Salofalk Gran 1.5 G Btl 60 Stk

Salofalk Gran 1.5 G Btl 60 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Mesalazin, INN (= 5-Aminosalicylsäure).

Hilfsstoffe

Salofalk 1000 mg Granulat, 1,5 g Granulat, 3 g Granulat: Aspartam, Aroma: Vanillin sowie weitere Hilfsstoffe.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Magensaftresistentes Retardgranulat.

1 Beutel Salofalk 1000 mg Granulat enthält 1000 mg Mesalazin.

1 Beutel Salofalk 1,5 g Granulat enthält 1500 mg Mesalazin.

1 Beutel Salofalk 3 g Granulat enthält 3000 mg Mesalazin.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Akutbehandlung der leichten bis mittelschweren Colitis ulcerosa.

Bei Pancolitis ist die Erfahrung mit Salofalk Granulat ungenügend.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene: 1,5 g bis 3 g pro Tag.

Die gesamte Tagesdosis kann in einer einzigen Einnahme verabreicht werden oder verteilt auf 2–3 Einzeldosen.

Salofalk Granulat darf nicht gekaut werden. Der Inhalt eines Beutels wird direkt auf die Zunge gegeben und unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit hinunter geschluckt.

Kinder unter 6 Jahren: Salofalk Granulat soll nicht an Kinder unter 6 Jahren gegeben werden, da für eine Anwendung in dieser Altersgruppe sehr wenig Erfahrung vorliegt.

Kinder älter als 6 Jahre und Jugendliche: Abhängig vom Schweregrad der Erkrankung sollten im akuten Schub 30-50 mg Mesalazin/kg Körpergewicht/Tag in 3 getrennten Dosierungen verabreicht werden.

Generell wird empfohlen, bis zu einem Körpergewicht von 40 kg die halbe Erwachsenen-Dosis und über 40 kg die normale Erwachsenen-Dosis zu verabreichen.

Therapiedauer

Bis zur Remission des akuten Schubes. Im Allgemeinen klingt ein akuter Schub der Colitis ulcerosa nach 4–12 Wochen ab.

Die Behandlung mit Salofalk Granulat sollte regelmässig und konsequent durchgeführt werden, da nur so der gewünschte Heilungserfolg eintritt.

Kontraindikationen

Salofalk Granulat darf nicht angewendet werden bei Patienten mit:

  • bekannter Überempfindlichkeit gegen Salicylate, deren Derivate oder einen der sonstigen Bestandteile;
  • schweren Leber-oder Nierenfunktionsstörungen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Blut-Untersuchungen (Differential-Blutbild, Leberfunktionsparameter wie ALT oder AST, Serum-Kreatinin) und Urinstatus sollten vor und während der Behandlung nach Ermessen des behandelnden Arztes durchgeführt werden. Als Richtlinie werden Kontrollen 14 Tage nach Beginn der Behandlung, dann 2- bis 3-mal nach jeweils weiteren 4 Wochen empfohlen. Bei normalem Befund sind vierteljährliche, beim Auftreten zusätzlicher Krankheitszeichen sofortige Kontrolluntersuchungen erforderlich.

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Leber-Funktionsstörungen.

Salofalk Granulat sollten nicht bei Patienten mit Nieren-Funktionsstörungen angewendet werden. An Mesalazin bedingte Nephrotoxizität sollte gedacht werden, wenn sich die Nierenfunktion während der Behandlung verschlechtert.

Bei Vorliegen einer Lungenfunktionsstörung, insbesondere Asthma, ist während der Therapie mit Salofalk Granulat eine besonders sorgfältige Überwachung des Patienten angezeigt.

Bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Sulfasalazin haltigen Präparaten sollte die Behandlung mit Salofalk Granulat nur unter sorgfältiger ärztlicher Kontrolle begonnen werden. Sollten akute Unverträglichkeitsreaktionen wie z.B. Bauchkrämpfe, akute Abdominalschmerzen, Fieber, schwere Kopfschmerzen und Hautausschläge auftreten, ist die Behandlung sofort abzubrechen.

Bei Vorliegen einer Phenylketonurie ist zu beachten, dass Salofalk Granulat den Süssstoff Aspartam enthalten, dem folgende Phenylalanin-Mengen entsprechen:

Magensaftresistentes RetardgranulatAspartam entsprechende Phenylalanin-Menge
500 mg Mesalazin0,56 mg
1000 mg Mesalazin1,12 mg
1500 mg Mesalazin1,68 mg
3000 mg Mesalazin3,36 mg

Interaktionen

Spezielle Interaktionsstudien wurden nicht durchgeführt.

Lactulose oder ähnliche Präparate die zu einer pH-Wert-Erniedrigung des Stuhles führen: möglicherweise Verringerung der Mesalazin-Freisetzung aus dem Granulat durch pH Wert-Erniedrigung bedingt durch bakteriellen Metabolismus.

Bei Patienten, die gleichzeitig mit Azathioprin, 6-Mercaptopurin oder Tioguanin behandelt werden, sollte mit einem Anstieg des myelosuppressiven Effektes dieser Substanzengerechnet werden.

Es gibt vereinzelte widersprüchliche Beobachtungen zur Beeinflussung der gerinnungshemmenden Wirkung von Warfarin (in der Schweiz nicht zugelasssen) durch Mesalazin.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen keine ausreichenden Daten zur Anwendung von Salofalk Granulat bei schwangeren Frauen vor. Jedoch wurden bei einer begrenzten Anzahl schwangerer Frauen unter einer Mesalazin-Behandlung keine negativen Auswirkungen auf die Schwangerschaft oder den Gesundheitszustand des Fötus bzw. Neugeborenen gefunden. Derzeit sind keine weiteren relevanten epidemiologischen Informationen verfügbar. In einem Einzelfall wurde unter der Langzeitanwendung einer hohen Mesalazin-Dosis (2–4 g/Tag oral) während der Schwangerschaft von Nierenversagen bei einem Neugeborenen berichtet.

Untersuchungen an Tieren mit oraler Mesalazin-Applikation weisen keine direkten oder indirekten negativen Effekte hinsichtlich Trächtigkeit, embryonaler/fötaler Entwicklung, Geburt oder postnataler Entwicklung auf.

Salofalk Granulat sollte während der Schwangerschaft nur dann angewendet werden, wenn es unbedingt erforderlich ist.

N-Acetylaminosalicylsäure und in geringerem Umfang Mesalazin werden in die Muttermilch sezerniert. Es liegen lediglich begrenzte Erfahrungen mit Mesalazin während der Stillphase beim Menschen vor. Überempfindlichkeits-Reaktionen wie Durchfall können beim Säugling nicht ausgeschlossen werden. Dabei sollte Salofalk Granulat während der Stillzeit nur angewendet werden, wenn der zu erwartende Nutzen das potentielle Risiko überwiegt. Falls der Säugling Durchfall entwickelt, sollte das Stillen beendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen beobachtet.

Unerwünschte Wirkungen

Störungen des Blut- und Lymphsystems (sehr selten, <1/10'000)

Blutbildveränderungen (aplastische Anämie, Agranulozytose, Panzytopenie, Neutropenie, Leukopenie, Thrombozytopenie).

Störungen des Immunsystems (sehr selten, <1/10'000)

Überempfindlichkeitsreaktionen wie allergische Exantheme, Medikamentenfieber, Lupus-erythematodes-Syndrom, Pankolitis.

Störungen des Nervensystem

Selten, (<1/1000, ≥1/10'000): Kopfschmerzen, Schwindel.

Sehr selten, (<1/10'000): Periphere Neuropathie.

Funktionsstörungen des Herzens (selten, <1/1000, ≥1/10'000)

Myokarditis, Perikarditis.

Atmungsorgane (Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen) (selten, <1/1000, ≥1/10'000)

Allergische und fibrotische Lungenreaktionen (einschliesslich Dyspnoe, Husten, Bronchospasmus, Alveolitis, pulmonale Eosinophilie, Lungeninfiltrat, Pneumonitis).

Gastrointestinale Störungen

Selten, (<1/1000, ≥1/10'000): Abdominalschmerzen, Diarrhö, Flatulenz, Übelkeit und Erbrechen.

Sehr selten, (<1/10'000): Akute Pankreatitis.

Funktionsstörungen der Leber und der Galle (sehr selten, <1/10'000)

Veränderungen der Leberfunktionsparameter (Anstieg der Transaminasen und Cholestase-Parameter), Hepatitis, cholestatische Hepatitis.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes (sehr selten, <1/10'000)

Alopezie.

Muskelskelettsystem (Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen) (sehr selten, <1/10'000)

Myalgie, Arthralgie.

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege (sehr selten, <1/10'000)

Nierenfunktionsstörungen einschliesslich akuter und chronischer interstitieller Nephritis und Niereninsuffizienz.

Funktionsstörungen des Reproduktionssystem und der Brust (sehr selten, <1/10'000)

Reversible Oligospermie.

Überdosierung

Es liegen nur sehr begrenzte Informationen zur Überdosierung von Mesalazin (z.B. Anwendung hoher oraler Dosen von Mesalazin in suizidaler Absicht) vor.

Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt. Die Behandlung orientiert sich am klinischen Zustand und erfolgt symptomatisch und supportiv.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A07EC02

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Der Mechanismus der entzündungshemmenden Wirkung ist unbekannt. In-vitro Versuche zeigen, dass eine Hemmung der Lipoxygenase eine Rolle spielen könnte.

Weiterhin konnte ein Einfluss auf den Prostaglandingehalt der Darmschleimhaut gezeigt werden. Auch kann Mesalazin (5-Aminosalicylsäure/5-ASA) als Radikalfänger reaktiver Sauerstoffverbindungen fungieren.

Oral verabreichtes Mesalazin wirkt hauptsächlich vom Darmlumen her lokal an der Darmschleimhaut und im submukösen Gewebe. Es ist daher von Bedeutung, dass Mesalazin in den entzündeten Darmregionen verfügbar ist. Die systemische Bioverfügbarkeit/Plasmakonzentrationen von Mesalazin haben folglich keine Relevanz für die therapeutische Wirksamkeit, sondern stellen eher Faktoren zur Beurteilung der Sicherheit dar. Um diese Kriterien zu erfüllen, wird Salofalk Granulat mit Eudragit L befilmt, wodurch sie magensaftresistent werden und Mesalazin pH-abhängig freisetzen. Durch die Matrix-Struktur des Granulats wird darüber hinaus eine verzögerte Wirkstofffreisetzung gewährleistet.

Pharmakokinetik

Generelle Gesichtspunkte zu Mesalazin

Resorption

Die Mesalazin-Resorption ist am höchsten in den proximalen und am niedrigsten in den distalen Darmregionen.

Biotransformation

Mesalazin wird präsystemisch sowohl an der Darmschleimhaut als auch in der Leber zur pharmakologisch unwirksamen N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure (N-Ac-5-ASA) verstoffwechselt. Die Acetylierung scheint hierbei unabhängig vom Acetylierer-Phänotyp des Patienten zu erfolgen. Ein gewisser Anteil des Mesalazins wird auch durch die Dickdarm-Bakterien acetyliert. Die Proteinbindung von Mesalazin beträgt 43%, die der N-Ac-5-ASA 78%.

Elimination/Ausscheidung

Mesalazin und sein Metabolit N-Ac-5-ASA werden mit dem Stuhl (Hauptanteil), renal (die Menge variiert zwischen 20 und 50%, abhängig von der Art der Applikation, der galenischen Darreichungsform und deren Mesalazin-Freisetzungsverhalten) und biliär (geringer Anteil) eliminiert. Die renale Exkretion erfolgt hauptsächlich in Form des N-Ac-5-ASA. Ca. 1% der oral verabreichten Mesalazin-Dosis tritt hauptsächlich in Form von N-Ac-5-ASA in die Muttermilch über.

Spezifische Gesichtspunkte zu Salofalk Granulat

Verteilung

Infolge des Pellet-Durchmessers von etwa 1 mm ist die Passagezeit vom Magen zum Duodenum schnell.

Eine kombinierte pharmakoszintigraphische/pharmakokinetische Studie hat gezeigt, dass das Testpräparat die Ileocoecal-Region in ca. 3 Stunden und das Colon ascendens innerhalb von ca. 4 Stunden erreicht. Die gesamte Transitzeit im Colon beträgt ca. 20 Stunden.

Ca. 80% der oral verabreichten Mesalazin-Dosis sind im Colon, Sigma und Rectum verfügbar.

Resorption

Die Mesalazin-Freisetzung aus dem Salofalk Granulat beginnt nach einer Verzögerungsphase (Lagphase) von ca. 2–3 Stunden. Maximale Plasma-Konzentrationen werden nach ca. 4–5 Stunden erreicht. Die systemische Verfügbarkeit von Mesalazin beträgt nach oraler Applikation ca. 15–25%.

Nahrungsaufnahme verzögert die Resorption um ca. 1–2 Stunden, beeinflusst jedoch nicht die Rate und das Ausmass der Resorption.

Elimination

Die renale Gesamtausscheidungsrate an Mesalazin und N-Ac-5-ASA betrug bei einer Dauertherapie mit täglich 3-mal 500 mg Mesalazin (Steady-State-Bedingungen) ca. 25%. Der unmetabolisierte Mesalazin-Anteil bei oraler Applikation betrug weniger als 1% und die Eliminationshalbwertszeit war in dieser Studie 4,4 Stunden.

Präklinische Daten

Präklinische Daten konventioneller Studien zur Sicherheitspharmakologie, Genotoxizität, Kanzerogenität (Ratte) oder zur Reproduktionstoxizität lassen keine spezifischen Gefährdungen für den Menschen erkennen.

Nieren-Toxizität (renale Papillen-Nekrosen und epitheliale Schädigungen der proximal-aufgeknäulten Nierentubuli oder des gesamten Nephrons) wurde in Toxizitätsstudien bei multipler Verabreichung hoher oraler Mesalazin-Dosierungen beobachtet. Die klinische Relevanz dieser Befunde ist unklar.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Bisher keine bekannt.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit EXP bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Im Umkarton bei Zimmertemperatur (15–25 °C) aufbewahren.

Zulassungsnummer

55951 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Vifor SA, 1752 Villars-sur-Glâne.

Stand der Information

Januar 2014.

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