Bei Patienten unter langfristiger Therapie mit Truxal müssen der psychologische und der neurologische Status, das Blutbild und die Leberfunktion regelmässig überwacht werden. 

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren

Chlorprothixen wird nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren empfohlen.

Zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von Chlorprothixen bei Kindern und Jugendlichen liegen keine ausreichenden Studien vor. 

Fertilität

Bei Menschen wurde über Hyperprolaktinämie, Galaktorrhoe, Amenorrhoe, Erektionsstörungen und Ejakulationsprobleme berichtet (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Diese Nebenwirkungen können einen negativen Einfluss auf die weibliche oder männliche Sexualfunktion oder die Fertilität ausüben. Wenn klinisch signifikante Hyperprolaktinämie, Galaktorrhoe, Amenorrhoe oder sexuelle Dysfunktion auftreten, sollte eine Dosisreduktion (falls möglich) oder das Absetzen des Arzneimittels in Betracht gezogen werden.

Diese Nebenwirkungen verschwinden nach dem Absetzen der Therapie wieder. 

Truxal Filmtabletten enthalten Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galaktose-Intoleranz, dem Lapp-Lactase-Mangel oder der Glucose-Galaktose-Malabsorption sollten dieses Präparat nicht einnehmen.

Interaktionen

Kombinationen, welche mit Vorsicht anzuwenden sind:

Truxal kann die sedative Wirkung von Alkohol und Barbituraten sowie anderen ZNS-aktiven Substanzen wie Hypnotika, Anxiolytika, Antihistaminika, Opiate, Anästhetika, Antidepressiva verstärken. Neuroleptika können den Effekt antihypertensiver Arzneimittel erhöhen oder vermindern. Der antihypertensive Effekt von Guanethidin und ähnlicher Verbindungen wird vermindert. Gleichzeitige Verwendung von Neuroleptika mit Lithium erhöht das Risiko einer Neurotoxizität. Trizyklische Antidepressiva und Neuroleptika verzögern gegenseitig die Metabolisierung.

Chlorprothixen kann den Effekt von Levodopa und adrenergen Arzneimitteln reduzieren und die Wirkung von Anticholinergika verstärken.

Neuroleptika werden im Cytochrom-P450-System der Leber metabolisiert. Arzneimittel, die das Cytochrom-CYP2D6-System inhibieren (z.B. Paroxetin, Fluoxetin, Chloramphenicol, Disulfiram, Isoniazid, MAO-Hemmer, orale Kontrazeptiva, in geringerem Masse Buspiron, Sertralin oder Citalopram), können den Chlorprothixen-Plasmaspiegel erhöhen. Daraus kann sich die Notwendigkeit zur Dosisreduktion von Truxal ergeben.

Gleichzeitige Einnahme von Chlorprothixen mit Arzneimitteln mit bekannter anticholinerger Wirkung verstärkt die anticholinergen Effekte. 

Barbiturate, Phenytoin und Carbamazepin beschleunigen den Metabolismus von Truxal durch Enzyminduktion.

Die gleichzeitige Verabreichung von Metoclopramid und Piperazin kann das Risiko von extrapyramidalen Symptomen erhöhen. Die antihistaminische Wirkung von Chlorprothixen kann die Alkohol-Disulfiram-Reaktion herabsetzen oder aufheben. 

Eine durch Neuroleptika induzierte QT-Intervall Verlängerung könnte sich bei der Gabe von anderen signifikanten QT-Intervall verlängernden Arzneimitteln verschlimmern. Die gleichzeitige Gabe von solchen Arzneimitteln ist deshalb kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»).

Zu diesen Arzneimitteln zählen:

  • Antiarrhythmika der Klasse Ia und III (z.B. Chinidin, Amiodaron, Sotalol, Dofetilid)
  • einige Neuroleptika (z.B. Haloperidol, Quetiapin, Thioridazin)
  • einige Makrolide (z.B. Erythromycin)
  • einige Antihistaminika (z.B. Terfenadin, Astemizol)
  • einige Chinolonantibiotika (z.B. Gatifloxacin, Moxifloxacin) 

Diese Liste ist nicht vollständig; einzelne andere Arzneimittel, die bekanntlich auch das QT-Intervall verlängern (z.B. Cisaprid, Lithium), sind ebenfalls kontraindiziert.

Die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die zu Störungen des Elektrolythaushaltes (Hypokaliämie) führen, wie z.B. Thiazid-Diuretika und Arzneimittel, die die Plasmakonzentration von Chlorprothixen erhöhen, sollte vermieden werden, da das Risiko einer QT-Intervall Verlängerung und von gefährlichen Arrhythmien erhöht sein kann (siehe «Kontraindikationen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen nur wenige klinische Erfahrungen von Chlorprothixen bei Schwangeren vor.

Es sind weder kontrollierte Studien bei Tieren noch bei schwangeren Frauen verfügbar. Unter diesen Umständen soll das Arzneimittel nicht verabreicht werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich. 

Nicht-teratogene Effekte

Bei Neugeborenen, deren Mütter während des dritten Trimenons der Schwangerschaft Antipsychotika (einschliesslich Chlorprothixen) einnahmen, besteht nach der Geburt das Risiko für extrapyramidalmotorische Symptome und/oder Entzugssymptome. Diese Symptome bei Neugeborenen können Agitation, ungewöhnlich erhöhten oder verminderten Muskeltonus, Tremor, Schläfrigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen oder Probleme beim Füttern einschliessen.

Diese Komplikationen können einen unterschiedlichen Schweregrad aufweisen. Bei einigen Fällen waren sie selbst limitierend, in anderen Fällen benötigten die Neugeborenen eine Überwachung auf der Intensivstation oder eine längere Hospitalisation.

Chlorprothixen soll während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist klar notwendig. Ist während der Schwangerschaft ein Absetzen der Behandlung erforderlich, so soll dies möglichst nicht abrupt geschehen. 

Stillzeit

Chlorprothixen tritt nur in geringen Mengen in die Muttermilch über. Die vom Kind eingenommenen Konzentrationen sind gering. Es ist jedoch zu bedenken, dass Psychopharmaka Einflüsse auf die neurologische und psychologische Entwicklung des Kindes haben könnten.

Chlorprothixen soll während der Stillzeit nicht verabreicht werden.

Bei einer notwendigen Therapie soll nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Chlorprothixen ist ein Arzneimittel mit sedierenden Eigenschaften.

Truxal sowie die psychotische Grundkrankheit können die Aufmerksamkeit und die Reaktionsbereitschaft beeinträchtigen sowie das Verhalten und die psychomotorischen Funktionen beeinflussen. Patienten unter Truxal sollten kein Motorfahrzeug lenken oder gefährliche Maschinen bedienen, bis sie ihre persönliche Reaktion auf das Arzneimittel kennen.

Unerwünschte Wirkungen

Die unerwünschten Wirkungen sind in den meisten Fällen abhängig von der Dosis. Die Häufigkeit und der Schweregrad sind am ausgeprägtesten in der frühen Phase der Behandlung und nehmen während fortdauernder Behandlung ab. 

Extrapyramidale Symptome können besonders im frühen Behandlungsstadium auftreten. In den meisten Fällen können diese Nebenwirkungen durch eine Dosisreduktion und/oder durch die Anwendung eines Antiparkinsonmittel zufriedenstellend kontrolliert werden. Die prophylaktische Anwendung von Antiparkinsonmitteln wird nicht empfohlen. Antiparkinsonmittel lindern Spätdyskinesien nicht und können sie sogar verschlechtern. Deshalb wird eine Dosisreduktion, oder falls möglich, ein Absetzen der Therapie mit Chlorprothixen empfohlen. Bei anhaltender Akathisie kann ein Benzodiazepin oder Propranolol hilfreich sein. 

Häufigkeiten wurden aus der Literatur und Spontanmeldungen abgeleitet. Häufigkeiten sind folgendermassen definiert: Sehr häufig (≥1/10), häufig (<1/10, ≥1/100), gelegentlich (<1/100, ≥1/1'000), selten (<1/1'000, ≥1/10'000), sehr selten (<1/10'000), oder unbekannt (kann aufgrund der vorliegenden Daten nicht eingeschätzt werden).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:

Selten: Thrombozytopenie, Neutropenie, Leukopenie, Agranulozytose. 

Erkrankungen des Immunsystems:

Selten: Hypersensibilität, anaphylaktische Reaktion. 

Endokrine Erkrankungen:

Selten: Hyperprolaktinämie. 

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:

Häufig: erhöhter Appetit, Gewichtszunahme.

Gelegentlich: verminderter Appetit, Gewichtsabnahme.

Selten: Hyperglykämie, beeinträchtigte Glukosetoleranz. 

Psychiatrische Erkrankungen:

Häufig: Schlaflosigkeit, Nervosität, Erregung, verminderte Libido. 

Erkrankungen des Nervensystems:

Sehr häufig: Schläfrigkeit, Schwindel.

Häufig: Dystonie, Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Spätdyskinesie, Parkinsonismus, Konvulsionen, Akathisie.

Sehr selten: Malignes neuroleptisches Syndrom. 

Augenerkrankungen:

Häufig: Akkommodationsstörungen, anormales Sehvermögen.

Gelegentlich: Oculogyration (Kreisbewegung der Augen). 

Herzerkrankungen:

Häufig: Tachykardie, Palpitation.

Selten: Elektrokardiogramm: QT-Verlängerung. 

Gefässerkrankungen:

Gelegentlich: Hypotonie, Wallungen.

Sehr selten: Venöse Thromboembolien. 

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums:

Selten: Dyspnoe. 

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Sehr häufig: Mundtrockenheit, verstärkter Speichelfluss.

Häufig: Verstopfung, Dyspepsie, Übelkeit.

Gelegentlich: Erbrechen, Durchfall. 

Affektionen der Leber und Gallenblase:

Gelegentlich: Abnormale Leberfunktionstests.

Sehr selten: Gelbsucht. 

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Häufig: Hyperhidrose.

Gelegentlich: Ausschlag, Juckreiz, photosensitive Hautreaktionen, Dermatitis. 

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:

Häufig: Myalgie.

Gelegentlich: Steife Muskeln. 

Erkrankungen der Nieren und Harnwege:

Gelegentlich: Störung der Blasenentleerung, Harnverhalten. 

Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen:

Häufigkeit unbekannt: Extrapyramidalmotorische Symptome und/oder Entzugserscheinungen beim Neugeborenen. 

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse:

Gelegentlich: Ejakulationsprobleme, Erektionsstörung.

Selten: Gynäkomastie, Galaktorrhoe, Amenorrhoe. 

Allgemeine Erkrankungen:

Häufig: Asthenie, Müdigkeit. 

Klasseneffekte

Die folgenden unerwünschten Wirkungen gelten für die therapeutische Klasse der Neuroleptika (Antipsychotika) und sind mit Chlorprothixen selten berichtet worden:

  • QT-Intervall Verlängerung
  • Ventrikuläre Arrhythmien: Herzkammerflimmern, ventrikuläre Tachykardie
  • Torsade de Pointes
  • Plötzlicher unerklärbarer Tod

Unter der Anwendung von Antipsychotika wurde über Fälle von Priapismus, einer andauernden und üblicherweise schmerzhaften Erektion berichtet, welche zu erektiler Dysfunktion führen kann; Häufigkeit unbekannt (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Abruptes Absetzen von Chlorprothixen kann mit Entzugssymptomen verbunden sein. Die häufigsten Symptome sind:

Übelkeit, Erbrechen, Anorexie, Durchfall, Rhinorrhoe, Schwitzen, Myalgie, Parästhesie, Schlaflosigkeit, Ruhelosigkeit, Angst und Erregung. Patienten können Schwindelgefühle haben, abwechselnd Kälte und Wärme verspüren und zittern. Die Symptome beginnen in der Regel innert 1–4 Tagen nach Absetzen und klingen nach 7–14 Tagen ab.

Überdosierung

Symptome

Somnolenz, Koma, Konvulsionen, Schock, extrapyramidale Symptome, Hyper- oder Hypothermie, Arrhythmien. In schweren Fällen Befall der Nieren.

Veränderungen im EKG, QT-Intervall Verlängerung, Torsade de Pointes, Herzstillstand und ventrikuläre Arrhythmien wurden beschrieben bei Überdosierung zusammen mit Arzneimitteln, die bekannterweise eine Wirkung auf das Herz haben. 

Therapie

Unterstützende symptomatische Behandlung. Eine Magenspülung sollte so schnell wie möglich durchgeführt werden, anschliessend Verabreichung von Aktivkohle. Sorgfältige Überwachung der Atemfunktion und des kardiovaskulären Systems. 

Konvulsionen können mit Diazepam und extrapyramidale Symptome mit Biperiden behandelt werden. 

Vorsicht

Adrenalin (Epinephrin) sollte, zur Behandlung einer Hypotonie, nicht verwendet werden wegen weiterem Abfall des Blutdruckes. 

Bei Erwachsenen können 2.5-4 g, bei Kindern etwa 4 mg/kg Körpergewicht tödlich sein. Erwachsene haben eine Einnahme von 10 g und ein 3-jähriges Kind 1'000 mg überlebt.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05AF03 

Wirkungsmechanismus

Chlorprothixen ist ein Neuroleptikum der Thioxanthengruppe.

Der antipsychotische Effekt von Truxal beruht auf seiner blockierenden Wirkung der Dopaminrezeptoren, evtl. auch der 5-HT Rezeptoren. Die Thioxanthene, so auch Truxal, besitzen eine hohe Affinität zu Dopamin D1- und D2-Rezeptoren. Chlorprothixen besitzt eine hohe Affinität zu 5-HT2-Rezeptoren und alpha1-Adrenozeptoren; eine hohe Affinität zu Histamin H1- und Muscarin-Rezeptoren wurde beschrieben. 

Truxal ist ein sedatives Neuroleptikum mit breitem Wirkspektrum. Truxal wirkt gegen Angstzustände, psychomotorische Unruhe, Ruhelosigkeit und Schlafstörungen, sowie gegen Halluzinationen, Wahnvorstellungen und andere psychotische Zustandsbilder. In niedrigen Dosierungen werden Truxal antidepressive Eigenschaften zugeschrieben, was ermöglicht, Truxal bei psychischen Störungen einzusetzen, die durch ängstlich-depressive Verstimmungen charakterisiert sind oder sich auch psychosomatisch manifestieren.

Truxal verstärkt die Wirkung von Analgetika, wirkt antipruriginös und antiemetisch.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Verabreichung werden nach 2.4 Stunden (Bereich 1-4 Stunden) maximale Plasmaspiegel erreicht. Die durchschnittliche Bioverfügbarkeit nach oraler Applikation beträgt 12% (Bereich 5-32%). 

Distribution

Das Verteilungsvolumen beträgt durchschnittlich 15.5 l/kg (Bereich 10.5-22.7 l/kg), was auf eine breite Gewebsverteilung hinweist. Die Bindung an Proteine beträgt mehr als 99%, das Verhältnis von Chlorprothixen in Zerebrospinalflüssigkeit und Plasma ist unbekannt. Chlorprothixen wird im ganzen Körper verteilt, die höchsten Konzentrationen von Arzneimittel und Metaboliten findet man in Leber, Lunge und Nieren, niedrigere Konzentrationen in Gehirn, Skelettmuskulatur, Milz, Fettgewebe und Blut.

Chlorprothixen passiert die Plazentaschranke und wird in kleinen Mengen mit der Muttermilch ausgeschieden.

Eine dreimalige Gabe täglich wird empfohlen. Es wird eine Behandlungszeit von 2 Tagen benötigt, um den Steady-State zu erreichen. Die therapeutische Serumkonzentration beträgt 0.04-0.3 µg/ml (127-950 nmol/l). Die totale Clearance beträgt 0.97-1.43 l/min. 

Metabolismus

Die Metabolisierung von Chlorprothixen erfolgt hauptsächlich durch Sulfoxydation und Seitenketten-N-Demethylierung, zu einem kleineren Teil auch durch Ringhydroxylierung und N-Oxydation. Die Metaboliten besitzen keine neuroleptische Aktivität. 

Elimination

Chlorprothixen wird über Faeces und Urin ausgeschieden. Ein Anzeichen für enterohepatischen Kreislauf ist dadurch gegeben, dass Chlorprothixen in der Galle nachgewiesen werden konnte.

Die Eliminationshalbwertszeit beträgt 15 Stunden (Bereich 3-29 Stunden). 

Kinetik spezieller Patientengruppen

Zur Kinetik bei Patienten mit Nieren- und Leberinsuffizienz sowie bei älteren Patienten liegen keine Daten vor.

Präklinische Daten

In-vitro-Untersuchungen in Bakterien und Säugerzellen erbrachten keine klinisch relevanten Hinweise für ein genotoxisches Potential von Chlorprothixen. Kanzerogenitäts-Langzeitstudien liegen für Chlorprothixen nicht vor. Daten aus Langzeituntersuchungen an Mäusen weisen jedoch darauf hin, dass strukturverwandte Phenothiazine mit vergleichbarer Wirkung eine erhöhte Inzidenz von Mammatumoren hervorrufen. Mammatumore können eine Folge erhöhter Prolaktinkonzentration im Blutplasma sein. Chlorprothixen ruft auch beim Menschen eine Hyperprolaktinämie hervor.

Reproduktionstoxizität

Die möglichen Wirkungen auf die Fertilität, Geburt und postnatale Entwicklungen wurden beim Tier nicht untersucht. Chlorprothixen ist bei Ratten plazentagängig.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden. 

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 25 °C lagern.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

25873 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Lundbeck (Schweiz) AG, Opfikon.

Stand der Information

Oktober 2014.

30102014FI

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