Eklira Genuair Inh Plv 60 Dos

Eklira Genuair Inh Plv 60 Dos

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Aclidiniumbromid.

Hilfsstoffe: Lactosum monohydricum.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Weisses oder weissliches Pulver in Inhalator. Eine abgegebene Dosis (die Menge, die aus dem Mundstück kommt) enthält 322 µg Aclidinium (als 375 µg Aclidiniumbromid).

Dies entspricht einer abgemessenen Dosis von 343 µg Aclidinium (als 400 µg Aclidiniumbromid).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Eklira Genuair ist indiziert als dauerhaft einzusetzender Bronchodilatator zur Befreiung von Symptomen bei Erwachsenen mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD).

Dosierung/Anwendung

Dosierung

Erwachsene

Die empfohlene Dosis ist eine Inhalation von 322 µg Aclidinium aus dem Genuair-Inhalator zweimal täglich. Die empfohlene Dosis sollte nicht überschritten werden.

Dosierung spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten sind keine Anpassungen der Dosierung erforderlich.

Kinder und Jugendliche

COPD ist keine relevante Erkrankung der pädiatrischen Population (unter 18 Jahren). Entsprechend wurden keine klinischen Untersuchungen von Eklira Genuair bei Kindern und Jugendlichen durchgeführt.

Leber- oder Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen ist keine Anpassung der Dosierung erforderlich (siehe Abschnitt «Pharmakokinetik»).

Anwendung

Eklira Genuair darf nur durch Inhalation und nur unter Anwendung des Eklira Genuair-Inhalators angewendet werden. Bei einer versäumten Dosis sollte die nächste Dosis sobald wie möglich angewendet werden. Wenn allerdings der Zeitpunkt für die Anwendung der nächsten Dosis bereits kurz bevorsteht, sollte die vergessene Dosis ausgelassen werden.

Kontraindikationen

Eklira Genuair darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegenüber Aclidiniumbromid, Atropin oder seinen Derivaten wie Ipratropium, Oxitropium oder Tiotropium bzw. gegenüber dem Hilfsstoff Lactose.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Asthma

Eklira Genuair sollte nicht bei Asthma angewendet werden; es wurden keine klinischen Studien mit Aclidiniumbromid bei Asthma durchgeführt.

Paradoxer Bronchospasmus

Wie bei anderen Inhalationstherapien kann die Verabreichung von Eklira Genuair paradoxe Bronchospasmen hervorrufen. In diesem Fall sollte die Behandlung mit Eklira Genuair abgebrochen und andere Behandlungen in Erwägung gezogen werden.

Verschlechterung der Krankheit

Aclidiniumbromid ist ein Bronchodilatator zur Dauertherapie und sollte nicht zur Linderung bei akuten Bronchospasmus-Anfällen, d.h. als Notfalltherapie angewendet werden. Falls es während der Behandlung mit Aclidiniumbromid zu einer Änderung im Schweregrad der COPD kommt und der Patient eine zusätzliche Notfallmedikation für notwendig erachtet, muss eine Neubeurteilung des Patienten und seines Behandlungsschemas erfolgen.

Kardiovaskuläre Effekte

Das kardiovaskuläre Sicherheitsprofil zeichnet sich durch eine anticholinerge Wirkung aus.

Eklira Genuair sollte bei Patienten mit einem Myokardinfarkt während der vorangegangenen 6 Monate, einer instabilen Angina pectoris, einer erstmals diagnostizierten Arrhythmie während der vorangegangenen 3 Monate oder einer Krankenhauseinweisung während der vorangegangenen 12 Monate aufgrund einer Herzinsuffizienz der Stadien III und IV gemäss der Klassifikation der «New York Heart Association» (NYHA III und NYHA IV) mit äusserster Vorsicht angewendet werden. Solche Patienten wurden von den klinischen Studien ausgeschlossen und der anticholinerge Wirkmechanismus kann eine Auswirkung auf diese Erkrankungen haben.

Anticholinerge Aktivität

Mundtrockenheit, wie sie im Zusammenhang mit einer anticholinergen Therapie beobachtet wurde, kann langfristig mit Zahnkaries assoziiert sein.

In Hinblick auf seine anticholinerge Wirkung sollte Aclidiniumbromid bei Patienten mit symptomatischer Prostatahyperplasie, Blasenhalsobstruktion oder mit einem Engwinkelglaukom (selbst wenn der direkte Kontakt des Arzneimittels mit den Augen sehr unwahrscheinlich ist) mit Vorsicht angewendet werden.

Sonstige Bestandteile

Patienten mit der seltenen hereditären Galactoseintoleranz, Lactasemangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.

Interaktionen

Die gleichzeitige Verabreichung von Aclidiniumbromid und anderen Arzneimitteln, die Anticholinergika enthalten, wurde nicht untersucht und wird daher nicht empfohlen.

Es wurden keine eigentlichen Studien zu Arzneimittelwechselwirkungen in vivo durchgeführt. Jedoch ist inhaliertes Aclidiniumbromid gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln zur Therapie der COPD wie bronchodilatatorischen Sympathomimetika, Methylxanthinen sowie oralen und inhalierbaren Steroiden verabreicht worden, ohne dass klinische Nachweise von Arzneimittelwechselwirkungen berichtet wurden.

In vitro-Studien haben ergeben, dass weder Aclidiniumbromid in therapeutischer Dosierung noch die entsprechenden Metaboliten Wechselwirkungen mit P-Glykoprotein (PGP)-Substraten oder mit durch Cytochrom P450-Enzyme (CYP450-Enzyme) oder Esterasen metabolisierten Arzneimitteln hervorrufen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine Daten zur Verwendung von Aclidiniumbromid während der Schwangerschaft vor.

Tierstudien haben nur bei weitaus höheren Dosierungen als der maximal beim Menschen erreichten Menge an Aclidiniumbromid eine Fetotoxizität ergeben (siehe «Präklinische Daten»). Eklira Genuair sollte während der Schwangerschaft jedoch nur dann verwendet werden, wenn die zu erwartenden Vorteile die potenziellen Risiken überwiegen.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Aclidiniumbromid und/oder die entsprechenden Metaboliten in die Muttermilch übergehen. Da Tierstudien die Ausscheidung von Aclidiniumbromid und/oder der entsprechenden Metaboliten in die Muttermilch nachgewiesen haben, muss entschieden werden, ob entweder abgestillt oder die Therapie mit Eklira Genuair abgesetzt werden soll. In diesem Fall müssen die Vorteile des Stillens für den Säugling und die Vorteile einer langfristigen Aclidiniumbromid-Therapie für die Mutter gegeneinander abgewogen werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Der Einfluss von Eklira Genuair auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen wurde nicht untersucht. Das Auftreten von Kopfschmerzen oder Verschwommensehen kann die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.

Unerwünschte Wirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die am häufigsten beobachteten unerwünschten Arzneimittelreaktionen im Zusammenhang mit Eklira Genuair 322 µg sind Kopfschmerzen (6,6%) und Nasopharyngitis (5,5%).

Zusammenfassung der unerwünschten Reaktionen

Die Häufigkeiten der unten aufgeführten Nebenwirkungen beruhen auf den rohen Inzidenzraten der unerwünschten Arzneimittelreaktionen, die auf die Anwendung von Eklira Genuair 322 µg zurückgeführt werden können und die im Rahmen der gepoolten Analyse einer sechsmonatigen und zwei dreimonatiger randomisierter und placebokontrollierter klinischer Studien (636 Patienten) beobachtet wurden.

Die Häufigkeit der unerwünschten Reaktionen wird nach folgender Konvention definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1'000 bis <1/100), selten (≥1/10'000 bis <1/1'000), sehr selten (<1/10'000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Infektionen und Infestationen

Häufig: Sinusitis, Nasopharyngitis.

Störungen des Immunsystems

Selten: Überempfindlichkeit.

Nicht bekannt: Angioödem.

Störungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen.

Augenleiden

Gelegentlich: Verschwommene Sicht.

Funktionsstörungen des Herzens

Gelegentlich: Tachykardie.

Atmungsorgane (Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen)

Häufig: Husten.

Gelegentlich: Dysphonie.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Durchfall.

Gelegentlich: Trockener Mund.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Hautausschlag, Pruritus.

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Gelegentlich: Harnverhalt.

Überdosierung

Einzelne inhalierte Dosierungen von bis zu 6000 µg Aclidiniumbromid wurden gesunden Probanden verabreicht, ohne dass es zu systemischen Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Anticholinergika kam. Ausserdem wurden auch im Anschluss an eine während sieben Tagen zweimal täglich verabreichte Dosierung von bis zu 800 µg Aclidiniumbromid an gesunden Probanden keine klinisch relevanten Nebenwirkungen beobachtet.

Eine akute Vergiftung durch versehentliche Anwendung von Aclidiniumbromid ist aufgrund der geringen oralen Bioverfügbarkeit des Arzneimittels und des atmungsaktivierten Dosiermechanismus des Genuair-Inhalators unwahrscheinlich.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: R03BB05

Wirkungsmechanismus

Aclidiniumbromid ist ein kompetitiver, selektiver Muskarinrezeptor-Antagonist (auch als Anticholinergikum bezeichnet) mit längerer Verweildauer auf den M3-Rezeptoren als auf den M2-Rezeptoren, der im Plasma rasch durch Esterasen abgebaut wird. M3-Rezeptoren führen zur Kontraktion der glatten Atemwegsmuskulatur. Inhaliertes Aclidinium wirkt lokal in der Lunge als Antagonist der M3-Rezeptoren der glatten Atemwegsmuskulatur und bewirkt eine Bronchodilatation. Nichtklinische in vitro- und in vivo-Studien ergaben eine rasche, dosisabhängige und lang anhaltende Hemmung der acetylcholininduzierten Bronchokonstriktion durch Aclidiniumbromid. Die Rate an systemischen anticholinergen Nebenwirkungen ist gering, da Aclidiniumbromid schnell im Plasma abgebaut wird.

Pharmakodynamische Wirkungen

Klinische Studien zur Wirksamkeit ergaben, dass die Anwendung von Eklira Genuair 322 µg zweimal täglich über 12 Stunden nach der morgendlichen und abendlichen Verabreichung eine klinisch bedeutsame Verbesserung der Lungenfunktion erbrachte (gemessen am forcierten exspiratorischen Volumen in 1 Sekunde [FEV1]), die innerhalb von 30 Minuten nach der ersten Dosis ersichtlich war (Steigerungen ab Baseline von 124-133 ml). Die maximale Bronchodilatation wurde innerhalb von 1-3 Stunden nach der Dosierung erreicht, mit mittleren Spitzenverbesserungen des FEV1 gegenüber der Baseline von 227-268 ml im Steady State.

Auswirkungen auf die Elektrophysiologie des Herzmuskels

Bei der Verabreichung von Eklira Genuair (200 µg oder 800 µg) einmal täglich während drei Tagen an gesunde Probanden in einer umfassenden QT-Studie wurden keine relevanten Auswirkungen auf das QT-Intervall beobachtet (korrigiert entweder mit der Fridericia-, der Bazett-Formel oder individuell).

Ausserdem wurden im Langzeit-EKG (Holter) über 24 Stunden nach dreimonatiger Behandlung bei 336 Patienten (von denen 164 zweimal täglich Eklira Genuair 322 µg erhielten) keine mutmasslich relevanten Auswirkungen von Eklira Genuair auf den Herzrhythmus beobachtet.

Klinische Wirksamkeit

Das klinische Entwicklungsprogramm der Phase III zu Eklira Genuair umfasste eine sechsmonatige und eine dreimonatige randomisierte und placebokontrollierte Studie an Patienten mit einer klinisch diagnostizierten mittelschweren bis schweren COPD. Die Wirksamkeit wurde in der sechsmonatigen Studie an 269 Patienten beurteilt, die zweimal täglich Eklira Genuair 322 µg erhielten, und in der dreimonatigen Studie an 190 Patienten, die zweimal täglich Eklira Genuair 322 µg erhielten. Die Wirksamkeit wurde anhand von Messungen der Lungenfunktion und anhand symptomatischer Ergebnisse wie Dyspnoe, des krankheitsspezifischen Gesundheitszustands, der Verwendung von Notfallmedikation und des Auftretens von Exazerbationen bewertet.

Bronchodilatation

In der sechsmonatigen Studie erfuhren die Patienten, die zweimal täglich Eklira Genuair 322 µg erhielten, eine klinisch bedeutsame Verbesserung ihrer Lungenfunktion (gemessen am FEV1). Maximale bronchodilatatorische Wirkungen wurden ab dem ersten Tag nachgewiesen und während des sechsmonatigen Behandlungszeitraums aufrechterhalten. Nach der sechsmonatigen Behandlung betrug die mittlere Verbesserung des FEV1 vor der morgendlichen Dosis (Tiefstwert) gegenüber Placebo 128 ml (95% KI = 85-170; p<0,0001).

Ähnliche Beobachtungen wurden bei Eklira Genuair auch in der dreimonatigen Studie festgehalten.

Krankheitsspezifischer Gesundheitszustand und symptomatische Verbesserung

In der sechsmonatigen Studie wurde für Eklira Genuair eine signifikante Verbesserung der Dyspnoe im Vergleich zum Grundwert (gemessen anhand des Transitional Dyspnoea Index [TDI]) festgestellt, mit einem Unterschied gegenüber Placebo von 1,0 Einheiten (klinisch signifikant, p<0,001). Der Anteil der Patienten, die einen fokalen TDI-Score von ≥1,0 erreichten, lag bei 56,9% mit Eklira Genuair im Vergleich zu 45,5% mit Placebo (p=0,004).

Eklira Genuair verbesserte ausserdem die gesundheitsbezogene Lebensqualität (bei Messung mit Hilfe des St. George's Respiratory Questionnaire [SGRQ]). Nach 6 Monaten Behandlung war im Vergleich zu Placebo eine Verbesserung von 4,6 Einheiten feststellbar (p<0,0001) (ein klinisch bedeutsamer Mindestunterschied entspricht 4 Einheiten). Der Anteil der Patienten, die eine SGRQ-Änderung um mindestens -4 Einheiten erreichten, lag bei 57,3% mit Eklira Genuair im Vergleich zu 41,0% mit Placebo (p<0,001).

Zweimal täglich mit Eklira Genuair 322 µg behandelte Patienten benötigten weniger Notfallmedikamente als Patienten, die mit Placebo behandelt wurden (eine Reduktion von 0,95 Einzeldosen pro Tag nach 6 Monaten [p=0,005]). Eklira Genuair führte auch zu einer Verbesserung der Tagessymptome von COPD (Dyspnoe, Husten und Auswurf) sowie der nächtlichen und der frühmorgendlichen Symptome.

Gepoolte Wirksamkeitsanalysen der 6- und 3-monatigen placebokontrollierten Studien zeigten eine statistisch signifikante Reduzierung der Rate an moderaten bis schweren Exazerbationen (die eine Behandlung mit Antibiotika oder Corticosteroiden oder eine Krankenhauseinweisung erforderten) mit Aclidinium 322 µg zweimal täglich gegenüber Placebo (Rate pro Patient pro Jahr: 0,31 vs. 0,44; p=0,0149).

Belastungstoleranz

In einer 3-wöchigen, randomisierten, placebokontrollierten, klinischen Crossover-Studie verbesserte Eklira Genuair die Ausdauerzeit bei Belastung im Vergleich zu Placebo statistisch signifikant um 58 Sekunden (95%iges KI = 9-108; p=0,021; Wert vor der Behandlung: 486 Sekunden). Eklira Genuair verringerte statistisch signifikant die Lungenüberblähung in Ruhe (funktionelle Residualkapazität [FRC] = 0,197 l [95%iges KI = 0,321, 0,072; p=0,002]; Residualvolumen [RV] = 0,238 l [95%iges KI = 0,396, 0,079; p=0,004]) und verbesserte auch die inspiratorische Kapazität morgens vor der Dosisverabreichung (um 0,078 l; 95%iges KI = 0,01, 0,145;p=0,025) und reduzierte die Dyspnoe bei Belastung (Borg-Skala) (um 0,63 Borg-Einheiten; 95%iges KI = 1,11, 0,14; p=0,012).

Pharmakokinetik

Resorption

Aclidiniumbromid wird über die Lunge rasch resorbiert und erreicht bei gesunden Probanden innerhalb von 5 Minuten nach der Inhalation den maximalen Plasmaspiegel und bei COPD-Patienten in der Regel innerhalb von 15 Minuten. Der Anteil der inhalierten Dosis, der als unverändertes Aclidinium in den Blutkreislauf gelangt, ist mit weniger als 5% gering.

Die Spitzenplasmakonzentrationen nach Inhalation einer Einzeldosis von 400 µg Aclidiniumbromid in Pulverform durch COPD-Patienten betrugen ca. 80 pg/ml. Steady-State-Plasmaspiegel wurden innerhalb von sieben Tagen mit zweimal täglicher Dosierung erreicht. Bei wiederholter Dosierung wurde im Steady State keine Akkumulation beobachtet.

Distribution

Die Deposition von über den Genuair-Inhalator inhaliertem Aclidiniumbromid in der Lunge beträgt durchschnittlich ca. 30% der abgemessenen Dosis.

Die in vitro festgestellte Plasmaproteinbindung von Aclidiniumbromid entspricht aufgrund seiner raschen Hydrolyse im Plasma höchstwahrscheinlich der Proteinbindung der entsprechenden Metaboliten; für den Carboxylsäure-Metaboliten betrug die Proteinbindung 87% und für den Alkohol-Metaboliten 15%. Das wichtigste Plasmaprotein, das Aclidiniumbromid bindet, ist Albumin.

Metabolismus

Aclidiniumbromid wird rasch und umfassend hydrolysiert und in die pharmakologisch unwirksamen Alkohol- und Carboxylsäure-Derivate aufgespalten. Die Hydrolyse erfolgt sowohl chemisch (nicht-enzymatisch) als auch enzymatisch durch Esterasen, wobei Butyrylcholinesterase die wichtigste menschliche Esterase für den Hydrolysevorgang ist. Nach der Inhalation sind die Plasmawerte des Säure-Metaboliten ca. 100-mal höher als diejenigen des Alkohol-Metaboliten und des unveränderten Arzneistoffs.

Infolge der polaren Eigenschaft des Stoffes (quartäre Ammoniumverbindung) wird eine minimale orale Resorption angenommen.

Die Biotransformation über CYP450-Enzyme spielt in der gesamten Clearance von Aclidiniumbromid eine untergeordnete Rolle.

In vitro-Studien legen nahe, dass Aclidiniumbromid in der Behandlungsdosis bzw. seine Metaboliten keines der CYP450-Enzyme hemmen oder anregen und auch keine Esterasen (Carboxylesterase, Acetylcholinesterase und Butyrylcholinesterase) hemmen. In vitro-Studien legen nahe, dass Aclidiniumbromid oder die Metaboliten von Aclidiniumbromid keine Substrate oder Inhibitoren von P-Glykoprotein sind.

Elimination

Die terminale Eliminationshalbwertszeit von Aclidiniumbromid beträgt ca. 2 bis 3 Stunden.

Nach der intravenösen Verabreichung von 400 µg radioaktiv markiertem Aclidiniumbromid an gesunde Probanden wurde ca. 1% der Dosis als unverändertes Aclidiniumbromid im Urin ausgeschieden. Bis zu 65% der Dosis wurden in Form von Metaboliten im Urin und bis zu 33% in Form von Metaboliten fäkal ausgeschieden.

Nach der Inhalation von 200 µg und 400 µg Aclidiniumbromid von gesunden Probanden bzw. COPD-Patienten war die Urinausscheidung von unverändertem Aclidiniumbromid mit ca. 0,1% der verabreichten Dosis sehr gering, was darauf hinweist, dass die renale Clearance bei der gesamten Clearance von Aclidinium aus dem Plasma eine untergeordnete Rolle spielt.

Linearität/Nicht-Linearität

Aclidiniumbromid wies im therapeutischen Bereich kinetische Linearität und ein zeitunabhängiges pharmakokinetisches Profil auf.

Pharmakokinetische/pharmakodynamische Zusammenhänge

Da Aclidiniumbromid vor allem lokal in den Lungen wirksam ist und schnell im Plasma abgebaut wird, besteht kein direkter Zusammenhang zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik.

Spezielle Patientengruppen

Ältere Patienten

Aclidiniumbromid scheint bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer COPD im Alter von 40-59 Jahren und ≥70 Jahren ähnliche pharmakokinetische Eigenschaften aufzuweisen. Es ist daher für ältere COPD-Patienten keine Anpassung der Dosis erforderlich.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Es wurden keine Studien an Patienten mit Leberfunktionsstörungen durchgeführt. Da Aclidiniumbromid hauptsächlich durch chemische und enzymatische Spaltung im Plasma abgebaut wird, ist es unwahrscheinlich, dass eine Störung der Leberfunktion die systemische Exposition verändert. Für COPD-Patienten mit gestörter Leberfunktion ist daher keine Anpassung der Dosis erforderlich.

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Es wurden keine signifikanten pharmakokinetischen Unterschiede zwischen Probanden mit normaler Nierenfunktion und Probanden mit gestörter Nierenfunktion beobachtet. Es ist daher für COPD-Patienten mit gestörter Nierenfunktion keine Anpassung der Dosis und keine zusätzliche Überwachung erforderlich.

Präklinische Daten

Nichtklinische Daten auf der Grundlage herkömmlicher Studien zur Sicherheitspharmakologie, zur Toxizität bei wiederholter Dosierung, zur Genotoxizität sowie zum karzinogenen Potenzial und der Reproduktions- und Entwicklungstoxizität weisen auf keine spezielle Gefahr für den Menschen hin.

Die in nichtklinischen Studien beobachteten Wirkungen in Bezug auf Herz-Kreislauf-Parameter (erhöhte Herzfrequenz bei Hunden), Reproduktionstoxizität (fetotoxische Wirkung) und Fruchtbarkeit (Abnahme der Empfängnisrate und der Anzahl Gelbkörper sowie Prä- und Postimplantationsverluste) traten nur bei Expositionen auf, die in ausreichendem Masse über die maximal indizierte Menge beim Menschen hinausgehen und daher für die klinische Anwendung kaum relevant sind.

Die bei nichtklinischen Toxizitätsstudien beobachtete geringe Toxizität ist teilweise auf die rasche Verstoffwechselung von Aclidiniumbromid im Plasma und auf die nicht signifikante pharmakologische Aktivität der Haupt-Metaboliten zurückzuführen. Die Sicherheitsmargen für die systemische Exposition beim Menschen über dem NOAEL-Wert (No Observed Adverse Effect Level) betrugen in diesen Studien bei zweimal täglich 400 µg das 17- bis 187-fache.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden. Das Produkt ist nach Öffnen des Beutels innerhalb von 90 Tagen aufzubrauchen.

Besondere Lagerungshinweise

Das Produkt ist für Kinder unzugänglich aufzubewahren.

Nicht über 30 °C lagern.

Der Genuair-Inhalator sollte bis zum Anbruch im Beutel aufbewahrt werden.

Eklira Genuair ist nicht zu verwenden, wenn die Packung beschädigt wurde oder Anzeichen von Manipulation aufweist.

Hinweise für die Handhabung

Eine detaillierte Bedienungsanleitung für Eklira Genuair liegt der Packung bei.

Zulassungsnummer

62590 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

AstraZeneca AG, 6301 Zug.

Stand der Information

Oktober 2014.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten und lesen Sie die Packungsbeilage auf unserer Produktseite.