Froben Drag 100 Mg 20 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Flurbiprofen.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Dragées zu 50 mg oder 100 mg Flurbiprofen.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Entzündliche, degenerative und extra-artikuläre rheumatische Erkrankungen: rheumatoide Arthritis, Arthrose, Spondylitis ankylosans, Spondylarthrosen, schmerzhafte Wirbelsäulensyndrome.

Posttraumatische Schmerzen und Schwellungen, Schmerzen nach zahnärztlichen Eingriffen.

Schmerzhafte und entzündliche Befunde in der Gynäkologie, symptomatische Behandlung der Dysmenorrhö.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene: Die empfohlene Tagesdosis beträgt 150-200 mg Flurbiprofen: 1 Dragée zu 50 mg 3× täglich und, wenn nötig, 1 Dragée zu 50 mg vor dem Schlafengehen.

Für Patienten mit schwerer Symptomatik im Anfangsstadium der Krankheit oder während akuten Schüben kann die Tagesdosis auf 300 mg erhöht werden: 6 Dragées zu 50 mg oder 3 Dragées zu 100 mg über den Tag verteilt.

Bei Dysmenorrhö werden 150-300 mg pro Tag über den Tag verteilt genommen: 3-6 mal 50 mg oder 2-3 mal 100 mg.

Die Dragées sind unzerkaut mit Flüssigkeit ganz zu schlucken, und zwar vorzugsweise vor oder mit den Mahlzeiten.

Ältere Patienten: Die Ausscheidung von nichtsteroidalen Antirheumatika kann bei älteren Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion langsamer sein als bei Patienten mit normaler Nierenfunktion. Flurbiprofen sollte bei diesen Patienten nur mit Vorsicht und nach individueller Dosisanpassung angewandt werden.

Kinder: Die Anwendung bei Kindern wird nicht empfohlen.

Unerwünschte Wirkungen können reduziert werden, indem die niedrigste wirksame Dosis über den kürzesten, zur Symptomkontrolle erforderlichen Zeitraum angewendet wird (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.
  • Anamnese von Bronchospasmus, Urtikaria oder allergieähnlichen Symptomen nach Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen nicht-steroidalen Antirheumatika oder Azofarbstoffen (Dragées).
  • Drittes Trimenon der Schwangerschaft (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).
  • Aktive oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretene Magen- und/oder Duodenalulzera oder gastrointestinale Blutungen (mindestens 2 unterschiedliche Episoden nachgewiesener Ulzeration oder Blutung in der Vergangenheit).
  • Aktiv oder bekannte entzündliche Darmerkrankungen (wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa).
  • Gastrointestinale Blutungen oder Perforation in der Anamnese im Zusammenhang mit einer vorherigen Therapie mit nicht-steroidalen Antirheumatika/Antiphlogistika.
  • Schwere Leberfunktionsstörungen (Leberzirrhose und Aszites).
  • Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml/min).
  • Schwere Herzinsuffizienz (NYHA III-IV).
  • Behandlung postoperativer Schmerzen nach einer koronaren Bypass-Operation (resp. Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Allgemeiner Warnhinweis für die Anwendung von systemischen nicht-steroidalen Antirheumatika

Gastrointestinale Ulzerationen, Blutungen oder Perforationen können während der Behandlung mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), COX-2 selektiv oder nicht, jederzeit auch ohne Warnsymptome oder anamnestische Hinweise auftreten. Um dieses Risiko zu verringern, sollte die kleinste wirksame Dosis während der kürzest möglichen Therapiedauer verabreicht werden.

Für gewisse selektive COX-2-Hemmer wurde in Placebo-kontrollierten Studien ein erhöhtes Risiko für thrombotische kardio- und zerebrovaskuläre Komplikationen gezeigt. Es ist noch nicht bekannt, ob dieses Risiko direkt mit der COX-1/COX-2-Selektivität der einzelnen NSAR korreliert. Da für Flurbiprofen zur Zeit keine vergleichbaren klinischen Studiendaten unter maximaler Dosierung und Langzeittherapie vorliegen, kann ein ähnlich erhöhtes Risiko nicht ausgeschlossen werden. Bis zum Vorliegen von entsprechenden Daten sollte Flurbiprofen bei klinisch gesicherter koronarer Herzkrankheit, zerebrovaskulären Erkrankungen, peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder bei Patienten mit erheblichen Risikofaktoren (z.B. Bluthochdruck, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus, Rauchen) nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden. Auch wegen diesem Risiko sollte die kleinste wirksame Dosis während der kürzest möglichen Therapiedauer verabreicht werden.

Die renalen Effekte der NSAR umfassen Flüssigkeitsretention mit Ödemen und/oder arterieller Hypertonie. Bei Patienten mit beeinträchtigter Herzfunktion und anderen Zuständen, die zur Flüssigkeitsretention prädisponieren, sollte Flurbiprofen deshalb nur mit Vorsicht angewendet werden. Vorsicht ist ebenfalls geboten bei Patienten, die gleichzeitig Diuretika oder ACE-Hemmer einnehmen sowie bei erhöhtem Risiko einer Hypovolämie.

Zusätzlich für Froben

Gastrointestinale Sicherheit

Die Anwendung von Froben in Kombination mit NSAR, einschliesslich selektiver Cyclooxygenase-2 Hemmer, sollte vermieden werden.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten kommt es unter NSAR-Therapie häufiger zu unerwünschten Wirkungen, vor allem zu gastrointestinalen Blutungen und Perforationen, auch mit letalem Ausgang.

Gastrointestinale Blutungen, Ulzera, Perforationen:

Gastrointestinale Blutungen, Ulzera oder Perforationen, auch mit letalem Ausgang, wurden unter allen NSAR berichtet. Sie traten mit oder ohne vorherige Warnsymptome bzw. schwerwiegende gastrointestinale Ereignisse in der Anamnese zu jedem Zeitpunkt der Therapie auf.

Das Risiko gastrointestinaler Blutungen, Ulzera und Perforation ist höher mit steigender NSAR-Dosis, in Patienten mit Ulzera in der Anamnese, insbesondere mit den Komplikationen Blutung oder Perforation (siehe «Kontraindikationen»), und bei älteren Patienten. Diese Patienten sollten die Behandlung mit der niedrigsten vefügbaren Dosis beginnen. Für diese Patienten sowie für Patienten, die eine begleitende Therapie mit niedrig dosierter Acetylsalicylsäure oder anderen Arzneimitteln, die das gastrointestinale Risiko erhöhen können, benötigen (siehe «Interaktionen») sollte eine Kombinationstherapie mit protektiven Arzneimitteln (z.B. Misoprostol oder Protonenpumpenhemmer) in Betracht gezogen werden (siehe «Interaktionen»).

Patienten mit einer Anamnese gastrointestinaler Toxizität, insbesondere in höherem Alter, sollten jegliche ungewöhnliche Symptome im Bauchraum (vor allem gastrointestinale Blutungen) insbesondere an Anfang der Therapie melden.

Vorsicht ist geboten, wenn Patienten gleichzeitig Arzneimittel erhalten, die das Risiko für Ulzera oder Blutungen erhöhen können, wie z.B. orale Kortikosteroide, Antikoagulanzien wie Warfarin, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer oder Trombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure (siehe «Interaktionen»)

Wenn es bei Patienten unter Froben zu gastrointestinalen Blutungen oder Ulzera kommt, ist die Behandlung abzusetzen.

NSAR sollten bei Patienten mit einer gastrointestinalen Erkrankung in der Anamnese mit Vorsicht und unter regelmässiger Kontrolle angewendet werden, da sich ihr Zustand verschlechtern kann (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Kardiovaskuläre und zerebrovaskuläre Wirkungen

Patienten mit Herz-, Nieren- und Leberschäden bedürfen einer sorgfältigen ärztlichen Überwachung.

Eine angemessene Überwachung und Beratung von Patienten mit Hypertonie und/oder leichter bis mittelschwerer dekompensierter Herzinsuffizienz in der Anamnese ist erforderlich, da Flüssigkeitseinlagerungen und Ödeme in Verbindung mit NSAR-Therapie und auch mit Flurbiprofen berichtet wurden.

Klinische Studien und epidemiologische Daten legen nahe, dass einige NSAR, insbesondere bei einer hohen Dosis und im Rahmen der Langzeitbehandlung, möglicherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko von arteriellen thrombotischen Ereignissen (z.B. Herzinfarkt und Schlaganfall) verbunden ist. Es gibt nicht genügend Hinweise dafür, dass Flurbiprofen nicht auch ein solches Risiko birgt.

Patienten mit unkontrolliertem Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, bestehender ischämischer Herzerkrankung, peripherer arterieller Verschlusskrankheit und/oder zerebrovaskulärer Erkrankungen sollten mit Flurbiprofen nur nach sorgfältiger Abwägung behandelt werden. Vergleichbare Abwägungen sollten auch vor Initiierung einer längerdauernden Behandlung von Patienten mit Risikofaktoren für kardiovaskuläre Ereignisse (z.B. Bluthochdruck, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus, Rauchen) gemacht werden.

Hautreaktionen:

Unter NSAR-Therapie wurde sehr selten über schwerwiegende Hautreaktionen, einige mit letalem Ausgang, einschliesslich exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom) berichtet (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Das höchste Risiko für derartige Reaktionen scheint zu Beginn der Therapie zu bestehen, da diese Reaktionen in der Mehrzahl der Fälle im ersten Behandlungsmonat auftraten. Beim ersten Anzeichen von Hautausschlägen, Schleimhautläsionen oder sonstigen Anzeichen einer Überempfindlichkeit sollte Froben abgesetzt werden.

Renale Effekte

Die Verabreichung eines NSAR kann eine dosisabhängige Verminderung der Prostaglandinbildung bewirken und zu einer Niereninsuffizienz führen. Dies vor allem bei Patienten mit eingeschränkter Nieren-, Herz- oder Leberfunktion sowie in Kombination mit Diuretika und bei älteren Patienten. Die Dosis sollte bei diesen Patienten so niedrig und so kurz wie möglich gehalten und die Nierenfunktion regelmässig überwacht werden (siehe «Kontraindikationen»).

Patienten mit Hypovolämie und erheblicher Dehydrierung (z.B. nach grösseren chirurgischen Eingriffen mit Volumenverschiebung) sollten vor Beginn der Therapie mit Flurbiprofen rehydriert werden. Patienten mit gleichzeitiger Therapie mit Diuretika und ACE-Inhibitoren sind besonders gefährdet. Die Diurese sollte in diesen Fällen vor allem zu Beginn der Therapie sorgfältig überwacht werden.

Hämatologische Effekte

Flurbiprofen kann die Thrombozytenaggregation verringern und die Blutungszeit verlängern.

Flurbiprofen kann Symptome von Infektionen wie zum Beispiel Fieber maskieren.

Interaktionen

Andere NSAR: Die gleichzeitige Gabe mehrerer NSAR inklusive selektiver Cyclooxygenase-2-Inhibitoren kann das Risiko gastrointestinaler Ulzera und Blutungen auf Grund eines synergistischen Effektes erhöhen. Daher soll die gleichzeitige Anwendung von Flurbiprofen mit anderen NSAR vermieden werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Acetylsalicylsäure: Wegen der möglichen Zunahme der Nebenwirkungen wird die gleichzeitige Verabreichung von Acetylsalicylsäure und Flurbiprofen, wie mit anderen nicht-steroidalen Antirheumatika, nicht empfohlen.

Lithium: Bei gleichzeitiger Gabe von Lithiumpräparaten ist die Kontrolle der Lithiumkonzentration im Serum nötig (veminderte Elimination).

Kortikosteroide: Gleichzeitige Gabe von Kortikoiden oder anderen nicht-steroidalen Antiphlogistika erhöht das Risiko von gastrointestinalen Nebenwirkungen (Blutungen, Ulzera).

Orale Antikoagulanzien: Flurbiprofen kann wie andere NSAR die Wirkung von oralen Antikoagulantien wie Warfarin oder Heparin verstärken und die Blutungszeit verlängern. Die Blutungszeit sollte zu Beginn und am Ende der Therapie mit Flurbiprofen engmaschig erfolgen und die Dosis der Antikoagulantien angepasst werden.

Thrombozytenaggregationshemmer und selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer: Erhöhtes Risikos für gastrointestinale Blutungen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Orale Antidiabetika: Die Wirkung von oralen Antidiabetika (Sulfonylharnstoffen) kann durch Flurbiprofen wie andere NSAR verstärkt werden und das Risiko von Hypoglykämien erhöhen. Die Blutzuckerspiegel sollten regelmässig kontrolliert und die Dosis der Antidiabetika allenfalls angepasst werden.

Methotrexat: Die gleichzeitige Therapie von Flurbiprofen mit Methotrexat kann die hämatologische Toxizität durch eine verminderte renale Clearance erhöhen. Es wird empfohlen, das Blutbild zu Beginn der Kombinationstherapie engmaschig zu kontrollieren.

Herzglykoside: Nichtsteroidale Antirheumatika können einen Herzinfarkt verschlimmern, die glomeruläre Filtrationsrate reduzieren und die Plasmaspiegel von Digoxin erhöhen.

Phenytoin: Über Interaktionen von Flurbiprofen mit Phenytoin sind keine Daten verfügbar.

Cyclosporin: Bei gleichzeitiger Gabe von Ciclosporin und nichtsteroidalen Antirheumatika kann die Toxizität von Ciclosporin (Nierenfunktion, Cholestase, Parästhesien) erhöht werden.

Diuretika, ACE Hemmer und Angiotensin II Antagonisten:

NSAR können die Wirkung von Diuretika und anderen Antihypertensiva abschwächen. Diuretika können das Risiko der NSAR für Nephrotoxizität erhöhen.

In Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (z.B. dehydrierte Patienten oder ältere Patienten) kann die gleichzeitige Verabreichung eines ACE Hemmers oder Angiotensin II Antagonisten und Wirkstoffen, welche die Cyclooxygenase hemmen, zu einer weiteren Verschlechterung der Nierenfunktion, bis zu einem, normalerweise reversiblen, akuten Nierenversagen, führen. Diese Interaktionen sollten bei Patienten, welche Flurbiprofen gleichzeitig mit ACE Hemmern oder Angiotensin II Antagonisten einnehmen, in Betracht gezogen werden, daher sollte diese Kombination mit Vorsicht verabreicht werden, Patienten sollen ausreichend mit Flüssigkeit versorgt werden und es sollte darauf geachtet werden, dass die Nierenfunktion nach Beginn der gleichzeitigen Therapie, sowie in regelmässigen Abständen danach, überwacht wird.

Mifepriston: Nach Einnahme von Mifepriston sollten NSAR während 8 bis 12 Tagen vermieden werden, da NSAR die Wirkung von Mifepriston verringern können.

Chinolonantibiotika: Tierexperimentelle Untersuchungen haben gezeigt, dass im Zusammenhang mit NSAR Krämpfe, welche mit Chinolonen assoziiert werden, vermehrt ausgelöst werden können. Patienten, welche gleichzeitig Chinolone und NSAR einnehmen, können ein erhöhtes Risiko für Krämpfe aufweisen.

Tacrolimus: Das Risiko für Nephrotoxizität kann bei gleichzeitiger Einnahme von Tacrolimus und NSAR erhöht sein.

Zidovudin: Gleichzeitige Einnahme von Zidovudin und NSAR erhöht das Risiko für hämatologische Toxizität. Bei HIV positiven Blutern gibt es Hinweise darauf, dass die gleichzeitige Einnahme von Zidovudin und NSAR das Risiko für Hämarthrose sowie Hämatome erhöht.

Schwangerschaft/Stillzeit

Fertilität

Die Anwendung von Flurbiprofen kann die weibliche Fertilität beeinträchtigen und wird daher bei Frauen, die schwanger werden möchten, nicht empfohlen. Bei Frauen, die Schwierigkeiten haben schwanger zu werden oder bei denen Untersuchungen zur Infertilität durchgeführt werden, sollte das Absetzen von Flurbiprofen in Betracht gezogen werden.

Schwangerschaft

Die Hemmung der Prostaglandinsynthese kann die Schwangerschaft und/oder die embryo-fetale Entwicklung negativ beeinflussen. Daten aus epidemiologischen Studien weisen auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten sowie kardiale Missbildungen und Gastroschisis nach der Anwendung eines Prostaglandinsynthesehemmers in der Frühschwangerschaft hin. Es wird angenommen, dass das Risiko mit der Dosis und der Dauer der Therapie steigt. Bei Tieren wurde nachgewiesen, dass die Gabe eines Prostaglandinsynthesehemmers zu erhöhtem prä- und post-implantärem Verlust und zu embryo-fetaler Letalität führt. Ferner wurden erhöhte lnzidenzen verschiedener Missbildungen, einschliesslich kardiovaskulärer Missbildungen, bei Tieren berichtet, die während der Phase der Organogenese einen Prostaglandinsynthesehemmer erhielten

Während des ersten und zweiten Schwangerschaftstrimesters sollte Flurbiprofen nur gegeben werden, wenn dies unbedingt notwendig ist. Falls Flurbiprofen von einer Frau angewendet wird, die versucht schwanger zu werden oder wenn es während des ersten oder zweiten Schwangerschaftstrimesters angewendet wird, sollte die Dosis so niedrig und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich gehalten werden.

Während des dritten Schwangerschaftstrimesters ist Flurbiprofen kontraindiziert. Alle Prostaglandinsynthesehemmer können:

  • den Fetus folgenden Risiken aussetzen:
    • kardiopulmonale Toxizität (mit vorzeitigem Verschluss des Ductus arteriosus und pulmonaler Hypertonie);
    • Nierenfunktionsstörung, die zu Nierenversagen mit Oligohydramniose fortschreiten kann;
  • die Mutter und das Kind folgenden Risiken aussetzen:
    • mögliche Verlängerung der Blutungszeit, ein thrombozyten-aggregationshemmender Effekt, der selbst bei sehr geringen Dosen auftreten kann;
    • Hemmung von Uteruskontraktionen, mit der Folge eines verspäteten oder verlängerten Geburtsvorganges.

Stillzeit

NSAR treten in die Muttermilch über. Vorsichtshalber soll Flurbiprofen deshalb von stillenden Frauen nicht eingenommen werden. Ist die Behandlung unerlässlich, ist der Säugling auf Flaschennahrung umzustellen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Flurbiprofen kann wie andere NSAR Schwindel, Müdigkeit und Sehstörungen hervorrufen und kann deshalb einen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit Maschinen zu bedienen haben. Dies gilt in verstärktem Masse im Zusammenwirken mit Alkohol.

Unerwünschte Wirkungen

Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen mit NSAR betreffen den Verdauungstrakt. Peptische Ulzera, Perforationen oder Blutungen, manchmal tödlich, können auftreten, insbesondere bei älteren Patienten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Blähungen, Verstopfung, Verdauungsbeschwerden (Dyspepsie), abdominale Schmerzen, Teerstuhl, Hämatemesis, ulzerative Stomatitis, Verschlimmerung von Colitis und Morbus Crohn (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen») sind nach Anwendung berichtet worden. Weniger häufig wurde Gastritis beobachtet.

Ödeme, Bluthochdruck und Herzinsuffizienz wurden im Zusammenhang mit NSAR-Behandlung berichtet. Klinische Daten und epidemiologische Daten legen nahe, dass die Anwendung von NSAR, insbesondere bei einer hohen Dosis und im Rahmen der Langzeitbehandlung, mit einem erhöhten Risiko von arteriellen thrombotischen Ereignissen (zum Beispiel Herzinfarkt und Schlaganfall) verbunden ist (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Nachfolgend werden die unerwünschten Wirkungen nach Organsystem angegeben, welche mit Flurbiprofen beobachtet wurden. Die Häufigkeiten sind dabei wie folgt definiert: sehr häufig ≥1/10; häufig <1/10 bis ≥1/100; gelegentlich <1/100 bis ≥1/1000; selten <1/1000 bis ≥1/10'000; sehr selten <1/10'000.

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Häufig: Hemmung der Thrombozytenaggregation.

Gelegentlich: Anämie.

Sehr selten: Thrombozytopenie, aplastische Anämie, Agranulozytose, Leukopenie, hämolytische Anämie, Neutropenie.

Störungen des Immunsystems

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Selten: Anaphylaktische Reaktion.

Psychiatrische Störungen

Selten: Depressionen, Verwirrtheitszustände.

Sehr selten: Halluzinationen.

Störungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel.

Gelegentlich: Parästhesie.

Selten:Schläfrigkeit,Schlafstörungen.

Sehr selten: optische Neuritis, cerebrovaskulärer Insult.

Augenleiden

Gelegentlich: Sehstörungen.

Funktionstörungen des Ohrs und des Innenohrs

Gelegentlich: Tinnitus, Vertigo.

Atmungsorgane

Gelegentlich: Asthma, Dyspnoe (insbesondere bei Patienten mit Asthma, chronischer Urtikaria in der Anamnese oder Überempfindlichkeit gegenüber Acetylsalicylsäure und anderen nicht-steroidalen Antiphlogistika bzw. Analgetika).

Selten: Bronchospasmus.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Abdominalschmerzen, Dyspepsie, Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Blähungen, Obstipation, Melaena, Hämatemesis, Magen-Darm-Blutungen.

Gelegentlich: Gastritis, Ulzerationen im Gastrointestinaltrakt (Duodenum, Magen, Mund), gastrointestinale Perforationen.

Selten: Ulkusblutungen.

Sehr selten: Pankreatitis, Colitis, Morbus Crohn.

Hepatobiliäre Störungen

Sehr selten: Gelbsucht, cholestatische Gelbsucht.

Funktionstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Hautreaktionen wie Hautrötungen, Pruritus, Urtikaria, Purpura, Angioödeme, Photosensitivitätsreaktion.

Sehr selten (<0,01%): Bullöse Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom), Erythema multiforme.

Funktionstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Häufig: Flüssigkeitsretention, periphere Ödeme, Ödeme.

Selten: toxische Nephropathien, Nierenversagen, akutes Nierenversagen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), interstitielle Nephritis, nephrotisches Syndrom.

Sehr selten: Glomerulonephritis.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Müdigkeit, Unwohlsein.

Funktionsstörungen des Herzens

Gelegentlich: Herzversagen.

Gefässsystem

Gelegentlich: Bluthochdruck.

Untersuchungen

Häufig: abnormer Leberfunktionstest, erhöhte Blutungszeit, Verlängerung der Blutungszeit.

Überdosierung

Symptome einer Überdosierung können Nausea, Erbrechen und gastrointestinale Irritationen einschliessen.

Es gibt kein spezifisches Antidot für Flurbiprofen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: M01AE09

Wirkungsmechanismus

Froben ist ein nichtsteroidales Antirheumatikum mit ausgeprägten antiphlogistischen, analgetischen und antipyretischen Eigenschaften. Es hat eine stark hemmende Wirkung auf die Synthese von Prostaglandinen, die für Entzündungen, Schmerzen und Fieber verantwortlich sind.

Pharmakokinetik

Absorption

Flurbiprofen wird - nüchtern, oral verabreicht - rasch und nahezu vollständig resorbiert. Eine maximale Plasmakonzentration von 5,5 µg/ml wird etwa 1-1½ Stunden nach einer oralen Einzeldosis von 50 mg Flurbiprofen erreicht. Mit zunehmender Einzeldosis bis 300 mg steigt die Plasmakonzentration. Nach wiederholter Gabe von 3× täglich 50 mg Flurbiprofen wird eine Steady-state-Konzentration von 2,3 µg/ml erreicht.

Bei Verabreichung nach einer Mahlzeit verläuft die Resorption langsamer, die Maximalwerte sind niedriger und halten länger an. Die resorbierte Menge ist nach Gaben vor bzw. nach einer Mahlzeit jedoch etwa gleich.

Die erforderliche therapeutisch wirksame Plasmakonzentration dürfte >1 µg/ml sein.

Distribution

Flurbiprofen wird zu über 99% an Plasmaproteine gebunden und hat ein niedriges Verteilungsvolumen (ca. 0,1 l/kg).

Metabolismus

Ein Grossteil des Flurbiprofens wird hepatisch durch Hydroxilierung und Methylierung metabolisiert, hauptsächlich zu dem schwach aktiven 4-Hydroxyflurbiprofen. Die weiteren Metaboliten sind inaktiv. Etwa 25% der verabreichten Dosis werden als unverändertes Flurbiprofen renal eliminiert.

Elimination

Flurbiprofen wird mit einer Halbwertszeit von 3-4 Stunden rasch eliminiert. Nach wiederholter Verabreichung kumuliert es nicht. Die verabreichte Menge findet sich praktisch vollständig im Urin wieder.

Präklinische Daten

In präklinischen Studien zeigte Flurbiprofen keine karzinogenen Wirkungen.

Zur Genotoxizität liegen keine Daten vor.

Studien zur Reproduktionstoxikologie zeigten keinen Anhaltspunkt für teratogene (Maus, Ratte und Kaninchen) oder die Fertilität beeinflussende Eigenschaften. Jedoch wurden bei Ratten schädliche Wirkungen beobachtet, wie Trächtigkeitsverlängerung mit uterinen Blutungen und erhöhte Sterblichkeit der Mütter bei den Wehen, sowie erhöhte Inzidenz von Totgeburten und vermindertes Überleben des Wurfs.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Arzneimittel bei Raumtemperatur (15-25 °C), trocken und vor Licht geschützt aufbewahren.

Zulassungsnummer

40795 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

BGP Products GmbH, 6341 Baar.

Stand der Information

September 2015.

[Version 106 D]

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