Prioderm Cream Shampoo 100g

Prioderm Cream Shampoo 100g

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: malathionum.

Hilfsstoffe: aromatica, color.: E 110, conserv.: E 216, E 218, laurilsulfas, excip. ad emulsionem pro 1 g.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Cream Shampoo mit Malathionum 10 mg/g.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Befall mit Kopfläusen, Filzläusen, Nissen.

Dosierung/Anwendung

Kopfläuse

Lebende Läuse und Nissen sitzen auf dem Haarboden und dem kopfhautnahen Teil der Haare. Es ist deshalb wichtig, dass die Anwendung des Prioderm Cream Shampoos auf diesen Bereich konzentriert wird. Ein Einshampoonieren der gesamten Haare ist überflüssig und führt, insbesondere bei längeren Haaren, zu einem unerwünschten Verdünnungseffekt, der die Wirksamkeit reduzieren kann.

Haare mit lauwarmem Wasser anfeuchten. Überschüssiges Wasser ausdrücken. Die Menge von einem ganzen Messbecher (15 ml) Prioderm auftragen und die Kopfhaut und den kopfhautnahen Haarbereich gut mit Prioderm Cream Shampoo einreiben. Eine zu starke Schaumbildung vermeiden. Es ist besonders darauf zu achten, dass ausreichend Prioderm im Haaransatzbereich aufgebracht wird. Mindestens 10 Minuten einwirken lassen, dann mit klarem, lauwarmem Wasser ausspülen.

Feuchte Haare mit einem Nissenkamm (der Packung zu 100 g beiliegend oder separat erhältlich in Apotheken und Drogerien) gut durchkämmen, um die geschädigten Läuse und Nissen zu entfernen.

Haare an der Luft trocknen lassen, keinen Fön oder andere Wärmequelle verwenden.

Diese Behandlung ist nach 7 und 14 Tagen zu wiederholen.

Zwischen den Behandlungstagen mit Prioderm empfiehlt sich die Anwendung einer handelsüblichen Haarpflegespülung und gutes Durchkämmen der Haare mit dem Nissenkamm. Nach dem Kämmen die Pflegespülung ausspülen. (Die Haarpflegespülung dient dem einfacheren Kämmen der Haare und hat keinen Einfluss auf Läuse und Nissen.)

Filzläuse

Der Behandlungsvorgang der betroffenen Haarpartien erfolgt wie bei Kopfläusen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Bei Säuglingen und Kleinkindern sparsam anwenden (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Wichtig: Um die Wirkung von Prioderm nicht zu beeinträchtigen, soll zum Spülen der Haare kein heisses Wasser und zum Trocknen der Haare kein Fön oder andere Wärmequelle verwendet werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Säuglinge und Kleinkinder sind vorsichtshalber unter ärztlicher Aufsicht zu behandeln.

Der Kontakt mit den Augen ist zu vermeiden. Sollte das Shampoo in die Augen kommen, ist sofort mit Wasser zu spülen.

Wird die Behandlung durch eine Person an mehreren Leuten durchgeführt, so empfiehlt sich, dass diese dazu Plastik- oder Gummihandschuhe trägt.

Interaktionen

Die Wirkung von Prioderm kann durch Insektizide des Alkylphosphat-Typs verstärkt werden. Von einer Kombination mit einem solchen Präparat sollte deshalb abgesehen und beim Wechsel von einem Alkylphosphat auf Prioderm eine Pause von mindestens einer Woche eingeschaltet werden.

Chlorierte Kohlenwasserstoffe (z.B. Lindan) können die Wirkung von Prioderm reduzieren.

Eine gleichzeitige oder nachfolgende Behandlung mit Carbamaten (z.B. Neostigmin) sollte wegen der verstärkenden Wirkung von Malathion unterbleiben.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es sind keine kontrollierten Studien bei Tieren oder schwangeren Frauen verfügbar.

Während der bisherigen Anwendung ergaben sich keine Hinweise auf teratogene Eigenschaften oder, während der Stillzeit angewendet, auf eine Beeinflussung des Säuglings. Aufgrund fehlender kontrollierter Studien sollte Prioderm während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit zurückhaltend und mit Vorsicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Prioderm Cream Shampoo hat keinen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Das Präparat kann gelegentlich zu Kontaktdermatitis, Haut- und Augenreizungen bzw. Haarausfall führen.

Überdosierung

Malathion ist in Prioderm sehr niedrig konzentriert und bei akzidenteller Einnahme kleiner Mengen kommt es nicht zu schweren Symptomen.

Im Falle einer absichtlichen Einnahme grösserer Mengen kann es durch Malathion infolge Hemmung der Acetylcholinesterase zu Symptomen einer parasympathischen Überstimulation (cholinerge Symptomatik) mit Diarrhö, Erbrechen, Salivation, Bronchorrhö, Miosis, Urinabgang, Bradykardie und Hypotonie kommen. Bei schweren Verläufen können Koma und epileptische Krampfanfälle auftreten.

Als Dekontaminationsmassnahme kommt bei Einnahme toxikologisch relevanter Mengen die Gabe von Aktivkohle 1 g/kg Körpergewicht innerhalb einer Stunde nach Einnahme in Frage. Als spezifische Antidote bei Symptomen stehen Atropin und Obidoxim zur Verfügung. Atropin wirkt als Antagonist, indem es die muskarine Wirkung blockiert. Obidoxim ist ein Cholinesterasereaktivator. Die Indikation zur Antidotgabe sollte im individuellen Fall mit einem Giftinformationszentrum abgestimmt werden.

Durch die schäumenden Substanzen im Produkt kann es zu einer Reizung der Magenschleimhaut und damit zu Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall und als Komplikation zu einer Aspirationspneumonie kommen. Als Antidot kann bei Einnahme schäumender Substanzen Simethicon verabreicht werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: P03AX03

Malathion ist ein Insektizid. Es tötet Ektoparasiten des Menschen wie Läuse und deren Nissen sowie Milben. Malathion gehört zur Gruppe der organischen Phosphorsäureester. Seine relativ selektive insektizide Wirkung ist auf eine Hemmung der Insekten-Acetylcholinesterase zurückzuführen. Im Unterschied zu Warmblütern können Insekten Malathion nicht oder nur sehr langsam inaktivieren.

Pharmakokinetik

Bis zu 10% der aufgetragenen Malathion-Dosis wird durch die Haut resorbiert. Resorbiertes Malathion wird durch die Plasma-Carboxylesterase durch Hydroxylierung der Carboxylester-Bindung detoxifiziert.

Malathion wird zu praktisch 100% in hydrolysierter Form im Urin ausgeschieden.

Präklinische Daten

Publizierte tierexperimentelle Daten geben keine Hinweise auf eine relevante embryofoetale Toxizität.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Malathion wird durch Hitze und Chlorid-Ionen inaktiviert.

Hinweise

Um bei Befall mit Kopfläusen ein optimales Behandlungsergebnis zu erhalten, empfiehlt es sich, alle Familienmitglieder und Kontaktpersonen auf Läuse und Nissen zu untersuchen. Bei Befall ist die Behandlung an allen Familienmitgliedern/Kontaktpersonen durchzuführen.

Kleidungsstücke und Textilien (z.B. Bettwäsche), die möglicherweise Parasiten beherbergen, bei mind. 60 °C waschen. Hitzeempfindliche Stoffe/Materialien können auch durch Tiefkühlen (mind. 24 Std. bei –20 °C) oder chemische Reinigung parasitenfrei gemacht werden. Stofftiere können auch abgesaugt werden oder 2–3 Tage weggelegt werden. Die Läuse können über diese Zeit auf Stofftieren nicht überleben.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Im Kühlschrank (2–8 °C) lagern.

Zulassungsnummer

41595 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Mundipharma Medical Company, Hamilton/Bermuda, Zweigniederlassung Basel.

Stand der Information

April 2010.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten und lesen Sie die Packungsbeilage auf unserer Produktseite.