Merional Hg 75 E C Solv Fertigspr 10 Stk

Merional Hg 75 E C Solv Fertigspr 10 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff

Menotropinum aus menschlichem Urin; Herkunftsland des Urins: China.

Hilfsstoffe

Lyophilisat: Laktose Monohydrat.

Lösungsmittel: Natriumchlorid-Lösung 0,9%.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Durchstechflasche mit Lyophilisat enthält: Menotropin (hMG) mit 75, bzw. 150 I.E. humaner follikelstimulierender Aktivität und 75, bzw. 150 I.E. humaner luteinisierender Aktivität.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Stimulation des Follikelwachstums bei Infertilität.

Einfache follikuläre Stimulation

Hypo- oder normogonadotrope Amenorrhoe, Oligomenorrhoe, anovulatorische Zyklen und Lutealinsuffizienz mit ungenügendem Ansprechen auf eine Behandlung mit Clomifen.

Multifollikuläre Stimulation

Induktion einer kontrollierten Superovulation bei Patientinnen, die an einem ärztlich assistierten Reproduktionsprogramm teilnehmen.

Dosierung/Anwendung

Ziel der Behandlung ist es, mit Hilfe einer individuell angepassten Dosierung von Merional HG einen Follikel zur Reife zu bringen und dann durch Verabreichung einer Injektion von hCG die Ovulation auszulösen.

Die Follikelreifung wird mittels Ultraschallbild und Hormonbestimmungen (Östrogene) kontrolliert und im Rahmen einer klinischen Untersuchung bewertet. Grösse und Zahl der reifenden Follikel lassen sich nur aufgrund der Ultraschalluntersuchung ermitteln (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Einfache follikuläre Stimulation

Die Behandlung wird in der Regel in der ersten Zykluswoche nach spontaner oder induzierter Menstruation mit einer Dosis von 75 I.E. pro Tag (oder 150 I.E. alle 2 Tage) begonnen. Die Behandlung wird fortgesetzt, bis angemessene Östrogenwerte (Plasma-Östradiol = 1,1–2,9 nMol/l = 300–800 pg/ml) und eine adäquate Follikelreifung (Durchmesser ≤18 mm) erreicht werden.

Bei Ausbleiben einer ovariellen Reaktion kann die Behandlung entweder abgebrochen oder mit einer erhöhten Dosierung von 2 Durchstechflaschen pro Tag (= 150 I.E. hMG) fortgesetzt werden. Die Behandlung soll nach dem gleichen Schema während mindestens zwei Behandlungszyklen wiederholt werden, bevor die Dosierung erhöht wird.

Falls die Plasma-Östrogenwerte zu rasch ansteigen (>100% in 2–3 Tagen), muss die Merional HG Dosis reduziert werden. Falls Merional HG kombiniert mit FSH angewandt wird, muss die Dosis entsprechend verringert werden.

In der Regel dauert ein Behandlungszyklus mit Merional HG 7–12 Tage (Maximum).

Multifollikuläre Stimulation

In der Regel wird nach dem 2. oder 3. Zyklustag eine Dosis von 150–300 I.E. injiziert, bis eine angemessene Follikelreifung erreicht ist. In Einzelfällen (Patientinnen mit reduziertem Ansprechen) können auch höhere Dosen erforderlich sein. In den meisten Fällen dauert die Behandlung höchstens 10 Tage. Falls Merional HG gleichzeitig mit FSH angewandt wird, muss die Dosis entsprechend verringert werden.

Auslösung der Ovulation

24–48 Stunden nach der letzten Injektion von Merional HG wird eine einzige Dosis von 5000–10'000 I.E. hCG injiziert, sofern die klinischen und endokrinologischen Behandlungsergebnisse eine adäquate – und nicht exzessive – ovarielle Reaktion anzeigen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Die Ovulation erfolgt 32–48 Stunden später.

Der Patientin wird zum täglichen Geschlechtsverkehr geraten, und zwar vom Tag der Verabreichung von hCG bis zum voraussichtlichen Zeitpunkt der Ovulation. Wenn trotz nachgewiesener Ovulation keine Schwangerschaft erzielt wird, soll die Behandlung nach dem gleichen Schema während mindestens zwei Behandlungszyklen wiederholt werden, bevor die Dosierung erhöht wird.

Verabreichung

Merional HG kann intramuskulär oder subkutan injiziert werden.

Kinder und Jugendliche

Merional HG wurde bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht. Deshalb darf Merional HG bei dieser Patientengruppe nicht eingesetzt werden.

Kontraindikationen

Schwangerschaft, Laktation, primäre Ovarialinsuffizienz (hypergondadotroper Hypogonadismus), Überempfindlichkeit gegenüber humanem Menopausengonadotropin (hMG) sowie gegenüber anderen Gonadotropinen (FSH, hCG) oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung, Sterilität ohne Beeinträchtigung der normalen Follikelreifung (mit Ausnahme von Patientinnen, die an einem ärztlich assistierten Fortpflanzungsprogramm teilnehmen), Ovarialzysten ohne Beziehung zum polyzystischen Ovarialsyndrom, pathologische gynäkologische Blutungen, Ovarial-, Endometrium- oder Mammakarzinom, Tumoren der Hypophyse oder des Hypothalamus, Hyperprolaktinämie, unbehandelte Endokrinopathie der Schilddrüse oder der Nebenniere.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Eine Behandlung mit gonadotropen Hormonen darf nur von einem Facharzt durchgeführt werden, der Erfahrung in der Diagnose und Therapie von Fertilitätsstörungen besitzt, nach Ausschluss aller anderen Ursachen einer Infertilität (mechanisch, immunologisch, andrologisch) und nur, wenn adäquate endokrinologische und klinische Kontrollen gewährleistet sind.

Vor Beginn der Behandlung ist die Infertilität des betroffenen Paares umfassend abzuklären. Ferner sind mögliche Kontraindikationen einer Schwangerschaft auszuschliessen.

Das Paar muss darüber informiert werden, dass eine derartige Behandlung folgende Risiken einschliesst:

Ovarielles Hyperstimulationssyndrom

Durch das Befolgen der empfohlenen Dosierung und der vorgeschriebenen Kontrollen wird das Auftreten einer ovariellen Hyperstimulation verringert. Das Risiko einer ovariellen Hyperstimulation und multiplen Ovulation muss jedoch in Betracht gezogen werden. Deshalb soll die Patientin während der ganzen Therapiedauer und während 2 Wochen nach der hCG Verabreichung engmaschig überwacht werden. In klinischen Studien betrug die Prävalenz eines schweren ovariellen Hyperstimulationssyndroms weniger als 1%.

Eine exzessive ovarielle Reaktion auf die Behandlung mit Merional HG ruft in der Regel nur dann erhebliche unerwünschte Wirkungen hervor, wenn hCG zur Ovulationsinduktion verabreicht wird oder wenn eine Schwangerschaft eintritt. Eine ovarielle Hyperstimulation tritt in der Regel 1–2 Wochen nach der Injektion von hCG und der Ovulation ein.

Treten Symptome wie Schmerzen im Bauch, abdominales Spannungsgefühl (eventuell mit Übelkeit und Erbrechen) sowie Hypertrophie der Ovarien auf, oder weisen die Östrogenwerte oder das Ultraschallbild auf eine exzessive ovarielle Reaktion hin, so ist die Behandlung mit Merional HG abzusetzen.

Die Bewertungskriterien einer exzessiven ovariellen Reaktion sind im Falle einer einfachen follikulären Stimulation: Erhöhung des Östradiol-Plasmaspiegels auf mehr als 4000 pmol/l oder 1100 pg/ml und/oder mehr als 3 Follikel mit einem Durchmesser von mindestens 16 mm.

Im Falle einer multifollikulären Stimulation ist das Hyperstimulationsrisiko erhöht, wenn der Östradiol-Plasmaspiegel 11 nmol/l oder 3000 pg/ml überschreitet und 20 Follikel mit einem Durchmesser von mindestens 12 mm vorliegen.

Überschreitet der Östradiolwert 20 nmol/l oder 5500 pg/ml und liegen mindestens 40 Follikel vor, darf keine hCG Applikation erfolgen. Den Patienten wird in diesem Falle zu sexueller Abstinenz geraten.

Bei ovarieller Hyperstimulation, Ascites, Pleuraerguss, Hydrothorax oder Hämokonzentration kann es zu einem sekundären Hyperaldosteronismus oder zu einer Hyperkoagulabilität des Blutes kommen. Diese Symptome sind mit geeigneten Massnahmen zu kontrollieren, wobei auf nicht unbedingt notwendige Unterleibsuntersuchungen verzichtet werden sollte.

Falls keine Schwangerschaft eintritt, gehen diese Symptome bei der nächsten Regelblutung spontan zurück. Schwere Fälle erfordern jedoch eine Intensivbehandlung.

Bei Behandlungen zur Stimulation einer multiplen Follikelreifung kann das Risiko einer ovariellen Hyperstimulation durch Absaugen aller Follikel vor der Ovulation verringert werden.

Mehrlingsschwangerschaften

Die Inzidenz von Mehrlingsschwangerschaften nach der Verabreichung von Merional HG/hCG beträgt rund 20%. Bei den meisten Mehrfachkonzeptionen handelt es sich jedoch um Zwillingskonzeptionen.

Das Risiko von Mehrlingsschwangerschaften im Rahmen ärztlich assistierter Fortpflanzungsprogramme erhöht sich mit der Zahl der eingepflanzten Oozyten oder Embryonen.

Aborte

Die Abortrate liegt höher als bei spontanen Schwangerschaften, ist jedoch jener bei Frauen mit Fertilitätsstörungen vergleichbar. Ektopische Schwangerschaften können vor allem bei Frauen mit Tubenerkrankungen in der Anamnese vorkommen.

Interaktionen

Klinisch relevante Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind bisher nicht bekannt.

Eine durch ein GnRH-Analogon induzierte Desensibilisierung der Hypophyse kann zur Erhöhung der Merional HG-Dosis führen, die notwendig ist, um eine adäquate ovarielle Reaktion zu erzielen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es gibt Hinweise auf fetale Risiken, basierend auf Erfahrungen bei Menschen und Tieren, wobei das Risiko die möglichen positiven therapeutischen Effekte bei weitem übersteigt. Das Medikament ist deshalb bei Schwangeren kontraindiziert.

Es ist nicht bekannt, ob hMG in die Muttermilch geht und wie es sich gegebenenfalls auf das gestillte Kind auswirkt. Merional HG ist deshalb bei stillenden Frauen kontraindiziert.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Merional HG hat auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Führen von Maschinen keinen Einfluss.

Unerwünschte Wirkungen

Die unerwünschten Wirkungen sind nach Organklassen und Häufigkeitsgraden gegliedert, und zwar:

sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1000, <1/100), selten (≥1/10'000, <1/1000); sehr selten (<1/10'000).

Allgemeine Beschwerden und Beschwerden an der Einstichstelle

Häufig: lokale Reaktionen an der Einstichstelle, Grippe-ähnliche Symptome wie Fieber und Gelenkschmerzen, Beckenschmerzen, Spannungsgefühl in den Brüsten.

Störungen des Reproduktionssystems

Häufig: leichte bis mässige Hyperstimulation der Ovarien, Vergrösserung der Ovarien, Ovarialzysten. Ungewollte Mehrlingsschwangerschaft.

Selten: schwere ovarielle Hyperstimulation mit Ascites, Hydrothorax, intraabdominelle Blutungen, Diarrhö, Hämokonzentration, Oligurie und Hypotonie.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Magenblähungen, Übelkeit, Erbrechen.

Herz-Kreislauf-Störungen

Selten: arterielle Thromboembolien, periphere und zerebrale Gefässverschlüsse, Lungenembolie oder -infarkt.

Der Wirkstoff dieses Präparates wird aus humanem Urin gewonnen. Daher kann das Risiko einer Übertragung von Erregern bekannter und unbekannter Natur nicht völlig ausgeschlossen werden.

Überdosierung

Die Auswirkungen von Überdosierungen mit Merional HG sind bisher nicht bekannt. Ein ovarielles Hyperstimulationssyndrom ist jedoch nicht auszuschliessen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03GA02

Merional HG enthält hochgereinigtes humanes Menopausengonadotropin (hMG), das aus dem Urin postmenopausaler Frauen gewonnen wird und sowohl FSH als auch LH Aktivität besitzt.

Das Verhältnis der FSH:LH Aktivität ist zirka 1:1 und wird durch die zusätzliche Aktivität von humanem Choriongonadotropin (hCG) aus Urin schwangerer Frauen erreicht, das gesondert hoch gereinigt wird.

Bei der Frau stimuliert hMG Wachstum und Reifung der Follikel, wodurch die Östrogenproduktion ansteigt. Dadurch wird das Endometrium zur Proliferation angeregt, und die Implantation und Nidation des befruchteten Eies werden ermöglicht.

Pharmakokinetik

Absorption

Die Bioäquivalenz der FSH und LH Serumkonzentrationen nach subkutaner und intramuskulärer Gabe von hMG-IBSA wurde nicht nachgewiesen.

Nach einer einmaligen Gabe von 300 I.E. hMG-IBSA wurden die folgenden pharmakokinetischen Parameter berechnet (Mittelwert ± Standardabweichung):

FSH

Cmax (IU/l): s.c. 7,5 ± 2,8, i.m. 6,5 ± 2,1

Tmax (h): s.c. 21,8 ± 9,3, i.m. 19,4 ± 7,4

AUC0-inf (IU × h/l): s.c. 525,8 ± 95,8, i.m. 486,6 ± 131,3

LH

Cmax (IU/l): s.c. 0,47 ± 0,32, i.m. 0,63 ± 0,52

Tmax (h): s.c. 9,8 ± 3,8, i.m. 9,1 ± 3,3

AUC0-inf (IU × h/l): s.c. 8,92 ± 7,61, i.m. 11,23 ± 8,77

Elimination

Der Serumspiegel von FSH nimmt mit einer Halbwertszeit von 45,2 Stunden (i.m.) bzw. 41,1 Stunden (s.c.) ab. hMG wird überwiegend renal ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Es ist nicht bekannt, ob im Falle von Nieren- oder Leberinsuffizienz die pharmakokinetischen Parameter von hMG verändert sind.

Präklinische Daten

Es wurden keine präklinischen Daten erhoben.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf nur mit den unter «Hinweise für die Handhabung» aufgeführten Arzneimitteln gemischt werden.

Haltbarkeit

Merional HG darf nicht über das auf der Packung mit «EXP» angegebene Verfalldatum hinaus verwendet werden.

Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C), vor Licht geschützt und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Die Injektionslösung soll unmittelbar vor Gebrauch mit Hilfe einer Fertigspritze, bzw. Ampulle Lösungsmittel hergestellt werden. Nicht sofort gebrauchte Lösungen sowie Restmengen sind zu vernichten.

Zulassungsnummer

61261 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

IBSA Institut Biochimique SA, 6903 Lugano.

Stand der Information

Februar 2016.

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