Clorazepate Zentiva Kaps 10 Mg 20 Stk

Clorazepate Zentiva Kaps 10 Mg 20 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: dikalii clorazepas.

Hilfsstoffe

Kapseln:

  • Clorazepate Zentiva 5: Kaliumcarbonat, Talkum, Farbstoff: Erythrosin (E127), Titandioxid, Gelatine.
  • Clorazepate Zentiva 10: Kaliumcarbonat, Talkum, Erythrosin (E127), Titandioxid, Gelatine.
  • Clorazepate Zentiva 20: Kaliumcarbonat, Talkum, Indigotin (E132), Titandioxid, Gelatine.

Filmtabletten:

  • Clorazepate Zentiva Tabs: Indigotin (E132), wasserfreie Lactose, Magnesiumstearat, Talkum, Kaliumcarbonat, Kalium-Copolymethacrylat, hydriertes Rizinusöl, mikrokristalline Cellulose, granuliertes kationisches Polymethacrylat, Diethylphtalat, Titandioxid.
  • Clorazepate Zentiva 50: Erythrosin (E127), wasserfreie Lactose, Magnesiumstearat, Talkum, Kaliumcarbonat, Kaliumchlorid, leichtes Magnesiumoxid, Kalium-Copolymethacrylat, hydriertes Rizinusöl, granuliertes kationisches Polymethacrylat, Diethylphtalat, Titandioxid.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Kapseln zu 5, 10, 20 mg Dikalii clorazepas.

Filmtabletten zu 20, 50 mg Dikalii clorazepas.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Angstzustände und dadurch verursachte Unruhe, Spannungen, Erregung, neurovegetative und psychosomatische Störungen und Beschwerden.

Dosierung/Anwendung

Therapiedauer

Wegen der Gefahr einer Medikamentenabhängigkeit sollten Benzodiazepine nur zeitlich beschränkt verabreicht werden: bei akuten Störungen während einigen Tagen, bei chronischen Störungen in der Regel während 2-4 Wochen.

Danach sollte geklärt werden, ob eine weitere Behandlung angezeigt ist (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Übliche Tagesdosis

Die übliche Dosierung liegt beim Erwachsenen zwischen 5-30 mg pro Tag. Die Behandlung ist mit der kleinstmöglichen Dosierung anzufangen. Die Dosierung darf stufenweise erhöht werden, wenn das klinische Bild es erfordert.

Die tägliche Gesamtdosis kann wie folgt verabreicht werden, wobei Dosierung und Dauer individuell anzupassen sind:

  • auf mehrere Gaben über den Tag verteilt (Clorazepate Zentiva 5 mg und 10 mg)
  • oder (nur beim Erwachsenen) als Einzeldosis (im Allgemeinen Clorazepate Zentiva 20 mg) in Form einer Kapsel oder eines Tabs zwischen 18 und 20 Uhr. Diese Art der Einnahme verbessert die Schlafqualität und führt dank der langen Halbwertszeit des wirksamen Metaboliten tagsüber zu einer entspannenden Wirkung.

Clorazepate Zentiva 50 erlaubt auch schwere Angstzustände mit den notwendig hohen Dosen anzugehen. Die Tagesdosis liegt dann zwischen 25-100 mg, d.h. ½ bis 2 Tabletten Clorazepate Zentiva 50 täglich.

Beim Spitalpatienten kann diese Dosis bei klarer Indikationsstellung verdoppelt werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder über 9 Jahre: Der Gebrauch von Clorazepate Zentiva muss auf Ausnahmefälle beschränkt bleiben. Die Verwendung von Benzodiazepinen zur Behandlung ängstlicher Beschwerden des Kindes bezieht sich zwar auf weitgehend empirische Kenntnisse. Die nachstehende Dosierung ist als relative Richtdosis zu betrachten. Die Dosis beträgt etwa 0,5 mg/kg/Tag (d.h. 1-3 Kapseln Clorazepate Zentiva 5 mg täglich), verteilt auf mehrere Gaben (siehe «Kontraindikationen»).

Ältere Patienten und niereninsuffiziente Patienten: Es wird empfohlen, die Dosierung zu verringern. Beispielsweise kann die Hälfte der üblicherweise verwendeten Dosis ausreichend sein.

Beim Absetzen von Clorazepate Zentiva nach einer Langzeittherapie und hohen Dosen soll wegen der Gefahr einer Entzugssymptomatik die Dosis schrittweise reduziert werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Leberinsuffizienz: Die kleinste wirksame Dosis ist zu verwenden.

Kontraindikationen

  • Bekannte Benzodiazepin-Allergie oder Überempfindlichkeit gegen andere Inhaltsstoffe
  • Schwere dekompensierte Atmungsinsuffizienz
  • Schlaf-Apnoe-Syndrom
  • Schwere Myasthenie
  • Kinder unter 9 Jahren

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

  • Die gleichzeitige Anwendung von Benzodiazepinen und Natriumoxybat ist zu vermeiden, da sie möglicherweise das Risiko einer Atemdepression erhöht.
  • Harnretention und Engwinkelglaukom.
  • Herzinsuffizienz, Ateminsuffizienz. Bei Patienten mit Ateminsuffizienz muss der dämpfende Effekt der Benzodiazepine berücksichtigt werden (eine Verschlechterung der Hypoxie kann Angst und innere Unruhe auslösen, welche die Aufnahme des Patienten in eine Intensivpflegeabteilung rechtfertigen).
  • Kinder und ältere Patienten: Bei Verabreichung eines Benzodiazepins an Kinder und ältere Patienten ist Vorsicht geboten wegen des Risikos unerwünschter Nebenwirkungen auf das Zentralnervensystem, welches häufiger als bei anderen Patienten besteht (siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen»): Bei älteren Patienten treten leichter Nebenwirkungen wie Somnolenz, Schwindel und Muskelschwäche auf, wodurch es leichter zu Stürzen mit in dieser Population schweren Folgen kommt. Daher wird empfohlen, die Dosis zu verringern.
  • Leberinsuffizienz: Durch Verabreichung eines Benzodiazepins bei Leberinsuffizienz kann eine hepatische Enzephalopathie ausgelöst werden. Clorazepat darf daher in diesem Zusammenhang nur mit Vorsicht eingesetzt werden. Die kleinste wirksame Dosis ist zu verwenden.
  • Niereninsuffizienz und ältere Patienten: Eine Dosisanpassung kann erforderlich sein (siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen»).
  • Depressive Zustände: Eine alleinige Anwendung bei depressiven Patienten oder zur Behandlung der ängstlichen Komponente der Depression wird nicht empfohlen.
  • Von Alkoholgenuss während der Behandlung muss ausdrücklich abgeraten werden.
  • Die Kombination mehrerer Benzodiazepine ist zwecklos und kann unabhängig von der Indikation das Risiko einer Abhängigkeit erhöhen.
  • Bei Behandlungsabbruch kann es zum Entzugssyndrom kommen. Der Patient sollte darauf vorbereitet werden, und die Behandlung sollte allmählich über mehrere Wochen mit abnehmender Dosierung abgesetzt werden, insbesondere nach längerer Einnahme oder wenn es Grund zu der Annahme einer Abhängigkeit gibt.
  • Eine anterograde Amnesie kann besonders bei Einnahme der Arzneimittel vor dem Schlafengehen und kurzdauerndem Schlaf auftreten (z.B. vorzeitiges Erwachen durch eine äussere Störung).
  • Psychiatrische und paradoxe Reaktionen: Die Einnahme von Benzodiazepinen kann zu Reaktionen wie Ruhelosigkeit, Reizbarkeit, Aggressivität, Sinnestäuschungen, Wutanfällen, Alpträumen, Halluzinationen, Psychosen, unangemessenem Verhalten und anderen unerwünschten Wirkungen auf das Verhalten führen. Die Behandlung ist beim Auftreten entsprechender Symptome auszusetzen. Die genannten Reaktionen treten bei Kindern und älteren Patienten häufiger auf.

Abhängigkeit: Die Einnahme von Benzodiazepinen kann zu einer Abhängigkeit führen. Dieses Risiko ist erhöht bei längerer Einnahme, hoher Dosierung und bei prädisponierten Patienten. Die Entzugssymptomatik tritt vor allem nach abruptem Absetzen auf und beschränkt sich in leichteren Fällen auf Tremor, Ruhelosigkeit, Schlafstörungen, Angst, Kopfschmerzen und Konzentrations­schwäche. Es können aber auch Symptome wie Schwitzen, Muskel- und Bauchkrämpfe, Wahrnehmungsstörungen sowie in seltenen Fällen Delirien und zerebrale Krampfanfälle auftreten.

Das Einsetzen von Entzugserscheinungen schwankt je nach Wirkungsdauer der Substanz zwischen ein paar Stunden und einer Woche oder mehr nach Absetzen der Therapie.

Um das Risiko einer Abhängigkeit auf ein Minimum zu reduzieren, sollten Benzodiazepine nur nach sorgfältiger Prüfung der Indikation verschrieben und über möglichst kurze Dauer (als Hypnotikum zum Beispiel in der Regel nicht länger als 4 Wochen) eingenommen werden.

Ob eine Weiterführung der Behandlung notwendig ist, muss periodisch überprüft werden. Eine längere Behandlung ist nur bei bestimmten Patienten (zum Beispiel Panikzustände) indiziert und der Nutzen im Vergleich zu Risiken weniger klar.

Zur Vermeidung von Entzugserscheinungen empfiehlt sich in jedem Falle ein ausschleichendes Absetzen, indem die Dosis stufenweise reduziert wird. Bei Auftreten von Entzugserscheinungen ist eine engmaschige ärztliche Überwachung und Unterstützung des Patienten erforderlich.

Clorazepate Zentiva Filmtabletten enthalten Lactose. Patienten mit einer hereditären Galaktose-Intoleranz, einem Lapp-Lactase-Mangel oder einer Glucose-Galaktose-Malabsorption sollten dieses Medikament nicht einnehmen.

Interaktionen

  • Additive Wirkung (Synergie) mit neuromuskulären Inhibitoren (Curarimimetika, Myorelaxanzien)
  • Erhöhtes Risiko für das Auftreten eines Entzugssyndroms bei Kombination von Benzodiazepinen, die als Anxiolytika oder Hypnotika verschrieben werden.

Abzuraten ist von der Kombination mit:

  • Alkohol: Von alkoholhaltigen Getränken und alkoholhaltigen Medikamenten während der Behandlung und während der Tage nach der letzten Verabreichung ist abzuraten, da der sedierende Effekt der Benzodiazepine durch Alkohol verstärkt wird.

Kombinationen, bei denen besondere Vorsichtsmassnahmen erforderlich sind:

  • das Zentralnervensystem hemmende Medikamente: Morphinderivate einschliesslich Buprenorphin (Analgetika und Antitussiva), Barbiturate, Antidepressiva, sedierende Antihistaminika, andere Tranquilizer als Benzodiazepine, Neuroleptika, Clonidin und verwandte Substanzen. Die zentrale Dämpfung wird verstärkt mit erhöhtem Risiko einer Atemdepression bis hin zum Atemstillstand.
  • Cisaprid: vorübergehende Verstärkung der sedierenden Wirkung der Benzodiazepine durch eine Erhöhung ihrer Resorptionsgeschwindigkeit.
  • CYP 3A4-Inhibitoren: Diese Medikamente können die Verstoffwechselung des wirksamen Metaboliten von Clorazepat (N-Desmethyldiazepam) verringern. Bei gleichzeitiger Behandlung mit einem mässig starken oder starken CYP 3A4-Inhibitor und Clorazepat sind die Patienten zu überwachen.
  • Cimetidin und Disulfiram: mögliche Potenzierung der Clorazepate Zentiva-Wirkungen. Von der gleichzeitigen Gabe wird abgeraten.
  • Clozapin: erhöhtes Risiko von Kollaps mit Atem- und/oder Herz-Stillstand.
  • Omeprazol und andere Inhibitoren des CYP 2C19: diese Produkte können den Metabolismus von Nordiazepam (N-Desmethyldiazepam, aktiver Metabolit) hemmen, was sich als Erhöhung der Serumspiegel dieses Produktes auswirkt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es gibt klare Hinweise für Risiken des menschlichen Foetus, aber der therapeutische Nutzen für die Mutter kann überwiegen.

Die Verwendung von Benzodiazepinen während des letzten Drittels der Schwangerschaft kann bei der Geburt beim Neugeborenen muskuläre Hypotonie, Hyperthermie und Atemnot verursachen.

Im Alter von wenigen Tagen bis einigen Wochen kann ein Entzugssyndrom auftreten. Hauptsymptome sind übermässige Erregbarkeit, Tremor, Krämpfe und Hypertonie.

Unter diesen Umständen sollte Clorazepate Zentiva nur bei vitaler Indikation oder schweren Erkrankungen verordnet werden, bei denen es keine therapeutische Alternative mit geringerem Risiko gibt.

Stillzeit

Da N-Desmethyldiazepam in die Muttermilch übergeht, wird von der Verwendung von Clorazepate Zentiva während der Stillzeit abgeraten. Hauptsymptome beim Kind, die bei einer Verabreichung von Clorazepat während der Stillzeit auftreten können, sind: Hypoaktivität, Gewichtsabnahme, Anorexie, Atemdepression und Apnoe.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Wachsamkeit, Reaktionsvermögen: Benzodiazepine können die Vigilanzschwelle stören.

Besondere Vorsicht ist geboten im Strassenverkehr und bei der Bedienung von Maschinen, da durch die Einnahme des Arzneimittels Somnolenz, Amnesie, Konzentrationsstörungen und Muskelstörungen verursacht werden können.

Wegen der langen Halbwertszeit von Desmethyldiazepam muss eine durch Clorazepate Zentiva verursachte Sedierung besonders bei Patienten berücksichtigt werden, bei denen ambulante Untersuchungen oder Eingriffe vorgenommen werden.

Bei Suchtgefährdeten, insbesondere bei schon bestehender Medikamenten-, Drogen- oder Alkoholabhängigkeit sind eine sorgfältige Indikationsstellung und eine besondere Überwachung notwendig.

Unerwünschte Wirkungen

Die unerwünschten Wirkungen von Clorazepate Zentiva hängen von der Dosis und der individuellen Empfindlichkeit des Patienten ab.

Bei der Bewertung der unerwünschten Wirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100), selten (≥1/10'000 bis <1/1000), sehr selten (<1/10'000), unbekannt (auf der Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Störungen des Immunsystems

Hypersensibilität auf Reaktionen wie makulopapulöses und pruriginöses Exanthem.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Bradyphrenie.

Gelegentlich: Bei bestimmten Patienten (v.a. bei Kindern und älteren Menschen) kommt es zu paradoxen Reaktionen wie Reizbarkeit, Aggressivität, Erregung, Oneirismus oder Halluzinationen.

Selten: Beim Absetzen der Behandlung kann ein Rebound-Effekt auftreten, der sich als Verschlimmerung der Angst äussert, wegen der die Behandlung begonnen wurde.

Eine längerfristige Anwendung – die mit der injizierbaren Form selten vorkommt – kann insbesondere bei hoher Dosierung eine physische Abhängigkeit hervorrufen. In diesen Fällen führt das Absetzen zum Entzugssyndrom (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Diese Wirkung kann schneller mit Benzodiazepinen mit kurzer Halbwertszeit, als mit Benzodiazepinen mit langer Halbwertszeit (mehrere Tage) erscheinen.

Störungen des zentralen Nervensystems

Sehr häufig: Somnolenz (insbesondere bei älteren Menschen).

Häufig:

  • Muskuläre Hypotonie und Ataxie, insbesondere bei älteren Menschen.
  • Gefühl des Berauschtseins.
  • Kognitive Störungen wie Gedächtnisstörungen (Anterograde Amnesie (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
  • Aufmerksamkeitsstörungen und Sprachstörungen.

Kardiovaskuläre Störungen

Hypotonie, Bradykardie.

Respirationstrakt

Atemdepression.

Haut und Subkutis

Selten: Makulopapulöses oder pruriginöses Exanthem.

Allgemeine Störungen und unerwünschte Erscheinungen am Applikationsort

Häufig: Asthenie.

Phlebitiden.

Stürze.

Unerwünschte Wirkungen der gesamten Klasse der Benzodiazepine:

Emotionale Gefühllosigkeit, verringerte Aufmerksamkeit, Kopfschmerzen, Ataxie, Diplopie, gastrointestinale Störungen, Störungen der Libido, das Gedächtnis beeinträchtigende Wirkungen, die mit einem unangemessenen Verhalten in Zusammenhang gebracht werden können.

Psychiatrische und paradoxe Reaktionen: Ruhelosigkeit, Reizbarkeit, Aggressivität, Sinnestäuschungen, Wutanfälle, Alpträume, Halluzinationen, Psychosen, unangemessenes Verhalten und andere unerwünschte Wirkungen auf das Verhalten.

Eine vor der Behandlung bestehende Depression kann durch die Behandlung mit Benzodiazepinen hervortreten.

Es kann zu einer psychischen Abhängigkeit kommen.

Missbräuchliche Anwendungen von Benzodiazepinen wurden berichtet.

Überdosierung

Die Symptome einer Überdosierung zeigen sich im Wesentlichen an tiefem Schlaf, der je nach verabreichter Dosis bis zum Koma gehen kann.

Die Prognose ist in der Regel günstig, falls keine Kombination mit anderen Psychopharmaka stattfand und der Patient behandelt wird.

Bei gleichzeitiger Überdosierung von anderen zentralnervös dämpfenden Mitteln ist das Risiko einer Atemdepression bis hin zum Atemstillstand hoch.

Zu überwachen sind in einer spezialisierten Abteilung hauptsächlich die Atem- und Herzfunktion. Die Entwicklung ist in der Regel günstig.

Die Verabreichung von Flumazenil kann für die Diagnose und/oder Behandlung einer absichtlichen oder versehentlichen Überdosierung von Benzodiazepinen nützlich sein.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05BA05

Wirkungsmechanismus

Die Wirksubstanz von Clorazepate Zentiva ist Dikaliumclorazepat, ein lang wirksames Benzodiazepinderivat. Im üblichen Dosierungsbereich (5-30 mg/Tag) überwiegt die anxiolytische Wirkung mit Verringerung der ängstlichen Spannung und der Affektlabilität.

Wie alle Benzodiazepine hat Clorazepate Zentiva auch eine muskelrelaxierende und krampflösende Komponente sowie eine amnestische Wirkung.

Mit höheren Dosierungen kann auch eine Sedierung erzielt werden, deren Ausmass von der Dosis abhängt.

Diese Wirkungen hängen mit einer spezifischen agonistischen Wirkung auf einen zentralen Rezeptor zusammen, der Teil des Komplexes der «makromolekularen GABA-OMEGA-Rezeptoren» ist (auch BZD1 und BZD2 genannt), wodurch die Öffnung des «Chlor»-Kanals verändert wird.

Diese Eigenschaften wurden experimentell erarbeitet und dann in klinischen Versuchen bestätigt.

Bei Tier und Mensch kann eine Arzneimittelabhängigkeit beobachtet werden.

Als Monotherapie eignet sich Clorazepate Zentiva nicht zur Behandlung von Psychosen oder Depressionen.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Einnahme wird Dikaliumclorazepat, unabhängig vom pH des Mageninhaltes, fast vollständig in den aktiven Metaboliten N-Desmethyldiazepam umgewandelt (präsystemischer First-Pass-Metabolismus); dieser wird schnell resorbiert. Maximale Plasmakonzentrationen werden ca. 1 Stunde nach der Einnahme erreicht.

Distribution

Über 95% des Dikaliumclorazepats und seines Hauptmetaboliten N-Desmethyldiazepam sind an Plasmaeiweisse gebunden. Das Verteilvolumen von N-Desmethyldiazepam beträgt 90 L.

Metabolismus

Die Wirkung des Dikaliumclorazepats beruht auf der Entstehung seines aktiven Metaboliten N-Desmethyldiazepam.

Der Metabolismus des N-Desmethyldiazepam erfolgt vor allem durch die Isoformen CYP 3A4 und CYP 2C19.

Ein anderer Metabolit (Oxazepam) bildet sich auch.

Elimination

Sowohl nach einmaliger wie auch nach wiederholter oraler Einnahme beträgt die Eliminationshalbwertszeit von Dikaliumclorazepat nur einige Minuten. Im Gegensatz dazu bewegt sich die Halbwertszeit von N-Desmethyldiazepam zwischen 30 und 150 Stunden.

Die Ausscheidung von Dikaliumclorazepat und seiner Metaboliten (N-Desmethyldiazepam, Oxazepam, Parahydroxynordiazepam) geschieht grösstenteils glukuroniert durch die Nieren, ein kleiner Teil erscheint im Stuhl.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Niereninsuffizienz

Es sind keine Studien zu Patienten mit leichter, mittelschwerer oder schwerer Niereninsuffizienz verfügbar. Bei niereninsuffizienten Patienten in Dialysebehandlung ist die Proteinbindung von N-Desmethyldiazepam vermindert und die Zunahme der freien Fraktion mit einer Verringerung der entsprechenden Clearance verbunden.

Leberinsuffizienz

Spezifische Studien über die Kinetik von Clorazepat bei Leberinsuffizienz liegen nicht vor. Es gibt Hinweise, dass sich die Serumkonzentrationen von N-Desmethyldiazepam bei einer leichteren Leberschädigung nicht signifikant ändern. Bezüglich hepatischer Enzephalopathie siehe unter «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Präklinische Daten

Akute/chronische/subchronische Toxizität

Benzodiazepine sind als gering toxisch einzuschätzen.

Untersuchungen zur subchronischen und chronischen Toxizität wurden an verschiedenen Tierarten (Ratte, Kaninchen, Hund, Rhesusaffe) durchgeführt. Am Hund traten nach hohen Dosen hepatotoxische Effekte (Anstieg von Lebergewicht, alkalischer Phosphatase, Serumcholesterin und SGPT) auf. Da bei keiner anderen Tierart hepatogene Effekte beobachtet wurden, kann von einer besonderen Speziesempfindlichkeit ausgegangen werden. Ein geringer Abfall der Leukozytenzahlen trat bei weiblichen Rhesusaffen nach hohen Dosen auf. Alle anderen Untersuchungsbefunde wichen nicht von der Norm ab.

Mutagenes und karzinogenes Potenzial

Dikaliumclorazepat wurde nicht bezüglich mutagener Wirkungen geprüft. Für Benzodiazepine liegen bisher keine relevanten Anhaltspunkte für eine Induktion von Gen- oder Chromosomenmutationen vor. Langzeituntersuchungen auf ein Tumor-erzeugendes Potenzial von Dikaliumclorazepat liegen nicht vor.

Reproduktionstoxizität

Tierexperimentelle Studien ergaben offenbar keinen Hinweis für ein teratogenes Potenzial von Dikaliumclorazepat. Das Missbildungsrisiko bei Einnahme therapeutischer Dosen von Benzodiazepinen in der Frühschwangerschaft scheint gering zu sein, obwohl einige epidemiologische Studien Anhaltspunkte für ein erhöhtes Risiko des Auftretens von Gaumenspalten ergaben und einige Fallberichte über Fehlbildungen und geistige Retardierung pränatal exponierter Kinder nach Überdosierung und Vergiftung vorliegen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Nach dem auf dem Behälter mit «Exp» bezeichneten Datum nicht mehr verwenden.

Besondere Lagerungshinweise

Clorazepate Zentiva soll zwischen 15 und 25 °C und ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.

Zulassungsnummer

62235, 62236, 62237 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE.

Stand der Information

November 2015.

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