Sorbidilat Sr Kaps 40 Mg 100 Stk

Sorbidilat Sr Kaps 40 Mg 100 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Sorbidilat SR 20 mg und 40 mg Retardkapseln (Diffucap)

Wirkstoff: Isosorbidi dinitras

Hilfsstoffe: Color.: E127 (Erythrosinum), Excipiens pro capsula.

Sorbidilat SR 100 mg Retardkapseln (Diffucap)

Wirkstoff: Isosorbidi dinitras

Hilfsstoffe: Color.: E127 (Erythrosinum), E132 (Indigotinum), Excipiens pro capsula.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Sorbidilat SR Retardkapsel enthält 20 mg, 40 mg bzw. 100 mg Isosorbidi dinitras.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Anfallsprophylaxe bei Angina pectoris; Herzinsuffizienz bei oder nach Myokardinfarkt; Langzeittherapie der chronischen Koronarinsuffizienz.

Dosierung/Anwendung

Im Allgemeinen gelten folgende Dosierungsrichtlinien:

Initialdosierung: 1mal täglich 1-3 Retardkapseln zu 20 mg (20 mg-60 mg) bzw. 1mal täglich 1-2 Retardkapseln zu 40 mg (40 mg-80 mg).

Standarddosierung: 1mal täglich 1 Retardkapsel zu 100 mg.

Wenn nötig kann die Dosis auf 1mal täglich 2 Retardkapseln à 100 mg (200 mg) erhöht werden.

Sorbidilat SR sollte wenn möglich 1mal täglich oder 2mal täglich in relativ kurzem Intervall von maximal 6 Stunden dosiert werden.

Es ist zu beachten, dass schon bei 3mal täglicher Verabreichung von 40 mg Isosorbiddinitrat (ISDN) eine Toleranzentwicklung beobachtet wurde. Dies kann bei Einhalten eines therapiefreien Intervalls, d.h. mit 1mal täglicher Dosierung, vermieden werden.

Die Retardkapseln sind unzerkaut mit Wasser einzunehmen.

Kinder und Jugendliche

Sicherheit und Wirksamkeit von Sorbidilat wurden bei Patienten unter 18 Jahren nicht untersucht. Sorbidilat ist deshalb für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen.

Kontraindikationen

Sorbidilat sollte bei bekannter Überempfindlichkeit auf den Wirkstoff oder einen der Hilfsstoffe sowie bei ausgeprägt niedrigem Blutdruck, kardiogenem Schock oder Kreislaufkollaps nicht angewendet werden.

Während der Behandlung mit Sorbidilat ist die Einnahme von Phosphodiesterase-Typ-5-Hemmern wie z.B. Sildenafil (Viagra®), Tadalafil (Cialis®), Vardenafil (Levitra®) kontraindiziert (siehe unter «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vorsicht ist bei Patienten mit frischem Herzinfarkt geboten.

Aufgrund ihrer pharmakologischen Wirkung (Hemmung des Abbaus von cGMP) potenzieren Sildenafil (Viagra) und andere Phosphodiesterase-Typ-5-Hemmer den blutdrucksenkenden Effekt von Nitraten und anderen NO-Donatoren, was zu schwerwiegender, häufig therapieresistenter Hypotonie führen kann. Daher ist die Einnahme von Sildenafil (Viagra) und anderen Phosphodiesterase-Typ-5-Hemmern während der Behandlung mit Sorbidilat kontraindiziert.

Der Patient muss über diese potentiell lebensbedrohende Interaktion informiert werden.

Interaktionen

Bei gleichzeitiger Einnahme von Vasodilatantien, wie Nitroprussidnatrium, Phentolamin, Hydralazin oder von Antihypertensiva (Ca-Antagonisten, β-Blocker, Diuretika) kann sich die blutdrucksenkende Wirkung von Sorbidilat verstärken.

Gleichzeitiger Alkoholgenuss kann die Tendenz zur Hypotonie erhöhen und zu einer Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens führen.

Eine Kombination mit Dihydroergotamin ist zu vermeiden.

Eine Kombination mit anderen Kardiaka ist möglich.

Die blutdrucksenkende Wirkung von akut und chronisch applizierten Nitraten und anderen NO-Donatoren wird durch Sildenafil (Viagra) und andere Phosphodiesterase-Typ-5-Hemmer verstärkt. Daher ist die Einnahme von Sildenafil (Viagra) und anderen Phosphodiesterase-Typ-5-Hemmern während der Behandlung mit Sorbidilat kontraindiziert. Falls dennoch Sildenafil oder andere Phosphodiesterase-Typ-5-Hemmer eingenommen wurden, ist die Anwendung von Sorbidilat innerhalb von 24 h nach Einnahme von Phosphodiesterase-Typ-5-Hemmern wie z.B. Sildenafil (Viagra) kontraindiziert.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es sind weder kontrollierte Studien bei Tieren noch bei schwangeren Frauen verfügbar. Während der Schwangerschaft darf Sorbidilat nicht verabreicht werden, ausser dies ist eindeutig erforderlich.

Untersuchungen über einen möglichen Übertritt von Isosorbiddinitrat (ISDN) und seinen Metaboliten in die Muttermilch liegen nicht vor. Während der Anwendung von ISDN soll nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Sorbidilat kann einen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, haben. Dies gilt in verstärktem Masse bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung, Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

Unerwünschte Wirkungen

Störungen des Nervensystems

Sehr häufig können bei Behandlungsbeginn Kopfschmerzen («Nitratkopfschmerzen») auftreten, die erfahrungsgemäss meistens nach einigen Tagen bei weiterer Einnahme abklingen. Das Einschleichen mit Sorbidilat SR 20 mg kann Kopfschmerzen in vielen Fällen verhindern.

Funktionsstörungen des Herz-Kreislauf-Systems

Häufig werden bei der Erstanwendung, aber auch bei einer Dosiserhöhung, ein Abfall des Blutdrucks und/oder orthostatische Hypotension beobachtet, die mit einer reflektorischen Erhöhung der Pulsfrequenz, Benommenheit sowie einem Schwindel- und Schwächegefühl einhergehen können.

Gelegentlich kann mit einem starken Blutdruckabfall eine Verstärkung der Angina-pectoris-Symptomatik auftreten.

Gelegentlich werden Kollapszustände, häufig mit bradykarden Herzrhythmusstörungen und Synkopen beobachtet.

Gastrointestinale Beschwerden

Gelegentlich: Erbrechen, Übelkeit.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich können flüchtige Hautrötungen (Flush) und allergische Hautreaktionen vorkommen.

Sehr selten kann eine exfoliative Dermatitis auftreten.

Allgemeine Störungen

Eine Toleranzentwicklung sowie das Auftreten einer Kreuztoleranz gegenüber anderen Nitroverbindungen wurden beschrieben.

Zur Vermeidung einer Wirkungsabschwächung oder eines Wirkungsverlustes sollten hohe kontinuierliche Dosierungen vermieden werden.

Hinweis:

Bei der Gabe von Sorbidilat kann, bedingt durch eine relative Umverteilung des Blutflusses in hypoventilierte Alveolargebiete, eine vorübergehende Hypoxämie auftreten, und das Arzneimittel kann bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit eine Ischämie auslösen.

Überdosierung

Symptome

Bei Überdosierung kann es, wie bei allen anderen organischen Nitraten, zu orthostatischen Beschwerden, Tachykardie, Tachypnoe, Zyanose und reversibler Methämoglobinbildung kommen.

Subjektive Symptome sind Müdigkeit, Benommenheit und Schwindel.

Behandlung und Gegenmassnahmen

Bei plötzlichem Abfall des systolischen Blutdrucks auf weniger als 100 mm Hg sollte der Patient waagrecht gelagert werden.

Die Behandlung der Überdosierung erfolgt symptomatisch mit Magenaspiration und -spülung. Gegenmassnahmen sind vor allem auf die Anhebung des Blutdrucks zu richten. Sauerstoffzufuhr und ev. Herzglykoside bei schwerer Zyanose. Wenn erforderlich, Schockbekämpfung. Bei Methämoglobinämie: Methylenblau 1-2 mg/kg Körpergewicht als 1%ige Lösung langsam i.v.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C01DA08

ISDN (Isosorbiddinitrat) senkt den Tonus der glatten Muskulatur. Dadurch kommt es im Gefäss-System zu einer Vasodilatation, die im venösen Schenkel am stärksten ausgeprägt ist (venöses Pooling). Die Abnahme des linksventrikulären Füllungsdruckes reduziert die Vorlast (preload) des Herzmuskels. Durch eine relaxierende Wirkung auf die arteriellen Widerstandsgefässe wird auch die Nachlast (afterload) des Myokards vermindert.

ISDN bewirkt eine Abnahme des venösen Rückflusses, der enddiastolischen Ventrikelfüllung, der myokardialen Wandspannung und damit der Herzarbeit bzw. des Sauerstoffbedarfs.

Pharmakokinetik

Absorption und Distribution

Der Wirkstoff ISDN wird nach oraler Applikation vollständig resorbiert.

Die Bioverfügbarkeit beträgt nach oraler Verabreichung ca. 20%.

Metabolismus

Beim «first-pass-Effekt» wird das ISDN zu 2-Isosorbidmononitrat (IS-2-MN) (15-20%) und 5-Isosorbidmononitrat (IS-5-MN) (50-70%) biotransformiert, während ca. 10-30% als unverändertes ISDN bioverfügbar sind.

Die beiden Hauptmetaboliten sind, ähnlich wie die Muttersubstanz, hämodynamisch und antianginös wirksam.

Elimination

Die Plasmahalbwertszeit von ISDN beträgt ca. 30 Minuten, diejenige der beiden Hauptmetaboliten beträgt 2-3 Stunden (IS-2-MN) bzw. 4-5 Stunden (IS-5-MN).

Diese Metaboliten werden zum Teil mit dem Urin ausgeschieden oder zu hämodynamisch inaktiven Substanzen, wie Isosorbid und Glucuronid, weiter metabolisiert und dann ebenfalls über die Nieren ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

ISDN wird bei eingeschränkter Nierenfunktion und Leberschäden in seiner Kinetik nicht verändert.

Durch das Retardierungsprinzip (Diffucap) wird die Substanz je nach Wirkstoffmenge in unterschiedlich langen Zeiträumen freigesetzt, was den therapeutisch verschiedenen Bedürfnissen der Patienten entgegenkommt.

RetardkapselnWirkungseintrittWirkungsdauer
20 mg30-40 Minuten7-9 Stunden
40 mg30-40 Minuten*10-16 Stunden
100 mg20-40 Minuten*16-24 Stunden

* Gemessen an den Serumkonzentrationen des ISDN, dem IS-2-MN und dem IS-5-MN.

Präklinische Daten

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Eine Langzeituntersuchung an der Ratte ergab keinen Hinweis auf ein tumorerzeugendes Potential von Isosorbiddinitrat. Untersuchungen in mehreren Mutagenitätstests (in vitro und in vivo) verliefen negativ.

Reproduktionstoxizität

Aus Untersuchungen am Tier ergaben sich keine Hinweise auf eine teratogene Wirkung von Isosorbiddintrat.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Sorbidilat soll nach Ablauf des auf der Packung aufgedruckten Verfalldatums nicht mehr verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Sorbidilat SR Retardkapseln sind bei Raumtemperatur (15-25 °C) und für Kinder unerreichbar aufzubewahren.

Zulassungsnummer

36575 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Actavis Switzerland AG, 8105 Regensdorf.

Stand der Information

März 2013.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten und lesen Sie die Packungsbeilage auf unserer Produktseite.