Tetralysal 300 Kaps 28 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Lymecyclin.

Hilfsstoffe: Color.: E104, E127, E132; Excipiens pro capsula.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Kapseln: Lymecyclin 408 mg entsprechend 300 mg Tetracyclinbase.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Acne vulgaris.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

1 Kapsel Tetralysal 300 mg einmal täglich.

Therapiedauer: bis zu 12 Wochen.

Korrekte Art der Einnahme

Nach der Einnahme von Tetralysal 300 mg Kapseln soll genügend Flüssigkeit (1 Glas) getrunken werden.

Die Resorption von Tetracyclin wird durch die gleichzeitige Einnahme von Nahrung oder Milch nicht wesentlich beeinflusst.

Kontraindikationen

•Überempfindlichkeit gegen dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung

•Tetralysal 300 mg darf bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Tetracyclinen und bei schweren Nierenfunktionsstörungen nicht angewendet werden.

•Bei Kindern unter 8 Jahren wegen der Gefahr einer Ablagerung während der Zahnentwicklung und einer dadurch bedingten permanenten Zahnverfärbung und Zahnschmelzdefekten (Hypoplasie des Zahnschmelzes)

•Während der Behandlung mit oralen Retinoiden (siehe auch Kapitel «Interaktionen»)

•Schwangerschaft und Stillzeit.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vorsicht ist geboten, wenn Tetralysal 300 mg Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörung verabreicht wird.

Eine Überdosierung kann zu Hepatotoxizität führen.

Bei einigen Patienten wurde eine Photosensibilisierung unter Tetracyclintherapie beobachtet. Bei diesen Patienten entsteht nach Sonnen- oder Ultraviolettbestrahlung ein ausgeprägter Sonnenbrand. Patienten, die sich evtl. direkter Sonnen- oder UV-Bestrahlung aussetzen, sollten über diese Tetracyclin-Reaktion informiert werden. Die Behandlung ist bei den ersten Anzeichen einer Hautrötung abzubrechen.

Die Anwendung von verfallenen Tetracyclin-Präparaten kann zu renaler tubulärer Acidose (Pseudo-Fanconi-Syndrom) führen, welche nach Beendigung vollständig reversibel ist.

Die antianabole Wirkung der Tetracycline kann einen Anstieg des Serum-Harnstoff-Stickstoffs verursachen.

Interaktionen

Die Absorption von Tetracyclinen wird durch Aluminium-, Calcium- oder Magnesium-haltige Antazida sowie durch Eisen-haltige Präparate und durch Wismut-Salze beeinflusst. Falls Tetralysal 300 mg gleichzeitig mit einem entsprechenden Präparat eingenommen werden muss, sollte ein Zeitabstand von etwa 3 Stunden zwischen der Einnahme der Präparate eingehalten werden.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Tetracyclin und oralen Retinoiden besteht die Gefahr einer intracranialen Hypertension.

Da unter Tetracyclinen die Plasmaprothrombin-Aktivität gesenkt werden kann, muss bei antikoagulierten Patienten eine Dosisreduktion der Antikoagulantien in Betracht gezogen werden. Die Wirkung von oralen Antikoagulantien vom Cumarin-Typ kann durch Tetracycline verstärkt werden. Dadurch steigt das Risiko für Haemorrhagien.

Didanosin (ddI): Die Absorption von Tetracyclinen sinkt aufgrund einer Erhöhung des pH-Wertes im Magen, was durch den Zusatz von Antazida in ddI-Tabletten hervorgerufen wird.

Obwohl für Tetralysal 300 mg keine Fälle bekannt sind, ist zu beachten, dass von Einzelfällen berichtet wurde, bei denen bei gleichzeitiger Anwendung von oralen Kontrazeptiva und von Tetracyclinen oder Oxytetracyclin Schwangerschaften oder dysfunktionelle Blutungen beobachtet wurden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Das Arzneimittel ist bei schwangeren Frauen kontraindiziert (siehe Rubrik «Kontraindikationen»). Frauen im gebärfähigen Alter sollten, falls eine Behandlung notwendig ist, während der Behandlung und bis 1 Woche danach eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden (vgl. Rubrik «Interaktionen» im Abschnitt «Kontrazeptiva»).

Die Anwendung von Tetralysal 300 mg bei schwangeren Frauen wurde nicht untersucht.

Es bestehen indessen klare Hinweise für Risiken für den menschlichen Fötus.

Tierversuche zeigten, dass Tetracycline durch die Plazentaschranke diffundieren und im fötalen Gewebe nachzuweisen sind. Sie können den sich entwickelnden Fötus schädigen. Teilweise besteht ein Zusammenhang mit einer Verzögerung der Skelett-Entwicklung. Zeichen einer Embryotoxizität beobachtete man auch bei Tieren, die während der Frühtragzeit behandelt wurden.

Stillzeit

Tetracycline treten in die Muttermilch über. Tetracyclin erreicht in der Muttermilch 30–40% der mütterlichen Plasmakonzentration und gilt deshalb bei stillenden Müttern als kontraindiziert.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Ein Effekt auf die Fahrtüchtigkeit und/oder das Bedienen von Maschinen ist aufgrund möglicher Nebenwirkungen (Schwindel, Sehstörungen) nicht auszuschliessen.

Unerwünschte Wirkungen

In der placebo-kontrollierten Doppelblindstudie mit Tetralysal lag die Gesamtinzidenz der bei der Behandlung mit Tetralysal 300 mg aufgetretenen unerwünschten Ereignisse bei 15,3% und in der Placebogruppe bei 20,8%.

In den kontrollierten klinischen Doppelblindstudien mit Tetralysal 300 mg gegen Minocyclin 50 mg betrug die Gesamtinzidenz der Anzahl unerwünschter Ereignisse bei Tetralysal 300 mg 27,3% und bei Minocyclin 50 mg 29,4%.

Die untenstehenden Tabellen (A = unerwünschte Ereignisse in den kontrollierten klinischen Studien, B = unerwünschten Wirkungen nach der Markteinführung von Tetralysal) zeigen die unerwünschten Ereignisse mit entsprechender Häufigkeitsangabe.

Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100 und <1/10), gelegentlich (>1/1000 und <1/100), selten (>1/1000 und <1/10'000), sehr selten (<1/10'000).

A) Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden bei Patienten in den kontrollierten klinischen Studien unter Tetralysal 300 mg beobachtet:

Störungen des Immunsystems (Überempfindlichkeit)

Gelegentlich: Überempfindlichkeiten (Hauteruptionen).

Störungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Konvulsion, Asthenie und Ängstlichkeit.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Übelkeit und Abdomenschmerzen.

Gelegentlich: Erbrechen, Durchfall, Dyspepsie, Pharyngitis.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Dermatitis.

Muskelskelettsystem

Gelegentlich: Myalgien.

B) Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden bei Patienten unter Tetralysal-Therapie beobachtet:

Systemorganklasse gemäss MedDRA-System

Unerwünschte Reaktion bei Anwendung des Arzneimittels

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Neutropenie

Thrombocytopenie

Störungen des Immunsystems

Überempfindlichkeit

Urticaria

Angioneurotisches Ödem

Anaphylaktische Reaktion

Störungen des Nervensystems

Kopfschmerzen

Schwindel

Intrakranielle Hypertonie

Augenleiden

Sehstörungen

Gastrointestinale Störungen

Übelkeit

Abdomenschmerzen

Durchfall

Glossitis

Enterokolitis

Erbrechen

Epigastralgie (gastrointestinale Oberbauchschmerzen)

Funktionsstörungen der Leber und der Galle

Ikterus

Hepatitis

Erhöhte Transaminasen

Alkaline Phosphatase im Blut erhöht

Blut-Bilirubin erhöhte

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Erythematöse Ausschläge

Lichtempfindlichkeitsreaktionen

Pruritus

Stevens-Johnson-Syndrom

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Pyrexie

C) Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden bei Patienten unter einer Tetracyclin-Therapie beobachtet:

Bisher wurden unter Tetralysal 300 mg keine solchen Fälle beobachtet, mit dem Auftreten muss jedoch auch bei einer Tetralysalbehandlung gerechnet werden.

Systemorganklasse gemäss MedDRA-System

Unerwünschte Reaktion bei Anwendung des Arzneimittels

Infektionen und Infestationen

Candidiasis

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Hämolytische Anämie, Eosinophilie

Störungen des Immunsystems

Anaphylaktoide Purpura

Autoimmunerkrankung

Lupus erythematodes

(Exazerbation)

Funktionsstörungen des Herzens

Perikarditis

Gastrointestinale Störungen

Stomatitis

Dysphagie

Ösophagitis

Ulcus ösophagei

Pankreatitis

Zahnverfärbungen

Zahnhypoplasie

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Makulopapulöser Ausschlag

•Wenn das Präparat Kindern unter 8 Jahren verabreicht wird, können Zahnverfärbungen und/oder eine Hypoplasie des Zahnschmelzes auftreten.

•Es wurde bei Tetrazyklin-Behandlungen über extrarenale Azotämie in Verbindung mit antianabolischer Wirkung berichtet, welche durch den gleichzeitigen Einsatz von Diuretika verstärkt werden kann.

•Die Behandlung mit Tetralysal sollte abgebrochen werden, falls sich Anzeichen eines erhöhten intrakraniellen Druckes entwickeln sollten.

•Übermässiges Candida-Wachstum, das zu entzündlichen Veränderungen in der Anogenitalregion führen kann.

•Die Anwendung von Antibiotika kann gelegentlich zu Überwucherung von nicht-empfindlichen Keimen im Magen-Darm-Trakt führen (Mykosen, pseudomembranöse Colitis). Eine ständige Überwachung des Patienten ist unbedingt erforderlich. Falls resistente Keime auftreten, soll das Antibiotikum abgesetzt und eine angemessene Therapie eingeleitet werden.

•Durch Endotoxin-Bildung, die nach Auflösung von Bakterien möglich ist, kann es zu einer Herxheimer Reaktion kommen.

•Die Anwendung von verfallenen Tetracyclin-Präparaten kann zu renaler tubulärer Acidose (Pseudo-Franconi-Syndrom) führen, welche nach Beendigung der Behandlung vollständig reversibel ist.

Überdosierung

Es gibt keine spezielle Behandlung für eine akute Überdosierung. Allenfalls ist eine sofortige Magenentleerung in Betracht zu ziehen. Die weiteren Massnahmen richten sich nach den auftretenden Symptomen. Auf reichliche Flüssigkeitszufuhr sollte geachtet werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J01AA04

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Lymecyclin ist ein halbsynthetisches Tetracyclinderivat, welches eine wasserlösliche Kombination aus Tetracyclin, der Aminosäure Lysin und Formaldehyd ist. Lymecycline wird denn auch nach oraler Applikation im GI-Trakt vor der Resorption sehr schnell zu Tetracyclin, Lysin und Formaldehyd hydrolysiert. In der Folge kann dann in den biologischen Flüssigkeiten und Geweben nur Tetracyclin als wirksames Agens nachgewiesen werden. Lymecyclin ist ein gut wasserlösliches Pro-Drug von Tetracyclin.

Tetralysal 300 mg ist ein Arzneimittel zur systemischen antibiotischen Langzeitbehandlung der Acne vulgaris. Tetracyclin penetriert sehr gut in die Lipid-reichen Schichten der Dermis und inhibiert dort das Propionibacterium acnes.

Die Wirkung von Tetralysal 300 mg bei einer Akne vulgaris beruht also auf einer antibiotischen Hemmung der Propionibakterien in den Haarfollikeln und Talgdrüsen, denen eine wesentliche Bedeutung für die Entstehung der entzündlichen Akneeffloreszenzen zukommt.

Tetralysal 300 mg verhinderte durch Hemmung der Lipolyse die Bildung von freien Fettsäuren, die an der Komedonen-Bildung beteiligt sind. Die freien Fettsäuren wirken auf die Haut entzündungserregend und gewebsirritierend.

Empfindlichkeitsdaten von Akne verursachenden Bakterien

Keime

MHK 50

MHK 90

Propionibacterium acnes

<0,5 µg/ml

<1,0 µg/ml

Propionibacterium species

<0,5 µg/ml

<1,0 µg/ml

Pharmakokinetik

Absorption

Lymecyclin ist ein gut wasserlösliches Pro-Drug von Tetracyclin. Lymecycline wird nach oraler Applikation im GI-Trakt vor der Resorption sehr schnell zu Tetracyclin, Lysin und Formaldehyd hydrolysiert. In der Folge wird dann Tetracyclin resorbiert, welches dann in den biologischen Flüssigkeiten und Geweben als wirksames Agens nachgewiesen werden kann. Serumspitzenwerte werden innerhalb von 2–3 Stunden erreicht. Nach oraler Applikation von 300 mg werden Serumkonzentrationen von 2,2 µg/ml (single dose) resp. 2,8 µg/ml (steady state) erreicht.

Die Resorption von Tetracyclin wird durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme und durch Milchprodukte nicht signifikant beeinflusst. Tetracycline bilden schwerlösliche Chelate mit Ionen wie Aluminium, Calcium, Eisen und Magnesium, was zu einer Verminderung der Resorption führt.

Distribution

55–64% einer verabreichten Dosis werden an Serumproteine gebunden.

Die Verteilung im Organismus ist ausgedehnt, sowohl in den Geweben als auch in den Körperflüssigkeiten. Das apparente Verteilungsvolumen reicht von 1,3 bis 1,6 l/kg.

Tetracycline passieren die Plazenta und gehen in die Muttermilch über.

Metabolismus/Elimination

Tetracyclin wird hauptsächlich über den Urin und nur in geringen Masse über die Galle ausgeschieden. Bei normaler Nierenfunktion werden etwa 65% der verabreichten Dosis innerhalb von 48 Stunden eliminiert. Die Serumhalbwertszeit beträgt etwa 9–12 Stunden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei Niereninsuffizienz wird die Serumhalbwertszeit etwas verlängert (11–30 Stunden).

Präklinische Daten

Fertilität

Es gibt keine Untersuchungen zum Einfluss von Lymecyclin resp. Tetracyclin auf die Fertilität. Auch die jahrzehntelange klinische Erfahrung mit Tetralysal 300 mg hat keinen Effekt auf die Fertilität gezeigt.

Teratogenität/Peri- und postnatale Toxizität

Im Tierversuch konnte eine Embryotoxizität von Tetracyclinen beobachtet werden. Tetracyclin kann zu Störung des Knochenwachstums und zur Verfärbung der Zähne mit oder ohne Zahnschmelzdefekten (Hypoplasie des Zahnschmelzes) beim Fötus sowie Kindern bis zum 7 Altersjahr führen.

Mutagenität/Kanzerogenität

Lymecyclin resp. Tetracyclin wurde sowohl in vitro als auch in vivo bis zu toxischen Dosen über 2 Jahre getestet. In dieser Untersuchung wurde kein carzinogenes Potential festgestellt.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Harnzuckerreaktionen mit der Kupfersulfat-Methode (Benedict, Clinitest®) können während einer Tetracyclinbehandlung falsch positiv ausfallen. Tetracycline können auch falsch negative Resultate bei Urinzucker-Tests mit Glukose-Oxidase-Reagenzien (z.B. Clinistix®, Tes-Tape®) verursachen.

Tetracycline interferieren generell mit fluorometrischen Bestimmungen von Harn-Katecholaminen (falsche Erhöhung der Werte).

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «EXP:» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern.

Zulassungsnummer

56853 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Galderma Schweiz AG, 4622 Egerkingen/Schweiz

Stand der Information

Juni 2014

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