Loniten Tabl 2.5 Mg Blist 30 Stk

Loniten Tabl 2.5 Mg Blist 30 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Minoxidilum.

Hilfsstoffe: Lactosum, Cellulosum microcristallinum, Maydis amylum, Silica colloidalis anhydrica, Magnesii stearas.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 2.5 mg resp. 10 mg Minoxidil.

2.5 mg Tablette: weisse bis leicht bräunliche, runde Tablette mit Prägung «U 121» auf der einen Seite und «2½» auf der anderen Seite, mit einseitiger Bruchrille, teilbar.

10 mg Tablette: weisse bis leicht bräunliche, runde Tablette mit Prägung «U 137» auf der einen Seite und «10» auf der anderen Seite, mit einseitiger Bruchrille, teilbar.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Hypertonie, die auf eine Kombinationstherapie eines Diuretikums mit einem Betarezeptorenblocker oder weiteren Antihypertensiva nur ungenügend anspricht.

Dosierung/Anwendung

Loniten soll in Kombination mit einem Diuretikum und einem Betablocker (oder bestimmten Antisympathotonika) verwendet werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Die Dosierung dieser Zusatztherapeutika muss zur Erreichung der maximalen Wirkung und Sicherheit sorgfältig angepasst werden.

Übliche Dosierung

Die empfohlene Anfangsdosis für Erwachsene und Kinder über 12 Jahren beträgt 5 mg/Tag. Diese Dosis kann zur Erreichung einer optimalen antihypertensiven Wirkung auf 20 mg/Tag und später auf 40 mg/Tag erhöht werden, wobei die Tagesdosis als Einzelgabe oder in 2 Teildosen erfolgen kann. Die empfohlene Höchstdosis beträgt 100 mg/Tag.

Kinder bis zu 12 Jahren

Da mit Loniten nur begrenzte Therapieerfahrungen bei Kindern vorliegen, sind die folgenden Dosierungsempfehlungen lediglich als Anhaltspunkte gedacht, und eine sorgfältige Dosiseinstellung ist unerlässlich. Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 0.2 mg/kg/Tag Minoxidil als Einzelgabe verabreicht. Wirksame Dosen liegen im Bereich von 0.25-1.0 mg/kg/Tag, wobei die Höchstdosis von 50 mg/Tag nicht überschritten werden soll.

Dosierungsintervall

Die täglichen Blutdruckschwankungen verhalten sich direkt proportional zur erreichten Blutdrucksenkung. Bei einer Senkung des diastolischen Blutdrucks (im Liegen gemessen) um weniger als 30 mm Hg kann die gesamte Tagesdosis in einer Einzelgabe verabreicht werden; eine Blutdrucksenkung um mehr als 30 mm Hg erfordert die Aufteilung der Tagesdosis in 2 gleiche Teildosen.

Dosisanpassung

Die Dosis muss dem individuellen Ansprechen gemäss sorgfältig eingestellt werden. Zwischen 2 Dosisanpassungen soll normalerweise ein Zeitraum von mindestens 3 Tagen liegen, da die volle Wirkung einer bestimmten Dosis erst nach dieser Zeit eintritt. Falls eine raschere Blutdrucksenkung erforderlich ist, können Dosisanpassungen alle 6 Stunden vorgenommen werden; dies bedingt jedoch eine ständige Überwachung des Patienten.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Patienten mit Niereninsuffizienz und Dialysepatienten

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz oder unter chronischer Dialyse können die erforderlichen Dosen niedriger sein.

Patienten mit Leberfunktionseinschränkung

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sollte eine Dosisanpassung erwogen werden: Therapiebeginn mit einer reduzierten einmal täglich verabreichten Dosis und Dosistitration bis zur niedrigsten wirksamen Dosis, mit welcher der erwünschte Therapieeffekt erzielt werden kann (siehe «Pharmakokinetik - Leberfunktionseinschränkung»).

Kontraindikationen

Loniten ist kontraindiziert bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung sowie bei Phäochromozytom, da durch die antihypertensive Wirkung die Sekretion von Katecholaminen stimuliert werden könnte.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Loniten kann zu Flüssigkeitsretention, verbunden mit Gewichtszunahme und Ödementwicklung führen. Dies kann insbesondere eine vorbestehende Herzinsuffizienz verschlechtern. Deswegen soll Loniten in Kombination mit einem Diuretikum verabreicht werden. Hämodilution kann auftreten, was zu einer vorübergehenden Abnahme der Werte für Hämatokrit, Hämoglobin und der Erythrozytenzahl führen kann (um zunächst ca. 7%, die sich dann wieder auf Werte vor der Behandlung erholen). Körpergewicht, Flüssigkeits- und Elektrolytbilanz müssen überwacht werden.

Durch den vasodilatatorischen Effekt können Reflextachykardie und Angina pectoris auftreten. Loniten soll deshalb nur in Kombination mit einem Betarezeptorenblocker verwendet werden. Sind Betarezeptorenblocker kontraindiziert, können alternativ bestimmte Antisympathotonika (z.B. Methyldopa) erwogen werden (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Perikarditis, Perikarderguss und Perikardtamponade

Unter der Anwendung von Minoxidil kam es sehr häufig (in ca. 17% der Fälle) zu einer Perikarditis. Die kausale Zuordnung bleibt unklar. Bei 3-5% der Patienten (nicht eingeschlossen jene unter chronischer Dialysebehandlung) wurde ein Perikarderguss und gelegentlich eine Perikardtamponade festgestellt. Obwohl in diesen Fällen meist andere mögliche Ursachen für Perikarderguss bestanden (z.B. Kollagenosen, Urämie oder Flüssigkeitsretention), so traten auch Fälle auf, in denen keine solcher Faktoren bestanden. Mit Loniten behandelte Patienten sollten engmaschig auf Anzeichen eines Perikardergusses überwacht werden.

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz oder unter chronischer Dialyse können die erforderlichen Dosen niedriger sein.

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sollte die Dosis angepasst werden (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Loniten nicht anwenden.

Interaktionen

  • Der antihypertensive Effekt von Minoxidil kann durch die gleichzeitige Verabreichung anderer Antihypertensitiva verstärkt werden.
  • Die gleichzeitige Verabreichung von Minoxidil und Antisympathotonika wie Guanethidin kann zu ausgeprägten orthostatischen Reaktionen führen.
  • Adrenalin/Noradrenalin: siehe «Überdosierung».

Schwangerschaft/Stillzeit

Es sind nur wenige Daten über die Anwendung von Loniten bei schwangeren Frauen verfügbar. Tierstudien haben Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe «Präklinische Daten»). Loniten sollte während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter ohne Kontrazeption nicht angewendet werden. Bei Neugeborenen mit in-utero Exposition von Minoxidil wurde über Einzelfälle von Hypertrichose berichtet.

Es gibt Berichte über die Exkretion von Minoxidil in die menschliche Muttermilch. Ein Risiko für den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden. Unter Berücksichtigung des Nutzens des Stillens für den Säugling und des Nutzens der Therapie für die Frau muss über Abstillen, Therapie-Verzicht oder -Unterbruch entschieden werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Die Fahrtüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen kann durch die individuelle Reaktion auf die Behandlung, besonders am Beginn der Therapie, beeinflusst sein.

Unerwünschte Wirkungen

Häufigkeitsangaben

Unbekannt: aus vorhandenen Daten keine Inzidenz berechenbar; sehr selten: <0.01%; selten: ≥0.01% und <0.1%; gelegentlich: ≥0.1% und <1%; häufig: ≥1% und <10%; sehr häufig: ≥10%.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Selten: Thrombozytopenie, Leukopenie.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Salz- und Wasserretention (Flüssigkeitsretention), Ödeme.

Herzerkrankungen

Sehr häufig: Tachykardie, Perikarditis (17%).

Häufig: Perikarderguss, Perikardtamponade.

Unbekannt: Angina pectoris.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich: Pleuraerguss.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Gastrointestinale Störung.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig: Hypertrichose, Veränderung der Haarfarbe (80%).

Hypertrichose: Bei ca. 80% der mit Loniten behandelten Patienten wurde eine Verlängerung, Verdickung und verstärkte Pigmentierung der feinen Körperhaare beobachtet, ohne dass begleitende endokrinologische Anomalien vorhanden waren. Dieser übermässige Haarwuchs macht sich im Allgemeinen 3-6 Wochen nach Therapiebeginn bemerkbar. Nach Absetzen von Loniten hört das Wachstum neuer Haare auf, es kann jedoch 1-6 Monate lang dauern, bis der Zustand vor Therapiebeginn wiederhergestellt ist. Dieser Haarwuchs ist besonders für Frauen und Kinder störend, weshalb diese Patienten vor Therapiebeginn über diese Nebenwirkung umfassend informiert werden sollten.

Selten: Exantheme, bullöse Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom.

Einzelfälle: Toxische epidermale Nekrolyse.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich: Spannungsgefühl in der Brust.

Untersuchungen

Sehr häufig: EKG-Veränderungen (60%).

EKG-Veränderungen: Veränderungen in bezug auf Richtung und Grösse der T-Wellen, ohne Einbezug der ST-Strecke, wurden bei ca. 60% der Patienten beobachtet. Da gleichzeitig weder Anzeichen noch Symptome einer Schädigung des Myokards festgestellt werden konnten, scheinen diese Veränderungen unspezifisch und ohne erkennbare klinische Signifikanz zu sein.

Überdosierung

Tritt unter der Behandlung von Minoxidil eine Hypotonie auf, kann 0.9%ige Kochsalz-Lösung infundiert werden, um den Blutdruck zu stabilisieren. Müssen vasopressorische Substanzen eingesetzt werden, sollten Substanzen wie Adrenalin oder Noradrenalin vermieden werden, da diese eine Tachykardie verstärken können.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C02DC01

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Minoxidil senkt den erhöhten systolischen und diastolischen Blutdruck über eine Verminderung des peripheren Widerstandes durch Vasodilatation. Als Wirkungsort für die relaxierende Wirkung von Minoxidil muss die glatte Muskulatur der Widerstandsgefässe angesehen werden. Der aktive Metabolit von Minoxidil aktiviert den ATP-abhängigen Kaliumkanal (K+ATP), was zu K+ Efflux, Hyperpolarisation und einer relaxierenden Wirkung an der glatten Muskulatur führt.

Folgewirkungen

Über Barorezeptoren vermittelte sympathische Reflexe steigern sekundär Herzfrequenz und myokardiale Kontraktilität und damit das Herzminutenvolumen. Weiterhin wird durch Sympathikusstimulierung die Plasmareninaktivität erhöht, was eine erhöhte Angiotensin-II-Konzentration mit konsekutiver Zunahme der Aldosteroninkretion zur Folge hat. Dadurch wird die renale Natriumausscheidung vermindert und das extrazelluläre Volumen erhöht. Der Pulmonalisdruck kann vereinzelt nach alleiniger Gabe von Minoxidil ansteigen, fällt aber unter der empfohlenen Begleittherapie (Betablocker + Diuretika) ab.

Pharmakokinetik

Absorption

Minoxidil wird beim Menschen nach oraler Applikation im Gastrointestinaltrakt zu mindestens 90% resorbiert. Minoxidil erscheint innerhalb von 30 Minuten im Plasma. Maximale Plasmaspiegel treten 60 Minuten nach Einnahme auf.

Eiweissbindung

Minoxidil wird nicht an Plasmaproteine gebunden.

Liquorgängikeit

Minoxidil passiert die Blut-Hirn-Schranke nicht.

Metabolismus

Minoxidil wird zu ca. 90% in der Leber metabolisiert. Der Hauptmetabolit bei Menschen ist das Minoxidil-O-Glucuronid. Ausserdem entstehen noch einige polare Metabolite. Die bekannten Metabolite haben eine geringere antihypertensive Wirkung als der Wirkstoff selbst.

Biologische Halbwertszeit und Elimination

Die Minoxidil-Plasmakonzentration nimmt beim Menschen im Durchschnitt mit einer Halbwertszeit von ca. 4 Stunden ab. Die Wirkungsdauer hält jedoch über mehrere Tage an.

Minoxidil und seine Metaboliten sind dialysierbar.

Die renale Clearance von Minoxidil korreliert mit der glomerulären Filtrationsrate.

Unter Minoxidil konnten keine wesentlichen Änderungen der glomerulären Filtrationsrate und des Nierenplasmaflusses festgestellt werden.

Bioverfügbarkeit

In einer Studie wurden die Plasmaspiegel von Minoxidil nach Einmalgabe und nach Verabreichung im Rahmen einer chronischen Therapie verglichen. Die Plasmaspiegel wichen hierbei im Zeitraum 1-24 Stunden nach Medikamentengabe nicht signifikant voneinander ab. Dies weist darauf hin, dass bei chronischer Einnahme keine Akkumulation stattfindet.

Leberfunktionseinschränkung

Die Pharmakokinetik von Minoxidil bei Patienten mit mässiger bis schwerer Leberfunktionseinschränkung ist nicht untersucht worden.

In einer pharmakokinetischen Studie an Patienten mit leichter Zirrhose erhielten acht Patienten mit biopsiebestätigter leichter Zirrhose und acht gesunde Probanden Minoxidil 5 mg. Die Eliminationskonstante von Minoxidil war bei Patienten mit Zirrhose signifikant um ca. 21% reduziert. Die AUC stieg bei Patienten mit Zirrhose im Vergleich zu gesunden Probanden um ca. 50% an, wobei dieser Anstieg nicht statistisch signifikant war.

Präklinische Daten

In präklinischen Studien verursachte Minoxidil bei mehreren Tierarten verschiedene Typen kardialer Läsionen, einschliesslich nekrotische und hämorrhagische Läsionen des Herzmuskels und der Papillarmuskeln, sowie Herzhypertrophie und Herzdilatation. Diese Veränderungen traten lediglich in Zusammenhang mit ausgeprägter Hypotonie und Tachykardie auf und deuten eher auf hämodynamischen und/oder hypoxischen Stress als auf direkte Zytotoxizität hin. Die bisherigen umfangreichen Erfahrungen zeigen jedoch, dass beim Menschen unter Minoxidil keine derartigen Herzläsionen auftraten.

Mutagenität

Minoxidil erwies sich in keiner der zahlreichen Prüfungen auf mutagenes Potenzial als mutagen.

Kanzerogenität

In den für Minoxidil am aussagekräftigsten angesehenen Kanzerogenitätsstudien mit oraler Gabe an Ratten und Mäusen konnte bei den Ratten kein Kanzerogenitätspotential festgestellt werden, während die bei den Mäusen beobachteten Tumoren als zufällig eingestuft wurden. In einer Kanzerogenitätsstudie mit dermaler Applikation bei Mäusen kam es zu einer erhöhten Häufigkeit hormonabhängiger Tumore, die als nicht relevant für den Menschen erachtet wurden.

Reproduktionstoxizität

In einer Fertilitätsstudie mit männlichen und weiblichen Ratten wurde eine dosisabhängige Verminderung der Konzeptionsrate festgestellt. Bei den behandelten Ratten lag der NOAEL (No Observed Adverse Effect Level) bei 1 mg/kg KG täglich.

Teratogenität wurde an Ratten bei Dosen über 80 mg/kg täglich gezeigt. Nach oraler Gabe an Kaninchen wurde bei Dosen, bei denen eine Toxizität bei den Muttertieren auftrat, Hinweise auf eine erhöhte fetale Resorption beobachtet. An Kaninchen zeigte sich keine Teratogenität.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Bitte das aufgedruckte Verfalldatum beachten «EXP» (= Verfalldatum: Monat/Jahr).

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 25 °C, vor Feuchtigkeit geschützt und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

43328 (Swissmedic)

Zulassungsinhaberin

Pfizer AG, Zürich.

Stand der Information

Oktober 2015.

LLD V009

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