Latanotim-vision Gtt Opht Fl 2.5 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Latanoprostum, Timololum (ut Timololi maleas).

Hilfsstoffe: Conserv.: Benzalkonii chloridum 0,2 mg/ml, Excipiens ad solutionem.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Augentropfen zu 50 µg Latanoprostum und 5,0 mg Timololum (entspricht 6,83 mg Timololi maleas) pro 1 ml. Ein Tropfen enthält etwa 1,5 µg Latanoprostum und 150 µg Timololum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur Senkung des Augeninnendruckes beim Weitwinkel-Glaukom und bei erhöhtem Augeninnendruck (okuläre Hypertension).

Dosierung/Anwendung

Anwendung bei Erwachsenen (einschliesslich ältere Patienten)

Einen Tropfen einmal täglich in das erkrankte Auge. LatanoTim-Vision sollte nur einmal täglich verabreicht werden, da durch eine häufigere Anwendung von Latanoprost die augendrucksenkende Wirkung vermindert wird. Falls eine Dosis vergessen wurde, kann die Behandlung mit der nächsten Dosis normal weitergeführt werden. Bei einer kombinierten Therapie mit anderen topischen Ophthalmologika sollten die Augentropfen jeweils mit einem Abstand von mindestens 5 Minuten verabreicht werden.

Kontaktlinsen sollten vor der Instillation der Augentropfen herausgenommen und erst 15 Minuten danach wieder eingesetzt werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Bei Verschluss des Tränenweges oder Schliessung des Augenlids für zwei Minuten wird die systemische Absorption verringert. Dies kann zu einer Reduktion von systemischen unerwünschten Wirkungen führen.

Anwendung bei Kindern

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern wurde nicht belegt.

Kontraindikationen

Bronchialasthma, anamnestisches Bronchialasthma oder schwere chronisch-obstruktive Lungenkrankheit.

Sinusbradykardie, Sick-Sinus-Syndrom, sinuatrialer Block, atrioventrikulärer Block 2. und 3. Grades der nicht mit einem Herzschrittmacher kontrolliert wird, manifeste Herzinsuffizienz, kardiogener Schock.

Überempfindlichkeit gegenüber einem der Wirkstoffe oder Hilfsstoffe (siehe «Zusammensetzung»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Systemische Wirkungen

Wie andere topisch applizierte Ophthalmologika wird LatanoTim-Vision (resp. werden die Wirkstoffe von LatanoTim-Vision) systemisch absorbiert. Wegen dem Betablocker Timolol können dieselben Nebenwirkungen auftreten wie mit systemischen Betablockern, einschliesslich einer Verschlechterung einer Prinzmetal-Angina, Verschlechterung schwerer peripherer und zentraler Zirkulationsstörungen, Bradykardie und Hypotension.

Wegen des negativen Effekts auf die Überleitgeschwindigkeit sollten Betablocker bei Patienten mit einem AV-Block ersten Grades nur mit Vorsicht verwendet werden.

Nach der Gabe von Timolol wurde über respiratorische und kardiale Reaktionen einschliesslich Tod infolge Bronchospasmus bei Patienten mit Asthma und, selten, Tod in Verbindung mit Herzversagen berichtet. Eine Herzinsuffizienz sollte vor Beginn der Behandlung mit LatanoTim-Vision in adäquater Weise unter Kontrolle gebracht werden.

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit schweren peripheren Kreislaufstörungen bzw. Erkrankungen (z.B. einer schweren Form von Raynaud's Syndrom).

Timolol maleate sollte bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) mit Vorsicht angewendet werden und nur wenn der Nutzen das Risiko überwiegt.

Vor grossen operativen Eingriffen sollte ein ausschleichendes Absetzen von beta-adrenerg blockierenden Substanzen in Betracht gezogen werden. Beta-adrenerg blockierende Substanzen können die Fähigkeit des Herzens beeinträchtigen, auf beta-adrenerge Reflexstimuli zu antworten, was das Risiko von Allgemeinanästhetika bei Operationen erhöhen kann. Es wurde über schwere Hypotonie während der Anästhesie und Schwierigkeiten, den Herzschlag wieder in Gang zu bringen oder aufrechtzuerhalten, berichtet. Während einer Operation kann der Effekt des Betablockers durch den Einsatz einer ausreichenden Dosis eines beta-adrenergen Agonisten aufgehoben werden.

Ophthalmologische Betablocker können die Wirkung von systemischen Beta-Agonisten wie Adrenalin blockieren. Der Anästhesiologe muss darüber informiert werden, wenn der Patient mit Timolol behandelt wird.

Beta-adrenerg blockierende Substanzen können den hypoglykämischen Effekt von Arzneimitteln zur Behandlung von Diabetes verstärken und die Zeichen und Symptome einer Hypoglykämie maskieren. Sie sollten nur mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit spontaner Hypoglykämie oder bei Diabetikern (speziell bei solchen mit labilem Diabetes), die Insulin oder orale blutzuckersenkende Arzneimittel erhalten.

Die Therapie mit Betablockern kann gewisse Symptome von Hyperthyreoidismus maskieren und ein abrupter Entzug der Therapie kann eine Verschlechterung der Symptome herbeiführen.

Selten wurde darüber berichtet, dass Timolol die Muskelschwäche bei einigen Patienten mit Myasthenia gravis oder myasthenischen Symptomen (z.B. Diplopie, Ptosis, generelle Schwäche) verstärken kann.

Anaphylaktische Reaktionen

Patienten mit Atopie oder schweren anaphylaktischen Reaktionen auf verschiedene Allergene in der Anamnese können unter Betablockern auf diese Allergene bei zufälliger, diagnostischer oder therapeutischer Reexposition überreagieren. Bei diesen Patienten kann die Behandlung anaphylaktischer Reaktionen mit den üblichen Dosierungen von Adrenalin unwirksam sein.

Begleitmedikation

Patienten, welche bereits peroral mit Betablockern behandelt werden und die zusätzlich LatanoTim-Vision erhalten, sollten auf eine mögliche additive Wirkung auf den Augeninnendruck oder bezüglich der bekannten systemischen Wirkungen der Betablockade beobachtet werden. Die Anwendung von zwei lokalen Betablockern oder zwei lokalen Prostaglandinen wird nicht empfohlen.

Okuläre Effekte

LatanoTim-Vision kann nach und nach den braunen Pigmentanteil der Iris erhöhen. Die Farbveränderungen sind auf einen erhöhten Melaningehalt in den stromalen Melanozyten der Iris zurückzuführen und nicht auf eine Erhöhung der Melanozytenzahl. Typischerweise verbreitet sich die braune Pigmentierung konzentrisch von der Pupille in Richtung Peripherie und die ganze Iris oder Teile davon werden brauner. Die Veränderung der Irisfarbe ist in den meisten Fällen gering und oft klinisch nicht feststellbar. Die Zunahme der Irispigmentierung in einem oder in beiden Augen wurde vorwiegend bei Patienten mit gemischt farbigen Irides, die bei Studienbeginn braun enthielten, beobachtet. Mehr als zwei Drittel dieser Patienten hatten eine Zunahme der Irispigmentierung. Naevi oder Epheliden der Iris wurden durch die Behandlung nicht verändert. In klinischen Studien wurde keine Pigmentansammlung im Trabekelmaschenwerk oder an anderer Stelle in der Vorderkammer beobachtet.

In einer klinischen Studie zur Untersuchung der Irispigmentierung über fünf Jahre gab es keinen Hinweis auf negative Folgen einer verstärkten Pigmentierung, auch dann nicht, wenn die Verabreichung von Latanoprost fortgeführt wurde. Diese Resultate stehen im Einklang mit der klinischen Post-Marketing Erfahrung seit 1996. Zudem war die Senkung des Augeninnendrucks bei den Patienten vergleichbar, unabhängig von einer verstärkten Irispigmentierung. Die Behandlung mit Latanoprost kann deshalb auch bei Patienten fortgeführt werden, bei denen eine verstärkte Irispigmentierung auftritt. Diese Patienten sollten regelmässig untersucht werden und die Behandlung soll je nach klinischer Situation abgebrochen werden.

Eine Zunahme der Irispigmentierung beginnt normalerweise innerhalb des ersten Behandlungsjahres, selten auch während dem zweiten oder dritten Jahr, wurde aber nach dem vierten Behandlungsjahr nicht beobachtet. Die Progressionsrate der Irispigmentierung nimmt mit der Zeit ab und ist nach fünf Jahren stabil. Die Effekte einer verstärkten Irispigmentierung über fünf Jahre hinaus wurden nicht untersucht. In klinischen Studien wurde keine weitere Zunahme der braunen Irispigmentierung nach Absetzen der Therapie beobachtet, aber die resultierende Farbveränderung kann permanent sein.

Im Zusammenhang mit einer Latanoprost-Behandlung wurde über eine Verdunkelung der Haut des Augenlids berichtet, welche reversibel sein kann.

Latanoprost kann schrittweise die Wimpern und Vellushaare des behandelten Auges verändern; die Veränderungen beinhalten eine Zunahme der Länge, der Dicke, der Pigmentierung und der Anzahl der Wimpern oder Haare sowie ein fehl gerichtetes Wachstum der Wimpern. Die Veränderungen der Wimpern sind reversibel nach Absetzen der Therapie.

Bei unilateraler Behandlung besteht die Möglichkeit einer Heterochromie.

Es liegen keine dokumentierten Erfahrungen mit LatanoTim-Vision vor beim entzündlich bedingten Glaukom, beim neovaskulären, beim Engwinkel- oder beim angeborenen Glaukom, bei pseudophaken Patienten mit Weitwinkelglaukom und beim Pigmentglaukom. Latanoprost hat keine oder nur eine geringe Wirkung auf die Pupille. Erfahrungen über den Einsatz von Latanoprost beim akuten Winkelblockglaukom fehlen jedoch bis jetzt. Bis mehr Erfahrungen vorliegen, sollte LatanoTim-Vision in diesen Situationen nur mit Vorsicht angewendet werden.

Makulaödeme, einschliesslich zystoider Makulaödeme, wurden während der Latanoprost-Behandlung beobachtet. Diese Beobachtungen wurden hauptsächlich bei aphaken Patienten, bei pseudophaken Patienten mit einer zerrissenen hinteren Linsenkapsel oder bei Patienten mit bekannten Risikofaktoren für Makulaödeme gemacht. LatanoTim-Vision sollte bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden.

Choroidalabhebungen nach fistulierenden Glaukomoperationen wurden bei Anwendung von okulären Hypotensiva beobachtet.

Ophthalmologische Betablocker können Trockenheit der Augen verursachen. Patienten mit Erkrankungen der Hornhaut sollen mit Vorsicht behandelt werden.

Bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Herpes-Keratitis sollte Latanoprost mit Vorsicht angewendet werden. Bei einer aktiven Herpes Simplex Keratitis und bei Patienten mit einer Vorgeschichte mit chronisch wiederkehrenden Herpes Simplex Keratitiden besonders in Verbindung mit Prostaglandin-Analogen sollte die Anwendung von Latanoprost vermieden werden.

Hinweis für Kontaktlinsenträger

LatanoTim-Vision enthält Benzalkoniumchlorid, welches von Kontaktlinsen absorbiert werden kann. Die Kontaktlinsen sollten vor der Instillation der Augentropfen herausgenommen werden und erst 15 Minuten danach wieder eingesetzt werden.

Interaktionen

Spezifische Interaktionsstudien mit LatanoTim-Vision wurden nicht durchgeführt.

Die Wirkung auf den intraokulären Druck sowie die bekannten Effekte einer systemischen Beta-Blockade können verstärkt werden, wenn LatanoTim-Vision bei Patienten angewendet wird, die bereits eine orale beta-adrenerg blockierende Substanz erhalten; die Anwendung von zwei oder mehreren topischen beta-adrenerg blockierenden Substanzen wird nicht empfohlen.

Es gibt Berichte über eine paradoxe Erhöhung des Augeninnendrucks nach gleichzeitiger Verabreichung von zwei Prostaglandin-Analoga. Deshalb wird die Anwendung von zwei oder mehreren Prostaglandinen, Prostaglandin-Analoga oder Prostaglandin-Derivaten nicht empfohlen. Additive Wirkungen sind möglich und es kann eine arterielle Hypotonie und/oder eine ausgeprägte Bradykardie auftreten, wenn Augentropfen, die Timolol enthalten, zusammen mit folgenden Substanzen verabreicht werden: orale Kalziumantagonisten, Mittel mit entleerender Wirkung auf die Katecholaminspeicher, Betablocker, Antiarrhythmika (einschliesslich Amiodaron und Quinidin), Guanethidin, Digitalisglykoside, Parasympathomimetika, Narkotika und MAO-Hemmer.

Obwohl LatanoTim-Vision alleine nur eine geringe oder gar keine Wirkung auf die Pupillenweite hat, ist bei gleichzeitiger Therapie von LatanoTim-Vision mit Adrenalin gelegentlich eine Mydriasis beobachtet worden.

Potenzierte systemische Beta-Blockaden mit z.B. verringerter Herzfrequenz und Depression, wurden bei gleichzeitiger Behandlung mit CYP2D6 Inhibitoren (z.B. Quinidin, Fluoxetin, Paroxetin) und Timolol beobachtet.

Betablocker können die hypoglykämische Wirkung von Antidiabetika verstärken (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Es sind weder kontrollierte Studien bei Tieren noch bei schwangeren Frauen verfügbar. Das Präparat kann während der Schwangerschaft potentiell gefährliche pharmakologische Effekte auf das Ungeborene oder Neugeborene haben. Deshalb soll LatanoTim-Vision während der Schwangerschaft nicht angewendet werden.

Timolol wurde in der Muttermilch nachgewiesen.

Latanoprost und dessen Metabolite können in die Muttermilch übergehen. Deswegen sollte LatanoTim-Vision von stillenden Frauen nicht verwendet werden oder sie sollten abstillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Die Instillation von Augentropfen kann zu vorübergehendem Verschwommensehen führen. Bis diese Beeinträchtigung abgeklungen ist, sollten die Patienten nicht fahren oder Maschinen bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden für LatanoTim-Vision oder einen der beiden Wirkstoffe beobachtet (sehr häufig [≥1/10], häufig [≥1/100 und <1/10], gelegentlich [≥1/1000 und <1/100], selten [≥1/10'000 und <1/1000], sehr selten [<1/10'000]):

LatanoTim-Vision

Unerwünschte Wirkungen, die in drei kontrollierten klinischen Studien der Phase III bei ≥1% der mit der Kombination Latanoprost/Timolol behandelten Patienten beobachtet wurden:

Infektionen

Häufig: nicht näher bezeichnete Infektion, Sinusitis, Infektion des oberen Respirationstraktes.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Diabetes mellitus, Hypercholesterolämie.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Depression.

Nervensystem

Häufig: Kopfschmerzen.

Augen

Sehr häufig: Augenirritationen wie Stechen, Brennen und Jucken (12%); Zunahme der Irispigmentierung (16–20%); Verdunkelung, Verdickung und Verlängerung der Wimpern (37%).

Häufig: Hyperämie des Auges, korneale Epithel-Störungen, Konjunktivitis, Blepharitis, Augenschmerzen, unspezifische Sehstörungen, Katarakt, konjunktivale Beschwerden, Refraktionsstörungen, Keratitis, Photophobie, Gesichtsfeldausfälle.

Gefässe

Häufig: arterielle Hypertonie.

Haut

Häufig: Hypertrichiosis, Hautausschläge, nicht näher spezifizierte Hautstörungen.

Muskelskelettsystem

Häufig: Arthritis.

Ausserdem wurden in klinischen Studien oder während der Post-Marketing Erfahrung folgende unerwünschte Wirkungen bei den einzelnen Wirkstoffen beobachtet und sind daher auch bei LatanoTim-Vision möglich (es werden nur Nebenwirkungen aufgeführt, die oben nicht bereits erwähnt sind):LatanoprostInfektionen

Unbekannt: Herpes-Keratitis

Nervensystem

Selten: Schwindel

Augen

Sehr häufig: Augenirritationen wie Brennen, Jucken, Stechen und Fremdkörpergefühl (19%), Zunahme der Anzahl, Pigmentierung, Dicke und Länge der Wimpern (54%).

Häufig: vorübergehende Hornhautstippung.

Gelegentlich: Lidödeme.

Selten: Makulaödeme/zystoide Makulaödeme, Iritis/Uveitis, Fehlstellungen der Wimpern, die zu Augenirritationen führen können, verschwommenes Sehen, Zunahme der Anzahl, Pigmentierung, Dicke und Länge der Vellushaare am Lid.

Unbekannt: Photophobie, periorbitale und Augenlid Veränderungen resultieren in einer Vertiefung der Augenlid-Falte.

Herz

Sehr selten: Verschlechterung einer Angina pectoris bei Patienten mit vorbestehender Erkrankung.

Atmungsorgane

Selten: Asthma, Verstärkung von Asthma, akute Asthma-Attacken, Dyspnoe.

Haut

Selten: Verdunkelung der Haut der Augenlider, lokalisierte Hautreaktionen auf den Augenlidern.

Muskelskelettsystem

Selten: Muskel-/Gelenkschmerzen.

Allgemeine Störungen

Sehr selten: Brustschmerzen.

TimololImmunsystemAnzeichen und Symptome allergischer Reaktionen einschliesslich Anaphylaxie, Angioödem, Urtikaria, Pruritus, lokalisiertes und generalisiertes Exanthem, systemischer Lupus erythematodes.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Anorexie, maskierte Symptome einer Hypoglykämie bei Diabetikern (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Psychiatrische Störungen

Verhaltensveränderungen und psychische Störungen einschliesslich Verwirrtheit, Halluzinationen, Angst, Desorientiertheit, Nervosität und Gedächtnisschwund, verminderte Libido, Schlaflosigkeit, Depression, Albträume.

Nervensystem

Schwindel, Zunahme der Zeichen und Symptome von Myasthenia gravis, Parästhesie, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen.

Augen

Zystoides Makulaödem, verminderte Hornhautempfindlichkeit, Zeichen und Symptome einer okularen Irritation (z.B. Brennen, Stechen, Jucken, Reissen, Rötung), Blepharitis, Keratitis, verschwommenes Sehen, trockene Augen, Hornhauterosionen.

Choroidalabhebungen nach fistulierenden Glaukomoperationen, Ptosis, Sehstörungen einschliesslich Refraktionsveränderungen, Diplopie.

Ohr und Innenohr

Tinnitus.

Herz

Arrhythmie, Bradykardie, atrioventrikulärer Block, kongestive Herzinsuffizienz, Herzstillstand, Herzinsuffizienz, Herzblock, Palpitationen, Verschlechterung einer Angina Pectoris, Synkopen, Lungenödem.

Gefässe

Claudicatio, kalte Hände und Füsse, Hypotonie, Raynaud Syndrom, zerebrale Ischämie, zerebrovaskulärer Insult.

Atmungsorgane

Bronchospasmus (vor allem bei Patienten mit vorbestehendem bronchospastischem Leiden), Husten, Dyspnoe, verstopfte Nase, Atemstillstand.

Gastrointestinale Störungen

Diarrhoe, Mundtrockenheit, Dyspepsie, Dysgeusie, Nausea, Erbrechen, Bauchschmerzen.

Haut

Alopezie, Pseudopemphigoid, Hautausschlag, psoriasisartiger Hautausschlag oder Verschlechterung einer Psoriasis.

Muskelsystem

Myalgie

Reproduktionssystem und Brust

Peyronie-Krankheit, Impotenz, sexuelle Dysfunktion.

Allgemeine Störungen

Asthenie/Müdigkeit, Brustschmerzen, Oedem, retroperitoneale Fibrose.

Überdosierung

Es liegen keine Daten über Überdosierungen mit LatanoTim-Vision beim Menschen vor. Eine Überdosierung mit LatanoTim-Vision sollte symptomatisch behandelt werden.

Informationen betreffend Überdosierung mit den einzelnen Komponenten:

Latanoprost

Ausser okulären Reizungen und Bindehauthyperämie sind keine weiteren Nebenwirkungen bei einer Überdosierung von Latanoprost bekannt.

Falls Latanoprost unbeabsichtigterweise getrunken wurde, könnte folgende Information von Nutzen sein: Eine Flasche enthält 125 µg Latanoprost. Mehr als 90% wird während der ersten Leberpassage metabolisiert. Eine intravenöse Infusion von 3 µg/kg bei gesunden Freiwilligen verursachte keine Symptome. Eine Dosis von 5,5–10 µg/kg verursachte jedoch Nausea, abdominale Schmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Hitzegefühl und Schwitzen. Diese Wirkungen waren von milder bis mässiger Schwere und verschwanden ohne Behandlung innerhalb von 4 Stunden nach Beendigung der Infusion. Bei Patienten mit mässigem Bronchialasthma verursachte Latanoprost keine Bronchokonstriktion, wenn es mit 7facher empfohlener Dosis topisch an den Augen verwendet wurde.

Timolol

Es gibt Berichte über unbeabsichtigte Überdosierung mit Timolol Augentropfen, welche zu systemischen Wirkungen führten, die ähnlich waren wie diejenigen, die bei einer systemischen Anwendung von beta-adrenerg blockierenden Substanzen gesehen werden, wie zum Beispiel Schwindel, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Bradykardie, Bronchospasmus und Herzstillstand.

Eine in vitro Studie zeigte, dass Timolol mittels Dialyse aus dem Plasma oder Blut entfernt werden kann. Eine Studie mit niereninsuffizienten Patienten zeigte jedoch, dass Timolol nicht gut dialysierbar ist.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: S01ED51

LatanoTim-Vision enthält die beiden Wirkstoffe Latanoprost und Timolol. Diese beiden Substanzen senken den Augeninnendruck (IOP) über unterschiedliche Wirkmechanismen. Die Kombination beider Substanzen bewirkt eine grössere Drucksenkung als jede Substanz einzeln verabreicht.

Latanoprost, ein Prostaglandin F-Analogon, ist ein selektiver prostanoider FP-Rezeptor-Agonist, der den Augeninnendruck durch Steigerung des Kammerwasserabflusses senkt. Studien bei Tieren und Menschen zeigten, dass der Hauptwirkmechanismus ein erhöhter uveoskleraler Abfluss ist. Beim Menschen wurde eine gewisse Steigerung des Kammerwasserabflusses auch durch einen verminderten trabekulären Abflusswiderstand beschrieben.

Klinische Studien haben gezeigt, dass Latanoprost die Kammerwasserproduktion nicht wesentlich beeinflusst. Während der topischen Behandlung kann eine milde bis mässige Hyperämie der Bindehaut und/oder der Episklera auftreten.

In Studien mit Affen hatte Latanoprost in klinischen Dosierungen keinen oder nur einen vernachlässigbaren Effekt auf die intraokulare Blutzirkulation. Latanoprost hat keinen Einfluss auf die Blut-Kammerwasser-Schranke. Mittels Fluoreszein-Angiographie konnte gezeigt werden, dass eine chronische Behandlung mit Latanoprost an Affenaugen, bei denen eine extrakapsuläre Linsenextraktion vorgenommen worden war, keinen Einfluss auf die Blutgefässe der Retina hatte.

Während einer Kurzzeitbehandlung hat Latanoprost beim Menschen keinen Fluoreszeinaustritt in das hintere Segment von pseudophaken Augen verursacht.In klinischen Dosierungen wurden keine signifikanten Wirkungen von Latanoprost auf das kardiovaskuläre oder respiratorische System gefunden.

Timolol ist ein nichtselektiver (beta-1 und beta-2) adrenerger Rezeptorblocker ohne signifikante intrinsische sympathomimetische, direkt myokardial dämpfende oder membranstabilisierende Wirkung. Timolol reduziert den Augeninnendruck, indem es die Kammerwasserproduktion im Ciliarepithel drosselt. Der Wirkmechanismus ist nicht genau bekannt, jedoch ist die Verhinderung einer erhöhten Syntheserate von zyklischem AMP durch endogene beta-adrenerge Stimulation wahrscheinlich. Timolol beeinflusst die Permeabilität der Blut-Kammerwasser-Schranke nicht signifikant. Bei Kaninchen hatte Timolol nach chronischer Behandlung keine Wirkung auf die Durchblutung in der Augenregion.

In zwei kontrollierten, doppelt maskierten, klinischen 6-Monatsstudien wurde die augeninnendrucksenkende Wirkung von der Kombination Latanoprost-Timolol mit Latanoprost-Monotherapie und mit Timolol-Monotherapie verglichen. Die drucksenkende Wirkung von der Kombination Latanoprost-Timolol auf den durchschnittlichen mittleren Augeninnendruck war um 1 bis 3 mmHg grösser als diejenige der Monotherapien. Nach 6 weiteren Monaten war dieser Effekt immer noch anhaltend.

Der Wirkungseintritt findet innerhalb einer Stunde statt und die maximale Wirkung wird zwischen 6 und 8 Stunden erreicht. Bei Langzeittherapie wird eine adäquate Augeninnendrucksenkung während 24 Stunden nach Applikation aufrecht erhalten.

Pharmakokinetik

Latanoprost

Absorption

Latanoprost ist eine Isopropylester-Vorstufe, die inaktiv ist. Nach der Hydrolyse zur Säure wird Latanoprost biologisch aktiv.

Die Vorstufe wird gut durch die Kornea absorbiert. Sämtliches ins Kammerwasser gelangende Latanoprost wird während der Hornhautpassage hydrolysiert und damit aktiviert.

Studien beim Menschen weisen darauf hin, dass die maximale Konzentration im Kammerwasser etwa zwei Stunden nach der topischen Verabreichung erreicht wird.

Nach topischer Verabreichung ist die systemische Bioverfügbarkeit etwa 45%.

Distribution

Nach einer topischen Applikation wird Latanoprost primär im vorderen Segment, in der Bindehaut und im Gewebe der Augenlider verteilt. Nur sehr kleine Mengen erreichen das hintere Segment (Untersuchungen bei Affen).

Die Plasmaproteinbindung der Säure von Latanoprost beträgt 87%. Das Verteilungsvolumen beträgt 0,16 l/kg.

Metabolismus

Latanoprost, eine Isopropylester-Vorstufe, wird in der Kornea zur biologisch aktiven Säure hydrolysiert. Die aktive Säure von Latanoprost, welche in die systemische Zirkulation gelangt, wird primär in der Leber durch Fettsäure-β-Oxidation zu 1,2-Dinor- und 1,2,3,4-Tetranor metabolisiert. Diese beiden Hauptmetaboliten zeigten in Tierstudien keine oder nur eine schwache biologische Aktivität auf.

Elimination

Die Säure von Latanoprost wird beim Menschen sowohl nach intravenöser als auch nach topischer Verabreichung schnell aus dem Plasma eliminiert. Die Halbwertszeit beträgt 17 Minuten, die systemische Clearance ca. 0,40 l/h × kg. Latanoprost wird primär im Urin (>80%) und zu 15% via Faeces ausgeschieden.

Timolol

Die maximale Konzentration von Timolol im Kammerwasser wird nach topischer Applikation nach etwa einer Stunde erreicht. Teile der Dosis werden systemisch absorbiert und die maximale Plasmakonzentration von 1 ng/ml wird nach 10–20 Minuten nach topischer Applikation von einem Tropfen pro Auge einmal täglich (300 µg/Tag) erreicht. Die Halbwertszeit von Timolol im Plasma beträgt 6 Stunden. Timolol wird hauptsächlich in der Leber abgebaut. Die Metaboliten werden zusammen mit unverändertem Timolol im Urin ausgeschieden.

LatanoTim-Vision

Im Vergleich zur Monotherapie werden 1 bis 4 Stunden nach Verabreichung von LatanoTim-Vision erhöhte Konzentrationen der Säure von Latanoprost im Kammerwasser gemessen (Cmax: + 100%).

Präklinische Daten

Das okuläre und das systemische Sicherheitsprofil der beiden Wirkstoffe ist gut dokumentiert. Am Kaninchen wurden nach topischer Anwendung sowohl der fixen Kombination als auch von Latanoprost- und Timolol-haltigen Augentropfen weder okuläre noch systemische Nebenwirkungen beobachtet. Studien zur Sicherheitspharmakologie, Genotoxizität und Karzinogenität mit jeder der Komponenten zeigten kein Risiko für den Menschen. Latanoprost hatte keine Auswirkungen auf die Wundheilung der Cornea am Kaninchenauge; Timolol hingegen, mehrmals täglich am Kaninchen- und Affenauge appliziert, hemmte diesen Prozess.

Latanoprost zeigte bei Ratten keinerlei Einfluss auf die männliche oder weibliche Fertilität und kein teratogenes Potential bei Ratten und Kaninchen. Embryotoxizitätsstudien an Ratten ergaben keine embryotoxischen Wirkungen von Latanoprost nach intravenöser Verabreichung von bis zu 250 µg/kg KG pro Tag. Dagegen zeigten sich am Kaninchen bei Dosierungen von 5 µg/kg KG pro Tag (etwa das 100fache der therapeutischen Dosis) und darüber embryotoxische Effekte, die durch ein vermehrtes Auftreten von späten Resorptionen und Aborten sowie durch verminderte Geburtsgewichte gekennzeichnet waren.

Reproduktions- und Fertilitätsstudien mit Timolol maleate in Ratten zeigten, dass nach Verabreichung von Dosen die der maximalen empfohlenen ophthalmologischen Dosis beim Menschen entsprachen und zu einer bis zu 21'000 fachen systemischen Exposition führten, keine unerwünschten Wirkungen auf die männliche oder weibliche Fertilität festgestellt werden konnte.

Bei Mäusen, Ratten und Kaninchen wurden keine teratogenen Wirkungen festgestellt.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Ungeöffnet kann LatanoTim-Vision bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP.» bezeichneten Datum verwendet werden.

Nach Öffnung der Tropfflasche darf LatanoTim-Vision nicht länger als 4 Wochen verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Die ungeöffnete Packung lichtgeschützt im Kühlschrank (2–8 °C) lagern. Nach Öffnung der Tropfflasche LatanoTim-Vision lichtgeschützt und nicht über 25° C aufbewahren.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

62696 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

OmniVision AG, 8212 Neuhausen.

Stand der Information

Juni 2012

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