Resolor Filmtabl 1 Mg 28 Stk

Resolor Filmtabl 1 Mg 28 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Prucalopridsuccinat.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso obducto.

Jede 1 mg Filmtablette enthält 150 mg Lactosemonohydrat.

Jede 2 mg Filmtablette enthält 165 mg Lactosemonohydrat und den Farbstoff E132.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Resolor 1 mg: 1 Filmtablette enthält Prucalopridsuccinat, entsprechend 1 mg Prucaloprid.

Resolor 2 mg: 1 Filmtablette enthält Prucalopridsuccinat, entsprechend 2 mg Prucaloprid.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Resolor ist indiziert für die Behandlung der idiopathischen chronischen Obstipation bei Erwachsenen, bei welchen die bisherige Therapie mit diätetischen Massnahmen und Laxantien nicht ausreichend wirksam ist.

Dosierung/Anwendung

Resolor Filmtabletten werden oral eingenommen. Sie können unabhängig von den Mahlzeiten zu beliebiger Tageszeit eingenommen werden.

Die empfohlene Initialdosis beträgt 1 Tablette Resolor 1 mg einmal täglich. Bei nicht ausreichender Wirksamkeit kann die Dosis auf einmal täglich 2 mg Resolor gesteigert werden.

Wenn die Einnahme von Resolor 2 mg nach 4 Wochen nicht wirksam ist, sollte die Therapie abgebrochen werden.

Im Falle einer Langzeittherapie sollte der Nutzen der Behandlung in regelmässigen Abständen überprüft werden.

Aufgrund des spezifischen Wirkungsmechanismus von Prucaloprid (Stimulation der propulsiven Motilität) ist eine erhöhte Wirksamkeit durch Überschreiten der täglichen Dosis von 2 mg nicht zu erwarten.

Spezielle Dosierungsempfehlungen:

Ältere Patienten (>65 Jahre): 1 Tablette Resolor 1 mg täglich.

Kinder und Jugendliche: Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wurde nicht untersucht. Resolor sollte daher in dieser Population nicht eingesetzt werden.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion: Die Dosis für Patienten mit mässig bis stark eingeschränkter Nierenfunktion (GFR <50 ml/Min./1,73 m2) beträgt 1 mg täglich. Bei Patienten mit leichtgradiger Einschränkung der Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe «Pharmakokinetik»).

Bei dialysepflichtiger Niereninsuffizienz ist Resolor kontraindiziert.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion: Aufgrund fehlender Daten sollte bei Patienten mit leicht bis mässig eingeschränkter Leberfunktion (Child Pugh Klasse A und B) eine Maximaldosis von 1 mg täglich nicht überschritten werden (vgl. «Pharmakokinetik»). Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz (Child Pugh C) ist Resolor kontraindiziert.

Kontraindikationen

  • Obstruktiver Ileus, Darmobstruktion aufgrund organischer oder funktioneller Darmveränderungen
  • schwere Entzündungen des Intestinaltraktes wie z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder toxisches Megakolon/Megarektum
  • Darmperforation
  • schwere Leberinsuffizienz (Child Pugh C)
  • dialysepflichtige Niereninsuffizienz
  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Prucaloprid wird hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden. Für Patienten mit mässiggradiger bis schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion wird eine Maximaldosis von 1 mg empfohlen.

Studien bei Patienten mit Leberinsuffizienz wurden nicht durchgeführt. Aufgrund der Art der Elimination von Prucaloprid (überwiegend unverändert renal) sind Veränderungen der Plasmakonzentrationen bei beeinträchtigter Leberfunktion zwar unwahrscheinlich, können mangels Daten aber nicht ausgeschlossen werden. Patienten mit Leberfunktionsstörungen sollten daher mit besonderer Vorsicht behandelt werden.

Patienten mit schweren oder klinisch instabilen Begleiterkrankungen (z.B. Leber-, kardiovaskulären oder Lungenkrankheiten, neurologischen oder psychiatrischen Störungen, Malignomen oder AIDS, endokrinen Störungen) wurden nicht untersucht. Daher sollten solche Patienten unter besonderer Vorsicht behandelt werden. Dies gilt insbesondere für Patienten mit koronarer Herzerkrankung, da ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse aufgrund der bisherigen Datenlage nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Insbesondere kann mangels entsprechender Phase III-Daten trotz negativer QT-Studie (vgl. «Eigenschaften/Wirkungen») auch nicht ausgeschlossen werden, dass bei Patienten mit Arrhythmien oder anderen kardialen Erkrankungen in der Anamnese die Einnahme von Prucaloprid mit dem Risiko von QT-Verlängerungen und ventrikulären Arrhythmien verbunden sein könnte.

In den klinischen Studien wurden unter Placebo, 1 mg, 2 mg und 4 mg Prucaloprid von 0,7%, 1%, 0,7% bzw. 1,9% der Patienten Palpitationen angegeben. Die Mehrzahl der Patienten setzte die Einnahme von Prucaloprid dennoch fort. Bei Neuauftreten von Palpitationen sollte der Patient seinen Arzt konsultieren.

Resolor kann im Rahmen einer überschiessenden Reaktion zu Diarrhöen führen. Bei schwerer Diarrhöe kann die Wirksamkeit oraler Kontrazeptiva eingeschränkt sein; die zusätzliche Anwendung kontrazeptiver Barriere-Methoden wird empfohlen (siehe auch Fachinformation des Kontrazeptivums).

Die Filmtabletten enthalten Lactosemonohydrat. Patienten mit der seltenen erblichen Galaktoseintoleranz, Laktasemangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption dürfen dieses Präparat nicht einnehmen.

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen

In vitro Daten deuten darauf hin, dass Prucaloprid bezüglich metabolisierender Enzyme ein geringes Interaktionspotential aufweist, und es ist nicht zu erwarten, dass die therapeutischen Konzentrationen von Prucaloprid den CYP-abhängigen Metabolismus von gleichzeitig angewendeten Arzneimitteln beeinflussen.

Prucaloprid ist in vitro ein Substrat für p-Glykoprotein (P-gp) und BCRP, nicht aber für OATP1B1, OATP1B3, OAT1, OAT3, OCT1, OCT2, MATE1, MATK2-K, BSEP und MRP2. In therapeutischen Konzentrationen ist Prucaloprid vermutlich kein klinisch relevanter Inhibitor dieser Transportproteine.

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Prucaloprid

Ketoconazol (200 mg 2× täglich), ein potenter Inhibitor von CYP3A4 und von P-gp, erhöhte die AUC von Prucaloprid um ungefähr 40%. Veränderungen ähnlicher Grössenordnung mit anderen potenten P-gp-Inhibitoren wie beispielsweise Verapamil, Cyclosporin A und Chinidin können nicht ausgeschlossen werden.

Therapeutische Dosen von Probenecid, Cimetidin, Erythromycin und Paroxetin beeinflussten die Pharmakokinetik von Prucaloprid nicht.

Prucaloprid unterliegt zu einem relevanten Anteil einer aktiven tubulären Sekretion in der Niere. Die dabei beteiligten genauen Mechanismen sind nicht bekannt. Interaktionen mit anderen aktiv tubulär sezernierten Arzneimitteln können daher nicht ausgeschlossen werden.

Einfluss von Prucaloprid auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

Studien an gesunden Probanden zeigten, dass Prucaloprid keine klinisch relevanten Effekte auf die Pharmakokinetik von Warfarin, Digoxin, Alkohol und Paroxetin hatte. Eine geringe Erhöhung (30%) der Plasmakonzentration von Erythromycin trat während gleichzeitiger Prucaloprid-Behandlung auf. Der Mechanismus für diese Interaktion ist nicht bekannt.

Interaktionsstudien mit den Antikoagulantien Acenocoumarol und Phenprocoumon wurden nicht durchgeführt.

Pharmakodynamische Interaktionen

Aufgrund des Wirkungsmechanismus ist davon auszugehen, dass atropinähnliche Substanzen die via 5-HT4-Rezeptor vermittelte Wirkung von Prucaloprid reduzieren können. Interaktionsstudien mit Anticholinergika wurden jedoch nicht durchgeführt.

Aufgrund des Wirkungsmechanismus kann vermutet werden, dass die gleichzeitige systemische Anwendung von Cholinergika zu einer Wirkungsverstärkung von Prucaloprid führen kann.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine kontrollierten klinischen Studien mit Schwangeren vor. Bei den während der Wirksamkeitsstudien eingetretenen 31 Schwangerschaften wurden Fälle von Spontanaborten beobachtet. Der Zusammenhang mit Prucaloprid ist jedoch unbekannt, da meist gleichzeitig auch andere Risikofaktoren vorlagen.

Tierstudien zeigten keine direkten oder indirekten Schädigungen betreffend Schwangerschaft, embryonaler/foetaler Entwicklung, Geburt oder postnataler Entwicklung (siehe auch «Präklinische Daten»).

Resolor darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist klar notwendig. Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung mit Prucaloprid eine wirksame Kontrazeptionsmethode anwenden.

Stillzeit

Prucaloprid tritt in die Muttermilch über. Aufgrund fehlender Humandaten wird die Anwendung von Resolor während der Stillzeit nicht empfohlen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien betreffend der Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. Während der Anwendung von Resolor wurde, vor allem am ersten Tag der Behandlung, über Schwindel und Müdigkeit berichtet, was die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen beeinflussen kann

Unerwünschte Wirkungen

Die nachfolgenden Angaben zur Sicherheit von Prucaloprid basieren auf den Daten einer integrierten Analyse von insgesamt 17 Placebo-kontrollierten Doppelblindstudien, in welchen ungefähr 3300 Patienten mit chronischer Obstipation mit Prucaloprid behandelt wurden. Von diesen erhielten 330 die empfohlene Startdosis von 1 mg täglich, mehr als 1500 die Dosis von 2 mg täglich sowie mehr als 1300 eine solche von 4 mg Prucaloprid pro Tag.

Die häufigsten gemeldeten unerwünschten Wirkungen unter Resolor-Therapie mit 1 oder 2 mg waren Kopfschmerzen (17.0%) und gastro-intestinale Symptome (Bauchschmerzen (13.1%), Übelkeit (13.0%) und Diarrhoe (11.3%). Die unerwünschten Wirkungen traten vor allem zu Beginn der Therapie auf und verschwanden meist auch bei fortgesetzter Behandlung innerhalb weniger Tage.

Die nachfolgend angegebenen unerwünschten Wirkungen wurden in in klinischen Studien und/oder während der Marktüberwachung unter der Anwendung von Resolor mit folgenden Häufigkeiten beobachtet:

Häufigkeiten

«Sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (≥1/100, <1/10), «gelegentlich» (≥1/1000, <1/100), «selten» (≥1/10'000, <1/1000), «sehr selten» (<1/10'000).

Stoffwechsel und Ernährung:

Häufig: verminderter Appetit.

Nervensystem:

Sehr häufig: Kopfschmerzen (17.0%).

Häufig: Schwindel.

Gelegentlich: Tremor.

Herz-Kreislauf-System:

Gelegentlich: Palpitationen (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Gastrointestinaltrakt:

Sehr häufig: abdominale Schmerzen (13.1%), Übelkeit ( 13.0%), Diarrhöe (11.03%).

Häufig: Erbrechen, Dyspepsie, abnormale Darmgeräusche, Flatulenz.

Gelegentlich: rektale Blutungen.

Nieren und ableitende Harnwege:

Gelegentlich: Pollakisurie.

Allgemeine Störungen:

Häufig: Müdigkeit.

Gelegentlich: Fieber, Unwohlsein, Hyperhidrosis.

Überdosierung

Eine Überdosierung von Prucaloprid kann sich in Symptomen wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Diarrhöe äussern (übersteigerter pharmakodynamischer Effekt des Arzneimittels). Es gibt kein spezifisches Antidot. Im Falle einer Überdosierung sollen symptomatische Massnahmen getroffen werden. Ausgedehnte Flüssigkeitsverluste aufgrund von Diarrhöe oder Erbrechen können durch Elektrolytlösungen ausgeglichen werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A06AX05

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Laxantien

Wirkungsmechanismus

Prucaloprid ist ein Dihydrobenzofurancarboxamid-Derivat mit enterokinetischen Eigenschaften. Prucaloprid ist ein selektiver, hoch-affiner Serotonin-(5-HT4) Rezeptor-Agonist, was wahrscheinlich den enterokinetischen Effekt erklärt. Nur bei Konzentrationen, welche seine 5-HT4-Rezeptor-Affinität um mindestens das 150-fache übersteigen, findet man auch eine Affinität zu anderen Rezeptoren.

In Hunden verändert Prucaloprid die Kolon-Motilität durch Stimulation der Serotonin 5-HT4-Rezeptoren: die Substanz stimuliert die proximale Kolon-Motilität, erhöht die gastro-duodenale Motilität und beschleunigt die verzögerte Magenentleerung. Ausserdem induziert Prucaloprid Giant Migrating Contractions. Diese sind äquivalent zu den Kolonbewegungen im Menschen und regen die Defäkation an. Die beobachteten Wirkungen im Gastrointestinaltrakt des Hundes werden durch Blockade mit selektiven 5-HT4-Rezeptorantagonisten antagonisiert, was beweist, dass die beobachtete Wirkung durch Beeinflussung des 5-HT4-Rezeptors entsteht.

Sicherheitspharmakodynamik

In einer QT-Studie (gemäss ICH Richtlinie E14) wurde der Einfluss von Prucaloprid auf das QTc-Intervall in therapeutischen (2 mg) und supratherapeutischen Dosen (10 mg) untersucht und mit der Wirkung von Placebo und einer Positiv-Kontrolle (400 mg Moxifloxacin oral) verglichen. Die Studie ergab keinen Anhalt für eine klinisch relevante QT-verlängernde Wirkung von Prucaloprid.

Klinische Studien

Die Wirksamkeit und Sicherheit von oralem Prucaloprid in der Indikation der idiopathischen chronischen Obstipation wurde in insgesamt 17 doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studien der Phase II-IV an insgesamt 5318 Patienten untersucht (davon 2 Studien bei älteren Patienten). Untersucht wurden Dosen von 0,5, 1,0, 2,0 und 4,0 mg. Dabei wies eine Dosis von 1 mg täglich das günstigste Nutzen-Risiko-Verhältnis auf.

Bei sechs dieser Studien handelt es sich um Multicenter-Studien mit einer Behandlungsdauer von 12 Wochen, in welchen insgesamt 1875 Patienten mit Dosen von 2 oder 4 mg täglich behandelt wurden. Ausgeschlossen waren bei diesen Studien alle Formen der sekundären Obstipation (d.h. als Folge endokriner, metabolischer oder neurologischer Erkrankungen sowie Arzneimittel-induzierte Obstipation), bekannte oder vermutete organische Dickdarmveränderungen (z.B. entzündliche Darmerkrankungen) sowie vorausgegangene grössere abdominal-chirurgische Eingriffe. Etwa zwei Drittel der Patienten nahmen während der Studien zusätzlich Laxantien (v.a. Bisacodyl) ein. Primärer Endpunkt war der Anteil der Patienten, welche eine Normalisierung der Stuhlfrequenz erreichten. Dies war definiert als eine durchschnittliche Zahl von 3 oder mehr spontanen, vollständigen Stuhlentleerungen (SCBM = spontaneous, complete bowel movement) pro Woche während der 12wöchigen Studiendauer. Beide Dosierungen zeigten im Primärendpunkt eine statistisch signifikante Überlegenheit gegenüber Placebo (p<0,001), wobei die 4 mg–Dosis gegenüber der 2 mg-Dosis keine Vorteile aufwies.

Der Anteil der mit 2 mg Prucaloprid behandelten Patienten, welche durchschnittlich ≥3 SCBM's pro Woche erreichten, betrug (in Woche 12) 27.8% gegenüber 13.2% unter Placebo. Eine klinisch relevante Verbesserung von >1 SCBM pro Woche wurde in Woche 12 bei 47.0% der Patienten unter 2 mg Prucaloprid erreicht gegenüber 29.9% unter Placebo.

Auch im PAC-SYM, einem validierten, krankheitsspezifischen Symptom-Score, welcher unter anderem Stuhlfrequenz, Stuhlkonsistenz, abdominelle Beschwerden und rektale Symptome berücksichtigt, führte Prucaloprid zu einer signifikanten Verbesserung. Eine signifikante Steigerung der Lebensqualität wurde im PAC-QOL beobachtet, einem krankheitsspezifischen Fragebogen, welcher beispielsweise Stuhlgewohnheiten, physisches und psychosoziales Unbehagen, Ängste und Sorgen sowie die Zufriedenheit mit der Behandlung erfasst.

In den weiteren doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studien mit Dosen von 0,5-4 mg/Tag zeigte die Dosierung von 0,5 mg keine ausreichende Wirksamkeit (Responserate ca. 24% gegenüber 10-25% unter Placebo), während die Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen 1 und 4 mg/Tag sehr flach verlief und zwischen 1 und 2 mg keine klinisch relevanten Wirksamkeitsunterschiede erkennbar waren (Responseraten unter 1 mg 23-44%, unter 2 mg 20-42%). Hingegen war die Inzidenz unerwünschter Wirkungen unter den höheren Dosierungen von 2 und 4 mg mit ca. 71% klar höher als unter Placebo (60%), während sie unter der Dosierung von 1 mg (57%) jener unter Placebo vergleichbar war.

Placebo-kontrollierte Studien wurden nur über eine Behandlungsdauer von maximal 12 Wochen durchgeführt. Begrenzte Daten offener Langzeitstudien liegen über eine Dauer von bis zu 2,6 Jahren vor.

Prucaloprid zeigte weder einen Rebound-Effekt noch (in Langzeitstudien) einen Gewöhnungseffekt.

Pharmakokinetik

Absorption

Prucaloprid wird rasch absorbiert: nach einer oralen Einzeldosis von 2 mg wurde die Cmax innerhalb von 2–3 Stunden erreicht. Die absolute orale Bioverfügbarkeit beträgt >90%. Gleichzeitige Nahrungsaufnahme beeinflusst die Bioverfügbarkeit von Prucaloprid nicht.

Prucaloprid weist im untersuchten Dosisbereich (von 0,125 bis 20 mg) eine dosisproportionale Absorptionskinetik auf.

Das Steady-State wird nach 3–4 Tagen erreicht. Bei einer Behandlung mit 2 mg Prucaloprid/Tag fluktuierten die steady-state Plasma-Konzentrationen zwischen einer Cmin von 2,5 und einer Cmax von 7 ng/ml. Die Akkumulationsrate bei einmal täglicher Dosierung betrug 1,9 bis 2,3.

Distribution

Prucaloprid wird extensiv verteilt und hat ein steady-state Verteilungsvolumen (Vdss) von 567 Litern. Die Plasmaproteinbindung beträgt ungefähr 30%.

Metabolismus

Prucaloprid wird nur in geringem Ausmass metabolisiert. In vitro erfolgte der Metabolismus in humanen Leberzellen sehr langsam, und es wurden nur geringe Mengen an Metaboliten gefunden.

In einer Studie am Menschen mit radioaktiv markiertem, oral verabreichtem Prucaloprid wurden kleine Mengen von 7 Metaboliten in Urin und Faeces gefunden. Der Hauptmetabolit machte sowohl im Plasma als auch in Urin und Faeces jeweils weniger als 4% der Gesamt-Radioaktivität aus. Ungefähr 87% der Gesamt-Radioaktivität im Plasma entsprechen unverändertem Prucaloprid.

Elimination

Prucaloprid wird überwiegend unverändert ausgeschieden (60-65% im Urin und ca 5% mit den Faeces). Die renale Ausscheidung der unveränderten Substanz erfolgt sowohl durch passive Filtration als auch durch aktive Sekretion. Die mittlere terminale Halbwertszeit von Prucaloprid beträgt im Steady State ca. 24-30 Stunden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Nach Verabreichung von 1 mg täglich waren die maximale Plasmakonzentration und die AUC bei älteren Patienten 26–28% höher als bei jungen Erwachsenen. Dieser Effekt wird wahrscheinlich durch die eingeschränkte Nierenfunktion älterer Personen erklärt.

Pädiatrische Patienten

In einer Studie an n=38 pädiatrischen Patienten (4-12 Jahre) wurde die Pharmakokinetik von Prucaloprid in einer Dosierung von 0.03 mg/kg (entsprechend 1.5-2 mg beim Erwachsenen) untersucht. Die pharmakokinetischen Parameter waren jenen bei Erwachsenen (unter einer Dosis von 2 mg) vergleichbar. Die terminale Eliminations-Halbwertszeit betrug durchschnittlich 19 Stunden (11,6-26,8 Stunden).

In einer 8-wöchigen Studie (Dosierung 1× täglich) in der gleichen Population lagen die dosis-normalisierten Plasmakonzentrationen von Prucaloprid in der gleichen Grössenordnung.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Im Vergleich zu Probanden mit normaler Nierenfunktion war die Prucaloprid-Exposition (AUC) nach einer Einzeldosis von 2 mg bei Patienten mit leichter (ClCR 50–79 ml/min) und mässiger (ClCR 25–49 ml/min.) Nierenfunktionsstörung um 25% bzw. 51% höher. Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (ClCR ≤24 ml/min.) war die AUC 2,3 mal höher als bei gesunden Personen.

Eingeschränkte Leberfunktion

Studien bei Leberinsuffizienz wurden nicht durchgeführt.

Prucaloprid wird nur zu einem geringen Anteil metabolisiert. Leichte bis mässige Störungen der Leberfunktion beeinflussen daher die Pharmakokinetik von Prucaloprid wahrscheinlich nicht in klinisch relevantem Masse.

Populationspharmakokinetik

Eine populations-kinetische Analyse zeigte, dass die totale Clearance von Prucaloprid mit der Kreatinin-Clearance korreliert, jedoch unabhängig von Alter, Körpergewicht, Geschlecht oder Rasse ist.

Präklinische Daten

Sicherheitspharmakologie

Die Studien zur kardiovaskulären Sicherheit zeigten keine relevanten Veränderungen der Hämodynamik und des EKG (QTc) mit Ausnahme einer geringen Erhöhung der Herzfrequenz in anästhesierten Schweinen.

Mutagenität

Das in in vitro Untersuchungen beobachtete mutagene Potenzial wurde in zahlreichen in vivo Versuchen nicht bestätigt.

Kanzerogenese

In zweijährigen Kanzerogenitätsstudien in Ratten und Mäusen wurden Veränderungen in der Brustdrüse bedingt durch eine Interaktion mit dem D2 Rezeptor beobachtet. Die Befunde in der Schilddrüse und Leber der Ratte wurden auf einen CAR vermittelten Mechanismus zurückgeführt.

Reproduktionstoxizität

Tierexperimentelle Untersuchungen in Ratten und Kaninchen ergaben keine Hinweise auf einen schädigenden Einfluss betreffend Fertilität, embryofötale oder peri- und postnatale Entwicklung. Die Befunde aus Versuchen mit Jungtieren wichen nicht signifikant von jenen mit adulten Ratten und Hunden ab.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten:

Keine.

Haltbarkeit

Resolor soll bei einer Temperatur von nicht über 30 °C gelagert werden. Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden. Das Arzneimittel soll für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden.

Hinweise für die Handhabung.

Die Filmtabletten sollen im Blister in der Originalpackung aufbewahrt werden, da das Produkt feuchtigkeitsempfindlich ist.

Zulassungsnummer

59304 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Opopharma Vertriebs AG, 8153 Rümlang.

Stand der Information

März 2016.

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