Perjeta Inf Konz 420 Mg/14ml Vial 14 Ml

Perjeta Inf Konz 420 Mg/14ml Vial 14 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Pertuzumabum.

Hilfsstoffe: Acidum aceticum glaciale, L-histidinum, saccharum, polysorbatum 20 (aus gentechnisch verändertem Mais hergestellt), aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Konzentrat zur Zubereitung einer Infusionslösung.

1 Durchstechflasche zu 14 ml enthält 420 mg Pertuzumab.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Perjeta ist in Kombination mit Herceptin und Docetaxel zur Behandlung von Patienten mit HER2-positivem metastasierendem oder lokal rezidivierendem nicht resezierbarem Brustkrebs indiziert, die noch keine Chemotherapie gegen ihre metastasierte Erkrankung erhalten haben.

Dosierung/Anwendung

Eine Therapie mit Perjeta sollte unbedingt unter Aufsicht einer Ärztin oder eines Arztes mit Erfahrung in der Behandlung von Krebspatienten eingeleitet werden.

Patienten, die mit Perjeta behandelt werden, sollten einen HER2-positiven Tumorstatus, definiert als immunhistochemischer Score von 3+ oder eine mit einem validierten Test bestimmte ISH-Amplifikationsrate von ≥2.0 aufweisen.

Perjeta sollte mittels intravenöser Infusion und nicht als intravenöse Bolusinjektion verabreicht werden.

Übliche Dosierung

Die empfohlene Initialdosis von Perjeta beträgt 840 mg, verabreicht als intravenöse Infusion über 60 Minuten. Weitere Dosen werden in einer Dosis von 420 mg alle 3 Wochen empfohlen und können über eine Zeitspanne von 30-60 Minuten verabreicht werden.

Herceptin wird als intravenöse Infusion mit einer Initialdosis von 8 mg/kg, gefolgt von einer Dosis von 6 mg/kg alle 3 Wochen verabreicht.

Die empfohlene Initialdosis von Docetaxel zusammen mit Perjeta und Herceptin ist 75 mg/m2. Wenn diese gut vertragen wurde, kann die Dosis auf 100 mg/m2 erhöht werden.

Die Arzneimittel sollten stets nacheinander verabreicht werden. Perjeta kann vor oder nach Herceptin verabreicht werden und Docetaxel sollte anschliessend nach Perjeta und Herceptin verabreicht werden. Nach jeder Infusion von Perjeta und vor Beginn einer nachfolgenden Infusion mit Herceptin oder Docetaxel wird eine Beobachtungsphase von 30-60 Minuten empfohlen.

Es wird empfohlen, die Behandlung mit Perjeta in der Dreifachkombination bis zur Progression der Erkrankung oder bis zum Auftreten unakzeptabler Toxizität fortzuführen.

Bei Beendigung der Behandlung mit Docetaxel kann die Behandlung mit Perjeta und Herceptin fortgesetzt werden.

Verspätete oder ausgelassene Dosen

Falls zwischen zwei aufeinanderfolgenden Infusionen weniger als 6 Wochen liegen, sollte die Dosis von 420 mg Perjeta sobald wie möglich verabreicht werden und nicht bis zur nächsten geplanten Dosis abgewartet werden. Wenn zwischen zwei aufeinanderfolgenden Infusionen 6 Wochen oder mehr liegen, sollte erneut eine Initialdosis von 840 mg Perjeta als intravenöse Infusion über 60 Minuten verabreicht werden, gefolgt von weiteren Dosen à 420 mg alle 3 Wochen, verabreicht über eine Zeitspanne von 30-60 Minuten.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Perjeta bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wurde nicht untersucht.

Ältere Patienten

Hinsichtlich der Sicherheit und Wirksamkeit von Perjeta wurden keine Unterschiede zwischen erwachsenen Patienten im Alter von ≥65 und <65 Jahren beobachtet. Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit leicht oder mässig eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich. Für Patienten mit schwer eingeschränkter Nierenfunktion können aufgrund der begrenzten verfügbaren pharmakologischen Daten keine Empfehlungen abgegeben werden (siehe «Pharmakokinetik, Kinetik spezieller Patientengruppen»).

Leberinsuffizienz

Sicherheit und Wirksamkeit von Perjeta wurden bei Patienten mit Leberinsuffizienz nicht untersucht.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Um die Rückverfolgbarkeit von biologischen Arzneimitteln zu verbessern, ist der Handelsname Perjeta in der Patientenakte klar zu vermerken. Die Substituierung durch ein anderes biologisches Arzneimittel erfordert die Einwilligung des verschreibenden Arztes. Die Angaben in dieser Fachinformation treffen nur auf Perjeta zu.

Infusionsbedingte Reaktionen und Überempfindlichkeitsreaktionen

Unter Behandlung mit Perjeta wurden Infusionsreaktionen berichtet.

Eine infusionsbedingte Reaktion war in der pivotalen Phase-III-Studie CLEOPATRA definiert als jedes als Überempfindlichkeit, anaphylaktische Reaktion, akute Infusionsreaktion oder Zytokin-Freisetzungssyndrom berichtetes Ereignis, das während einer Infusion oder am Tag einer Infusion auftrat. In der pivotalen Studie CLEOPATRA wurde die erste Perjeta-Dosis am Tag vor der Gabe von Herceptin und Docetaxel verabreicht, um Reaktionen in Zusammenhang mit Perjeta nachgehen zu können. Am ersten Tag, an dem nur Perjeta verabreicht wurde, waren die häufigsten infusionsbedingten Reaktionen (≥1.0%) in der mit Perjeta behandelten Gruppe Fieber, Schüttelfrost, Müdigkeit, Kopfschmerz, Asthenie, Überempfindlichkeit und Erbrechen.

Im zweiten Zyklus, in dem alle Arzneimittel am selben Tag verabreicht wurden, waren Müdigkeit, Arzneimittelüberempfindlichkeit, Dysgeusie, Überempfindlichkeit, Myalgie und Erbrechen die häufigsten infusionsbedingten Reaktionen (≥1.0%) in der mit Perjeta behandelten Gruppe. Bei der Verabreichung von Perjeta wird während und 60 Minuten nach der ersten Infusion sowie während und 30 Minuten nach den folgenden Perjeta-Infusionen eine engmaschige Überwachung des Patienten empfohlen. Bei Auftreten einer signifikanten infusionsbedingten Reaktion sollte die Infusion verlangsamt oder unterbrochen werden und es sollten geeignete medizinische Therapien verabreicht werden. Die Patienten sollten beurteilt und bis zum vollständigen Rückgang der Anzeichen und Symptome sorgfältig überwacht werden. Bei Patienten mit schweren Infusionsreaktionen sollte ein dauerhaftes Absetzen von Perjeta erwogen werden. Die klinische Beurteilung sollte auf dem Schweregrad der vorausgegangenen Reaktion und dem Ansprechen auf die verabreichte Behandlung der unerwünschten Wirkung basieren.

Überempfindlichkeitsreaktionen/Anaphylaxie

Die Patienten sind engmaschig auf Überempfindlichkeitsreaktionen zu überwachen. In klinischen Studien wurde unter Perjeta schwere Überempfindlichkeit, einschliesslich Anaphylaxie, beobachtet. Es sollten Arzneimittel zur Behandlung solcher Reaktionen sowie entsprechende Notfallausrüstung zur unmittelbaren Verwendung bereitstehen. Bei schwerwiegenden Überempfindlichkeitsreaktionen sollte die Infusion mit Perjeta unverzüglich abgebrochen werden.

Linksventrikuläre Dysfunktion

Bei Patienten, die eine vorgängige Behandlung mit Anthrazyklinen oder eine vorgängige Radiotherapie im Brustbereich erhalten haben, besteht ein höheres Risiko für eine Abnahme der LVEF.

Perjeta wurde nicht untersucht bei Patienten mit einem LVEF-Ausgangswert ≤50%, einer kongestiven Herzinsuffizienz (CHF) in der Vorgeschichte, Abnahmen der LVEF auf <50% während einer vorgängigen adjuvanten Therapie mit Herceptin und Erkrankungen, die die linksventrikuläre Funktion einschränken könnten (wie beispielsweise unkontrollierte Hypertonie, kürzlich stattgefundener Myokardinfarkt, schwerwiegende behandlungsbedürftige kardiale Arrhythmie oder vorausgegangene Anthrazyklin-Exposition gegenüber 360 mg/m2 Doxorubicin oder dessen Äquivalent).

Die LVEF soll vor Beginn einer Behandlung mit Perjeta und in regelmässigen Abständen (z.B. alle drei Monate) während der Behandlung bestimmt werden, um zu gewährleisten, dass die LVEF innerhalb der institutionellen Grenzen des Normbereichs liegt.

Die Gabe von Perjeta und Herceptin soll für mindestens 3 Wochen ausgesetzt werden, falls

  • eine Abnahme der linksventrikulären Auswurffraktion (LVEF) auf weniger als 40% auftritt.
  • eine LVEF von 40-45% verbunden mit einer Abnahme um ≥10 Prozentpunkte unter den Ausgangswert auftritt.

Die Behandlung mit Perjeta und Herceptin kann wiederaufgenommen werden, wenn sich die LVEF auf >45% oder 40-45% und gleichzeitig <10 Prozentpunkte unter dem Ausgangswert erholt hat.

Wenn sich die LVEF nach einer wiederholten Untersuchung innerhalb ungefähr 3 Wochen nicht verbessert oder sogar weiter verringert hat, sollte ein Abbruch der Behandlung mit Perjeta und Herceptin dringend erwogen werden, es sei denn, man kann annehmen, dass für den individuellen Patienten der Nutzen das Risiko überwiegt.

Diarrhöe

Pertuzumab kann schwere Diarrhöe hervorrufen. Im Falle des Auftretens von schwerer Diarrhöe sollte eine Behandlung mit Antidiarrhoika begonnen werden. Wenn keine Verbesserung des Zustandes erreicht werden kann, sollte eine Unterbrechung der Behandlung mit Pertuzumab in Erwägung gezogen werden. Wenn die Diarrhöe wirksam behandelt wurde, kann die Behandlung mit Pertuzumab wieder aufgenommen werden.

Interaktionen

Die Wirkungen von Pertuzumab auf die Pharmakokinetik der gleichzeitig verabreichten zytotoxischen Wirkstoffe Trastuzumab, Docetaxel, Gemcitabin, Erlotinib und Capecitabine wurde im Rahmen von Studien untersucht. Es bestanden keine Hinweise auf pharmakokinetische Interaktionen zwischen Pertuzumab und einem dieser Wirkstoffe.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Perjeta sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn der potentielle Nutzen für die Mutter überwiegt das mögliche Risiko für den Fötus. Frauen im gebärfähigen Alter sowie Partnerinnen männlicher Patienten im gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung mit Perjeta und 6 Monate nach der letzten Dosis eine zuverlässige Methode der Schwangerschaftsverhütung anwenden.

Es wurden keine Studien mit Perjeta bei schwangeren Frauen durchgeführt. Die Verabreichung von Perjeta an Cynomolgus-Affen während der Organogenese verursachte Oligohydramnien, verzögerte Entwicklung der Nieren und embryofötalen Tod (siehe «Pharmakokinetik, Teratogenität»).

Stillzeit

Da menschliches IgG in die Muttermilch ausgeschieden wird und das mögliche Risiko einer Absorption und Schädigung des Säuglings nicht bekannt ist, sollte die Entscheidung, das Stillen abzubrechen oder das Arzneimittel abzusetzen, unter Berücksichtigung der Bedeutung für die Mutter und der Eliminationshalbwertszeit von Pertuzumab (siehe «Pharmakokinetik, Elimination») getroffen werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es sind keine Studien über die Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen durchgeführt worden.

Unerwünschte Wirkungen

Die Sicherheit von Perjeta wurde bei 808 Patienten in der randomisierten Studie CLEOPATRA (Phase-III Studie mit Perjeta plus Herceptin und Docetaxel im metastasierten Setting, n = 808) sowie in Studien der Phasen I und II bei Patienten mit verschiedenen malignen Erkrankungen beurteilt.

Die Angaben zur Häufigkeit von unerwünschten Wirkungen basieren auf der pivotalen Phase III Studie von Perjeta in Kombination mit Herceptin und Docetaxel bei 808 Patienten aus der Gesamtbehandlungsphase in der Studie CLEOPATRA.

Das Sicherheitsprofil von Perjeta bleibt nach weiterer einjähriger Nachbeobachtung (mediane Gesamtdauer der Nachbeobachtung: 30 Monate) in der CLEOPATRA-Studie unverändert.

Die im Rahmen der Anwendungsbeobachtung nach der Markteinführung gemeldeten Sicherheitsdaten und Laboranomalien korrelieren mit denjenigen aus den klinischen Studien mit Perjeta.

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen (>50%), waren Diarrhöe, Alopezie und Neutropenie. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen vom Grad 3-4 (>10%) waren Neutropenie, febrile Neutropenie und Leukopenie.

Die Auflistung der Häufigkeitskategorien erfolgt unter Berücksichtigung der MedDRA Terminologie: Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1'000 bis <1/100), selten (≥1/10'000 bis <1/1'000), sehr selten (<1/10'000).

Infektionen und Infestationen

Sehr häufig: Infektionen der oberen Atemwege (20.8% (Grad 3-4 0.7%)), Nasopharyngitis (16.9%).

Häufig: Paronychie.

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Sehr häufig: Neutropenie (53.4% (Grad 3-4 49.0%)), Anämie (24.0% (Grad 3-4 2.5%)), Leukopenie (18.4% (Grad 3-4 12.3%)), febrile Neutropenie (13.7% (Grad 3-5 13.7%)).

Störungen des Immunsystems

Sehr häufig: Infusionsreaktionen (60.8%; im ersten Zyklus 13.2%).

Häufig: Überempfindlichkeit.

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Verminderter Appetit (29.7% (Grad 3-4 1.7%)).

Psychiatrische Störungen

Sehr häufig: Insomnie (15.7%).

Störungen des Nervensystems

Sehr häufig: Periphere Neuropathie (22.3% (Grad 3-4 2.7%)), Kopfschmerzen (25.7% (Grad 3-4 1.7%)), Dysgeusie (18.4%), periphere sensorische Neuropathie (12.3% (Grad 3-4 0.5%)), Schwindel (15.0% (Grad 3-4 0.7%)).

Augenleiden

Sehr häufig: Verstärkter Tränenfluss (14.7%).

Funktionsstörungen des Herzens

Häufig: Linksventrikuläre Dysfunktion einschliesslich symptomatischer linksventrikulärer systolischer Dysfunktion.

Funktionsstörungen der Gefässe

Sehr häufig: Hypertonie (11%).

Atmungsorgane (Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen)

Sehr häufig: Husten (23.5%), Dyspnoe (15.2% (Grad 3-4 1.0%)).

Häufig: Pleuraerguss.

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Diarrhöe (68.4% (Grad 3-4 9.3%)), Übelkeit (44.9% (Grad 3-4 1.2%)), Erbrechen (26.0% (Grad 3-4 1.5%)), Obstipation (15.9%), Stomatitis (19.9% (Grad 3-4 0,5%)), Dyspepsie (13.2%), Abdominalschmerzen (10.5%).

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig: Alopezie (60.8%), Rash (37.5% (Grad 3-4 0.7%)), Störungen der Nägel (23.5% (Grad 3-4 1.2%)), Pruritus (17.6%), trockene Haut (11.3%).

Muskelskelettsystem (Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen)

Sehr häufig: Myalgie (24.3% (Grad 3-4 1.2%)), Arthralgie (19.4% (resp. Grad 3-4 0.2%)), Extremitätenschmerzen (17.9%), Rückenschmerzen (16.4%), Muskelspasmen (10.3%).

Allgemeine Störungen

Sehr häufig: Müdigkeit (38.0% (Grad 3-4 2.2%)), Asthenie (27.7% (resp. Grad 3-4 2.7%)), periphere Ödeme (24.0% (Grad 3-4 0.5%)), Entzündungen der Schleimhäute (27.2% (Grad 3-4 1.5%)), Fieber (20.1% (Grad 3-4 1.2%)).

Weitere Angaben zu ausgewählten unerwünschten Wirkungen

Die Mehrzahl der Überempfindlichkeitsreaktionen war insgesamt von leichtem bis mässigem Schweregrad und ging nach der Behandlung zurück. Basierend auf Modifikation der Studienmedikation wurden die meisten Reaktionen als Folge der Infusionen von Docetaxel eingestuft.

Unerwünschte Wirkungen nach Absetzen von Docetaxel

Nach dem Absetzen von Docetaxel traten folgende unerwünschte Wirkungen in den Behandlungsgruppen mit Perjeta und Herceptin auf: Diarrhöe (28.1%), Ausschlag (18.3%), Infektionen der oberen Atemwege (18.3%), Kopfschmerzen (17.0%), Nasopharyngitis (17.0%), Pruritus (13.7%), Müdigkeit (13.4%), Asthenie (13.4%), Extremitätenschmerzen (13.4%), Rückenschmerzen (12.1%), Übelkeit (12.7%), Husten (12.1%) und Arthralgie (11.4%). Alle anderen unerwünschten Wirkungen traten bei weniger als 10% der Patienten auf.

Überdosierung

Aus klinischen Studien beim Menschen liegen keine Erfahrungen mit Überdosierungen vor.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: L01XC13

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Perjeta (Pertuzumab) ist ein rekombinanter humanisierter IgG1 monoklonaler Antikörper. Pertuzumab bindet spezifisch an die extrazelluläre Dimerisierungsdomäne (Subdomäne II) des HER2 Rezeptors, während Trastuzumab an die Domäne IV bindet. Dadurch blockiert Pertuzumab die Ausbildung der liganden-abhängigen Heterodimerisierung des HER2 mit anderen Mitgliedern der HER2 Familie einschliesslich HER1, HER3 und HER4.

In der Folge hemmt Pertuzumab die ligandeninitiierte intrazelluläre Signalübertragung über zwei wesentliche Signalübertragungswege, Mitogen-aktivierte Protein (MAP)-Kinase und Phosphoinositid-3-Kinase (PI3K). Die Hemmung dieser Signalübertragungswege kann zu Zellwachstumsstillstand und Apoptose führen. Ausserdem vermittelt Pertuzumab eine antikörperabhängige zellvermittelte Zytotoxizität (ADCC).

Während Pertuzumab allein die Proliferation von menschlichen Tumorzellen hemmt, verstärkt die Kombination von Pertuzumab und Trastuzumab signifikant die Antitumorwirkung in HER2-überexprimierenden Xenograft-Modellen.

Klinische Wirksamkeit

Metastasierender und lokal rezidivierender Brustkrebs

WO20698

Diese multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte klinische Phase-III-Studie wurde bei 808 Patienten mit HER2-positivem metastasierendem oder lokal rezidivierendem nicht reserzierbarem Brustkrebs durchgeführt. Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert und mit Placebo plus Herceptin und Docetaxel oder Perjeta plus Herceptin und Docetaxel behandelt.

Primärer Endpunkt der Studie war progressionsfreies Überleben (progression-free survival, PFS beurteilt durch ein unabhängiges Review Forum). Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren das Gesamtüberleben (overall survival, OS), das durch den Prüfer beurteilte PFS, die Gesamtansprechrate (objective response rate, ORR), die Dauer des Ansprechens und die Zeit bis zur Symptomprogression gemäss dem FACT B-Fragebogen zur Lebensqualität. Die demographischen Merkmale waren ausgewogen.

Zum Zeitpunkt der primären Analyse zeigte sich eine Differenz im medianen PFS von 6.1 Monaten (medianes PFS von 12.4 Monaten in der mit Placebo behandelten Gruppe im Vergleich zu 18.5 in der mit Perjeta behandelten Gruppe (Hazard-Ratio [HR] = 0.62; 95% KI = 0.51, 0.75; p <0.0001)). Die Ergebnisse des durch die Prüfärzte beurteilten PFS waren mit den Ergebnissen des durch das IRF beurteilten PFS vergleichbar.

Bei der primären Wirksamkeitsanalyse zeigte eine Interimsanalyse des Gesamtüberlebens einen nicht signifikanten Trend in Richtung eines Überlebensvorteils zugunsten der mit Perjeta behandelten Gruppe.

Eine ein Jahr nach der primären Wirksamkeitsanalyse durchgeführte Interimsanalyse des Gesamtüberlebens ergab einen statistisch signifikanten Gesamtüberlebensvorteil zugunsten der mit Perjeta behandelten Gruppe (HR 0.66; p = 0.0008, Log-Rank-Test). Die mediane Zeit bis zum Tod betrug in der mit Placebo behandelten Gruppe 37.6 Monate, war jedoch in der mit Perjeta behandelten Gruppe noch nicht erreicht worden.

Zum Zeitpunkt der Abschlussanalyse des Gesamtüberlebens waren 389 Patienten verstorben (221 in the Placebogruppe (54.4%) und 168 in der mit Perjeta behandelten Gruppe (41.8%)). Der statistisch signifikante Gesamtüberlebensvorteil zugunsten der mit Perjeta behandelten Gruppe war erhalten geblieben (HR 0.68 [0.56; 0.84], p = 0.0002 Log-Rank-Test). Die mediane Dauer bis zum Tod betrug in der Placebogruppe 40.8 Monate und in der mit Perjeta behandelten Gruppe 56.5 Monate.

Die Differenz der Gesamtansprechrate zwischen den beiden Armen war 10.8% (69.3% in der mit Placebo behandelten Gruppe im Vergleich zu 80.2% in der mit Perjeta behandelten Gruppe (95% KI 4.2-17.5; p = 0.0011)).

Hinsichtlich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, die anhand der Zeit bis zur Symptomprogression auf der FACT-B TOI-PFB Subskala ermittelt wurde und als eine Reduktion des Subskalen-Scores um 5 Punkte definiert war, bestand zwischen den Behandlungsgruppen kein statistisch signifikanter Unterschied (HR = 0.97; 95% KI = 0.81; 1.16).

Immunogenität

Die Patienten der pivotalen Studie wurden zu mehreren Zeitpunkten auf anti-therapeutische Antikörper (ATA) gegen Perjeta untersucht. Rund 6.2% (23/372) der Patienten in der mit Placebo behandelten Gruppe und 2.8% (11/386) der Patienten in der mit Perjeta behandelten Gruppe hatten ein positives Testergebnis bezüglich ATA. Bei keinem dieser 34 Patienten traten anaphylaktische/Überempfindlichkeitsreaktionen auf, die in eindeutigem Zusammenhang mit ATA standen.

Pharmakokinetik

Distribution

Gemäss einem expandierten Patienten-Datensatz aus allen klinischen Studien (Populations-pharmakokinetische Analyse) betrug der typische Wert für das Verteilungsvolumen des zentralen Kompartiments (Vc) 3.11 l und für das Verteilungsvolumen des peripheren Kompartiments (Vp) 2.46 l.

Metabolismus

Der Metabolismus von Pertuzumab wurde nicht direkt untersucht. Antikörper werden grundsätzlich wie andere Proteine abgebaut.

Elimination

Entsprechend dem expandierten Patienten-Datensatz aus allen klinischen Studien (Populations-pharmakokinetische Analyse) beträgt die mediane Clearance von Pertuzumab 0.235 l/Tag bei einer Eliminationshalbwertszeit von 18 Tagen.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Es wurden keine auf ältere Patienten ausgerichteten Studien mit Pertuzumab durchgeführt. In einer populationspharmakokinetischen Analyse hatte das Alter keinen signifikanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Pertuzumab. In dieser Analyse waren 32.5% (n = 143) der Patienten ≥65 Jahre und 9.1% (n = 40) der Patienten ≥75 Jahre alt.

Kinder und Jugendliche

Bei pädiatrischen Patienten wurden keine Studien zur Pharmakokinetik von Pertuzumab durchgeführt.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Es wurden keine pharmakokinetischen Studien bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion durchgeführt. Auf Basis der populationspharmakokinetischen Analyse wird kein Einfluss einer eingeschränkten Nierenfunktion auf die Exposition gegenüber Pertuzumab erwartet, es wurden jedoch nur begrenzte Daten von Patienten mit mässig oder schwer eingeschränkter Nierenfunktion in die populationspharmakokinetische Analyse eingeschlossen (siehe «Dosierung/Anwendung, Spezielle Dosierungsanweisungen»).

Eingeschränkte Leberfunktion

Es wurden keine Studien zur Pharmakokinetik von Pertuzumab bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion durchgeführt.

Präklinische Daten

Karzinogenität

Es wurden keine Langzeitstudien bei Tieren zur Beurteilung des karzinogenen Potentials von Pertuzumab durchgeführt.

Mutagenität

Es wurden keine Studien zur Beurteilung des mutagenen Potentials von Pertuzumab durchgeführt.

Fertilität

Es wurden keine spezifischen Fertilitätsstudien bei Tieren zur Beurteilung der Wirkung von Pertuzumab durchgeführt. In bis zu sechsmonatigen Toxizitätsstudien mit wiederholter Gabe an Cynomolgus-Affen wurden keine unerwünschten Wirkungen auf männliche und weibliche Fortpflanzungsorgane beobachtet.

Teratogenität

Studien zur Reproduktionstoxizität wurden bei Cynomolgus-Affen mit Sättigungsdosen von 30 bis 150 mg/kg und Erhaltungsdosen von 10 bis 100 mg/kg durchgeführt, wodurch klinisch relevante Expositionen erreicht wurden. Die intravenöse Verabreichung von Pertuzumab ab Gestationstag (GD) 19 bis GD 50 (Phase der Organogenese) hat sich als embryotoxisch bei einer dosisabhängigen Zunahme der embryofötalen Todesfälle zwischen GD25 und GD70 erwiesen. Verzögerte Entwicklung der Nieren und Oligohydramnien wurden an GD 100 festgestellt.

Andere

Wöchentliche intravenöse Gaben von Pertuzumab in Dosen bis zu 150 mg/kg/Dosis wurden von Cynomolgus-Affen im Allgemeinen gut vertragen. Unter Dosen von 15 mg/kg und darüber wurden behandlungsbedingte intermittierende leichte Diarrhöen festgestellt. Bei einer Subgruppe der Affen führte die chronische Dosierung (7 bis 26 wöchentliche Dosen) zu Episoden einer Diarrhöe-bedingten Dehydratation, die mit intravenöser Flüssigkeitsersatztherapie behandelt wurden.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Es wurden keine Inkompatibilitäten zwischen Perjeta und Polyvinylchlorid-, Polyethylen- oder PVC-freien Polyolefin-Beuteln beobachtet.

Glucoselösung (5%) darf nicht zur Verdünnung von Perjeta verwendet werden, da es sich in solchen Lösungen als instabil erwiesen hat.

Perjeta darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt oder verdünnt werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Arzneimittel im Kühlschrank lagern (2–8 °C). Behälter im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Nicht einfrieren. Nicht schütteln!

Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung und Entsorgung

Perjeta enthält keine antimikrobiellen Konservierungsstoffe. Sorgfalt ist bei der Zubereitung zur Gewährleistung der Sterilität der zubereiteten Lösung erforderlich und daher sollte die Verdünnung von Perjeta durch Medizinalpersonen unter Anwendung aseptischer Techniken erfolgen.

Die benötigte Menge Perjeta Konzentrat (14 ml) soll aus der Durchstechflasche entnommen, und in einem Polyvinylchlorid (PVC) - oder PVC-freien Polyolefin-Infusionsbeutel mit 250 ml 0.9% Natriumchlorid verdünnt werden. Für die Initialdosis sind 2 Durchstechflaschen Perjeta (840 mg Pertuzumab), für die nachfolgenden Dosen ist 1 Durchstechflasche Perjeta (420 mg Pertuzumab) erforderlich.

Zur Verdünnung dürfen keine Glucoselösungen (5%) verwendet werden (siehe «Inkompatibilitäten»). Der Beutel sollte zum Mischen der Lösung vorsichtig auf den Kopf gedreht werden, um Schaumbildung zu vermeiden.

Arzneimittel für die parenterale Anwendung sollten vor der Verabreichung visuell auf Partikel und Verfärbungen überprüft werden. Chemische und physikalische In-use Stabilität wurde für 24 Stunden bei bis zu 30 °C gezeigt. Aus mikrobiologischen Gründen ist die gebrauchsfertige Lösung unmittelbar nach Anbruch zu verwenden. Die Durchstechflaschen sind für den Einmalgebrauch bestimmt und allfällige Reste des Perjeta Konzentrats sind zu verwerfen.

Nach Therapieabschluss oder Verfall sind nicht verwendete Arzneimittel in der Originalpackung der Abgabestelle (Arzt oder Apotheker) zur fachgerechten Entsorgung zu retournieren.

Zulassungsnummer

62510 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Roche Pharma (Schweiz) AG, 4153 Reinach.

Stand der Information

Dezember 2015.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten.