Ospen 400 Sirup 60 Ml

Ospen 400 Sirup 60 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff

Filmtabletten: Phenoxymethylpenicillinum kalicum.

Sirup: Phenoxymethylpenicillinum benzathinum ut Phenoxymethylpenicillinum benzathinum tetrahydricum.

Hilfsstoffe

Ospen Filmtabletten: Saccharinum natricum, Aromatica, excip. pro compr. obduct.

Ospen 400 Sirup: Saccharinum natricum, Aromatica: Ethylvanillinum, Vanillinum, Conserv.: E 216, E 218, excip. ad susp.

Ospen 750 Sirup: Saccharinum natricum, Natrii cyclamas, Aromatica: Ethylvanillinum, Vanillinum, Conserv.: E 216, E 218, excip. ad susp.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 1 Mio I.E. (Ospen 1000) und 1,5 Mio I.E. (Ospen 1500).

Sirup zu 400’000 I.E./5 ml (Ospen 400) und 750’000 I.E./5 ml (Ospen 750).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Durch Ospen-empfindliche Erreger verursachte Infektionen, im besonderen Streptokokkeninfektionen und deren Komplikationen.

Hauptsächliche Indikationen

Infektionen im HNO-Bereich: Akute Tonsillitis, vor und nach Tonsillektomie, Pharyngitis, Sinusitis, Otitis media.

Infektionen der Atemwege: Bakterielle Bronchitis; als Fortsetzung einer parenteralen Therapie bei Pneumokokkenpneumonie.

Infektionen der Haut: Erysipel, Impetigo contagiosa verursacht durch Streptokokken, Erythema chronicum migrans.

Sonstige Infektionen: Scharlach, rheumatisches Fieber.

Prophylaxe von Streptokokken-Infektionen und deren Folgeerscheinungen: Rheumatisches Fieber, rheumatische Endokarditis, Glomerulonephritis, rheumatische Arthritis.

Fortführung resp. Beendigung einer parenteral eingeleiteten Therapie mit Penicillin-G.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren: durchschnittlich 1 Filmtablette Ospen 1000 oder 1 Messlöffel Ospen 750 3–4×/Tag. Falls notwendig: 1 Filmtablette Ospen 1500 3–4×/Tag.

Kinder bis zu 2 Jahren: ¼–½ Messlöffel Ospen 400 3–4×/Tag.

Kinder von 2–6 Jahren: ½–1 Messlöffel Ospen 400 3–4×/Tag.

Kinder ab 6 Jahren: 1 Messlöffel Ospen 400 3–4×/Tag oder 1 Messlöffel Ospen 750 3×/Tag.

Die Einnahme von Ospen hat zwischen den Mahlzeiten zu erfolgen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Bei leichter bis mittlerer Leber- und/oder Niereninsuffizienz ist im Allgemeinen infolge der geringen Toxizität von Phenoxymethylpenicillin keine Dosisreduktion erforderlich. Bei starker Leber- und/oder Niereninsuffizienz ist Vorsicht geboten.

Therapiedauer

Bei Streptokokken-Infekten ist die Behandlung während mindestens 10 Tagen durchzuführen, um Rezidive und Komplikationen zu vermeiden.

Wie bei allen antibakteriell wirksamen Arzneimitteln sollte die Therapie mit Ospen nachdem die Krankheitserscheinungen abgeklungen sind und sich eine vorher erhöhte Temperatur normalisiert hat, noch einige Tage fortgesetzt werden, um Rückfälle zu vermeiden.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Penicillinen, andere B-Lactam-Antibiotika oder andere Bestandteile des Arzneimittels.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei einer Cephalosporin-Überempfindlichkeit ist mit einer möglichen Kreuzallergie in 5–10% der Fälle zu rechnen.

Penicillin ist bei Patienten mit einer Allergie oder einem Asthma bronchiale in der Anamnese und bei Patienten mit stark eingeschränkter Leber- und/oder Nierenfunktion (vgl. «Kinetik spezieller Patientengruppen») mit Vorsicht anzuwenden.

Bei schweren intestinalen Störungen ist eine ausreichende Resorption des Penicillins nicht gewährleistet (hier empfiehlt sich eine parenterale Therapie).

Das Auftreten von schweren und anhaltenden Diarrhöen während oder nach der Therapie mit Ospen kann ein Zeichen für eine pseudomembranöse Kolitis sein. In solchen Fällen ist die Behandlung mit Ospen sofort abzusetzen und eine geeignete Therapie einzuleiten. Peristaltikhemmende Arzneimittel sind in diesen Fällen kontraindiziert.

Da oral verabreichte Antibiotika die Wirksamkeit oraler Kontrazeptiva herabsetzen können, sollten Patientinnen darauf hingewiesen werden, während der Behandlung mit Ospen zusätzliche empfängnisverhütende Massnahmen zu treffen.

Eine längerdauernde Antibiotikabehandlung kann das Überwuchern nichtempfindlicher Organismen einschliesslich Dermatophyten begünstigen.

Wenn bei schweren Nierenfunktionsstörungen die Kaliumausscheidung betroffen ist, ist zu berücksichtigen, dass in 100 mg Kalium-Phenoxymethylpenicillin (ca. 120’000 I.E.) etwa 0,26 mmol Kalium enthalten sind.

Bei Patienten mit Pfeiffer’schem Drüsenfieber oder lymphatischer Leukämie besteht ein erhöhtes Risiko auf allergische Reaktionen. Deshalb sollte bei solchen Patienten auf eine Therapie mit Penicillinen verzichtet werden.

Interaktionen

Bei gleichzeitiger Anwendung von Phenoxymethylpenicillin und Probenecid wird die Ausscheidung des Penicillins gehemmt.

Die renale Elimination des Penicillins wird durch nicht-steroidale Entzündungshemmer (insbesondere Indometacin, Phenylbutazon, Acetylsalicylsäure) und Sulfinpyrazon verzögert.

Unter der Therapie mit Penicillinen kann die Wirksamkeit oral einzunehmender Kontrazeptiva beeinträchtigt sein.

Die Absorption oral applizierter Penicilline kann bei Darmsterilistation durch Aminoglykoside (z.B. Neomycin) reduziert werden.

Die Einnahme von Phenoxymethylpenicillin zu den Mahlzeiten hat eine Absorptionsminderung zur Folge.

Penicilline sollten nicht mit bakteriostatisch wirkenden Chemotherapeutika wie Tetrazykline, Sulfonamiden oder Chloramphenicol kombiniert werden, da sie nur auf proliferierende Keime einen Einfluss haben.

Die Penicillin-Serumkonzentration kann durch gleichzeitige Verabreichung von Colestipol erniedrigt werden. Ospen sollte deshalb mindestens 1 Std. vor oder 4 Std. nach der Einnahme von Colestipol angewendet werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen keine hinreichenden tierexperimentellen Studien zur Auswirkung auf Schwangerschaft, Embryonalentwicklung, Entwicklung des Föten und/oder die postnatale Entwicklung vor. Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

Während der Schwangerschaft soll das Arzneimittel mit Vorsicht angewendet werden.

Soll Ospen während der Stillzeit über längere Dauer angewendet werden, soll zur Verminderung einer Sensibilisierung oder Sprosspilzbesiedlung des Säuglings abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden bisher keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Sehr selten: Eosinophilie, positiver direkter Coombs-Test, hämolytische Anämie, Leukopenie, Neutropenie, Thrombozytopenie, Agranulozytose werden sehr selten beobachtet.

Immunsystem

Überempfindlichkeitsreaktionen

Gelegentlich (unter 5%) können allergische Reaktionen auftreten wie Urtikaria, Quincke-Ödem, erythematöse oder morbilliforme Rashs, Erythema nodosum, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom und exfoliative Dermatitis, allergische Rhinitis, Dyspnoe, Exanthem, Pruritus, Gelenkschmerzen, Serumkrankheit und anaphylaktischer Schock oder anaphylaktoide Reaktionen. Allerdings sind bei oraler Applikation solche Reaktionen seltener als bei parenteraler Verabreichung. Beim Auftreten einer allergischen Reaktion ist das Präparat sofort abzusetzen. Ein anaphylaktischer Schock erfordert die übliche Therapie mit Adrenalin, Kortikosteroiden, Antihistaminika und sorgfältiger Patientenüberwachung.

Nervensystem

Neurotoxizität: Häufig bei massiver Dosierung (>40 Mega Penicillin), bei Niereninsuffizienz bzw. verminderter Eliminationskapazität älterer Patienten.

Symtome: Tonisch-klonische Krämpfe (0,004%); Enzephalopathie mit Bewusstseinsstörungen.

Gastrointestinal e Störungen

Häufig: Stomatitis, Glossitis.

Gelegentlich: Durchfall.

Selten: Mundtrockenheit, Geschmacksveränderungen, Nausea und Erbrechen.

Beim Auftreten von schweren Durchfällen (blutig-schleimig, wässerig), die mit Fieber oder Bauchschmerzen einhergehen können, ist an eine antibiotikabedingte pseudomembranöse Colitis zu denken, die lebensbedrohlich sein kann. In diesen sehr seltenen Fällen ist Ospen sofort abzusetzen und eine geeignete Therapie einzuleiten (z.B. Vancomycin oral). Peristaltik-hemmende Mittel sind kontraindiziert.

Funktionsstörungen der Leber und der Galle

Selten kann es zu einem vorübergehenden Anstieg von SGOT und LDH im Serum kommen. Selten wurde auch von einer hepatotoxischen Reaktion berichtet.

Funktionsstörungen der Nieren

Sehr selten: interstitielle Nephritis und Glomerulonephritis, insbesondere bei Langzeitapplikation hoher Dosen.

Überdosierung

Aufgrund der geringen Toxizität von Penicillin sind toxische Nebenwirkungen nur bei extrem hochdosierter intravenöser Gabe und eingeschränkter Nierenfunktion beobachtet worden.

In seltenen Fällen kann es zu direkten neurotoxischen Erscheinungen z.B. EEG-Veränderungen, Muskelzuckungen, Krämpfen kommen. Die Therapie muss je nach Symptomen angeordnet werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J01CE10 (= Phenoxymethylpenicillinum benzathinum) J01CE02 (= Phenoxymethylpenicillinum kalicum)

Ospen ist ein Oralpenicillin. Es wirkt bei ausreichender Konzentration auf empfindliche, proliferierende Mikroorganismen bakterizid durch Hemmung der Biosynthese der Zellwand. Penicillin reagiert mit der Murein-Transpeptidase, wonach ein Penicilloyl-Enzymkomplex entsteht, der eine irreversible Inaktivierung der Transpeptidase zur Folge hat. Die Synthese des Mureins (Grundgerüst der Zellwand) wird verhindert. Ospen ist säurebeständig.

In vitro-Wirkspektrum

Das Wirkungsspektrum von Penicillin-V umfasst die gleichen Keime wie Penicillin-G. Phenoxymethylpenicillin ist in vitro vor allem gegen Streptokokken der Gruppen A, C, G, H. L und M, Streptococcus pneumoniae, nicht-penicillinase-bildende Staphylokokken und Neisserien wirksam; weitere empfindliche Keime sind Erysipelothrix, Listerien, Corynebakterien, Bacillus anthracis, Actinomyceten, Streptobacillen und Spirochäten, sowie zahlreiche Anaerobier (wie Peptokokken, Peptostreptokokken, Fusobakterien, Clostridien). Enterokokken (Streptokokken der Gruppe D) sind nur teilweise empfindlich. Beta-Laktamase-bildende Keime sind resistent, weil Phenoxymethylpenicillin nicht penicillinasestabil ist. Ebenfalls resistent sind Salmonellen, Shigellen, Proteus und E. coli.

MHK bzw. wirk-
samer Bereich
(µg/ml)
Empfindliche Keime
Staphylococcus aureus 0,012–0,1
Streptokokken B 0,007–0,06
Streptococcus pyogenes 0,01–0,02
Streptococcus viridans 0,05–1,2
Streptococcus pneumoniae 0,01–2
Gardnerella vaginalis 0,03–0,25
Meningokokken 0,01–0,8
Gonokokken 0,006–4
N. catarrhalis 0,08–4,8
Wenig empfindliche Keime
Streptococcus faecalis
(Enterokokken) 1,25–6,3
Haemophilus influenzae 0,8–16
Resistente Keime
Staphylokokken (Penicillinase-
bildner) >3,1
Salmonellen >100
Shigellen >100
Proteus sp. >100
E. coli >100
Beta-Laktamase-bildende Keime >100

Bei durch mässig empfindliche Keime verursachte Infektionen oder bei ungewisser Resistenzsituation ist die Durchführung eines Empfindlichkeitstests zu empfehlen. Die Empfindlichkeit auf Phenoxymethylpenicillin kann anhand von standardisierten Verfahren, wie sie beispielsweise vom National Committee for Clinical and Laboratory Standards Institute (CLSI) empfohlen werden, mit Disk-(Penicillin-G Testblättchen) oder Verdünnungstests bestimmt werden. Dabei werden vom CLSI die folgenden Parameter als Empfindlichkeitskriterien empfohlen:

Disktest (10 µg/ml)
Durchmesser (mm)
sen- inter- resi-
sibel mediär stent
für Staphylokokken >29 – <28
für Streptokokken
(ausser Enterokokken) >28 20–27 <19
für Enterokokken >15 – <14
für L. monocytogenes >20 – <19

Verdünnungstest
MHK (µg/ml)
sensibel resistent
für Staphylokokken <0,1 Beta-
Laktamasen
für Streptokokken
(ausser Enterokokken) <0,12 >4
für Enterokokken – >16
für L. monocytogenes <2 >4

Bei Penicillin kann in vitro – je nach Keim und verwendeter Konzentration – ein postantibiotischer Effekt, d.h. eine Unterdrückung des Keimwachstums im Anschluss an den Antibiotikakontakt, von 1 bis 3 h beobachtet werden.

Weder hohe Einzeldosen noch eine normale, siebentägige Behandlung mit Phenoxymethylpenicillin haben einen nennenswerten Einfluss auf die physiologische Flora der Mundhöhle, des Rachens oder des Darms.

Da Penicilline nur auf proliferierende Keime wirken, sollte Ospen nicht mit bakteriostatischen Antibiotika (z.B. Tetrazykline, Chloramphenicol) kombiniert werden.

Eine Resistenzentwicklung (z.B. bei Staphylokokken) kann auftreten als Folge einer Penicillinasebildung. Dieser Resistenzmechanismus kann durch Mutation bei zunächst empfindlichen Keimen auftreten oder wird als Enzyminduktion unter Penicillineinfluss bei potentiellen Penicillinasebildnern beobachtet. Die Fähigkeit zur Penicillinasebildung kann bei Staphylokokken durch Transduktion eines Plasmids, bei den gramnegativen Enterobakterien durch Konjugation mit gleichzeitiger R-Faktor-Übertragung an andere Keime weitergegeben werden.

Eine andere Resistenzentwicklung ist die vom Typ der Penicillintoleranz. Darunter versteht man eine mutativ bedingte Änderung im Zellwandaufbau, die zu einer unzureichenden Penetration von Phenoxymethylpenicillin in die Keime führt.

Pharmakokinetik

Absorption

Bei oraler Verabreichung von Phenoxymethylpenicillin findet durch die Einwirkung von Magensaft kein Wirkungsverlust statt. Nach der Auflösung im Duodenum erfolgt die Resorption bei Phenoxymethylpenicillin-Kalium rasch, bei Phenoxymethylpenicillin-Benzathin etwas protrahiert, wie die untenstehenden Tmax-Werte es zeigen.

Ca. 50% der oral verabreichten Dosis werden resorbiert. Eine gleichzeitige Nahrungsaufnahme – insbesondere stark fetthaltige Nahrung – verzögert und vermindert die Resorption; durch Laktose und Saccharose wird sie gesteigert.

Bei der einmaligen Gabe von 1000 mg (ca. 1,2 Mio I.E.) Phenoxymethylpenicillin-Kalium in Form von Filmtabletten werden maximale Plasmaspiegel von 10 µg/ml innerhalb von ca. 0,6 h (Tmax) erreicht. Beim Sirup (Phenoxymethylpenicillin-Benzathin) werden die maximalen Plasmakonzentrationen nach ca. 0,7 h erreicht.

Distribution

Der durchschnittliche Verteilungsquotient von Phenoxymethylpenicillin in Serum/Gewebe kann mit 0,24 angenommen werden. Im Liquor und Kammerwasser des Auges werden 1–5% der Serumkonzentration gefunden, in den Körperhöhlen bei Entzündungen 25–75%, in den Geweben etwa die gleichen Prozentsätze. Die Konzentration in der Galle liegt meist knapp unter, zwischenzeitlich aber auch ein Mehrfaches über der Serumkonzentration.

Im fetalen Kreislauf und in der Amnionflüssigkeit werden 25–30% der mütterlichen Serumkonzentration erreicht, in der Muttermilch 5–10%.

Im zirkulierenden Blut befinden sich 90% des Phenoxymethylpenicillins im Plasma und 10% in den Erythrocyten.

Das Verteilungsvolumen beträgt 0,73 l/kg und die Plasmaproteinbindung 55%.

Metabolismus/Elimination

Die Eliminationshalbwertszeit beträgt ca. 30 min.

Beim Wirkstoff des Sirups ist eine Eliminationshalbwertszeit von ca. 90 min zu erwarten.

Unter normalen Bedingungen wird Phenoxymethylpenicillin rasch aus dem Körper ausgeschieden. Im 7-h-Urin werden ca. 45% der verabreichten Dosis wiedergefunden.

Zu ca. 30–50% erfolgt die Elimination über die Nieren, der Rest über Galle und Stuhl. 10–20% der renalen Elimination erfolgt durch glomeruläre Filtration, 80–90% durch tubuläre Sekretion. Für die totale Clearance von Phenoxymethylpenicillin wurde nach i.v.-Gabe ein Wert von ca. 800 ml/min ermittelt und in einer anderen Untersuchung ein niedrigerer Wert von 476 ± 236 ml/min. Bei Neugeborenen und Kleinkindern ist die Clearance geringer. Der Grossteil des renal ausgeschiedenen Penicillins ist unverändert aktiv (20–30% der oralen Dosis), an Metaboliten werden Penicilloylsäure und 6-Aminopenicillansäure im Harn gefunden.

Nur ein geringer Teil durchläuft einen enterohepatischen Kreislauf. Ein minimaler Anteil wird im Darmlumen von Mikroorganismen zu 6-Aminopenicillansäure hydrolytisch gespalten; diese wird renal ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Kinder im Alter zwischen 1 und 5 Monaten weisen bei gleicher gewichtsbezogener Dosierung etwas höhere Serumspiegel auf als ältere Kinder (6 Monate-5 Jahren).

Bei Darmerkrankungen (z.B. Zöliakie) muss mit einer signifikanten Resorptionsverminderung gerechnet werden.

Schwere Nierenfunktionsstörungen bis zur Anurie verlängern die Halbwertszeit auf bis zu 10 h. Hämo- und Peritonealdialyse beeinflussen die Halbwertszeit von Penicillinen wenig. Schwere Leberinsuffizienz kann sie bei gleichzeitig verminderter Nierenfunktion verlängern. Durch eine forcierte Diurese wird die Elimination durch Steigerung der tubulären Sekretion verstärkt.

Es ist bisher kein Fall bekannt, bei dem durch Kumulation von Phenoxymethylpenicillin aufgrund schwerer Leber- oder/und Nierenerkrankungen toxische Wirkungen beobachtet worden wären.

Präklinische Daten

Es sind keine für die Anwendung von Ospen relevanten präklinischen Daten bekannt.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Unter der Behandlung mit Phenoxymethylpenicillin können der nicht-enzymatische Harnglukose- und der Urobilinogennachweis falsch positiv ausfallen.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Ospen Filmtabletten sollen in der Originalverpackung, vor Feuchtigkeit geschützt und nicht über 25 °C aufbewahrt werden.

Ospen Sirup soll im Kühlschrank (2–8 °C) und vor Licht geschützt aufbewahrt werden.

Zulassungsnummer

37057, 37523 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch.

Domizil

Rotkreuz.

Stand der Information

April 2007.

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