Acicutan Kaps 25 Mg 30 Stk

Acicutan Kaps 25 Mg 30 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Acitretinum.

Hilfsstoffe: Excip. pro capsula.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Kapseln zu 10 mg Acitretinum.

Kapseln zu 25 mg Acitretinum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Schwere Verhornungsstörungen der Haut, wie Psoriasis erythrodermica;

lokalisierte oder generalisierte Psoriasis pustulosa;

Ichthyosis congenita;

Pityriasis rubra pilaris;

Morbus Darier;

andere schwere, sonst therapieresistente Verhornungsstörungen der Haut.

Dosierung/Anwendung

Da es bei Acitretin Unterschiede in der Absorption und der Metabolisierungsgeschwindigkeit gibt, muss die Dosis individuell angepasst werden. Die Kapseln sind vorzugsweise 1× täglich während einer Mahlzeit oder mit Milch einzunehmen. Die folgenden Regeln können als Wegleitung dienen.

Erwachsene

Mit einer initialen Tagesdosis von 25 mg (1 Kapsel zu 25 mg) oder 30 mg (3 Kapseln zu 10 mg), während 2–4 Wochen verabreicht, kann ein befriedigendes Behandlungsresultat erreicht werden.

Die Erhaltungsdosis muss aufgrund der klinischen Wirksamkeit und der Verträglichkeit festgelegt werden. Im Allgemeinen werden mit einer Tagesdosis von 25–50 mg, während weiterer 6–8 Wochen verabreicht, optimale therapeutische Ergebnisse erzielt.

In einigen Fällen kann es nötig werden, die Dosis bis auf maximal 75 mg/Tag (3 Kapseln zu 25 mg) zu erhöhen.

Bei Psoriasis wird die Therapie beendet, wenn sich die Läsionen in genügendem Masse zurückgebildet haben. Rezidive werden wie oben beschrieben behandelt.

Bei Verhornungsstörungen ist meist eine Erhaltungstherapie erforderlich, wobei die Dosis so niedrig wie möglich gehalten werden sollte. Sie kann weniger als 20 mg/Tag betragen, sollte aber nicht über 50 mg täglich liegen.

Kinder

Im Hinblick auf mögliche schwere Nebenwirkungen bei der Langzeittherapie ist das Risiko sorgfältig gegen den therapeutischen Nutzen abzuwägen. Acitretin sollte nur verwendet werden, wenn alle anderen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind.

Die Dosierung sollte aufgrund des Körpergewichts festgelegt werden. Die Tagesdosis beträgt zirka 0,5 mg/kg. Für eine begrenzte Dauer können in einzelnen Fällen höhere Dosen (bis zu 1 mg/kg/Tag) erforderlich sein. Die Maximaldosis von 35 mg/Tag sollte nicht überschritten werden. Die Erhaltungsdosis sollte wegen möglicher langfristiger Nebenwirkungen so niedrig wie möglich gehalten werden.

Kombinationsbehandlung

Bei Kombination mit anderen Behandlungsmethoden kann die Dosis von Acicutan entsprechend der individuellen Reaktion des Patienten reduziert werden.

Die üblichen Lokalbehandlungen können im Allgemeinen beibehalten werden und beeinträchtigen die Therapie mit Acicutan nicht.

Kontraindikationen

Acicutan ist stark teratogen und darf bei Frauen, die schwanger sind, keinesfalls angewendet werden. Dies gilt auch für Frauen, die schwanger werden könnten, wenn nicht 4 Wochen vor, während und 2 Jahre nach der Behandlung eine strenge Kontrazeption durchgeführt wird (siehe unten).

Gebärfähige Frauen dürfen kein Blut von Patienten erhalten, die mit Acicutan behandelt werden. Während und 1 Jahr lang nach Beendigung einer Therapie mit Acicutan darf deshalb kein Blut gespendet werden.

Acicutan ist kontraindiziert bei schwerer Leber- und Niereninsuffizienz sowie bei Patienten mit dauernd überhöhten Blutlipidwerten.

Da sowohl Acicutan als auch Tetrazykline intrakranielle Drucksteigerungen hervorrufen können, ist deren gleichzeitige Verabreichung kontraindiziert.

Über ein erhöhtes Hepatitisrisiko durch die Kombination von Methotrexat mit Etretinat wurde berichtet. Deshalb ist die Kombination von Methotrexat mit Acicutan kontraindiziert.

Wegen der Gefahr einer Hypervitaminose A ist die gleichzeitige Verabreichung von Acicutan und Vitamin A sowie anderen Retinoiden kontraindiziert.

Acicutan ist kontraindiziert bei Überempfindlichkeit gegen das Präparat selbst (Acitretin oder Hilfsstoffe) und gegen andere Retinoide.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Acicutan sollte nur von Ärzten verordnet werden, die über Erfahrung in der Anwendung von systemischen Retinoiden verfügen und das mit der Therapie mit Acitretin verbundene Risiko der Teratogenität kennen.

Während der Behandlung mit Acicutan dürfen Frauen im gebärfähigen Alter keinen Alkohol zu sich nehmen, da sich in der klinischen Praxis gezeigt hat, dass bei gleichzeitiger Einnahme von Acitretin und Alkohol Etretinat gebildet werden kann. Der Mechanismus dieses Stoffwechsels ist nicht geklärt, sodass auch andere Wechselwirkungen eine Rolle spielen können. Alkohol sollte bis 2 Monate nach Absetzen der Therapie mit Acitretin gemieden werden.

Depressionen und andere neuropsychiatrische Symptome wie aggressive Stimmungsänderungen, suizidale Gedanken und Suizidversuche wurden sehr selten bei Patienten beobachtet, die mit systemischen Retinoiden, aber auch mit Acicutan behandelt wurden. Da auch andere Faktoren zu diesen Symptomen beigetragen haben können, ist nicht sicher, ob diese tatsächlich in irgendeinem Zusammenhang zu Acicutan stehen. Patienten sollten aber darauf hingewiesen werden, dass bei Auftreten derartiger Symptome die Einnahme von Acicutan abgebrochen und der verschreibende Arzt sofort informiert werden sollte.

Sonnenexposition ist zu vermeiden.

Es muss betont werden, dass zum jetzigen Zeitpunkt nicht alle Konsequenzen einer lebenslangen Verabreichung von Acicutan bekannt sind.

Laborkontrollen

Kontrollen der Leberfunktion vor sowie alle 1–2 Wochen während der ersten 2 Monate nach Behandlungsbeginn mit Acicutan und dann im Abstand von 3 Monaten während der Therapie sind angezeigt. Beim Auftreten pathologischer Leberfunktionswerte sind die Kontrollen wöchentlich zu wiederholen. Tritt keine Normalisierung oder sogar eine Verschlechterung ein, so muss Acicutan abgesetzt werden. Es empfiehlt sich dabei, die Kontrollen der Leberfunktion mindestens 3 Monate lang weiterzuführen.

Die Kontrolle von Serumcholesterin und Serumtriglyzeriden (Nüchternwerte) ist angezeigt, insbesondere bei Risikopatienten (Lipidstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus, Übergewicht, Alkoholismus) und bei Langzeittherapien.

Bei Diabetikern können Retinoide die Glukosetoleranz sowohl verbessern als auch verschlechtern. Zu Beginn der Therapie sind deshalb vermehrte Blutzuckerkontrollen angezeigt.

Bei Erwachsenen, die unter einer Langzeitbehandlung mit Acicutan stehen, müssen wegen möglicher Knochenanomalien periodisch angemessene Untersuchungen durchgeführt werden (siehe unter «Unerwünschte Wirkungen»). Im Falle solcher Störungen muss die Fortsetzung der Behandlung aufgrund einer sorgfältigen Risiko-Nutzen-Analyse mit dem Patienten besprochen werden.

Bei Kindern müssen Wachstumsparameter und Knochenentwicklung sorgfältig überwacht werden.

Patienten sollten auf eine mögliche vorübergehende schlechtere Verträglichkeit von Kontaktlinsen hingewiesen werden.

Es wird empfohlen, dass während der Therapie sowie mindestens 1 Jahr nach Therapieende mit Acicutan keine Blutspenden erfolgen sollten (siehe «Kontraindikationen»).

Interaktionen

Die gleichzeitige Verabreichung von Vitamin A und anderen Retinoiden muss vermieden werden, da es sonst zu einer Hypervitaminose A kommen könnte.

Bei der Prüfung der Wirkung von Acitretin auf die Eiweissbindung von Antikoagulantien vom Cumarintyp (Warfarin) wurde keine gegenseitige Beeinflussung festgestellt.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Phenytoin muss berücksichtigt werden, dass Phenytoin durch Acicutan teilweise aus seiner Eiweissbindung verdrängt wird.

Methotrexat, Tetrazykline: siehe unter «Kontraindikationen».

In einer Studie mit gesunden Freiwilligen hat die gleichzeitige Einnahme einer Einzeldosis von Acitretin zusammen mit Alkohol zur Bildung von Etretinat geführt. Dies war auch bereits in vitro beobachtet worden.

In neueren Untersuchungen ist die Bildung von Etretinat auch bei einigen Patienten unter Acitretin beobachtet worden.

Bis dieses Phänomen vollständig aufgeklärt ist, muss das pharmakokinetische Verhalten von Etretinat berücksichtigt werden.

Deshalb müssen, da die Eliminationshalbwertszeit von Etretinat etwa 120 Tage beträgt, empfängnisverhütende Massnahmen für die Dauer von 2 Jahren nach Beendigung der Behandlung mit Acicutan durchgeführt werden (siehe Kapitel «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Weitere Interaktionen zwischen Acicutan und anderen Arzneimitteln (z.B. Digoxin, Cimetidin, orale kombinierte Kontrazeptiva) sind bisher nicht beobachtet worden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Acicutan ist stark teratogen. Seine Anwendung ist deshalb nicht nur bei Schwangeren und bei Frauen, die während der Behandlung und bis 2 Jahre nach deren Absetzen schwanger werden könnten, sondern bei allen gebärfähigen Frauen kontraindiziert. Die Gefahr, dass ein missgebildetes Kind entsteht, wenn Acicutan in irgendeiner Dosierung vor oder während der Schwangerschaft auch nur für kurze Zeit eingenommen wird, ist ausserordentlich hoch. Die Möglichkeit einer Missbildung besteht für jede Leibesfrucht.

Acicutan bleibt für jede Frau in gebärfähigem Alter so lange kontraindiziert, bis eine jede der folgenden Bedingungen erfüllt ist:

  1. Die Patientin leidet an einer schweren Verhornungsstörung, die gegen Standardtherapien resistent ist.
  2. Es ist darauf Verlass, dass sie die ärztlichen Anordnungen versteht und durchführt.
  3. Sie ist fähig, die zwingend vorgeschriebene Kontrazeption zuverlässig und regelmässig durchzuführen.
  4. Für jede gebärfähige Frau, die mit Acicutan behandelt wird, ist es unerlässlich, dass sie sich 4 Wochen vor, während und 2 Jahre lang nach der Behandlung einer wirksamen und dauernden Kontrazeption unterzieht.
  5. Die Therapie sollte erst am 2. oder 3. Tag der nächsten normalen Menstruation beginnen.
  6. Innerhalb zweier Wochen vor Therapiebeginn muss ein negativer Schwangerschaftstest vorliegen. (Auch während der Therapie wird die monatliche Durchführung von Schwangerschaftstests empfohlen.)
  7. Gebärfähige Patientinnen müssen vom Arzt vor Beginn der Behandlung mündlich und schriftlich ausführlich über die Gefahr schwerster Missbildungen, über die Vorsichtsmassnahmen und über das eingegangene Risiko sowie die eventuellen Konsequenzen einer Schwangerschaft, die während einer Behandlung mit Acicutan oder innerhalb von 2 Jahren nach deren Beendigung eintritt, informiert werden.
  8. Eine solche kontinuierliche und wirksame Kontrazeption muss auch im Falle von Nachbehandlungen, unabhängig von der behandlungsfreien Zeit, durchgeführt und auf 2 Jahre danach ausgedehnt werden.
  9. Sollte trotzdem während einer Behandlung mit Acicutan und im Laufe von 2 Jahren danach eine Schwangerschaft eintreten, so besteht ein grosses Risiko schwerster Missbildungen des Fetus (z.B. Exenzephalie).

Stillzeit

Acicutan darf stillenden Frauen nicht verabreicht werden.

Kontrazeptiva in Form von Progestagen-Monopräparaten (sog. «Minipillen») sollen wegen möglicher verminderter Wirksamkeit unter Retinoid-Therapie nicht angewendet werden.

Es ist nicht bekannt, ob bei väterlicher Exposition das in der Samenflüssigkeit enthaltene Acitretin auch ein teratogenes Potential in sich birgt.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Unter Therapie mit Acicutan ist eine Beeinträchtigung des Dämmerungssehens beobachtet worden. Die Patienten sollten auf diese mögliche Beeinträchtigung aufmerksam gemacht und darauf hingewiesen werden, vorsichtig zu sein, wenn sie nachts am Strassenverkehr teilnehmen oder Fahrzeuge lenken. Sehstörungen sollten sorgfältig überwacht werden (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Unerwünschte Wirkungen

Die meisten Nebenwirkungen von Acicutan sind dosisabhängig. Im Allgemeinen sind sie nach Absetzen der Behandlung mit Acicutan reversibel. Anfängliche Verschlimmerung der Psoriasissymptome zu Beginn einer Behandlung wurde beobachtet.

Häufig sind Symptome analog einer A-Hypervitaminose, das heisst Trockenheit von Haut und Schleimhäuten, trockene Lippen.

Störungen des Immunsystems

Unbekannt: Überempfindlichkeit (Angioödem/Urticaria).

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Während der Behandlung mit hohen Dosen von Acitretin trat ein reversibler Anstieg der Serumtriglyzerid- und Cholesterinwerte auf, insbesondere bei Risikopatienten (Lipidstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus, Adipositas, Alkoholismus). Ein assoziiertes atherogenes Risiko kann bei Fortbestehen der Störung nicht ausgeschlossen werden.

Störungen des Nervensystems

Gelegentlich: Kopfschmerzen.

Selten: Pseudotumor cerebri.

Patienten mit starken Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Sehstörungen sollten Acicutan unverzüglich absetzen und zur neurologischen Abklärung und Versorgung überwiesen werden.

Augenleiden

Gelegentlich: Xerophthalmie; Konjunktivitis was zu Unverträglichkeit von Kontaktlinsen führen kann; Verschwommensehen, vermindertes Nachtsehen.

Selten: Hornhautulcera.

Funktionsstörungen der Gefässe

Gelegentlich: Periphere Ödeme, Flush.

Gastrointestinale Störungen

Selten: Gastrointestinale Störungen, Pankreatitis.

Funktionsstörungen der Leber und der Galle

Vorübergehender, in der Regel reversibler Anstieg der Transaminasen und der alkalischen Phosphatasen.

Selten: Hepatitis, Ikterus.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Cheilitis, Mundwinkelrhagaden, Mundtrockenheit und Durst können vorkommen, ferner Verdünnung der Haut und Abschuppung am ganzen Körper, vor allem an Handflächen und Fusssohlen.

Anstieg der Häufigkeit von Vulvovaginitis durch Candida albicans während der Behandlung wurde beobachtet.

Häufig: Klebrige Haut, Dermatitis, Erytheme, Pruritus, vermehrter Haarausfall, Nagelbrüchigkeit, Paronychien.

Gelegentlich: Stomatitis, Gingivitis, Geschmacksstörungen, epidermale Nekrolyse, Epistaxis, Rhinitis, Pharyngitis (Heiserkeit), bullöse Eruptionen und Veränderung der Haarstruktur.

Selten: Erhöhte Lichtempfindlichkeit, Photosensibilitätsreaktionen.

Unbekannt: Ausfall der Wimpern und Augenbrauen (Madarosis), dünnerwerdende Haut.

Muskelskelettsystem

Gelegentlich: Muskel-, Gelenk- und Knochenschmerzen.

Die Erhaltungstherapie kann zur Progression einer vorbestehenden spinalen Hyperostose, zum Auftreten neuer hyperostotischer Läsionen, zu extraossären Verkalkungen und vorzeitigem Epiphysenschluss führen, wie man bei Patienten nach systemischer Langzeitbehandlung in hohen Dosen mit Retinoiden beobachtet hat.

Überdosierung

Die Symptome der Überdosierung entsprechen einer akuten A-Hypervitaminose, d.h. es kommt zu Kopfschmerzen und Schwindel.

Bei akuter Überdosierung muss Acicutan unverzüglich abgesetzt werden. Weitere spezielle Massnahmen erübrigen sich wegen der geringen akuten Toxizität des Präparates.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: D05BB02

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Acitretin, der Wirkstoff von Acicutan, ist ein synthetisches aromatisches Analogon der Retinsäure.

Klinische Prüfungen bestätigten, dass Acitretin bei Psoriasis und Verhornungsstörungen zu einer Normalisierung der Proliferations-, Differenzierungs- und Verhornungsvorgänge der Epidermiszellen führte, wobei die Nebenwirkungen im Allgemeinen erträglich waren.

Die Wirkung von Acicutan ist rein symptomatisch, ihr Mechanismus bisher weitgehend ungeklärt.

Pharmakokinetik

Absorption

Acitretin erreicht 1–4 Stunden nach Einnahme des Präparates seine maximale Konzentration im Plasma. Die Absorption von Acitretin bei oraler Verabreichung ist optimal, wenn das Arzneimittel mit Nahrung eingenommen wird.

Die Bioverfügbarkeit einer Einzeldosis beträgt etwa 60%, kann jedoch von Patient zu Patient erheblich schwanken (zwischen 36 und 95%).

Distribution

Acitretin ist stark lipophil und diffundiert in hohem Masse in die Körpergewebe. Die Proteinbindung von Acitretin liegt über 99%.

Im Tierversuch passierte Acitretin die Plazentaschranke in Mengen, die zu fötalen Fehlbildungen führen können.

Aufgrund seines lipophilen Charakters gelangt Acitretin wahrscheinlich in die Muttermilch.

Metabolismus

Acitretin wird durch Isomerisation zu seinem 13-cis-Isomer (cis-Acitretin), durch Glukuronidierung und durch Abbau der Seitenkette metabolisiert.

Elimination

Aus Studien mit Mehrfachdosen bei Patienten im Alter von 21–70 Jahren ergaben sich Eliminationshalbwertszeiten von rund 50 Stunden für Acitretin und 60 Stunden für seinen ebenfalls teratogenen Hauptmetaboliten im Plasma (cis-Acitretin). Aufgrund der längsten Eliminationshalbwertszeiten, die bei diesen Patienten für Acitretin (96 Stunden) und cis-Acitretin (123 Stunden) beobachtet wurden, lässt sich unter Annahme linearer Kinetik voraussagen, dass nach der letzten Dosis einer Langzeittherapie mehr als 99% des Arzneimittels im Laufe von 36 Tagen eliminiert werden. In allen Plasmaproben aus klinischen Studien sanken ferner die Konzentrationen von Acitretin und von cis-Acitretin innerhalb von 36 Tagen nach Absetzen der Behandlung unter die Nachweisgrenze (<6 ng/ml). Acitretin wird ausnahmslos in Form seiner Metaboliten ausgeschieden, und zwar etwa zu gleichen Teilen über die Nieren und die Galle.

Präklinische Daten

Mutagenität und Karzinogenität

Mutagenitätstests in vitro und in vivo haben gezeigt, dass weder Acitretin noch sein 13-cis-Metabolit Chromosomenanomalien verursachen. Bei Ratten, die oral mit maximal 3 mg/kg KG/Tag über 2 Jahre behandelt wurden, konnte keine karzinogene Wirkung nachgewiesen werden. Im Gegenteil: In der höchsten Dosisgruppe nahm die Häufigkeit multipler Tumore und Mammatumore bei weiblichen Tieren im Vergleich zur Kontrollgruppe ab.

Embryonale Toxizität und Teratogenität

Bei Ratten, die vom 7. bis 16. Trächtigkeitstag pro Tag 7,5 mg/kg KG Acitretin erhielten, wurde keine Wirkung auf den Embryo oder Fötus festgestellt; bei einer Tagesdosis von 15 mg/kg KG wurde eine begrenzte teratogene Wirkung am Knochensystem verzeichnet, mit 30 mg/kg KG/Tag kam es zu einer ausgeprägten teratogenen Wirkung, die sich in Gaumenspalten sowie Missbildung an Humerus, Elle und Speiche manifestierte.

Bei der Maus traten teratogene Effekte nach Tagesdosen von 3 und 10 mg/kg KG auf, und zwar am Knochensystem (Schädel, harter Gaumen, Röhrenknochen) und an verschiedenen Organen (Gehirn, Niere, Augen).

Tägliche Gaben von 0,6 mg/kg KG bei Kaninchen verursachten einen leichten Anstieg der Häufigkeit von Missbildungen am Gehirn und von Gaumenspalten. 2 mg/kg KG/Tag waren embryotoxisch. Die perinatale Mortalität stieg auf 80%, verbunden mit verschiedenen Missbildungen am Gaumen, an den Gliedmassen und Störungen der Ossifikation.

Zytogenetische Studien

Die bis heute durchgeführten Untersuchungen an Männern haben keinerlei Hinweise auf eine Störung der Spermiogenese durch Acicutan in therapeutischen Dosen ergeben.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP:» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Das Arzneimittel in der Originalverpackung, nicht über 30 °C, vor Licht und Feuchtigkeit geschützt und ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

61876 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Dermapharm AG, Hünenberg.

Stand der Information

September 2014.

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