Ventolin Inj Loes 0.5 Mg/ml 5 Amp 1 Ml

Ventolin Inj Loes 0.5 Mg/ml 5 Amp 1 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Salbutamolum (ut Salbutamoli sulfas).

Hilfsstoffe: Natrii chloridum, Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung zu 0,5 mg in 1 mL (= 0,5 mg/mL).

Die sterile und isotonische Lösung hat einen pH-Wert von 3,5.

Infusionskonzentrat zu 5 mg in 5 mL (= 1 mg/mL).

Die sterile und isotonische Lösung hat einen pH-Wert von 3,5.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung von schweren Bronchospasmen in Zusammenhang mit Asthma oder COPD sowie Behandlung des Status asthmaticus.

Hemmung der vorzeitigen Wehentätigkeit zwischen der 22. und der 34. Schwangerschaftswoche über eine Anwendungsdauer von maximal 48 Stunden.

Dosierung/Anwendung

Die parenteralen Formen von Ventolin sollen unter Aufsicht eines Arztes angewendet werden.

Ventolin Infusionskonzentrat darf nicht unverdünnt injiziert werden! Es sollte um mindestens 50% verdünnt werden.

Für die intravenöse Anwendung werden folgende Verdünnungen (unabhängig von der Indikation) empfohlen:

Injektionslösung: Verdünnung mit Aqua ad iniectabilia auf 5-10 mL.

Infusionskonzentrat: Verdünnung mit 500 mL einer kompatiblen Lösung (vgl. «Sonstige Hinweise», «Hinweise zur Handhabung») zur Erreichung einer Salbutamol-Konzentration von 10 µg/mL.

Ventolin Injektionslösung und Ventolin Infusionskonzentrat dürfen nicht mit anderen Arzneimitteln in der gleichen Spritze oder Infusion gemischt werden.

Bronchospasmus und Status asthmaticus:

Subkutane oder intramuskuläre Verabreichung: 500 µg (8 µg/kg KG) s.c. oder i.m., falls nötig alle 4 Stunden wiederholen.

Intravenöse Injektion: 250 µg (4 µg/kg KG) langsam i.v. injizieren. Nötigenfalls kann die gleiche Dosis wiederholt werden.

Infusion: Im Status asthmaticus sind Infusionsraten von 3-20 µg/min normalerweise ausreichend, bei Patienten mit respiratorischer Insuffizienz sind evtl. höhere Dosen nötig. Es wird empfohlen, die Behandlung mit 5 µg/min zu beginnen, je nach Ansprechen des Patienten ist die Dosierung dann anzupassen.

Vorzeitige Wehentätigkeit:

Die Behandlung mit Salbutamol Injektions-/Infusionslösung sollte nur von Geburtshelfern/Ärzten eingeleitet werden, die mit der Anwendung von tokolytischen Wirkstoffen Erfahrung haben. Eine Anwendung sollte nur in Einrichtungen mit geeigneter Ausstattung durchgeführt werden, damit der Gesundheitszustand von Mutter und Kind kontinuierlich überwacht werden kann.

Salbutamol Infusions- oder Injektionslösung sollte so bald wie möglich nach Diagnosestellung der vorzeitigen Wehen und nach Ausschluss jeglicher Kontraindikation angewendet werden. Während der Behandlung sollte eine angemessene Beurteilung des kardiovaskulären Status der Patientin mittels kontinuierlicher EKG-Überwachung erfolgen (vgl. «Warnhinwiese und Vorsichtsmassnahmen»).

Eine sorgfältige Kontrolle der Hydratation ist bedingbar, um das Risiko eines Lungenödems bei der Mutter zu vermeiden (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Das Flüssigkeitsvolumen, in dem das Arzneimittel angewendet wird, muss deshalb auf ein Minimum beschränkt werden. Wenn immer möglich sollte daher eine Infusionspumpe (Fassungsvermögen 50 mL) verwendet werden.

Die Dosis muss unter Berücksichtigung einerseits der Effizienz der Wehenhemmung und anderseits der kardiovaskulären Reaktionen der Patientin (Anstieg der Pulsfrequenz und Blutdruckveränderungen) individuell titriert werden. Eine maximale Herzfrequenz der Mutter von 120 Schlägen/min sollte nicht überschritten werden.

Bei Entwicklung von Anzeichen eines Lungenödems oder einer Myokardischämie sollte die Behandlung abgebrochen werden (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Die Behandlungsdauer sollte 48 Stunden nicht überschreiten. Diese Verzögerung kann genutzt werden um Glucocorticoide zu verabreichen oder andere Massnahmen zu ergreifen, welche die perinatale Gesundheit bekanntermassen verbessern.

Infusionsraten des verdünnten Infusionskonzentrates von 10–45 µg/min vermögen normalerweise die Uteruskontraktionen zu kontrollieren, je nach Wehenstärke und –häufigkeit kann aber eine höhere oder eine niedrigere Infusionsrate angemessen sein. Es wird empfohlen, mit 10 µg/min zu beginnen und die Infusionsrate in 10-Minuten-Intervallen zu erhöhen, bis sich Stärke, Frequenz und Dauer der Kontraktionen vermindern. Danach kann die Infusionsrate langsam erhöht werden, bis die Kontraktionen ganz aufhören.

Nach vollständigem Abklingen der Wehen sollte die gleiche Infusionsrate noch für 1 Stunde aufrechterhalten, dann in 6-Stunden-Intervallen um jeweils 50% reduziert werden. Die Gesamtinfusionsdauer soll dabei 48 Stunden nicht überschreiten.

Als Alternative zur Infusion kann Ventolin Injektionslösung 0,5 mg/1 mL als Einmal-Injektion i.v. gegeben werden. Die empfohlene Dosis beträgt 100–250 µg Salbutamol, je nach Ansprechen der Patientin kann diese Dosis wiederholt werden.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Kinder/Jugendliche:

Mangels Erfahrungen bestehen keine Dosierungsempfehlungen für die Anwendung bei Kindern.

Ältere Patienten: Bei älteren Patienten, insbesondere solchen mit kardiovaskulären Begleiterkrankungen, sollte die Behandlung mit Ventolin nur mit Vorsicht erfolgen und mit der niedrigst möglichen Dosierung eingeleitet werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Eingeschränkte Nierenfunktion: Ventolin wurde bei Patienten mit Niereninsuffizienz nicht untersucht. Es können daher keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden. Bei schwerer Niereninsuffizienz sollte die Anwendung aufgrund des Risikos einer Flüssigkeitsüberlastung nur mit Vorsicht erfolgen.

Eingeschränkte Leberfunktion: Ventolin wurde bei Patienten mit Leberinsuffizienz nicht untersucht. Es können daher keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden. Bei schwerer Leberinsuffizienz (Child Pugh C) sollte die Anwendung nur mit Vorsicht erfolgen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber einem der Bestandteile von Ventolin Injektionslösung und Ventolin Infusionskonzentrat, gleichzeitige Verabreichung von nicht-selektiven Betablockern (z.B. Propranolol).

Für die Anwendung in der Geburtshilfe gelten darüber hinaus folgende Kontraindikationen:

  • Gestationsalter <22 Wochen
  • intrauteriner Fruchttod
  • jeder Befund bei Mutter oder Foetus, bei welchem die Verlängerung der Schwangerschaft ein Risiko darstellt (z.B. Schwangerschaftstoxikose, Placenta praevia, vaginale Blutungen, vorzeitige Plazentalösung, Eklampsie oder schwere Präeklampsie, Nabelschnurkompression, intrauterine Infektionen)
  • bekannte letale hereditäre oder letale chromosomale Anomalien
  • vorbestehende ischämische Herzerkrankungen oder Risikofaktoren für eine ischämische Herzerkrankung
  • andere Herzerkrankungen (insbesondere tachykarde Arrhythmien, Myokarditis, Mitralvitien und idiopathische subvalvuläre Aortenstenose)
  • pulmonale Hypertonie
  • Hyperthyreose

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Allgemeine Warnhinweise unabhängig von der Indikation:

Als Folge einer Therapie mit β2-Agonisten (vor allem bei parenteraler Verabreichung und Anwendung mittels Vernebler) sowie bei gleichzeitiger Verabreichung von Xanthinderivaten oder Diuretika (vgl. «Interaktionen») kann eine unter Umständen ausgeprägte Hypokaliämie auftreten. In diesen Situationen wird eine Überwachung der Serumkaliumspiegel empfohlen.

Ventolin kann wie andere β2-Agonisten zu reversiblen metabolischen Veränderungen führen, z.B. zu erhöhten Glukose-Blutspiegeln. Diabetiker können diese unter Umständen nicht kompensieren, und das Auftreten einer Ketoazidose ist gemeldet worden. Die gleichzeitige Verabreichung von Kortikosteroiden kann diesen Effekt verstärken.

Diabetiker und Patienten mit Kortikoid-Therapie müssen daher sorgfältig überwacht werden.

Besondere Vorsicht ist bei gleichzeitiger Therapie mit Arzneimitteln geboten, die die kardiale Toleranz gegenüber Salbutamol und die Herz-Kreislaufregulation beeinträchtigen, eine Hypokaliämie verstärken, den Augeninnendruck erhöhen oder einen Bronchospasmus verursachen können (vgl. «Interaktionen»).

Wegen des Risikos eines akuten Engwinkelglaukoms sollten salbutamolhaltige Präparate nur bei Einhaltung entsprechender Vorsichtsmassnahmen mit Anticholinergika (z.B. Ipratropiumbromid) kombiniert werden (vgl. «Interaktionen»).

Bei Patienten mit folgenden Erkrankungen bzw. Zuständen ist besondere Vorsicht geboten: Hyperthyreose, Hypertonie, Tachykardie, tachykarde Arrhythmie, hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie, frischer Herzinfarkt, schwere koronare Herzkrankheit, Myokarditis, Mitralklappenfehler, Wolff-Parkinson-White-Syndrom, Phäochromozytom, Diabetes mellitus, Krampfneigung, Hypokaliämie sowie bei vorausgegangener Behandlung mit Sympathomimetika in hoher Dosierung.

Bei älteren Patienten mit kardiovaskulären Begleiterkrankungen, die durch Beta2-Agonisten ungünstig beeinflusst werden können, sollte die Verabreichung von Ventolin mit besonderer Vorsicht erfolgen. Allgemein sollte die Dosisselektion für ältere Patienten in der Regel an der unteren Grenze des Dosierungsbereichs beginnen, unter Berücksichtigung der erhöhten Prävalenz von Begleiterkrankungen (insbesondere eingeschränkter Leber-, Nieren- oder Herzfunktion) und Komedikationen.

Warnhinweise für die Anwendung bei Bronchospasmus bzw. Status asthmaticus:

Bei der Behandlung schwerer Bronchospasmen oder im Status asthmaticus ersetzt die parenterale Ventolin-Gabe nicht die nötige Kortikosteroid-Therapie. Insbesondere sollte bei einer plötzlichen und fortschreitenden Verschlechterung des Asthmas, welche potentiell lebensbedrohlich ist, die Einleitung bzw. Dosiserhöhung einer Kortikosteroid-Therapie in Betracht gezogen werden.

Falls möglich, sollte gleichzeitig mit Ventolin Sauerstoff verabreicht werden, insbesondere bei Behandlung hypoxischer Patienten.

Die Notwendigkeit einer Dosissteigerung von β2-Agonisten kann auf eine nicht optimale Therapie oder auf eine Verschlechterung des Asthmas hinweisen. Daher sollte der Therapieplan überprüft und gegebenenfalls eine zusätzliche Therapie mit einem Kortikosteroid in Erwägung gezogen werden.

Das Ansprechen auf die Therapie sollte mittels Lungenfunktionsprüfungen überwacht werden.

Es liegen sehr seltene Meldungen über das Auftreten von Laktatazidose in Verbindung mit hohen therapeutischen Gaben einer kurzwirkenden β-Agonisten-Therapie in intravenöser oder Sprayform vor, und zwar vorwiegend bei Patienten, die wegen einer akuten Asthmaexazerbation behandelt wurden (vgl. «Unerwünschte Wirkungen»). Ein Anstieg der Laktatspiegel kann zu Dyspnoe und kompensatorischer Hyperventilation führen, die fälschlicherweise als Anzeichen für ein Fehlschlagen der Asthmatherapie interpretiert werden und zu einer unangebrachten Intensivierung der Therapie mit kurzwirkenden β-Agonisten führen könnten. Daher wird empfohlen, die Patienten unter diesen Umständen auf die Entwicklung von erhöhten Laktatspiegeln im Serum und eine daraus entstehende Laktatazidose zu überwachen.

Warnhinweise für die Anwendung bei vorzeitiger Wehentätigkeit:

Eine Entscheidung über die Einleitung einer Behandlung mit Betamimetika sollte nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Ventolin sollte mit Vorsicht und nur in Einrichtungen mit geeigneter Ausstattung angewendet werden in denen eine kontinuierliche Überwachung von Mutter und Foetus (siehe unten) gewährleiste ist. Grundsätzlich sollt bei tokolytischer Therapie der Zustand der foetoplazentaren Einheit durch die üblichen Untersuchungsverfahren abgeklärt werden.

Besondere Vorsicht ist bei vorbestehender Hypotonie sowie bei Vorliegen einer Gestose geboten.

Während der Anwendung von Ventolin müssen Herzfrequenz, Blutdruck, EKG, Elektrolyt und Flüssigkeitshaushalt der Schwangeren kontinuierlich überwacht werden. Da Betamimetika mit einer Senkung des Kaliumspiegels im Serum in Verbindung gebracht werden, wodurch das Risiko für Arrhythmien erhöht wird, muss insbesondere der Kaliumspiegel überwacht werden. Bei vorbestehender Hypokaliämie ist vor Beginn einer Tokolyse eine orale Kaliumsubstitution vorzunehmen.

Bei Diabetikerinnen müssen darüber hinaus Glukose- und Laktatspiegel kontrolliert werden

Die fetale Herzfrequenz sollte ebenfalls kontinuierlich überwacht werden.

Betamimetika dürfen bei Patientinnen, die eine ischämische Herzerkrankung oder entsprechende Risikofaktoren aufweisen, nicht zur Tokolyse verwendet werden (vgl. «Kontraindikationen»). Vor Beginn einer Behandlung mit Ventolin sollte ein EKG durchgeführt werden, um eine eventuelle Kontraindikation rechtzeitig zu erkennen. Auch bei Vorliegen anderer Herzerkrankungen (wie z.B. Herzklappenerkrankungen, Tachyarrhythmien oder Herzinsuffizienz) dürfen Betamimetika nicht angewendet werden. Ggf. (insbesondere bei vermuteter Herzerkrankung) sollte vor Anwendung von Ventolin eine entsprechende Beurteilung des kardiovaskulären Status der Patientin durch einen erfahrenen Kardiologen vorgenommen werden.

Da unter dem Einfluss von Betamimetika die Harnausscheidung abnimmt, ist eine übermässige Flüssigkeitszufuhr zu vermeiden. Bei infusionspflichtigen Patientinnen wird empfohlen, eine Infusionsmenge von 1500 mL nicht zu überschreiten. Die Anwendung von Ventolin mittels Infusionspumpe ist vorzuziehen, um das Risiko einer Hypervolämie zu minimieren. Die Kochsalzzuführ ist in allen Fällen einzuschränken, und die Flüssigkeitsbilanz sollte überwacht werden. Dies gilt insbesondere bei Vorliegen von Begleiterkrankungen, die eine Flüssigkeitsretention begünstigen (Nierenerkrankungen, EPH-Gestose, Präeklampsie), sowie bei einer gleichzeitigen Behandlung mit Kortikosteroiden.

Während und nach intravenöser Anwendung von Betamimetika wurde über die Entwicklung eines Lungenödems berichtet. Flüssigkeithaushalt und kardiorespiratorischen Funktion sollten daher sorgfältig überwacht werden. Bei Vorliegen prädisponierender Faktoren (wie Mehrlingsschwangerschaften, Hypervolämie, maternaler Infektion oder Präeklampsie) kann das Risiko für die Entstehung eines Lungenödems zusätzlich erhöht sein.

Ein erhöhtes Risiko besteht ausserdem bei gleichzeitiger Gabe von Kortikosteroiden. Die Indikationsstellung für die (kurzzeitige!) kombinierte Behandlung mit Kortikosteroiden (zur Induktion der fetalen Lungenreifung) erfordert daher eine sorgfältige Abwägung des möglichen Risikos für die Schwangere und des therapeutischen Nutzens für den Foeten, und die Therapie sollte möglichst nur unter intensivmedizinischer Überwachung erfolgen. Während der Infusionstherapie muss in solchen Fällen besonders auf Zeichen einer Flüssigkeitsretention sowie auf mögliche Frühsymptome eines Lungenödems (z.B. Hustenreiz, Dyspnoe, Cyanose) geachtet werden. Falls sich trotz der Vorsichtsmassnahmen ein Lungenödem entwickelt, muss die Salbutamol-Infusion umgehend abgebrochen und eine adäquate Behandlung des Lungenödems eingeleitet werden.

Unter Anwendung von Betamimetika wurde auch über das Auftreten einer Myokardischämie berichtet. Falls Zeichen einer Myokardischämie (wie thorakales Druckgefühl, Stenokardien oder EKG-Veränderungen) auftreten, muss die Behandlung mit Ventolin unverzüglich abgebrochen werden.

Die intravenöse Applikation von Salbutamol geht in der Regel mit einem Anstieg der mütterlichen Herzfrequenz um 20 bis 50 Schläge pro Minute einher. Die mütterliche Pulsfrequenz sollte überwacht werden. Es muss für jede Patientin individuell abgewogen werden, ob der Anstieg der Herzfrequenz eine Dosisreduktion oder ein Absetzen der Therapie erforderlich macht. Im Allgemeinen sollte die mütterliche Pulsfrequenz längerfristig eine Frequenz von 120 Schlägen pro Minute nicht überschreiten.

Der mütterliche Blutdruck kann während der Infusion leicht abfallen, wobei der diastolische Blutdruck stärker abfällt als der systolische. Der Abfall des diastolischen Blutdrucks liegt gewöhnlich im Bereich von 10 bis 20 mmHg. Ein stärkerer Blutdruckabfall kann eine Dosisreduktion erforderlich machen.

Um einem Vena-cava-Kompressionssyndrom vorzubeugen, wird empfohlen, die Patientin in Seitenlage zu bringen, wobei aufgrund der Lage der v. cava das Liegen auf der linken Seite zu bevorzugen ist.

Der Effekt der Infusion auf die fetale Herzfrequenz ist im Allgemeinen schwächer ausgeprägt, es kann jedoch zu einem Anstieg um bis zu 20 Schläge pro Minute kommen. Die fetale Herzfrequenz muss anfangs alle 15 Minuten, dann alle 1-6 Stunden überwacht werden. Bei intrauteriner Asphyxie sind diese Kontrollen kontinuierlich durchzuführen.

Unter Anwendung von Betamimetika wurde auch über eine Verlängerung des QTc-Intervalls berichtet. Bei Patientinnen mit angeborenem langem QT-Syndrom oder anderen prädisponierenden Faktoren für eine QT-Verlängerung (wie z.B. Hypokaliämie), insbesondere auch bei Komedikation mit Arzneimitteln, von welchem ein QT-verlängernde Wirkung bekannt ist (z.B. Antiarrhythmika der Klasse IA und III, Antipsychotika, trizyklische Antidepressiva, Erythromycin), sollte die Anwendung von Salbutamol nur nach sorgfältiger, individueller Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Eine Tokolyse mit Betamimetika wird nach dem Blasensprung sowie bei einer Muttermundöffnung von mehr als 4 cm nicht empfohlen.

Die klinischen Symptome einer vorzeitigen Plazentalösung können unter einer tokolytischen Therapie abgeschwächt werden.

Falls es in kurzem zeitlichem Abstand nach einer Tokolyse mit Betamimetika zur Geburt kommt, muss beim Neugeborenen auf Zeichen einer Hypoglykämie und/oder einer Azidose geachtet werden.

Interaktionen

Mögliche pharmakokinetische Interaktionen von Salbutamol wurden nicht untersucht. Nachfolgend werden die pharmakodynamischen Interaktionen beschrieben, mit welchen unter der Anwendung von Betamimetika wie Salbutamol gerechnet werden muss.

Arzneimittel, welche die erwünschten und unerwünschten Wirkungen von Salbutamol verstärken können:

Ventolin und nichtselektive β-Blocker (z.B. Propranolol) sollten nicht gleichzeitig verabreicht werden (vgl. «Kontraindikationen»).

Halogenierte Kohlenwasserstoffe

Bei gleichzeitiger Verwendung von halogenierten Kohlenwasserstoffen zur Narkose wird das Risiko von schwerwiegenden ventrikulärer Arrhythmien erhöht. Die Anwendung von Ventolin sollte daher nach Möglichkeit mindestens 6 Stunden vor einer geplanten Anästhesie mit halogenierten Anästhetika eingestellt werden.

Kortikosteroide

Kortikosteroide können den Serumkaliumspiegel senken und den Blutzucker erhöhen. Daher sollte eine gleichzeitige Anwendung aufgrund des erhöhten Risikos für Hyperglykämie und Hypokaliämie mit Vorsicht und unter kontinuierlicher Überwachung der Patientin erfolgen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kaliumsenkende Substanzen

Das Risiko einer Hypokaliämie wird verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von Arzneimitteln, welche ebenfalls die Kaliumspiegel senken. Hierzu gehören neben Kortikosteroiden (s.o.) z.B. Diuretika und Methylxanthine. Bei gleichzeitiger Gabe dieser Arzneimittel ist daher eine engmaschige Kontrolle der Elektrolyte erforderlich.

Potentielle Verstärkung kardiovaskulärer unerwünschter Wirkungen

MAO-Hemmer und trizyklische Antidepressiva können die Wirkung von Salbutamol auf das Kreislaufsystem verstärken und Blutdruckkrisen auslösen.

L-Dopa, L-Thyroxin, Oxytocin und Alkohol können die Herz-Kreislauf-Regulation beeinträchtigen.

Digitalisglykoside, Chinidin und andere Antiarrhythmika können die kardiale Toleranz gegenüber Salbutamol ebenfalls beeinträchtigen.

Ipratropiumbromid

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Ipratropiumbromid kann ein akutes Engwinkelglaukom auftreten (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Andere Sympathomimetika/Methylxanthine

Bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen Sympathomimetika wird die Wirkung der Einzelsubstanzen verstärkt. Dabei muss mit einer Zunahme der unerwünschten Wirkungen, wie z.B. Arrhythmien, gerechnet werden. Ähnliches gilt für die gleichzeitige Gabe von Methylxanthinen (z.B. Theophyllin).

Betablocker

Betablocker antagonisieren die Wirkung von Salbutamol.

Nifedipin

Nach gleichzeitiger Gabe von Nifedipin wurde eine Verstärkung der broncholytischen Wirksamkeit von Salbutamol festgestellt.

Einfluss von Salbutamol auf andere Arzneimittel

Die blutzuckersenkende Wirkung von Antidiabetika kann vermindert werden.

Digitalisglykoside

Im Falle einer durch Betamimetika induzierten Hypokaliämie wird die Toxizität von Digitalisglykosiden verstärkt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

In Tierstudien wurden für Salbutamol foetotoxische Wirkungen nachgewiesen. Kontrollierte Studien bei schwangeren Frauen liegen nicht vor, doch hat die langjährige Anwendung von Salbutamol beim Menschen keine Hinweise ergeben, dass Ventolin teratogen sein könnte.

Da Salbutamol die Plazentaschranke passiert, können zumindest sympathomimetische Wirkungen auf den Fötus nicht ausgeschlossen werden. Ventolin Injektionslösung und Ventolin Infusionskonzentrat sollen daher während des 1. und 2. Trimenons nur angewendet werden, falls dies eindeutig erforderlich ist.

Zur Wehenhemmung darf Ventolin Injektionslösung, unter strenger Beachtung der Kontraindikationen und Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen (siehe dort), nur im 3. Trimenon eingesetzt werden.

Stillzeit

Da die Wahrscheinlichkeit besteht, dass Salbutamol in die Muttermilch übergeht, sollte während der Anwendung von Ventolin nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Unerwünschte Wirkungen, welche in klinischen Studien und/oder während der Marktüberwachung beobachtet wurden, werden nachfolgend nach Organklasse und Häufigkeit geordnet aufgeführt. Häufigkeiten werden folgendermassen definiert: «sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (≥1/100 bis <1/10) «gelegentlich» (≥1/1000 bis <1/100) «selten» (≥1/10'000 bis <1/1000), «sehr selten» (<1/10'000), «nicht bekannt» (basierend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht abgeschätzt werden).

Immunsystem:

Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen z.B. Urtikaria, Quincke-Oedem, Bronchospasmus, Hypotonie und Kreislaufkollaps.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:

Selten: Hypokaliämie.

Sehr selten: Laktatazidose (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Nervensystem:

Sehr häufig: Tremor.

Häufig: Kopfschmerzen.

Sehr selten: Hyperaktivität.

Herz/Gefässe:

Sehr häufig: Tachykardie, Palpitationen.

Selten: Periphere Vasodilatation, Arrhythmien (wie Vorhofflimmern, supraventrikuläre Tachykardie und Extrasystolen).

Nicht bekannt: Myokardischämie (bei Anwendung in der Geburtshilfe; siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Atmungsorgane:

Gelegentlich: Lungenödem (bei Anwendung in der Geburtshilfe; siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Gastrointestinale Störungen:

Sehr selten: Übelkeit, Erbrechen.

Muskelskelettsystem:

Gelegentlich: Muskelkrämpfe.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle:

Sehr selten: Leichte Schmerzen oder Stechen an der Injektionsstelle nach i.m.-Verabreichung der unverdünnten Injektionslösung.

Folgende unerwünschte Wirkungen sind meist Zeichen einer zu hohen Dosierung: Zittern der Skelettmuskulatur (besonders der Hände), Muskelverspannungen, Anstieg der Herzfrequenz (als Kompensation der peripheren Vasodilatation) und Palpitationen.

Überdosierung

Die Symptome einer Überdosierung entsprechen einer gesteigerten bzw. exzessiven β-adrenergen Stimulation und/oder dem erhöhten bzw. verstärkten Auftreten einer oder mehrerer der weiter oben aufgeführten unerwünschten Wirkungen, insbesondere Zittern der Skelettmuskulatur (besonders der Hände), Muskelverspannungen (nicht durch ZNS-Stimulation bedingt), periphere Gefässerweiterung und damit verbunden ein meist geringer Herzfrequenzanstieg.

Bei Symptomen einer leichten Überdosierung genügt meistens das Absetzen des Präparates. Gegebenenfalls können Sedativa oder Tranquillizer und entsprechende symptomatische Massnahmen angezeigt sein.

In Verbindung mit hohen therapeutischen Dosen sowie Überdosierungen von kurzwirksamen Beta-Agonisten wurde über eine Laktatazidose berichtet. Deshalb kann die Überwachung im Hinblick auf erhöhtes Serumlaktat und daraus folgende metabolische Azidose bei Überdosierung angezeigt sein (insbesondere bei persistierender oder sich verschlimmernder Tachypnoe trotz Besserung anderer Bronchospasmus-Symptome wie Keuchen).

Da bei einer Überdosierung eine Hypokaliämie auftreten kann, sollte der Serumkaliumspiegel überwacht werden.

Bei einer massiven Überdosierung treten Brustschmerzen, Tachykardien (mit Frequenzen bis 200 Schläge/min), Palpitationen, Arrhythmien, Hypertonie oder Hypotonie bis hin zum Schock auf, wobei das Risiko eines Herzstillstandes mit Todesfolge besteht. Solche Fälle erfordern eine Intensivtherapie, sowie nötigenfalls Reanimationsmassnahmen und elektrische Defibrillation.

Die Wirksamkeit einer Dialyse zur Behandlung einer akuten Überdosierung von Salbutamol wurde bisher nicht nachgewiesen.

Die weitere Behandlung sollte entsprechend der klinischen Indikationsstellung oder ggf. laut den Empfehlungen des nationalen Toxikologischen Zentrums erfolgen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: R03CC02

Wirkungsmechanismus:

Salbutamol ist ein selektiver Beta-2-Rezeptor-Agonist. In therapeutischen Dosen besitzt Salbutamol eine selektiv stimulierende Wirkung auf die adrenergen β2-Rezeptoren der Bronchial- und Uterusmuskulatur, die β1-Rezeptoren des Herzens werden praktisch nicht beeinflusst. So bewirkt Ventolin eine intensive, rasch einsetzende und kurz anhaltende (4 bis 6 Stunden) Bronchospasmolyse.

Die uterusrelaxierende Wirkung vermag eine zu früh einsetzende oder zu intensive Wehentätigkeit im letzten Trimester zu hemmen.

Pharmakokinetik

Distribution:

Die Plasmaproteinbindung beträgt bis zu 10%. Salbutamol passiert die Plazentaschranke, doch ist nicht bekannt, ob es in die Muttermilch übertritt.

Metabolismus:

Salbutamol wird in der Leber metabolisiert.

Elimination:

Salbutamol, intravenös verabreicht, hat eine Eliminationshalbwertszeit von 4-6 Stunden und wird teils unverändert, teils als inaktives 4'-O-Sulfat (Phenolsulfat) über die Niere ausgeschieden. Die Ausscheidung über die Faeces ist unbedeutend.

Unabhängig von der Applikation wird der grösste Teil der Salbutamol-Dosis innerhalb von 72 Stunden ausgeschieden.

Präklinische Daten

Tumorerzeugendes und mutagenes Potential:

Unter Langzeitgabe von sehr hohen Dosen an Ratten kommt es, wie auch bei anderen potenten β2-Rezeptor Agonisten, zur Ausbildung von gutartigen Leiomyomen des Mesovariums. Nach vorherrschender Meinung ist eine Übertragbarkeit auf den Menschen jedoch nicht gegeben.

Untersuchungen zur Mutagenität ergaben keine Hinweise auf ein genotoxisches Potential.

Reproduktionstoxikologie:

Studien an Ratten ergaben keine Hinweise auf ein teratogenes Potential. Hingegen zeigten Untersuchungen an Mäusen wie für andere β2-Rezeptor Agonisten auch für Salbutamol eine teratogene Wirkung, indem nach einer subkutanen verabreichten Dosis von 2,5 mg/kg Salbutamol (4-faches der peroralen Höchstdosis beim Menschen) Gaumenspaltenbildung bei 9,3% der Föten auftrat.

Bei Ratten bewirkte die perorale Verabreichung von 0,5 mg/kg, 2,32 mg/kg und 10,75 mg/kg täglich während der gesamten Tragzeit keinerlei embryo- bzw. foetotoxische Effekte. Bei der Verabreichung von 50 mg/kg wurde eine Erhöhung der Mortalität der Neugeborenen festgestellt. Im Rahmen einer Reproduktionsstudie an Kaninchen wurden nach der Verabreichung einer täglichen Dosis von 50 mg/kg KG, die dem 78-fachen der peroralen Höchstdosis beim Menschen entspricht, Schädelmissbildungen bei 37% der Föten festgestellt.

Reproduktionsstudien bei Ratten zeigten bei oralen Dosen bis 50 mg/kg keine Hinweise auf eine eingeschränkte Fertilität.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit:

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Die Zubereitung enthält kein Konservierungsmittel. Die bereits verdünnten Lösungen können 24 Stunden aufbewahrt werden. Aus mikrobiologischen Gründen sollte die Zubereitung unmittelbar nach Anbruch/Verdünnung verwendet werden. Restmengen sollten verworfen werden.

Besondere Lagerungshinweise:

Die Ventolin Ampullen sind nicht über 30 °C und vor Licht geschützt aufzubewahren.

Hinweise für die Handhabung:

Ventolin Infusionskonzentrat und Ventolin Injektionslösung sind mit folgenden Lösungen bis zu 24 Stunden kompatibel: 5% Glukose, 0,9% NaCl, Mischung 0,3% KCl/0,18% NaCl/4% Glukose.

Inkompatibilitäten

Im Zusammenhang mit PVC-, Polyäthylen- und Glasbehältern sind keine Inkompatibilitäten zu erwarten.

Zulassungsnummer

44397 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

GlaxoSmithKline AG, 3053 Münchenbuchsee.

Stand der Information

März 2015.

Verwendung dieser Informationen

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