Rocuronium Fresenius 50 Mg/5ml 10 Amp 5 Ml

Rocuronium Fresenius 50 Mg/5ml 10 Amp 5 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Rocuronium ut Rocuronii bromidum.

Hilfsstoffe: Natrii acetas, Natrii chloridum, Acidum aceticum, Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung in Durchstechflaschen; 1 ml enthält 10 mg Rocuroniumbromid.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Rocuronium Fresenius ist bei der Allgemeinanästhesie indiziert, um die tracheale Intubation zu erleichtern und für die Dauer des chirurgischen Eingriffs die Skelettmuskelrelaxation zu erhalten.

Dosierung/Anwendung

Rocuronium Fresenius wird intravenös entweder als Bolusinjektion oder als Dauerinfusion verabreicht (siehe auch «Hinweise für die Handhabung»).

Rocuronium Fresenius sollte nur von – oder unter Aufsicht von – erfahrenen Klinikern, die mit der Wirkung und Anwendung dieser Arzneimittel vertraut sind, verabreicht werden.

Wie bei allen neuromuskulären Blockern sollte die Dosierung von Rocuronium Fresenius für jeden Patienten individuell bestimmt werden. Die Art der Anästhesie und die voraussichtliche Operationsdauer, die Sedationsmethode und die voraussichtliche Dauer der künstlichen Beatmung, die möglichen Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, die begleitend verabreicht werden, und der Zustand des Patienten sollten bei der Festlegung der Dosis berücksichtigt werden.

Die Anwendung einer geeigneten neuromuskulären Überwachungstechnik zur Beurteilung der neuromuskulären Blockade und Wiederherstellung wird empfohlen.

Inhalationsanästhetika verstärken den neuromuskulären Hemmeffekt von Rocuronium Fresenius. Im Verlauf einer Anästhesie wird diese Potenzierung klinisch relevant, wenn Inhalationsanästhetika im Gewebe Konzentrationen erreicht haben, die für eine Wechselwirkung erforderlich sind. Aus diesem Grund sollte eine Anpassung der Rocuronium Fresenius Dosen erfolgen, entweder kleinere Erhaltungsdosen in grösseren Intervallen oder eine niedrigere Infusionsrate während länger dauernder Eingriffe (länger als 1 Stunde) (siehe auch «Interaktionen»).

Erwachsene

Folgende Dosierungsangaben können für Erwachsene als allgemeine Richtlinie für die tracheale Intubation und die Muskelrelaxation bei kurzen bis lang andauernden operativen Eingriffen und für die Anwendung in der Intensivmedizin dienen.

Anwendung in der Chirurgie

Tracheale Intubation

Die Standard-Intubationsdosis während einer routinemässigen Anästhesie beträgt 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid, nach deren Verabreichung bei 75–80% der Patienten innerhalb von 60 Sekunden akzeptable Intubationsbedingungen erhalten werden.

Für die Blitzintubation ist eine Dosis von 1 mg/kg notwendig.

Höhere Dosen

In klinischen Studien wurden für die Blitzintubation Dosen bis 2,0 mg/kg angewendet (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Erhaltungsdosis

Die empfohlene Erhaltungsdosis beträgt 0,15 mg/kg Rocuroniumbromid. Im Falle von Langzeit-Inhalationsanästhesie sollte diese auf 0,075–0,1 mg/kg Rocuroniumbromid gesenkt werden.

Die Erhaltungsdosen sollten vorzugsweise dann verabreicht werden, wenn die Zuckungsamplitude wieder 25% des Kontrollwertes erreicht hat oder wenn 2 bis 3 Reizantworten auf eine Vierfach-(TOF)-Stimulation vorhanden sind.

Dauerinfusion

Wenn Rocuroniumbromid als Infusion verabreicht wird, wird empfohlen, eine Initialdosis von 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid zu verabreichen und die Infusion einzuleiten, sobald die Erholung von der neuromuskulären Blockade einsetzt. Die Infusionsrate sollte so gewählt werden, dass eine Zuckungsspannung von 10% der Kontrollzuckungsspannung eingehalten wird oder 1 bis 2 Reizantworten bei Vierfach-(TOF)-Stimulation erhalten bleiben. Die hierfür erforderliche Infusionsrate beträgt beim Erwachsenen unter intravenöser Anästhesie 0,3–0,6 mg × kg–1 × h–1 und unter Inhalationsanästhesie 0,3–0,4 mg × kg–1 × h–1. Eine kontinuierliche Überwachung der neuromuskulären Blockade ist unbedingt notwendig, da die Infusionsgeschwindigkeit von Patient zu Patient variiert und von der angewandten Anästhesiemethode abhängt.

Pädiatrie-Patienten

Bei Kleinkindern (28 Tage–23 Monate), Kindern (2–11 Jahre) und Jugendlichen (12–18 Jahre) ist die empfohlene Intubationsdosis während der routinemässigen Anästhesie sowie die Erhaltungsdosis ähnlich wie bei Erwachsenen.

Die Infusionsgeschwindigkeit bei Dauerinfusion ist für pädiatrische Patienten mit Ausnahme von Kindern (2–11 Jahre) gleich wie für Erwachsene. Für Kinder ist möglicherweise eine höhere Infusionsgeschwindigkeit erforderlich. Als initiale Infusionsgeschwindigkeit wird für Kinder die gleiche wie für Erwachsene empfohlen. Anschliessend sollte die Infusionsgeschwindigkeit so eingestellt werden, dass eine Zuckungsamplitude von 10% des Kontrollwertes eingehalten wird oder 1 bis 2 Reizantworten bei Vierfach-(TOF)-Stimulation während des Eingriffs erhalten bleiben.

Es liegen nur ungenügende Daten vor, um Dosierungs-Empfehlungen für die Verwendung von Rocuroniumbromid bei Neugeborenen (0–1 Monat) geben zu können.

Es gibt nur wenig Erfahrung bezüglich Rocuroniumbromid für die Blitzeinleitung bei Pädiatrie-Patienten. Deshalb wird Rocuroniumbromid zur Erleichterung der trachealen Blitz­einleitung bei Pädiatrie-Patienten nicht empfohlen.

Dosierung bei geriatrischen Patienten und Patienten mit Erkrankungen der Leber und/oder der Gallenwege und/oder Niereninsuffizienz

Die Standard-Intubationsdosis für geriatrische Patienten und Patienten mit Leber- und/oder Gallenwegserkrankungen und/oder Niereninsuffizienz während einer routinemässigen Anästhesie beträgt 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid. Für Patienten, bei denen eine verlängerte Wirkungsdauer zu erwarten ist, sollte eine Dosis von 0,6 mg/kg für die Blitzeinleitung in Erwägung gezogen werden. Bei Blitzeinleitung mit einer Dosis von 0,6 mg/kg sollte 80–90 Sekunden bis zur Intubation gewartet werden. Ungeachtet der verwendeten Anästhesietechnik beträgt die empfohlene Erhaltungsdosis für diese Patienten 0,075–0,1 mg/kg Rocuroniumbromid und die empfohlene Infusionsrate beträgt 0,3–0,4 mg × kg–1 × h–1 (siehe «Dauerinfusion» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Übergewichtige und adipöse Patienten

Bei adipösen oder übergewichtigen Patienten (d.h. Patienten mit einem Körpergewicht von 30% oder mehr über dem Idealgewicht) wird eine Dosisreduktion empfohlen. Die Dosierung sollte dabei auf Basis der lean body mass (fettfreies Körpergewicht) erfolgen.

Anwendung in der Intensivmedizin

Tracheale Intubation

Bei der trachealen Intubation sollten dieselben Dosen verwendet werden wie oben unter «Anwendung in der Chirurgie» beschrieben.

Erhaltungsdosis

Es wird empfohlen, eine Initialdosis von 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid zu verwenden. Sobald eine Erholung der Zuckungsamplitude auf 10% des Kontrollwertes auftritt oder nach dem Wiederauftreten von 1–2 Reizantworten bei Vierfach-(TOF)-Stimulation erfolgt eine Dauerinfusion. Die Dosierung sollte immer entsprechend der Wirkung am einzelnen Patienten eingestellt werden. Bei Erwachsenen beträgt die empfohlene Infusionsrate für die Erhaltung einer neuromuskulären Blockade von 80–90% während der ersten Stunde der Verabreichung 0,3–0,6 mg × kg–1 × h–1. Diese wird während der folgenden 6–12 Stunden abhängig von der individuellen Wirkung gesenkt werden müssen. Danach bleibt die individuell benötigte Dosis relativ konstant.

In kontrollierten klinischen Studien wurde zwischen Patienten eine grosse Schwankungsbreite der stündlichen Infusionsraten festgestellt, wobei die mittleren stündlichen Infusionsraten, abhängig von der Art und des Ausmasses von Organversagen, begleitender Medikation und individuellen Patienteneigenschaften, von 0,2–0,5 mg × kg–1 × h–1 reichten.

Um eine optimale Kontrolle der einzelnen Patienten zu gewährleisten, wird eine Überwachung der neuromuskulären Übertragung dringend empfohlen. Eine Verabreichung bis zu 7 Tagen wurde untersucht.

Da keine Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten vorhanden sind, wird Rocuronium Fresenius für die Erleichterung der künstlichen Beatmung bei Pädiatrie- und Geriatrie-Patienten in der Intensivmedizin nicht empfohlen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Rocuronium, Bromid oder einem der Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Rocuronium Fresenius sollte nur von – oder unter Aufsicht von – erfahrenen Klinikern verabreicht werden, die mit den Wirkungen dieser Arzneimittel und den geeigneten neuromuskulären Überwachungstechniken vertraut sind.

Da Rocuronium Fresenius eine Lähmung der Atemmuskulatur verursacht, ist bei Patienten, die mit diesem Arzneimittel behandelt werden, künstliche Beatmung unerlässlich, bis die spontane Atmung wiederhergestellt ist.

Wie bei allen neuromuskulären Blockern ist es wichtig, Intubationsschwierigkeiten einzukalkulieren, besonders wenn Rocuronium Fresenius zur Blitzintubation angewandt wird. Im Falle von Schwierigkeiten bei der Intubation, die eine sofortige Aufhebung der durch Rocuronium induzierten neuromusklären Blockade notwendig macht, sollte der Einsatz von Sugammadex oder einem Acetylcholinesterase-Hemmer in Erwägung gezogen werden.

Wie bei anderen neuromuskulären Blockern wurde unter Rocuroniumbromid über Residual-Kurarisierung berichtet. Um Komplikationen, als Folge einer residuellen neuromuskulären Blockade zu vermeiden, sollen die Patienten erst extubiert werden, wenn sie sich von der neuromuskulären Blockade ausreichend erholt haben. Geriatrische Patienten (65 Jahre oder älter) können ein erhöhtes Risiko für eine residuelle neuromuskuläre Blockade haben. Andere Faktoren, die zur Verlängerung der neuromuskulären Blockade nach Extubation in der post-operativen Phase beitragen (wie Arzneimittel-Interaktionen oder Gesundheitszustand der Patienten) sollten auch in Betracht gezogen werden. Insbesondere bei Patienten, bei denen die Wahrscheinlichkeit von residuellen neuromuskulären Blockaden erhöht ist, sollte eine Antagonisierung der neuromuskulären Blockade durch Sugammadex oder einen anderen Hemmstoff am Ende des Eingriffs sowie ein anschliessendes neuromuskuläres Monitoring erwogen werden.

Bei der Verabreichung höherer Dosen ist zu beachten, dass sich die Anschlagszeit verkürzt und die Wirkungsdauer von Rocuroniumbromid verlängert. Bei einer Dosis von 2 mg/kg wurde in klinischen Studien eine Wirkungsdauer von bis zu 160 Minuten (Median: 110 Minuten) gemessen. Eine Dosisabhängigkeit der unerwünschten kardiovaskulären Wirkungen wurde hingegen nicht beobachtet (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).

Anaphylaktische Reaktionen können nach Verabreichung von neuromuskulären Blockern auftreten. Vorsorgemassnahmen zur Behandlung solcher Reaktionen sollten daher immer getroffen werden, insbesondere bei früheren anaphylaktischen Reaktionen auf Muskelrelaxantien, da über allergische Kreuzreaktionen berichtet wurde.

Im Allgemeinen wurde nach der Langzeitanwendung von neuromuskulären Blockern in der Intensivmedizin verlängerte Paralyse und/oder Skelettmuskelschwäche beobachtet. Um eine mögliche Verlängerung der neuromuskulären Blockade und/oder Überdosierung auszuschliessen, wird eine Überwachung der neuromuskulären Übertragung während der Anwendung von neuromuskulären Blockern dringend empfohlen. Zusätzlich sollten die Patienten angemessene Analgesie und Sedation erhalten. Darüber hinaus sollten neuromuskuläre Blocker von erfahrenen Ärzten, die mit den Wirkungen des Arzneimittels und den geeigneten neuromuskulären Überwachungsmethoden vertraut sind, oder unter deren Überwachung, verabreicht und die Dosierung immer entsprechend der Wirkung am einzelnen Patienten eingestellt werden.

Über Myopathie nach der Langzeitanwendung von nicht-depolarisierenden Blockern in der Intensivmedizin und in Kombination mit Kortikosteroid-Therapie, ist regelmässig berichtet worden. Deshalb sollte bei Patienten, die neuromuskuläre Blocker und Kortikosteroide erhalten, die Anwendungsdauer der neuromuskulären Blockern auf ein Minimum beschränkt werden.

Wenn Suxamethonium für die Intubation angewendet wird, sollte mit der Verabreichung von Rocuronium Fresenius zugewartet werden, bis sich der Patient von der Suxamethonium induzierten neuromuskulären Blockade erholt hat.

Folgende Krankheiten können die Pharmakokinetik und/oder die Pharmakodynamik von Rocuronium Fresenius beeinflussen.

Erkrankungen der Leber und/oder des Gallentraktes und/oder Niereninsuffizienz

Da Rocuronium im Urin und über die Galle ausgeschieden wird, sollte es bei Patienten mit klinisch signifikanten Leber- und/oder Gallenwegserkrankungen und/oder Niereninsuffizienz mit Vorsicht eingesetzt werden. Bei dieser Patientengruppe wurde mit Dosen von 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid eine verlängerte Wirkungsdauer beobachtet.

Verlängerte Kreislaufzeit

Zustände, die mit einer verlängerten Kreislaufzeit verbunden sind und damit zu der Erhöhung des Verteilungsvolumens führen, wie beispielsweise kardiovaskuläre Erkrankungen, hohes Alter und Ödeme, können zu einem langsameren Wirkungseintritt beitragen. Aufgrund einer verminderten Plasmaclearance kann bei solchen Zuständen die Wirkdauer verlängert sein.

Neuromuskuläre Erkrankungen

Bei Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen sowie nach Poliomyelitis sollte Rocuronium Fresenius, wie auch alle anderen neuromuskulären Blocker, mit äusserster Vorsicht eingesetzt werden, da bei diesen Patienten Ausmass und Art der neuromuskulären Blockadewirkung erheblich variieren können. Bei Patienten mit bekannter Myasthenia gravis oder pseudomyasthenischem Syndrom (Eaton-Lambert) haben kleine Dosen von Rocuroniumbromid mitunter eine tiefgreifende Wirkung. In diesen Fällen sollte die Dosis entsprechend angepasst werden.

Hypothermie

Bei Operationen unter Hypothermie ist der neuromuskuläre Hemmeffekt von Rocuronium Fresenius verstärkt sowie die Wirkdauer verlängert.

Adipositas

Wird bei Adipösen zur Berechnung der Dosis das tatsächliche Körpergewicht berücksichtigt, kommt es zu einer relativen Überdosierung mit verlängerter Wirkung und verzögerter Spontanerholung. Bei diesen Patienten sollte die Dosis reduziert werden (siehe Kapitel «Dosierung/Anwendung»).

Verbrennungen

Patienten mit Verbrennungen können eine Resistenz gegen nicht-depolarisierende neuromuskuläre Blocker entwickeln. Die Dosierung ist individuell anzupassen.

Zustände, die die Wirkung von Rocuronium Fresenius steigern können

Hypokaliämie (u.a. nach starkem Erbrechen, Diarrhö und Diuretika-Therapie), Hypermagnesämie, Hypokalzämie (nach massiven Transfusionen), Hypoproteinämie, Dehydratation, Azidose, Hyperkapnie, Kachexie.

Ernste Elektrolytstörungen, ein veränderter Blut-pH oder Dehydratation sollten nach Möglichkeit zunächst korrigiert werden.

Interaktionen

Die folgenden Arzneimittel können das Ausmass und/oder die Dauer der Wirkungen von nicht-depolarisierenden neuromuskulären Blockern beeinflussen:

Einfluss anderer Arzneimittel auf Rocuronium Fresenius

Verstärkter Effekt

Halogenierte flüchtige Anästhetika (Enfluran, Isofluran, Sevofluran, Desfluran, Halothan) verstärken die neuromuskuläre Blockade von Rocuronium. Der Effekt manifestiert sich nur bei der Erhaltungsdosis (siehe «Dosierung/Anwendung»). Auch könnte die Aufhebung der Blockade mit Cholinesterase-Inhibitoren gehemmt werden.

Nach Intubation mit Suxamethonium (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Langzeitanwendung von Kortikosteroiden und Rocuronium in der Intensivmedizin kann in einer verlängerten neuromuskulären Blockadedauer oder Myopathie resultieren (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» sowie «Unerwünschte Wirkungen»).

Antibiotika: Aminoglykoside, Lincosamide, Polypeptid-Antibiotika, Acylamino-Penicilline.

Diuretika, Chinidin und dessen Chinin-Isomer, Magnesiumsalze, Calciumkanalblocker, Lithiumsalze.

Lokalanästhetika (Lidocain i.v., epidurales Bupivacain) und akute Verabreichung von Phenytoin oder β-Blocker.

Es gibt Berichte von Rekurarisierung nach post-operativer Verabreichung von Aminoglykosiden, Lincosamiden, Polypeptid- und Acylamino-Penicilline, Chinidin, Chinin und Magnesiumsalzen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Verringerter Effekt

Vorhergehende Dauermedikation mit Phenytoin oder Carbamazepin.

Variable Effekte

Die Verabreichung von anderen nicht-depolarisierenden neuromuskulären Blocker in Kombination mit Rocuronium Fresenius kann ein Abschwächen oder Verstärken der neuromuskulären Blockade bewirken, dies ist abhängig von der Reihenfolge der Verabreichung und dem angewendeten neuromuskulären Blocker.

Die Anwendung von Suxamethonium nach der Verabreichung von Rocuronium kann die neuromuskuläre Blockwirkung von Rocuronium Fresenius verstärken oder abschwächen.

Wirkung von Rocuronium auf andere Arzneimittel

Rocuronium in Kombination mit Lidocain kann in einer schnelleren Anschlagwirkung von Lidocain resultieren.

Pädiatrische Patienten

Es wurden keine eigentlichen Interaktions-Studien durchgeführt. Die oben erwähnten Interaktionen, Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen für Erwachsene sollten auch für pädiatrische Patienten berücksichtigt werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Für Rocuroniumbromid sind keine klinischen Daten bei schwangeren Frauen verfügbar. Tierstudien ergaben keine Hinweise auf indirekte oder direkte schädigende Wirkungen in Bezug auf Schwangerschaft, embryonales/fötales Wachstum, Entbindung oder Entwicklung nach der Geburt. In der Schwangerschaft soll das Arzneimittel nicht verabreicht werden, es sei denn, dies ist absolut notwendig.

Anmerkung

Die Aufhebung der durch neuromuskuläre Blocker induzierten neuromuskulären Blockade kann bei Patientinnen, die Magnesiumsalze gegen Toxämie in der Schwangerschaft erhalten, gehemmt oder unbefriedigend sein, da Magnesiumsalze die neuromuskuläre Blockade verstärken. Deshalb sollte bei diesen Patientinnen die Rocuronium Fresenius - Dosis verringert und entsprechend der Zuckungsreaktion eingestellt werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Rocuronium Fresenius mit der Muttermilch ausgeschieden wird. Tierstudien haben unbedeutende Konzentrationen von Rocuronium in der Muttermilch gezeigt. Rocuronium Fresenius sollte stillenden Frauen nur verabreicht werden, wenn es eindeutig notwendig ist.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Da Rocuronium Fresenius in der Allgemeinanästhesie als ein Zusatzmittel verwendet wird, sollten bei ambulanten Patienten nach einer Allgemeinnarkose die üblichen Vorsichtsmassnahmen getroffen werden.

Unerwünschte Wirkungen

Am häufigsten auftretende unerwünschte Wirkungen sind Erscheinungen an der Injektionsstelle, Änderungen in der Vitalfunktion und eine verlängerte neuromuskuläre Blockade. Im Rahmen der Post-Marketing-Surveillance sind die häufigsten unerwünschten Wirkungen anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen und deren assoziierten Symptome.

Anaphylaktische Reaktionen

Obwohl sehr selten, wurde über schwere anaphylaktische Reaktionen auf neuromuskuläre Blocker, einschliesslich Rocuronium, berichtet.

Symptome solcher Reaktionen können sein: Hautverän­derungen wie Urticaria und Angioödem; Bronchospasmus; kardiovaskuläre Veränderungen (Hypotonie, Tachykardie, Kreislaufkollaps bis zum Schock). In einigen Fällen waren diese Reaktionen letal. Weil schwere Reaktionen auftreten können, sollten stets die nötigen Vorsichtsmassnahmen getroffen werden.

Neuromuskuläre Blocker können lokal und systemisch Histamin freisetzen. Dem Auftreten von Juckreiz und erythematösen Reaktionen an der Injektionsstelle und/oder generalisierte histaminoide (anaphylaktoide) Reaktionen (siehe auch oben unter «Anaphylaktische Reaktionen») sollte Beachtung geschenkt werden.

Verlängerte neuromuskuläre Blockade

Die häufigste unerwünschte Wirkung der Klasse der nicht-depolarisierenden neuromuskulären Blocker besteht in der verlängerten pharmakologischen Wirkdauer des Arzneimittels über die notwendige Zeitspanne hinaus. Dies kann variieren von Skelettmuskelschwäche zu nachhaltiger und verlängerter Skelettmuskellähmung und in Atemnot oder Apnoe resultieren.

Gelegentlich/selten: <1/100, >1/10'000; sehr selten: <1/10'000.

Störungen des Immunsystems

Sehr selten: Hypersensibilität, anaphylaktische Reaktionen, anaphylaktoide Reaktionen, anaphylaktischer Schock, anaphylaktoider Schock.

Störungen des Nervensystems

Sehr selten: Schlaffe Lähmung.

Funktionsstörungen des Herzens

Gelegentlich: Tachykardie.

Funktionsstörungen der Gefässe

Gelegentlich: Hypotonie.

Sehr selten: Kreislaufkollaps, Schock, Flushing.

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen

Sehr selten: Bronchospasmen.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr selten: Angioneurotisches Ödem, Urtikaria, Hautausschlag, erythematöser Hautausschlag.

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen

Sehr selten: Muskelschwäche¹, steroidale Myopathie¹.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Gelegentlich: Wirkversagen, Zunahme/Abnahme der Wirkung, Schmerzen an der Injektionsstelle, Reaktionen an der Injektionsstelle.

Sehr selten: Gesichtsödem, maligne Hyperthermie.

Verletzungen, Vergiftungen

Gelegentlich: Verlängerung der neuromuskulären Blockade, verzögerte Erholung nach der Anästhesie.

Sehr selten: Atemweg-Komplikationen bei der Anästhesie.

¹ Nach Langzeitanwendung in der Intensivstation.

Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle

In der Anästhesie wird von Schmerzen an der Injektionsstelle während der Blitzeinleitung berichtet, speziell wenn der Patient das Bewusstsein noch nicht vollständig verloren hat und besonders wenn Propofol als Einleitungsmittel verwendet wird. Aus klinischen Studien sind Schmerzen an der Injektionsstelle bekannt; bei 16% der Patienten, die eine Blitzeinleitung mit Propofol hatten und in weniger als 0,5% der Patienten, die eine Blitzeinleitung mit Fentanyl und Thiopental hatten.

Pädiatrische Patienten

Eine Meta-Analyse 11 klinischer Studien bei pädiatrischen Patienten (n = 704) mit Rocuroniumbromid (bis zu 1 mg/kg) zeigte, dass Tachykardie mit einer Häufigkeit von 1,4% als unerwünschte Wirkung auftrat.

Überdosierung

Im Fall einer Überdosierung und verlängerten neuromuskulären Blockade sollte der Patient künstlich weiterbeatmet und sediert werden.

In dieser Situation gibt es zwei Optionen für die Aufhebung der neuromuskulären Blockade: (1) Sugammadex kann zur Aufhebung einer intensiven (profunden) und tiefen Blockade verabreicht werden. Die zu verabreichende Dosis von Sugammadex hängt vom Grad der neuromuskulären Blockade ab. (2) Ein Acetylcholinesterase-Hemmer (wie Neostigmin, Edrophonium, Pyridostigmin) kann bei ersten Anzeichen der spontanen Erholung verwendet werden und soll in adäquaten Dosen verabreicht werden.

Falls trotz der Verwendung eines Acetylcholinesterase-Hemmers die muskelrelaxierende Wirkung von Rocuronium Fresenius nicht aufgehoben wird, muss die Beatmung solange fortgesetzt werden, bis die spontane Atmung wieder einsetzt. Wiederholte Dosen von Acetylcholinesterase-Hemmern können gefährliche Auswirkungen haben.

In Tierstudien trat eine schwere Depression der Herz-Kreislauf-Funktion, die letztlich zu Herzversagen führen kann, erst dann ein, als eine kumulierte Dosis von 750× ED90 (135 mg/kg Rocuroniumbromid) verabreicht wurde.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: M03AC09

Wirkungsmechanismus

Rocuroniumbromid ist ein mittellang wirkender nicht-depolarisierender neuromuskulärer Blocker mit raschem Wirkungseintritt, der alle charakteristischen pharmakologischen Eigenschaften dieser Arzneimittelklasse (curarewirksame Gruppe) besitzt. Rocuroniumbromid wirkt kompetitiv an den im Bereich der motorischen Endplatte gelegenen nikotinischen Cholinrezeptoren. Durch Verabreichung von Acetylcholinesterase-Hemmern, wie z.B. Neostigmin, Pyridostigmin oder Edrophonium, wird die Wirkung von Rocuronium Fresenius antagonisiert.

Pharmakodynamik/Klinische Wirksamkeit

Die ED90 (erforderliche Dosis, um Zuckungsreaktion des Daumens nach Stimulation des Nervus ulnaris zu 90% zu unterdrücken) wird bei intravenöser Anästhesie mit etwa 0,3 mg/kg Rocuroniumbromid erreicht. Die ED95 bei Säuglingen ist niedriger als bei Erwachsenen und Kindern (0,25; 0,35; resp. 0,4 mg/kg). Die ED95 bei Kindern ist höher als bei Erwachsenen, was durch das unterschiedliche Verhältnis von Muskelmasse zu Fett erklärbar ist. Kinder haben einen schnelleren Wirkungseintritt und eine kürzere Wirkdauer.

Die klinische Wirkdauer (Zeitdauer bis zur 25%-igen Spontanerholung der Kontrollzuckungsstärke) mit 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid beträgt 30–40 Minuten.

Die Gesamtwirkungsdauer (Zeit der Spontanerholung auf 90% der Kontrollzuckungsstärke) beläuft sich auf 50 Minuten. Die durchschnittliche Zeitdauer für die spontane Wiederherstellung der Kontrollzuckungsstärke von 25% auf 75% (Wiederherstellungsindex) beträgt nach einer Bolus-Injektion von 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid 14 Minuten.

Mit kleineren Dosen von 0,3–0,45 mg/kg Rocuroniumbromid (1–1,5 fache ED90) ist die Anschlagszeit verzögert und die Wirkdauer verkürzt. Eine klinische Studie mit Dosen bis 2,0 mg/kg fand eine auf 110 Minuten verlängerte Wirkdauer.

Intubation in der Routine-Anästhesie

Nach intravenöser Verabreichung von 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid (2× ED90 unter intravenöser Anästhesie) werden geeignete Intubationsbedingungen innerhalb von 60 Sekunden bei beinahe allen Patienten erreicht, bei 80% waren die Intubationsbedingungen ausgezeichnet. Allgemeine Muskelrelaxation, die für alle Anwendungsgebiete ausreichend ist, wird innerhalb von 2 Minuten erreicht. Die Applikation von 0,45 mg/kg Rocuroniumbromid führt nach 90 Sekunden zu akzeptablen Intubationsbedingungen.

Blitzeinleitung

Während einer Blitzeinleitung der Anästhesie unter Propofol oder Fentanyl/Thiopental werden geeignete Intubationsbedingungen innerhalb von 60 Sekunden bei 93% bzw. 96% der Patienten erreicht, die 1,0 mg/kg Rocuroniumbromid erhielten. Bei 70% dieser Patientengruppe waren die Intubationsbedingungen ausgezeichnet. Die klinische Wirkdauer nach dieser Dosis beträgt im Mittel eine Stunde. Während einer Blitzeinleitung mit Propofol resp. Fentanyl/Thiopental werden adäquate Intubationsbedingungen innerhalb von 60 Sekunden bei 81% resp. 75% der Patienten erreicht, die 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid erhielten.

Pädiatrische Patienten

Die mittlere Anschlagszeit bei Kindern ist mit einer Intubationsdosis von 0,6 mg/kg etwas kürzer als bei Erwachsenen. Ein Vergleich innerhalb der pädiatrischen Altersgruppen zeigte, dass die mittlere Anschlagszeit bei Neugeborenen und Jugendlichen (1,0 min) leicht länger ist als bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern (0,4; 0,6 bzw. 0,8 min). Die Relaxationsdauer und die Erholungszeit scheinen bei Kindern kürzer zu sein als bei Säuglingen und Erwachsenen. Die mittlere Zeit bis zum Wiederauftreten von T3 war bei Neugeborenen und Säuglingen (56,7 bzw. 60,7 min) im Vergleich zu Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen (45,4; 37,6 bzw. 42,9 min) verlängert.

Geriatrische Patienten und Patienten mit Erkrankungen der Leber und/oder der Gallenwege und/oder Niereninsuffizienz

Unter Enfluran- und Isofluran-Narkose sowie bei Geriatrie-Patienten, Patienten mit Leber- und/oder Nierenerkrankungen ist die mittlere klinische Wirkdauer nach Erhaltungsdosen von 0,15 mg/kg Rocuroniumbromid etwas länger (ungefähr 20 Minuten) als bei Patienten unter intravenöser Anästhesie, ohne Beeinträchtigung von exkretorischen Organfunktionen (ca. 13 Minuten) (siehe «Dosierung/Anwendung»). Ein akkumulierter Effekt (progressiver Anstieg der Wirkdauer) bei wiederholten Erhaltungsdosen in der empfohlenen Höhe wurde nicht beobachtet.

Intensivmedizin

Bei der Dauerinfusion in der Intensivmedizin hängt die Erholungszeit der Vierfach-(TOF)-Ratio von 0,7 vom Ausmass der Blockade am Ende der Infusion ab. Nach einer Dauerinfusion von 20 Stunden oder länger beträgt das Zeitintervall zwischen der Rückkehr des T2 bei der Vierfach-(TOF)-Stimulation und der Wiederherstellung der Vierfach-(TOF)-Ratio von 0,7 im Mittel ungefähr 1,5 (1–5) Stunden bei Patienten ohne multiplem Organversagen und 4 (1–25) Stunden bei Patienten mit multiplem Organversagen.

Kardiovaskuläre Chirurgie

Patienten mit bevorstehender kardiovaskulärer Operation zeigen bei Eintritt der maximalen Blockade – nach Applikation von 0,6–0,9 mg/kg Rocuroniumbromid – als häufigste kardiovaskuläre Veränderungen eine leichte, klinisch unbedeutende Zunahme der Herzfrequenz um bis zu 9% und einen Anstieg des mittleren Blutdrucks um bis zu 16% im Vergleich zu den Kontrollwerten.

Antagonisierung der Muskelrelaxation

Die Wirkung von Rocuroniumbromid kann entweder durch Sugammadex oder durch Acetylcholinesterase-Inhibitoren wie Neostigmin, Pyridostigmin oder Edrophonium antagonisiert werden. Sugammadex kann verabreicht werden zur routinemässigen Aufhebung (bei 1–2 Post-Tetanic Counts bis zum Wiedererlangen von T2) oder zur sofortigen Aufhebung (3 Minuten nach Verabreichung von Rocuroniumbromid). Acetylcholinesterase-Inhibitoren können beim Auftreten von T2 oder bei ersten Anzeichen der klinischen Erholung verabreicht werden.

Pharmakokinetik

Distribution/Elimination

Nach intravenöser Verabreichung einer Einzel-Bolusdosis Rocuroniumbromid verläuft der Plasmakonzentrations-Zeitablauf in drei exponentiellen Phasen. Bei normalen Erwachsenen ist die mittlere (95% CI) Eliminationshalbwertszeit 73 (66–80) Minuten; das scheinbare Verteilvolumen bei Steady-State Bedingungen 203 (193–214) ml/kg und die Plasmaclearance ist 3,7 (3,5–3,9) ml × kg–1 × min–1.

Intensivmedizin

Wird eine Dauerinfusion zur Erleichterung der künstlichen Beatmung 20 Stunden oder länger verabreicht, dann ist die mittlere Eliminationshalbwertszeit und das mittlere (scheinbare) Verteilungsvolumen unter Steady-State-Bedingungen erhöht. In kontrollierten Studien wurden grosse Schwankungen zwischen Patienten festgestellt, die abhängig waren von der Art und dem Ausmass von (multiplen) Organversagen und von individuellen Eigenschaften der Patienten. Bei Patienten mit multiplem Organversagen wurde eine mittlere (± Standardabweichung) Eliminationshalbwertszeit von 21,5 (±3,3) Stunden, ein (scheinbares) Verteilungsvolumen unter Steady-State-Bedingungen von 1,5 (±0,8) l/kg und eine Plasmaclearance von 2,1 (±0,8) ml × kg–1 × min–1 festgestellt.

Elimination

Rocuronium wird im Urin und über die Galle ausgeschieden. Die Ausscheidung im Urin beträgt annäherungsweise 40% innerhalb von 12–24 Stunden. Nach Injektion einer radioaktiv markierten Dosis Rocuroniumbromid beträgt die Ausscheidung der radioaktiven Markierung nach 9 Tagen durchschnittlich 47% im Urin und 43% in den Fäzes. Ungefähr 50% wird unverändert wiedergefunden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Geriatrische Patienten und Patienten mit Erkrankungen der Leber und/oder der Gallenwege und/oder Niereninsuffizienz

In kontrollierten Studien war die Plasmaclearance bei Geriatrie-Patienten und bei Patienten mit Nierenerkrankungen reduziert, in den meisten Studien jedoch nicht von statistischer Bedeutung. Bei Patienten mit Lebererkrankung ist die mittlere Eliminationshalbwertszeit um 30 Minuten verlängert und die mittlere Plasmaclearance um 1 ml × kg–1 × min–1 reduziert (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Präklinische Daten

Wirkungen in präklinischen Studien wurden nur bei viel höheren Dosen als die maximalen Dosen beim Menschen erzielt, welche für die klinische Praxis von geringer Relevanz sind.

Es gibt kein adäquates Tiermodell, um die Komplexität eines Patienten in der Intensivmedizin nachzuahmen. Deshalb beruht die Sicherheit von Rocuronium Fresenius, wenn für die künstliche Beatmung in der Intensivmedizin angewendet, im Wesentlichen auf Resultaten aus klinischen Studien.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Physikalische Inkompatibilität wurde für Rocuronium Fresenius mit Lösungen der folgenden Arzneimittel dokumentiert: Amphotericin, Amoxycillin, Azathioprin, Cefazolin, Cloxacillin, Dexamethason, Diazepam, Enoximon, Erythromycin, Famotidin, Furosemid, Hydrokortison-Natriumsuccinat, Insulin, Intralipid, Methohexital, Methylprednisolon, Prednisolon-Natriumsuccinat, Thiopental, Trimethoprim und Vancomycin.

Das Arzneimittel darf nur mit den unter «Hinweise für die Handhabung» aufgeführten Arzneimitteln gemischt werden.

Wenn Rocuronium Fresenius mit demselben Infusionsgerät verabreicht wird wie andere Arzneimittel, muss darauf geachtet werden, dass dieses Gerät sorgfältig ausgespült wird (z.B. mit NaCl 0,9%). Dies gilt insbesondere, wenn Rocuronium Fresenius und Arzneimittel verabreicht werden, bei denen eine Inkompatibilität mit Rocuronium Fresenius gezeigt wurde oder bei denen eine Kompatibilität mit Rocuronium Fresenius nicht erwiesen wurde.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp.:» bezeichneten Datum verwendet werden.

Da Rocuronium Fresenius kein Konservierungsmittel enthält, ist die Lösung unmittelbar nach dem Öffnen der Durchstechflasche zu verwenden und die ungebrauchte Lösung zu vernichten.

Besondere Lagerungshinweise

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Im Kühlschrank (2-8 °C) lagern. Rocuronium Fresenius kann maximal 12 Wochen lang ausserhalb des Kühlschranks zwischen +8 °C und +30 °C aufbewahrt werden. Einmal ausserhalb des Kühlschranks aufbewahrt, sollte Rocuronium Fresenius nicht wieder gekühlt gelagert und innerhalb des obengenannten Zeitraumes verwendet werden.

Hinweise für die Handhabung

Kompatibilität mit Rocuronium Fresenius konnte für die folgenden Infusionslösungen nachgewiesen werden. In Konzentrationen von 0,5 mg/ml und 2,0 mg/ml war Rocuronium Fresenius kompatibel mit:

  • Aqua ad iniectabilia,
  • 5% Glucose,
  • 5% Glucose in NaCl-Lösung,
  • 0,9%ige NaCl-Lösung,
  • Ringer Lactat.

Die chemische und physikalische Stabilität mit diesen Lösungen wurde über 24 Stunden gezeigt; allfällige Reste der verdünnten Lösung sind danach zu verwerfen. Aus mikrobiologischen Gründen sollte die gebrauchsfertige Zubereitung jedoch unmittelbar nach Verdünnung verwendet werden.

Zulassungsnummer

60566 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Fresenius Kabi (Schweiz) AG, 6370 Oberdorf NW.

Stand der Information

Juni 2015.

Verwendung dieser Informationen

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