Fentanyl Spirig Hc Matrixpfl 25 Mcg/h 10 Stk

Fachinformationen

Untersteht dem Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe

Zusammensetzung

Wirkstoff: Fentanylum.

Hilfsstoffe

Dimeticonum – 350.

Dipropylenglycolum.

Hydroxypropylcellulosum.

Silicone adhesive.

Kontrollmembran: Ethylene/Vinylacetate copolymer.

Schutzfilm: Polyethylene terephtalate.

Excipiens ad praeparationem.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Transdermales therapeutisches System (Depotpflaster).

Fentanyl Spirig HC, Depotpflaster 12 µg/h: 1,38 mg Fentanyl pro System 4.2 cm².

Fentanyl Spirig HC, Depotpflaster 25 µg/h: 2,75 mg Fentanyl pro System 8.4 cm².

Fentanyl Spirig HC, Depotpflaster 50 µg/h: 5,5 mg Fentanyl pro System 16.8 cm².

Fentanyl Spirig HC, Depotpflaster 75 µg/h: 8,25 mg Fentanyl pro System 25.2 cm².

Fentanyl Spirig HC, Depotpflaster 100 µg/h: 11,0 mg Fentanyl pro System 33.6 cm².

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Fentanyl Spirig HC ist zur Behandlung starker prolongierter Schmerzen, welche eine kontinuierliche, über einen längeren Zeitraum dauernde Opioid-Verabreichung erfordern und bei welchen nicht-opioide Analgetika und schwache Opioide ungenügend wirken, indiziert bei Patienten ab 2 Jahren.

Dosierung/Anwendung

Wie bei allen Opioiden hängt die Sicherheit der Patienten, die dieses Produkt anwenden, davon ab, ob der Arzt diese gemäss der zugelassenen Anwendungsvorschrift verschreibt. Wie bei allen Opioiden soll die Festlegung der Dosis individuell erfolgen. Das wichtigste Kriterium in der Bestimmung der richtigen Dosis richtet sich danach, ob der Patient vorgängig bereits mit Opioiden behandelt worden ist oder nicht.

Die Fentanyl Spirig HC Depotpflaster-Dosis sollte aufgrund des klinischen Bildes individuell festgelegt und dann in regelmässigen Abständen überprüft werden.

Korrekte Art der Applikation

Fentanyl Spirig HC Depotpflaster sind auf einer flachen, gesunden, möglichst faltenfreien, nicht irritierten oder bestrahlten Hautstelle des Oberkörpers oder der Oberarme anzubringen. Bei kleinen Kindern sollte das Pflaster auf den Rücken geklebt werden, damit das Pflaster vom Kind nicht entfernt werden kann. Haare an der betreffenden Stelle (nicht behaarte Stellen sind vorzuziehen) müssen vorher geschnitten (nicht rasiert, um Hautirritationen vorzubeugen) werden. Vor dem Anbringen von Fentanyl Spirig HC Depotpflaster darf die betreffende Hautstelle, sofern dies notwendig ist, nur mit Wasser gereinigt werden. Seifen, Öle, Lotionen und andere Substanzen, welche die Haut reizen oder ihre Eigenschaften verändern könnten, sind zu vermeiden. Die Haut muss vollkommen trocken sein, bevor das System angebracht wird.

Entnehmen Sie das Pflaster erst unmittelbar vor dem Aufkleben aus dem Schutzbeutel. Überprüfen Sie das Depotpflaster vor der Anwendung. Depotpflaster, welche zerschnitten, geteilt oder in irgendeiner Weise beschädigt sind, sollen nicht verwendet werden. Das transdermale System muss mit der Handfläche ca. 30 Sekunden lang fest aufgedrückt werden, um eine gute Haftung vor allem entlang der Ränder zu gewährleisten. Die Deckfolie kann mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Fentanyl Spirig HC Depotpflaster kann während 72 h ununterbrochen getragen werden. Ein neues System muss nach Entfernen des alten Systems an einer anderen Hautstelle angebracht werden (Verringerung der lokalen Nebenwirkungsrate).

Alle Patienten müssen darauf aufmerksam gemacht werden, dass Kontakte der Pflasterstelle mit direkten äusseren Wärmequellen (Wärmewickel, elektrische Heizdecken, heizbare Wasserbetten, Hitzelampen, Solarien, Wärmeflaschen, ausgedehnte heisse Bäder, Sauna, heisse Whirlpool-Bäder usw.) unbedingt zu vermeiden sind. Das Pflaster sollte nicht intensiver Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden.

Bestimmen der Anfangsdosis

Die geeignete Anfangsdosis sollte auf dem aktuellen Opioid-Verbrauch des Patienten/der Patientin beruhen. Es wird empfohlen Fentanyl Spirig HC bei Patienten einzusetzen, welche eine Opioid-Toleranz aufweisen. Andere Faktoren, welche beachtet werden müssen sind: aktueller allgemeiner und medizinischer Zustand des Patienten/der Patientin einschliesslich Körpergrösse, Alter, Grad des Schwächezustandes sowie Ausmass der Opioid-Toleranz.

Opioid-naive Patienten

Erwachsene

Ersteinstellung

Die klinische Erfahrung mit Fentanyl Spirig HC bei opioid-naiven Patienten ist limitiert. Wird bei einem opioid-naiven Patienten eine Therapie mit Fentanyl Spirig HC als geeignet erachtet, wird empfohlen, diese Patienten mit niederen Dosen von schnell freisetzenden Opioiden (z.B. Morphin, Hydromorphon, Oxycodon, Tramadol und Codein) zu titrieren, um eine äquianalgetische Dosierung zu erhalten, die Fentanyl Spirig HC 25 µg/h entspricht. Die Patienten können dann auf Fentanyl Spirig HC 25 µg/h umgestellt werden. Anschliessend kann die Dosis wenn nötig in Schritten von 12 oder 25 µg/h nach oben oder unten titriert werden, um je nach Wirkung und abhängig vom Bedarf zusätzlicher Schmerzmittel, die tiefste geeignete Dosis zu erzielen (siehe «Umrechnung der aequianalgetischen Potenz»). Siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen: Opioid-naive Patienten und Patienten, die nicht opioid-tolerant sind».

Opioid-tolerante Patienten

Erwachsene

Um opioid-tolerante Patienten von oral oder parenteral verabreichten Opioiden auf Fentanyl Spirig HC umzustellen, soll gemäss unten stehenden Angaben («Umrechnung der aequianalgetischen Potenz») verfahren werden. Anschliessend kann die Dosis wenn nötig in Schritten von 12 oder 25 µg/h nach oben oder unten titriert werden, um je nach Wirkung und abhängig vom Bedarf zusätzlicher Schmerzmittel, die tiefste geeignete Dosis zu erzielen.

Umrechnung der aequianalgetischen Potenz

1. Berechnen Sie den analgetischen Bedarf der vorangegangenen 24 h.

2. Rechnen Sie diese Menge mit Hilfe von Tabelle 1 auf die äquianalgetische orale Morphindosis um. Für die analgetische Wirkung gelten alle intramuskulären und oralen Dosen auf dieser Tabelle als aequivalent zu 10 mg intramuskulärem Morphin.

3. Um die Dosisstärke von Fentanyl Spirig HC abzuleiten, die dem berechneten analgetischen Bedarf der vorangegangenen 24 h umgerechnet auf die aequianalgetische Morphindosis entspricht, verwenden Sie Tabelle 2 oder 3 wie folgt:

a) Tabelle 2 gilt für Erwachsene Patienten, welche auf eine andere Opioidtherapie wechseln oder von einer anderen Opioidtherapie umgestellt werden müssen (der Umrechnungsfaktor von oralem Morphin auf transdermales Fentanyl entspricht etwa 150:1).

b) Tabelle 3 gilt für Erwachsene Patienten mit einer stabilen und gut tolerierten Opioid-Therapie (der Umrechnungsfaktor von oralem Morphin auf transdermales Fentanyl entspricht etwa 100:1).

Tabelle 1: Umrechnung der äquianalgetischen Potenz

Name des WirkstoffesÄquianalgetische Dosis (mg)
Intramuskulär*oral
Morphin1030 (bei wiederholter Gabe)**
Hydromorphon1,57,5
Methadon1020
Oxycodon1530
Levorphanol24
Oxymorphon110 (rektal)
Diamorphin560
Pethidin75-
Codein130200
Buprenorphin0,40,8 (lingual)

* Die Werte beruhen auf Studien mit Einzeldosen, bei denen eine intramuskuläre Dosis jedes aufgeführten Medikaments mit Morphin verglichen wurde, um die relative Potenz zu bestimmen. Die oralen Dosen werden empfohlen, wenn ein Patient von einer parenteralen auf eine orale Behandlung umgestellt wird.

** Die orale/intramuskuläre Potenzangabe für Morphin beruht auf klinischen Erfahrungen bei Patienten mit chronischen Schmerzen.

Referenz: Nach Foley, K.M.: The treatment of cancer pain. NEJM 1985; 313 (2): 84-95.

Tabelle 2: Empfohlene Fentanyl Spirig HC Depotpflaster-Erstdosierung anhand der täglichen oralen Morphindosis*

Orales Morphin für 24 h(mg/Tag)Fentanyl Spirig HC Depotpflaster-Dosis (µg/h)
<135 (für Erwachsene)25
135-22450
225-31475
315-404100
405-494125
495-584150
585-674175
675-764200
765-854225
855-944250
945-1034275
1035-1124300

* In klinischen Studien wurden diese Bereiche einer täglichen oralen Morphindosis als Basis für die Umrechnung auf Fentanyl Spirig HC Depotpflaster verwendet.

Tabelle 3: Empfohlene Erstdosierung für Fentanyl Spirig HC basierend auf der täglichen oralen Morphindosis (für Patienten, mit einer stabilen und gut tolerierten Opioid-Therapie)

Orales Morphin für 24 h (mg/Tag)Fentanyl Spirig HC Depotpflaster-Dosis(µg/h)
<4412
45–8925
90–14950
150–20975
210-269100
270-329125
330–389150
390–449175
450–509200
510–569225
570–629250
630–689275
690–749300

Die Umrechnungstabellen 2 und 3 sollten nicht zur Konvertierung von Fentanyl Spirig HC Depotpflaster zu anderen Therapien verwendet werden, um eine Überschätzung der neuen analgetischen Dosis und die potentielle Überdosierung zu vermeiden.

Eine vorgängige Analgetika-Therapie sollte zum Zeitpunkt der ersten Applikation des transdermalen Systems bis zum Erreichen der analgetischen Wirksamkeit von Fentanyl Spirig HC langsam ausgeschlichen werden. Bei Ersteinstellung und Umstellung von anderen Analgetika kann der maximale analgetische Effekt erst nach ca. 24 Stunden beurteilt werden, da die Fentanyl-Spiegel im Blut langsam ansteigen.

Behandlung einer allfälligen Entzugssymptomatik

Treten nach Umstellen von einem anderen hochpotenten Opioid auf Fentanyl Spirig HC Depotpflaster Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Angstzustände und Gänsehaut auf, so wird empfohlen, dem Patienten unter sorgfältiger ärztlicher Kontrolle ein nicht retardiertes Morphin-Präparat als Notfallmedikation zu geben, um eine mögliche Entzugssymptomatik zu kupieren.

Dosisfindung und Erhaltungstherapie

Fentanyl Spirig HC Depotpflaster 12 µg/h ist speziell für die Titration tiefer Dosierungen geeignet.

Das Fentanyl Spirig HC Depotpflaster ist alle 72 h zu ersetzen. Die Dosis muss individuell angepasst werden, bis das Gleichgewicht zwischen analgetischer Wirkung und Verträglichkeit erreicht ist. Ist die Analgesie nach dem Anbringen des ersten Systems ungenügend, kann die Dosis nach 3 Tagen erhöht werden. Danach kann die Dosis alle drei Tage angepasst werden. Zu Beginn der Therapie kann es vorkommen, dass einige Patienten während des dritten Tages keine ausreichende Analgesie erlangen, wenn das empfohlene Dosierungsintervall angewendet wird. Diese Patienten können davon profitieren, wenn das Depotpflaster bereits nach 48 Stunden gewechselt wird anstatt nach 72 Stunden. Wird die Applikationsdauer verkürzt, indem das Depotpflaster vor 72 Stunden ersetzt wird, kann dies zu höheren Fentanyl Serum-Konzentrationen führen (siehe «Pharmakokinetik»).

Die Titration erfolgt normalerweise in Schritten von 12 µg/h oder 25 µg/h, wobei allerdings der Bedarf nach zusätzlicher Analgesie (orales Morphin 45 mg/Tag entspricht Fentanyl Spirig HC Depotpflaster 12 µg/h, orales Morphin 90 mg/Tag entspricht Fentanyl Spirig HC Depotpflaster 25 µg/h) und der Schmerzstatus des Patienten gebührend zu berücksichtigen sind. Für Dosen von über 100 µg/h können mehrere Fentanyl Spirig HC Depotpflaster verwendet werden. Patienten benötigen von Zeit zu Zeit eine zusätzliche Dosis eines kurzwirksamen Analgetikums, um akute Schmerzen zu kupieren. Gewisse Patienten benötigen unter Umständen zusätzliche Opioide oder eine andere Verabreichungsart, wenn die Fentanyl Spirig HC Depotpflaster-Dosis 300 µg/h übersteigt.

Kinder ab 2 Jahren

Fentanyl Spirig HC sollte nur bei opioid-toleranten pädiatrischen Patienten (Alter 2 bis 16 Jahre) eingesetzt werden, wenn diese zuvor mit mindestens 30 mg oralem Morphinäquivalent pro Tag behandelt worden sind. Um pädiatrische Patienten von oralen oder parenteralen Opioiden auf Fentanyl Spirig HC umzustellen, soll gemäss Tabelle 1 («Umrechnung der aequianalgetischen Potenz») und Tabelle 4 («Empfohlene Fentanyl Spirig HC Depotpflaster-Dosis anhand der täglichen oralen Morphindosis») erfolgen.

Tabelle 4: Empfohlene Fentanyl Spirig HC Depotpflaster-Dosis anhand der täglichen oralen Morphindosis*

Orales Morphin für 24 h (mg/Tag)Fentanyl Spirig HC Depotpflaster-Dosis(µg/h)
30–4412
45–13425

* Die Umrechnung auf Fentanyl Spirig HC Depotpflaster-Dosen von mehr als 25 µg/h ist bei Kindern und Erwachsenen gleich (siehe Tabelle 2).

Spezielle Dosierungsanweisungen

Leberinsuffizienz, Niereninsuffizienz, Alter, Kinder (siehe Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Absetzen von Fentanyl Spirig HC Depotpflaster

Muss Fentanyl Spirig HC Depotpflaster abgesetzt werden, ist die Ersatzbehandlung mit anderen Opioiden in einer niedrigen Dosis aufzunehmen, die dann allmählich erhöht wird. Der Grund dafür besteht darin, dass die Fentanylspiegel nach dem Entfernen des Fentanyl Spirig HC Depotpflasters nur langsam absinken. Nach Entfernung des Pflasters sinken die Serum-Fentanylkonzentrationen graduell mit einer mittleren terminalen Halbwertszeit von 17 Stunden (Bereich 13–22) nach einer 24-stündigen Applikationsdauer und 20–25 Stunden nach einer 72-stündigen Applikationsdauer. Eine Opioidanalgesie sollte allgemein langsam abgesetzt werden, um Entzugssymptomen vorzubeugen.

Nach einer Umstellung, bei abruptem Abbruch der Therapie oder Dosisanpassung ist es möglich, dass bei gewissen Patienten Opioidentzugssymptome (siehe «Unerwünschte Wirkungen») auftreten können.

Kontraindikationen

Fentanyl Spirig HC Depotpflaster ist kontraindiziert bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit auf Fentanyl oder auf die im System enthaltenen Hilfsstoffe.

Fentanyl Spirig HC Depotpflaster darf nicht zur Behandlung von akuten oder postoperativen Schmerzen eingesetzt werden, da bei kurzdauernder Anwendung keine Gelegenheit zu einer Anpassung der Dosis besteht und eine schwere oder gar lebensgefährliche Hypoventilation/Atemdepression eintreten kann.

Behandlung von Schmerzen, welche mit nicht-Opioid-Analgetika oder kurzwirkenden Opiaten befriedigend behandelt werden können.

Verwendung von Dosen über 25 µg/h bei Patienten, welche nicht unter Opioidtherapie stehen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Fentanyl Spirig HC Depotpflaster sollte nur durch Ärzte mit Erfahrung in der Anwendung von potenten Opiaten in der Schmerzbehandlung verwendet werden.

Die Anwendung von Opioid-haltigen Arzneimitteln mit verzögerter Freisetzung, wozu auch Fenanyl-haltige Pflaster gehören, ist mit einem erhöhten Risiko verbunden. Die Gründe liegen in der relativ hohen Wirkstoffmenge der retardierten Formen, in der kleinen therapeutischen Breite des Wirkstoffes und den individuell unterschiedlichen, dosislimitierenden Konzentrationsgradienten zwischen den Pflastern und der Haut. Bei einem Wechsel zwischen verschiedenen Fentanyl-haltigen, transdermalen Systemen ist zur Sicherstellung der kontinuierlichen Schmerzstillung und Sicherheit eine zusätzliche ärztliche Überwachung der Patienten angeraten, d.h. eine klinische Beurteilung und allenfalls eine Dosisanpassung wie bei der Neueinstellung.

Patienten, bei denen schwere unerwünschte Wirkungen auftraten, müssen mindestens 24 Stunden, oder je nach klinischen Symptomen länger, nach dem Entfernen von Fentanyl Spirig HC Depotpflaster überwacht werden, da die Fentanyl-Serumkonzentrationen nur langsam sinken, die mittlere terminale Halbwertszeit beträgt nach einer 24-stündigen Applikationsdauer 17 Stunden (Bereich 13–22).

Andere gleichzeitig verabreichte zentral dämpfende Substanzen wie Opioide, Sedativa, Hypnotika, Narkotika, Phenothiazine, Tranquilizer, Muskelrelaxantien, sedierende Antihistaminika und alkoholische Getränke können zusätzlich dämpfende Wirkungen ausüben, was zu Hypoventilation, Hypotonie und starker Sedierung oder Koma führen kann. Deshalb ist bei Patienten, die gleichzeitig mit zentral wirkenden Medikamenten behandelt werden, Vorsicht geboten.

In sehr seltenen Fällen wurden im Zusammenhang mit Fentanyl Spirig HC schwere, lebensbedrohliche unerwünschte Wirkungen (Hypoventilation, Koma) gemeldet (siehe Rubrik «Überdosierung»).

Das Fentanyl Spirig HC Depotpflaster darf nicht halbiert, zerschnitten oder sonst wie beschädigt werden, da dies zu einer unkontrollierten Freisetzung von Fentanyl führen könnte.

Opioid-naive Patienten und Patienten, die nicht opioid-tolerant sind

Wenn Fentanyl Spirig HC als initiale Opioid-Therapie bei opioid-naiven Patienten verwendet wurde, wurde dessen Gebrauch in sehr seltenen Fällen mit schwerwiegender Atemdepression und/oder Tod in Verbindung gebracht.

Auch wenn für die Ersteinstellung von opioid-naiven Patienten die tiefste Fentanyl Spirig HC-Dosis verwendet wird, ist eine schwerwiegende oder lebensgefährliche Hypoventilation möglich. Es wird empfohlen, Fentanyl Spirig HC bei opioid-toleranten Patienten einzusetzen (siehe auch «Dosierung/Anwendung»).

Abhängigkeit und mögliches Missbrauchpotenzial

Wiederholte Anwendung von Opioiden kann zu einer Toleranzentwicklung sowie zu physischer und psychischer Abhängigkeit führen. Zur Frage der iatrogenen Abhängigkeit nach dem Gebrauch von Fentanyl Spirig HC Depotpflaster liegt noch ungenügend Erfahrung vor.

Fentanyl kann in ähnlicher Weise missbraucht werden wie andere Opioid-Agonisten. Missbrauch oder der beabsichtigte Falschgebrauch von Fentanyl Spirig HC kann zu einer Überdosierung und/oder zum Tode führen. Patienten, welche ein erhöhtes Risiko für Missbrauch haben, können dennoch mit Opioid-Formulierungen mit modifizierter Freisetzung behandelt werden. Diese Patienten müssen allerdings auf Anzeichen von Missbrauch, Falschgebrauch oder Abhängigkeit überwacht werden.

Atemdepression

Da Fentanyl Spirig HC Depotpflaster wie alle potenten Opioide bei manchen Patienten eine Atemdepression verursachen kann, müssen die Patienten sorgfältig auf solche Wirkungen überwacht werden. Eine Atemdepression kann auch weiter bestehen, nachdem das Fentanyl Spirig HC Depotpflaster entfernt worden ist. Die Inzidenz von Atemdepressionen nimmt mit steigender Fentanyl Spirig HC Depotpflaster-Dosis zu (vgl. auch «Überdosierung»). Zentral wirksame Medikamente können die Atemdepression verstärken (vgl. «Interaktionen»).

Chronische Lungenkrankheiten

Fentanyl Spirig HC Depotpflaster kann bei Patienten mit einer chronisch-obstruktiven oder anderen Lungenkrankheiten gehäuft schwere unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Bei solchen Patienten können die Opioide den Atemantrieb vermindern und den Widerstand der Atemwege erhöhen.

Erhöhter intrakranieller Druck

Fentanyl Spirig HC Depotpflaster darf bei Patienten, die möglicherweise besonders empfindlich auf intrakranielle Wirkungen einer CO2-Retention sind - z.B. Patienten mit erhöhtem intrakraniellem Druck, mit getrübtem Bewusstsein oder im Koma - nur unter grösster Vorsicht verwendet werden. Dies gilt ebenfalls für Patienten mit Hirntumoren.

Herzkrankheiten

Fentanyl kann eine Bradykardie verursachen und darf deshalb bei Patienten mit Bradyarrhythmien nur unter grösster Vorsicht verwendet werden.

Leberfunktionsstörungen

Da Fentanyl in der Leber zu inaktiven Metaboliten abgebaut wird, könnten Leberfunktionsstörungen seine Elimination verzögern. Wenn Patienten mit Leberfunktionsstörungen Fentanyl Spirig HC erhalten, sollten sie sorgfältig auf Zeichen einer Fentanyl-Toxizität überwacht werden; gegebenenfalls muss die Fentanyl Spirig HC Depotpflaster-Dosis reduziert werden (siehe «Pharmakokinetik»).

Nierenfunktionsstörungen

Daten bei niereninsuffizienten Patienten mit Fentanyl Spirig HC Depotpflaster liegen bisher keine vor.

Weniger als 10% des Fentanyls werden unverändert über die Nieren ausgeschieden, und im Gegensatz zu Morphin sind keine aktiven Metaboliten bekannt, die über die Nieren ausgeschieden werden. Wenn Patienten mit Niereninsuffizienz Fentanyl Spirig HC erhalten, sollten sie sorgfältig auf Zeichen einer Fentanyl-Toxizität überwacht werden; gegebenenfalls muss die Fentanyl Spirig HC Depotpflaster-Dosis reduziert werden (siehe «Pharmakokinetik»).

Fieber/äusserliche Wärmeeinflüsse

Gemäss einem pharmakokinetischen Modell könnten die Serumkonzentrationen von Fentanyl um ungefähr ein Drittel zunehmen, wenn die Hauttemperatur auf 40 °C ansteigt. Patienten mit Fieber müssen deshalb im Hinblick auf opioide Nebenwirkungen überwacht werden; gegebenenfalls muss die Fentanyl Spirig HC Depotpflaster-Dosis entsprechend angepasst werden. Es besteht die Möglichkeit von temperatur-abhängigen Erhöhungen der Fentanyl-Freigabe, was zu Überdosierung und Tod führen kann. Eine klinische Pharmakologie Studie bei gesunden Erwachsenen zeigte, dass die Anwendung von Wärme über einem Fentanyl-haltigen Pflaster die mittleren Fentanyl AUC Werte um 120% und die mittleren Cmax Werte um 61% erhöhte. Alle Patienten müssen darauf aufmerksam gemacht werden, dass Kontakte der Pflasterstelle mit direkten äusseren Wärmequellen (Wärmewickel, elektrische Heizdecken, heizbare Wasserbetten, Hitzelampen, Solarien, Wärmeflaschen, ausgedehnte heisse Bäder, Sauna, heisse Whirlpool-Bäder usw.) unbedingt zu vermeiden sind. Das Pflaster sollte nicht intensiver Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden.

Serotonin-Syndrom

Vorsicht ist geboten, wenn Fentanyl Spirig HC Depotpflaster gleichzeitig mit Arzneimitteln appliziert wird, die serotonerge Neurotransmittersysteme beeinflussen.

Bei gleichzeitiger Anwendung serotonerger Arzneimittel wie beispielsweise selektiver Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI) und von Arzneimitteln, die den Serotonin-Stoffwechsel beeinträchtigen (einschliesslich Monoaminoxidasehemmern [MAO-Hemmer]), kann sich, auch bei Anwendung der empfohlenen Dosis, ein potenziell lebensbedrohliches Serotonin-Syndrom entwickeln.

Ein Serotonin-Syndrom kann sich in Form von Veränderungen des Geisteszustands (z.B. Erregtheit, Halluzinationen, Koma), einer autonomen Instabilität (z.B. Tachykardie, Blutdruckschwankungen, Hyperthermie), neuromuskulären Anomalien (z.B. Hyperreflexie, Koordinationsschwäche, Steifheit) und/oder gastrointestinalen Symptomen (z.B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) äussern. Bei Verdacht auf Vorhandensein eines Serotonin-Syndroms muss die Behandlung mit Fentanyl Spirig HC Depotpflaster sofort abgesetzt werden.

Interaktionen mit anderen Arzneimitteln

Der gleichzeitige Gebrauch von Fentanyl Spirig HC mit Cytochrom P4503A4 Hemmern (z.B. Ritonavir, Ketoconazol, Itraconazol, Troleandomycin, Clarithromycin, Nelfinavir, Nefazodon, Verapamil, Diltiazem und Amiodaron) können in einer Erhöhung der Fentanyl-Plasma-Konzentration resultieren. Dies könnte die therapeutische Wirkung sowie auch die unerwünschten Wirkungen verstärken und verlängern, was zu einer schwerwiegenden Atemdepression führen könnte. In einer solchen Situation soll der Patient speziell überwacht und versorgt werden. Aus diesem Grund ist der gleichzeitige Gebrauch von transdermal appliziertem Fentanyl und CYP3A4 Hemmern nicht empfohlen, ausser bei engmaschiger Überwachung des Patienten. Speziell jene Patienten, die Fentanyl Spirig HC in Kombination mit CYP3A4 Hemmern erhalten, sollten auf Anzeichen einer Atemdepression überwacht und wenn nötig, die Dosis angepasst werden.

Versehentliche Exposition bei Pflaster Übertragung

Unbeabsichtigte Übertragung eines Fentanyl Spirig HC Depotpflasters auf die Haut eines Nicht-Pflaster-Trägers (insbesondere auf ein Kind) bei engem Körperkontakt wie z.B Schlafen im gleichen Bett kann zu einer Opioidüberdosierung führen. Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass das übertragene Pflaster sofort von der Haut des Nicht-Pflaster-Trägers entfernt werden muss, wenn eine versehentliche Pflaster-Übertragung erfolgt (siehe «Überdosierung»).

Magen-Darm-Trakt

Opioide erhöhen den Tonus und verringern die vorantreibenden Kontraktionen der glatten Muskulatur des Magen-Darm-Traktes. Die resultierende Verlängerung der Transitzeit im Magen-Darm-Trakt kann verantwortlich sein für die verstopfende Wirkung von Fentanyl. Patienten sollten über Massnahmen zur Verhinderung der Verstopfung beraten werden, und der Einsatz von prophylaktischen Abführmitteln sollte berücksichtigt werden.

Besondere Vorsicht ist bei Patienten mit chronischer Verstopfung geboten. Wenn eine Darmparalyse vorhanden ist oder vermutet wird, sollte die Behandlung mit Fentanyl Spirig HC Depotpflaster gestoppt werden.

Alterspatienten

Daten aus Studien mit intravenös verabreichtem Fentanyl lassen darauf schliessen, dass bei Alterspatienten die Clearance geringer und die Halbwertszeit verlängert sein kann; zudem können sie auf das Medikament empfindlicher reagieren als jüngere Patienten.

Wenn Alterspatienten Fentanyl Spirig HC erhalten, müssen sie sorgfältig auf Zeichen einer Fentanyl-Toxizität überwacht werden; gegebenenfalls muss die Fentanyl Spirig HC Depotpflaster-Dosis reduziert werden (siehe «Pharmakokinetik»).

Anwendung bei Kindern

Fentanyl Spirig HC Depotpflaster sollte nicht bei opiod-naiven pädiatrischen Patienten eingesetzt werden (siehe «Dosierung/Anwendung»). Eine schwere oder lebensbedrohende Hypoventilation kann unabhängig von der verabreichten Dosis von Fentanyl Spirig HC Depotpflaster auftreten. Die Anwendung von Fentanyl Spirig HC Depotpflaster bei Kindern unter 2 Jahren wurde nicht untersucht. Fentanyl Spirig HC Depotpflaster sollte nur bei opiod-toleranten pädiatrischen Patienten ab 2 Jahren eingesetzt werden (siehe «Dosierung/Anwendung»). Damit das Pflaster von kleinen Kindern nicht eigenständig entfernt und verschluckt werden kann, ist bei der Auswahl der Applikationsstelle Vorsicht geboten (siehe «Dosierung/Anwendung: Korrekte Art der Applikation»). Das Haften des Pflasters sollte daher sorgfältig überprüft werden.

Interaktionen

Mit Fentanyl Spirig HC Depotpflaster wurden keine Interaktionsstudien durchgeführt.

Andere gleichzeitig verabreichte zentral dämpfende Substanzen wie Opioide, Sedativa, Hypnotika, Narkotika, Phenothiazine, Tranquilizer, Muskelrelaxantien, sedierende Antihistaminika und alkoholische Getränke können zusätzlich dämpfende Wirkungen ausüben, was zu Hypoventilation, Hypotonie und starker Sedierung oder Koma führen kann. Deshalb ist bei der gleichzeitigen Anwendung von solchen Substanzen mit Fentanyl Spirig HC Depotpflaster eine spezielle Überwachung des Patienten erforderlich.

Fentanyl ist eine Substanz, die einer hohen Clearance unterliegt. Sie wird schnell und extensiv, hauptsächlich über das Cytochrom P 3A4 metabolisiert.

Der gleichzeitige Gebrauch von CYP3A4-Hemmern mit Fentanyl Spirig HC Depotpflaster kann zu einer Erhöhung des Plasmaspiegels von Fentanyl führen. Dies könnte die therapeutische Wirkung sowie auch die unerwünschten Wirkungen verstärken und verlängern, was zu einer schwerwiegenden Atemdepression führen könnte. In einer solchen Situation soll der Patient speziell überwacht und versorgt werden. Die gleichzeitige Gabe von CYP3A4 Hemmern und Fentanyl Spirig HC Depotpflaster wird nicht empfohlen, ausser bei engmaschiger Überwachung des Patienten (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Der gleichzeitige Gebrauch von CYP3A4-Induktoren wie z.B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenobarbital oder Phenytoin kann zu einer Reduktion des Fentanyl-Plasmaspiegels und darauffolgend der therapeutischen Wirkung führen. Eine Anpassung der Dosis kann in diesem Fall erforderlich sein.

Wird die Behandlung von CYP3A4-Induktoren beendet, nimmt mit sinkendem Plasmaspiegel der CYP3A4-Induktoren die Enzyminduktion langsam ab. In der Folge steigt der Fentanyl-Plasmaspiegel wieder an. Dies könnte die therapeutische Wirkung sowie auch die unerwünschten Wirkungen verstärken und verlängern, was zu einer schwerwiegenden Atemdepression führen könnte. In einer solchen Situation sollte der Patient speziell überwacht und versorgt werden.

Monoamino Oxidase Hemmer (MAO-Hemmer)

Fentanyl Spirig HC ist nicht empfohlen für den Gebrauch bei Patienten, welche gleichzeitig auf einen MAO-Hemmer angewiesen sind. Schwerwiegende und unvorhersehbare Interaktionen mit MAO-Hemmern wurden berichtet. Diese umfassten die Potenzierung der Opiat-Wirkung oder die Potenzierung des serotinergen Effektes.

Aus diesem Grund sollte Fentanyl Spirig HC nicht innerhalb der ersten 14 Tage nach Beendigung einer Behandlung mit MAO-Hemmern angewendet werden.

Serotonerge Substanzen

Gleichzeitige Anwendung von Fentanyl Spirig HC Depotpflaster und einer serotonergen Substanz wie beispielsweise einem selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) oder einem Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI) oder einem MAO-Hemmer kann das Risiko eines Serotonin-Syndroms, eines potenziell lebensbedrohlichen Zustandes, erhöhen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Zur Anwendung von Fentanyl bei Schwangeren liegen keine ausreichende Daten vor. In Tierstudien zeigte sich eine Reproduktionstoxizität. Das mögliche Risiko für den Menschen ist unbekannt, trotzdem wurde festgestellt, dass Fentanyl als i.v. Anästhetikum die menschliche Plazenta in der Frühschwangerschaft passiert. Bei Neugeborenen, deren Mütter Fentanyl Spirig HC während der Schwangerschaft chronisch verwendet hatten, wurde über Entzugssymptome berichtet. Deshalb sollte Fentanyl Spirig HC in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist unbedingt erforderlich.

Von der Anwendung während der Geburt wird abgeraten, Fentanyl Spirig HC sollte nicht zur Behandlung akuter oder postoperativer Schmerzen verwendet werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Weil Fentanyl die Plazenta passiert, könnte die Anwendung von Fentanyl Spirig HC während der Geburt eine Atemdepression beim Neugeborenen verursachen.

Nach Behandlung der Mutter während der Schwangerschaft können beim Neugeborenen Atemdepression sowie Entzugssymptome auftreten.

Fentanyl tritt in die Muttermilch über und kann Sedierung und/oder Atemdepression beim Säugling hervorrufen. Daher ist die Anwendung von Fentanyl Spirig HC bei stillenden Frauen nicht empfohlen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Fentanyl Spirig HC Depotpflaster beeinträchtigt wie andere starke Opioide die geistigen und/oder physischen Fähigkeiten, die zur Bewältigung eventuell gefährlicher Aufgaben (Lenken von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen) erforderlich sind.

Unerwünschte Wirkungen

Erwachsene

Die Sicherheit von Fentanyl-haltigen Pflastern wurde in 1854 Patienten untersucht, welche in 11 klinischen Studien doppelblind (Plazebo oder aktive Kontrolle) und/oder offen (keine Kontrolle oder aktive Kontrolle) zur Behandlung von chronischen Schmerzen oder chronischen Krebsschmerzen teilnahmen. Die Studienteilnehmer erhielten mindestens 1 Dosis des Fentanyl-haltigen Pflasters und wurden in die Sicherheitsdaten-Analyse aufgenommen. Basierend auf den gepoolten Sicherheitsdaten dieser klinischen Studien waren die am häufigsten gemeldeten unerwünschten Wirkungen (Inzidenz ≥10%): Übelkeit (35,7%), Erbrechen (23,2%), Obstipation (23,1%), Somnolenz (15,0%), Schwindel (13,1%) und Kopfschmerzen (11,8%).

Im Folgenden sind die unerwünschten Wirkungen (einschliesslich der oben erwähnten), welche im Zusammenhang mit der Anwendung von Fentanyl-haltigen Pflastern in klinischen Studien oder nach der Zulassung berichtet wurden, aufgeführt.

Die Häufigkeit ist wie folgt definiert: «Sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (<1/10, ≥1/100), «gelegentlich» (<1/100, ≥1/1000), «selten» (<1/1000, ≥1/10'000), «sehr selten» (<1/10'000) und «nicht bekannt» (genaue Häufigkeit kann nicht aufgrund der verfügbaren klinischen Daten geschätzt werden).

Immunsystem

Häufig: Überempfindlichkeit.

Nicht bekannt: Anaphylaktischer Schock, anaphylaktische Reaktion, anaphylaktoide Reaktion.

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Häufig: Anorexie.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Schlaflosigkeit, Depression, Angstzustände, Verwirrtheit, Halluzination.

Gelegentlich: Agitiertheit, Desorientierung, Euphorie.

Nervensystem

Sehr häufig: Somnolenz (15,0%), Schwindel (13,1%), Kopfschmerzen (11,8%).

Häufig: Tremor, Parästhesie.

Gelegentlich: Hypoästhesie, Krampfanfälle (einschliesslich klonische und Grand Mal Konvulsionen), Amnesie, verringerter Bewusstseinsgrad, Bewusstseinsverlust.

Augen

Gelegentlich: Verschwommenes Sehen.

Selten: Miosis.

Ohr und Innenohr

Häufig: Vertigo.

Herz

Häufig: Palpitationen, Tachykardie.

Gelegentlich: Bradykardie, Zyanose.

Gefässe

Häufig: Hypertonie.

Gelegentlich: Hypotonie.

Atmungsorgane

Häufig: Dyspnoe.

Gelegentlich: Atemdepression, Atemnot.

Selten: Apnoe, Hypoventilation.

Nicht bekannt: Bradypnoe.

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Übelkeit (35,7%), Erbrechen (23,2%), Obstipation (23,1%).

Häufig: Durchfall, Mundtrockenheit, Bauchschmerzen, Oberbauchschmerzen, Dyspepsie.

Gelegentlich: Ileus.

Selten: Subileus.

Haut

Häufig: Übermässiges Schwitzen, Pruritus, Hautausschlag, Erythem.

Gelegentlich: Ekzem, allergische Dermatitis, Hautfunktionsstörungen, Dermatitis, Kontaktdermatitis.

Muskelskelettsystem

Häufig: Muskelspasmen.

Gelegentlich: Muskelzucken.

Nieren und Harnwege

Häufig: Harnverhalten.

Reproduktionssystem und Brust

Gelegentlich: Erektile Dysfunktion, sexuelle Dysfunktion.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Fatigue, periphere Ödeme, Asthenie, Unwohlsein, Kältegefühl.

Gelegentlich: Reaktionen an der Applikationsstelle, grippeähnliche Symptome, Gefühl von Körpertemperaturschwankungen, Überempfindlichkeit an der Applikationsstelle, Entzugssymptome, Pyrexie.

Selten: Dermatitis an der Applikationsstelle, Ekzem an der Applikationsstelle.

Kinder

Bei Kindern und Jugendlichen entsprach das Nebenwirkungsprofil dem der Erwachsenen. Neben den bei der Opioidbehandlung von Schmerzen bei schwer kranken Kindern üblicherweise zu erwartenden Nebenwirkungen wurden keine weiteren Risiken bekannt. Bei bestimmungsgemässen Gebrauch bei Kindern ab 2 Jahren scheinen keine kinderspezifischen Risiken im Zusammenhang mit Fentanyl Spirig HC Depotpflaster aufzutreten. Sehr häufig wurde in den pädiatrischen Studien über Fieber, Erbrechen und Übelkeit berichtet.

Überdosierung

Symptome

Eine Überdosis Fentanyl äussert sich in einer Verstärkung seiner pharmakologischen Wirkungen, wobei eine Atemdepression am schwersten wiegt.

Behandlung

Einer Atemdepression ist entgegenzuwirken, indem sofort das Fentanyl Spirig HC Depotpflaster entfernt und der Patient physisch und verbal stimuliert wird. Danach kann ein spezifischer Opioid-Antagonist wie Naloxon verabreicht werden. Die Atemdepression nach einer Überdosis kann allerdings länger anhalten als die Wirkung des Opioid-Antagonisten. Die Abstände zwischen intravenös verabreichten Dosen des Antagonisten sind sorgfältig festzulegen, da die Gefahr einer «Remorphinisierung» nach Entfernen des Systems besteht; unter Umständen sind mehrere Gaben oder eine Infusion mit Naloxon erforderlich. Das Aufheben der narkotischen Wirkung kann akut einsetzende Schmerzen und eine Freisetzung von Katecholaminen zur Folge haben.

Wenn es die klinische Situation erfordert, müssen offene Atemwege sichergestellt werden, möglicherweise mit einem oropharyngealen oder endotrachealen Tubus; je nach Fall muss Sauerstoff verabreicht und die Beatmung assistiert oder kontrolliert werden. Wichtig sind eine adä­quate Körpertemperatur und Flüssigkeitsaufnahme. Kommt es zu einer schweren oder persistierenden Hypotonie, kann eine Hypovolämie dafür verantwortlich sein; dann muss diesem Zustand mit einer entsprechenden parenteralen Flüssigkeitszufuhr begegnet werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N02AB03

Fentanyl Spirig HC Depotpflaster ist ein transdermales therapeutisches System (TTS), das den Körper während 72 h ununterbrochen mit Fentanyl, einem potenten Opioid-Analgetikum, versorgt. Fentanyl Spirig HC Depotpflaster wirkt vorwiegend auf die µ-Rezeptoren.

Die 4.2, 8.4, 16.8, 25.2 und 33.6 cm² grossen Systeme geben 12, 25, 50, 75 und 100 µg/h Fentanyl an den Blutkreislauf ab, was ungefähr 0,3, 0,6, 1,2, 1,8 und 2,4 mg/Tag entspricht.

Die wichtigsten therapeutischen Effekte sind Analgesie und Sedierung. Die Serumkonzentrationen von Fentanyl, die bei opioidnaiven Patienten zu einem minimalen analgetischen Effekt führen, schwanken zwischen 0,3 und 1,5 ng/ml; bei Serumkonzentrationen von über 2 ng/ml nimmt die Häufigkeit von Nebenwirkungen zu.

Die Konzentration, bei der Opioid-induzierte Nebenwirkungen auftreten, steigt mit der Expositionsdauer des Patienten gegenüber Fentanyl. Die Neigung zur Toleranzentwicklung ist interindividuell stark unterschiedlich.

Pharmakokinetik

Absorption

Fentanyl Spirig HC Depotpflaster gewährleistet während 72 h eine kontinuierliche systemische Versorgung mit Fentanyl. Aus dem System wird eine relativ konstante Fentanyl-Menge freigesetzt, die durch die copolymere Membran (zu 50%) und die Diffusion durch die Hautschichten (zu 50%) bestimmt wird.

Nach dem ersten Anbringen von Fentanyl Spirig HC Depotpflaster steigen die Serumspiegel von Fentanyl konstant an, pendeln sich normalerweise nach 12 bis 24 h ein und bleiben dann während der restlichen Zeit bis zu 72 h mehr oder weniger konstant.

Die Fentanyl-Serumspiegel sind proportional zur Kontaktfläche des Fentanyl Spirig HC Depotpflaster. Nach wiederholten 72-stündigen Anwendungen wird ein Steady-State schon nach der zweiten Applikation erreicht, der in der Folge durch Anwendung von Systemen der gleichen Dosis erhalten bleibt.

Distribution

Die Plasma-Proteinbindung von Fentanyl beträgt ca. 84%. Das Verteilungsvolumen beträgt 6 l/kg (3-8 l/kg).

Fentanyl passiert die Blut-Hirn-Schranke.

Metabolismus

Fentanyl ist ein Arzneimittel mit hoher Clearance und wird schnell und extensiv in der Leber vorwiegend durch Cytochrom P3A4 metabolisiert. Der Hauptmetabolit Norfentanyl ist inaktiv. Es scheint, dass die Haut transdermal freigesetztes Fentanyl nicht metabolisiert. Dies wurde in einer Untersuchung mit menschlichen Keratinozyten-Zellen und in klinischen Studien festgestellt, in welchen 92% der Dosis, die aus dem System freigesetzt wurden als unverändertes Fentanyl in der systemischen Zirkulation erschien.

Elimination

Nach einer 24-stündigen Applikationsdauer fallen die Serum-Fentanylkonzentrationen nach Entfernen von Fentanyl transdermaler Systeme langsam ab mit einer Halbwertszeit von ca. 17 Stunden (Bereich 13-22). Nach 72-stündiger Applikationsdauer nehmen die Serum-Fentanylkonzentrationen mit einer mittleren Halbwertszeit von 20-27 Stunden ab. Die noch anhaltende Resorption von Fentanyl aus der Haut erklärt, weshalb das Medikament langsamer aus dem Serum verschwindet als nach einer intravenösen Infusion, bei der die Halbwertszeit 7 Stunden (Bereich 3-12 Stunden) beträgt.

Innerhalb von 72 Stunden nach einer intravenösen Fentanyl Gabe werden ungefähr 75% der Fentanyl-Dosis im Urin ausgeschieden, hauptsächlich in Form von Metaboliten; davon werden nur knapp 10% in unveränderter Form ausgeschieden. Ungefähr 9% der Dosis werden in den Fäzes ausgeschieden, vorwiegend in Form von Metaboliten. Die Clearance beträgt 46 l/h (27-75).

Kinetik in besonderen klinischen Situationen (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»)

Daten aus Studien mit intravenös verabreichtem Fentanyl lassen darauf schliessen, dass bei Alterspatienten die Clearance geringer und die Halbwertszeit verlängert sein kann; zudem können sie auf das Medikament empfindlicher reagieren als jüngere Patienten. In einer Studie mit einem Fentanyl-haltigen Pflaster bei gesunden, älteren Probanden unterschied sich deren Pharmakokinetik nicht signifikant von derjenigen bei gesunden jungen Probanden, obwohl die maximale Serumkonzentration tendentiell niedriger und die mittlere Halbwertszeit bis auf etwa 34 Stunden verlängert war.

Ältere Patienten sollten sorgfältig auf Zeichen einer Fentanyl-Toxizität überwacht werden; gegebenenfalls muss die Fentanyl Spirig HC-Dosis reduziert werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kinder

Fentanyl Spirig HC wurde bei Kindern unter 2 Jahren nicht untersucht. Studien bei älteren Kindern ergaben, dass die Clearance bei pädiatrischen Patienten, angepasst auf das Körpergewicht, etwa 20% höher war als bei Erwachsenen. Diese Ergebnisse wurden bei der Bestimmung der Dosierungsempfehlungen für pädiatrische Patienten berücksichtigt. Fentanyl Spirig HC sollte nur bei opioidtoleranten Kindern ab 2 Jahren oder älter verabreicht werden (siehe Dosierung/Anwendung» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Leberfunktionsstörungen

In einer Studie bei Patienten mit Leberzirrhose, wurde die Pharmakokinetik einer Einzeldosis eines Fentanyl-haltigen Pflasters 50 μg/h untersucht.

Obwohl tmax und t½ nicht verändert waren, waren die mittlere Plasma-Cmax und die AUC bei diesen Patienten um ca. 35% bzw. 73% erhöht.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen sollten sorgfältig auf Zeichen einer Fentanyl-Toxizität überwacht werden; gegebenenfalls muss die Fentanyl Spirig HC Depotpflaster-Dosis reduziert werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Daten aus einer Studie mit intravenös verabreichtem Fentanyl bei Patienten nach Nierentransplantation legen nahe, dass die Clearance von Fentanyl bei dieser Patientenpopulation reduziert sein kann. Wenn Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion Fentanyl Spirig HC erhalten, sollten sie sorgfältig auf Zeichen einer Fentanyl-Toxizität überwacht werden, gegebenenfalls muss die Fentanyl Spirig HC Depotpflaster-Dosis reduziert werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Präklinische Daten

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

In-vitro Untersuchungen bei Säugetierzellkulturen zeigten, dass Fentanyl, wie andere Opioid-Analgetika, mutagene Wirkungen hat, allerdings nur bei zytotoxischen Konzentrationen und zusammen mit metabolischer Aktivierung. Fentanyl ergab keine Hinweise auf Mutagenität, wenn es in In-vivo-Studien bei Nagetieren und bakteriellen Tests geprüft wurde. In einer zweijährigen Studie zur Karzinogenität bei Ratten wurde Fentanyl bei subkutanen Dosen von bis zu 33 μg/kg/Tag bei männlichen Tieren bzw. 100 μg/kg/Tag bei Weibchen nicht mit einer erhöhten Inzidenz von Tumoren in Verbindung gebracht. Dies entspricht 0,16- resp. 0,39-mal der humanen Tagesexposition berechnet auf das 100 μg/h Pflaster und basiert auf einem Vergleich der AUC0–24 h.

Reproduktionstoxizität

Versuche an weiblichen Ratten ergaben sowohl eine verminderte Fertilität als auch Embryomortalität; es ergaben sich jedoch keine Hinweise auf eine teratogene Wirkung.

Fentanyl geht in die Muttermilch über.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Um Inkompatibilitäten mit den Hafteigenschaften von Fentanyl Spirig HC Depotpflaster zu verhindern, dürfen keine Crèmes, Öle, Lotionen oder Puder auf der Hautstelle angewendet werden, wo das Pflaster appliziert werden soll.

Haltbarkeit

Fentanyl Spirig HC Depotpflaster dürfen nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Fentanyl Spirig HC Depotpflaster sollten im verschlossenen Beutel und in der Originalpackung bei Raumtemperatur (15-25 °C) aufbewahrt werden.

Fentanyl Spirig HC Depotpflaster darf vor und nach der Anwendung nicht in Reichweite von Kindern aufbewahrt bzw. entsorgt werden.

Hinweise für die Handhabung

Entsorgen der Pflaster

Nichtgebrauchte Systeme sind zur fachgerechten Entsorgung an die Abgabestelle (Arzt oder Apotheker) zurückzubringen. Gebrauchte Pflaster werden an der Klebefläche zusammengeklebt und können mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Nach dem Aufkleben bzw. dem Entfernen des Pflasters bitte die Hände waschen.

Zulassungsnummer

59132 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Spirig HealthCare AG, 4622 Egerkingen.

Stand der Information

März 2014.

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