Skinoren Creme Tb 30 G

Skinoren Creme Tb 30 G

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Acidum azelaicum.

Hilfsstoffe

Creme: Conserv.: Acid. benzoic. (E 210), Propylenglycolum, Excipiens ad unguent.

Gel: Conserv.: Acid. benzoic. (E 210), Propylenglycolum, Excipiens ad gel.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Creme: Azelainsäure 200 mg pro 1 g (20%).

Gel: Azelainsäure 150 mg pro 1 g (15%).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Creme: Topische Behandlung der Acne vulgaris.

Gel: Topische Behandlung der leichten bis mittelschweren Acne vulgaris.

Dosierung/Anwendung

Kutane Anwendung

Vor der Anwendung von Skinoren ist die Haut sorgfältig mit klarem Wasser, gegebenenfalls mit einem milden Reinigungsmittel, zu säubern und abzutrocknen.

Im Allgemeinen ist Skinoren 2-mal täglich (morgens und abends) auf die erkrankten Hautbezirke aufzutragen und gründlich in die Haut einzureiben. Ca. 0,5 g = 2,5 cm reichen für die gesamte Gesichtsfläche aus.

Auf eine regelmässige Anwendung von Skinoren über den gesamten Behandlungszeitraum ist unbedingt zu achten. Für Skinoren Creme liegen klinische Erfahrungen für eine kontinuierliche Anwendung bis zur Dauer von einem Jahr vor.

Bei länger anhaltenden, ausgeprägten irritativen Hautreaktionen (siehe «Unerwünschte Wirkungen»), ist die anzuwendende Menge zu verringern oder die Anwendungshäufigkeit bis zum Abklingen der Reizsymptome auf 1-mal täglich zu reduzieren. Wenn nötig, ist die Behandlung vorübergehend während einiger Tage zu unterbrechen.

Die Anwendungsdauer von Skinoren kann individuell variieren und wird auch durch den Schweregrad der Akne bestimmt. Eine deutliche Besserung des Krankheitsbildes ist im Allgemeinen nach etwa 4 Wochen zu verzeichnen. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, sollte Skinoren jedoch über mehrere Monate regelmässig angewendet werden.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Für die Anwendung von Skinoren bei Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren ist keine Dosisanpassung erforderlich. Aufgrund des Fehlens von Daten zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit wird die Anwendung von Skinoren bei Kindern unter 12 Jahren nicht empfohlen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe der Creme bzw. des Gels.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Skinoren darf nur äusserlich angewendet werden.

Skinoren darf nicht in Kontakt mit den Augen, dem Mund oder anderen Schleimhäuten gebracht werden. Patienten sollten dementsprechend instruiert werden (siehe «Präklinische Daten»). Bei versehentlichem Kontakt sind Augen, Mund und/oder betroffene Schleimhäute sofort mit reichlich Wasser gründlich auszuspülen. Falls eine Reizung der Augen anhält, sollte der Patient/die Patientin einen Arzt konsultieren. Nach jeder Anwendung von Skinoren sollen die Hände gewaschen werden.

Benzoesäure kann leichte Reizungen an Augen, Mund und Schleimhäuten auslösen. Propylenglycol kann Hautreizungen hervorrufen (siehe «Präklinische Daten»).

Während der Marktüberwachung wurden Fälle von Verschlechterung von Asthma beobachtet.

Interaktionen

Es wurden keine Interaktionsstudien mit Skinoren und anderen Arzneimitteln durchgeführt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es sind keine Daten aus adäquaten und gut kontrollierten Studien zur topischen Anwendung von Azelainsäure bei schwangeren Frauen verfügbar.

Tierstudien ergaben Hinweise auf potentielle Auswirkungen auf die Schwangerschaft, embryonale/fötale Entwicklung, Entbindung oder die postnatale Entwicklung (siehe «Präklinische Daten»).

Bei der Anwendung während der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Azelainsäure über die Muttermilch ausgeschieden wird, jedoch zeigten in vitro Untersuchungen (Gleichgewichtsdialyse), dass ein Übergang in die Muttermilch möglich ist. Azelainsäure wird nicht in der Milch angereichert; weniger als 4% der topisch applizierten Dosis werden systemisch absorbiert. Daher ist nicht zu erwarten dass der Übergang von Azelainsäure in die Muttermilch zu einer signifikanten Veränderung des Basiswerts von Azelainsäure in der Milch führt, so dass die endogene Exposition nicht über physiologische Werte hinaus erhöht wird.

Jedoch ist Vorsicht geboten bei der Anwendung von Skinoren bei stillenden Frauen.

Säuglinge sollten nicht mit der mit Skinoren behandelten Haut oder Brust in Kontakt kommen.

Fertilität

Es sind keine Daten über den Einfluss von Skinoren auf die Fertilität beim Menschen verfügbar. Tierstudien zeigten keinen Einfluss auf die Fertilität bei männlichen und weiblichen Ratten (siehe «Präklinische Daten»).

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine diesbezüglichen Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

In klinischen Studien waren die am häufigsten aufgetretenen unerwünschten Wirkungen Brennen, Juckreiz, Schmerz und Erythem an der Applikationsstelle.

Die Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen, die in klinischen Studien auftraten und im Folgenden beschrieben werden, ist entsprechend der MedDRA-Konvention wie folgt definiert:

Sehr häufig ≥1/10.

Häufig ≥1/100 und <1/10.

Gelegentlich ≥1/1'000 und <1/100.

Selten ≥1/10'000 und <1/1'000.

Sehr selten <1/10'000 oder nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Skinoren Creme

Unerwünschte Wirkungen, die in klinischen Studien mit Skinoren Creme berichtet wurden und zusätzliche Berichte nach Markteinführung mit der Häufigkeit unbekannt:

Erkrankungen des Immunsystems

Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Häufigkeit unbekannt: Angioödem, Kontaktdermatitis, geschwollene Augen, geschwollenes Gesicht, Urtikaria (im Rahmen von Überempfindlichkeit)

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums

Häufigkeit unbekannt: Verschlechterung von Asthma

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Seborrhoe, Akne, Hautdepigmentierung.

Selten: Cheilitis.

Häufigkeit unbekannt: Hautausschlag.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: Brennen, Pruritus, Erythem.

Häufig: Exfoliation, Schmerzen, Trockenheit, Verfärbung, Reizung.

Gelegentlich: Parästhesie, Dermatitis, leichter Schmerz, Ödem.

Selten: Bläschen, Ekzem, Wärmegefühl, Ulkus.

Im Allgemeinen nehmen lokale Hautreizungen im Verlauf der Behandlung ab.

Skinoren Gel

Unerwünschte Wirkungen, die in klinischen Studien mit Skinoren Gel berichtet wurden und zusätzliche Berichte nach Markteinführung mit der Häufigkeit unbekannt:

Erkrankungen des Immunsystems

Häufigkeit unbekannt: Überempfindlichkeit, die mit einer oder mehreren der folgenden unerwünschten Wirkungen einhergehen kann: Angioödem, geschwollene Augen, geschwollenes Gesicht, Dyspnoe, Urtikaria.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums

Häufigkeit unbekannt: Verschlechterung von Asthma.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Kontaktdermatitis.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Sehr häufig: Brennen, Pruritus, Schmerzen.

Häufig: Hautausschlag, Trockenheit, Parästhesie.

Gelegentlich: Erythem, Exfoliation, Wärmegefühl, Verfärbung.

Häufigkeit unbekannt: Hautirritationen.

In klinischen Studien wurde nur über behandlungsabhängige Nebenwirkungen der Haut berichtet. In der Mehrzahl der Fälle waren die Symptome leicht oder mittelschwer; die Häufigkeit der Irritationen nahm im Verlauf der Behandlung schrittweise ab.

Kinder und Jugendliche

Skinoren Creme

In klinischen Studien, in die Jugendliche im Alter von 12-18 Jahren eingeschlossen wurden (454/1336; 34%), war die lokale Verträglichkeit von Skinoren Creme bei Jugendlichen ähnlich wie bei Erwachsenen.

Skinoren Gel

In 4 klinischen Studien der Phase II und II/III, in die Jugendliche im Alter von 12-17 Jahren eingeschlossen wurden (120/383; 31%), war die Häufigkeit unerwünschter Wirkungen ähnlich für die Altersgruppe 12-17 (40%), die Altersgruppe ≥18 (37%) und die Gesamtpopulation (38%). Dies traf auch für die Altersgruppe 12-20 zu (40%).

Überdosierung

Die Ergebnisse akuter Toxizitätsstudien deuten nicht darauf hin, dass bei einmaliger Anwendung einer Überdosis auf die Haut (grossflächige Anwendung unter resorptionsbegünstigenden Bedingungen) oder versehentlichem Schlucken mit einem Risiko einer akuten Vergiftung zu rechnen ist.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: D10AX03

Als Grundlage der therapeutischen Wirksamkeit von Skinoren bei Akne sind die antimikrobielle Eigenschaft von Azelainsäure sowie eine direkte Beeinflussung der follikulären Hyperkeratose anzunehmen.

Azelainsäure wirkt antibakteriell auf Propionibacterium acnes, dem in der Ätiopathogenese der Akne eine wesentliche Rolle zuzuordnen ist. Unter der Behandlung mit Skinoren ist eine signifikante Verringerung der Besiedelungsdichte mit Propionibacterium acnes und eine signifikante Reduktion des Anteils der freien Fettsäuren in den Hautoberflächenlipiden zu verzeichnen.

Azelainsäure hemmt die Proliferation kultivierter Keratinozyten (Hemmung der DNS-Synthese) und normalisiert den gestörten terminalen epidermalen Differenzierungsprozess bei Akne.

Im Kaninchen-Ohr-Modell beschleunigt Azelainsäure die Komedolyse von Tetradecan-induzierten Komedonen.

Pharmakokinetik

Penetration/Resorption

Azelainsäure penetriert nach dermaler Applikation von Skinoren in alle Schichten der menschlichen Haut. Die Penetration in geschädigte Haut erfolgt rascher als in intakte Haut. Nach einmaliger Applikation von 5 g Creme/Gel auf Gesicht, oberen Rücken und Brust - die typischen Regionen der Akne-Läsionen - wurden insgesamt 3,6% der applizierten Dosis perkutan resorbiert. Klinische Untersuchungen an Aknepatienten ergaben vergleichbare Resorptionsraten für Azelainsäure aus Skinoren Creme und Gel.

Distribution

Azelainsäure wird zu 43% an Plasmaproteine gebunden.

Elimination

Die über die Haut resorbierte Azelainsäure wird zum Teil in unveränderter Form mit dem Harn ausgeschieden. Der andere Teil wird über die β-Oxidation zu kürzerkettigen Dicarbonsäuren (C7-, C5-Carbonsäuren) abgebaut, die ebenfalls im Harn nachgewiesen wurden.

Präklinische Daten

Reproduktionstoxizität

Studien zur embryofetalen Entwicklung, in denen Ratten, Kaninchen und Cynomolgus-Affen während der Organogenese Azelainsäure oral verabreicht wurde, haben bei Dosen, die maternale Toxizität verursachten, eine Embryotoxizität gezeigt. Es wurde keine teratogene Wirkung beobachtet. Der embryofetale NOAEL betrug bei Ratten das 32‑fache, bei Kaninchen das 6,5‑fache und bei Affen das 19‑fache der MRHD auf Basis der Körperoberfläche.

In einer peri- und postnatalen Entwicklungsstudie an Ratten, in der Azelainsäure ab Tag 15 der Trächtigkeit bis einschliesslich Tag 21 post partum oral verabreicht wurde, zeigten sich bei oralen Dosen, die maternale Toxizität verursachten, leichte Störungen in der postnatalen Entwicklung der F1-Jungtiere und in der Fortpflanzungsfähigkeit der trächtigen F1-Weibchen. Der NOAEL betrug das 3‑fache der MRHD auf Basis der Körperoberfläche. In dieser Studie war jedoch der Fertilitätsindex in der F1-Generation im Vergleich zu unbehandelten Tieren unverändert (= 1.0 bei allen Dosen).

Tierexperimentelle Studien zur Fertilität ergaben keine Hinweise für entsprechende Risiken einer Behandlung mit Skinoren.

Genotoxizität und Karzinogenität

In vitro und in vivo Studien mit Azelainsäure zeigten keine mutagenen Effekte an Keim- und somatischen Zellen.

Es wurden keine konventionellen Langzeitstudien zur Kanzerogenität mit oral verabreichter Azelainsäure durchgeführt.

In einer 26‑wöchigen Studie zur dermalen Kanzerogenität an männlichen und weiblichen transgenen (Tg.AC) Mäusen erhöhten Skinoren Gel und die Trägersubstanz nach zweimal täglicher Anwendung bei männlichen Tieren die Anzahl der Papillome an der Applikationsstelle. Dieser Effekt wurde nach einmaliger Verabreichung weder bei männlichen noch bei weiblichen Mäusen beobachtet und ist möglicherweise mit der Applikation der Trägersubstanz assoziiert. Die klinische Relevanz dieser Ergebnisse für den Menschen ist unbekannt.

Lokale Verträglichkeit und kontakt-sensibilisierendes Potential

Die Applikation von Azelainsäure am Auge von Kaninchen und Affen ergab mässige bis schwere Reizungen; ein Kontakt von Skinoren mit den Augen sollte deshalb vermieden werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Skinoren Creme zeigt keine komedogenen Reaktionen auf dem Kaninchen-Ohr.

Tierexperimentelle Untersuchungen der lokalen Toleranz von Skinoren auf der Haut von Kaninchen ergaben leichte Unverträglichkeitsreaktionen.

Im Maximierungstest an Meerschweinchen zeigte Azelainsäure keine sensibilisierenden Eigenschaften.

Sonstige Hinweise

Nicht über 30 °C und ausserhalb der Reichweite von Kindern lagern.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Creme: Nach dem Öffnen ist die Creme 6 Monate lang haltbar.

Zulassungsnummer

50262, 55784 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Bayer (Schweiz) AG, Zürich.

Stand der Information

Juli 2016.

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