Sano Tuss N Sirup 200 Ml

Sano Tuss N Sirup 200 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Guaifenesinum, Codeini phosphas hemihydricus.

Hilfsstoffe: Sorbitolum, Conserv.: Acidum benzoicum (E 210); Aromatica: Vanillinum et alia; Excipiens pro solutionem.

Hinweis für Diabetiker: 5 ml Sirup enthalten 1.75 g verwertbare Kohlenhydrate

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

5 ml Sirup enthalten. 100 mg Guaifenesinum, 7,5 mg Codeini phosphas hemihydricus.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur Linderung des Hustenreizes und zur Erleichterung des Abhustens.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene: 3–4× tgl. 5–10 ml.

Sano Tuss N Hustensirup ist nicht für Kinder und Jugendliche geeignet.

Das Dosierungsintervall zwischen zwei Einnahmen sollte 4 Stunden nicht unterschreiten.

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen oder terminaler Niereninsuffizienz, bei Dialyse-Patienten sowie bei CYP2D6-defizienten Patienten muss wegen der verlangsamten Elimination von Codein das Dosierungsintervall vergrössert werden, indem die Dosierung auf 2–3 Einzeldosen pro Tag verringert wird.

Dosierung mit dem beigepackten graduierten Doppelmesslöffel; nach Gebrauch und vor der Benutzung durch eine andere Person den Doppelmesslöffel mit Wasser spülen und trocknen.

Zusätzlich zur Einnahme des Arzneimittels ist reichliche Flüssigkeitszufuhr (z.B. in Form von Tee, Fruchtsaft) empfehlenswert.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe Codein und Guaifenesin oder einem Hilfsstoff gemäss Zusammensetzung.

Akuter Asthmaanfall, chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen, respiratorische Insuffizienz.

Zustände mit stark gesteigerter Schleimproduktion, z.B. Hypersekretionssyndrom.

Therapie mit MAO-Hemmern.

Abhängigkeit von Opioiden.

Da Codein die Darmperistaltik herabsetzt und den Tonus und die Segmentierung des Darms erhöht und auch den Druck im Kolon erhöhen kann, sollte das Präparat bei Divertikulitis und nach viszeralchirurgischen Eingriffen nicht verwendet werden.

Schwangerschaft und Stillzeit (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»)

Kinder und Jugendliche

Fruktose-Intoleranz, z.B. bei hereditärem Fruktose-1,6-Diphosphatasemangel (beim metabolischen Abbau des Süssstoffes Sorbit entsteht Fruktose).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vor Beginn der Behandlung sollten die Ursachen des Hustens und die Notwendigkeit einer speziellen Behandlung der zugrunde liegenden Krankheit abgeklärt werden, insbesondere Bronchialasthma, Bronchiektasien, Bronchialkarzinom, Fremdkörper in den Atemwegen, Atemwegsinfektionen, Pleuraerguss, linksventrikuläre Insuffizienz jeder Etiologie, Lungenembolie. 

Bei Patienten mit Lebererkrankungen, oder Atemwegserkrankungen mit starker Schleimproduktion sowie bei solchen mit Bewusstseinsstörungen ist Vorsicht geboten. 

Bei Patienten mit Bronchialasthma besteht insbesondere bei Einnahme höherer Dosen das Risiko einer Bronchokonstriktion. 

Bei Auftreten eines Bronchospasmus oder von Überempfindlichkeitsreaktionen muss die Behandlung sofort abgebrochen und ein Arzt bzw. eine Ärztin informiert werden. 

Bei Patienten mit produktivem Husten sollte Sano Tuss N nur mit Vorsicht angewendet werden, da die Hemmung des Hustenreflexes zu einem unerwünschten Sekretstau in den Bronchien mit einer Erhöhung des Risikos einer Atemwegsinfektion und eines Bronchospasmus führen kann. 

Bei chronischer Obstipation, Zuständen mit erhöhtem Hirndruck, Hypovolämie oder CYP2D6-Mangel soll Sano Tuss N vorsichtshalber nur für wenige Tage eingenommen werden. 

Sollte der mit der übermässigen Bildung von Schleim einhergehende Husten nach einer Behandlungszeit von 3–5 Tagen nicht verschwunden oder deutlich zurückgegangen sein oder sich sogar verschlimmert haben, muss die weitere Behandlung des Patienten vom Arzt bzw. von der Ärztin neu beurteilt und das allfällige Vorliegen einer malignen Pathologie abgeklärt werden. 

Bei längerer Anwendung können aufgrund der zentralen Akkumulation – besonders bei Patienten mit CYP2D6-Mangel – die unerwünschten Wirkungen übermässig verstärkt werden. Eine Langzeitbehandlung kann des Weiteren zu Gewöhnung mit psychischer und physischer Abhängigkeit führen, und es können Entzugserscheinungen auftreten, auch bei Neugeborenen von Müttern mit Codein-Intoxikation. Es besteht Kreuztoleranz zu anderen Opioiden.

Interaktionen

Codein ist ein Substrat von CYP2D6. Die gleichzeitige Einnahme anderer Arzneimittel, die über dieses Isoenzym metabolisiert werden, kann zu einer gegenseitigen Erhöhung der Wirkstoffspiegel und zur Verzögerung der Elimination und somit u.a. zur Verstärkung der unerwünschten Wirkungen führen. Dies betrifft insbesondere Antidepressiva (Serotoninwiederaufnahme-Hemmer, MAO-Hemmer, trizyklische Antidepressiva), Betablocker (z.B. Metoprolol, Timolol), gewisse Kardiaka (z.B: Flecainid) und die sogenannten nichtsedierenden Antihistaminika (insbesondere Terfenadin). So besteht z.B. bei gleichzeitiger Anwendung eines MAO-Hemmers das Risiko von Hyperpyrexie, Erregungszuständen und Kreislaufkollaps. 

Die gleichzeitige Einnahme von serotoninergen Arzneimitteln kann ein serotoninerges Syndrom auslösen, und die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln mit sedierender Wirkung, wie Narkotika, Hypnotika, Sedativa, Neuroleptika, H1-Antihistaminika oder von Alkohol kann zu einer gegenseitigen Verstärkung der sedierenden und atemdepressorischen Wirkungen dieser Substanzen führen. 

Sekretolytika: siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Schwangerschaft/Stillzeit

Tierstudien haben unerwünschte Wirkungen auf den Fötus gezeigt. Aufgrund der Plazentagängigkeit von Codein kann beim Neugeborenen eine Atemdepression auftreten. Deshalb sollen schwangere Frauen das Präparat nicht einnehmen. 

Da Codein in die Muttermilch übertritt und beim Säugling eine Atemdepression verursachen kann, ist Sano Tuss N während des Stillens abzusetzen. Bei zwingender Indikation ist abzustillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Sano Tuss N kann das Reaktionsvermögen im Strassenverkehr und beim Bedienen von Maschinen beeinträchtigen, besonders bei gleichzeitigem Alkoholkonsum.

Unerwünschte Wirkungen

Häufigkeiten: Sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100, <1/10), gelegentlich (>1/1000, <1/100), selten (>1/10'000, <1/1000), sehr selten (<1/10'000).

Die meisten unerwünschten Wirkungen sind dem Wirkstoff Codein zuzuschreiben.

Störungen des Immunsystems

Selten: Allergien

Störungen des Nervensystems

Häufig: leichte Somnolenz, leichte Kopfschmerzen

Bei höheren Dosen: Erhöhung des Tonus der glatten Muskulatur (Darm, Harnblase, Gallenwege)

Selten: Sedation, Verwirrtheit, Unruhe, Schwindel, Mundtrockenheit, Emesis

Augenleiden

Bei höheren Dosen: Sehstörungen (verschlechterte visuomotorische Koordination, Miosis)

Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs

Selten: Tinnitus

Funktionsstörungen des Herzens

Bei höheren Dosen: Blutdruckabfall, Synkopen

Funktionsstörungen der Gefässe

Bei höheren Dosen, aufgrund Ausschüttung signifikanter Mengen Histamin: Hypotonie, kutane Vasodilatation

Atmungsorgane (Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen)

Selten: Atemdepression, Bronchospasmus; bei höheren Dosen, aufgrund Ausschüttung signifikanter Mengen Histamin: Bronchokonstriktion

Bei höheren Dosen: Atemdepression und (vor allem bei Patienten mit vorbestehenden Lungenfunktionsstörungen) Lungenödem

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Obstipation, Magen-Darm-Beschwerden, z.B. in Form von Brechreiz und Magendrücken, vor allem zu Beginn der Behandlung

Selten: Diarrhoe

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Bei höheren Dosen, aufgrund Ausschüttung signifikanter Mengen Histamin: Erytheme, Urtikaria. 

Durch den Wirkstoff Guaifenesin kann es in seltenen Fällen und besonders bei Patienten mit Asthma oder chronischer Urtikaria zu allergischen Hautreaktionen und in Einzelfällen zu Wärmegefühl, Bradykardie und Granulozytopenie kommen. 

Abhängigkeitspotential von Codein: siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Überdosierung

Bei Überdosierung von Sano Tuss N kann durch Guaifenesin eine Muskelrelaxation verursacht werden, doch überwiegen die durch Codein verursachten Wirkungen. Eine Überdosierung von Codein kann direkt (akut), aber auch bei einer mehr als einige Tage dauernden Einnahme besonders höherer Dosen sowie bei Vorliegen einer verzögerten Elimination auftreten und zu folgenden Symptomen führen: Verstärkung der weiter oben aufgeführten unerwünschten Wirkungen, insbesondere der zentralen Effekte, Atemdepression, meist Miosis, oft auch Erbrechen, Kopfschmerzen, Harn- und Stuhlverhalten, gelegentlich (insbesondere bei Kindern) Krämpfe, des weiteren extreme Somnolenz bis Stupor, Muskelschwäche, kalte und feuchtklebrige Haut sowie manchmal Bradykardie und Blutdruckabfall, später Zyanose, Kreislaufkollaps und Koma. 

Bei Kindern beträgt die toxische Schwellendosis einer Einmaldosis Codein 2 mg/kg Körpergewicht, und eine akute Überdosierung mit einer Einmaldosis von 5 mg/kg kann tödlich verlaufen. 

Die Behandlung besteht in der Wiederherstellung des Gasaustausches mittels Intubation und assistierter oder kontrollierter Beatmung. Eine codeinbedingte Atemdepression kann mit einer entsprechenden Dosis eines Opiatantagonisten, z.B. Naloxon, behandelt werden, der bei gleichzeitiger Unterstützung der Atmung i.v. verabreicht wird. Es wird auf die Fachinformationen solcher Präparate hingewiesen. Für den Fall der Verwendung von Naloxon muss dessen kurze Halbwertszeit beachtet werden. 

Eine Magenentleerung kann zur Eliminierung von nichtresorbierten Wirkstoffresten zweckmässig sein.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: R05FA02 

Codein ist ein Opiumalkaloid. Als reiner Morphinagonist erhöht es die Reizschwelle des Hustenzentrums in der Medulla oblongata und dämpft dadurch den Hustenreiz und vermindert die Hustenfrequenz. 

Codein hat des Weiteren analgetische und antidiarrhoische Wirkungen, jedoch erst bei Dosierungen, die deutlich über den antitussiv wirkenden Dosierungen liegen. 

Die Wirkdauer einer therapeutischen Dosis Codein beträgt 4–6 Stunden. Bei CYP2D6-defizienten Patienten kann sie beträchtlich verlängert sein (siehe «Pharmakokinetik» und «Dosierung/Anwendung»). 

Guaifenesin gehört chemisch zur Klasse der Guajakolderivate. Es verflüssigt das zähe Bronchialsekret und erleichtert das Abhusten, was zu einer Linderung des Hustenreizes beiträgt. Die Wirkdauer einer therapeutischen Dosis Guaifenesin beträgt 3–6 Stunden. 

Sano Tuss N enthält als Süssstoff Sorbitol, das langsam in Glukose umgewandelt wird und deshalb für Diabetiker geeignet ist.

Pharmakokinetik

Pharmakokinetische Daten sind nur für Guaifenesin und Codein, jedoch nicht für die Wirkstoffkombination, wie sie in Sano Tuss N vorliegt, verfügbar. 

Guaifenesin

Absorption

Guaifenesin wird nach oraler Gabe einer wässerigen Lösung rasch und vollständig aus dem Magen-Darm-Kanal resorbiert.

Distribution

Plasmakonzentration: Maximale Konzentrationen des unveränderten Wirkstoffes von 0,46 µg/ml können 15–30 Min. nach oraler Verabreichung von 100 mg Guaifenesin im Plasma nachgewiesen werden.

Proteinbindung: Im Mittel 37%.

Es ist nicht bekannt, ob Guaifenesin die Plazentaschranke passiert oder in die Muttermilch übertritt.

Metabolismus

Guaifenesin wird vorwiegend in der Leber und hauptsächlich zu Beta-(2-methoxyphenoxy)-Milchsäure metabolisiert.

Elimination

Plasma-Halbwertszeit: Im Mittel 1 Stunde.

Ausscheidung: Guaifenesin wird in Form von Metaboliten rasch und nahezu vollständig durch die Nieren ausgeschieden. Im Urin erscheinen innerhalb 4 Stunden 81% der Dosis und nach 24 Stunden 95% der Dosis, ausschliesslich in Form von Metaboliten, zum überwiegenden Teil als Beta-(2-methoxyphenoxy)-Milchsäure. 

Codein

Absorption

Codeinphosphat wird nach oraler Gabe in wässriger Lösung rasch aus dem Magen-Darm-Trakt resorbiert, die Bioverfügbarkeit liegt zwischen 42% und 71% der Dosis.

Distribution

Plasmakonzentration: Nach einmaliger oraler Verabreichung von 15 mg Codeinphosphat wird nach rund 1 Stunde eine mittlere maximale Plasmakonzentration von 32 ng/ml gemessen, wobei bis zu 85% in glukuronidierter Form vorliegen.

Proteinbindung: Im Mittel 25%.

Verteilungsvolumen: 3,4 l/kg.

Codein verteilt sich rasch in den Geweben und reichert sich in der Skelettmuskulatur, aber auch in Nieren, Lunge, Leber und Milz an. In das Gehirn treten hingegen nur geringe Mengen über, von denen der grösste Teil mit geringer Affinität an verschiedene Opioidrezeptoren bindet.

Codein tritt in den fötalen Kreislauf über, und in der Muttermilch können dosisabhängig pharmakodynamisch wirksame Konzentrationen erreicht werden.

Metabolismus

Codein wird in der Leber in individuell sehr unterschiedlichem Ausmass extensiv metabolisiert. Der Mechanismus verläuft vorwiegend über eine Glukurokonjugation (10–15% der verabreichten Dosis) sowie über N-Demethylierung zu Norcodein (10–20%) und O-Demethylierung zu Morphin (5–15%). Norcodein und Morphin werden ihrerseits zu Glukuroniden konjugiert.

Die O-Demethylierung von Codein verläuft über das Cytochrom-P450-Isoenzym CYP2D6 und unterliegt somit dem gleichen genetischen Polymorphismus wie die 4-Hydroxylierung von Debrisoquin. Etwa 10% der Schweizer Bevölkerung sind in bezug auf das mutierte Gen homozygot und weisen ein CYP2D6-Defizit auf. Bei diesen sogenannten «langsamen Metabolisierern» ist der metabolische Abbau von Codein stark verlangsamt.

Elimination

Plasma-Halbwertszeit: 2–3 Stunden.

Ausscheidung: Im Urin werden innerhalb von 48 Stunden 95% der Dosis ausgeschieden, etwa 5% davon als unverändertes Codein, der grösste Teil jedoch in Form von Konjugaten und Metaboliten.

Die Ausscheidung über die Faeces ist unbedeutend.

Kinetik in besonderen klinischen Situationen

Bei Patienten mit akuter Lebererkrankung und bei Personen mit CYP2D6-Mangel ist der Metabolismus von Codein stark verlangsamt, und der Wirkstoff kann kumulieren.

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist die Eliminationshalbwertszeit von Codein auf 9–18 Stunden verlängert, und es kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei eingeschränkter Nierenfunktion auch Guaifenesin verzögert ausgeschieden wird.

Präklinische Daten

Es sind keine für die Verwendung des Präparates relevanten präklinischen Daten vorhanden.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Guaifenesin kann falsche positive Resultate im 5-Hydroxyindolacetylsäure-Test für Carcinoid-Syndrom verursachen.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Eine unversehrte Flasche Sano Tuss N enthält 300 mg Codeinphosphat. Die Einnahme eines wesentlichen Teils des Inhalts oder des gesamten Inhalts kann zu schweren Intoxikationserscheinungen führen und insbesondere bei Kleinkindern tödlich verlaufen. Das Arzneimittel muss daher für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden.

Das Arzneimittel ist bei Raumtemperatur (15-25 °C) aufzubewahren.

Zulassungsnummer

42968 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Dr. Heinz Welti AG, Gebenstorf.

Stand der Information

Dezember 2010.

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