Paroxetin Helvepharm Filmtabl 20 Mg 98 Stk

Paroxetin Helvepharm Filmtabl 20 Mg 98 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Paroxetinum ut Paroxetini hydrochloridum anhydricum.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten (mit Bruchrille) zu 20 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Erkrankungen des depressiven Formenkreises:

Endogene und nicht endogene Depressionen, in der akuten Phase und als Erhaltungstherapie bei Patienten mit Rezidiven.

Behandlung folgender Angsterkrankungen:

Behandlung von sozialer Phobie:

Die Langzeitwirksamkeit (>12 Wochen) ist noch nicht etabliert.

Behandlung von Panikstörungen mit oder ohne Agoraphobie:

In einer placebokontrollierten Einjahresstudie konnte gezeigt werden, dass die Wirksamkeit von Paroxetin bei Langzeitbehandlung von Panikstörungen erhalten bleibt.

Behandlung von generalisierten Angststörungen:

Paroxetin Helvepharm hat sich in der Behandlung von generalisierten Angststörungen als wirksam erwiesen.

Behandlung von Zwangsstörungen:

In einer Metaanalyse zweier placebokontrollierter Studien konnte gezeigt werden, dass die Wirksamkeit von Paroxetin bei einjähriger Behandlung von Zwangsstörungen erhalten bleibt.

Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen:

Paroxetin hat sich in der Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen bei Patienten ab 18 Jahren als wirksam erwiesen. Die Langzeitwirksamkeit (>12 Wochen) ist nicht nachgewiesen (vgl. «Eigenschaften/Wirkungen»).

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Depressionen:

Die empfohlene Anfangsdosierung beträgt 20 mg pro Tag, eingenommen als morgendliche Einmaldosis. Bei einigen Patienten kann es nötig sein, die Dosis zu erhöhen.

Wenn ein Patient nach drei Wochen nicht auf die Behandlung anspricht, kann die Dosis auf 30 mg oder 40 mg) erhöht werden.

Während der ersten 2 bis 3 Wochen der Therapie, und danach sooft klinisch angezeigt, sollte die Dosierung von Paroxetin Helvepharm, wie bei allen Antidepressiva, kontrolliert und wenn nötig korrigiert werden.

Behandlung der Angsterkrankungen:

Soziale Phobie:

Die empfohlene Tagesdosis beträgt 20 mg. Bei Patienten, die auf diese Dosis nicht ansprechen, kann die Tagesdosis nach drei Wochen, in wöchentlichen Schritten von nicht mehr als 10 mg, bis zu einer maximalen Tagesdosis von 50 mg erhöht werden.

Die Wirksamkeit bzw. Notwendigkeit einer Behandlung über mehr als 12 Wochen ist nicht belegt.

Panikstörungen:

Es ist bekannt, dass zu Beginn der Behandlung von Panikstörungen eine Verschlechterung der Symptomatik vorkommen kann. Um diese möglichst gering zu halten, wird eine niedrige Anfangsdosis von 10 mg Paroxetin Helvepharm täglich empfohlen. Diese Initialdosis wird wöchentlich in 10 mg-Schritten bis zur empfohlenen Standard-Tagesdosis von 40 mg erhöht. Bei Patienten, die auf diese Dosierung nicht ansprechen, kann die Dosis bis zu einer maximalen Tagesdosis von 60 mg erhöht werden.

Generalisierte Angststörung:

Die empfohlene Tagesdosis beträgt 20 mg. Bei Patienten, die auf diese Dosis nicht ansprechen, kann die Tagesdosis bei Bedarf in wöchentlichen 10 mg-Schritten bis zu einer maximalen Tagesdosis von 50 mg gesteigert werden.

Zwangsstörungen:

Bei Zwangsstörungen beträgt die empfohlene Anfangsdosierung 20 mg pro Tag, die in wöchentlichen 10 mg-Schritten bis zu einer Standard-Tagesdosis von 40 mg erhöht wird. Die Dosis kann bei ungenügendem Ansprechen bis zu einer maximalen Tagesdosis von 60 mg erhöht werden.

Posttraumatische Belastungsstörung:

Die empfohlene Tagesdosis beträgt 20 mg. Bei Patienten, die auf diese Dosis nicht ansprechen, kann die Tagesdosis bei Bedarf in wöchentlichen Schritten von 10 mg gesteigert werden. Die maximale Tagesdosis von 50 mg sollte nicht überschritten werden.

Allgemeine Informationen

Therapiedauer:

Es wird empfohlen, die Therapie genügend lange fortzusetzen; oft sind mehrere Monate Behandlung nötig.

Korrekte Art der Einnahme:

Paroxetin Helvepharm wird am besten als morgendliche Einmaldosis zusammen mit der Nahrung eingenommen. Die Filmtabletten sollten geschluckt und nicht gekaut werden.

Wenn das Arzneimittel morgens eingenommen wird, kommt es zu keiner Beeinträchtigung der Qualität oder Dauer des Schlafes. Zudem verbessert sich im Allgemeinen der Schlaf mit dem Ansprechen auf die Therapie.

Absetzsymptome nach Ende der Behandlung mit Paroxetin:

Ein plötzliches Absetzen sollte vermieden werden (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte Wirkungen»). In klinischen Studien wurde während der Ausschleichphase die Dosierung in wöchentlichen Intervallen um 10 mg/Tag reduziert.

Falls nach Dosisverringerung oder Absetzen des Arzneimittels stark beeinträchtigende Absetzerscheinungen auftreten, kann erwogen werden, die zuletzt eingenommene Dosis weiter einzunehmen, um diese dann in kleineren Schritten zu reduzieren.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Ältere Patienten:

Bei älteren Menschen sind die Plasmakonzentrationen erhöht (vgl. «Pharmakokinetik»). Die Dosierung sollte 20 mg pro Tag nicht überschreiten.

Kinder und Jugendliche (7 bis 17 Jahre):

Paroxetin darf nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen angewendet werden, da in kontrollierten klinischen Studien ein erhöhtes Risiko von suizidalem und feindseligem Verhalten festgestellt wurde. Ausserdem wurde in diesen Studien kein angemessener Wirksamkeitsnachweis in der Behandlung von Depressionen erbracht (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Kinder unter 7 Jahre:

Paroxetin Helvepharm darf bei Kindern unter 7 Jahren nicht angewendet werden, da Sicherheit und Wirksamkeit in dieser Altersgruppe nicht untersucht wurden.

Nieren- oder Leberfunktionsstörung:

Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min) oder schwerer Leberfunktionsstörung kommt es zu erhöhten Plasmakonzentrationen. Die Dosierung sollte bei diesen Patienten daher auf das untere Ende des empfohlenen Bereiches beschränkt werden.

Kontraindikationen

Bekannte oder vermutete Überempfindlichkeit gegenüber einem in Paroxetin Helvepharm enthaltenen Inhaltsstoff.

Paroxetin Helvepharm soll weder zusammen mit MAO-Hemmern (einschliesslich Linezolid, ein Antibiotikum und reversibler, nicht-selektiver Monoaminoxidasehemmer, oder Methylthioniniumchlorid (Methylenblau)) noch innerhalb der ersten zwei Wochen nach deren Absetzen verwendet werden. Auch sollten MAO-Hemmer frühestens zwei Wochen nach Abschluss einer Behandlung mit Paroxetin Helvepharm verabreicht werden (vgl. auch «Interaktionen»).

Paroxetin Helvepharm soll nicht in Kombination mit Thioridazin eingenommen werden. Paroxetin hemmt das hepatische Cytochrom P450 Enzym 2D6. Die Hemmung von CYP2D6 kann zu einer Erhöhung der Plasmakonzentrationen von Thioridazin führen (vgl. «Interaktionen»). Die alleinige Verabreichung von Thioridazin kann zu einer QTc-Intervall-Verlängerung in Verbindung mit schweren ventrikulären Arrhythmien wie Torsade de pointes und plötzlichem Tod führen.

Paroxetin Helvepharm soll nicht in Kombination mit Pimozid eingenommen werden (vgl. «Interaktionen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Kinder und Jugendliche (unter 18 Jahren):

Die Behandlung mit Antidepressiva von Kindern und Jugendlichen mit einer depressiven Episode nach ICD-10 (bzw. Major Depressive Disorder, MDD, nach DSM-IV Klassifikation) und sonstigen psychiatrischen Störungen ist mit einem erhöhten Risiko von Suizidgedanken und -verhalten verbunden. Paroxetin darf nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren eingesetzt werden. In klinischen Studien mit Kindern und Jugendlichen traten suizidales Verhalten (Suizidversuche und suizidale Gedanken) und feindseliges Verhalten (vor allem Aggression, Oppositionsverhalten und Wut) häufiger bei mit Paroxetin behandelten Patienten auf als unter Placebobehandlung. Ausserdem wurde in diesen Studien kein angemessener Wirksamkeitsnachweis erbracht, und Langzeitdaten bei Kindern zu Wachstum, Reifung sowie zur kognitiven Entwicklung und zur Verhaltensentwicklung fehlen (vgl. «Unerwünschte Wirkungen»).

Klinische Verschlimmerung und Suizidrisiko bei Erwachsenen:

Bei jungen Erwachsenen, insbesondere während einer depressiven Episode nach ICD-10 (bzw. Major Depressive Disorder, MDD, nach DSM-IV Klassifikation), könnte unter der Behandlung mit Paroxetin ein erhöhtes Risiko von Suizidverhalten bestehen. Bei einer Analyse von Placebo-kontrollierten Studien mit Erwachsenen mit psychiatrischen Störungen zeigte sich ein Suizidverhalten bei jungen Erwachsenen (prospektiv definiert als Altersbereich zwischen 18 und 24 Jahren) unter einer Paroxetin-Behandlung mit grösserer Häufigkeit als bei Placebo (17/776 [2,19%] versus 5/542 [0,92%]), wobei dieser Unterschied jedoch statistisch nicht signifikant war. In den älteren Altersgruppen (Alter zwischen 25 und 64 Jahren und ab 65 Jahre) war ein solcher Anstieg nicht zu beobachten. Bei Erwachsenen mit MDD (alle Altersgruppen) bestand ein statistisch signifikanter Anstieg der Häufigkeit von Suizidverhalten bei den mit Paroxetin behandelten Patienten im Vergleich zu Placebo-behandelten Patienten (11/3455 [0,32%] versus 1/1978 [0,05%]; es handelte sich bei allen Ereignissen um Suizidversuche). Die Mehrzahl dieser Suizidversuche unter einer Paroxetin-Behandlung (8 von 11) war jedoch bei jüngeren Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren zu verzeichnen. Diese MDD-Daten deuten darauf hin, dass die höhere Häufigkeit von Suizidverhalten bei jüngeren Erwachsenen mit verschiedenen psychiatrischen Störungen über das Alter von 24 Jahren hinaus bestehen könnte.

Bei Patienten mit einer Depression kann es zu einer Verschlechterung der depressiven Symptome und/oder zum Auftreten von Suizidgedanken und -verhalten (Suizidalität) kommen, unabhängig davon, ob Arzneimittel zur Behandlung der Depression eingenommen werden oder nicht. Dieses Risiko bleibt bis zum Eintritt einer signifikanten Remission bestehen. Es entspricht der allgemeinen klinischen Erfahrung mit allen antidepressiven Therapien, dass das Suizidrisiko im Anfangsstadium der Erholungsphase noch zunehmen kann. Andere psychische Erkrankungen, für die Paroxetin verschrieben wird, können mit einem erhöhten Risiko für suizidales Verhalten einhergehen und diese Erkrankungen können ebenso zusammen mit einer depressiven Episode nach ICD-10 (bzw. Major Depressive Disorder, MDD, nach DSM-IV Klassifikation) auftreten.

Darüber hinaus besteht ein erhöhtes Risiko von Suizidgedanken oder -versuchen bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Suizidverhalten oder -gedanken, bei jungen Erwachsenen sowie bei Patienten mit ausgeprägten Suizidvorstellungen bereits vor Behandlungsbeginn. Sämtliche Patienten sollten hinsichtlich einer klinischen Verschlechterung (einschliesslich der Entwicklung von neuen Symptomen) und Suizidalität während der Behandlung engmaschig überwacht werden, insbesondere zu Beginn eines neuen Behandlungszyklus oder bei einer Dosisveränderung (Steigerung oder Senkung).

Es gibt ungenügende Daten über das Risiko von suizidgebundenem Verhalten bei bisher nicht medikamentös behandelten Patienten. Diese Patienten sollten daher während der Behandlung sorgfältig überwacht werden.

Patienten (und deren Betreuer) sollten auf die Notwendigkeit einer Überwachung auf eine Verschlechterung des Zustands (einschliesslich der Entwicklung von neuen Symptomen) und/oder das Auftreten von Suizidgedanken, suizidalem Verhalten und selbstschädigenden Absichten hingewiesen werden und sofort medizinischen Rat einholen, wenn derartige Symptome auftreten. Dabei ist zu beachten, dass das Auftreten von manchen Symptomen, wie Ruhelosigkeit, Akathisie oder Manie, sowohl auf den zugrunde liegenden Krankheitszustand als auch auf die Arzneimitteltherapie zurückzuführen sein könnte (vgl. unten «Akathisie» und «Manie und bipolare Störung»; «Unerwünschte Wirkungen»).

In Erwägung zu ziehen ist ein Wechsel der Therapie, u.a. möglicherweise mit Absetzen der Medikation bei Patienten mit einer klinischen Verschlimmerung des Zustands (einschliesslich der Entwicklung von neuen Symptomen) und/oder dem Auftreten von Suizidvorstellungen/-verhalten, insbesondere wenn diese Symptome ausgeprägt sind, abrupt auftreten oder nicht zur ursprünglichen Symptomatik des Patienten gehörten.

Akathisie:

Die Anwendung von Paroxetin kann mit der Entwicklung einer Akathisie verbunden sein, die durch innere Unruhe und durch psychomotorische Agitiertheit, wie die Unfähigkeit still zu sitzen oder zu stehen, üblicherweise verbunden mit einem subjektiven Gefühl der Gequältheit gekennzeichnet ist. Diese tritt vor allem in den ersten Wochen einer Behandlung auf. Bei Patienten, die diese Symptome entwickeln, könnte eine Erhöhung der Dosis nachteilig sein.

Serotoninsyndrom/Malignes neuroleptisches Syndrom:

In seltenen Fällen können sich ein Serotoninsyndrom oder ein dem malignen neuroleptischen Syndrom ähnelndes Bild in Verbindung mit der Behandlung mit Paroxetin entwickeln, vor allem bei gleichzeitiger Verabreichung anderer serotonerger und/oder neuroleptischer Substanzen, sowie MAO-Hemmer und Lithium-Salze (vgl. «Kontraindikationen» und «Interaktionen»). Da diese Syndrome möglicherweise zu lebensbedrohlichen Zuständen führen können, sollte die Behandlung mit Paroxetin bei Auftreten solcher Fälle (gekennzeichnet durch eine Reihe geballt auftretender Symptome wie Hyperthermie, Rigidität, Myoklonus, vegetativer Instabilität mit möglicherweise rasch schwankenden Vitalparametern, mentalen Veränderungen einschliesslich Verwirrtheit, Reizbarkeit, extremer Agitiertheit bis hin zu Delirium und Koma) abgebrochen und eine unterstützende symptomatische Behandlung eingeleitet werden. Paroxetin sollte aufgrund des Risikos eines Serotoninsyndroms nicht in Kombination mit Serotonin-Präkursoren (wie L-Tryptophan, Oxitriptan) angewendet werden (vgl. «Interaktionen»).

Manie und bipolare Störung:

Vor Beginn einer Behandlung mit einem Antidepressivum sind die Patienten in geeigneter Weise zu untersuchen, um zu bestimmen, ob ein Risiko für bipolare affektive Störungen besteht. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass Paroxetin zur Behandlung bipolarer Depressionen nicht zugelassen ist. Wie alle Antidepressiva sollte Paroxetin bei Patienten mit manischen Episoden in der Vorgeschichte nur mit Vorsicht angewendet werden. Paroxetin sollte abgesetzt werden bei Patienten, die in eine manische Phase eintreten.

Tamoxifen:

Einige Studien haben ein erhöhtes Rezidivrisiko und erhöhte Mortalität bei gleichzeitiger Anwendung von Tamoxifen und CYP2D6-Inhibitoren (wie z.B. Paroxetin) gezeigt. Paroxetin sollte nicht während einer Brustkrebsbehandlung mit Tamoxifen angewendet werden, es sei denn das Absetzen der Paroxetin-Therapie stellt ein grösseres Risiko für die Patientin dar. Die Verschreiber sollten die Anwendung eines anderen Antidepressivums in Betracht ziehen, das keine oder nur eine schwache inhibierende Wirkung auf CYP2D6 ausübt.

Knochenbrüche:

In epidemiologischen Studien zum Frakturrisiko nach der Einnahme bestimmter Antidepressiva, einschliesslich SSRI, wurde über einen Zusammenhang mit Frakturen berichtet. Das Risiko tritt während der Behandlung auf und ist zu Beginn der Therapie am grössten. Bei der Betreuung von Patienten, die mit Paroxetin behandelt werden, sollte die Möglichkeit einer Fraktur berücksichtigt werden.

Leber- oder Nierenfunktionsstörungen:

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen (vgl. auch «Pharmakokinetik», «Dosierung/Anwendung»).

Diabetes:

Bei Patienten mit Diabetes mellitus können sich unter Behandlung mit einem SSRI die Blutzuckerwerte ändern. Die Dosierung von Insulin und/oder oralen Antidiabetika muss gegebenenfalls angepasst werden.

Epilepsie:

Die Daten bei der Anwendung von Paroxetin bei Epileptikern sind sehr beschränkt. Paroxetin Helvepharm sollte bei Epileptikern mit Vorsicht eingesetzt werden.

Krampfanfälle:

Die Inzidenz von Krampfanfällen liegt bei Patienten, die mit Paroxetin behandelt wurden, unter 0,1%. Bei Patienten, bei denen Krampfanfälle auftreten, sollte die Behandlung mit Paroxetin Helvepharm abgebrochen werden.

Elektrokrampf-Therapie:

Es existiert wenig klinische Erfahrung über die gleichzeitige Anwendung von Paroxetin und Elektrokrampf-Therapie.

Glaukom:

Wie andere SSRIs kann Paroxetin Mydriasis verursachen und ist daher bei Patienten mit Engwinkelglaukom mit Vorsicht anzuwenden.

Hyponatriämie:

Selten traten Hyponatriämien auf (vorwiegend bei älteren Patienten), welche nach Absetzen von Paroxetin reversibel waren. Vorsicht ist auch bei Patienten mit einem Risiko für eine Hyponatriämie, z.B. durch die gleichzeitige Einnahme anderer Arzneimittel oder durch Leberzirrhose, geboten. Die Hyponatriämie ist im Allgemeinen nach Absetzen von Paroxetin reversibel.

Blutungen:

Es gibt Berichte über Haut- und Schleimhautblutungen (einschliesslich gastrointestinaler Blutungen) sowie gynäkologische Blutungen während einer Therapie mit Paroxetin. Bei älteren Patienten ist das Risiko möglicherweise erhöht.

Vorsicht ist geboten bei Patienten, die zusätzlich zu einem SSRI mit oralen Antikoagulantien, mit Arzneimitteln, die die Thrombozytenfunktion beeinträchtigen oder mit anderen Arzneimitteln, die das Blutungsrisiko erhöhen (z.B. atypische Antipsychotika wie Clozapin, Phenothiazine, die meisten trizyklischen Antidepressiva, Acetylsalicylsäure, nicht-steroidale Antirheumatika, COX2-Hemmer) behandelt werden, sowie bei Patienten mit hämorrhagischen Erkrankungen in der Anamnese oder mit sonstigen für Blutungen prädisponierenden Faktoren (vgl. «Unerwünschte Wirkungen»).

Kardiale Probleme:

Paroxetin zeigte in den bisherigen Studien keine klinisch relevanten Änderungen des Blutdrucks, der Herzfrequenz und des EKG. Trotzdem sollten vor allem bei Patienten mit Blutdruck- oder kardialen Problemen die üblichen Vorsichtsmassnahmen eingehalten werden.

Symptome beim Absetzen von Paroxetin:

Bei Absetzen von Paroxetin Helvepharm können Absetzsymptome auftreten, besonders wenn das Absetzen von Paroxetin abrupt erfolgt (vgl. «Unerwünschte Wirkungen»). In klinischen Studien bei Erwachsenen traten Nebenwirkungen nach Ende der Behandlung bei 30% der Patienten auf, die mit Paroxetin behandelt wurden, verglichen mit 20% der Patienten, die Placebo erhielten. Diese Absetzsymptome sind nicht damit gleich zu setzen, dass das Arzneimittel suchterzeugend wirkt oder zur Abhängigkeit führt.

Die Gefahr von Absetzsymptomen kann von verschiedenen Faktoren abhängig sein, einschliesslich der Behandlungsdauer und Dosierung und der Geschwindigkeit der Dosisreduktion.

Es wurde über Schwindel, Sensibilitätsstörungen (einschliesslich Parästhesie, Stromschlaggefühl und Tinnitus), Schlafstörungen (einschliesslich intensiver Träume), Agitiertheit oder Angst, Übelkeit, Tremor, Konfusion, Schwitzen, Kopfschmerzen, Durchfall, Herzklopfen, emotionale Instabilität, Reizbarkeit und Sehstörungen berichtet. Die meisten dieser Symptome sind im Allgemeinen leicht oder mittelgradig ausgeprägt, können jedoch bei einigen Patienten auch stark ausgeprägt sein. Solche Symptome treten gewöhnlich innerhalb weniger Tage nach Absetzen auf und können so von wieder auftretenden Krankheitssymptomen, die später und langsam auftreten, unterschieden werden. In sehr seltenen Fällen wurde von solchen Symptomen nach unbeabsichtigtem Auslassen einer Dosis durch den Patienten berichtet. Im Allgemeinen sind diese Symptome begrenzt und klingen innerhalb von zwei Wochen von selbst ab, auch wenn sie bei einzelnen Personen prolongiert (zwei bis drei Monate oder länger nach Ende der Behandlung) auftreten. Es wird daher empfohlen, die Behandlung mit Paroxetin ausschleichend durch schrittweise Verringerung der Dosis über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten, je nach Bedarf des Patienten, zu beenden (vgl. «Absetzsymptome nach Ende der Behandlung mit Paroxetin» – «Dosierung/Anwendung»).

Fertilität:

Einige klinische Studien haben gezeigt, dass SSRI (einschliesslich Paroxetin) die Qualität des Spermas beeinflussen können. Dieser Effekt scheint nach Absetzen der Behandlung reversibel zu sein. Veränderungen der Spermaqualität können bei manchen Männern die Fertilität beeinflussen.

Interaktionen

Serotonerge Substanzen:

Wie bei anderen SSRIs kann die Verabreichung von Paroxetin mit serotonergen Arzneimitteln zum Auftreten von 5-HT-assoziierten Wirkungen führen (Serotoninsyndrom: vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Vorsicht ist geboten und eine engmaschigere klinische Überwachung ist erforderlich, wenn serotonerge Arzneimittel (wie z.B. L-Tryptophan, Triptane, Tramadol, SSRIs, Lithium, Fentanyl und Präparate mit Johanniskraut [Hypericum perforatum]) in Verbindung mit Paroxetin verabreicht werden.

MAO-Hemmer:

Paroxetin Helvepharm soll weder zusammen mit MAO-Hemmern (einschliesslich Linezolid, ein Antibiotikum und reversibler, nicht-selektiver Monoaminoxidasehemmer, oder Methylthioniniumchlorid (Methylenblau)), noch innerhalb der ersten zwei Wochen nach deren Absetzen verwendet werden. Nach dieser Zeitspanne sollte die Behandlung vorsichtig begonnen, und die Dosierung bis zum Erreichen der optimalen Wirkung gesteigert werden. Auch sollten MAO-Hemmer frühestens zwei Wochen nach Abschluss einer Behandlung mit Paroxetin Helvepharm verabreicht werden (vgl. «Kontraindikationen»).

Lithium:

In einer Studie mit depressiven Patienten, die mit Lithium stabilisiert wurden, wurde keine pharmakokinetische Interaktion zwischen Paroxetin und Lithium beobachtet. Da relativ wenig klinische Erfahrung über die gleichzeitige Anwendung von Paroxetin Helvepharm und Lithium besteht, sollte man wegen der möglichen Auslösung eines Serotoninsyndroms bei der Verschreibung dieser Kombination jedoch vorsichtig sein.

L-Tryptophan:

Da über unerwünschte Wirkungen (z.B. Serotoninsyndrom) bei der gleichzeitigen Anwendung von Tryptophan mit anderen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern berichtet wurde, sollte Paroxetin Helvepharm nicht zusammen mit einer Tryptophan-Medikation verordnet werden (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Pimozid:

In einer Studie mit Pimozid in niedriger Einzeldosis (2 mg) wurden bei gleichzeitiger Verabreichung mit Paroxetin erhöhte Pimozidspiegel nachgewiesen (Erhöhung der AUC um das 2.5-fache und der Cmax um das 1.6-fache). Diese Interaktion ist auf die bekannten, CYP2D6-hemmenden Eigenschaften von Paroxetin zurückzuführen. Aufgrund der geringen therapeutischen Breite von Pimozid und dessen bekannten Wirkung einer Verlängerung des QT-Intervalls, ist eine gleichzeitige Anwendung von Pimozid und Paroxetin kontraindiziert (vgl. «Kontraindikationen»).

Arzneimittel-metabolisierende Enzyme:

Metabolismus und Pharmakokinetik von Paroxetin können durch die Aktivierung oder Hemmung arzneimittelabbauender Enzyme beeinflusst werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Paroxetin mit einem bekannten, enzymhemmenden Arzneimittel (Cimetidin) sollte im unteren Bereich dosiert werden. Eine Anpassung der Anfangsdosierung ist nicht notwendig, wenn Paroxetin zusammen mit einem bekannten, enzyminduzierenden Arzneimittel angewendet wird (z.B. Carbamazepin, Rifampicin, Phenobarbital, Phenytoin). Jede nachfolgende Dosisanpassung sollte anhand des klinischen Effektes bestimmt werden (Wirksamkeit und Verträglichkeit).

Fosamprenavir/Ritonavir:

Die gleichzeitige Verabreichung von Fosamprenavir/Ritonavir mit Paroxetin reduzierte die Plasmaspiegel von Paroxetin signifikant. Jede Dosisanpassung sollte anhand des klinischen Effektes bestimmt werden (Verträglichkeit und Wirksamkeit).

Procyclidin:

Die tägliche Anwendung von Paroxetin erhöht die Plasmaspiegel von Procyclidin signifikant. Wenn anticholinergische Wirkungen festgestellt werden, sollte die Dosis von Procyclidin reduziert werden.

Antikonvulsiva (Carbamazepin, Phenytoin, Valproinsäure):

Die gleichzeitige Verabreichung scheint keinen Einfluss auf das pharmakokinetische/pharmakodynamische Profil bei Patienten mit Epilepsie zu haben.

Pharmakokinetische Daten zeigen, dass eine gleichzeitige Verabreichung mit Diazepam keine Dosisanpassung von Paroxetin erfordert.

Neuromuskuläre Blocker:

Paroxetin kann wie alle Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) die Aktivität der Plasma-Cholinesterase vermindern und auf diese Weise die Dauer der inhibierenden Wirkung von Mivacurium und Suxamethonium auf die neuromuskuläre Reizübertragung, also neuromuskuläre Blockaden, verlängern. Das kann zum Beispiel postoperativ zu einer Verlängerung der Beatmungspflicht, Aufrechterhaltung von Paralysen sowie Auftreten von neurologischen Störungen inklusive Konvulsionen führen.

Hemmung des hepatischen Cytochrom-P450-Enzyms CYP2D6:

Wie andere Antidepressiva, einschliesslich anderer selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, hemmt Paroxetin das hepatische Enzym Cytochrom P450 2D6, das für den Metabolismus von Debrisoquin und Spartein verantwortlich ist. Die Hemmung von CYP2D6 kann daher die Plasmakonzentrationen von gleichzeitig verabreichten Wirkstoffen erhöhen, welche durch dieses Isoenzym metabolisiert werden. Dazu gehören gewisse trizyklische Antidepressiva (z.B. Amitriptylin, Clomipramin, Nortriptylin, Imipramin und Desipramin), Phenothiazin-Neuroleptika (z.B. Perphenazin und Thioridazin, vgl. «Kontraindikationen»), Risperidon, Atomoxetin, gewisse Klasse 1C Antiarrhythmika (z.B. Propafenon und Flecainid), Metoprolol und Codein. Es wird nicht empfohlen, Paroxetin in Kombination mit Metoprolol bei kardialer Insuffizienz einzusetzen, da ein enger therapeutischer Bereich von Metoprolol in dieser Indikation besteht.

Tamoxifen wird unter anderem über CYP2D6 metabolisiert. CYP2D6 Inhibitoren wie Paroxetin können zu einer Reduktion der Wirksamkeit von Tamoxifen führen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Neuroleptika, trizyklische Antidepressiva:

Da die gleichzeitige Anwendung von Paroxetin und Neuroleptika oder trizyklischen Antidepressiva nicht untersucht wurde, sollten derartige Kombinationen mit Vorsicht unternommen werden.

Antikoagulantien:

Vorläufige Daten weisen darauf hin, dass eine pharmakodynamische Interaktion zwischen Paroxetin und oralen Antikoagulantien (Warfarin) bestehen könnte, die durch vermehrtes Bluten bei unveränderten Prothrombinzeiten gekennzeichnet ist. Paroxetin Helvepharm sollte deshalb bei Patienten, die orale Antikoagulantien erhalten, mit besonderer Vorsicht angewandt werden (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Nicht-steroidale Antirheumatika/Acetylsalicylsäure:

Es können pharmakodynamische Interaktionen zwischen Paroxetin und nicht-steroidalen Antirheumatika/Acetylsalicylsäure auftreten. Die gleichzeitige Anwendung von Paroxetin und nicht-steroidalen Antirheumatika/Acetylsalicylsäure kann zu einer erhöhten Blutungsneigung führen (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Arzneimittel, die den Magen-pH-Wert beeinflussen:

Resorption und Pharmakokinetik von Paroxetin werden durch die gleichzeitige Einnahme von Nahrung oder Antazida nicht beeinflusst.

Obwohl Paroxetin die von Alkohol hervorgerufene Beeinträchtigung der geistigen und motorischen Fähigkeiten nicht verstärkt, ist Alkohol während der Behandlung zu meiden.

Paroxetin hat keine oder nur eine geringe Auswirkung auf die Pharmakokinetik vieler Arzneimittel einschliesslich Digoxin, Propranolol und Warfarin.

Es existiert wenig klinische Erfahrung über die gleichzeitige Anwendung von Paroxetin und Elektrokrampf-Therapie.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft:

Tierstudien haben keinen direkten Beweis einer Teratogenität erbracht.

Neuere epidemiologische Studien zur Anwendung von Antidepressiva während des ersten Schwangerschaftstrimenons berichten über ein erhöhtes Risiko kongenitaler Missbildungen, insbesondere kardiovaskulärer Art (z.B. Ventrikel- und Vorhofseptumdefekte) im Zusammenhang mit der Anwendung von Paroxetin. Das Datenmaterial deutet darauf hin, dass das Risiko für einen kardiovaskulären Defekt beim Neugeborenen nach Paroxetinexposition der Mutter bei ungefähr 1/50 liegt, im Vergleich zu einer zu erwartenden Häufigkeit von solchen Defekten von ungefähr 1/100 Kindern in der Gesamtpopulation (vgl. «Eigenschaften/Wirkungen»).

Bei Frauen, die beabsichtigen, demnächst schwanger zu werden, oder schon schwanger sind, sollte Paroxetin nicht neu verschrieben werden. Bei Frauen, die schwanger sind und schon mit Paroxetin behandelt werden, wird der Arzt bzw. die Ärztin die zur Verfügung stehenden Behandlungsalternativen sorgfältig abwägen müssen und Paroxetin nur dann weiter verschreiben, falls dies absolut notwendig ist. Beim Entscheid zum Abbruch einer Paroxetinbehandlung einer Schwangeren sollte sich der Arzt bzw. die Ärztin an den Abschnitten «Dosierung/Anwendung – Absetzsymptome nach Ende der Behandlung mit Paroxetin» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen – Symptome beim Absetzen von Paroxetin» orientieren. Ein plötzliches Absetzen der Therapie sollte auch in der Schwangerschaft vermieden werden.

Es wurde von Frühgeburten bei schwangeren Frauen berichtet, die Paroxetin oder andere SSRIs eingenommen hatten. Ein kausaler Zusammenhang mit der medikamentösen Therapie konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.

Neugeborene sollten überwacht werden, wenn die Anwendung von Paroxetin bei der Mutter bis in späte Stadien der Schwangerschaft (vor allem im letzten Drittel) fortgesetzt wird. Folgende Symptome können bei Neugeborenen nach der maternalen Anwendung von Paroxetin in den späten Stadien der Schwangerschaft auftreten: Atemnot, Zyanose, Apnoe, Krampfanfälle, instabile Körpertemperatur, Schwierigkeiten beim Trinken, Erbrechen, Hypoglykämie, muskulärer Hypertonus oder Hypotonus, Hyperreflexie, Tremor, ängstliches/nervöses Zittern, Reizbarkeit, Lethargie, Schläfrigkeit, Schlafstörungen und ständiges Schreien. Die Symptome können entweder durch serotonerge Wirkungen oder durch Absetzsymptome verursacht sein. In der Mehrzahl der Fälle beginnen die Komplikationen sofort oder sehr bald (weniger als 24 Stunden) nach der Geburt.

Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass die Anwendung von SSRIs (einschliesslich Paroxetin) während der Schwangerschaft, vor allem im fortgeschrittenen Stadium der Schwangerschaft, mit einem erhöhten Risiko einer persistierenden pulmonalen Hypertonie des Neugeborenen (PPHN) verbunden war. Es wurde berichtet, dass das erhöhte Risiko bei Kindern von Frauen, welche SSRIs in der Spätphase der Schwangerschaft einnahmen, vier- bis fünfmal höher war als in der allgemeinen Bevölkerung (Rate von 1 bis 2 Fällen pro 1000 Schwangerschaften).

Stillzeit:

Geringe Mengen Paroxetin gehen in die Muttermilch über. Die Serumkonzentrationen aus veröffentlichten Studien lagen bei den gestillten Kindern entweder unter der Nachweisgrenze (<2 ng/ml) oder waren sehr niedrig (<4 ng/ml). Es wurden keine Anzeichen von Arzneimittelwirkungen bei diesen Kindern beobachtet. Trotzdem sollte Paroxetin während der Stillzeit nicht angewendet werden. Ist die Verabreichung des Präparates unabdingbar, sollte abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Da unter der Paroxetin Helvepharm-Therapie Schläfrigkeit und Schwindel auftreten können, ist den Patienten beim Führen eines Motorfahrzeuges und dem Bedienen von Maschinen Vorsicht zu empfehlen.

Unerwünschte Wirkungen

Die unerwünschten Wirkungen von Paroxetin Helvepharm können im Verlauf der Therapie an Intensität und Häufigkeit abnehmen.

Bei der Klassifikation der unerwünschten Wirkungen wurde folgende Konvention gewählt: Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1000, <1/100), selten (≥1/10'000, <1/1000), sehr selten (<1/10'000).

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Gelegentlich: abnorme Blutungen, vorwiegend die Haut und die Schleimhäute betreffend.

Sehr selten: Thrombozytopenie.

Störungen des Immunsystems

Sehr selten: schwere allergische Reaktionen (einschliesslich anaphylaktischem Schock und Angioödem).

Endokrine Störungen

Sehr selten: Syndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons (SIADH).

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: erhöhte Cholesterin-Werte, Appetitverlust (4-8% vs. Placebo 2%).

Selten: Hyponatriämie.

Selten trat eine Hyponatriämie auf – eventuell mit Hirnödem, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen oder Krampfanfällen – und schien reversibel nach Absetzen von Paroxetin. Einige Fälle waren vermutlich verursacht durch das Syndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons. Die meisten der gemeldeten Fälle betrafen ältere Patienten, die Diuretika und andere Arzneimittel einnahmen.

Psychiatrische Störungen

Sehr häufig: Somnolenz (20–22% vs. Placebo 5–9%), Schlaflosigkeit (13–21% vs. Placebo 7–16%).

Häufig: Agitiertheit, abnorme Träume (einschliesslich Alpträume).

Gelegentlich: Verwirrtheit, Halluzinationen.

Selten: manische Reaktionen, Angstzustände, Depersonalisation, Panikattacken, Akathisie (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Diese Symptome können auch aufgrund der zugrunde liegenden Erkrankung auftreten.

Störungen des Nervensystems

Häufig: Schwindel (10–11% vs. Placebo 6–7%), Tremor (9–10% vs. Placebo 1–2%), Kopfschmerzen.

Gelegentlich: extrapyramidale Störungen.

Selten: klonische Krämpfe, Akathisie, Restless-Legs-Syndrom (RLS).

Sehr selten: Serotoninsyndrom (Symptome: Agitiertheit, Verwirrtheit, Diaphorese, Halluzinationen, Hyperreflexie, Myoklonus, Schüttelfrost, Tachykardie und Tremor).

Es sind seltene Berichte von extrapyramidalen Störungen einschliesslich orofazialer Dystonie gemeldet worden. Die meisten dieser Wirkungen sind bei Patienten mit eigentlichen Bewegungsstörungen aufgetreten oder bei Patienten, die Neuroleptika erhielten.

Selten wurden Verwirrtheit, manische Reaktionen und epileptische Manifestationen (Krampfanfälle) beobachtet.

Es sind Fälle von postoperativer Verlängerung der Beatmungspflicht, von Paralysen sowie neurologischen Störungen inklusive Konvulsionen gemeldet worden, die auf die Verlängerung von neuromuskulären Blockaden aufgrund von Interaktionen zwischen Paroxetin und Muskelrelaxantien zurückgeführt werden (vgl. «Interaktionen»).

Augenleiden

Gelegentlich: verschwommenes Sehen und Mydriasis (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Selten: akutes Glaukom.

Funktionsstörungen des Herzens

Gelegentlich: Sinus-Tachykardie, EKG-Veränderungen.

Selten: Bradykardie.

Funktionsstörungen der Gefässe

Gelegentlich: Vasodilatation, orthostatische Hypotonie, Synkopen.

Atmungsorgane (Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen)

Häufig: Gähnen.

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Nausea (23–25% vs. Placebo 7–11%).

Häufig: Verstopfung (5–12% vs. Placebo 2–8%), Durchfall (9% vs. Placebo 6–8%), Erbrechen, Mundtrockenheit (9–18% vs. Placebo 3–11%).

Sehr selten: gastrointestinale Blutungen.

Funktionsstörungen der Leber und der Galle

Selten: Erhöhung von Leberenzymwerten.

Sehr selten: Lebererkrankungen (wie Hepatitis, gelegentlich in Verbindung mit Gelbsucht und/oder Leberversagen).

Selten ist über vorübergehende Erhöhungen der Leberenzyme berichtet worden. Seit der Markteinführung gibt es bei Patienten, die Paroxetin eingenommen haben, sehr selten (<0,01%) Berichte über Lebererkrankungen wie Hepatitis, gelegentlich verbunden mit Gelbsucht und/oder Leberversagen. Obwohl keine kausale Beziehung nachgewiesen werden konnte, sollte Paroxetin Helvepharm abgesetzt werden, wenn sich Leberfunktionsstörungen entwickeln.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Schwitzen (9–12% vs. Placebo 2–3%).

Gelegentlich: Hautausschlag, Juckreiz.

Sehr selten: schwerwiegende Hautreaktionen (einschliesslich Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse und DRESS-Syndrom (Drug Rash with Eosinophilia and Systemic Symptoms)), Urtikaria, Photosensitivitätsreaktionen.

Muskelskelettsystem

Selten: Arthralgie, Myalgie.

Funktionsstörungen der Nieren und der ableitenden Harnwege

Gelegentlich: Harnverhaltung, Harninkontinenz.

Funktionsstörungen des Reproduktionssystems und der Brust

Sehr häufig: sexuelle Funktionsstörungen: Ejakulationsstörungen (13–28% vs. Placebo 0–1%), Verminderung der Libido (3–12% vs. Placebo 0–1%), weibliche sexuelle Dysfunktion (1–9% vs. Placebo 0–1%).

Selten: Hyperprolaktinämie/Galaktorrhoe, Menstruationsstörungen einschliesslich Menorrhagie, Metrorrhagie, Menometrorrhagie, verzögerte Menstruation und Amenorrhoe.

Sehr selten: Priapismus.

Allgemeine Störungen

Häufig: Asthenie (13–22% vs. Placebo 6–14%), Gewichtszunahme.

Sehr selten: periphere Ödeme.

Die Einnahme von Paroxetin kann gelegentlich zu einer Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme führen. Paroxetin hat eine geringere Tendenz als trizyklische Antidepressiva, Mundtrockenheit, Verstopfung und Schläfrigkeit hervorzurufen.

Bei Absetzen treten häufig Absetzsymptome auf (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Absetzsymptome

Häufig: Schwindel, Sinnesstörungen, Schlafstörungen, Angstzustände, Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Ruhelosigkeit, Übelkeit, Tremor, Verwirrtheit, Schwitzen, emotionale Instabilität, Sehstörungen, Herzklopfen, Reizbarkeit, Durchfall.

Bei Abbruch einer Paroxetin Helvepharm-Behandlung (insbesondere bei abruptem Absetzen) können Symptome, wie Schwindel, Sinnesstörungen (einschliesslich Parästhesie, Elektroschockempfindungen und Tinnitus), Schlafstörungen (einschliesslich intensiver Träume), Ruhelosigkeit oder Angstzustände, Übelkeit, Kopfschmerzen, Tremor, Verwirrtheit, Durchfall, Schwitzen, Herzklopfen, emotionale Instabilität, Reizbarkeit und Sehstörungen auftreten. Bei der Mehrzahl der betroffenen Patienten sind diese Ereignisse nur leicht bis mässig stark ausgeprägt und legen sich von selbst. Bei einzelnen Personen können die Absetzsymptome schwerwiegend sein und für längere Zeit anhalten. Daher wird empfohlen, eine Paroxetin Helvepharm-Behandlung langsam und durch kleine Dosisreduktionen auszuschleichen, sobald sie nicht mehr erforderlich ist (vgl. «Dosierung/Anwendung», sowie «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Unerwünschte Ereignisse bei den klinischen Studien mit Kindern und Jugendlichen (7–17 Jahre)

In klinischen Kurzzeitstudien (bis zu 10 bis 12 Wochen) mit Kindern und Jugendlichen wurden folgende Nebenwirkungen bei mindestens 2% der mit Paroxetin behandelten Patienten berichtet und traten mindestens doppelt so häufig wie unter Placebobehandlung auf: erhöhtes suizidales Verhalten (einschliesslich Suizidversuche und suizidaler Gedanken), selbstschädigendes Verhalten und erhöhte Aggressivität/Feindseligkeit. Die Beobachtungen von Suizidgedanken und Suizidversuchen stammen vorwiegend aus den klinischen Studien mit Jugendlichen während einer depressiven Episode nach ICD-10 Klassifikation (bzw. Major Depressive Disorder, MDD, nach DSM-IV Klassifikation). Feindseligkeit war insbesondere bei Kindern mit Zwangsstörung (Obsessive-Compulsive Disorder, OCD) zu beobachten, vor allem bei jüngeren Kindern unter 12 Jahren. Unter Paroxetin wurden weiterhin häufiger als unter Placebo ein verminderter Appetit, Tremor, Schwitzen, Hyperkinesie, Unruhe und emotionale Labilität (einschliesslich Weinen und Stimmungsschwankungen) beobachtet.

In Studien, bei denen die Behandlung ausschleichend beendet wurde (Verringerung der Tagesdosis im wöchentlichen Intervall um 10 mg/Tag bis zu einer Dosis von 10 mg/Tag), wurden im Lauf der Ausschleichphase oder beim Absetzen von Paroxetin die folgenden Symptome bei mindestens 2% der Patienten und mindestens doppelt so häufig wie bei Placebo beschrieben: emotionale Labilität (einschliesslich Weinen, Stimmungsschwankungen, selbstschädigenden Verhaltens, suizidaler Gedanken und Suizidversuche), Nervosität, Schwindel, Übelkeit und Oberbauchschmerzen (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Überdosierung

Klinische Erfahrungen zeigen eine relative Sicherheit bei Überdosierung von Paroxetin. Erfahrungen mit Fällen von Überdosierungen von Paroxetin haben gezeigt, dass zusätzlich zu den im Kapitel «Unerwünschte Wirkungen» beschriebenen Ereignissen folgende Symptome beschrieben worden sind: Fieber, Blutdruckveränderungen und unkontrollierte Muskelkontraktionen.

Im Allgemeinen erholten sich die Patienten ohne schwerwiegende Spätfolgen, sogar in Fällen, in welchen Einmaldosen bis zu 2000 mg (hundertfache Standarddosierungen) eingenommen worden waren. Gelegentlich gibt es Berichte über Koma und EKG-Veränderungen sowie sehr selten über Todesfälle, falls Patienten Paroxetin zusammen mit anderen psychotropen Substanzen und eventuell mit Alkohol konsumiert haben.

Es sind Fälle von Überdosierung mit Paroxetin allein (bis 850 mg) und in Kombination mit anderen Substanzen bekannt.

Es existiert kein spezifisches Antidot. Die Behandlung besteht aus den bei Überdosierung mit Antidepressiva üblichen Massnahmen. Die Vitalfunktionen sind sorgfältig zu überwachen. Die Behandlung des Patienten sollte nach klinischer Indikation oder ggf. nach den Empfehlungen des nationalen toxikologischen Informationszentrums erfolgen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N06AB05

Paroxetin ist ein selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Die antidepressive Wirkung und die Wirksamkeit in der Behandlung von Zwangs- sowie Panikstörungen dürften auf seiner spezifischen Hemmung der Aufnahme von Serotonin (5-Hydroxytryptamin, 5-HT) in Neuronen des Gehirns beruhen. Paroxetin ist chemisch mit trizyklischen, tetrazyklischen und anderen verfügbaren Antidepressiva nicht verwandt.

Die Hauptmetaboliten von Paroxetin sind pharmakologisch praktisch inaktiv und dürften daher nicht an der therapeutischen Wirkung beteiligt sein.

Die anticholinergen Wirkungen sind sowohl tierexperimentell wie auch in klinischen Studien geringer als bei trizyklischen Antidepressiva.

Paroxetin besitzt eine selektive Wirkung; in-vitro Studien haben gezeigt, dass es, im Gegensatz zu trizyklischen Antidepressiva, eine geringe Affinität für α1-, α2- und β-Adrenozeptoren sowie für Dopamin (D2)-, 5-HT1-artige, 5-HT2 und Histamin (H1)-Rezeptoren aufweist. Das Fehlen einer Wirkung auf postsynaptische Rezeptoren in vitro wird durch in-vivo Studien bestätigt, welche ein Fehlen von ZNS-dämpfender und hypotensiver Wirkung zeigen. Paroxetin beeinträchtigt weder die psychomotorischen Funktionen, noch potenziert es die dämpfende Wirkung von Alkohol.

Wie Studien gezeigt haben, besitzt Paroxetin eine geringe Tendenz, die antihypertensive Wirkung von Guanethidin abzuschwächen.

Wie bei anderen Antidepressiva beginnt die Besserung der Krankheit im Allgemeinen nach einer Woche. Eine Überlegenheit gegenüber Placebo lässt sich in der zweiten Woche nachweisen.

Studien, bei denen Patienten bis zu einem Jahr lang Paroxetin erhielten, zeigten, dass Paroxetin das Wiederauftreten depressiver Symptome sowie neuer Episoden verhindern kann.

Posttraumatische Belastungsstörung:

In einer Rückfall-Präventionsstudie bei Responders auf eine Initialbehandlung von 12 Wochen Dauer mit Paroxetin ergab sich während weiteren 24 Wochen unter Studienmedikation kein Unterschied bezüglich Rückfallsrate zwischen den zu Paroxetin randomisierten Patienten und denjenigen, welche Placebo erhielten. Die Wirksamkeit von Paroxetin über die initiale Behandlungsdauer von 12 Wochen hinaus ist somit nicht belegt.

In einer neueren retrospektiven Epidemiologiestudie aus den USA wurde bei 5956 Kleinkindern, deren Mütter im ersten Schwangerschaftstrimenon Paroxetin oder ein anderes Antidepressivum eingenommen hatten, ein erhöhtes Risiko von schweren kongenitalen Missbildungen aller Art für Paroxetin im Vergleich zu anderen Antidepressiva festgestellt (odds ratio 1,8; 95% Konfidenzintervall 1,2–2,8). Darüber hinaus wurde für Paroxetin im Vergleich zu anderen Antidepressiva auch ein erhöhtes Risiko kardiovaskulärer Missbildungen ermittelt (odds ratio 1,5; 95% Konfidenzintervall 0,8–2,9). Nicht berücksichtigt in diesen Angaben sind Frauen, die neben Antidepressiva auch teratogene Arzneimittel erhalten hatten. Ventrikelseptumdefekte machten den grössten Teil der kardiovaskulären Missbildungen aus.

Die Prävalenz von kongenitalen Missbildungen aller Art bzw. kardiovaskulären Missbildungen bei diesen Kleinkindern lag bei 4% bzw. 1,5% im Fall von Paroxetin und bei 2% bzw. 1% für andere Antidepressiva. In der Gesamtpopulation belaufen sich diese Häufigkeitsraten auf 3% (kongenitale Missbildungen aller Art) bzw. 1% (kardiovaskuläre Missbildungen). [Centers for Disease Control and Prevention, USA, und Metropolitan Atlanta Birth Congenital Defects Program Data (MACDP)].

In einer Studie basierend auf Datenmaterial des Schwedischen Melderegisters wurden die Kleinkinder von 6896 Frauen untersucht, welche in der frühen Schwangerschaft mit Antidepressiva in Kontakt gekommen waren (5123 Frauen mit SSRI-Exposition einschliesslich 815 Frauen mit Paroxetin-Exposition). Bei den Paroxetin-exponierten Kleinkindern bestand ein erhöhtes Risiko kardiovaskulärer Missbildungen im Vergleich zum Gesamtkollektiv des Registers (odds ratio 1,8; 95% Konfidenzintervall 1,1-2,8). Die Häufigkeitsrate kardiovaskulärer Missbildungen nach der Paroxetin-Exposition in der frühen Schwangerschaft lag bei 2% gegenüber 1% beim Gesamtkollektiv des Registers. Beim Gesamtrisiko von kongenitalen Missbildungen wurde für die Paroxetin-exponierten Kleinkinder kein Anstieg festgestellt.

Pharmakokinetik

Absorption

Paroxetin wird nach oraler Gabe gut resorbiert und unterliegt einem First-pass-Metabolismus. Die absolute Bioverfügbarkeit von Paroxetin ist variabel infolge eines First-pass-Metabolismus, der gesättigt werden kann. Die Resorption und Pharmakokinetik von Paroxetin werden durch die gleichzeitige Nahrungsaufnahme nicht beeinflusst.

Nach täglichen Gaben von 20 mg betrugen die Steady-State-Werte von Cmax und Tmax 12-90 ng/ml (im Mittel 41 ng/ml) bzw. 3-7 Stunden (im Mittel 5 Stunden).

Distribution

Paroxetin wird extensiv im Gewebe verteilt (mittl. Verteilungsvolumen: 10-20 l/kg); nur 1% verbleibt im Plasma. Etwa 95% des bei therapeutischen Dosen im Plasma vorhandenen Paroxetins sind proteingebunden.

Elimination

Paroxetin wird zum grössten Teil in der Leber metabolisiert. Von einer Dosis Paroxetin werden 64% im Urin ausgeschieden (im Allgemeinen weniger als 2% der Dosis in unveränderter Form). Die übrigen 36% werden mit den Faeces ausgeschieden (höchstens 1% der Dosis unverändert).

Die Eliminationshalbwertszeit ist variabel (6-71 Stunden bei Steady-State), beträgt aber im Allgemeinen etwa einen Tag. Systemische Steady-State-Spiegel werden 7 bis 14 Tage nach Beginn der Behandlung erreicht. Die Pharmakokinetik scheint sich unter Langzeitbehandlung nicht zu verändern.

Paroxetin wird teilweise durch das Enzym Cytochrom P450 2D6 metabolisiert, welches mit dem Spartein/Debrisoquin Polymorphismus zusammenhängt (zirka 10% der weissen Bevölkerung sind «poor metabolisers» von Spartein und Debrisoquin). Weil dieses Enzym gesättigt werden kann, und weil dadurch die Menge an Paroxetin im Körper durch wiederholte Dosierung erhöht wird, wird die Clearance reduziert. Die Enzymsättigung führt zu einer überproportionalen Zunahme der Plasmakonzentrationen von Paroxetin während der Annäherung an den Steady-State. Dies ist jedoch nur bei Personen ausgeprägt, die anfänglich besonders tiefe Plasmakonzentrationen aufweisen. Im Steady-State, in welchem das Cytochrom P450 2D6-Enzym im Wesentlichen gesättigt ist, wird die Paroxetin-Clearance von anderen P450-Enzymen bestimmt, bei denen – im Gegensatz zu P450 2D6 – eine Sättigung nicht nachgewiesen werden kann. Zusammenfassend: allfällige nicht-lineare Veränderungen der Plasmakonzentrationen in Zusammenhang mit einer Erhöhung der Dosis nach Erreichen des Steady-State sind im Allgemeinen geringfügig und auf Personen beschränkt, die niedrige Konzentrationen bei tieferen Dosierungen aufweisen.

Die Elimination der Metaboliten ist biphasisch, initial bestimmt durch den First-pass-Metabolismus und anschliessend durch die systemische Elimination.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Höhere Plasmakonzentrationen von Paroxetin kommen bei älteren Personen (im Durchschnitt um etwa 75%) sowie bei Personen mit schwerer Nieren- oder Leberinsuffizienz vor.

Überdies wurde keine Korrelation zwischen den Plasmakonzentrationen von Paroxetin und der klinischen Wirkung (weder unerwünschte Wirkungen noch Wirksamkeit) gefunden.

Präklinische Daten

Karzinogenität:

2-Jahres-Studien an Mäusen und Ratten ergaben kein tumorerzeugendes Potential für Paroxetin.

Genotoxizität:

In-vitro und in-vivo durchgeführte Versuchsreihen ergaben keinen Hinweis auf genotoxische Wirkungen.

Reproduktionstoxizität:

Reproduktionsstudien an Ratten zeigten keine klinisch signifikanten Effekte von Paroxetin auf die männliche und weibliche Fertilität. Untersuchungen in Kaninchen und Ratten mit einer 6 bis 50-mal der maximal empfohlenen klinischen Dosis ergaben keinen Hinweis auf eine Teratogenität.

Allerdings trat in Rattenstudien, in Analogie zu anderen Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI), eine Erhöhung der Anzahl der Totgeburten, eine Erniedrigung des Geburtsgewichts und eine Erhöhung der neonatalen Mortalität auf. Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist unbekannt.

Bei Versuchstieren (Ratten) gingen geringe Mengen in die Muttermilch sowie in den Foetus über.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit:

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise:

Paroxetin Helvepharm Filmtabletten sollen nicht über 25 °C in der Originalpackung und ausser Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.

Zulassungsnummer

56962 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Helvepharm AG, Frauenfeld.

Stand der Information

April 2015.

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