Rhinovent Vapo 0.03 % 15 Ml

Rhinovent Vapo 0.03 % 15 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Ipratropii bromidum.

Hilfsstoffe: Conserv.:Benzalkonii chloridum, Excip. ad solut.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 ml enthält: Ipratropii bromidum 0,314 mg (entsp. Ipratropii bromidum wasserfrei 0,3 mg).

1 Sprühstoss enthält: Ipratropii bromidum 22 Mikrogramm (entsp. Ipratropii bromidum wasserfrei 21 Mikrogramm).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Rhinovent Nasenspray 0,03% ist indiziert zur symptomatischen Behandlung von Rhinorrhoe bei perennialer allergischer und nicht-allergischer Rhinitis.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahren

2 Sprühstösse in jedes Nasenloch (= 44 Mikrogramm Ipratropiumbromid pro Nasenloch) 2-3-mal täglich.

Kinder von 6-12 Jahren

2 Sprühstösse in jedes Nasenloch (= 44 Mikrogramm Ipratropiumbromid pro Nasenloch) 2-mal täglich.

Die optimale Dosierung hängt von der individuellen Reaktion des Patienten ab.

Bisher gibt es keine ausreichende Erfahrung um die Anwendung von Rhinovent 0,03% bei Kindern unter 6 Jahren zu empfehlen.

Gebrauchsanweisung

  1. Schutzkappe entfernen.
  2. Vor der ersten Anwendung Spraypumpe mehrmals (etwa 7-mal) betätigen, bis ein gleichmässiger Sprühnebel austritt (siehe Abb. 1). Spray während der Betätigung zwischen Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger festhalten. Flasche unbedingt senkrecht halten und nicht auf die Augen richten. Daumen fest und rasch gegen die Flasche drücken (Abb. 1). Der Spray ist nun gebrauchsbereit.Falls die Pumpe länger als 24 Stunden nicht in Gebrauch war, muss sie erneut mit 1-2 Sprühstössen betätigt werden.
  3. Schnäuzen Sie sich vor Gebrauch des Nasensprays die Nase, um die Nasenöffnungen durchgängig zu machen.
  4. Schliessen Sie ein Nasenloch, indem Sie einen Finger leicht gegen den Nasenflügel drücken und Ihren Kopf etwas nach vorne neigen. Halten Sie die Flasche wie in Abb. 1 gezeigt und führen Sie die Sprayöffnung in das andere Nasenloch ein (siehe Abb. 2). Neigen Sie den Spraykopf in der Nasenöffnung etwas nach hinten und nach aussen.
  5. Betätigen Sie die Pumpe einmal, indem Sie den Daumen fest und rasch nach oben drücken. Atmen Sie nach jedem Sprühstoss tief durch die Nase ein und durch den Mund aus.
  6. Neigen Sie nach dem Sprühstoss und dem Entfernen des Spraykopfs aus der Nasenöffnung Ihren Kopf einige Sekunden nach hinten, damit sich der Sprühnebel im hinteren Teil des Nasenraumes verteilen kann.
  7. Wiederholen Sie die Schritte 4 bis 6 im selben Nasenloch.
  8. Wiederholen Sie die Schritte 4 bis 7 im anderen Nasenloch.
  9. Setzen Sie die Schutzkappe nach Gebrauch wieder auf.

Falls Rhinovent 0,03% Nasenspray versehentlich in die Augen gesprüht wird, Augen unverzüglich mit kaltem Leitungswasser ausspülen.

Falls die Sprayöffnung verstopft ist, Schutzkappe entfernen. Spraykopf ungefähr eine Minute lang unter laufendes, warmes Leitungswasser halten. Spraykopf abtrocknen, Pumpe betätigen (Schritt 2) und Schutzkappe wieder aufsetzen.

Kontraindikationen

Rhinovent 0,03% ist bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Atropin und atropinähnlichen Substanzen oder einem der Inhaltsstoffe des Präparates kontraindiziert.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Überempfindlichkeitsreaktionen vom Soforttyp können nach der Verabreichung von Rhinovent auftreten, es wurden seltene Fälle von Rash, Urtikaria, Angioödem, oropharyngealem Ödem, Bronchospasmus und Anaphylaxie gemeldet.

Es ist vereinzelt über ophthalmologische Nebenwirkungen (z.B. Mydriasis, erhöhter Augeninnendruck, Engwinkelglaukom, Augenschmerzen) berichtet worden, in Fällen, wo Ipratropiumbromid-Aerosole allein oder zusammen mit einem Beta-2-Mimetikum in die Augen gesprüht wurden. Die Patienten sind deshalb in der korrekten Anwendung von Rhinovent 0,03% Nasenspray zu unterweisen.

Augenschmerzen oder unangenehmes Gefühl in den Augen, verschwommenes Sehen, Ränder- und Farbigsehen in Verbindung mit geröteten Augen infolge einer Bindehaut- oder Hornhautkongestion können Symptome eines akuten Engwinkelglaukoms sein. Falls mehrere dieser Symptome gleichzeitig auftreten, müssen unverzüglich miotische Augentropfen appliziert und ein Ophthalmologe konsultiert werden.

Bei Patienten mit einer Prädisposition für Engwinkelglaukom, mit vorbestehenden Störungen der Harntraktausscheidung (z.B. Prostatahyperplasie oder Blasenhalsobstruktion) muss Rhinovent 0,03% Nasenspray vorsichtig angewendet werden.

Rhinovent Pumpdosierspray enthält das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid, das Reizungen der Schleimhäute verursachen kann.

Bei Patienten mit Mucoviscidose besteht eine erhöhte Neigung zu Störungen der gastrointestinalen Motilität.

Fertilität

Präklinische Studien mit Ipratropiumbromid zeigten keine unerwünschten Wirkungen auf die Fertilität. Klinische Daten zur Fertilität liegen nicht vor.

Interaktionen

Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass die Kombination von Rhinovent 0,03% Nasenspray mit anderen, häufig gegen perenniale Rhinitis verordneten Arzneimitteln wie z.B. Antihistaminika, Dekongestantien oder nasale Steroide die Inzidenz der Nebenwirkungen erhöht.

Rhinovent 0,03% Nasenspray wird nur in minimalem Ausmass in den systemischen Blutkreislauf aufgenommen; trotzdem besteht ein gewisses Potential für eine additive Interaktion mit anderen, gleichzeitig verabreichten Anticholinergika einschliesslich Ipratropiumbromid-haltigen Aerosolen zur oralen Inhalation.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Die Sicherheit der Anwendung von Rhinovent 0,03% Nasenspray während der Schwangerschaft ist noch nicht wissenschaftlich belegt. In Studien an Ratten, Mäusen und Kaninchen wurden nach Inhalation von wesentlich höheren als den beim Menschen empfohlenen Dosen keine embryotoxischen oder teratogenen Wirkungen gefunden. Man verfügt über keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen. Bei der Anwendung von Rhinovent 0,03% in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Ipratropiumbromid in die Muttermilch sezerniert wird. Obwohl nicht fettlösliche quaternäre Kationen in die Milch übergehen, ist es unwahrscheinlich, dass Ipratropiumbromid, besonders nach intranasaler Gabe, in nennenswertem Ausmass in den Organismus des Kindes gelangt. Da jedoch viele Arzneimittel in die menschliche Milch übergehen, ist bei der Verabreichung von Rhinovent 0,03% Nasenspray an stillende Mütter Vorsicht geboten.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zur Fahrtüchtigkeit und Bedienen von Maschinen durchgeführt. Die Patienten sollten jedoch darauf hingewiesen werden, dass während der Behandlung mit Rhinovent Pumpdosierspray unerwünschte Wirkungen wie Schwindel, Akkomodationsstörungen, Mydriasis und verschwommenes Sehen auftreten können. Daher wird beim Autofahren oder beim Bedienen von Maschinen Vorsicht empfohlen. Wenn bei Patienten die oben genannten Nebenwirkungen auftreten, sollten diese potentiell gefährliche Tätigkeiten wie Autofahren oder das Bedienen von Maschinen vermeiden.

Unerwünschte Wirkungen

Viele der aufgelisteten unerwünschten Wirkungen können den anticholinergen Eigenschaften des Wirkstoffs Ipatropinbromid zugewiesen werden. Wie bei allen topischen Therapien kann Rhinovent Pumpdosierspray Symptome einer lokalen Irritation hervorrufen. Während der klinischen Studien und der Arzneimittelüberwachung nach der Zulassung des Präparats, wurden unerwünschte Wirkungen beobachtet.

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen, welche während der klinischen Studien festgestellt wurden, waren Epistaxis, trockene Nase, Kopfschmerzen, Nasenbeschwerden und Rachenreizungen.

Die Häufigkeitsangaben sind wie folgt definiert: häufig (<10%-1%), gelegentlich (<1%-0,1%), selten (<0,1%).

Störungen im Immunsystem

Gelegentlich: Anaphylaktische Reaktionen; Überempfindlichkeit.

Störungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Schwindel.

Störungen der Augen

Gelegentlich: Akkomodationsstörungen; Mydriasis; intraokulare Druckerhöhung; Glaukom; Augenschmerzen; verschwommenes Sehen; Ränder- und Farbigsehen; konjunktivale Hyperämie; Kornea-Ödem.

Herz-Kreislaufstörungen

Gelegentlich: Supraventrikuläre Tachykardie; Vorhofflimmern; erhöhte Herzfrequenz.

Selten: Herzklopfen.

Atemwegsstörungen

Häufig: Nasenbluten; Trockenheit der Nase; Rachenreizungen; Nasenbeschwerden.

Gelegentlich: Rachentrockenheit; Bronchospasmus; Laryngospasmus; Rachenödem.

Gastrointestinale Beschwerden

Gelegentlich: Mundtrockenheit; Pharyngitis; Gastrointestinale Motilitätsstörungen; Nausea; Lippenödem, Stomatitis.

Störungen der Haut und Hautanhangsgebilde

Gelegentlich: Rash; Angioödem.

Selten: Pruritus, Urtikaria.

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Gelegentlich: Harnverhalten.

Überdosierung

Symptome

Es sind keine spezifischen Symptome von Überdosierung beobachtet worden. In Anbetracht der grossen therapeutischen Breite und der topischen Verabreichung von Rhinovent 0,03% Nasenspray sind keine schwerwiegenden anticholinergen Symptome zu erwarten. Geringfügige systemische Manifestationen einer anticholinergen Wirkung wie Mundtrockenheit, Akkomodationsstörungen, erhöhte Herzfrequenz und Urinretention könnten vorkommen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: R01AX03

Ipratropiumbromid, ein quaternäres Ammoniumderivat von Atropin, ist ein Anticholinergikum. Intranasal verabreichtes Ipratropiumbromid besitzt einen lokalisierten parasympathischen Blockierungseffekt, der die wässerige Hypersekretion der nasalen Schleimhautdrüsen herabsetzt.

Kontrollierte klinische Studien ergaben, dass intranasal verabreichtes Ipratropiumbromid Schweregrad und Dauer der Rhinorrhoe bei Patienten mit allergischer und nichtallergischer perennialer Rhinitis wirksam vermindert.

Intranasal appliziertes (Aerosol) Ipratropiumbromid zeigte keine ausgeprägte Wirkung auf den Geruchssinn, den nasalen mukoziliären Schleimtransport, die Frequenz des Zilienschlags oder die luftkonditionierende Kapazität der Nase.

Pharmakokinetik

Absorption

Ipratropiumbromid ist ein quaternäres Amin, das rasch aber nur in geringem Ausmass von der Nasenschleimhaut in den systemischen Kreislauf resorbiert wird. Wie Berechnungen anhand der renalen Ausscheidung über 24 Stunden von Ipratropiumbromid bei gesunden Freiwilligen, Patienten mit experimentell induziertem Schnupfen oder Patienten mit perennialer Rhinitis ergaben, werden weniger als 10% einer Dosis resorbiert. Dies entspricht einer systemischen Bioverfügbarkeit von weniger als 20% (Breite 7-18%).

Distribution

Das Arzneimittel wird nur minimal (<20%) an Plasmaproteine gebunden. Wie es seiner chemischen Struktur als quaternäres Amin entspricht, überschreitet das Ipratropium-Ion die Blut-Hirn-Schranke nicht.

Die wichtigsten pharmakokinetischen Parameter wurden aufgrund der nach intravenöser Verabreichung beobachteten Plasmawerte berechnet. Es wurde ein rascher biphasischer Abfall der Ipratropiumbromid-Konzentrationen im Plasma festgestellt. Die Halbwertszeit der terminalen Eliminationsphase betrug ungefähr 1,6 Stunden.

Metabolismus

Die Halbwertszeit für die Elimination des Wirkstoffes und der Metaboliten betrug, gemessen mittels radioaktiver Markierung, 3,6 Stunden. Die hauptsächlichen Metaboliten, die im Urin gefunden werden, binden sich nur in geringem Ausmass an den Muscarinrezeptor und werden als inaktiv betrachtet. Die Gesamt-Clearance des Wirkstoffes beträgt 2,3 l/Min. Etwa 40% der Clearance erfolgt renal (0,9 l/Min.) und 60% nicht-renal, d.h. höchstwahrscheinlich über den Leberstoffwechsel.

Das Verteilungsvolumen (Vz) beträgt 338 l (etwa 4,6 l/kg).

Elimination

Die renale Ausscheidung des Wirkstoffes beträgt 46% der Dosis nach intravenöser Verabreichung und 3-8% der Dosis nach intranasaler Applikation.

Präklinische Daten

Hinweise auf eine Genotoxizität konnten weder in vitro (Ames Test) noch in vivo (Micronucleustest, dominant-letaler Test bei Mäusen, zytogener Versuch an Knochenmarkzellen von Chinesischen Hamstern) festgestellt werden.

Es wurde kein tumorigener oder karzinogener Effekt in Langzeitstudien bei Mäusen und Ratten beobachtet.

Studien zur Untersuchung von möglichen Einflüssen von Ipratropiumbromid auf die Fertilität, die Embryo-Fetotoxizität und die peri-/postnatale Entwicklung wurden an Mäusen, Ratten und Kaninchen durchgeführt.

Hohe orale Wirkstoff-Dosen, wie 1000 mg/kg/Tag bei Ratten und 125 mg/kg/Tag bei Kaninchen, waren maternotoxisch für beide Tierarten und embryo/fetotoxisch für Ratten, bei welchen das Fetalgewicht reduziert war. Therapiebedingte Missbildungen wurden nicht beobachtet.Die höchste technisch machbare Dosis für die Inhalation des Dosier-Aerosols, 1,5 mg/kg/Tag bei Ratten und 1,8 mg/kg/Tag bei Kaninchen, zeigte keine Nebenwirkungen auf die Reproduktion.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit und besondere Lagerungshinweise

Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) lagern.

Zulassungsnummer

52445 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Boehringer Ingelheim (Schweiz) GmbH, Basel.

Stand der Information

Mai 2011.

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