Tostran Gel 20 Mg/g 60 G

Tostran Gel 20 Mg/g 60 G

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Testosteron

Hilfsstoffe: Propylenglycolum, Antiox.: Butylhydroxytoluenum (E 321), Excip. ad gel. pro 1 g

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Klares, farbloses bis leicht gelbliches Gel mit 20 mg/g Testosteron. Ein Druck des Dosierkolbens ergibt 0.5 g Gel mit 10 mg Testosteron.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Testosteron-Substitutionstherapie bei männlichem Hypogonadismus, wenn ein Testosteron-Mangel durch klinische Symptome und Laboranalysen bestätigt wurde.

Dosierung/Anwendung

Zur Anwendung auf der Haut.

Erwachsene und ältere Männer

Die empfohlene Anfangsdosis von Tostran ist 3 g Gel (60 mg Testosteron), aufgetragen einmal täglich jeweils morgens etwa zur gleichen Zeit. Die Dosistitration sollte anhand der Serum-Testosteronspiegel sowie der vorhandenen klinischen Anzeichen und Symptome für einen Androgen-Mangel erfolgen. Es sollte berücksichtigt werden, dass die physiologischen Testosteronspiegel mit zunehmendem Alter zurückgehen.

Die Tagesdosis sollte 4 g Gel (80 mg Testosteron) nicht übersteigen.

Da ein Grossteil des Gels durch Waschen entfernt wird, sollten die Patienten informiert werden, dass sie das Gel erst nach dem morgendlichen Waschen bzw. mindestens 2 Stunden vor dem Duschen/Baden auftragen sollen.

Die Dosis kann auf den Bauch aufgetragen werden (die gesamte Dosis auf einen Bereich von mindestens 10 mal 30 cm) oder auf beide Innenseiten der Oberschenkel (jeweils eine Hälfte der Dosis auf einen Bereich von mindestens 10 mal 15 cm auf jede Innenseite). Es wird empfohlen, die Anwendungsstelle, d.h. Bauch bzw. Innenseiten der Oberschenkel, täglich zu wechseln, um das Risiko von Reaktionen an der Anwendungsstelle zu minimieren.

Das Gel sollte auf saubere, trockene, intakte Haut aufgetragen werden. Es sollte leicht mit einem Finger eingerieben werden, bis es eingetrocknet ist. Danach sollte die Anwendungsstelle bedeckt werden, vorzugsweise mit einem locker sitzenden Kleidungsstück. Anschliessend sollten die Hände mit Wasser und Seife gewaschen werden.

Bei jedem vollen Kolbenhub wird ein halbes Gramm Gel (10 mg Testosteron) aus dem Behälter abgegeben. Um eine volle erste Dosis zu erhalten, muss die Behälterpumpe zuerst vorbereitet werden. Dazu soll der Behälter in aufrechter Position gehalten und der Dosierkolben achtmal langsam ganz durchgedrückt werden, um zu gewährleisten, dass die Pumpe vollständig vorbereitet ist. Die ersten paar Hübe werden möglicherweise kein Gel abgeben. Das Gel, das bei der Vorbereitung (d.h. während der ersten acht Hübe) austritt, soll entsorgt werden. Die Pumpe muss nur vor der ersten Dosis vorbereitet werden. Den Behälter zwischen den Einsätzen aufrecht stehend lagern.

Tostran darf nicht auf die Genitalien aufgetragen werden.

Behandlungskontrolle

Zur Sicherstellung der richtigen Dosierung sollte die Testosteron-Konzentration im Serum etwa 14 Tage nach Therapiebeginn gemessen werden. Die Blutprobe zur Messung des Serum-Testosteron-Spiegels sollte 2 Stunden nach der Anwendung von Tostran genommen werden. Wenn die Serum-Testosteron-Konzentration zwischen 5.0 und 15.0 µg/l liegt, sollte die Dosis von 3 g/Tag nicht verändert werden. Wenn die Serum-Testosteron-Konzentration unter 5.0 µg/l liegt, sollte die Dosis auf 4 g/Tag (80 mg Testosteron) erhöht werden. Wenn die Testosteron-Konzentration über 15.0 µg/l liegt, sollte die Dosis auf 2 g/Tag (40 mg Testosteron) reduziert werden. Falls nötig, kann die Dosierung auch in kleineren Schritten von 0.5 g Gel (10 mg Testosteron) angepasst werden.

Wegen der Variabilität der Analysewerte aus unterschiedlichen Labors sollten alle Testosteron-Messungen von demselben Labor ausgeführt werden.

Es existieren nur begrenzte Erfahrungen über die Behandlung mit Tostran bei Männern, die älter als 65 Jahre sind.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Es liegen keine Studien zum Sicherheits- und Unbedenklichkeitsprofil dieses Arzneimittels bei Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen vor. Daher sollte eine Testosteron-Substitutionstherapie bei solchen Patienten mit vorsichtiger Dosistitration angewendet werden.

Kinder und Jugendliche

Tostran ist nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen indiziert. An männlichen Personen unter 18 Jahren ist Tostran nicht klinisch beurteilt worden.

Kontraindikationen

Tostran ist kontraindiziert bei:

•Bekanntem oder vermutetem Karzinom der Brust oder der Prostata,

•Bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Testosteron oder einem der sonstigen Bestandteile ,

•Frauen, Kindern und Jugendlichen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Behandlung sollte nur durch einen in der hormonellen Behandlung erfahrenen Spezialisten eingeleitet werden.

Tostran ist nicht zur Behandlung männlicher Sterilität oder sexueller Impotenz indiziert.

Vor Beginn der Behandlung muss eine Prostatahyperplasie bzw. ein Prostatakarzinom ausgeschlossen werden. Androgene können die Progression von subklinischem Prostatakarzinom und benigner Prostatahyperplasie beschleunigen.

Ein Testosteron-Mangel sollte durch klinische Merkmale klar nachgewiesen und durch zwei separate Blut-Testosteronmessungen bestätigt worden sein, bevor eine Testosteron-Substitutionstherapie eingeleitet wird. Zurzeit besteht kein Konsens hinsichtlich der alterspezifischen Referenzwerte für Testosteron. Es sollte berücksichtigt werden, dass die physiologischen Serumspiegel von Testosteron mit zunehmendem Alter zurückgehen.

Die Dosierung ist in regelmässigen Abständen durch Messung der Testosteron-Konzentrationen im Serum zu überwachen.

Der Arzt sollte den Patienten anweisen, jedes der folgenden Ereignisse, welche auf eine zu hohe Androgenexposition hinweisen können, zu berichten:

•Reizbarkeit, Nervosität, Gewichtszunahme,

•Zu häufige oder anhaltende Erektionen des Penis,

•Übelkeit, Erbrechen, Veränderungen der Hautfarbe oder Schwellung der Fussgelenke,

•Atemstörungen, auch beim Schlafen.

Um die richtige Dosierung sicherzustellen, sollten die Testosteron-Konzentrationen im Serum gemessen werden (siehe Abschnitt «Dosierung/Anwendung»).

Die folgenden Kontrollen sind regelmässig vorzunehmen:

•Grosses Blutbild (einschliesslich Hämoglobin und Hämatokrit zur Feststellung einer Polyzythämie), Lipidprofil und Leberfunktionstests.

Eine sorgfältige und regelmässige Überwachung der Prostata nach empfohlenen Verfahren (digitale rektale Untersuchung and Bestimmung des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) im Serum) ist bei Patienten unter Testosterontherapie mindestens einmal jährlich erforderlich, bei älteren Patienten sowie Risikopatienten (d.h. Patienten mit klinischen oder familiären Faktoren) zweimal jährlich. Die Brust sollte ebenfalls in gleichen Zeitintervallen überwacht werden.

Bei Patienten mit Skelett-Metastasen anderer Karzinome ist wegen des Risikos einer sich durch die Androgentherapie entwickelnden Hyperkalziämie/Hyperkalziurie Vorsicht geboten. Eine regelmässige Überwachung der Kalzium-Serumspiegel wird bei diesen Patienten empfohlen.

Ödem mit oder ohne kongestive Herzinsuffizienz kann eine ernsthafte Komplikation bei Patienten mit vorbestehender Herz-, Nieren- oder Lebererkrankung sein. Die Behandlung muss sofort abgebrochen werden, wenn solche Komplikationen auftreten. Darüber hinaus kann die Einleitung einer diuretischen Therapie erforderlich sein.

Tostran sollte bei Patienten mit ischämischer Herzkrankheit, Epilepsie und Migräne mit Vorsicht angewendet werden, da es zu einer Verschlimmerung dieser Krankheiten kommen kann.

Die Behandlung mit Testosteron bei Männern mit Hypogonadismus kann bei einigen Patienten eine Schlafapnoe verstärken, besonders bei Patienten mit Risikofaktoren wie Adipositas oder chronischer Lungenerkrankung.

Testosteron kann zu einer Erhöhung des Blutdrucks führen. Tostran sollte bei Männern mit Hypertonie mit Vorsicht angewendet werden.

Eine verbesserte Insulinsensitivität kann unter Androgen-Behandlung bei Patienten mit Diabetes Mellitus auftreten, die unter der Substitutionstherapie normale Testosteron-Plasmakonzentrationen erreichen.

Wenn der Patient eine schwerwiegende Reaktion an der Anwendungsstelle entwickelt, sollte die Behandlung überprüft und - falls nötig - eingestellt werden.

Sportler sollten darüber informiert werden, dass Tostran einen Wirkstoff (Testosteron) enthält, der bei Dopingtests zu positiven Ergebnissen führen kann. Androgene eignen sich nicht zur Verbesserung der Muskelentwicklung bei gesunden Personen oder zur Steigerung der physischen Leistungsfähigkeit.

Mögliche Übertragung

Wenn keine Vorsichtsmassnahmen getroffen werden, kann Testosteron-Gel durch engen Hautkontakt auf andere Personen (z.B. Partnerin, Kinder) übertragen werden. Dies kann zu erhöhten Testosteronspiegeln im Serum und möglicherweise zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Wenn ein solcher Kontakt wiederholt erfolgt, wurde bei Frauen z.B. verstärkte Gesichts- und/oder Körperbehaarung, tiefere Stimme, Unregelmässigkeit des Menstruationszyklus beobachtet (unbeabsichtigte Virilisierung). Bei Kindern wurde über Fälle berichtet, in welchen der Kontakt mit Testosteron-Gel zu einer vorzeitigen Sexualenwicklung führte, einhergehend z.B. mit Vergrösserung der Genitalien, frühzeitiger Entwicklung der Schambehaarung, Manifestation einer Libido und Auftreten vermehrter Erektionen sowie mit aggressivem Verhalten. Ausserdem kann das Längenwachstum beschleunigt werden (mit dem Risiko einer reduzierten Endgrösse). In den meisten Fällen waren diese Symptome reversibel, wenn der Kontakt mit Testosteron-Gel unterbunden wurde. In einigen Fällen kehrten jedoch vergrösserte Genitalien nicht auf ihre altersensprechende Normalgrösse zurück.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Testosteron-Gel auch über Kleidungsstücke (wie z.B. Unterwäsche oder T-Shirts) oder über die Bettwäsche des Anwenders auf andere Personen übertragen werden kann.

Der Arzt sollte den Patienten sorgfältig über das Risiko einer Testosteron-Übertragung und die entsprechenden Sicherheitsanweisungen informieren (siehe unten). Tostran sollte Patienten, bei denen das Risiko einer Nichteinhaltung der Sicherheitsanweisungen erhöht ist (z.B. schwerer Alkoholismus, Drogenmissbrauch, schwere psychiatrische Störungen) nicht verordnet werden.

Eine Übertragung wird durch das Tragen von Kleidung über der Anwendungsstelle oder durch Baden bzw. Duschen vor einem Hautkontakt vermieden.

Dementsprechend werden die folgenden Vorsichtsmassnahmen empfohlen:

Für den Patienten

•Waschen der Hände mit Wasser und Seife nach Anwendung des Gel,

•Bedecken der Anwendungsstelle mit Kleidung, nachdem das Gel eingetrocknet ist. Insbesondere sollte beim Kontakt mit Kindern ein T-Shirt getragen werden, das die Anwendungsfläche abdeckt, um das Risiko der Kontamination zu reduzieren,

•Baden oder Duschen mit Seife vor jeder Situation mit dieser Art von Hautkontakt,

•Um die Partnersicherheit zu gewährleisten, sollte der Patient zum Beispiel angewiesen werden, mindestens vier Stunden nach der Anwendung von Tostran keinen Geschlechtsverkehr zu haben, während des Hautkontakts Kleidung über der Anwendungsstelle zu tragen, oder vor einem Geschlechtsverkehr zu baden oder zu duschen.

Für die medizinische Fachkraft oder Pflegekraft

•Wenn die medizinische Fachkraft oder die Pflegekraft das Testosterongel auf den Patienten auftragen soll, sind Einweghandschuhe zu tragen,

•Die Einweghandschuhe sollten alkoholbeständig sein, da das Gel sowohl Ethanol als auch 2-Propanol enthält, welche das Eindringen von Testosteron unterstützen,

Für Personen, die nicht mit Tostran behandelt werden

•Im Fall von Kontakt mit einem behandelten Hautareal, das nicht gewaschen wurde oder nicht mit Kleidung bedeckt war: Unverzügliches Waschen des Hautareals, auf das möglicherweise Testosteron übertragen wurde, mit Wasser und Seife,

•Mitteilung von Anzeichen einer übermässigen Androgenexposition, wie Akne oder Haarveränderungen.

Schwangere Frauen müssen jeden Kontakt mit Hautarealen vermeiden, auf denen Tostran angewendet wurde. Patienten, deren Partnerin schwanger ist, müssen die oben beschriebenen Vorsichtsmassnahmen besonders sorgfältig einhalten (siehe auch Abschnitt «Schwangerschaft, Stillzeit»).

Hautirritationen

Tostran enthält Butylhydroxytoluol (E 321), das lokale Hautreaktionen (z.B. Kontaktdermatitis) oder Irritationen der Augen und Schleimhäute verursachen kann. Tostran enthält Propylenglykol, das Hautirritationen verursachen kann.

Interaktionen

Orale Antikoagulantien

Wenn Androgene zusammen mit Antikoagulantien verwendet werden, kann sich die gerinnungshemmende Wirkung verstärken. Bei Patienten, die orale Antikoagulantien erhalten, muss die INR sorgfältig überwacht werden, insbesondere bei Beginn oder Beendigung der Androgen-Therapie oder bei einer Änderung der Tostran-Dosis.

ACTH und Corticosteroide

Die gleichzeitige Anwendung von Testosteron und ACTH oder Corticosteroiden könnte die Wahrscheinlichkeit von Ödemen begünstigen. Daher sollten diese Arzneimittel mit Vorsicht angewendet werden, insbesondere bei Patienten mit Herz-, Nieren- oder Lebererkrankung.

Schwangerschaft/Stillzeit

Tostran ist nur zur Anwendung bei Männern vorgesehen.

Tostran ist nicht zur Anwendung bei schwangeren oder stillenden Frauen indiziert. Es wurden keine Studien an Frauen durchgeführt. Schwangere sollten jeden Kontakt mit Hautarealen vermeiden, auf denen Tostran angewendet wurde. Tostran kann unerwünschte, virilisierende Auswirkungen auf den Fötus haben. Bei einem Kontakt mit behandelter Haut sollte der betroffene Bereich so bald wie möglich mit Wasser und Seife gewaschen werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Die in einer kontrollierten klinischen Studie (bis zu 4 g Tostran) am häufigsten berichteten unerwünschten Nebenwirkungen waren Reaktionen an der Anwendungsstelle (26%), wie Parästhesie, Xerose, Pruritus und Ausschlag oder Erythem. Die meisten dieser Reaktionen waren leicht bis mässig ausgeprägt und gingen trotz fortgesetzter Anwendung teilweise oder vollständig zurück.

Alle berichteten Nebenwirkungen, bei denen ein Zusammenhang mit der Anwendung vermutet wird, sind nach Klasse und Häufigkeit (sehr häufig (>1/10), häufig (<1/10, ≥1/100), gelegentlich (<1/100, ≥1/1'000) und selten (<1/1000, ≥1/10'000)) aufgeführt.

Neoplasmen

Selten: Prostatakrebs

Störungen des Blut- und Lymph-Systems

Häufig: Anstieg von Hämoglobin und Hämatokrit.

Störungen des Immunsystems

Überempfindlichkeitsreaktionen können auftreten.

Endokrine Störungen

Häufig: Zunahme des männlichen Körperbehaarungsmusters.

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Bei zwei Patienten mit Diabetes mellitus in der Vorgeschichte wurde Hyperglykämie als Nebenwirkung berichtet.

Störungen des Nervensystems

Vereinzelt: Nervosität, Feindseligkeit, Depression.

Funktionsstörungen der Gefässe

Häufig: Hypertonie.

Funktionsstörungen der Leber und der Galle

Einzelberichte: Gelbsucht und anormale Leberfunktionstestergebnisse, Leberneoplasie.

Störungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Akne, Seborrhöe und Haarausfall (Alopezie).

Muskelskelettsystem

Vereinzelt: Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen.

Funktionsstörungen des Reproduktionssystems und der Brust

Häufig: Gynäkomastie, selten persistierend.

Selten: Priapismus, Prostata-Anomalien.

Einzelberichte: Veränderte Libido, häufigere Erektionen.

Priapismus stellt einen urologischen Notfall dar.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Anwendungsstelle

Sehr häufig: Reaktionen an der Anwendungsstelle (Reizungen, trockene Haut).

Häufig: peripheres Ödem.

Laboruntersuchungen

Häufig: erhöhtes PSA.

In der Literatur wurde ausserdem unter der Behandlung mit Testosteron über Gewichtszunahme, Veränderungen des Elektrolythaushalts (Retention von Natrium, Chlorid, Kalium, Calcium, anorganisches Phosphat und Wasser) bei hoher Dosierung und/oder länger dauernder Behandlung, Schlafapnoe und Übelkeit berichtet.

Überdosierung

In der Literatur wird ein einzelner Fall einer akuten Testosteron-Überdosierung nach parenteraler Verabreichung von Testosteron-Enanthat berichtet. Diese führte zu Testosteron-Konzentrationen von bis zu 114.0 µg/ml, was mit einem zerebrovaskulären Ereignis in Verbindung gebracht wurde. Es ist unwahrscheinlich, dass solche Serum-Testosteronspiegel bei einer transdermalen Anwendung erreicht werden.

Die Behandlung einer transdermalen Überdosierung mit Tostran erfolgt durch möglichst rasches Waschen der Anwendungsstelle mit Wasser und Seife, Abbrechen der Anwendung von Tostran und gegebenenfalls Behandlung der Symptome.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03BA03

Die von den Hoden abgesonderten endogenen Androgene, hauptsächlich Testosteron und dessen Hauptmetabolit Dihydrotestosteron (DHT), sind für die Entwicklung der äusseren und inneren männlichen Geschlechtsorgane sowie für die Aufrechterhaltung der sekundären Geschlechtsmerkmale verantwortlich (Stimulation des Haarwuchses, Stimmbruch und Entwicklung der Libido). Sie haben eine allgemeine Wirkung auf den Protein-Anabolismus, beeinflussen die Entwicklung der Skelettmuskulatur und die Körperfettverteilung und reduzieren die Ausscheidung von Stickstoff, Natrium, Kalium, Chlorid, Phosphaten und Wasser im Urin.

Testosteron beeinflusst nicht die Entwicklung der Hoden, reduziert jedoch die Exkretion von Gonadotropin aus der Hypophyse.

Die Wirkung von Testosteron auf bestimmte Zielorgane wie die Brust erfolgt nach einer peripheren Umwandlung von Testosteron zu Östradiol, das dann an die Östradiol-Rezeptoren bindet.

Pharmakokinetik

Absorption

Tostran Gel ist ein hydroalkoholisches Präparat mit Polypropylenglykol, das schnell trocknet, wenn es in die Haut eingerieben wird. Die Haut dient als Reservoir für die anhaltende Abgabe von Testosteron in den Körperkreislauf. Die Testosteron-Resorption in das Blut hält während des gesamten 24-Stunden-Dosierungsintervalls an, und die Konzentrationen liegen während der ganzen Zeit signifikant über dem Basiswert. Eine Variation der Grösse der Auftragsfläche zwischen 200 und 800 cm2 hat bei gleicher Dosis keine klinisch relevante Auswirkung auf die Testosteron-Konzentrationen im Serum.

Die Anwendung auf der Innenseite der Oberschenkel und auf dem Bauch führt zu vergleichbaren Serum-Testosteron-Konzentrationen.

Die Bioverfügbarkeit von Testosteron aus Tostran liegt bei 12%. Die Verabreichung von 3 g Gel führt zu Serum-Testosteron-Konzentrationen von 5.0 ± 2.0 µg/l und zu individuellen Minimalkonzentrationen von 3.0 ± 1.0 µg/l und Maximalkonzentrationen von 12.0 ± 7.0 µg/l.

Distribution

Etwa 40% des Testosterons im Plasma ist an Sexualhormon-bindendes Globulin (SHBG) gebunden, 2% bleiben ungebunden (frei) und der Rest ist lose an Albumin und andere Proteine gebunden. Das Albumin-gebundene Testosteron dissoziiert leicht und wird als bioaktiv angesehen. Dagegen ist die Bindung an SHBG stark. Die Konzentration des bioaktiven Testosterons im Serum setzt sich aus der ungebundenen Fraktion und der an Albumin gebundenen zusammen.

Metabolismus

Die hauptsächlichen aktiven Metaboliten von Testosteron sind Östradiol und DHT. DHT bindet mit höherer Affinität an SHBG als Testosteron. DHT wird weiter zu 3-α- und 2-β-Androstandiol metabolisiert.

Elimination

Etwa 90% einer intramuskulär gegebenen Testosteron-Dosis werden über den Urin als Glucuronsäure- und Sulfatkonjugate von Testosteron und dessen Metaboliten ausgeschieden. Etwa 6% einer Dosis werden überwiegend in unkonjugierter Form über die Faeces ausgeschieden.

Präklinische Daten

Aus toxikologischen Studien haben sich keine anderen Wirkungen ergeben als solche, die auf der Basis des Hormonprofils von Tostran erklärbar sind.

Testosteron hat sich in vitro im Rückmutationsmodell (Ames-Test) oder bei Verwendung von Hamster-Ovarialzellen als nicht-mutagen erwiesen. Bei Labortieren wurde eine Beziehung zwischen Androgenbehandlung und bestimmten Krebsarten beobachtet. Experimentelle Daten an Ratten haben eine erhöhte Prostatakrebs-Inzidenz nach Behandlung mit Testosteron gezeigt. Es ist bekannt, dass Sexualhormone die Entwicklung bestimmter, durch bekannte karzinogene Mittel induzierte, Tumore erleichtern. Die klinische Bedeutung dieser Beobachtung ist nicht bekannt.

Fertilitätsstudien an Nagetieren und Primaten haben gezeigt, dass eine Behandlung mit Testosteron dosisabhängig die Fertilität durch Unterdrückung der Spermatogenese beeinträchtigen kann.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Androgene könnten die Konzentrationen von Thyroxin-bindendem Globulin vermindern, was zu geringeren Gesamt-T4-Serumkonzentrationen und einer verstärkten Anionenaustauscher-Adsorption von T3 und T4 führt. Die Konzentrationen von freiem Schilddrüsenhormon bleiben jedoch unverändert.

Haltbarkeit

Tostran darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichnetem Datum verwendet werden.

Lagerungshinweis

Bei Raumtemperatur (15 - 25ºC) lagern.

Nicht im Kühlschrank lagern und nicht tiefkühlen.

Behälter aufrecht lagern.

Für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Siehe Rubrik “Dosierung/Anwendung“

Zulassungsnummer

57'959 (Swissmedic)

Zulassungsinhaberin

Cederberg GmbH, 4102 Binningen

Stand der Information

Mai 2015

Verwendung dieser Informationen

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