Septomixine Paste 5 G

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Framycetini sulfas, Hydrocortisonum acetas.

Hilfsstoffe: Propylenglycolum, Glycerolum, Excipiens ad pastam.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 g Paste enthält 190’000 I.E. Framycetin sulfas und 286 mg Hydrocortisonum acetas.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Pulpagangrän, infizierte Kanäle, akute Pulpitis, akute Peridontitis.

Dosierung/Anwendung

Pulpagangräne mit Granulom

Nach Bestimmung des Granulomträgerkanals eine breite Ausbohrung mit Hilfe eines chemischen Wurzelkanalaufbereiters und Rattenschwanzfeilen oder der Giromatic bis zum Apex vornehmen. Wenn der Kanal vollständig gereinigt werden konnte, kann er anschliessend mit Septomixine Paste ausgefüllt werden und eine apikale Füllung kann versucht werden. In diesem Falle wird bei der Nachbehandlung die Wirkung des Produktes überprüft. Wenn es nicht möglich war, den Kanal vollständig zu reinigen, füllt man diesen bei der ersten Behandlung mit Septomixine Paste, ohne jedoch den Apex zu überfüllen. Nach 2 bis 7 Wartetagen kann die Überfüllung beim Patienten vorgenommen werden. Bei der Kontrollbehandlung wird der Kanal geöffnet, das erzielte Ergebnis überprüft, der Kanal mit Hilfe von Chloroform bis zum Apex gereinigt, mit Septomixine Paste gefüllt, erneut eine apikale Überfüllung versucht und mit einer Zink-Oxid-Eugenolverbindung, jedoch nie mit Zement, verschlossen.

Pulpagangrän mit Abszess

Nach Fistelierung des Abszesses werden sehr schnell Ergebnisse erzielt, zumal es im allgemeinen möglich ist, eine breite Überfüllung vorzunehmen. Ein Teil der Paste tritt einige Tage später aus der Fistel aus (den Patienten darüber informieren), und die Heilung erfolgt sehr schnell.

Behandlung nach Verwendung einer Arseneinlage

Nach Entfernung der Arseneinlage und der Pulpa muss vor dem Auftragen der Septomixine Paste ein Chelator verwendet werden. Bei Reaktionen, die durch das Arsen hervorgerufen werden, lässt eine möglichst schnelle Behandlung mit Septomixine Paste, die Kortikosteroid enthält, die Schmerzen innerhalb weniger Stunden abklingen. Bei Pulpektomien sind apikale Überfüllungen nicht notwendig.

Aufgrund ihrer Unschädlichkeit kann Septomixine Paste bedenkenlos bei systematischen apikalen Überfüllungen verwendet werden. Die anzuwendende Technik ist sehr einfach. Die Behandlung erlaubt eine schnelle Granulomvernarbung.

Kinder und Jugendliche

Die Anwendung und Verwendungssicherheit von Septomixine Paste sind bis heute bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht worden. Die Anwendung soll auf Erwachsene begrenzt werden.

Kontraindikationen

Septomixine Paste soll nicht bei Patienten verwendet werden, die eine Unverträglichkeit gegen einen oder mehrere Bestandteile der Paste aufweisen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Da keine Angabe bei Kindern und Jugendlichen verfügbar ist, soll die Anwendung von Septomixine Paste auf Erwachsene begrenzt werden.

Septomixine Paste wirkt nicht sofort auf den Inhalt des infizierten Zahnkanals. Deshalb ist es unerlässlich, den Kanal vor einer periapikalen Überfüllung zu reinigen.

Septomixine Paste ist eine Paste, die nicht für die Dauerfüllung geeignet ist.

Sie wird nach Beendigung der Behandlung durch Spülung entfernt.

Anschliessend wird der Wurzelkanal mit einer Zink-Oxid-Eugenolverbindung gefüllt.

Beim Zurückziehen des Lentulos kann es geschehen, dass dessen Spitze nicht mit Septomixine Paste bestrichen ist. Sehr wahrscheinlich ist in diesem Fall ein apikales Sickern eingetreten. Es muss versucht werden, dieses Sickern entweder ohne Ätzmittel zu unterbinden oder wenigstens seine Austrocknung und die Sterilisierung des Milieus abzuwarten, um in einer anschliessenden Behandlung eine Überfüllung zu versuchen.

Nicht schlucken.

Interaktionen

Bei bestimmungsgemässer Anwendung sind bis heute keine Interaktionen bekannt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es sind weder kontrollierte Studien bei Tieren noch bei schwangeren Frauen verfügbar. Daher sollte die Septomixine Paste während der Schwangerschaft nicht verwendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.

Framycetin im mütterlichen Blut kann die Plazenta passieren und kann ein theoretisches Risiko einer fötalen Oto­toxizität und Nephrotoxizität darstellen.

Informationen über die Ausscheidung der aktiven Substanzen und deren Metaboliten in die Muttermilch gibt es nicht, weshalb Septomixine Paste während der Stillzeit nicht verordnet werden sollte.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Für Septomixine Paste sind bisher bei bestimmungsgemässem Gebrauch keine Nebenwirkungen beobachtet worden.

Aufgrund der Zusammensetzung von Septomixine Paste, können folgende Nebenwirkungen auftreten:

Immunsystem

Überempfindlichkeitsreaktionen möglich.

Framycetin

Kreuzallergien unter Aminoglykosiden sind möglich.

Hydrocortison

In sehr seltenen Fällen sind Überempfindlichkeitsreaktionen möglich.

Systemische Nebenwirkungen bei lokaler Applikation

Framycetinsulfat

Bei Resorption von Framycetin (geschädigte Schleimhäute, Wunden) sind unerwünschte Wirkungen wie oto- und nephrotoxische Erscheinungen sowie neuromuskuläre Blockade möglich.

Überdosierung

Bei bestimmungsgemässer Anwendung sind bis heute keine Überdosierungen beobachtet worden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A01AC03

Framycetinsulfat besitzt ein breites antibakterielles Spektrum, das mit demjenigen von Streptomycin vergleichbar ist.

Es hat eine ausgeprägte Wirksamkeit gegenüber gramnegativen Keimen, die auch in der endodontischen Mikrobenflora dominierend sind.

Hydrocotisonacetat verringert in der verwendeten Dosierung die entzündlichen und allergischen Phänomene, ohne die Abwehrreaktionen des Körpers merklich zu beeinflussen.

Pharmakokinetik

Die Angaben der allgemeinen Pharmakokinetik in Bezug auf Kortikosteroide und Antibiotika können nicht auf das Endprodukt extrapoliert werden. Das erklärt sich durch die spezielle Verwendung, d.h. lokal, punktuelle Anwendung der Medikation zwischen den Kanälen. Das führt zur einmaligen Verabreichung in sehr kleinen Mengen der Wirkstoffe, die sich praktisch nicht über das Kanalgewebe hinaus ausbreiten.

Präklinische Daten

Die Toleranz von Septomixine Paste wurde am Tier überprüft. Die Gewebetoleranz (Haut und Untermuskel) wurde nach subkutaner Injektion von 3 mg/kg des in einem Lösungsmittel aufgelösten Produktes zweimal pro Woche während zwei Wochen an Albinoratten bestimmt. Das Produkt hat keinen Einfluss auf das Gewicht und ist bei der Injektion nicht schmerzhaft. Die histologische Untersuchung ist normal.

Sonstige Hinweise

Septomixine Paste ist ausschliesslich zur Anwendung in der zahnärztlichen Praxis bestimmt.

Haltbarkeit

Septomixine Paste ist bei Raumtemperatur (15–25 °C) aufzubewahren und darf nach Anbruch nicht länger als 3 Monate verwendet werden. Septomixine Paste darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Zulassungsnummer

53377 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Dr. Wild & Co. AG, 4132 Muttenz.

Stand der Information

Mai 2009.

Verwendung dieser Informationen

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