Imipenem/cilastatin Actavis 500/500 Mg Vial 10 Stk

Imipenem/cilastatin Actavis 500/500 Mg Vial 10 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Imipenemum anhydricum ut Imipenemum monohydricum, Cilastatinum ut Cilastatinum natricum.

Hilfsstoff: Natrii hydrogenocarbonas.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Praeparatio sicca: Imipenemum anhydricum 500 mg ut Imipenemum monohydricum, Cilastatinum 500 mg ut Cilastatinum natricum pro vitro.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Imipenem/Cilastatin Actavis ist geeignet für die Behandlung von schweren polymikrobiellen und gemischt aeroben/anaeroben Infektionen sowie für die Initialtherapie vor der Identifizierung der verursachenden Keime.

Imipenem/Cilastatin Actavis ist für die Behandlung der folgenden Infektionen indiziert, vorausgesetzt, dass die Mikroorganismen empfindlich sind:

intraabdominelle Infektionen,

Infektionen des unteren Respirationstrakts,

gynäkologische Infektionen,

Septikämie,

Infektionen des Urogenitaltrakts,

Knochen- und Gelenkinfektionen,

Infektionen der Haut und Weichteile,

Endokarditis.

Imipenem/Cilastatin Actavis ist indiziert für die Behandlung von Mischinfektionen, die durch empfindliche Stämme ­aerober und anaerober Bakterien hervorgerufen werden.

Imipenem/Cilastatin Actavis ist für die Behandlung von Meningitis nicht angezeigt.

Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollen beachtet werden, insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz.

Dosierung/Anwendung

Die Dosierungsempfehlungen für Imipenem/Cilastatin Actavis geben die zu verabreichende Menge von Imipenem an. Cilastatin liegt in gleich grosser Menge vor. Die gesamte Tagesdosis und die Verabreichungsform von Imipenem/Cilastatin Actavis sollten nach Art und Schwere der Infektion bestimmt werden. Die Dosen sollten gleichmässig verteilt werden, wobei die Empfindlichkeit der (des) Erreger(s), die Nierenfunktion und das Körpergewicht zu berücksichtigen sind. Die angegebenen Dosen basieren auf einem Körpergewicht von 70 kg.

Dosierung für Erwachsene

Die meisten Infektionen sprechen auf eine Tagesdosis von 1–2 g an, die in 3–4 Dosen verabfolgt wird (siehe Tabelle 1). Zur Behandlung mittelschwerer Infektionen kann auch eine Dosierung von 1 g 2× täglich angewandt werden.

Bei Infektionen durch weniger empfindliche Erreger kann die Tagesdosis von Imipenem/Cilastatin Actavis auf 4 g erhöht werden, sie darf jedoch 50 mg/kg/Tag nicht überschreiten.

Sowohl die Dosis von 250 mg als auch die von 500 mg Imipenem/Cilastatin Actavis sollten während 20 bis 30 Minuten als intravenöse Infusion verabfolgt werden. Jede 1000 mg-Dosis sollte während 40 bis 60 Minuten infundiert werden. Für Patienten, die während der Infusion an Übelkeit leiden, sollte die Infusionsgeschwindigkeit herabgesetzt werden.

Tabelle 1: Dosierung von Imipenem/Cilastatin Actavis für Erwachsene

Schwere der InfektionDosis (mg Imipenem)Dosierungs­intervallGesamte Tagesdosis

Leicht

250 mg i.v.

6 Stunden

1 g

Mittelschwer

500 mg i.v.

1000 mg i.v.

8 Stunden

12 Stunden

1,5 g

2 g

Schwer – voll empfindlich

500 mg i.v.

6 Stunden

2 g

Schwer und/oder lebensbedrohlich infolge weniger empfindlicher Erreger (vor allem für einige Stämme von Ps. aeruginosa)

1000 mg i.v.

1000 mg i.v.

8 Stunden

6 Stunden

3 g

4 g

Es wird empfohlen, die maximale Tagesdosis von 50 mg/kg/Tag oder 4 g/Tag nicht zu überschreiten, wobei jeweils die niedrigere Dosis zu wählen ist. In zwei kleineren Studien wurden 7 Patienten mit zystischer Fibrose bei normaler Nierenfunktion mit Tagesdosen von 90 mg/kg/Tag Imipenem/Cilastatin – aufgeteilt in mehrere Einzeldosen – behandelt. Die Gesamtdosis von 4 g täglich wurde jedoch nicht überschritten. Aufgrund der kleinen Patientenzahl können allerdings keine Aussagen über die Verträglichkeit und die Wirksamkeit zur Behandlung dieser Patienten gemacht werden.

Imipenem/Cilastatin Actavis wurde erfolgreich als Monotherapie für gesicherte oder vermutete Infektionen wie Sepsis bei neutropenischen Krebspatienten verwendet.

Dosierung bei Patienten mit Niereninsuffizienz

Wie bei Patienten mit normaler Nierenfunktion basiert die Dosierung auf dem Schweregrad der Infektion. In Tabelle 2 wird die Maximaldosis von Imipenem/Cilastatin Actavis bei Patienten mit verschiedenen Graden von Niereninsuffizienz dargestellt. Die angegebenen Dosen beziehen sich auf ein Körpergewicht von 70 kg. Für Patienten mit niedrigerem Körpergewicht sollten die Dosen entsprechend reduziert werden.

Tabelle 2:Maximaldosis Imipenem/Cilastatin Actavis unter Berücksichtigung der Nierenfunktion

Nierenfunktion (Kreatininclearance) ml/min/1,73 m²Dosis (mg)Dosierungsintervall (Stunden)Maximale totale Tagesdosis (g)*

Leichte Einschränkung

31–705006–81,5–2

Mässige Einschränkung

21–305008–121,0–1,5

Schwere Einschränkung**

0–20250–500120,5–1,0

* Die höhere Dosierung sollte für Infektionen mit weniger empfindlichen Keimen vorbehalten bleiben.

** Patienten mit einer Kreatininclearance von 6–20 ml/min/1,73 m² sollten alle 12 Stunden mit 250 mg (oder 3,5 mg/kg – nach Möglichkeit die niedrigere Dosis wählen) behandelt werden. Werden bei diesen Patienten 500 mg alle 12 Stunden angewendet, so besteht ein erhöhtes Risiko für einen Krampfanfall.

Patienten mit einer Kreatininclearance unter 5 ml/min/1,73 m² sollten Imipenem/Cilastatin Actavis nur dann erhalten, wenn innerhalb von 48 Stunden eine Hämodialyse durchgeführt wird.

Sowohl Imipenem als auch Cilastatin werden durch Hämodialyse aus dem Kreislauf eliminiert. Imipenem/Cilastatin Actavis sollte dem Patienten nach einer Hämodialyse verabreicht werden, und dann in Intervallen von 12 Stunden, gerechnet ab Ende der Hämodialyse. Dialysepatienten, insbesondere Patienten mit ZNS-Erkrankungen in der Anamnese, sollten aufmerksam überwacht werden; bei Patienten, die in der laufenden Dialysebehandlung sind, sollte Imipenem/Cilastatin Actavis nur dann angewendet werden, wenn der Vorteil gegenüber dem potentiellen Anfallsrisiko überwiegt (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Gegenwärtig liegen noch nicht genügend Untersuchungen vor, um die Anwendung von Imipenem/Cilastatin Actavis bei Patienten mit Peritoneal-Dialyse empfehlen zu können.

Bei älteren Patienten kann der Nierenstatus durch die Bestimmung von Blut-Harnstoff-Stickstoff und Kreatinin allein nicht exakt erfasst werden. Bei diesen Patienten wird die Kreatininclearance als Richtlinie zur Dosierung empfohlen.

Dosierung für Kinder

Für Kinder und Kleinkinder wird das folgende Dosierungsschema empfohlen:

  1. Kinder mit mehr als 40 kg Körpergewicht sollten Erwachsenendosen erhalten. Die Dosis darf jedoch 50 mg/kg KG/Tag nicht überschreiten.
  2. Kinder und Kleinkinder mit weniger als 40 kg Körpergewicht sollten Einzeldosen von 15 mg/kg in Intervallen von 6 Stunden erhalten. Die totale Tagesdosis darf 2 g nicht überschreiten.

Es liegen noch nicht genügend klinische Daten vor, um eine Dosierung für Kinder unter 3 Monaten oder für Kinder mit herabgesetzter Nierenfunktion (Serumkreatinin mehr als 177 µmol/l) empfehlen zu können.

Imipenem/Cilastatin Actavis wird für die Behandlung von Meningitis nicht empfohlen. Bei Verdacht auf Meningitis sollte ein geeignetes Antibiotikum verwendet werden. Imipenem/Cilastatin Actavis kann Kindern mit Sepsis verabreicht werden, solange ein Verdacht auf Meningitis ausgeschlossen werden kann.

Kontraindikationen

Imipenem/Cilastatin Actavis ist bei Patienten kontraindiziert, bei denen gegen einen der Bestandteile des Arzneimittels eine Überempfindlichkeitsreaktion auftrat.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Anwendung bei Kindern

Es liegen noch nicht genügend klinische Daten vor, um eine Anwendung von Imipenem/Cilastatin Actavis bei Kindern unter 3 Monaten oder bei Kindern mit herabgesetzter Nierenfunktion (Serumkreatinin mehr als 177 µmol/l) empfehlen zu können.

Zentralnervensystem

Wie mit anderen Betalaktam-Antibiotika wurde über myoklonische Aktivität, Verwirrtheit oder Anfälle berichtet, die gewöhnlich bei Patienten mit vorbestehenden zentralnervösen Störungen (z.B. Gehirnverletzungen oder Anfälle in der Anamnese) und mit eingeschränkter Nierenfunktion, bei welchen eine Akkumulation auftreten könnte, beobachtet wurden. Besonders bei diesen Patienten wird ein Festhalten am vorgeschlagenen Dosierungsschema deshalb nachdrücklich empfohlen (siehe «Dosierung bei Patienten mit Niereninsuffizienz»). Bei Patienten mit bekanntem Anfallsleiden sollte die Behandlung mit Antikonvulsiva weitergeführt werden.

Wenn fokales Zittern, Myoklonus oder Krampfanfälle auftreten, sollten die Patienten auf eine Therapie mit Antikonvulsiva gesetzt werden. Wenn die ZNS-Symptome andauern, sollte die Dosierung von Imipenem/Cilastatin Actavis reduziert oder abgesetzt werden.

Patienten mit einer Kreatininclearance von weniger als 5 ml/min/1,73 m² sollten nicht mit Imipenem/Cilastatin Actavis behandelt werden, sofern nicht innerhalb von 48 Stunden eine Hämodialyse eingeleitet wird. Imipenem/Cilastatin Actavis wird nur dann empfohlen, wenn der Vorteil gegenüber einem erhöhten Anfallsrisiko überwiegt.

Klinik und Labor geben Hinweise auf eine mögliche partielle Kreuzallergie zwischen Imipenem/Cilastatin Actavis und anderen Betalaktam-Antibiotika, Penicillinen und Cephalosporinen.

Ernsthafte Reaktionen (einschliesslich Anaphylaxie) sind von den meisten Betalaktam-Antibiotika berichtet worden.

Vor Anwendung von Imipenem/Cilastatin Actavis sollte abgeklärt werden, ob früher Überempfindlichkeitsreaktionen auf Betalaktam-Antibiotika aufgetreten sind. Falls allergische Reaktionen unter Imipenem/Cilastatin Actavis auftreten, sollte das Arzneimittel abgesetzt und entsprechende Massnahmen ergriffen werden.

Wie bei anderen Antibiotika sollten während einer Langzeitanwendung Nieren- und Leberfunktionen sowie das hämatologische System regelmässig geprüft werden.

Fallberichte in der Literatur haben gezeigt, dass die Ko-Administration von Carbapenemen einschliesslich Imipenem bei Patienten, welche Valproinsäure oder Divalproex Natrium erhalten, eine Reduktion der Valproinsäurekonzentrationen zur Folge hat. Als Resultat dieser Interaktion können die Valproinsäurekonzentrationen unter den therapeutischen Bereich fallen und damit das Risiko von «Breakthrough Seizures» erhöhen. Eine Erhöhung der Dosierung von Valproinsäure oder Divalproex Natrium ist möglicherweise nicht ausreichend, um dieser Interaktion erfolgreich entgegenzuwirken. Die gemeinsame Anwendung von Imipenem und Valproinsäure/Divalproex Natrium wird im Allgemeinen nicht empfohlen. Es sollten andere Antibiotika anstelle von Carbapeneme zur Behandlung von Infektionen bei Patienten, deren Krampfanfälle unter Valproinsäure oder Divalproex Natrium gut kontrolliert sind, in Betracht gezogen werden. Wenn die Anwendung von Imipenem/Cilastatin Actavis notwendig ist, sollte eine zusätzliche antikonvulsive Therapie in Betracht gezogen werden (siehe «Interaktionen»).

Die pseudomembranöse Kolitis wurde mit praktisch allen Antibiotika beobachtet. Diese Kolitis kann leicht bis lebensbedrohlich verlaufen. Bei Personen mit gastrointestinalen Erkrankungen, besonders Kolitis in der Anamnese, sollten Antibiotika deshalb mit Vorsicht verordnet werden. Es ist wichtig, dass an die Diagnose der pseudomembranösen Kolitis gedacht wird, wenn bei einem Patienten unter Antibiotika Durchfall auftritt. Untersuchungen weisen darauf hin, dass ein von Clostridium difficile gebildetes Toxin eine der primären Ursachen der Kolitis bei Antibiotikabehandlung ist, aber andere Ursachen sollten ebenfalls in Betracht gezogen werden. Peristaltikhemmende Präparate sind in diesem Fall kontraindiziert.

Wie bei allen Antibiotika kann es während einer Langzeitbehandlung zum Überwuchern nicht-empfindlicher Keime und Pilze kommen. Beim Auftreten solcher Superinfektionen muss sofort eine adäquate Therapie eingeleitet werden.

Interaktionen

Probenecid

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Imipenem/Cilastatin Actavis und Probenecid ergaben sich für Imipenem minimale Erhöhungen der Plasmaspiegel und der Plasmahalbwertszeit. Die im Urin wiedergefundene Aktivität von intaktem Imipenem sank auf ungefähr 60%, wenn Imipenem/Cilastatin Actavis zusammen mit Probenecid verabreicht wurde.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Imipenem/Cilastatin Actavis und Probenecid verdoppelten sich der Plasmaspiegel und die Halbwertszeit von Cilastatin, jedoch ohne Auswirkungen auf die Wiedergewinnung von Cilastatin im Urin.

Ganciclovir

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Imipenem/Cilastatin Actavis und Ganciclovir sind bei einigen Patienten Krampfanfälle aufgetreten. Imipenem/Cilastatin Actavis sollte nur dann gleichzeitig mit Ganciclovir verabreicht werden, wenn der potentielle Nutzen das Risiko übersteigt.

Fallberichte in der Literatur haben gezeigt, dass die Ko-Administration von Carbapenemen einschliesslich Imipenem bei Patienten, welche Valproinsäure oder Divalproex Natrium erhalten, eine Reduktion der Valproinsäurekonzentrationen zur Folge hat. Als Resultat dieser Interaktion können die Valproinsäurekonzentrationen unter den therapeutischen Bereich fallen und damit das Risiko von «Breakthrough Seizures» erhöhen. Obwohl der Mechanismus dieser Interaktion nicht bekannt ist, lassen Daten von in vitro Studien und Studien an Tieren vermuten, dass Carbapeneme die Hydrolyse des Glukuronid Metaboliten der Valproinsäure (VPA-g) zurück zur Valproinsäure hemmen könnten und dadurch die Serumkonzentrationen der Valproinsäure erniedrigen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Die Anwendung von Imipenem/Cilastatin Actavis bei schwangeren Frauen ist nicht untersucht worden, deshalb sollte Imipenem/Cilastatin Actavis während der Schwangerschaft nur bei zwingender Notwendigkeit und fehlenden Alternativen eingesetzt werden.

Imipenem wird in die Muttermilch ausgeschieden. Wenn die Verwendung von Imipenem/Cilastatin Actavis unumgänglich erscheint, sollte die Patientin abstillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Einige unerwünschte Wirkungen, die mit diesem Produkt assoziiert werden, können bei einigen Patienten die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Unerwünschte Wirkungen

Die unerwünschten Wirkungen erfordern selten das Absetzen der Therapie; sie sind im Allgemeinen leichter und vorübergehender Natur. Schwere unerwünschte Wirkungen sind selten. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen nach intravenöser Injektion waren Lokalreaktionen.

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden in klinischen Studien beobachtet oder stammen aus Postmarketing Berichten:

Sehr häufig (>1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1000, <1/100), selten (≥1/10'000, <1/1000), sehr selten (<1/10'000) und Einzelfälle.

Infektionen und Infestationen

Selten: Candidiasis.

Störungen des Immunsystems

Selten: anaphylaktische Reaktionen.

Psychische Störungen

Gelegentlich: psychische Störungen, einschliesslich Halluzinationen, Verwirrtheit.

Störungen des Nervensystems

Gelegentlich: myoklonische Aktivität, Anfälle (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Selten: Geschmacksstörungen, Parästhesie, Encephalopathie.

Unbekannt: Agitiertheit, Dyskinesie.

Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs

Selten: Hörverlust.

Funktionsstörungen der Gefässe

Häufig: Phlebitis oder Thrombophlebitis.

Gastrointestinale Beschwerden

Häufig: Nausea, Erbrechen, Diarrhö.

Selten: pseudomembranöse Kolitis, hämorrhagische Kolitis, Gastroenteritis, Unterleibsschmerzen, Glossitis, Kehlkopfschmerzen, erhöhter Speichelfluss, Flecken auf Zähnen und Zunge.

Funktionsstörungen der Leber und der Galle

Selten: Hepatitis, Leberversagen.

Sehr selten: fulminante Hepatitis.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Hautausschlag.

Gelegentlich: Erythem, Pruritus, Urtikaria.

Selten: Erythema multiforme, Stevens-Johnson Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, exfoliative Dermatitis, Gesichtsödem.

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Selten: Oligurie/Anurie, Polyurie, akute Niereninsuffizienz, rötliche Verfärbung des Urins (die harmlos ist, und nicht mit einer Hämaturie verwechselt werden sollte).

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Gelegentlich: lokale Schmerzen und Indurationen, Fieber einschliesslich medikamenteninduzierter Status febrilis.

Untersuchungen

Häufig: Eosinophilie, Erhöhung der Serumtransaminasen, Erhöhung der alkalischen Phosphatase.

Gelegentlich: Thrombozytose, positiver direkter Coombs-Test, Erhöhung Blut-Harnstoff-Stickstoff, Neutropenie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Verminderung von Hämoglobin, Pancytopenie, verlängerte Prothrombinzeit, Erhöhung von Serum-Bilirubin, Erhöhung Serum-Kreatinin.

Selten: Agranulozytose.

Granulozytopenische Patienten

Medikamentenbedingte Nausea und/oder Erbrechen scheinen bei granulozytopenischen Patienten unter Behandlung mit Imipenem/Cilastatin Actavis häufiger aufzutreten als bei Patienten ohne Granulozytopenie.

Überdosierung

Es sind keine spezifischen Informationen zur Behandlung einer Überdosierung mit Imipenem/Cilastatin Actavis bekannt.

Imipenem/Cilastatin-Na ist hämodialysierbar, der Nutzen einer Hämodialyse im Rahmen der Behandlung einer Überdosierung mit Imipenem/Cilastatin Actavis ist allerdings unbekannt.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J01DH51

Imipenem/Cilastatin Actavis (Imipenem/Cilastatin-Na) ist ein Betalaktam-Antibiotikum für die parenterale Anwendung. Imipenem/Cilastatin Actavis setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen: (1) Imipenem, dem ersten einer neuen Klasse von Betalaktam-Antibiotika, den Thienamycinen, und (2) Cilastatin-Na, einem spezifischen Enzyminhibitor, der den Imipenem-Metabolismus in der Niere blockiert und so die Konzentration an unverändertem Imipenem im Harntrakt wesentlich erhöht. In Imipenem/Cilastatin Actavis sind Imipenem und Cilastatin-Na im Gewichtsverhältnis 1:1 enthalten.

Cilastatin-Na ist ein kompetitiver, reversibler und spezifischer Hemmer der Dehydropeptidase-I, dem Nierenenzym, das Imipenem metabolisiert und inaktiviert. Es besitzt keine intrinsische antibakterielle Aktivität und beeinflusst die antibakterielle Wirkung von Imipenem nicht.

Mikrobiologie

Imipenem/Cilastatin Actavis ist ein Inhibitor der bakteriellen Zellwandsynthese und wirkt bakterizid auf pathogene Mikroorganismen, ungeachtet dessen, ob sie grampositiv, gramnegativ, aerob oder anaerob sind.

Imipenem/Cilastatin Actavis ist dank seiner Resistenz gegen die Zersetzung durch bakterielle Betalaktamasen aktiv gegen einen grossen Prozentsatz von Mikroorganismen wie Pseudomonas aeruginosa, Serratia spp. und Enterobacter spp., welche gegen die meisten Betalaktam-Antibiotika resistent sind.

Wirkspektrum

Zu den Organismen, gegen die Imipenem/Cilastatin Actavis in vitro normalerweise aktiv ist, gehören:

Minimale Hemmkonzentrationen (MHK) µg/ml
KeimeZahl der IsolateBereichMittlere MHK90

Gramnegative Aerobier

Acinetobacter baumannii2190,06–>3232
Aeromonas hydrophila830,06–322
Citrobacter freundii2100,12–161
Enterobacter aerogenes2040,12–162
Enterobacter cloacae2380,06–20,5
Escherichia coli2580,03–0,50,25
Escherichia coli ESBL –2390,03–0,50,25
Escherichia coli ESBL +190,12–0,50,25
Haemophilus influenzae214≤0,015–10,5
Haemophilus parainfluenza132≤0,015–10,5
Klebsiella oxytoca2360,06–20,5
Klebsiella pneumoniae2360,03–40,5
Klebsiella pneumoniae EBSL –2070,03–40,5
Klebsiella pneumoniae EBSL +290,06–10,5
Moraxella catarrhalis222≤0,015–0,120,06
Morganella morganii2110,25–44
Neisseria gonorrhoeae320,015–10,25
Proteus mirabilis2400,12–42
Proteus vulgaris1910,06–42
Providencia rettgeri (früher Proteus rettgeri)750,25–42
Providencia stuartii1020,25–42
Pseudomonas aeruginosa2420,12–>3216
Salmonella spp.2050,25–10,25
Serratia marcescens2250,25–42
Shigella spp.1060,03–10,25

* Stenotrophomonas maltophilia (früher Xanthomonas maltophilia [früher Pseudomonas maltophilia]) und gewisse Stämme des Burkholderia cepacia (früher Pseudomonas cepacia) sind im Allgemeinen nicht empfindlich gegen Imipenem/Cilastatin Actavis.

Minimale Hemmkonzentrationen (MHK) µg/ml
KeimeZahl der IsolateBereichMittlere MHK90

Grampositive Aerobier

Enterococcus faecalis242≤0,015–>322
Staphylococcus aureus (MSSA)256≤0,015–>322
Staphylococcus epidermidis (MSSE)145≤0,015–0,12≤0,015
Staphylococcus saprophyticus118≤0,015–160,06
Streptococcus Gruppe A (S. pyogenes)227≤0,015–0,06≤0,015
Streptococcus Gruppe B (S. agalactiae)232≤0,015–0,030,03
Streptococcus pneumoniae– alle226≤0,015–10,06
Streptococcus pneumoniae – Pen Ra32≤0,015–10,5
Streptococcus pneumoniae – Pen S194≤0,015–0,03≤0,015

a Einschliesslich gegen Penicillin intermediär empfindliche und resistente Isolate.

Gewisse methicillinresistente Staphylokokken und gewisse Gruppen der Streptokokken D sind nicht empfindlich gegen Imipenem/Cilastatin Actavis.

Minimale Hemmkonzentrationen (MHK) µg/ml
KeimeZahl der IsolateBereichMittlere MHK90

Gramnegative Anaerobier

Bacteroides capilosus10,06–0,06NA
Bacteroides distasonis20,5–1NA
Bacteroides eggerthii40,25–1NA
Bacteroides fragilis1390,03–21
Bacteroides stercoris10,12–0,12NA
Bacteroides thetaiotaomicron100,12–0,50,25
Bacteroides uniformis110,12–21
Bacteroides vulgatus30,03–0,06NA
Fusobacterium spp.29≤0,015–44
Fusobacterium mortiferum12–2NA
Fusobacterium necrophorum150,03–0,120,12
Fusobacterium nucleatum7≤0,015–0,5NA
Fusobacterium varium5≤0,015–2NA
Porphyromonas asaccharolytica12≤0,015–0,060,06
Prevotella spp.50,03–0,5NA
Prevotella bivia25≤0,015–0,50,06
Prevotella buccae90,06–0,12NA
Prevotella corporis10,03–0,03NA
Prevotella denticola30,03–0,5NA
Prevotella disiens10,03–0,03NA
Prevotella intermedia8≤0,015–0,12NA
Prevotella loescheii6≤0,015–0,5NA
Prevotella melaninogenica120,03–1616
Prevotella oralis group40,06–0,5NA
Prevotella oris20,25–0,5NA
Minimale Hemmkonzentrationen (MHK) µg/ml
KeimeZahl der IsolateBereichMittlere MHK90

Grampositive Anaerobier

Clostridium perfringens137≤0,015-10,25
Eubacterium lentum220,5-11
Peptostreptococcus spp.5≤0,015-1NA
Peptostreptococcus anaerobius17≤0,015-21
Peptostreptococcus asaccharolyticus16≤0,015-40,12
Peptostreptococcus indolicus2≤0,015-≤0,015NA
Peptostreptococcus magnus36≤0,015-0,250,12
Peptostreptococcus micros160,03-0,120,12
Peptostreptococcus prevotii16≤0,015-11

Empfindlichkeitsprüfung

Clinical and Laboratory Standards Institute (CLSI) (früher NCCLS) – Methoden zur Empfindlichkeitsprüfung

Tests zur Empfindlichkeitsprüfung

Sofern verfügbar, sollten dem Arzt/der Ärztin die Ergebnisse von in vitro Empfindlichkeitsprüfungen in Form von periodischen Berichten zur Verfügung gestellt werden, welche das Empfindlichkeitsprofil von nosokomialen und ambulant erworbenen Pathogenen beschreiben. Diese Berichte sollten dem Arzt/der Ärztin helfen, die wirksamste antimikrobielle Substanz auszuwählen.

Dilutionstests

Zur Bestimmung der minimalen antibiotischen Hemmkonzentrationen (MHK) werden quantitative Methoden verwendet. Diese MHK erlauben die Einschätzung der Empfindlichkeit von Bakterien gegenüber antimikrobiellen Substanzen. Die MHK-Werte sollten mit einer Standardmethode bestimmt werden. Standardmethoden basieren auf einem Dilutionstest (Bouillon oder Agar) oder äquivalenten Tests mit Standard-Inoculum-Konzentrationen und Standardkonzentrationen von Imipenem Pulver. Die MHK-Werte sollten entsprechend der in Tabelle 3 dargestellten Kriterien interpretiert werden.

Diffusionstests

Quantitative Methoden basierend auf der Messung von Zonendurchmessern ergeben ebenfalls reproduzierbare Angaben zur Empfindlichkeit der Bakterien gegenüber antibakteriellen Substanzen. Eine dieser Standardmethoden†† erfordert die Verwendung von Standard-Inoculum-Konzentrationen. Bei dieser Methode werden Papier-Disks, welche mit 10 µg Imipenem imprägniert sind, verwendet, um die Empfindlichkeit von Mikroorganismen gegenüber Imipenem zu untersuchen. Die Kriterien zur Interpretation der Disk-Diffusion sind in Tabelle 3 dargestellt.

Anaerobe Methoden

Für Anaerobier kann die Empfindlichkeit gegenüber Imipenem in Form von MHKs mit einer Standardtestmethode†††, § ermittelt werden. Die erhaltenen MHK-Werte sollten anhand der in Tabelle 3 dargestellten Kriterien interpretiert werden.

Clinical and Laboratory Standards Institute (CLSI) (Formerly NCCLS). Methods for Dilution Antimicrobial Susceptibility Tests for Bacteria that Grow Aerobically. Seventh Edition. Approved Standard CLSI Document M7-A7. CLSI, Wayne, PA, January 2006.

†† Clinical and Laboratory Standards Institute (CLSI) (Formerly NCCLS). Performance Standards for Antimicrobial Disk Susceptibility Tests. Ninth Edition. Approved Standard, CLSI Document M2-A9. CLSI, Wayne, PA, January 2006.

††† Clinical and Laboratory Standards Institute (CLSI) (Formerly NCCLS). Methods for Antimicrobial Susceptibility Testing of Anaerobic Bacteria - Sixth Edition. Approved Standard, CLSI Document M11-A7. CLSI, Wayne, PA, January 2007.

§ Clinical and Laboratory Standards Institute (CLSI) (Formerly NCCLS). Performance Standards for Antimicrobial Susceptibility Testing. Seventeenth Informational Supplement. Approved Standard, CLSI Document M100-S17. CLSI, Wayne, PA, January 2007.

Tabelle 3: CLSI Kriterien zur Interpretation der Empfindlichkeit gegenüber Imipenem

Dilutionstest(MHK in µg/ml)Disk-Diffusionstest(Zonendurchmesser in mm)
PathogenSIRSIR
Aerobier und fakultative Anaerobier (andere als Streptococcus spp. und Haemophilus spp.)≤48≥16≤1614–15≤13
Streptococcus pneumoniae (nur Penicillin- empfindliche Non-Meningitis Stämme)b≤0,120,25–0,5≥1
Streptococcus spp. (andere als S. pneumoniae)c
Haemophilus spp.a,d≤4
Anaerobiere≤48≥16

a Da zurzeit keine Daten zu resistenten Stämmen verfügbar sind, ist es nicht möglich, andere Kategorien ausser diejenige von «empfindlich» zu definieren. Wenn Stämme MHKs ergeben, welche nicht als empfindlich bezeichnet werden können, sollten sie zur weiteren Testung in ein Referenzlabor gegeben werden.

bStreptococcus pneumoniae, welche gemäss Oxacillin-Disk oder gemäss Penicillin MHK empfindlich gegenüber Penicillin sind (1-µg Oxacillin-Disk Zonendurchmesser ≥20 mm bzw. Penicillin MHK ≤0,06 µg/ml), können als empfindlich gegenüber Imipenem betrachtet werden. Ein Disk-Diffusionstest mit Imipenem wird nicht empfohlen, da keine Kriterien zur Interpretation vorhanden sind. Isolate mit 1-µg Oxacillin Zonendurchmesser ≤19 mm sollten gegenüber Imipenem unter Verwendung einer MHK-Methode untersucht werden.

c Andere Streptococcus spp. als S. pneumoniae, welche empfindlich sind gegenüber Penicillin (10-Einheiten Penicillin-Disk Zonendurchmesser ≥24 mm [nur beta-hämolytische Streptococci] oder Penicillin MHK ≤0,12 µg/ml [beta-hämolytische Streptococci und Viridans-Gruppe]) können als empfindlich gegenüber Imipenem betrachtet werden. Es gibt keine CLSI Interpretationskriterien für MHK Testung von beta-hämolytischen Streptococcus spp. oder Viridans-Gruppen Streptococci gegenüber Imipenem.

d Diese Interpretationsstandards gelten für die Bouillon Mikrodilutionstestmethode unter Verwendung von Haemophilus Test Medium (HTM), inokuliert mit einer Direkt-Kolonie-Suspension und inkubiert in einer Umgebungstemperatur von 35 °C für 20–24 Stunden.

e Diese Interpretationsstandards gelten nur für Agardilution unter Verwendung von Brucella Agar, ergänzt mit Hämin, Vitamin K1 und 5% defibriniertem Blut oder «laked sheep blood», inokuliert mit einer Direkt-Kolonie-Suspension oder einer 6- bis 24-Stunden Frisch-Kultur, in angereichertem Thioglykolat-Medium und inkubiert in einem anaeroben Glasgefäss oder einer Kammer bei 35–37 °C für 42–48 Stunden.

Eine Beurteilung als «empfindlich» bedeutet, dass es wahrscheinlich ist, dass das Pathogen gehemmt wird, wenn das Antibiotikum die üblichen Konzentrationen im Blut erreicht. Eine Beurteilung als «intermediär empfindlich» bedeutet, dass das Resultat nicht eindeutig ist und der Test wiederholt werden sollte, wenn der Mikroorganismus nicht vollständig empfindlich ist auf alternative, aus klinischer Sicht mögliche Arzneimittel. Diese Kategorie schliesst die Möglichkeit einer Anwendung bei Infektionen in Körperbereichen, wo sich das Arzneimittel physiologischerweise anreichert oder bei Situationen, wo hohe Arzneimitteldosierungen verwendet werden können, mit ein. Diese Kategorie bildet auch einen Pufferbereich, in welchem verhindert wird, dass kleine unkontrollierte technische Faktoren grössere Abweichungen in der Interpretation verursachen. Eine Beurteilung als «resistent» bedeutet, dass es nicht wahrscheinlich ist, dass das Pathogen gehemmt wird, wenn das Antibiotikum die üblichen Konzentrationen im Blut erreicht; in diesen Fällen sollten andere Behandlungen gewählt werden.

Qualitätskontrolle

Standardisierte Empfindlichkeitsprüfungen setzen die Verwendung von Mikroorganismen voraus, welche für die Qualitätskontrolle bestimmt sind, um die technischen Aspekte des Prüfverfahrens zu kontrollieren. Standart Imipenem Pulver sollte die folgenden, in Tabelle 4 angegebenen Wertebereiche ergeben. Mikroorganismen zur Qualitätskontrolle (QC Stämme) sind spezifische Stämme von Organismen mit intrinsischen biologischen Eigenschaften. QC Stämme sind sehr stabil, wodurch sie ein einheitliches und reproduzierbares Empfindlichkeitsmuster ergeben. Die spezifischen Stämme, welche für die mikrobiologische Qualitätskontrolle verwendet werden, sind klinisch nicht von Bedeutung.

Tabelle 4: Akzeptierbare Bereiche zur Qualitätskontrolle für Imipenem

QC StammATCC®Dilutionstest(MHKs in µg/ml)Disk-Diffusionstest(Zonendurchmesser in mm)
Enterococcus faecalis292120,5–2NA
Staphylococcus aureus292130,015–0,06NA
Streptococcus pneumoniaef,g496190,03–0,12NA
Escherichia coli259220,06–0,2526–32
Haemophilus influenzaeh497660,25–1NA
Haemophilus influenzaei49247NA21–29
Pseudomonas aeruginosa278531–420–28
Bacteroides fragilisj252850,03–0,25NA
Bacteroides thetaiotaomicronj297410,25–1NA
Eubacterium lentumj430550,5–2NA

f Dieser Organismus wird zur Qualitätskontrolle der Empfindlichkeitsprüfung von Streptococcus pneumoniae und Streptococcus spp. verwendet.

g Diese Qualitätskontrollbereiche sind anwendbar für Streptococcus pneumoniae ATCC 49619, mittels Bouillon-Mikrodilutionstest untersucht, unter Verwendung von cationen-adjustierter Mueller-Hinton Bouillon mit 2 bis 5% lysiertem Pferdeblut, inokuliert mit einer Direkt-Kolonie-Suspension und inkubiert in einer Umgebungstemperatur von 35 °C für 20–24 Stunden.

h Diese Qualitätskontrollbereiche sind anwendbar für Haemophilus influenzae ATCC 49766, mittels Bouillon-Mikrodilutionstestverfahren untersucht, unter Verwendung von Haemophilus Test Medium (HTM), inokuliert mit einer Direkt-Kolonie-Suspension und inkubiert in einer Umgebungstemperatur von 35 °C für 20–24 Stunden.

i Diese Qualitätskontrollbereiche sind anwendbar für Haemophilus influenzae ATCC 49247, mittels Disk-Diffusionstest untersucht, unter Verwendung von Haemophilus Test Medium (HTM) Agar, inokuliert mit einer Direkt-Kolonie-Suspension und inkubiert in 5% CO2 bei 35 °C für 16–18 Stunden.

j Diese Qualitätskontrollbereiche sind einzig anwendbar für Agardilution unter Verwendung von Brucella Agar, supplementiert mit Hämin, Vitamin K1 und 5% defibriniertem Blut oder «laked sheep blood», inokuliert mit einer Direkt-Kolonie-Suspension oder einer 6 bis 24 stündigen Frisch-Kultur in angereichertem Thioglycolat-Medium in einem anaeroben Glasgefäss oder einer Kammer bei 35–37 °C für 42–48 Stunden.

Europäisches Kommittee zur Testung der antimikrobiellen Empfindlichkeit (EUCAST)£

Grenzwerte

£ Dieser Abschnitt enthält Grenzwerte zur Interpretation, welche durch die EUCAST definiert worden sind. Dieser Abschnitt enthält auch in vitro Empfindlichkeitsdaten, welche im Rahmen einer europäischen Surveillance-Studie erhoben worden sind, wobei in 13 europäischen Ländern von September 2004 bis März 2006 Mikroorganismen gesammelt wurden und die Analyse auf den aktuellen EUCAST Grenzwerten zur Interpretation basiert war.

Die EUCAST MHK-Grenzwerte für Imipenem zur Unterscheidung von empfindlichen (S) und resistenten (R) Pathogenen sind wie folgt:

Enterobacteriaceae: S ≤2 mg/l, R >8 mg/l.

Pseudomonas spp.: S ≤4 mg/l, R >8 mg/l.

Acinetobacter spp.: S ≤2 mg/l, R >8 mg/l.

Staphylococcus spp.: Abgeleitet von der Empfindlichkeit auf Methicillin.

Enterococcus spp.: S ≤4 mg/l, R>8 mg/l.

Streptococcus A, B, C, G: S ≤2 mg/l, R >2 mg/l.

Streptococcus pneumoniae: S ≤2 mg/l, R >2 mg/l.

Haemophilus influenzae, Moraxalla catarrhalis: S ≤2 mg/l, R >2 mg/l.

Gram-negative Anaerobier: S ≤2 mg/l, R >8 mg/l.

Nicht-Species bezogene Grenzwerte: S ≤2 mg/l, R >8 mg/l.

Synergien/Antagonismus

Aminoglykoside

In vitro ist die antibakterielle Aktivität von Imipenem und Aminoglykosiden additiv oder synergistisch gegen einige grampositive Bakterien einschliesslich Enterococcus faecalis, Staphylococcus aureus und Listeria monocytogenes.

Je nach Bestimmungsmethode ist die Kombination von Imipenem und einem Aminoglykosid synergistisch gegen die Mehrzahl von E. faecalis. In vitro Versuche zeigen eine synergistische Wirkung von Imipenem mit Aminoglykosiden gegen einige Isolate von Pseudomonas aeruginosa.

Betalaktam-Antibiotika

In vitro antagonisiert Imipenem die antibakterielle Aktivität anderer Betalaktam-Antibiotika.

Die klinische Bedeutung dieses in vitro Antagonismus ist bisher nicht erkennbar, Imipenem/Cilastatin Actavis sollte aber nicht gleichzeitig mit anderen Betalaktam-Antibiotika eingesetzt werden.

Pharmakokinetik

Imipenem

Distribution

Bei normalen Freiwilligen ergeben sich nach einer 20minütigen intravenösen Infusion von Imipenem/Cilastatin Spitzenplasmawerte von Imipenem zwischen 12 und 20 µg/ml (Mittelwert 17 µg/ml) bei der 250 mg-Dosis, nach der 500 mg-Dosis zwischen 21 und 58 µg/ml (Mittelwert 39 µg/ml) und Werte zwischen 41 und 83 µg/ml (Mittelwert 66 µg/ml) für die 1000 mg-Dosis. Bei diesen Dosen sinken die Plasmawerte der antimikrobiellen Imipenemaktivität in 4 bis 6 Stunden auf 1 µg/ml oder weniger.

Die Plasma-Proteinbindung von Imipenem beträgt ungefähr 20%.

Nach intravenöser Verabreichung verteilt sich Imipenem gut in verschiedenen Geweben und Körperflüssigkeiten. Aber nur geringe Konzentrationen diffundieren in den Liquor. Die Konzentrationen im Liquor betrugen im Allgemeinen 1–10% der entsprechenden Serumkonzentration.

Imipenem passiert die Placenta und verteilt sich im Nabelschnurblut und in der Amnionflüssigkeit.

Imipenem wird in die Muttermilch ausgeschieden (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Metabolismus/Elimination

Die Plasmahalbwertszeit von Imipenem betrug 1 Stunde. Ungefähr 70% des verabreichten Antibiotikums fanden sich innert 10 Stunden unverändert im Urin wieder, und später liess sich keine weitere Ausscheidung des Medikaments via Urin feststellen. Nach einer 500 mg-Dosis Imipenem/Cilastatin waren die Imipenemkonzentrationen im Urin während bis zu 8 Stunden höher als 10 µg/ml. Der Rest der verabreichten Dosis fand sich im Urin in Form von antimikrobiell inaktiven Metaboliten wieder; via Fäzes wird Imipenem praktisch nicht eliminiert.

Bei Applikationen von Imipenem/Cilastatin Actavis, die bis zu 6stündlich erfolgten, wurde bei Patienten mit normaler Nierenfunktion weder im Plasma noch im Urin Kumulation von Imipenem beobachtet.

Wenn Imipenem allein verabreicht wird, erfolgt eine Metabolisierung durch die Dehydropeptidase-I in den Nieren. Die individuellen, im Urin gefundenen Mengen betrugen 5 bis 40%, wobei in mehreren Studien durchschnittlich 15–20% wiedergefunden wurden.

Cilastatin

Cilastatin, ein spezifischer Inhibitor der Dehydropeptidase-I, hemmt den Imipenemabbau in wirksamer Weise, so dass sich bei gleichzeitiger Verabreichung von Imipenem und Cilastatin therapeutisch wirksame antibakterielle Imipenemspiegel im Plasma und Urin erzielen lassen.

Distribution

Nach einer 20minütigen intravenösen Infusion von Imipenem/Cilastatin Actavis betrugen die Spitzenplasmawerte für Cilastatin 21 bis 26 µg/ml (Mittelwert 22 µg/ml) bei der 250 mg-Dosis, nach einer 500 mg-Dosis 21 bis 55 µg/ml (Mittelwert 42 µg/ml) und 56 bis 88 µg/ml (Mittelwert 72 µg/ml) für die 1000 mg-Dosis.

Die Plasma-Proteinbindung von Cilastatin beträgt ungefähr 40%.

Cilastatin passiert die Plazenta und verteilt sich im Nabelschnurblut und in der Amnionflüssigkeit. Ob Cilastatin in die Muttermilch übertritt, ist nicht bekannt.

Metabolismus/Elimination

Die Plasmahalbwertszeit von Cilastatin beträgt ungefähr 1 Stunde. Innert 10 Stunden nach der Verabreichung von Imipenem/Cilastatin wurden ungefähr 70–80% der Cilastatindosis in seiner ursprünglichen Form im Urin wieder ausgeschieden. Nach diesem Zeitpunkt fand sich im Urin kein Cilastatin mehr. Ungefähr 10% fanden sich in Form des N-Azetylmetaboliten, der gegen die Dehydropeptidase in vergleichbarer Weise als Hemmer wirkt wie die Ausgangssubstanz. Kurze Zeit nach der Elimination des Cilastatins aus der Blutbahn kehrt die Aktivität der Dehydropeptidase-I in den Nieren zu den Normalwerten zurück.

Tabelle 5: Intravenöse Plasmakonzentrationen von Imipenem (µg/ml)

Zeit500 mg i.v.
25 min45,1
1 h21,6
2 h10,0
4 h2,6
6 h0,6
12 hn.n.*

* n.n. = nicht nachweisbar (weniger als 0,3 µg/ml).

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei Niereninsuffizienz ist die Plasmahalbwertszeit sowohl von Imipenem als auch von Cilastatin verlängert (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Präklinische Daten

Tierstudien haben gezeigt, dass die Toxizität von Imipenem als Einzelsubstanz auf die Niere begrenzt ist. Nephrotoxizität (charakterisiert durch Nekrose des proximalen Tubulus) wurde bei Kaninchen und Affen bei hohen Dosen von Imipenem beobachtet. Bei Ratten wurden nach Applikation von Dosierungen bis zu 180 mg/kg/Tag und bei Affen in Dosierungen bis zu 120 mg/kg/Tag während 6 Monaten keine unerwünschten Wirkungen beobachtet. Kaninchen reagieren empfindlicher auf den nephrotoxischen Effekt von Imipenem als Affen.

Nach intravenöser Applikation von Dosierungen bis zu 500 mg/kg/Tag von Cilastatin an Ratten und Affen über 14 resp. 5 Wochen wurden keine unerwünschten Wirkungen beobachtet. Bei Ratten, die ≥1250 mg/kg/Tag subkutan erhielten, wurde nach 5 Wochen eine sehr geringfügige Degeneration des proximalen renalen Tubulus aber keine Nekrose des proximalen Tubulus und eine normale Nierenfunktion beobachtet. Es gab keine Veränderungen in anderen Geweben.

Die Anwendung von Cilastatin mit Imipenem in Verhältnis 1:1 verhinderte die nephrotoxischen Effekte von Imipenem in Ratten und Affen, sogar bei Imipenem Dosen von 360 mg/kg/Tag bzw. 180 mg/kg/Tag (Dosierungen, die ohne gleichzeitige Gabe von Cilastatin nephrotoxisch sind). Dieser protektive Effekt wurde beim Affen auch bei 6monatiger Anwendung beobachtet.

Es gibt Anhaltspunkte, dass Cilastatin der Nephrotoxizität von Imipenem bei Tieren vorbeugt, indem es das Eindringen von Imipenem in die tubulären Zellen verhindert.

Genotoxizitäts-, Reproduktions- und Teratogenitätsstudien zeigten keine toxischen Effekte.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Vorsicht: Imipenem/Cilastatin Actavis ist chemisch inkompatibel mit Laktat und sollte daher nicht mit laktathaltigen Lösungsmitteln aufbereitet werden. Imipenem/Cilastatin Actavis kann hingegen nach Aufbereitung mit einem i.v.-System verabreicht werden, durch das eine Laktatlösung infundiert wird.

Imipenem/Cilastatin Actavis sollte nicht mit anderen Antibiotika gemischt oder diesen beigefügt werden.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Wie die meisten zurzeit verfügbaren Betalaktam-Antibiotika interferiert Imipenem/Cilastatin Actavis in niedriger Konzentration im Urin mit Urin-Glukosebestimmungsmethoden, die auf Kupfersulfat (z.B. Benedictslösung, Clinitest) beruhen, jedoch nicht mit der Glukose-Oxydase-Methode.

Haltbarkeit

Bitte Verfalldatum beachten!

Besondere Lagerungshinweise

Das sterile Pulver soll bei Raumtemperatur (15–25 °C) in der Originalpackung und vor Licht geschützt aufbewahrt werden.

Stabilität der aufbereiteten Lösungen Imipenem/Cilastatin Actavis

Tabelle 6 zeigt die Stabilitätsdauer von Imipenem/Cilastatin Actavis nach Aufbereitung mit 100 ml der gewählten Infusionslösungen bei Lagerbedingungen unter Raumtemperatur oder im Kühlschrank.

Tabelle 6: Stabilität von aufbereitetem Imipenem/Cilastatin Actavis

LösungsmittelStabilitätsdauer
bei Raumtemperatur (25 °C)im Kühlschrank (4 °C)
Isotone NaCl-Lösung4 h24 h
5% Dextrose in Wasser4 h24 h
10% Dextrose in Wasser4 h24 h
5% Dextrose + 0,02% NaHCO34 h24 h
5% Dextrose + 0,9% NaCl4 h24 h
5% Dextrose + 0,45% NaCl4 h24 h
5% Dextrose + 0,225% NaCl4 h24 h
5% Dextrose + 0,15% KCl4 h24 h
Mannitol 2,5%, 5% und 10%4 h24 h

Hinweise für die Handhabung

Aufbereitung der intravenösen Lösung

Imipenem/Cilastatin Actavis zur i.v. Infusion steht als steriles Pulver in 20 ml-Fläschchen zur Verfügung. Jedes Fläschchen enthält 500 mg Imipenem und 500 mg Cilastatin.

Imipenem/Cilastatin Actavis ist mit Natriumbikarbonat gepuffert, um eine Lösung im pH-Bereich von 6,5 bis 7,5 zu erhalten. Wenn die Lösungen nach Vorschrift zubereitet und verwendet werden, kommt es zu keiner signifikanten Veränderung im pH-Bereich. Imipenem/Cilastatin Actavis enthält 37,5 mg Natrium (1,6 mAeq).

Rekonstitution der 20 ml Flasche: Der Inhalt der Flasche muss suspendiert und in eine geeignete 100 ml Infusionslösung transferiert werden. Dazu werden etwa 10 ml der geeigneten Infusionslösung in die Flasche gegeben (siehe Verdünnungsmittel unter «Stabilität von aufbereitetem Imipenem/Cilastatin Actavis», Tabelle 6). Gut schütteln und die resultierende Suspension in die Infusionslösung zurückgeben. Achtung: Diese Suspension ist nicht geeignet zur direkten Infusion. Wiederholen Sie diesen Vorgang mit weiteren 10 ml Infusionslösung, um eine vollständige Überführung des Flascheninhaltes in die Verdünnungslösung zu gewährleisten. Die resultierende Infusionslösung sollte geschüttelt werden, bis sie klar ist.

Zulassungsnummer

60262 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Actavis Switzerland AG, 8105 Regensdorf.

Stand der Information

Juni 2015.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten.